HANS JESSEN SHOW - Deine Politiksprechstunde

  • Zu Carina und Wohnraum-Thematik:


    Ich kann nur aus Bremen berichten, aber gegen sämtlichen Wohnbebauungsmaßnahmen wird immer stark protestiert und bei Bürgerbeteiligungen (Zum Beispiel einem Referendum) sogar dagegen gestimmt wird. Ob es ein Feld (-mark), ehemalige Golfplätze, Galopprennbahnen, Krankenhausgelände oder nicht genutzte Bürokomplexe sind. Es gibt immer einen extrem starken Wiederstand durch die ansässige Bevölkerung, aber darüber hinaus auch durch die Gesamtbevölkerung meines kleinen Bundeslandes. Die unter Umständen sogar schon dazu geführt haben, das große Gebiete jetzt einfach Brach liegen und wir reden hier von Innenstadt nahen Gebieten und auch nicht von Naturgebieten oder ähnlichen (Bremer Feldmark mal ausgeschlossen).

    Zum Glück ist die Mieterlage in Bremen noch relativ entspannt, wenn man sie mit anderen größeren Städten vergleicht. Dies liegt vermutlich hauptsächlich an den guten Wohnbauprojekten der 60er-70er, in dem große Gebiete für Arbeiter:innnen gebaut wurden. Die eher zweckmäßig konzeptioniert waren, aber auch schöne grün Flächen bieten. (Jeder in Bremen kennt ja die Vahr, wo man tatsächlich gut angebunden, sehr günstig wohnen kann.)



    Wie ist das zu erklären?


    • Ich vermute es ist eine Art Bestandsschutz. Die Menschen die in den Gegenden eine Wohnung haben, finden es vielleicht ganz attraktiv ihr Wohngebiet nicht zu teilen.
    • Vielleicht entstehen Ängste, da natürlich größerer Wohnbauprojekte immer Veränderungen bringen.
    • Vielleicht wertet neuer Wohnraum, den Eigenen ab.
    • Und natürlich brauch es zur Realisierung größerer Projekte auch Jahre des Bauens. Was Dreck und Lärm bedeutet.


    Vielleicht braucht es wieder Anstrengungen der Gewerkschaften, etwas Richtung Neue Heimat aufzubauen, um so zweckgerechten und günstigen Wohnraum zu schaffen. Sprich ein gemeinnütziger Verein der große Wohnbauprojekte realisieren kann.



    (Zum Thema kommunale Unternehmen, die können natürlich auch gewinnorientiert arbeiten. Die Gewoba bringt Bremen regelmäßig ordentliche Dividenden, in den letzten Jahrzehnten sogar in den zweistelligen Millionenbeträge. Die Gewoba ist dabei ein Unternehmen in Großteil kommunaler Hand. Und ich will es mal so ausdrücken, mit fast 40 Mio Gewinn jährlich, könnte man jedes Jahr ordentlich extra Wohnungen bauen, woran natürlich Gewoba/Bremen gleichzeitig kein Interesse hat, weil dann die Mieten niedriger sein dürften und natürlich das arme Bremen keine extra Geld über die Vermietung von Wohnraum erhalten würde.)

  • Zum Thema Carina und Wohnen


    Sicher kann man den Bauraum noch optimieren. Was dann passiert hat Niklas erzählt...


    Grundsätzlich wird es aber langsam mal Zeit Neubaugebiete für die Zukunft zu planen. Gefühlte Parkplätze mit verstreut stehenden Einfamilienhäusern ist heute Platzverschwendung. Zumindest in Ballungsräumen.

    Warum nicht mal ein Neubauviertel ohne Parkplätze und dafür mit einem grossen zentralen Parkhaus planen? Dadurch könnte man verdichten ohne weniger Grünfläche (weil keine Einzelgaragen).


    Und wenn zukünftig tatsächlich mal das Fahren mit dem eigenen Auto unüblich würde (was ich mir in den nächsten 50 Jahren durchaus vorstellen kann), könnte man das Parkhaus sogar abreissen und dort auch noch Wohnungen bauen. In allen aktuellen Neubauvierteln würden dann sinnlos breite Strassen (gerne mit extra Fahrradweg) versiegelten Platz verbrauchen.


    Und natürlich müsste mal altes Denken aus den Köpfen der Stadtverordneten heraus. In meiner Gemeinde wird jetzt am Rande der Innenstadt ein altes Hotel abgerissen und durch einen Neubau mit Wohnungen ersetzt. Jetzt gibt es Bestrebungen von einigen Stadtverordneten, nicht drei-, sondern nur zweistöckiges Bauen zuzulassen, weil 'sonst der Stadtkern zu sehr verdichtet wird'.

    Wir haben aber eine Innenstadt aus dem Mittelalter. Was sollte da noch verdichtet werden können?

  • Die Parkhäuser müsste man nicht unbedingt abreissen, sondern könnte sie auch als Stellplatz für autonome Taxis/Sharingfahrzeuge nutzen.


    Deutschland ist zwar langsam, aber das wird sich nicht aufhalten lassen:


  • Da wäre ich mir jetzt noch nicht so sicher. Auch wenn die Union ein großer Fan davon ist, gibt es gute Gründe, die dagegen sprechen. Am Ende wird die konkrete Umsetzung darüber entscheiden, wie der öffentliche Diskurs laufen wird.


    Es ist auch fraglich, ob wir so viele leere Autos durch die Stadt fahren sehen wollen, dass wir ganze Parkhäuser voller autonomer Fahrzeuge benötigen. Dann lieber mehr Bus und Fahrrad.

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  • Es kommt darauf an wo man sich aufhält. Ich rechne nicht damit, dass der ÖPNV im ländlichen Bereich so gut wird wie im Ballungsraum. Bzw. werden auch Busse zukünftig autonom fahren und vielleicht eine Route, aber keine festen Fahrplan mehr einhalten. In meinem Landkreis gibt es Busrouten, die Nachts von Taxen nach Anruf bedient werden. Und ich lebe im Rhein-Main-Gebiet.

  • Ich wollte Simon,als ich bei Patrice ' Beschreibung gelesen hab worum es geht schon überspringen,weil ich was anderes befürchtet hatte.

    (Bei Nicole hoffe ich, dass es ihr Impulse gegeben hat nochmal von dem Weg abzubilden, den sie angefangen hat zu beschreiten.

    Sehr geduldig jedenfalls. )

    Kann man echt von lernen.


    Zu Simon..Bin noch nicht ganz durch-

    Hab aber gestoppt um eine Minikritik an Hans anzubringen.

    Bei der Impfnicole warst du so unendlich geduldig ihre hundertmal en Umkreusungen ihres unwohl Gefühls auszuhalten aber bei Dimon-wo der Umweg echt interessant war (über Urwälder,glucose in Blättern. .) ein bissl schon "hart" abgebrochen worauf er raus will.Für mich Klangs grnervt.

    Kann aber auch sein, dass es für mich genervt klang,weil ich selbst von Nicole genervt war.

    Ich fand ersichtlich worauf er raus will.

  • Ich habe sehr stark das Gefühl, dass es einfach an Anrufern mangelt. Nicht weil keiner mit Hans reden möchte, sondern weil kaum jemand von diesem Format weiß.


    Leute. Hans hat doch beim letzten mal schon erklärt, dass es nicht daran liegt, dass zu wenig Leute anrufen, sondern daran, dass das einfach ein Haufen Arbeit für so ein kleines Team ist.

  • Der Nicole hat Hans schon verklickert was das Problem ist, Egoismus; mit an den Früchten der Risiokobereitschaft der anderen teilhaben aber nicht mitziehen wollen. Sie hat es ja auch verstanden, aber man muss sich dann eben aufraffen, zur Verweigerung kann man einfach hocken bleiben. Dann muss ich mir eben irgendwann (*) gefallen lassen ausgeschloßen zu werden.


    (*) irgendwann ist dann wenn jeder die Möglichkeit hat sich impfen zu lassen und es gilt natürlich auch nur für diejenigen die sich impfen lassen können (völlige Risikofreiheit darf dabei keine Bedingung sein!). Als Analogie empfehleich das Vorgehen gegen die Masern.

  • Der Nicole hat Hans schon verklickert was das Problem ist, Egoismus.....

    Klar hat er das.

    Aber ich fand ihn einfach bei ihr ungleich geduldiger als bei Simon.


    Wie gesagt-ohne Anspruch auf Objektivität meinerseits -

    Weil mich die Egos, die nun das erste Mal in ihrem Leben einen leisen Hauch von Verantwortung &Verzicht spüren mega nerven, weil man all das Befindlichkeitsblabla schon so oft gehört hat und ich dafür weder Verständnis noch Geduld aufbringe.


    Aber sehr schön fand ich von hansj. Hans wie er ihr auf den Kopf zusagte, dass ihr Selbstbild mit dem was sie sagt überhaupt nicht übereinstimmt.

    Das ist offenbar bei ihr auch angekommen

  • Leute. Hans hat doch beim letzten mal schon erklärt, dass es nicht daran liegt, dass zu wenig Leute anrufen, sondern daran, dass das einfach ein Haufen Arbeit für so ein kleines Team ist.

    so ist es. was im übrigen fragen zur sog. "reichweite" angeht (also: wieviele menschen werden erreicht?) .

    das ist ja ein für online/youtube eher atypisches format: da sitzt ein mensch und telefoniert mit anderen menschen über themen, die die sich ausgesucht haben. wenig spektakulär, wenig crash, wenig (bis gar keine) action im bild.

    früher nannte man so etwas ein "radioformat" für geduldige zuhörwillige.

    in gewisser weise folgerichtig, dass die hörerzahlen der podcast-version in ähnlicher dimension liegen wie stream/video.

    in der addition finde ich das eigentlich fast überraschend viel.

    es gibt bundesligavereine, die haben sich - in präcoronösen zeiten - gefreut, wenn diese zahl von menschen ins stadion kamen. ( schon klar, der vergleich hinkt doppelt, aber trotzdem).


    in einem etwas längeren journalistenleben kann man auch lernen, die zahl der menschen, die sich tatsächlich auf themen und diskussionen einlassen, für wichtiger zu halten als die absolute zahl der technisch erreichten adressaten.


    insofern: das ist eine von allen beteiligten nach ihrem willen frei gestaltbare spielfläche. so war es gedacht, und so funktioniert es offenbar in eigener weise.


    wenns um musik ginge, würde man vielleicht sagen: das ist kein stadionauftritt, sondern eher ein clubkonzert. aber das müssen nicht die schlechtesten events sein ;-)

  • Ach im übrigen hansj. da in der Folge nun mehrfach dein Gesprächs- bzw. Sprechanteil negativ bewertet wurde und du dich dann immer direkt entschuldigt und Besserung gelobt hast.

    Ich empfand es genau nicht so. Gerade bei den beiden Gesprächen hatten die Anrufenden klar nach deiner Meinung gefragt und wollten sogar von dir einen Input bekommen, der für sie in gewisser Weise richtungsweisend oder zumindest inneren Zwiespalt und Ungewissheit lösend ist. Genau das haben beide bekommen, was ich wenigstens aus deren Reaktion entnommen habe. Insbesondere dann z.B. auch deine Einblicke etwas hinter die Kulissen würdest du über eine rein fragende Gesprächsführung so nicht gut rüber und unterbringen können bzw. schon gar nicht aus dem Anrufenden als dessen eigene Erkenntnis herauskitzeln können.


    Ist halt am Ende ne situative Sache und auch vom Thema abhängig. Und da finde ich hast du bisher ein gutes Gespür gezeigt, denn es ist ja nun auch absolut nicht so, dass du jedes Gespräch an dich reißt. Du bist auch schon direkten Frage nach deiner persönlichen Meinung ausgewichen und hast dann erstmal über geschickte Fragen eine Art Meinungsbildung beim Anrufenden herausgekitzelt. Da hab ich mir anfangs dann auch erstmal gedacht maaaaan beantwort doch einfach die Frage, wenn der Anrufende doch schon fragt und das Thema vorgibt. Hab dann im Gesprächsverlauf aber immer mehr gemerkt, hey das entwickelt sich ja doch irgendwie in eine gefühlt auch vom Anrufenden anfänglich beabsichtigte Richtung, nur mehr aus eigener Erkenntnis eben. Nur geht das wie bereits schon gesagt nicht bei allen Themen und da hast du für mich bisher ein gutes Händchen bewiesen!

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