Beiträge von hansj.

    die vermögensverteilung in deutschland würde ich allerdings auch nicht in erster linie an alterskohorten festmachen, sondern an sozialstrukturen, die quer durch altersgruppen hindurchgehen. es gibt doch zweifellos schon jetzt relativ junge erben, denen vermögen und besitz früh in den schoß fällt.


    die restriktionen des ersten shutdowns waren eindeutig mit dem schutz besonders vulnerabler gruppen begründet worden - an vorderster stelle sehr alte menschen.

    die einschränkungszumutungen ( wenn du so willst: die solidaritätsanforderungen) haben aber eben alle anderen demografischen gruppen getroffen, gar nicht speziell "die jungen". ich finde, du machst hier eine in falscher weise polarisierende frontstellung auf,


    in einer größeren stadt mit einer ziemlich viralen jüngeren community lebend, mit familiären einbindungen in diverse szenen ist es schon meine "gefühlte wahrheit" , dass es "die jugend" in bezug auf pandemie-verhalten so wenig gibt wie "die alten". es gibt da wie dort sub-kulturen, die sich außerordentlich verantwortungsvoll verhalten - und da wie dort sub-kulturen, denen das mehr oder weniger scheißegal war (und ist).


    wenn wir etwas aus den epidemiologischen verläufen des vergangenen jahres gelernt haben könnten, dann ist es doch das: die verbreitungsdynamik steht weniger im zusammenhang mit alter sondern mit kontakthäufigkeit, die sich in mobilität ausdrückt.

    das ist das kriterium. mobilität - als kontakthäufigkeit- ist allerdings durchaus nicht ohne korrelation zu altersstruktur.

    übrigens ist der "lohn", den jüngere menschen für kontaktreduzierung erhalten (können), durch nicht nur "gotteslohn". das durchschnittsalter der intensivpatienten sinkt kontinuierlich, intensivmediziner berichten übereinstimmen von einer wachsenden zahl schwerer (und auch tötlicher) krankheitsverläufe bei jüngeren menschen. der prozentual stärkste zuwachs von infizierten liegt in den letzten wochen in den gruppen der 10 - 30-jährigen.

    wenn die versuchen, infektionen zu vermeiden, tun sie es für ihre eigene gesundheit.

    long covid ist am brutalsten für menschen, die noch ein besonders langes leben vor sich haben (sollten).

    du hast recht: da stand von anfang an "unterhaltungstrieb" , und ich habe kontinuierlich "unterhaltungsbetrieb" falsch gelesen. ein durchgehender fehler, der mir sehr peinlich ist, und für den ich um entschuldigung bitte. dadurch ergibt sich ein anderer kontext. die am falsch gelesenen wort festgemachte kritik ist gegenstandslos.


    beim blick auf das korrekte wort würde ich aber wiederum kritik üben: ich sehe nicht "DEN unterhaltungstrieb DER alten", der von dienstleistungssklaven bedient würde.


    Auch in diesem forum wurde oft genug (und völlig zu recht) auf wachsende altersarmut hingewiesen. Die große mehrheit der alten. hilfsbedürftigen menschen, die in häuslicher oder heimpflege mehr schlecht als recht über die runden kommen, leben gewiss nicht irgend einen "unterhaltungstrieb" aus. insofern halte ich das für eine realitätsverzerrung.

    dass es egoismus alter menschen gibt (beispiel busse), wie es egoismus junger menschen gibt ( angefangen bei sog. coronapartys) ist fakt. aber das halte ich nicht für ein an alterslinien festmachbares phänomen, sondern an gesellschaftlichen grundeinstellungen , die etwas mit solidarität und rücksichtnahme zu tun haben.

    da halte ich deinen demografischen ansatz für falsch, und letzlich ideologisch.

    dieser kernpunkt bleibt in unserem disput.

    Schon gewusst?

    Mit der geplanten Novelle des Infektionsschutzgesetzes erhalten Privilegien für Geimpfte eine gesetzliche Basis. Neben der obigen eher „gefühlten“ Rechtfertigung kann zukünftig somit auch juristisch pro Privilegien (oder Diskriminierung, je nach Art der Betroffenheit und Sichtweise) argumentiert werden.

    schon gewusst ? wenn gründe für situative einschränkung von grundrechten wegfallen (z-b- weil von bislang eingeschränkten personen das risiko einer infektiosität für andere realiter als äußérst gering anzusehen ist, weil sie geimpft sind) , dann wäre es eine ungleichbehandlung, wenn man ihnen weiterhin dieselben restriktionen auferlegen würde wie menschen mit weiterhin gegebener infektiosität.

    solche menschen nicht schlechter zu behandeln als aktuell negativ getestete, ist weder ein privileg noch eine diskriminierung derer, die nicht diesen status haben , sondern die gebotene reaktion auf eine statusveränderung.

    wer darauf nicht eingehen will, fordert im grunde staatliche willkür.

    in einfacher sprache: was du "privileg" nennst, ist ausdruck des gleichheitsgrundsatzes - der nämlich auch bedeutet, ungleiches ungleich zu behandeln.

    Wenn Du beim nächsten Mal tatsächlich zitierst und nicht selbst tippst, was Du meinst, gelesen zu haben, dann fällt Dir vielleicht etwas auf... Zum dritten Mal schreibe ich es jetzt nicht.

    Du schreibst: „Unterhaltungsbetrieb der Alten“, ich zitiere dich mit „Unterhaltungsbetrieb der Alten“ - und dann forderst du mich auf, nicht das zu tippen , was ich meine, gelesen zu haben, sondern das , was du tatsächlich geschrieben hast.

    Wo liegt nun der Unterschied zwischen deinem „Unterhaltungsbetrieb der Alten“ (als korrektem Zitat) und dem von mir getippten „Unterhaltungsbetrieb der Alten“ (als nur gelesen geglaubtem)? Ich erwarte keine drittmalige Erklärung - eine erstmalige würde reichen. Aber ich denke, die unterschiede der Positionen und Sichtweisen sind hinreichend klar.

    Nein, das habe ich nicht. Ich habe "Unterhaltungstrieb der Alten" geschrieben, falls Du oben nachschauen möchtest. Und was allgemein unter Unterhaltung verstanden wird, muss ich Dir wohl nicht erklären. Dass in diesen Branchen Dienstleistung mit schlechter Bezahlung die Regel ist, wohl auch nicht.

    eben das hatte ich zitiert "unterhaltungsbetrieb der alten" ( dass ich hier weitgehend kleinschreibung praktiziere, könntest du wissen.)

    da entscheidende ist doch: du behauptest in deinem zitat, es gäbe einen solchen betrieb für "die alten. - wegen mir : die Alten" . ich hatte mir wirklich nicht vorstellen können, dass du das ernsthaft behauptest. schon gar nicht mit den beispielen, die du dann nennst: wo gäbe es "den kulturbetrieb" oder "die gastronomie" speziell für "die Alten" - die dort von speziellen "dienstleistungssklaven" versorgt werden müssen ?


    eine solche behauptung halte ich für weit mehr neben der realität als die - im deutschen sprachgebrauch immer noch gültige - verwendung des substantivs "unterhaltung" auch für das unterhalten im sinne von: aufrecht erhalten. ( so ist z.b. "die unterhaltung diplomatischer beziehungen" keine vergnügungsveranstaltung).

    tut mir leid, dass ich zu deinen gunsten angenommen hatte, es sei dir um menschen gegangen, die sich in pandemiezeiten um alte menschen existenziell kümmern. ich nehme zur kenntnis, dass das nicht so ist. alles gut.

    wenn du liest, was unter dem von dir eingestellten link steht, wirst du die aussage finden, dass navalny bislang "kein einziges der mitgebfrachten oder bestellten bücher" erhalten habe - weil die "alle auf extremismus geprüft würden."

    es geht also erkennbar nicht singulär um den koran, sondern grundsätzlich um das vorenthalten von lektüre an sich. dass du dir allein die überspitzte (und insofern falsche) schlagzeile der "welt" zu eigen machst, ist schon bemerkenswert.

    springer gutt, wenn`s gegen den richtigen geht ?

    wie ich auf pflegerInnen gekommen bin? - sehr einfach, weil du "unterhaltungsbetrieb der alten" geschrieben hast. also ein betrieb, der sich ausschließlich auf diese zielgruppe bezieht. da fällt tatsächlich pflege ein, als system, dass sich um den unterhalt und erhalt von derart fokussierten strukturen kümmert.

    und nun sollen damit "kulturbetriebe, gastronomie, kreuzfahrtschiffe und co." gemeint sein, in denen "arbeitssklaven" für die alten schuften müssen ?


    welche ausschliesslich für "die alten" betriebenen kulturbetriebe meinst du ? welche ausschliesslich für "die alten" betriebene gastronomie meinst du ? - selbst das durchschnittsalter von kreuzfahrtpassagieren ist kein hinreichendes kriterium - die zielgruppe ist eher über verfügbares einkommen zu definieren als über schieres alter.


    mit verlaub, ich habe den eindruck, dein gesellschaftsbild ist in ziemlichem maß gerontologisch verzerrt. für die frage der behandlung von geimpften scheint mir das ein untauglicher maßstab zu sein. ( im übrigen: ich gehe davon aus, dass, solange es zum einen noch erhebliches infektionsgeschen gibt, zum zweiten größere anteile nicht-geimpfter menschen, zum dritten keine definitiven wissenschaftlichen erkenntnisse z.b. über infektiosität, auch bürger mit abgeschlossener impfung im kontakt mit anderen tunlichst maske tragen.

    auch wenn sie denn dann wieder zugang etwa zu kulturellen events haben.

    die frage, ob es sich um ein "privileg" handelt oder um die begründete aufhebung einer einschränkung, iist m.e. nur vordergründig eine juristische, tatsächlich eine gesellschaftliche.

    grundrechte sind konstitutiv für eine freiheitliche gesellschaft. die art und weise, wie sie sich gegenseitig austarieren, ist mehr als juristisches regelwerk - bzw. sind nur ich rechtlichen begriffen ausgedrückten formen des gesellschaftlichen umgangs.

    dass freiheitsrechte nur als resultat begründeter und regelmäßig überprüfter abwägungen eingeschränkt werden dürfen, ist gesellschaftliche grundstruktur.


    halte es auch für falsch (jedenfalls ist das nicht mein ansatz in der diskussion gewesen) , die aufhebung von restriktionen an der altersfrage festzumachen. es ging/geht doch darum, ob geimpfte menschen von einschränkungen wieder situativ befreit werden - weil bei ihnen die gründe der einschränkung mutmaßlich nicht mehr vorliegen. das, worüber diskutiert wird, ist doch, dass geimpfte menschen (jeglichen alters) ähnlichen status bekommen wie aktuell negativ getestete.

    auch bei denen geht es darum, dass der negative test die gründe für die restriktion für den aktuellen moment außer kraft setzt.

    im einen wie im anderen fall handelt es sich nicht um ein "privileg". dass es sich bei den geimpften zunächst überwiegend um ältere menschen handelt, ergibt sich aus den impfprioritäten - aber dieser "vorteil" verringert sich mit jedem tag. du machst aus einer momentanen situation eine grundsätzliche - wenn man so will: die gerontokratische kriegserklärung kommt von dir.


    und - das solltest du eigentlich wissen - ja, menschen , die in der betreuung von risikopatienten tätig sind, gehörten von anfang an zu den prioritär geimpften.

    (dass du pflegerinnen und pfleger, die - viel zu schlecht bezahlt - sich um alte, betreungsbedürftige menschen kümmern, als "dienstleistungssklaven im unterhaltungsbetrieb" bezeichnest, finde ich nicht nur geschmacklos, sondern geradezu verächtlich. damit sprichst du Pflegerinnen und pflegern nämlich ab, dass sie sich bewusst für diesen beruf entschieden haben und ihn ausüben, weil sie eine soziale notwendigkeit dafür empfinden.)

    gefühle können täuschen. Wir gehen erstmal von 20 minuten pro gespräch aus. ( das ist doppelt so lang, wie andere call-in-formate als "üppig" ansehen ). bei dieser ausgabe gab es ein einziges gespräch, dass tatsächlich nach 20 minuten beendet war. alle anderen dauerten länger.

    da fände ich "abwürgen" keine wirklich treffende bezeichnung.

    aber natürlich gehört es zur rolle des hosts, zu signalisieren, wann er denkt, dass das gespräch die erwartungshaltung der anruferin/des anrufers soweit erfüllt hat, wie es in diesem rahmen möglich ist - und von denen die zuschauen/zuhören noch als spannend erlebt wird. das ist jeweils eine subjektive entscheidung. die auch immer die option beinhaltet, dass gesprächspartnerInnen sagen können: "das will ich jetzt aber noch sagen...". hatten wir auch schon gelegentlich.

    ich kann nur hoffen, dass sich niemand der bisherigen gesprächspartnerInnen "abgewürgt" vorkam. das täte mir leid.

    Leute. Hans hat doch beim letzten mal schon erklärt, dass es nicht daran liegt, dass zu wenig Leute anrufen, sondern daran, dass das einfach ein Haufen Arbeit für so ein kleines Team ist.

    so ist es. was im übrigen fragen zur sog. "reichweite" angeht (also: wieviele menschen werden erreicht?) .

    das ist ja ein für online/youtube eher atypisches format: da sitzt ein mensch und telefoniert mit anderen menschen über themen, die die sich ausgesucht haben. wenig spektakulär, wenig crash, wenig (bis gar keine) action im bild.

    früher nannte man so etwas ein "radioformat" für geduldige zuhörwillige.

    in gewisser weise folgerichtig, dass die hörerzahlen der podcast-version in ähnlicher dimension liegen wie stream/video.

    in der addition finde ich das eigentlich fast überraschend viel.

    es gibt bundesligavereine, die haben sich - in präcoronösen zeiten - gefreut, wenn diese zahl von menschen ins stadion kamen. ( schon klar, der vergleich hinkt doppelt, aber trotzdem).


    in einem etwas längeren journalistenleben kann man auch lernen, die zahl der menschen, die sich tatsächlich auf themen und diskussionen einlassen, für wichtiger zu halten als die absolute zahl der technisch erreichten adressaten.


    insofern: das ist eine von allen beteiligten nach ihrem willen frei gestaltbare spielfläche. so war es gedacht, und so funktioniert es offenbar in eigener weise.


    wenns um musik ginge, würde man vielleicht sagen: das ist kein stadionauftritt, sondern eher ein clubkonzert. aber das müssen nicht die schlechtesten events sein ;-)


    im ersten satz referiere ich bhakdis erklärung, dass, ehe man sarscov-2 für gefährlich erklären könne, zunächst eine studie mit zehntausenden von probanden durchgeführt werden müsse. ich nenne dabei die zahl 50.000, mit der einschränkung, dass ich mir bei dieser zahl nicht sicher sei.


    erst wenn sich im vergleich herausgestellt habe, dass die eine hälfte des testpanels viel, viel mehr tote aufwiese als die andere, könne man von einer signifikanten gefährlichkeit sprechen.

    die zahl 50.000 als gesamtheit stimmte nicht, allerdings hatte ich sie ausdrücklich mit der einschränkung der unsicherheit genannt.


    völlig richtig dargestellt aber war die konsequenz von bhagdis ansatz, dass es zunächst einer großen anzahl von toten als testresultat bedürfe, um die gefährlichkeit festzustellen.


    im zweiten teil nenne ich die zahl von 20-50.000 möglichen toten.

    diese zahl als absolute ist im zusammenhang der hier geforderten tests falsch.


    was aber eben richtig ist: bhagdi verlangt nach tests, die eine relevante zahl von toten als voraussetzung der feststellung von gefährdung beinhalten, diese zumindest mutwillig in kauf nehmen.


    das an sich macht den skandal aus. auch wenn es keine 20.000 sind - bhagdis ansatz wäre genauso ungeheuerlich, wenn es "nur" 400 corona-tote wären. im einen wie im anderen fall handelte es sich um ein menschenexperiment, das mit toten kalkuliert.

    in meinen augen wiegt das durchaus schwerer als eine falsche absolute zahl.


    übrugens hat bhagdi in einem späteren video die gleiche argumentation an den tag gelegt, als es um die zulassung von impfstoffen ging. hier verlangte er eine testgruppe gleich in millionenhöhe, (ebenfalls mit toten als indikator) um die schutzwirkung von impfstoffen vor ihrer zulassung nachzuweisen.



    seine behauptung: 99,9% der menschen würden an sarscov 2 nicht sterben. also "lediglich" 0,1%.


    man kann diese these an der realität überprüfen: es gibt ca. 330 millionen us-bürger.

    bislang sind 500.000 im direkten zusammenhang mit sarscov-2 gestorben.

    das sind knapp 0,2% - fast das doppelte von bhagdis marge - wobei offen ist, wie hoch der anteil der infizierten an der gesamtbevölkerung ist. - garantiert keine 100%.

    angenommen, es seien bislang 10% der us-bürger infiziert worden, dann hätten wir es hochgerechnet mit 2% us-bürgern zu tun, für die die infektion tödliche folgen hätte.

    das ist eine deutlich andere größenordnung als die von ihm behaupteten 0,1%


    aber selbst wenn wir diese hochrechnung nicht anstellen, sondern schlicht die vorliegende zahl von 500.000 nehmen - eine halbe million menschen, von denen ein erheblicher teil, vermutlich die große mehrheit, nicht diesen tot gestorben wären, hätten sie die impfstoffe erhalten, deren zulassung bhagdi allerdings als unzulässig erklärte.


    das ist eine größenordnung, die um den faktor 10 über den von mir genannten 50.000 liegt.

    wenn sich jemand angesichts dieser zahlen korrigieren sollte, dann eigentlich eher bhagdi und die, die ihn hier promoten.


    und was das zitieren der WHO - erklärung in der bpk angeht: leg einfach mal den wortlaut des who-dokuments und den wortlaut (bzw. die an verschiedenen tagen mehrfach variierten wortlaute) der fragen übereinander, und du wirst feststellen, das diese formulierungen eben nicht übereinstimmen.

    wenn du meinst, etwas anderes nachweisen zu können - dann her damit.

    Gab hierzu schon Berichterstattung im ÖRR?

    Muss schlimm sein in dem Land, wenn die Leute mehrheitlich mit einem prorussischen Oligarchen liebäugeln, statt den nationalistischen Status quo zu akzeptieren.

    muss in der tat schlimm sein in einem land, wo der präsident mir nichts, dir nichts die schließung von fernsehkanälen verfügen kann. muss in der tat auch schlimm sein in einem land, wo tv sender sich multipel in oligarchischem privatbesitz befinden. beide tatsachen für sich und erst recht im zusammenwirken sind ausdruck einer form von "pressefreiheit" , die offenbar noch nicht mal über formale ansprüche öffentlicher konstituierung, geschweige denn kontrolle verfügt.

    finde ich in der tat schlimm. du nicht so ?


    worüber ich noch nachdenke: inwiefern ist ein parlamentsmandat ausdruck der tatsache, dass "die leute mehrheitlich mit einem prorussischen oligarchen liebäugeln" ?


    mit dem parlamentssitz als kriterium wäre ja die abgeordneteneigenschaft alexander gaulands ausdruck der tatsache, dass "die leute mehrheitlich mit einem rechtsextremen kader liebäugeln".

    really ?

    hansj.

    schulde Dir noch Artikel zu den Prinzipien... Ich will wirklich sehr problematische und den 10 Prinzipien klar zuordnenbare Artikel finden. Da will ich Dir wirklich die schlimmsten präsentieren, damit es eindeutig wird.

    Trotzdem mal eine Frage: Gibt es in Deinen Augen denn überhaupt noch ein Völkerrecht nachdem noch Recht und Unrecht gesprochen werden kann? (unabhängig von einer „Dynamik“ sondern abhängig vom Tatbestand)

    Und wenn es das nicht gibt, haben wir dann nicht als Weltgemeinschaft ein riesiges Problem, weil es ja dann nur noch das Recht des Stärkeren gibt?

    die formulierung; "gibt es denn überhaupt noch...." geht ja offenbar davon aus, dass es ein so geartetes, eindeutiges (und dann auch noch per rechtssprechung justiziables) völkerrecht mal gegeben habe.

    so ist es aber - zumindest nach meinem kenntnisstand- nicht. das völkerrecht war in seiner genese der versuch, innerhalb der staatengemeinschaft regeln aufzustellen, zu deren einhaltung sich die unterzeichnerstaaten quasi verpflichten. es ist aver eben 1.) nicht im klassischen wege sanktionierbar, und besteht 2.) aus prinzipien, die im konkreten fall zueinander im widerspruch stehen.

    der nutzen des völkerrechts besteht eigentlich darin, dass es einen diskurs ermöglich, in dem staatsführungen zumindest gezwungen sind, für ihre auffassungen und handlungen begründungen vorzubringen. es ist, auf der ebene internationalen diskurses, eine form der einschränkung von willkür, die licht in dunkle ecken wirft und dadurch auch prozesse innerhalb von zivilgesellschaften befördert. ( so haben die veränderungen im osteuropäischen raum, die in der "implosion" des udssr-systems mündeten, ganz erheblich mit der schlußakte von helsinki 1975 zu tun, auf deren prinzipien sich bürger und zivilgesellschaftliche organisationen berufen konnten.

    das beseitigt nicht das in konkrtenen situationen oft brutal durchgesetzte "recht des stärkeren", setzt diesem aber ein anderes recht als wirkfaktor entgegen.

    wo hätte ich dir mit welchen worten auch nur ein quentchen von "sprechfähigkeit zum thema" abgesprochen ? habe ich nicht, und deswegen sind solche unterstellungen einfach nur ärgerlich. und von "trivia" zu sprechen, wenn ich auf einen sachverhalt hinweise, der in deinem eingangsstatement in keiner weise für das argumentative setting erkennbar ist, ist selbst nichts weniger als das, was er kritisiert.

    an die osze-geschichte erinnere ich mich allein deswegen so genau, weil ich mit zu denen gehörte, die die art des einsatzes /was er war und was er nicht war) in der bpk mit fragen ans aa und das verteidugungsministerium thematisierten und wenigstens in der dort gegebenen öffentlichkeit für ein wenig transparenz sorgten.

    wenn du dir meine posts und argumentationen auch in diesem forum über einen etwas längern zeitraum anschaust, könntest du feststellen, dass ich ziemlich häufig nach "grautönen" suche und die - auch hier öfters auftretenden- schwarz-weiß polarisierungen für falsch und auch unproduktiv halte. mir das vorzuhalten ( und dann auch noch mit "reflexartig" zu qualifizieren ) geht doch an der nachlesbaren realität ziemlich vorbei.

    das gilt auch im detail: warum die unterstellung, der bezug zum nato-bombardement im jugoslawienkrieg könne mir unangenehm sein ? den habe ich ( und nicht zum ersten mal) als durch kein un-mandat legitimierten völkerrechtsbruch gewertet. was daran ist unklar ?

    es verhält sich möglicherweise so: bei der betrachtung von politschen ereignissen kommt meine gewichtung von faktoren vielleicht zu anderen bewertungsergebnissen als deine.

    das muss dir ja nicht passen. nur liesse sich daraus kaum ableiten, dass ich davon ausgehe, als einziger im besitz von "wahrheit" zu sein. ganz im gegenteil. wie ich im übrigen auch nicht davon ausgehe, dass die feststellung, ob eine aussage "mainstream" ist oder nicht, irgend etwas darüber aussagt, ob sie inhaltlich zutrifft oder nicht.

    das (qantitative) kriterium "mainstream" in ein qualitatives ummünzen zu wollen ( mainstream = allein schon deswegen falsch) wäre doch eher ein bias genau der art, wie es von den propagandisten einer solchen these anderen vorgeworfen wird.

    ich nehme für mich in anspruch, an komplizierte fragen mit kritischem aufklärungsinteresse heran zu gehen. wie auch schon gelegentlich gesagt: "zwischen den stühlen" ist für journalisten vielleicht nicht der schlechteste platz.

    was dann auch dazu führen kann, dass ich im diskurs die jeweilige mehrheitsmeinung eher kritisch betrachte. auch hier. es gibt ja auch in einem forum, dass sich aus unzufriedenheit mit "mainstream" konstituiert, vielleicht einen "mainstream" sui generis.

    faktoren

    Sorry, falsch formuliert. Ihr zählt euch selber nicht zu den Medien und Journalisten dazu, die sich nicht für Arbeitnehmerpolitik interessieren.

    Als journalistisches Arbeitsinteresse wird mir dies bei euch beiden jedoch nicht so deutlich. Was nicht heißen soll, dass es nicht so ist. Ich kann mich nur nicht daran erinnern, ob es überhaupt schonmal ein Interview von dir oder Tilo mit einer Gewerkschaft oder einem Wissenschaftler zu dem Thema gab. Noch spielt es eine große Rolle in den Fragen in der bpk.

    wie gesagt, in der bpk kann es nur als thema angesprochen werden, wenn direkte links zum konkreten regierungshandeln gegeben sind - was allerdings nicht so besonders häufig der fall ist. wenn du die bisherigen ausgaben der hjs verfolgt hast, könntest du gehört haben, dass ich ziemlich häufig nach betriebsräten und anderen formen gewerkschaftlicher tätigkeit gefragt bzw. diese empfohlen habe. mit gewerkschaftsvertretern - bis hin zum dgb-vorsitzenden habe ich interviews geführt. die frage des unterschiedlich hohen organisationsgrads in verschiedenen regionen/ branchen habe ich ebenso auf dem schirm wie die problematik, dass gewerkschaft sich als "besitzstandswahrer" nicht immer leicht tut mit dem eintreten für menschen, die keinen arbeitsplatz haben. gewerkschaften sind in der derzeitigen situation in eigentümlicher doppelrolle von progressiv und konservativ. sehr gut darstellbar z.b. in der energiepolitik. da gehört die igbce traditionell nicht unbedingt zum lager des schnellen umstiegs.

    Du meinst die kurze Unabhängigkeit? Also Katharina die Große hat den Westen der Ukraine mit der Ausnahme von Galizien und den Osten, den Süden (bis damals Bessarabien), also das Gebiet was als Neurussland bezeichnet wird, und die Krim im 18. Jahrhundert in das Russische Reich integriert und hergegeben hat es Moskau von kurzen Phasen abgesehen eigentlich erst in den 1990ern. Die Krim selbst ist natürlich nur formal an die Ukraine übertragen worden, möglicherweise entgegen der sowjetischen Verfassung, weiß nicht ob das abschließend geklärt wurde, auch wenn Russland sie danach als Teil der Ukraine anerkannt hat. Also abgesehen davon, dass die Sowjets die Ukraine in ihrer bestehenden Form geschaffen haben, ihre beiden Teile, Kleinrussland und Neurussland, sind in der Vormoderne erst durch die Russen zusammengeführt worden.



    Na das war hinterher, als sich die Ostukraine auch für unabhängig erklärt hat. Vorher gab es natürlich enge Beziehungen zu Russland und dieses Gebiet war auch in die russische Wirtschaft u.a. die Rüstungsindustrie integriert, aber russische Pässe wurden soweit ich mich entsinne nur auf der Krim verteilt.

    die entwicklung einer "nationalistischen" ukrainischen bewegung begann gegen ende des 19. jahrhunderts. mit dem zusammenbruch des zaristischen rußland beanspruchte die ukraine eigene staatlichkeit und erklärte sich für unabhängig. das wurde in der folge der russischen revolution niedergeschlagen. spätestens seit dieser zeit war die ukraine faktisch gespalten in einen auf eigene nationale identität teil und einen anderen, sich als teil russlands definierenden.

    im grunde die beiden lager, die wir auch heute noch sehen. die historische spaltung wurde nach meiner kenntnis sowohl infolger der auswirkungen des hitler-stalin-pakts als auch nach dem 2. wk durch die "westverschiebung" polens vertieft.

    die unterstützung der ostukraine (oder auch die massive einflußnahme rußlands) war mir von kollegen aus der region schon in den 1990er jahren, und erst recht nach der sog- "orangen" revolution 2004 berichtet worden.

    Mir gehts da ein bisschen besser, insbesondere durch fachkundige Unterstützung im nahen Arbeitsumfeld ;).

    In Abschnitt 1 wurden die polnische Diplo thematisiert, in Abschnitt 2 die deutsche. Um dabei zu bleiben, zur deutschen Diplo wurde der Name des Betreffenden genannt. Den habe ich bewusst weggelassen. Auch wurde der Zuständigkeitsbereich in der Botschaft thematisiert. Das kann man prüfen. Benamen kann man viel, zuordnen und behaupten auch, deswegen mein Adjektiv "angeblich". Das alles ist extrem undiplomatisch - quasi ZeroDiplo.


    Jetzt geht das Gezanke um Teilnahme oder Beobachtung los. Das erinnert mich ein wenig an die Glaubwürdigkeitsschaulauf um die Militärbeobachter der OSZE in der Ukraine ganz zu Beginn des Konfliktes 2014. Das lief für uns damals nicht so gut.

    irre ich mich, oder gehört die rf zu den mitgliedsstaaten der osze und hat als solcher der ukraine-beobachtermission zugestimmt ? was sagt uns das jetzt über die situation bei der beobachtung von navalny-demos in moskau ? und: wenn die (mutmaßliche) begleitende beobachtung einer demo durch einen deutschen diplomaten "extrem undiplomatisch" war - was wäre dann das attribut für diplomatenausweisungen während eines offiziellen besuchs des eu- außenministers ? in welcher weise wäre "extrem" noch in welche dimenson steigerungsfähig ? ;-)

    Die Regierungssprecher werden sich vermutlich genauso äußern, wie du es sagst. Ich kann mich trotzdem spontan an keine Frage in diese Richtung erinnern (auch wenn es die gab), auch nicht wenn es um die eigenen Tarife ging. Und natürlich ist Tarifpolitik immer wieder Gegenstand staatlichen Handelns. Vom Tarifdeckung bis Öffnungsklauseln. Schröder war doch der Bekannteste, der sich immer wieder in die angebliche Tarifautonomie eingemischt hat. Gleiches gilt für Heil,nur im positiven Sinne.

    Mir ging es aber auch weniger um die bpk. Ich war nur verblüfft,wo der Anrufer die Lage der Medien in Bezug auf Tarifverhandlungen und Gewerkschaften treffend analysierte, gleich der große Widerspruch von Tilo und dir kam. Statt dies als Wink zu verstehen.

    welchen widerspruch hast du von tilo oder mir gehört ? ich zumindest habe bestätigt, dass es -auch in bezug auf den konkreten konflikt, über den wir hier sprachen - (zu) wenig berichterstattung gab.

    Ich glaube, die russische Version ist so etwa: Durch die revolutionäre Situation in der Ukraine wurde die Verfassungsordnung des Landes aufgehoben und unter diesen Bedingungen hat die Krim, die sowieso schon einen autonomen Status innerhalb des Landes hatte, ihre Unabhängigkeit erklärt. Was ihre Legitimität nochmal einen Schritt über Kosovo erhebt. Russland ist dann dem Ersuchen dieses neuen Staates auf Vereinigung nachgekommen. Weiß nicht, ob sie argumentieren, dass das völkerrechtliche Subjekt, zu dessen Schutz sich Russland in der Tat vertraglich verpflichtet hat, nach der Revolution nicht mehr existierte, weil sie eine Rechtsnachfolge nicht erkennen. Oder ob sie dieses Detail aussparen, weil sonst ihre ganzen Verträge nichtig wären.

    ja, das narrativ der rf geht in diese richtung. was allerdings nicht die anerkennung der territorialen integrität der ukraine durch die rf in den 90er jahren aufhebt. wer nun ein wenig das 20. jahrhundert zurückgeht, wird erstaunt zur kenntnis nehmen, in welcher weise die ukraine überhaupt zu einer russischen republik wurde. freiwillig geschah das eher nicht...aber das ist wiederum ein thema für sich.

    dass die "revolutionäre situation" in der ukraine auch dadurch befeuert wurde/wird, dass separatische kräfte der ostukraine materiell, finaziell, logistisch, militärisch und politisch in einem ausmass unterstützt wurden, das jede westliche finanzierung der nationalistischen und antirussischen kräfte der ikraine ( die es gab und gibt) bei weitem übertrifft, sollte vielleicht auch nicht ausser acht gelassen werden . ( wie auch nicht die "osterweiterung" der nato, die aus sicht der rf natürlich auch als bedrohung empfunden werden kann. ( wenngleich auch da wiederum es fakt ist, dass diese neuen nato-mitglieder dies deshalb wurden, weil die jeweiligen nationalstaaten es unbedingt wollten.)

    wer sich für die inneren ursachen der gesellschaftlichen. kulturellen, ökonomischen, politischen spaltungen der ukraine interessiert, wird im archiv der "stiftung wissenschaft und politik" fündig, da gibt es eine ganze reihe von analysen, die lange zurückreichen. und wenn nun das argument kommt: "die swp wird von der bundesregierung finanziert". in der tat. das wird sie. bedeutet das automatisch, dass wissenschaftliche analysen von wissenchaftlern dieser institution allein deswegen falsch wären ? nein. bedeutet es nicht. es ist ein guter grund, sich diese analysen sehr kritisch durchzulesen. aber es ist kein grund, die befunde grundsätzlich als unglaubwürdig zu erklären.

    das gilt übrigens auch für die nicht weniger komplizierte historie des ehemaligen jugoslawiens.

    Dass die bombardierung serbiens durch die nato 1999 völkerrechtlich nicht legitimiert war, ist evident. die unabhängikeitserklärung des kosovo knapp 10 jahre später lässt sich allerdings auch nicht monokausal aus den nato- angriffen ableiten. deswegen ist es, bei irgendwelchen vergleichen krim-kosovo schon nötig, die jeweilige politische und historischen komplexität in der analyse zu berücksichtigen und nicht nur das rauszupicken, was gerade passt.

    ich betrachte es als einen vorteil, in bezug auf beide regionen über ganz gute, langjährige kontakte zu verfügen. und zwar nicht nur in ein lager hinein.

    Gibt es eigentlich Mods im Chat, das ist ja teilweise schrecklich. Besonders bei Emma und Christian ist es aufgefallen. Nur weil man sich Hilflos gegenüber den Staat fühlt, heißt es nicht, dass man sich darüber lustig machen kann, bzw. die Leute sogar beleidigen kann. Verstehe nicht, warum man die Anrufer da nicht mehr schützt, gerade weil bestimmte Aussagen über diese Personen jetzt für immer im Internet stehen. Vielleicht sollte man sich überlegen den Chat auszustellen oder zumindest klar darauf hinzuweisen, dass die Anrufer nicht zu beleidigen sind oder ihnen irgendetwas zu unterstellen und sonst halt gebannt wird... Die Anrufer muss man besser schützen, das ist mir bei dieser Episode sehr klar geworden.


    Hans hat natürlich souverän und unterhaltsam mit jedem geredet, guter Job.


    Kleiner Nachtrag: Tilo und Hans interessieren sich für Tarifverträge und Gewerkschaften. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht an ein Interview bezüglich dieses Themas erinnern, noch an eine Frage in der BPK (weder im Bezug auf Wissenschaftler, noch auf Praktiker). Im Aufwachenpodcast hat das vielleicht mal am Rand eine Rolle gespielt, als wirkliches Topthema habe ich es aber auch nicht im Kopf.

    ihm rahmen der bpk wurden schon immer mal wieder, wenn es sich von den ereignissen her anbot, fragen zu tarifverträgen gestellt. die werden allerdings ausgehandelt zwischen gewerkschaften und unternehmerorganisationen, also den "tarifpartnern", die mitnichten teil des regierungsapparates sind, und ihr tun damit auch nicht zum regierungshandeln gehört, über das die sprecher der ministerien befragt werden können. deswegen werden solche fragen auch regelmäßig beantwortet mit dem satz: "diese frage fällt in die tarifautonomie und das handeln der tarifpartner, dass wir als regierungsvertreter nicht kommentieren."

    wegen dieser "versuchsanordnung" besteht nur dann eine chance, mehr herauszubekommen, wenn z.b. die regierung selbst als arbeitgeber auftritt. falls es da zweifel gibt, ob man leute unterhalb des tarifs beschäftigt, ist ein valider fragepunkt. sonst eher weniger.