Die meisten hier stimmen dir ja auch zu, das Dogru Teil eines Propagandanetzwerks war.
Das ist schlicht keine Ansichtssache. it's a fact.
Und trotzdem rechtfertigt das in keiner Weise die Sanktionen. Das habe ich mehrfach deutlich gemacht.
Die meisten hier stimmen dir ja auch zu, das Dogru Teil eines Propagandanetzwerks war.
Das ist schlicht keine Ansichtssache. it's a fact.
Und trotzdem rechtfertigt das in keiner Weise die Sanktionen. Das habe ich mehrfach deutlich gemacht.
Junge, ich glaube, du liest aus meiner Position etwas heraus, das ich gar nicht behaupte. Ich sage nicht, dass institutionelle Einbettung irrelevant ist. Ich sage nur, dass sie nicht automatisch jede Integrität auslöscht.
Wenn ihr von Springer gekauft würdet und am nächsten Tag dieselben Interviews mit denselben Fragen führen würdet, dann würde ich nicht plötzlich behaupten, ihr hättet über Nacht jede journalistische Integrität verloren und betreibt nun ausschließlich Propaganda. Ich würde sagen, dass das ein massiver Interessenkonflikt zu eurer vorherigen "Haltung" ist und ein guter Grund, vielleicht noch ein bissi genauer hinzuschauen. Genau hinschauen sollte man aber grundsätzlich. Zwischen „völlig unproblematisch“ und „Propaganda“ gibt es eben noch etwas.
Wäre unser Journalismus genauso frei wie heute, wenn Axel Springer Jung & Naiv kauft?
Hohli so: Wer weiß! Da müsste man dann genau hinschauen.
Grotesk.
Genau so ist das.
Deshalb kann es aber auch durchaus sein, dass Dogru aus seiner Sicht überhaupt keine Propaganda macht, auch wenn der russische Staat seine Plattform (und viele andere) zu Propgandazwecken unterstützt.
Und daher ist dieses Bestehen auf der moralischen Ver- oder Be-urteilung des so instrumentalisierten Journalisten, ohne jegliches Interesse an den eigentlichen Inhalten seiner journalistischen Arbeit, keinem echten Erkenntnisgewinn dienlich, sondern allenfalls der Selbstvergewisserung des Urteilenden darüber, dass er selbst dabei moralisch auf der richtigen Seite steht.
Ja, wir stehen mit unserer Arbeit auf der moralisch richtigen Seite. Wir arbeiten und agieren so, wie wir uns das von anderen wünschen. Es ist essenziell das herauszustellen und die Unterschiede zu anderen Journalismusstrukturen deutlich zu machen. Es ist essenziell besser und schlechter aufzuzeigen - damit es hoffentlich irgendwann alle besser machen. Nur so kann es im Fortschritt im Journalismus geben.
Wer sich besseren Journalismus wünscht, kann die Moral nicht beiseite schieben.
Ich selbst würde in seiner Situation wohl jede Möglichkeit nutzen, mich ungefragt von der russischen Politik zu distanzieren. Habe ich jetzt nicht so rausgehört. Deswegen das Interesse.
Du kannst dich noch sehr von "der russischen Politik distanzieren", wenn du von eben diesem Machtapparat Kohle bekommst und eben dieser deinen Laden besitzt und kontrolliert. Als angeblicher Antiimperalist für einen imperialisten Staat arbeiten, ist absurd.
Da du hier nahezu ausschließlich moralisch argumentierst, ist es mir ehrlich gesagt ziemlich egal, für wie links oder integer du mich hältst.
Mich überzeugt diese Vorstellung nicht, man könne Integrität allein aus institutionellen Zugehörigkeiten ableiten. Menschen übernehmen Haltungen oft weit über die Grenzen ihres konkreten Arbeitsverhältnisses hinaus. Ich erinnere nur an Hans J., der die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Umfelds noch teilweise zu verteidigen versuchte, als Palis an Grenzzäunen von Israelis ermordet wurden. Und das, obwohl er diesem Netzwerk zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr angehörte. Für wen wurde da gearbeitet? Welche Loyalität war da wirksam?
Vielleicht verläuft die entscheidende Grenzlinie eben nicht zwischen den "richtigen" und "falschen" Institutionen, sondern eher im Kopf als im Arbeitsvertrag. Wir alle, auch die crowdgefundeten, echtfreien Journalisten, bewegen uns innerhalb bestimmter Selbstverständlichkeiten darüber, was als sagbar gilt. Deshalb wäre ich mit Integritätsurteilen etwas vorsichtiger und mit der Gewissheit, die eigenen Verstrickungen seien grundsätzlich anderer Natur als die der anderen..
Nach der Logik könnte sich Jung & Naiv von Axel Springer kaufen lassen und ich euch dann versichern, dass wir absolut frei und ohne Vorgaben senden und berichten können. An unserer journalistischen Integrität würde das nichts ändern!!11
Bekloppt. Einfach bekloppt.
Es gibt nur unterschiedliche Formen von Loyalitäten und Erwartungsdruck, gepaart mit kapitalistisch ökonomischer Notwendigkeit. Ich schätze Hüseyin hat klargemacht, dass man sich mit wenig finanziellen Mitteln in unserer Gesellschaft zwangsläufig sehr schnell in Abhängigkeiten hineinmanövriertin - als bekennender Marxist attestiere ich ihm das einfach mal. Inwiefern man deshalb an seiner tatsächlich politischen Integrität zweifeln darf, das bleibt leider etwas offen. Inzwischen solltest du festgestellt haben, dass diese reine Kontaktschuld hier größtenteils nicht zieht und auch offengestanden sollte das auch dir klar sein.
Aus Teil des russischen Propagandanetzwerks zu sein als "Kontaktschuld" zu verniedlichen, ist grotesk.
Als bekennender Linker für eine imperialistische, rechte Regierung zu arbeiten und hier dann von angeblich anderen Linken dafür verteidigt zu werden, ist noch grotesker.
Ich zweifle nicht nur an Dogrus Integrität, sondern auch an eurer.
Ein paar Einordnungen von Hüseyin Doğru, was er denn momentan von der Russischen Regierung und dem Ukraine Krieg hält, hätten es perfekt gemacht. (Vielleicht habe ich den Teil aber einfach nur überhört)
Seine Haltung dazu ist doch zweitrangig. Who cares?
Vorrangig: Wie kann man sich als "freier Journalist" verstehen, wenn man in einem staatlichen Propagandanetzwerk ist?
Allein die Einladung von Hüseyin Doğru und die Thematisierung des Unrechts verdient Respekt.
Bedauerlich allerdings, dass sich Tilo so wenig mit dem Inhalt der Publikationen seines Gastes beschäftigt hat.
1) alle Redfish-Seiten wurden gelöscht. Website, Socials etc. Web-Archive hat fast nix
2) es ging nicht um die Inhalte von Dogru. er kann und konnte berichten, was er will, wie er will. das habe ich mehrfach (!) gesagt.
Es ging ums Strukturelle: Er war glasklar Teil des RT-Netzwerks mit Redfish. Die Frage ist: War er es mit der Nachfolgeplattform "Red" weiterhin?
Alles anzeigenDa Tilo ja so penetrant darauf insistiert, dass Dogru sich schon alleine dadurch zum Kreml-Propagandisten gemacht habe, dass seine Plattform über Ruptly vom russischen Staat finanziert wurde, obwohl Dogru mehrfach versichert, dass die Russen ihm keine Vorgaben dazu gemacht hätten, was und wie er zu berichten habe, sei mal erwähnt, dass der tatsächliche deutsche Staatsfunk Deutsche Welle in seinem überwiegend englischsprachigen Programm bisweilen deutlich besseren Journalismus macht, als die unabhängigen und per freiwilliger Selbstkontrolle staatstragenden öffentlich rechtlichen Medien in Deutschland - insbesondere wenn es um Fragen der deutschen Staatsräson geht.
Zu sagen, man habe sich Ruptly und RT gespart und es sich nie angesehen, weil es eben russische Propaganda war, mag vielleicht der Festigung der eigenen haltungsjournalistischen Moralität und der Reinhaltung des eigenen, offenbar sehr verwundbaren inneren Denkraumes von gefährlichem Desinformationsgift dienlich sein, aber es macht den Haltungsjournalisten nicht gerade zum Experten dafür, was russische Propaganda ist und was nicht.
Im Übrigen haben auch andere ehemals von den Russen finanzierte JournalistInnen bekundet, dass sie dabei inhaltlich weitgehend freie Hand hatten. Abby Martin - der man bestimmt einiges an unjournalistischem Aktivismus vorhalten kann, aber sicher nicht, dass sie mit dem rechtsnational-neoliberalen Mafiakapitalismus konform geht, den Wladimir Putin und seine Gang in Russland betreiben - war zum Beispiel sogar direkt bei RT International angestellt und durfte da ihre regelmäßige Sendung laut eigener Aussage auch ohne redaktionelle Vorgaben machen. Sie hat sogar 2014 direkt in der RT-Sendung vor laufenden Kameras die Annexion der Krim kritisiert, und ist dann erst 2015 da ausgestiegen, als der Sender sie zur Berichterstattung in die Ukraine schicken wollten.
Natürlich sucht sich die russische Propagandamaschine dafür Leute aus, die ohnehin schon kritisch gegenüber dem freien Westen und seiner Außen- und Sicherheitspolitik eingestellt sind, und man erhofft sich davon in Moskau sicher, mehr Unruhe und Widerspruch beim westlichen Publikum zu stiften.
Aber wenn einem die Kritik nicht passt, sollte man sie - ganz besonders als jemand der sich immer wieder auf journalistische Sorgfaltspflicht beruft - vielleicht erst mal am konkreten Inhalt kritisieren, und nicht den Kritiker (und seine sämtlichen freien MitarbeiterInnen) per guilt by association von vorne herein so diskreditieren, dass sich niemand mehr mit seinen Inhalten beschäftigen will. Denn letzteres ist schliesslich der Sinn und Zweck der ganzen extralegalen Sanktionspraxis.
Ich bezog mich auf RT Deutsch. Kein Vergleich zu RT (englische Variante).
baxbear dazu sei allerdings gesagt: eine Pressekonferenz ist auch was anderes als eine Interviewsituation.
Ob und wie viel Propaganda Dogru selbst gemacht hat, ist auch gar nicht der springende Punkt. Sondern dass er glasklar mit Redfish Teil des russischen Auslandspropagandanetzwerks war und danach mit "Red" angeblich nicht mehr. Ich konnte lediglich die Indizien anführen, die daran zweifeln lassen.
So oder so ist die staatliche Repression ein Unding.
Wer ist denn jetzt eigentlich Hüseyins Frau? Ich hatte in der bisherigen Berichterstattung noch nie einen Namen gelesen oder dass sie auch irgendwie eine bekannte Journalistin ist.
Herr Polenz
war schon
Donnerstag, 4. Juni, ab 15 Uhr LIVE
Zu Gast im Studio: Journalist Hüseyin Doğru. Er wurde als Gründer und Betreiber der Website Red (auch Red Media) bekannt. Im Mai 2025 wurden Doğru und AFA Medya vom Rat der Europäischen Union sanktioniert. Der Rat begründete die Listung damit, Doğru sei Gründer und Vertreter von AFA Medya, die Red betreibe. Red habe nach Darstellung des Rates enge finanzielle und organisatorische Verbindungen zu Akteuren russischer Staatspropaganda und verbreite falsche Informationen, um ethnische, politische und religiöse Zwietracht zu säen. Doğru und Red wiesen diese Vorwürfe zurück.
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Mittwoch, 3. Juni, ab 13 Uhr LIVE
Zu Gast im Studio: Kimberlé Crenshaw, US-amerikanische Juristin, Bürgerrechtsaktivistin und Mitbegründerin der Critical Race Theory. Crenshaw ist Professorin an der University of California, Los Angeles, und der Columbia University. Ihre Spezialgebiete sind institutionalisierter Rassismus im US-amerikanischen Recht und feministische Rechtstheorie. Sie prägte den Begriff Intersektionalität. Crenshaw ist Mitgründerin des African-American Policy Forum und Präsidentin des Center for Intersectional Justice.
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Zu Gast im Studio: Philosoph Tilo Wesche. Er ist Professor für Praktische Philosophie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Kritische Theorie, Eigentumstheorie und Nachhaltigkeit.
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Zu Gast im Studio: Christina Morina, Historiker und seit 2019 Professorin für Geschichte an der Universität Bielefeld. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte und Nachgeschichte des Zweiten Weltkriegs, die Rolle von „Bystandern“ im Holocaust, Fragen des kollektiven Gedächtnisses und der Geschichtspolitik, die politische Kulturgeschichte des geteilten Deutschlands, DDR- bzw. ostdeutsche Geschichte seit 1989, der Aufstieg des Rechtspopulismus sowie die Historiografiegeschichte. Im Mai 2026 erschien ihr neues Buch "Das amerikanische Beben - Erfahrungen und Konsequenzen für die deutsche Demokratie" im Siedler-Verlag.
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Zu Gast im Studio: Constanze Kurz, Informatikerin, Sachbuchautorin und Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC).
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keine Revolution dieses Jahr.
Was heißt denn Impulskontrolle? Ist halt ein Thema, was !mich! schon triggert, weil es aus meiner Sicht essentiell ist für weitere Schlussfolgerungen, ist, aber natürlich hast du recht mit "pick your battles" und in Anbetracht der Zeit macht es Sinn.
War vermutlich doch gut, dass an der Stelle nicht aufzumachen.
aus meiner Sicht war bei dem Thema der wichtigste Aspekt die Mitverantwortung der Grünen. Accountability.
alles andere kann man auch andermal besprechen, diskutieren. aber wenn der Grünenchef da ist, ist das das Relevanteste.