Beiträge von Utan

    Hätte in den Kriegthread gepasst, hätte auch in den Regierungsthread gepasst. Die Vibes sind aber Stammtischesque - im positiven Sinne.


    (mit Zeitmarke)


    "Die haben alle die Eier jetzt zu klatschen, aber wenn eine Bombe auf Berlin fällt stehen die vorm Bunker und klopfen: 'Lass mich rein. ich bin Pazifist!'"


    So ist das.


    Leider.

    Tatsächlich finde ich die Frage durchaus interessant, warum Atomwaffen nicht eingesetzt werden.

    Das hatten wir doch alles schonmal. Warum muss man den selben Leuten immer alles fünfmal erklären?


    Es geht doch gar nicht darum, ob eine Seite tatsächlich mit Absicht einen globalen Atomkrieg vom Zaun bricht, sondern darum, dass das ganze System der gegenseitigen Abschreckung schon im kalten Krieg sehr fragil war, und mehrfach beinahe aus Versehen auf den Knopf gedrückt wurde, weil eine Seite irrtümlicher Weise annahm die andere Seite hätte zum Erstschlag angesetzt.


    List of nuclear close calls


    Im Gegensatz zu heute haben sich die beiden Machtblöcke damals aber hinter der ganzen Propaganda immerhin noch gegenseitig grundsätzlich zugetraut, sich an Abmachungen zu halten und wie vernunftbegabte Menschen zu denken, und man hat den Sowjets bei aller propagierten Kommunistenfresserei auch nicht unterstellt, sie wollten Europa wegen irgendwelcher "Werte" Vernichten.


    Vor allem hat man die diplomatischen Verbindungen und die ökonomischen Geschäfte, die es auch mit dem Ostblock gab, nie so dermaßen auf Eis gelegt, wie das heute zwischen den USA plus Verbündeten und Russland der Fall ist.


    So perfide kann nur der Russe sein.

    Wo du es sagst, diese ganze Diskussion über die historische Dimension hat aber schon seit längerem nachgelassen, oder?

    Aber nur weil man sich jeglicher eingehenderer Beschäftigung damit dadurch entledigt hat, dass es jetzt einfach als allgemein anerkanntes Faktum postuliert wird, Putin spreche der Ukraine das Existenzrecht ab und wolle ihre Freiheitliche kultutelle Tradition mit einem "Vernichtungskrieg" gegen die zivile Bevölkerung auslöschen - so wie damals Stalin mit dem "Genozid" des Holodomor und später Hitler mit der SS.


    Das werden wir morgen sicher auch wieder von seiner Exzellenz, dem Botschafter der Freiheit wie warme Leberwurst aufs Brot geschmiert bekommen.

    An der Stelle meint sie allerdings nicht die Historie, sondern das Narrativ, das Russland verbreiten will.


    Ja schon, aber Putin redet bei der Verbreitung seines eigenen Propaganda-Narrativs doch selbst ständig von Geschichte im Sinne von "Historie". Da ist sicher viel Unsinn dabei, aber alleine der Umstand dass er es tut wird im Westen halt nur dann beachtet, wenn sich das Gesagte oder Geschriebene irgendwie zum Nachweis seines stalinistischen Hitlertums umdeuten lässt.

    Endlich - Star Trek wird Realität! Fully automated gay luxury communism!

    DS9's Take on Homelessness is All Too Real

    "Past Tense, Parts I & II" has some important lessons for both Americans and their president.


    Rumors have begun circulating that the Trump administration plans on “solving” the homelessness problem on the West Coast by rounding up unhoused people and placing them in camps. Administration officials have been seen scoping out FAA facilities outside of Los Angeles for the purpose.

    “The people of San Francisco are fed up, and the people of Los Angeles are fed up,” President Trump said. “We’re looking at it, and we’ll be doing something about it.”[...]

    In the Season 3 two-parter, Sisko, Bashir, and Dax have one of those classic transporter accidents that befall the cast once a season or so. This one kicks them to the year 2024 - which was centuries in the past for our intrepid crew, and 30 years in the future for us watching at home.

    In this imagined 2024, San Francisco seems to be made up entirely of the unhoused and tech billionaires, France is being rocked by student protests, and everyone uses their computer to watch TV — predictions that were all clearly way off. Caught out in the street without ID, the men of color in the group, Sisko and Bashir, are immediately corralled into Sanctuary District A, while Dax (who is a pretty white woman) gets whisked away to the upper echelons of San Francisco high-society and tries to search for them.[...]


    Ja, ja. Der Artikel ist jetzt nicht gerade besonders radikal systemkritisch mit seiner Behauptung, dass alle nur ein bisschen empathischer sein müssten, um die Welt zu verbessern - und außerdem von 2019 als man Trump noch für die solzialdarwinistische US-Sozialpolizik verantwortlich machen konnte. Allerdings hatte die homelessness crisis bereits so richtig Fahrt aufgenommen, nachdem Obama es nach der Finanzkrise 2008 vorzog, den Banken die sich mit geplatzen Hypothekenkrediten verspekuliert hatten mit Zentralbankgeld aus der Patsche zu helfen, anstatt hunderttausende von Leuten die ihre Kredite nicht mehr bezahlen konnten vor der Zwangsräumung zu schützen. Unter Biden hat sich das Problem auch nochmal massiv verschärft.


    Aber sie haben ja noch 2 Jahre Zeit bis 2024, um das Problem mit der massenhaften Obdachlosigkeit in den Griff zu bekommen, bevor Trump dann nach seiner Wiederwahl alte DS9-Folgen Realität werden lässt...


    Jaaaa, NATO-Norbert.


    Und damit wir uns an Kriegsverbrechen nicht gewöhnen, muss der Krieg unbedingt noch so ungefähr ein paar Monate oder Jahre lang bis zum letzten Ukrainer weiter geführt werden.

    Also ich kann einfach nicht, wenn einer daneben steht.


    What? It's easy. Just pull him out, spread your wings and let it flow!


    Nein wirklich, Boris. Ich muss mich da ernsthaft konzentrieren.


    You really should start drinking and sniffing coke. It is utterly liberating.


    Ich bleibe lieber bei meinen Tabletten.


    Why bother and keep up the facade? Nobody likes you anyway. Just like myself. i don't feel ashamed about anything anymore. look I just peed on my pants a little. Fucking hilarious isn't it?

    Verstehe nicht, warum die Metapher des Selbstgesprächs verwendet wird. Passt hier eigentlich nicht, offenbart aber möglicherweise eine Haltung. Wenn ich mit der anderen Seite spreche (in Russland und einigen anderen Staaten deutlich stärker gefiltert als in anderen Teilen der Welt), sie aber nicht von meiner Sicht überzeugen kann, dann ist das kein Selbstgespräch - außer vielleicht ich höre nicht zu.

    Ich fand die Metapher eigentlich ganz gut.


    Wenn ich mir angucke, wie das deutsche Qualitätsfernsehen, unsere Werteleitmedien, und der von ihnen "informierte" twitter-mob über den Krieg "diskutieren", dann sieht das für mich nach einer astreinen, geradezu mustergültigen Echokammer aus, in der sich lauter gefühlt Gleichgesinnte gegenseitig versichern, dass sie einander gleich gesinnt sind und das an ihrem Konsens darüber festmachen, dass man mit den anderen - den nicht-Gleichgesinnten - nicht diskutieren oder gar verhandeln könne, und das auch tunlichst gar nicht erst versuchen sollte, weil sie alle dem Russenhitler huldigen - und der lügt ja bekanntlich wenn er nur den Mund aufmacht.


    Da wird also - jedenfalls im öffentlich wahrnehmbaren "Diskurs", vom Alltagsgespräch über den Gartenzaun bis zu den Verlautbarungen der höchsten Regierungsebene - zwar sehr viel miteinander und mit der eigenen Bevölkerung über den Barbarenführer Putin und sein kulturloses, unzivilisiertes Volk geredet (und dabei auch noch wüst spekuliert), aber so gut wie gar nicht mit ihm, oder seinen UntertanInnen (es sei denn sie hätten rechtzeitig proaktiv und öffentlich dem Russentum und dem Putinismus abgeschworen und sich in ausreichender Selbstgeißelung für ihre zweifelhafte ethnische Herkunft geübt.)


    "Selbstgespräch" der bürgerlich-westlichen Bubble mit sich selbst, innerhalb der eigenen, mit intellektuellem NATO-Draht gegen blasenfremde Unterwanderung befestigten, geistigen Umzäunung erscheint mir daher durchaus ein passender Ausdruck zu sein - unbenommen der Tatsache, dass Gaub natürlich selbst mit hinter dem Zaun sitzt, wenn auch vielleicht auf einem der ideologischen Wachtürme, von wo aus man etwas weiter über den Horizont gucken kann..


    Immer wenn sie sowas sagt wie "wir verstehen Russlands Geschichte nicht", frage ich mich, ob sie über die Öffentlichkeit spricht oder ob sie sich da selbst mit einschließt.

    Selbsverständlich ist dieses "Wir" das selbe "Wir" das auch PolitikerInnen verwenden, wenn sie "uns" klar machen, dass sie - genau wie Putin in seinen Propagandareden an das russische Volk - am allerbesten wissen, was für "uns" das Beste ist (jedenfalls so lange keine Wahl bevorsteht und die Umfragewerte nicht abschmieren).

    Sie ist schliesslich staatstragende Politikwissenschaftlerin an einem von der EU - also staatlich - finanzierten Institut, deren Aufgabe es ist, den Staatsbürger*innen zu erklären innerhalb welches noch akzeptablen Meinungsspektrums sie sich zu positionieren haben, und keine Populistin =O, die dem Pöbel nach dem Maul redet, um sich mit seinen niederen Beweggründen (z.B. Heizung, bezahlbare Lebenshaltungskosten) gemein zu machen.


    Ich fand es nur interessant, dass sie die (für jeden, der sich ein bisschen außerhalb der üblichen Konsensmanufaktur zu dem Thema belesen hat) eigentlich banale Erkenntnis hier - in der in dieser Frage leider nahezu komplett auf Tarngrün lackierten taz - so relativ offen ausspricht, dass der kollektive globale Westen sich einen Dreck um russische Geschichte schert, weil russische Geschichte im allgemeinen, wertewestlichen mainstream-"Narrativ" spätestens seit 2014 im Prinzip nur noch aus Stalin und Putin besteht (jetzt auch identisch mit Hilter).


    Wahrscheinlich lag's daran, dass Welzer das Interview geführt hat - der gilt ja auch schon fast als gefährlicher Dissident mit seiner doch eher handzahmen, systemkonformen Kritik an den Waffenlieferungen.

    Der Gewalt, die europäische Länder neben Russland außerhalb Europas ausüben, scheint sie sich ganz allgemein nicht bewusst zu sein, wenn sie das in den Gegensatz hineinnimmt. Ich meine, was ist mit zwei Dekaden Afghanistan-Krieg?

    Ja aber das war doch kein Krieg, sondern eine Friedensmission. Der Obrist Klein wurde ja nicht umsonst mittlerweile in den Generalsrang befördert, weil er damals den Frieden sicherte, indem er mithilfe amerikanischer Luftunterstützung verhinderte, dass gefährliche Teroristen einen Lastwagen stehlen. Genau wie die Bundeswehr in Mali keinen Krieg führt, sondern den malischen Behörden bei der Terrorbekämpfung zur Seite steht, oder Barack Obama und Hillary Clinton in Libyen nur deshalb Brücken nicht bombardieren ließen, weil die Luftangriffe lediglich dazu dienten, der freiheitlich gesinnten libyschen Bevölkerung beim Sturz ihres Gewaltherrschers behilflich zu sein.


    Wie gesagt, ich wollte Florence Gaub ganz sicher nicht als radikale Kritikerin des westlichen Imperialismus darstellen. Aber es scheint sich zumindest anzudeuten, dass die Grenzen des Gartenzaunes zumindest im akademischen Diskurs gerade ein bisschen ausgeweitet werden.


    (Wahrscheinlich habe ich das Interview aber auch deshalb gepostet, weil ich damals selbst so empört auf ihre Einlassungen zur russischen Todes-Kultur reagiert und das als völkischen Rassismus im ZDF gebrandmarkt habe, und sie das jetzt aus meiner Sicht tatsächlich ganz gut relativiert hat.)

    Aus der demnächst rasant personnel aufgestockten Reservearmee am Arbeitsmarkt lässt sich mit entsprechendem Leidensdruck als Anreiz sicher auch mehr Nachwuchs zum bewaffneten Dienst für die Freiheit motivieren.


    Funktioniert in den USA ja auch relativ gut.

    Die haben das echt gespendet?

    Das glaubst Du doch selbst nicht.


    Halb Osteuropa hat hier nebenbei endlich mal den alten Sowjet-krempel ohne irgendwelche Entsorgungsformalitäten, Umweltschutz und sonstige Bürokratie nach Osten verklappt und dafür sicher in diversen nicht so öffentlich breit getretenen Ringtäuschen nagelneuen Scheiss aus USA und Westeuropa versprochen bekommen.


    Man muss Frau Hayali immerhin zugestehen, dass sie ihm nicht jede Plattitüde unwidersprochen durchgehen lässt.


    Wenn es sogar schon im (Vor-der-täglichen-Lohnarbeit-noch-einen-Satz-Gute-Laune-vorgeheuchelt-bekommen-Fernsehen) MOMA zu unkontrollierten kritischen Nachfragen kommt, dann wackelt das Narrativ vielleicht wirklich ein bisschen.