Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt


  • Das haben wir ideologisch schon besser gesehen von dir, da war ja kaum Kapitalistenschimpfe drin!

    Vielleicht kann man dan noch einen ausbeuterischen Pausenverkauf einbauen?

    Der Vladi kann in dem Bild sogar auf einer Brust im Pausenhof sitzen und im Lehrerzimmer die Gabel des Telefons feste runter drücken... Metaphern haben Grenzen.

    Ansonsten, wenigstens witzig.

  • Niveaumäßig etwas höher angesiedeltes, aber vermutlich mit einer kindgerechten Gut/Böse Schablone im Hirn nicht lesbares Interview mit einer ukrainischen Journalistin in welchem unter anderem auch etwas ausführlicher erklärt wird, wie der Usi den Waldi dazu angestiftet hat, dem Vladi die Zunge heraus zu strecken (leider im Assadisten- und Putinistenmedium The Grayzone erschienen, also nach den Maßstäben eines pubertären und tribalistischendeutschen Verständnisses von wertebasierter Außenpolitik kein valider Diskussionsbeitrag) - Extra für Hauptfeldwebel Marner auch inklusive Neoliberalismuskritik ideologischer Kapitalistenschimpfe:

    The real Zelensky: from celebrity populist to unpopular Pinochet-style neoliberal

    Ukrainian academic Olga Baysha details Volodymyr Zelensky’s embrace of widely loathed neoliberal policies, his repression of rivals, and how his actions fueled the current war with Russia.


    (Medienkompetenzhinweis: Das Interview ist recht lang. Das Zitat gibt nur einen Teil der dort angesprochenen Argumente wieder. Bitte ganz lesen, bevor dem wertebasierten Beißreflex freier Lauf gelassen wird.)


    Im Grunde sagt Frau Baysha, dass Zelenskyj nach dem Willen seiner transatlantischen "Freunde" und Geschäftspartner in der Ukraine eigentlich genau das durchsetzen solle, was man schon in den 90er Jahren in Russland durchziehen wollte - und damit überhaupt erst den kometenhaften Aufstieg Vladimir Putins ermöglichte - nämlich: knallharte neoliberale Reformen und Privatisierungen nach der Art dessen was Naomi Klein in ihrem gleichnamigen Buch als eine "shock doctrine" bezeichnet hat, bei der die Notlage einer desolaten Volkswirtschaft von neoliberalen Ideologen dazu ausgenutzt wird, die politische Führung zu äußerst unpopulären "Liberalisierungen" essenzieller Märkte zu nötigen die unter anderen Umständen in halbwegs demokratischen Gesellschaften nicht durchzusetzen wären.


    In der Ukraine kam dann noch hinzu, dass man der Bevölkerung diese neue "Freiheit" - für deren Verteidigung sie sich jetzt nach westlicher lesart so heldenmutig als eingeschworene Volksgemeinschaft den russischen Barbarenhorden entgegen stellt - als Kampf gegen den drohenden russischen Imperialismus verkaufen konnte, und dabei gleichzeitig einen neuen radikalen Nationalismus befördert hat, der den ehemals zumindest im Osten des Lande eher multiethnischen Charakter der ukrainischen Gesellschaft auf eine gemeinsame völkische Linie bringen sollte. Dabei habe Zelenskyi auch Dekrete gegen Oppositionelle erlassen, die der Ukrainischen Verfassung widersprachen.

    Im Prinzip wäre der putzige kleine Waldi also auch nur eine Schmalspurversion des schrecklichen großen Vladi, die sich etwas mehr Mühe dabei geben muss, die autoritäre Durchsetzung von Profitinteressen zugunsten des globalen Kapitals nicht allzu offensichtlich zu gestalten wie der russssche Oligarchenhäuptling, der im Westen ohnehin schon als Ausgeburt der Hölle gilt, damit das den westlichen Wertepolitiker*innen nicht gar so unangenehm auffällt.


    Ob das alles wirklich genau so war, kann ich natürlich auch nicht beurteilen, und The Grayzone ist leider in der Tat nur mit Vorsicht zu genießen. Aber vieles von dem was Olga Baysha in diesem Interview sagt, konnte man auch in Artikeln westlicher Qualitätsmedien aus der Zeit vor der intellektuellen Generalmobilmachung gegen den Russenhitler nachlesen.

  • https://tass.com/economy/1445713


    Zitat

    MOSCOW, April 29. /TASS/. Western nations have actually stolen more than 300 billion US dollars from Russia when they seized the money meant to pay for Russian gas, Russian Foreign Minister Sergey Lavrov said in an interview with Al Arabiya TV on Friday.


    "The contracts that were signed before this situation provided for payments in dollars and euros. These payments were transferred directly to Gazprom accounts and were kept in Western banks. When aster the beginning of the special military operation in Ukraine our Western ‘friends’ stole more than 300 billion dollars from us, as a matter of fact, they stole what they have paid for gas. In other words, they have been using our gas for free for all these years," he said.


    So eine richtige Erklärung für die Rubelzahlung ist das meines Erachtens dennoch nicht, da mit dem Einsetzen der Sanktionen Gazprom verlangt haben dürfte, dass die Bezahlung auf ein Konto unter russischer Kontrolle erfolgt. Sonst hätten sie das Geld ja auch nicht bei der Zentralbank umtauschen können, so wie sie zunächst erstmal angewiesen wurden.


    Das mit den 300 Milliarden irritiert mich auch ein wenig, weil das nach der Höhe der Währungsreserven im westlichen Finanzsystem klingt, aber ich würde nicht denken, dass Gazprom-Konten darunter fallen.

  • Dieses Video zeigt eine Konfrontation zwischen Selenskyj und einem rechten Kämpfer, Denis Jantar, in einer Ortschaft an der Front im Donbass 2019. Der Kontext ist, dass Jantar von Selenskyj angewiesen wird Waffen, die die Kämpfer nicht besitzen dürfen, abzugeben. Man kann an dem Austausch erkennen, dass Selenskyj versucht Autorität zu demonstrieren, aber nicht für voll genommen wird:


    https://twitter.com/DenisRogatyuk/status/1510419008457039874



    Das Video ist ein Ausschnitt aus diesem längeren Bericht über Selenskyjs Besuch an der Front:


    https://www.facebook.com/zelenskiy95/videos/2365247017058994


    Mehr Hintergrund gibt es in diesem Artikel: https://www.kyivpost.com/ukrai…donbas-disengagement.html


    Zu Jantar: "heads the National Corps, a political offshoot of the far-right Azov volunteer battalion, in Mykolaiv city".


    Ich glaube, es ist sehr repräsentativ dafür, warum Selenskyj auf den konfrontativen Kurs eingeschwenkt ist und zeigt damit, welchen großen Einfluss die rechten ukrainischen Gruppierungen in dieser Frage hatten.

  • The real Zelensky: from celebrity populist to unpopular Pinochet-style neoliberal


    Ukrainian academic Olga Baysha details Volodymyr Zelensky’s embrace of widely loathed neoliberal policies, his repression of rivals, and how his actions fueled the current war with Russia.


    Seit diesem Twitter-Beitrag:


    https://twitter.com/Podolyak_M/status/1505191131893673984



    Gerade auch wegen der Formulierungen wie "civilized countries' coalition", "sit at the table as equals" finde ich erstaunlich herablassend für so ein kleines Land.


    ist mir immer wieder aufgefallen, wie sehr dieser Zivilisationsdiskurs in der Ukraine eine Rolle spielt. Und laut diesem Interview scheint das schon vor dreißig Jahren eine Rolle gespielt zu haben, wenn die Haltung im Mediensystem Anfang der Neunziger so beschrieben wird:


    Zitat

    [...] In our eyes, the latter were “retrograde”: they did not understand what civilization was about. We saw [our]selves as a revolutionary vanguard and chosen progressive reformers. It is we—media workers—who created a favorable environment for Ukraine’s neoliberalization, presented as westernization and civilization, [...]


    Wie dominant er ist, sieht man auch daran wie oft Verweise darauf in dem Interview vorkommen:


    Zitat

    The Maidan revolution of 2014, which many people in the southeast did not support, transformed these people into “slaves,” “sovki” and “vatniki”—derogatory terms to denote their backwardness and barbarism.

    Zitat

    Zelensky’s election promises, made on the fringes of the virtual and the real, were predominantly about Ukraine’s “progress,” understood as “modernization,” “Westernization,” “civilization,” and “normalization.”

    Zitat

    By liberals, the Association Agreement with the European Union, advocated by the Maidan, was seen predominantly in terms of democratization, modernization, and civilization—it was imagined as a means of bringing Ukraine up to European standards of government. In contrast, the Eurasian Economic Union, led by Russia, was associated with civilizational regression to Soviet statism and Asian despotism.

    Zitat

    Framing the issue of the current war in terms of a fight of civilization against barbarism or democracy against autocracy is nothing else but manipulation, and this is essential for understanding the situation. Bush’s formula “you are either with us or with terrorists,” propagated by Zelensky in his appeals to the “civilized world,” has turned out to be very convenient in terms of avoiding personal responsibility for the ongoing disaster.


    Es ist wohl auch so, dass die rassistische Komponente des ukrainischen Nationalismus die Russen als rückständiger weil asiatischer abwertet. Mit anderen Worten es ist die alte Rechtfertigung des europäischen Kolonialismus und so ergibt auch der aus meiner Sicht freche Twitter-Beitrag Sinn.

  • Übrigens diese Bemerkung:


    Zitat

    The outcomes of these developments are unclear so far as it is unclear how the war will end. If the southeastern regions remain in Ukraine, the ruination of everything resisting aggressive nationalism will most likely be completed. This will be probably the end of this unique borderline culture that has never wanted to be either completely Ukrainized or Russified. If Russia establishes control over these regions, as it boasts now, I can hardly predict how it will be dealing with mass resentment—at least, in the cities that are damaged significantly, as in Kharkov.


    Ist genau der Grund, warum ich nicht mehr daran glaube, dass diese Gebiete - einen russischen Sieg vorausgesetzt - einfach so an die Ukraine zurückgehen. Die Russen müssen sie einem besonderen Schutz unterwerfen, mit oder ohne ihre Präsenz, sonst ist es nur eine Frage der Zeit bis sie wieder Gründe haben da reinzugehen.

  • Es ist wohl auch so, dass die rassistische Komponente des ukrainischen Nationalismus die Russen als rückständiger weil asiatischer abwertet.

    Ich finde, das kann man auch gut an der Fixierung seiner Exzellenz, des Botschafters der Freiheit auf das Thema russischer "Kultur" beobachten. In seinen täglich mehrfach getweeteten rants gegen die Bundesregierung impliziert er immer wider, dass der Russe halt barbarische Sachen macht, weil er schon immer ein barbarisches Wesen hatte. Vom Zarenreich über Stalin bis zu Putin - alles kulturlose Kretins, die außer Vergewaltigung, Mord und Totschlag nichts zu bieten haben.


    Vor einiger Zeit gab es auch mal diese Äußerungen aus einem staatlichen ukrainischen Institut für Geschichte, in welchen den Russen attestiert wurde, sie seien eigentlich nicht mal richtige Slaven, weil sie durch die mongolischen Einfälle mit noch barbarischerem asiatischem Blut vermischt worden seien. Leider finde ich das nicht mehr. Aber ich hatte es hier irgendwo gepostet.


    Analog dazu hat ja auch Herrn Lanz' liebste Expertin für aufgeklärte Rassenkunde, die Osteuropapolitik-Expertin F. Gaub neulich noch mal erklärt, dass der Russe einfach kulturell nicht zu Europa gehöre, weil ihm in seinem tribalistischen Wahn einzelne Menschenleben am Arsch vorbei gingen.


    Aber das darf man jetzt vielleicht auch nicht zu eng sehen, und sich davon auf Putins Narrativ von der Nazifizierung der Ukraine leiten lassen. Es reicht ja leider, wenn die "liberalen" Eliten solche Sachen verbreiten, um die Propaganda in diese Richtung zu lenken - ob sie selbst daran glauben oder nicht.

  • Würden Panzer einen „kalten Frieden“ gefährden? - Die ungeklärten Rätsel des Olaf Scholz

    Dass Panzerlieferungen womöglich einen Atomkrieg auslösen könnten, wirkt wie ein gezieltes Angst-Argument des Kanzlers. Steckt anderes dahinter? Ein Kommentar.



    Ja hoppla, was ist denn das? Ausgerechnet im "liberalen" Tagesspiegel schreibt der Leiter der Hautstadtredaktion in einen Artikel, dass es womöglich noch eine andere Sichtweise auf die Frage einer Beendigung des Krieges geben könne, als die eiserne Überzeugung, dass nur der Endsieg über den Russenhitler und die Vernichtung seiner uniformierten Barbarenhorde den Frieden zurück nach Europa bringen werde?


    Nein, keine Angst. Natürlich irrt Scholz, weil er duckmäuserisch und feige die Augen vor dem wahren Gesicht des Verbrechers Putin verschliesst, und nicht anerkennt, was alle aufrechten Freiheitspatriot*innen längst wissen, weil es ja auch überall in der Zeitung steht und ihnen ins Hirn geprügelt wird bis sie grün und blau und gelb sind, nämlich: dass man mit Verbrechern nicht verhandeln darf, und dass der Pausenhofschläger niemals damit aufhören wird, die anderen Kinder zu verprügeln, wenn man ihm nicht so dermaßen eins mit dem dickestmöglichen Prügel über den Schädel zieht, dass er nicht mehr aufstehen kann.

    [...] Doch Scholz irrt, wenn er noch an die Chance von Verhandlungslösungen glaubt – für die Kritiker seines Kurses ist es der fortgesetzte Grundirrtum der deutschen Russlandpolitik. Putin wird nicht Halt machen, wenn er nicht militärisch gestoppt wird. Keine Partei hat das in Deutschland so verstanden wie die Grünen, die immer wieder vor Putin und dem Konzept „Wandel durch Verflechtung“ gewarnt haben.[...]

    Scholz und sein außenpolitischer Berater Jens Plötner sind tief geprägt von dem Denken, dass es immer eine Verhandlungslösung geben kann, auch mit Verbrechern. Aber Putins wahres Gesicht schließt das eigentlich aus.[...]

  • Gefährlicher als die veralteten deutschen Flakpanzer, für die kaum genug Munition vorhanden ist, um sie längere Zeit einsetzen zu können, dürften die amerikanischen Predator-Drohnen in Zusammenhang mit der Ankündigung auch Ziele auf russischem Gebiet anzugreifen sein. Auch das abgehaltene Treffen in der Enklave Ramstein war ein Fingerzeig und gleichzeitig eine Demütigung Deutschlands, die dieses dankbar annahm.


    Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die federführenden Kräfte an dem Desaster auf westlicher Seite nicht daran denken, eine friedliche Lösung zu suchen.


    Scholz unter Dauerfeuer. Wer hätte gedacht, dass das geringere Übel einen solchen Unterschied machen kann.

  • Ist genau der Grund, warum ich nicht mehr daran glaube, dass diese Gebiete - einen russischen Sieg vorausgesetzt - einfach so an die Ukraine zurückgehen.

    Ja. Gebiete, die man gerade blutig erobert hat, einfach so zurückzugeben, ist eher ungewöhnlich in der Weltgeschichte. Das wird wohl nicht passieren. Außerdem muss Putin die Leute vor den drogensüchtigen Juden-Nazis der Regierung in Kiew schützen. Sorry, aber gibt es irgendwen, sei es im westlichen oder im russischen Diskurs, der die Erwartung geäußert hat, Putin könnte das eroberte Land eventuell freiwillig wieder herausgeben bei einem Friedensschluss?


  • Dass Panzerlieferungen womöglich einen Atomkrieg auslösen könnten, wirkt wie ein gezieltes Angst-Argument des Kanzlers. Steckt anderes dahinter?

    Da isses wieder, das Narrativ:

    Er hat Angst, ein Feigling, er traut sich nicht, ihm fehlt der Mut.

    Wer Angst hat ist schwach, ist ein Zauderer, ist auch eine Schande - ein schlechter Führer.


    Je mehr ich über diese unsere Situation nachdenke , desto mehr werden mir unsere Medien zuwider, gerade als grosser Verstärker von Hysterie und gesellschaftlicher Spaltung auf vielen Ebenen.


    Es spricht ja nichts dagegen, Kritik zu üben - siehe zB diesen Klasse-Talk aus dem schweizer TV, den hier neulich jemand verlinkt hatte. Nur braucht sowas a) Tiefe und b) ruhigen Geist bzw den wirklichen und ehrlichen Willen, die andere Gesprächspartei verstehen zu wollen.


    Es ist aber dieses unterschwellige, dieser versteckte Boulevard der bürgerlichen Presse, diese monotone, gleicförmige Sprachregelung die mir nicht nur grosse Sorgen, sondern mittlerweile noch vielmehr Angst bereitet.


    Das, bei aller aller Unsmpathie für diesen Mann, so etwas wie Vernunft eine Rolle spielen könnte, existiert in dieser Art der Sprache offenbar nicht.

  • Der melnyk formuliert schon dran, glaube ich.

    "Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, fordert weiter modernste deutsche Waffen

    (...) um Russland zu besiegen, "brauchen wir modernste deutsche Waffen". Konkret nannte er die zügige Ausfuhr von 88 Leopard-Panzern, 100 Marder-Panzern, Panzerhaubitzen "und vielem mehr".

    Die Befürchtung, durch Waffenlieferungen zur Kriegspartei zu werden, bezeichnete Melnyk als völligen Quatsch: "Für Putin ist Deutschland längst Kriegspartei.

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