#578 - Kriegsreporter Christoph Reuter

  • Donnertag, ab 19 Uhr, LIVE



    Zu Gast im Studio: Journalist, Kriegsberichterstatter und Buchautor Christoph Reuter. 2011 wechselte er vom stern zum SPIEGEL, wo er bis heute als Reporter im Ressort Ausland arbeitet. In den letzten Jahren berichtete er von den Schlachtfeldern in Syrien, Afghanistan und der Ukraine.


    Habt ihr Fragen an Christoph zu Afghanistan, Ukraine, Russland etc? Her damit! Entweder direkt im Livechcat oder vorab hier im Forum...


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  • Geiler Typ. Embedded bei den Amis im Irak aber mit Russen würde er nicht reden oder vom Donbas berichten, weil er ihnen nicht traut.


    Und die Ukraine ist Modellbeispiel für „Friedlicher Staat wird vom Bösen überfallen."

    ...

    Chomsky hätte seine helle Freude mit ihm gehabt.

  • Geiler Typ. Embedded bei den Amis im Irak aber mit Russen würde er nicht reden oder vom Donbas berichten, weil er ihnen nicht traut.

    Und das hat er aus deiner Sicht nicht gut begründet?


    Chomsky würde Reuter, ganz im Gegenteil, unterstützen. Lies Manufacturing Consent! Spätestens nach der Nummer mit Kunduz/Oberst Klein.

  • Und das hat er aus deiner Sicht nicht gut begründet?

    Fand ich jetzt nicht. Was genau meinst du?


    Chomsky würde Reuter, ganz im Gegenteil, unterstützen. Lies Manufacturing Consent! Spätestens nach der Nummer mit Kunduz/Oberst Klein.

    So weit bin ich noch nicht. Kann morgen erst weiter hören. Werde mich dazu dann ggf noch verhalten.

  • Und das hat er aus deiner Sicht nicht gut begründet?


    Chomsky würde Reuter, ganz im Gegenteil, unterstützen. Lies Manufacturing Consent! Spätestens nach der Nummer mit Kunduz/Oberst Klein.

    So, also ich muss nach vollständiger Sichtung wirklich fragen, was genau Du meinst, Tilo. Der Typ ist der Prototyp eines Journalisten nach Chomskys MC.


    Ein Paar Dinge, die hängen geblieben sind:


    Auf wirklich jede Deiner Anmerkungen zum US-Drohnenkrieg, US-Folter in den Black-Sites oder US-Angriffskriegen, starten Reuters Antworten jedes fucking Mal mit „Ja, wobei ..." und dann folgt irgend eine Relativierung. Das sind alles Dinge, die schon längst nicht mehr Kontrovers sind. Was soll das?


    Bei Azov hat er kein Interesse zur Recherche, obwohl er auch sagt, er würde das schon mal spannend finden. Gibt ja Gottseidank noch nicht ca 1.000 Dokus der BBC, Arte, PBS usw, die die Nazis pre-Zeitenwende durchleuchtet haben und sie dann auch genauso bezeichneten ... na, was soll's. Hindern tut ihn das alles nicht daran, die „Nazi-Nähe" damit zu relativieren, dass sie halt eine gute Kameradschaft haben und sich um Leute kümmern und niemanden zurück lassen - das machten die Nazis halt auch. What. The. Fuck?

    Und bzgl. Bandera stellt er fest, der war halt Nationalist und hat Juden massakrieren lassen, weil er den Nazis gefallen wollte, um eine eigenständige Ukraine zu schaffen - aber macht ihn das gleich zum Nazis? What. The. Actual. Fuck?


    Bei Folter ist völlig klar, dass die Russen das in bestialischster Weise tun. Die Ukrainer: not so much. Sie exekutieren zwar Gefangene (davon gab ja leider Videos) aber bei Folter war er jetzt selber nicht dabei und könne das nicht wissen. Huh?!


    Lloyds Aussagen zum Kriegsziel der USA fand er unglücklich formuliert, weil es so natürlich wie ein Proxy-War wirkt. Aber das ist es natürlich nicht. Warum? Darum! LOL.


    Der Irak Krieg hatte in Wirklichkeit gar nichts mit Öl zu tun. (zwinkersmiley)


    Und noch zu Chomsky: Ich bleibe dabei. Chomsky hätte ihn in unfassbarer Weise auseinander genommen. Bei allen Themen und auch bei Oberst Klein macht Reuter genau das, was er in Manufacturing Consent beschreibt. Die Power-Zentren und „unser" Imperialismus werden nie in Frage gestellt und Fehler und Untaten nur relativiert (wenn überhaupt). Bei den offensichtlichen Skandalen (hier Kunduz/Klein) wird nicht institutionell kritisiert, sondern eine individuell-persönliche Verurteilung vorgenommen. Er sagt sehr klar, dass es allein Kleins Fehler war und die Bundeswehr ausdrücklich nichts falsch gemacht hat. Wie praktisch.


    Wieder ein tolles Interview, Tilo. Vielen Dank. Auch wenn der Erkenntnisgewinn für mich offensichtlich ein etwas anderer ist. Aber das halten wir aus. :)


    Edit: Weil es mir gerade mal auffällt. Gibt es eigentlich einen Grund, warum Du ihn nicht zu Assange befragt hast?

  • Am besten gefällt mir die Stelle, wo er im Grunde den Irakern die Schuld daran gibt, dass sie einen so brutalen Diktator wie Saddam Hussein bekommen hätten.


    Das Feindbild ist bei Reuter jedenfalls fest im für den jewiligen Konflikt angepassten westlichen Wertesystem verankert. Assad hätte militärisch gestürzt werden sollen und Dem Russen ist halt nicht zu trauen, weil er immer lügt. Er spricht zwar weder russisch noch ukrainisch, und war zuvor nie in einem der beiden Länder, aber dessen ist er sich absolut sicher.

    Mal abgeshen davon, dass das eine ziemlich tautologische Prämisse ist, fragt man sich dann als alter Putinversteher, warum der Russe wohl keine Lust hat, mit Vertretern westlicher Medien genauso vertrauensvoll umzugehen, wie der gen westen strebende Ukrainer. Wo sich doch gerade Reuters Hausblatt in den letzten Jahren solche Mühe gegeben hat, den Kreml-Chef als absoluten Superbösewicht zu porträtieren.


    Wenn man das Irak-beispiel dann weiter denkt, ist auch klar, dass der gemeine Russe halt analog dazu auch den Diktator verdient, den er hat.

  • Ich muss auch gestehen da hat der Klappentext eines M. Lüders Buches mehr inhaltlichen Tiefgang enthalten als die Ausführungen des Herrn Reuter :(

    Jede Frage wird umgehend mit einer absolut unverfänglichen Anekdote pariert, die inhaltlich so abgedroschen ist das sie locker im Wikipedia Artikel zum jeweiligen Konflikt stehen könnte.


    "dabei ist alles" Berichterstattung ohne Ecken und Kanten - die inhalte sind ja eh längst überwunden 8)

  • Als Podcast nebenher gut zu hören finde ich, war interessant. Die ganz Großen Weltpolitischen Fragen wurden leider nicht gelöst im Gespräch, aber das muss auch nicht sein.


    Schade fand ich dann im Frageteil mit hansj. als das Thema Jemen aufkam, und klar wurde dass er da offensichtlich viel Ahnung hat, dass dieses Thema im Interview keinen Raum hatte, vielleicht sollte man ihn irgendwann noch einmal speziell zu diesem Thema einladen?

  • Hab mich jetzt auch durch das Interview gequält. Meine Meinung: Er ist arrogant, er liebt Theatralik, er hält sich für einen der wenigen, die die Weisheit aller Kriege mit Löffeln gefressen haben - keine Eigenschaften, die ich mir bei einem Kriegsreporter wünschen würde.


    Die Relativierung von Azov wurde schon erwähnt. Folter gibt es nur bei den Russen, ja nee ist klar. Er geht auch davon aus, dass es einen Sieger im Ukraine-Krieg geben wird: welcher Krieg in den letzten Jahrzehnten hatte einen "Sieger"? Die Kriege wurden beendet mit Verhandlungen.


    Unterm Strich liefert er mir genau die Begründung, warum ich keinen Stern oder Spiegel (mehr) lese, Danke Tilo.

  • Ich würde allerdings Syrien mit Assad jetzt auch nicht als Sieger bezeichnen. Dafür müsste er schon das ganze Land wieder kontrollieren. Das war ein Patt und ist noch ein (not so) Frozen Konflikt. Der Einzige, den man mit viel Fantasie als Gewinner bezeichnen könnte, ist Erdogan. Jedenfalls haben die USA immer noch Zugriff auf die Ölfelder. Eine Niederlage war das also auch nicht.


    Souveränität, *Hust

  • Wenn man Syrien und Afghanistan als Beispiele für Kriege die durch "sieg" beendet wurden nennen will. dann kann man auch sagen, die USA haben den Irak-Krieg "gewonnen" weil man sich hinterher dort nur noch gegeseitig bekämpft hat - oder dass der Westen in Libyen gesiegt habe, weil Ghaddafi nach den Luftangriffen definitiv nicht mehr an der Macht war.


    Ob sich das für die betroffenen Bevölkerungen allerdings alles so wahnsinnig siegreich anfühlt kann man schon in Frage stellen. Das einzige Beispiel das mir dazu einfiele wäre Westeuropa nach dem zweiten Weltkrieg, den die Alliierten defintiv nicht durch Verhandlungen, sondern durch Sieg über Nazi-Deutschland und Japan und deren bedingungslose Kapitulationen beendet haben.


    Aber da muss man dann auch dazu sagen, dass dabei alleine die militärischen Verluste auf der Siegerseite in die zweistelligen Millionenzahl gingen und massenhaft Zivilbevölkerung bei gezielten Flächenbomardements - inklusive zwei Atombombenabwürfe - und Artilleriegefechten im Häuserkampf ums Leben kam.

  • Syrien mit Assad? Afghanistan mit den Taliban?


    Ist das Arroganz oder Ignoranz bei dir? Guckst du J&N Interviews um zu hören was du hören willst? Gott ist das grässlich

    ich glaube in syrien .. hat putin ausgehandelt das sagte dein i gast ich glaube auch und mit den taliban war es trump der da irgendwas ausgehandelt hat.


    ich fand ihn übriges auch unangenehm ... deinen Gast. und ja die sind öfter unangenehm. das merkt man ab und an auch bei dir.

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