Diskussionen zu Interessanten News, Sendungen, Links und sonstigen Aufregern des Tages

  • Auf der einen Seite politisch für eine Niedrigzinspolitik zu argumentieren (und damit in Zusammenhang des Inflationsziels der EZB von 2% quasi garantierete negative Realzinsen am Sparbuch), und auf der anderen Seite Leute dafür sozial zu ächten, dass sie Investments tätigen, ist entweder dumm oder perfide.


    Ich habe keine Meinung zur Zinspolitik von daher bin doch sehr gespannt, woraus du schließt, dass ich für "Niedrigzinspolitik" "argumentiere". Und ich habe bedauert, wenn eine sich stetig ausweitende Finanzialisierung normalisiert wird, weil man Investment als nettes Hobby - oder schlimmer - als Straße zum Reichtum, für die Eltern und Großeltern zu doof waren, versteht.

  • Und ich habe bedauert, wenn eine sich stetig ausweitende Finanzialisierung normalisiert wird, weil man Investment als nettes Hobby - oder schlimmer - als Straße zum Reichtum, für die Eltern und Großeltern zu doof waren, versteht.

    Mit finanzieller Bildung würde man verstehen, dass es verschiedene Risikoklassen gibt. Die Straße zum Reichtum durch Investments ohne Arbeit ist was Rattenfänger Menschen versprochen, die diese Bildung nicht haben. Es wäre leicht vermittelbar, dass hobbymäßiges Aktienpicken sich nicht sonderlich von Glücksspiel unterscheidet, und auf lange SIcht damit ähnlich erfolgreich ist.


    Aber das willst du den Leuten ja verwehren. Rein aus emotionalen Eigeninteresse.

  • Utan , wenn du meine Antworten an dich meldest, dann brauchst du erst gar keine Diskussion eingehen. Ist jetzt schon das zweite Mal.

    Äh... was?


    Ich habe hier noch nie irgendwen wegen irgendwas "gemeldet".


    Wenn ich ein Problem mit Deinen Antworten habe, dann kannst Du absolut sicher sein, dass ich das entweder ignorieren (unwahrscheinlich) oder es Dir in aller Öffentlichkeit brühwarm servieren werde.


    Wenn Dich hier irgendwer "meldet" dann klär' das mit den Mods.

    Deine paranoiden Wahnvorstellungen kannst Du gerne wo anders hin projizieren.

  • Backup falschen Knopf erwischt?

    Wenn Dich hier irgendwer "meldet" dann klär' das mit den Mods.

    Also Mods, die meine Antworten oder die von anderen an Utan löschen. Hier der Freibrief. Dankeschön.

    Wenn ich ein Problem mit Deinen Antworten habe, dann kannst Du absolut sicher sein, dass ich das entweder ignorieren (unwahrscheinlich) oder es Dir in aller Öffentlichkeit brühwarm servieren werde.

  • Mit finanzieller Bildung würde man verstehen, [...]


    Aber das willst du den Leuten ja verwehren. Rein aus emotionalen Eigeninteresse.


    Ich habe dir jetzt dreimal kein emotionales Argument, kein Gegenargument zu Bildung sondern ein Argument der Mentalität gegeben:


    Oh Schrecken, du findest Finanzkapitalismus gut. Generation wallstreetbets.

    Ist ein Unterschied zu, ich wünschte, ich wäre schon als Kind in die Investment-Kultur eingeführt worden.

    [...] ich habe bedauert, wenn eine sich stetig ausweitende Finanzialisierung normalisiert wird, weil man Investment als nettes Hobby - oder schlimmer - als Straße zum Reichtum, für die Eltern und Großeltern zu doof waren, versteht.


    Dass du die Problematik nicht siehst, haben wir denke ich herausgearbeitet, insofern war meine ursprüngliche halbironische Nochvermutung offenbar treffend.

  • Finanzielle Bildung ist, wenn man sich mit der Bildung von Finanzen beschäftigt.

    Der Geldbaum wächst immer weiter, wenn man ihn nur fleißig mit Liquidität gießt.


    Das ist sehr intelligent, denn mit irgendwelchen Produktionsmitteln, Ressourcenverbrauch oder Ausbeutung hat das nichts zu tun.


    Wer glaubt, dass angelegtes Geld nur wachsen kann, wenn Sachen produziert werden und Leute dafür arbeiten, oder mit ihrem Arbeitslohn Miete dafür zahlen, dass sie in Geldanlagen wohnen dürfen, ist ein linksfaschistischer Antisemit.

  • Da kann ich nicht ganz folgen. Vllt versteh ich auch nicht was die monströsen Implikationen sind.

    Das unsere vierte Säule nicht wirklich unabhängig, teils manipulativ und auch Eigeninteressengesteuert ist, glaube ich wäre keine neue Erkenntnis. Man könnte es ja sogar schlicht mit "da arbeiten auch nur Menschen" zusammenfassen.

    Man könnte dann noch nen Schritt weiter gehen und sagen es muss also strukturelle und systemische Probleme geben. Aber auch hier, erstens muss man den Schritt so ja nich machen sondern könnte vllt auch andere Probleme ausmachen und zweitens wird daraus ja auch nicht automatisch eine vollkommene Systemänderung bzw ein vollkommener Systemwechsel als die bzw insbesondere als die einzige Lösung gesehen/erkannt.

    Nein, neu ist die Erkenntnis sicher nicht. Aber sie wird nur in Maßen akzeptiert und thematisiert, solange sie nicht allumfassend die herrschende Ordnung in Frage stellt. Das ist sicher auch ein Grund dafür, warum es eben nicht als strukturelles/systemisches Feature gesehen werden kann, sondern, wenn überhaupt, nur als individuellen Fehler („sind ja nur Menschen").


    Das erinnert mich ein bisschen an unsere Diskussion neulich über die Trulla, die vorgab keine Ahnung von Assange zu haben.


    Gute Frage. Vermutlich keines von beiden. Wobei es vllt "besser", im Sinne von leichter zu bekämpfen wäre, wenn man einzelne böse Individuen und Akteure hätte. Also ist es in dem Sinne dann vllt "schlimmer".

    vielleicht. ;)


    dann zu dem Gedanken, dass man "die Natur" des Menschen, also gewisse menschliche Eigenschaften dann vllt doch nicht aus dem Blick lassen darf, bei aller Systemkritik. Beides hängt halt dann miteinander zusammen und bedingt sich.

    Diese „Menschliche Natur" scheint sich ja nur mit akuter allumfassender Systempropaganda aufrechterhalten zu lassen. Also eher eine Manipulation der Natur und damit eigentlich nicht mehr die Natur. :/

    Ist das die traurige Erkenntnis, dass wir uns der Dystopie machtlos aussetzen lassen müssen? Dann würde ja doch irgendwie nur der individuelle Umgang mit den Folgen und die individuelle Vorbereitung auf die zu erwartenden Folgen übrig bleiben?

    Das klingt jetzt nach einem ziemlich neoliberalen Lösungsansatz und kann damit eigentlich nur grundlegend falsch sein, denke ich. Machtlos zu sein, ist ja in dem Kontext erstmal nur eine Einstellungssache. Eine ziemlich individuelle. Ein Generalstreik wäre aber zB keine individuelle Sache.


    Edit: Hab uns mal hierhergezogen. hoffe, dass ist auch in Deinem Interesse. :)

  • Edit: Hab uns mal hierhergezogen. hoffe, dass ist auch in Deinem Interesse. :)

    ist ok für mich ;)

    An welchem Tisch wir das Gespräch führen ist mir persönlich da ehrlich gesagt recht egal :D



    Nein, neu ist die Erkenntnis sicher nicht. Aber sie wird nur in Maßen akzeptiert und thematisiert

    hmm kommt ja nun auch darauf an wo oder? Also dass die das nicht selbst auf ihren eigenen Plätzen thematisieren ist erstmal nich groß verwunderlich. Wenns da dann ankommt, wäre das doch irgendwie eh schon das stärkste Zeichen, dass da ne fundamentale Änderung dann zeitnah ansteht.

    Ich kenne genug, welche da nicht direkt widersprechen würden und welche für sich selbst halt schlicht den Konsum schon seit längerem eingestellt oder stark eingeschränkt haben. Das ist natürlich zugegeben dann nen Blick auf und aus einer Bubble. Auf der anderen Seite kenne ich auch genug insbesondere Ältere, welche all ihre "Nachrichten" aus den MS-Medien, ganz vorne Weg die 20.00 Uhr Tagesthemen beziehen und daneben dann was man im Vorbeigehen an nem Zeitungskasten liest und von Nachbarn und Bekannten hört.

    Das ist sicher auch ein Grund dafür, warum es eben nicht als strukturelles/systemisches Feature gesehen werden kann, sondern, wenn überhaupt, nur als individuellen Fehler („sind ja nur Menschen").

    Ist ja direkt auch noch die Frage welches System und/oder welche Strukturen da nun als problematisch dann gesehen wird/werden. Rundfunkrat, Staatsvertrag, Senderstrukturen, gebührenfinanzierte Medien, Medien an sich, Fernsehen an sich, das ganze moderne Zeugs da (Internez/Neuland), representative Demokratie, unsere Parteienlandschaft, Feudalismus, Nationalstaaten, Kapitalismus, ....


    Ich weiß jetzt nichmal ob ich sagen würde, dass es "nur" als individueller Fehler gesehen werden kann. Eventuell eher so, dass es vllt schon Strukturen gibt und vllt sogar systemische Sachen, welche manche Dinge begünstigen und verstärken, aber gemacht werden die Sachen dann ja am Ende doch von Menschen. Und zudem sind Strukturen und Systeme sehr komplexe Dinge, über welche man nicht mal eben so klar nachdenken kann. Also selbst wenn man da dann eventuell Schwächen und Probleme vermuten könnte, so kann man die nicht konkretisieren und erst Recht keine Lösungen dafür dann. Alternative Strukturen und Systeme ist dann ja noch ne ganz andere und noch viel größere und unvorstellbarere Baustelle.


    Das erinnert mich ein bisschen an unsere Diskussion neulich über die Trulla, die vorgab keine Ahnung von Assange zu haben.

    Beim ersten lesen deiner Antwort hab ich hier noch zustimmend mim Kopf genickt. Nun beim schreiben meiner Antwort und dem nochmaligen lesen, seh ich den Zusammenhang grad nimma so ganz 😅

    Herrschende Ordnung in Frage stellen? Naja egal, will das alte Thema eig garnich nochmal aufmachen, hab das für mich darunter abgehakt, dass wir ihre Glaubwürdigkeit bezüglich wie tief sie im Thema Assange ist unterschiedlich einstufen/einschätzen, ganz unabhängig von möglichen Gründen dafür dann.


    Diese „Menschliche Natur" scheint sich ja nur mit akuter allumfassender Systempropaganda aufrechterhalten zu lassen. Also eher eine Manipulation der Natur und damit eigentlich nicht mehr die Natur. :/

    Glaube wir reden hier nun von unterschiedlichen Dingen wenn wir von der "menschlichen Natur" sprechen/schreiben. Ich meinte damit schon durchaus allein die Eigenschaft manipulierbar zu sein, aber dann eben noch weiter mit Blick darauf wie diese Manipulation so funktioniert. Denn das liegt dann ja doch eben in unserer Natur, oder wurde uns diese Eigenschaft einigenieurt? Aber vllt auch das Bedürfnis das Richtige oder Gutes zu tun, wobei man da natürlich dann weiter Fragen kann, was ist ein Bedürfnis und was ist das Richtige und Gutes. Aber eben genau das was dann als die uns innewohnenden Eigenschaften rauskommt, das muss man dann doch berücksichtigen, wenn man sich über Systeme welche darauf dann ein- und damit wechselwirken Gedanken machen möchte.


    Das klingt jetzt nach einem ziemlich neoliberalen Lösungsansatz und kann damit eigentlich nur grundlegend falsch sein, denke ich. Machtlos zu sein, ist ja in dem Kontext erstmal nur eine Einstellungssache. Eine ziemlich individuelle

    Aber wenn die Aussage ist, dass

    was effektiv und in einem nicht zu großen Zeithorizont zu machen wäre, geht nicht

    , dann ist das doch keine Frage der Einstellung mehr.

    Also willst du eigentlich sagen, dass schon noch was effektiv und in einem nicht zu großen Zeithorizont machbar wäre, es müsste aber

    unser dysfunktionales System, dass eh nur noch im Werteblendnotmodus läuft, aushebeln.

    Stellt sich mir halt direkt die Frage ob

    Ein Generalstreik

    erstens überhaupt effektiv wäre und noch wichtiger, überhaupt zeitlich machbar umsetzbar ist? Noch sehe ich da keine kritische Masse für. Aber auch das kann natürlich ein reines Bubbleporblem sein.

  • hmm kommt ja nun auch darauf an wo oder? Also dass die das nicht selbst auf ihren eigenen Plätzen thematisieren ist erstmal nich groß verwunderlich.

    Ja, das ist klar, denke ich. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass selbst hier - in einem Raum, der seinen Ursprung in der Medienkritik hat - der konsequente letzte Schritt nicht gegangen werden will/kann. Als Beleg gelten da für mich neben einigen Foristen zB auch Tilos aktuelle Interviews mit den ganzen Belezisten der Stunde. Die strukturellen Zwänge, die zu wirken scheinen, sind wohl sehr groß.


    Ist ja direkt auch noch die Frage welches System und/oder welche Strukturen da nun als problematisch dann gesehen wird/werden. Rundfunkrat, Staatsvertrag, Senderstrukturen, gebührenfinanzierte Medien, Medien an sich, Fernsehen an sich, das ganze moderne Zeugs da (Internez/Neuland), representative Demokratie, unsere Parteienlandschaft, Feudalismus, Nationalstaaten, Kapitalismus, ....

    Ich wüsste jetzt gar nicht, ob und wie ich das alles voneinander trennen würde. Das sind ja alles Aspekte, die für sich genommen erstmal kein System ausmachen (ausser der Kapitalismus als Oberbegriff), in ihrer synergetischen Wirkung aber letztendlich nur dem Erhalt der herrschenden Ordnung dienen. Das müsste einem aber klar sein, wenn man sich auf der einen Seite als Kapitalismuskritiker versteht, gleichzeitig aber nicht das wirken der Systempropaganda in jedem Aspekt des gesellschaftlichen Lebens realisieren möchte. (das ist jetzt keine direkte Anrede an Dich persönlich)


    Ich weiß jetzt nichmal ob ich sagen würde, dass es "nur" als individueller Fehler gesehen werden kann. Eventuell eher so, dass es vllt schon Strukturen gibt und vllt sogar systemische Sachen, welche manche Dinge begünstigen und verstärken, aber gemacht werden die Sachen dann ja am Ende doch von Menschen.

    Ja, eben. Kann bzw sollte es ja nicht. Und da lande ich (mal wieder) bei Chomsky. Die Menschen, die ja nur Menschen sind, sind die Menschen, die genau da sind, wo sie sind, weil sie die Art Menschen sind, die sie sind. Und das macht die Struktur.


    Glaube wir reden hier nun von unterschiedlichen Dingen wenn wir von der "menschlichen Natur" sprechen/schreiben. Ich meinte damit schon durchaus allein die Eigenschaft manipulierbar zu sein, aber dann eben noch weiter mit Blick darauf wie diese Manipulation so funktioniert. Denn das liegt dann ja doch eben in unserer Natur, oder wurde uns diese Eigenschaft einigenieurt?

    Ich sehe es eher so, dass eine Manipulation die eigentliche Natur aushebelt. Ich halte das auch nur in dem Kontext erwähnenswert, weil hier „die Natur des Menschen" positiv besetzt ist und systemische Zwänge versucht zu rechtfertigen. Geht halt nicht anders, you know.

    Wenn Manipulation aber erst in diese Zwänge führt, können diese Zwänge schlecht als Naturgegeben zählen.


    Würde ich Deinem Gedanken folgen, könnte ich auch den Punkt machen, dass wir uns letztendlich in jeden gesellschaftlichen Zustand manipulieren könnten und sollten. Dann ist die Frage, warum wir das nicht tun?


    Aber vllt auch das Bedürfnis das Richtige oder Gutes zu tun, wobei man da natürlich dann weiter Fragen kann, was ist ein Bedürfnis und was ist das Richtige und Gutes. Aber eben genau das was dann als die uns innewohnenden Eigenschaften rauskommt, das muss man dann doch berücksichtigen, wenn man sich über Systeme welche darauf dann ein- und damit wechselwirken Gedanken machen möchte.

    mhm, was ist schon richtig oder gut? Transatlantisches Fracking Gas ist schlecht bis zu dem Zeitpunkt, wo uns die Zeitenwende erzählt es ist jetzt gut. Autoritäre Regime sind schlecht bis zu dem Zeitpunkt, wo eine lukrative Sportveranstaltung ansteht und wir mit Fähnchen wedeln können.


    Ich hatte ja geschrieben, wir sind gut darin uns Dinge zurechtzurationalisieren.


    Wir haben sicher ein Bedürfnis Gutes zu tun. Gut in dem Sinne bedeutet für mich eine Art Equilibrium. Sowohl im internen Verhältnis, also im sozialen Gefüge, als auch im externen Verhältnis, also als Teil im Gefüge der Natur. Das hat aber nichts mit dem „Gut" zu tun, was uns täglich eingetrichtert wird (Stichwort: kognitive Dissonanz).


    Stellt sich mir halt direkt die Frage ob (ein Generalstreik) erstens überhaupt effektiv wäre und noch wichtiger, überhaupt zeitlich machbar umsetzbar ist? Noch sehe ich da keine kritische Masse für. Aber auch das kann natürlich ein reines Bubbleporblem sein.

    Es wäre der maximale Druck, der auf die Politik als Stellvertreter für die Herrschende Ordnung friedlich ausgeübt werden kann. Ich weiss auch nicht, ob es dafür eine kritische Maße gibt. Mir scheint aber, dass wir auf soziale Verwerfungen zusteuern, die ich so noch nicht erleben musste. Das Framing einer solchen Verwerfung von den „Manipulatoren", das gerade rauf- und runtergespielt wird, lässt mich glauben, dass es da auch Befürchtungen gibt.

  • Stammtischgebrabbel


    [...] Die Börse war für den nach London emigrierten Philosophen so etwas wie der letzte Strohhalm, um finanziell wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Anfangs hatte Marx dort auch Erfolg. In Briefen prahlte er damit, 400 Pfund mit „amerikanischen Funds” und „englischen Aktienpapieren” gewonnen zu haben. Eine nicht unbeträchtliche Summe Geld für die damalige Zeit. Zum Vergleich: Das Jahresgehalt eines Bankdirektors belief sich damals auf 300 bis 350 Pfund. Seine Aktivitäten an der Börse rechtfertigte er mit einem klassenkämpferischen Argument: „Man kann schon etwas riskieren, um seinen Feinden das Geld abzunehmen.” Voller Übermut und Gier schrieb Marx: „Jetzt ist wieder die Zeit, wo mit very little money Geld gemacht werden kann in London.”

    Doch Marx’ Vorstellung erwies sich als Trugschluss. Seine finanziellen „Coups” blieben letztlich erfolglos. Verschiedenen Quellen zufolge soll er am Ende mindestens 1.000 Pfund an der Börse verloren haben, für damalige Verhältnisse also ein kleines Vermögen.

    Es sind die typischen Verhaltensfehler eines unerfahrenen Anlegers, die an Karl Marx zu beobachen sind. An dem Glauben, die Börse funktioniere nach einfachen Mechanismen, die man nur durchschauen müsse, um das schnelle Geld zu machen, sind schon viele vor und nach ihm gescheitert.

    Dabei zeigt alle Erfahrung: Dauerhaften Erfolg haben an der Börse nicht Spekulanten, sondern Anleger, die mit Geduld langfristig und breit gestreut investieren. Wer das in Eigenregie tun möchte, sollte dafür ein Mindestmaß an Wissen und Zeitaufwand mitbringen. Denn die Zusammensetzung eines Portfolios sollte regelmäßig überwacht und bei Bedarf angepasst werden. In der heutigen Zeit gibt es Anbieter wie digitale Vermögensverwalter, die einem diese Arbeit kostengünstig abnehmen.[...]

    Typisch Linke - Keine Ahnung von Wirtschaft, aber immer schön das Geld anderer Leute ausgeben und an jedem Finanzstammtisch mitbrabbeln wollen...

  • Als Beleg gelten da für mich neben einigen Foristen zB auch Tilos aktuelle Interviews mit den ganzen Belezisten der Stunde. Die strukturellen Zwänge, die zu wirken scheinen, sind wohl sehr groß.

    Ja, also das Tilo bereits Teil des Apparats ist, ist ja nun auch nicht ganz unoffensichtlich. Ich würde ihn da mal als eine der linkesten Grenzen dessen was da noch akzeptiert wird sehen. Ob er das aus Überzeugung oder aus strukturellen Zwängen macht sei dann mal dahingestellt.

    Die ganze RBB-Geschichte und was da dann so öffentlich festgestellt wurde, auch oder gerade in der Talkrunde von Tilo bzw Jung & Naiv hats doch auch erst wieder gezeigt.

    Die Fülle an Bellizisten würde ich dann widerrum nicht unbedingt direkt als Beleg dafür nehmen. Zum einen ist das keine neue konzeptionelle Sache von Jung & Naiv "die Gegenseite" zu Wort kommen zu lassen und zum anderen, was ich da noch entscheidender finde, ich habe den starken Eindruck, dass Tilo da selbst mehr in die Richtung der pro UA und anti RU tendiert oder da sogar fest steht. Also würde ich es dann weniger als einen strukturellen Zwang sehen und mehr als ein persönliches Anliegen die "wir dürfen dem Russen das nicht durchgehen lassen!"-, "Zeichen setzen!"- und was man noch so an Floskeln aus der autoritären Erziehung anbringen kann -Rufe dem Linken Publikum, welches der Ukraine vorschreiben möchte sich vor dem Russenhitler zu bücken, entgegen zu halten.

    Ich wüsste jetzt gar nicht, ob und wie ich das alles voneinander trennen würde. Das sind ja alles Aspekte, die für sich genommen erstmal kein System ausmachen

    Systeme und/oder Strukturen

    wobei ich jetzt representative Demokratie schon mehr in Richtung System verstehen würde.

    Und klar gibts da dann viele Verschränkungen und Berührungen und Wechselwirkung.


    Das müsste einem aber klar sein, wenn man sich auf der einen Seite als Kapitalismuskritiker versteht, gleichzeitig aber nicht das wirken der Systempropaganda in jedem Aspekt des gesellschaftlichen Lebens realisieren möchte.

    Ich hatte da jetzt nicht die Kapitalismuskritiker im Sinn. Viel mehr dachte ich da an die "normalen Bürger", also die Schwiegereltern, die Großeltern, die Schwäger/innen und all die Bekannten, Kollegen und Freunde die ich da selbst mal so als anekdotische Repräsentanten nehme. Und wenn bei denen da dann was vom individuellen Fehler weg hin zu einem strukturellen und/oder systemischen Problem gesehen wird, dann eher in so "kleineren" Kategorien.


    Ja, eben. Kann bzw sollte es ja nicht. Und da lande ich (mal wieder) bei Chomsky. Die Menschen, die ja nur Menschen sind, sind die Menschen, die genau da sind, wo sie sind, weil sie die Art Menschen sind, die sie sind. Und das macht die Struktur.

    👍

    Das ist dann ja quasi schon die gesamte Systemkritik bzw führt direkt zu dieser. Aber soweit denken doch die wenigsten. Das ist was ich versuche zu sagen bzw was ich versuche auszudrücken ist, wo ich denke dass die Leute (=Masse) gedanklich sind oder ankommen bei dem Thema.

    Ich sehe es eher so, dass eine Manipulation die eigentliche Natur aushebelt. Ich halte das auch nur in dem Kontext erwähnenswert, weil hier „die Natur des Menschen" positiv besetzt ist und systemische Zwänge versucht zu rechtfertigen. Geht halt nicht anders, you know.

    Wenn Manipulation aber erst in diese Zwänge führt, können diese Zwänge schlecht als Naturgegeben zählen.

    Wenn man es von der Seite betrachtet stimme hier dir hier zu.


    Würde ich Deinem Gedanken folgen, könnte ich auch den Punkt machen, dass wir uns letztendlich in jeden gesellschaftlichen Zustand manipulieren könnten und sollten. Dann ist die Frage, warum wir das nicht tun?

    Auch dem würde ich so jetzt zustimmen.

    Und die Frage würde ich mit Verweis auf die zuvor angesprochenen Zwänge beantworten. Wie und warum wir da gelandet sind und ob es eine Kette von Zwängen und Manipulationen unterschiedlicher Systeme war, welche quasi zwanghaft dazu führten wäre dann vllt noch eine möglicherweise interessante Frage.


    Was ich versuchte auszudrücken war und ist, dass wir in uns gewisse Eigenschaften haben, welche uns so von Natur aus gegeben sind, ohne da nun einzelne zu konkretisieren. Und eben dieses sollte man dann sowohl bei möglichen Lösungen für bestehende Probleme als auch für mögliche neue (System-)Ansätze beachten und berücksichtigen. Aber um das überhaupt erst tun zu können, muss man die Eigenschaften auch als diese erkennen und akzeptieren.


    mhm, was ist schon richtig oder gut?

    Ja das ist ja eines der großen Probleme hierbei. Man will Gutes und Richtiges tun, warum eigentlich, und tut dabei vllt gerade eben Schlechtes und Falsches. Und bei all dem ist immer das Problem was ist Gut, was ist Richtig, was ist Schlecht, was ist Falsch, was ist Schädlich, ... kann jeder irgendwie anders definieren und hängt auch viel vom individuellen Standpunkt ab. Und genau da kommen wir dann auch schon wieder zur Manipulation, aber auch zu den bestehenden systemischen Zwängen.


    Schon ein großer Gordischer Knoten dem wir uns da ausgesetzt sehen.


    Es wäre der maximale Druck, der auf die Politik als Stellvertreter für die Herrschende Ordnung friedlich ausgeübt werden kann. Ich weiss auch nicht, ob es dafür eine kritische Maße gibt.

    Ja mit Sicherheit. Aber wenn dann müsste er halt wirklich general sein und dazu würde dann zwingend die kritische Infrastruktur und die kritischen Berufe zählen und da sehe ich keine kritische Masse. Denn gerade die hätten eigentlich schon lange mal was machen müssen und haben erst wieder gezeigt, dass sie dazu nicht breit sind und eher Eingeständnisse machen und sich weiter abspeisen lassen.


    edit: ach ja, das würde aber natürlich auch entsprechende Konsequenzen bedeuten. Also man nimmt dann gewisse Opfer mindestens in Kauf, wenn man sie nicht sogar aktiv herbeiführt.

    /edit


    Mir scheint aber, dass wir auf soziale Verwerfungen zusteuern, die ich so noch nicht erleben musste.

    Jap, das Gefühl hab ich auch jeden Tag immer mehr.



    Das Framing einer solchen Verwerfung von den „Manipulatoren", das gerade rauf- und runtergespielt wird, lässt mich glauben, dass es da auch Befürchtungen gibt.

    Auch hier ja. Aber bei den Entscheidern und besonders bei den Nutzniesern wird all das wohl doch noch nicht als dringende Gefahr für ihren Status gesehen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!