Wirtschaftskrise 2020

  • Ich finde der Titel ist nicht wirklich passend, da die Rezession vor allem in der Industrie schon 2019 begonnen hat und vor allem vom technologischen Wandel (Energiewende, Mobilitätswende, Peak Output) getrieben wird.


    Covid-19 ist ein Beschleuniger und Katalysator für viele Entwicklungen, aber es wäre eine Fehlzuschreibung, wenn wir nun alle wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die auf uns zukommen dem Covid-19 Virus zuschreiben.


    Nur meine 2 Pfennig.

  • Wo der INSN-Bot recht hat, hat er recht. Die Wachstumszahlen gingen schon vor Ausbruch der Pandemie zurück.


    Ist im Kapitalismus ja auch logisch, dass die Profitraten tendenziell fallen und die ganzen Schulden irgendwann nicht mehr wie erwartet bedient werden können.


    Ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass dieses System im Krisenfall gar keine andere Möglichkeit hat, als die Verluste zu sozialisieren, wenn es nicht zusammenbrechen will.


    Das Virus hat das mal wieder sehr deutlich offenbart. Leider nur für Leute, die sich ihren Verstand nicht von Ideologie vernebeln lassen.

  • Der große Arbeiterführer und IG-Metall Chef Jörg Hoffmann, will aus Krisengründen die 4-Tage Woche einführen. Selbstverständlich nicht bei vollem Lohnausgleich und eigentlich auch nicht zur Reduktion geleisteter Arbeit, sondern eher zur Verdichtung derselben, bzw. zur allgemeinen Steigerung der Arbeitsproduktivität zu möglichst geringen Kosten für die Arbeitgeberseite.


    Da ist sie wieder, die praktisch jetzt schon klassenlose Gesellschaft der Sozialen Marktwirtschaft 2.0™, in welcher ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen, Unternehmen und Angestellte, Kapital und abhängig Beschäftigte an einem Strang ziehen, um die Wettbwerbsfähigkeit der deutschen Exportindustrie nicht verkommen zu lassen.


    Wer solche Gewerkschaftsführer hat, braucht eigentlich gar keine Arbeitgeberverbände mehr.

    Auch das noch: Kurzarbeit als Tarifforderung

    Das Neueste vom Klassenkampf - gewerkschaftliche Vorschläge zum Wohl Deutschlands


    [...] Dass sein Vorschlag nicht nur auf Zustimmung stoßen würde, hatte der gewiefte Arbeiterführer natürlich gleich mitbedacht. Und so begegnete er vorauseilend dem Vorwurf, dies würde der Wirtschaft schaden, mit vielen positiven Beispielen. Durch die Einführung der Vier-Tage-Woche hätten die Unternehmen weniger variable Lohnkosten. Zudem ging er als Kenner des betrieblichen Alltags davon aus, dass weniger Arbeitszeit nicht weniger Arbeit bedeutet, dass vielmehr die Produktivität in der verbleibenden Zeit gesteigert werden kann. In kürzerer Zeit können sich Arbeitnehmer eben mehr verausgaben. Außerdem würden so dem Betrieb Fachkräfte gesichert und Kosten für Sozialpläne gespart.

    Für einen deutschen Gewerkschafter ist das alles heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Er tritt natürlich für den Erfolg der deutschen Auto- und Metallindustrie ein. Firmen anderer Nationen sind somit Gegner; wenn dort Arbeitsplätze abgebaut werden, trifft es die Richtigen. So geht heute internationale Solidarität der Gewerkschaften - als Kampfansage ans Ausland! Was natürlich die unternehmerische Kampfansage ans heimische Fußvolk, dass der nächste Strukturwandel wieder auf seine Knochen geht, einschließt, ihr jedenfalls nichts entgegensetzt.

  • https://amp.welt.de/wirtschaft…__twitter_impression=true


    „Creditreform rechnet daher ab Oktober mit einer Pleitewelle. „Im vierten Quartal wird sich der bisherige Trend drehen. Ab dann ist von einem deutlichen Anstieg der Insolvenzfälle auszugehen“, prognostiziert Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht, der vor allem kleinere und mittelgroße Unternehmen betroffen sieht – und diese Entwicklung ausdrücklich für positiv und sogar notwendig hält.


    Insolvenzen haben eine wichtige Warn- und Signalfunktion in einer Volkswirtschaft“, begründet der Experte vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf (WPV).“


    Die Einschätzung dieses „Experten“ ist einigermaßen absurd. Es ist ja nicht so, dass die Veranstalter - wie beispielsweise die Automobilindustrie - die falschen Produkte angeboten hätten. Ihnen wurde von der Politik schlicht das Arbeiten verunmöglicht, faktisch ein Berufsverbot. Höchste Zeit, dass das endlich aufhört.

  • Die Forderungen sind auf der HP ausformuliert. Lies mal selber nach.


    ps. Wer mein "Alter" ist, entscheide immer noch ich. 8)

  • Aus der Reihe "Sein und Bewusstsein":

    Die elende Sehnsucht nach ‚Normalität‘

    Da gibt es Zeitgenossen, die sich über staatliche Freiheitsberaubung beklagen, weil sie gelegentlich einen Mund-Nasen-Schutz tragen sollen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu hemmen. Die merken offenbar gar nicht, was sie damit über ihre bürgerliche Freiheit zu Protokoll geben. Aber was soll man sich auch von Leuten erwarten, die "quer" für eine löbliche Eigenschaft des Denkens halten oder die allen Ernstes gebieterisch fordern, der Staat – die Merkel-Diktatur – solle ihnen gefälligst sofort erlauben, wieder frei zu sein, damit sie barrierefrei husten können.

    Zahlreicher, das muss zur Ehre auch des deutschen Volkes gesagt sein, sind Mitbürger, die mehr oder weniger öffentlich darunter leiden bzw. öffentlich dafür bemitleidet werden, dass sie durch die staatliche Seuchenpolitik arbeitslos oder auf Kurzarbeit gesetzt werden und folglich mit ihrem Einkommen noch viel schlechter auskommen als sonst schon. Denen ist aber wenigstens so viel Unterscheidungsvermögen zuzumuten, dass sie aus dem ärgerlichen Sonderfall des Lockdowns nicht gleich den Trugschluss ziehen, der Normalfall des alltäglichen Arbeitslebens wäre an und für sich ein Inbegriff erstrebenswerter Verhältnisse. Immerhin wirft der Ausnahmefall des erschwerten Lebensunterhalts ein Licht auf die Existenz- und Überlebensbedingung, die den erwerbsbürgerlichen Alltag so unbedingt beherrscht, dass man ihre Gemeinheit aus lauter Gewohnheit schon gar nicht mehr bemerkt: Das ganze Leben hängt vom Geld ab, das Geld von der Chance, es zu verdienen, und diese Chance von Voraussetzungen, die eines auf jeden Fall nicht sind, nämlich im Griff derer, deren Existenz davon abhängt.

  • Bundesagentur für Arbeit bereitet sich auf mögliche Pleitewelle vor

    Seit Frühjahr mussten zahlungsunfähige Firmen vorübergehend keine Insolvenz anmelden. Nun fürchtet die Bundesagentur für Arbeit verspätete Konkurse - und hält 1,6 Milliarden Euro bereit.

    Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, stellt seine Behörde auf eine mögliche Pleitewelle ein. Die BA bereite sich "auf den Ernstfall vor", sagte Scheele..."Wir qualifizieren gerade 250 Mitarbeiter zusätzlich für den Fall, dass es zu einer größeren Pleitewelle käme." Darüber hinaus seien 1,6 Milliarden Euro für das Insolvenzgeld für 2021 eingeplant, in diesem Jahr seien es bislang nur 950 Millionen gewesen. ...

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