Der SARS-CoV-2-Thread

  • Man darf gespannt sein wie sich die nächsten Wochen entwickeln. Im Prinzip wird jetzt langsam die Bude wieder aufgemacht obwohl sich im Vergleich zum 11.2020 wenig geändert hat. Geimpft ist zum Glück wenigstens der Teil der Bevölkerung der sehr alt und damit gefährdet ist.
    Das man mit über 90 jetzt nicht mehr die Mobilität einer Panzeraufklärungsabteilung hat, bei der man uU zu jüngeren Jahren mal Mitglied war, ist auch klar. Die schlimmen Ausbreitungen in den Altenheimen wurden wahrscheinlich eher durch Vertreter der weniger betagten Generationen hereingetragen, die ja jetzt auch schon ne Nadel im Arm gehabt haben sollten.


    Für den gesunden Durchschnittsmichel ist aber noch kein Licht am Ende des Tunnels. Hier und da werden jetzt vlt mal ein paar Schnelltests locker gemacht damit man sich ein paar Stunden in Sicherheit wähnen kann. Meiner Meinung nach brettern wir mit Sicherheit in die nächste Welle weil es halt nicht schnell genug geht auch die "gesunden" zu impfen, die zwar angeblich nicht viel zu befürchten haben, aber doch stabile Inzidenzen liefern werden. Aus Arbeitgeberkreisen ist mittlerweile der passiv aggressive Vorschlag zu vernehmen, man wolle dem Impfgeschehen in Eigeninitiative Starthilfe geben. Das kann sich eine Sparkassen Gruppe oder die Allianz erlauben. Wenn man nicht demnächst die Biergärten und Shisha Bars öffnet, ist zu befürchten das die weniger Schlipstragenden Bevölkerungsgruppen ohne Rücksicht auf ihre Rentenansprüche in die Parks und auf die Liegewiesen pilgern. Je robuster die Reaktion des Souverän, desto schneller sinkt die Akzeptanz für irgendwelche Maßnahmen.

    Die Lösung muss sein: Her mit dem Impfangebot! (und dann hoffen wir mal das sich die Mutanten keine Kapriolen leisten bis zur Wahl..)

  • Geimpft ist zum Glück wenigstens der Teil der Bevölkerung der sehr alt und damit gefährdet ist.


    Leider nein, von dem ältesten Bevölkerungsteil, der in der Prioritätsgruppe 1 ist, also diejenigen über 80 Jahre, haben erst 2 von ich denke etwa 5 Millionen mindestens eine Erstimpfung und nochmal die Hälfte hat auch schon eine Zweitimpfung. Bloß die Pflegeeinreichtungen, die allerdings einen besonders starken Beitrag zu Krankheitslast und Toten hatten, sollten jetzt weitgehend abgedeckt sein.


    Mit dem was voraussichtlich an Impfstoff hereinkommt, sollte man allerdings genug haben, um die Gruppe 1 im März mit Erstimpfungen zu versorgen. Dann kommt erst Gruppe 2, wo die 70-80-Jährigen mit drin sind.

  • Ich wage zu prophezeien das es jetzt vielleicht eine kurze Phase gibt in der viele "mal wieder essen gehen" (wenn überhaupt), aber das die Gastronomen und Einzelhändler schnell merken das ein Großteil der üblichen Kundschaft halt doch keinen Bock auf Innenstadtgedrängel und Infektionsrisiko hat, aus vielfältigsten Gründen. Die Unternehmen stehen dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne Anrecht auf Staatshilfen da (weil sie ja offen sind)... aber eben nur mit einem Bruchteil der Kundschaft.

    Bei mir im gentrifizierten berliner Besserverdienerkiez ist üblicherweise jeden Samstag Wochenmarkt und jeden Sonntag Flohmarkt um einen der größeren Plätze herum aufgebaut. Letzterer ist zwar derzeit ausgesetzt, aber auf dem Wochenmarkt treibt sich bei schönem Wetter der halbe Bezirk herum. Auch während des Lockdowns. Im Park - nebst Spielplatz - daneben ist es nicht anders.

    Als vor ein paar Wochen hier mal tatsächlich Schnee liegen geblieben ist, haben die jungen Eltern Anfang 40, die hier überall die luxussanierten Eigentumswohnungen gekauft, oder für teures Geld angemietet haben, sofort Schlitten besorgt, ihren Nachwuchs drauf gesetzt und ihn über den Rollsplit auf den Gehwegen in den Park geschleift. Da ist zwar auch nicht das geringste Gefälle in der Landschaft, aber Hauptsache man konnte auf engstem Raum mit hnderten von anderen zusammen "Schlitten fahren".

    Vor den diversen Imbissbuden, Außerhausverkäufen der Restaurants, sowie vor- und in den Bio- und Supermärkten steht man regelmäßig Schlange - auch gerne dicht gedrängt und natürlich am liebsten mit Mama, Papa, und Kindern zusammen.

    Als nach dem ersten Lockdown im Frühjar des letzten Jahres die Geschäfte, Restaurants und Bars unter Auflagen wieder öffnen durften, war hier überall die Hölle los. Auch jetzt sehen die kleinen Parks zwischen den Häuserschluchten nach jedem etwas wärmeren Wochenende schon wieder aus, als hätte da die Loveparade stattgefunden und ihren Müll hinterlassen.


    Die Leute die hier leben sind andererseits genau von der bildungsbürgerlich-informierten Sorte, die das Pandemiegeschehen mit Sicherheit medial und sozialmedial rund um die Uhr verfolgt und der man nicht nachsagen kann, sie wüsste es nicht besser.


    Das ist natürlich rein anekdotisch und betrifft nur einen relativ "jungen" (also unter 60) - Teil der Gesellschaft, der zudem noch größtenteils in Berufen arbeitet, die man auch im Home Office erledigen kann.

    Aber wenn selbst dieser gut gebildete, und mit dem Lockdown rein finanziell noch ganz gut klar kommende Teil der Gesellschaft schon bei der kleinsten Gelegenheit, mal alle fünfe gerade sein zu lassen seine individuelle, bzw. familiäre Freiheit höher bewertet, als den allgemeinen Infektionsschutz, dann würde ich mal schwer davon ausgehen, dass selbst die zaghaftetste Öffnung der Geschäfte nach dem ewigen Lockdown auch vom Rest der Bevölkerung so großzügig wie möglich ausgelegt und begeistert in Anspruch genommen wird.


    Insofern erscheint mir die Argumentation, es hülfe der Wirtschaft - insbesondere dem Einzelhandel und den Gastronomiebetrieben - nichts, den Lockdown jetzt zu lockern (atmende Öffnungsmatrix - was für ein Neusprech-Ungetüm!) dann doch etwas unrealistisch.


    Man muss sich langsam einfach eingestehen, dass wir nicht nur mit einer Regierung leben, die - je nach Interessenlage der KritikerInnen - entweder zu unfähig, zu korrupt, oder zu Arbeitgeberverbands- und Pharmalobbyhörig (vermutlich sogar all dies zusammen) ist, um eine Pandemie wirksam einzudämmen, sondern auch mit einer Gesellschaft, die solche Regierungen wählt, und schlicht nie gelernt hat, ihre Ansprüche auf die eigene individuelle Freiheit so einzuschränken, dass es tatsächlich weh tut, um damit letztendlich nicht nur dem Rest der Gesellschaft, sondern mittelfristig auch sich selbst zu helfen.


    Das zum Marktsubjekt geformte Idividuum fühlt sich offensichtlich ohne Markt so nutzlos, dass ihm die Öffnung der Märkte jetzt dringlicher erscheint, als der langfristige Schutz einer Gesellschaft, ohne die es überhaupt keine Märkte gäbe.

  • Damit hätte man eventuell letztes Jahr das Feuer austreten können, bis dann alle wieder in den Sommerurlaub wollten, heuer ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl ist das unmöglich.

    Utan hat da recht, die Hyperindividualisierung ist zu weit fortgeschritten.

  • Hausärzte sollen Schnelltests durchführen - die halten von der Idee gar nichts


    06.44 Uhr: Zukünftig sollen Hausärzte auch Corona-Schnelltests durchführen. Was zunächst nach einer guten Idee klingt, um Infektionsketten zu durchbrechen, stößt in der Branche auf wenig Gegenliebe. Ulrich Weigeldt, Chef des Deutschen Hausärzteverbandes, kritisiert gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Man kann nicht alle Versäumnisse der Politik auf die Praxen verlagern."


    Mein Gefühl ist auch die Praxen sind schon überlastet, ohne Impfungen und ohne Schnelltests. Statt dessen sollte man einfach mal mehr auf Mobil-Team setzen, die an verschiedenen hochfrequentierten Plätzen Laufkundschaft abgreifen ... Ich erlebe Medizinische Fachangestellte (Arzthelferinnen) die ich 20 Jahre kenne chronisch am Rande eines Nervenzusammenbruchs und darüber hinaus.

  • Hausärzte sollen Schnelltests durchführen - die halten von der Idee gar nichts


    06.44 Uhr: Zukünftig sollen Hausärzte auch Corona-Schnelltests durchführen. Was zunächst nach einer guten Idee klingt, um Infektionsketten zu durchbrechen, stößt in der Branche auf wenig Gegenliebe. Ulrich Weigeldt, Chef des Deutschen Hausärzteverbandes, kritisiert gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Man kann nicht alle Versäumnisse der Politik auf die Praxen verlagern."


    Mein Gefühl ist auch die Praxen sind schon überlastet, ohne Impfungen und ohne Schnelltests. Statt dessen sollte man einfach mal mehr auf Mobil-Team setzen, die an verschiedenen hochfrequentierten Plätzen Laufkundschaft abgreifen ... Ich erlebe Medizinische Fachangestellte (Arzthelferinnen) die ich 20 Jahre kenne chronisch am Rande eines Nervenzusammenbruchs und darüber hinaus.

    Das ist diese deutsche Denke, dass JEDE fehlerhafte Anwendung verhindert und JEDES positive Testergebnis gemeldet werden muss. Und deshalb dürfe am besten nur jemand mit Medizinstudium Schnelltests durchführen um die geplanten Lockerungen abzusichern. Es ist zum Schreien. Kann man das Schulen und Kindergärten nicht selber überlassen wie sie testen wollen? Kann man evtl. nicht sogar die Eltern mit einbeziehen?

    Aber was will man auch erwarten? In einem Land in dem ein Bürgermeister der Großstadt Halle zurücktreten muss, weil er sich beim Impfen vermeintlich vordrängelte und in aller Öffentlichkeit von M.Lanz (!) gegrillt werden darf, während sich die Impfstoffe schon jetzt und bald noch mehr in den Kühlschränken stapeln, gilt bis zum bitteren Untergang: „Genauigkeit geht vor Schnelligkeit.“

    Dass man es jetzt wirklich mal genau umgekehrt machen sollte und dieser Bürgermeister nicht einen Tadel, sondern für seinen Pragmatismus eher ein Lob verdient hätte, verstehen in diesem bemitleidenswerten Land wahrscheinlich viele Menschen erst gar nicht.


    Als der OB von Rostock (ein Däne, wie könnte es anders sein!) gestern in der selben Sendung das so ziemlich größte unserer Probleme umriss (bürokratische Hürden!) habe ich innerlich gefeiert.


    Er so: „Ich wollte auf dem Marktplatz vom DRK Zelte für Tests aufbauen lassen“

    Lanz: „Und?“

    Er weiter: „Ging nicht. Eine solche Dienstleistung hätte ich vorher bundesweit ausschreiben lassenmüssen, da es sich um öffentliche Mittel handelt“


    Und da frag ich mich schon: Habt ihr sie noch alle?! Kann man so etwas nicht genauso aussetzen wie diverse Grundrechte?! Sind jetzt sogar solche Verordnungen wichtiger?


    Später machte er noch den Vorschlag nach dieser Pandemie alle Gesetze in diesem Land auf Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Er liest vor-kleines demokratisch gewähltes Gremium; kurze Entscheidung - brauchen wir? Brauchen wir nicht? Fertig.


    -Laola im Kopf-

  • Das ist diese deutsche Denke, dass JEDE fehlerhafte Anwendung verhindert und JEDES positive Testergebnis gemeldet werden muss.


    -Laola im Kopf-


    Ja, jeder staunt über Deutschlands Bürokratie, immer alles einwandfrei und in dreifacher Ausfertigung, sogar Menschheitsverbrechen werden bürokratisch einwandfrei abgewickelt ...


    Sputnik wird in der halben Welt verimpft, auch in der Ost-EU, aber in der Rest-EU bestehen wir noch auf einen Stempel, hoffentlich hat man den nicht verlegt. Die Zulassung soll ja in Bearbeitung sein, vielleicht auch die lizensierte Produktion?


    Eben Laumann/NRW in der BPK "wir können nicht mal eben alle Ärzte impfen lassen, da bräuchten wir millionen Impfungen, die wir nicht haben"...

  • Das ist diese deutsche Denke, dass JEDE fehlerhafte Anwendung verhindert und JEDES positive Testergebnis gemeldet werden muss. Und deshalb dürfe am besten nur jemand mit Medizinstudium Schnelltests durchführen um die geplanten Lockerungen abzusichern. Es ist zum Schreien. Kann man das Schulen und Kindergärten nicht selber überlassen wie sie testen wollen? Kann man evtl. nicht sogar die Eltern mit einbeziehen?


    Aber ehrlich gesagt, wenn du das so siehst, warum dann der Lobo-Artikel? Das wäre genau mein Punkt, welche Erwartung hätte man an eine "umfassende Teststrategie" mutmaßlich von der Bundesregierung oder zumindestens den Ländern kommend, wenn man sich aufregt, dass sie erst im März käme. Dass sie für alle möglichen privaten und öffentlichen Einrichtungen in Deutschland Mustertestkonzepte entwickeln? Die Tests kaufen und dorthin verteilen? Personal zur Testdurchführung schulen und dorthin schicken? Ich kann dich beruhigen diese Arbeit wird sich niemand machen.


    Was du da beanstandest ist doch längst freigegeben. Wenn man ein Hygienekonzept vorzeigen muss, dient das hauptsächlich dazu, dass auch eines entwickelt wird. Ich bezweifle bei der Vielzahl, dass irgendjemand vor hat kleinteilig reinzuregieren.

  • Als der OB von Rostock (ein Däne, wie könnte es anders sein!) gestern in der selben Sendung das so ziemlich größte unserer Probleme umriss (bürokratische Hürden!) habe ich innerlich gefeiert.


    Er so: „Ich wollte auf dem Marktplatz vom DRK Zelte für Tests aufbauen lassen“

    Lanz: „Und?“

    Er weiter: „Ging nicht. Eine solche Dienstleistung hätte ich vorher bundesweit ausschreiben lassenmüssen, da es sich um öffentliche Mittel handelt“


    Klingt nach einem gefälligen Geschichtchen. Aber was genau soll "öffentliche Mittel" heißen und gab es wirklich keinen Weg daran vorbei?


    Ich meine, die haben zum Beispiel im November ein neues Testzentrum offenbar geplant und kurzfristig eröffnet.


    https://www.rostock-heute.de/c…zentrum-hansemesse/114551


    Zitat

    Aufgrund steigender Corona-Neuinfektionen plant die Hansestadt Rostock die Errichtung eines zweiten Corona-Testzentrums. Entstehen soll es in der Hansemesse Schmarl. Ob und wann das neue Testzentrum in Betrieb geht, steht allerdings noch nicht fest – die Finanzierung ist bislang unklar.


    Fünf Tage später:


    https://www.rostock-heute.de/c…se-rostock-schmarl/114618


    Zitat

    In Rostock gibt es ein zweites Corona-Testzentrum. Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen und Prof. Dr. Emil Reisinger, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Rostock, eröffneten heute Mittag das zweite Abstrichzentrum der Hansestadt.


    Also frage ich mich so ein bisschen, auf dem Marktplatz kann man die Testzelte nicht aufstellen? Zumal:


    Zitat

    Bereits Ende März hat Rostock an der Stadthalle ein zweites Abstrichzentrum eingerichtet. Aufgrund mangelnder Nachfrage stellte es jedoch schon Mitte April seinen Betrieb wieder ein.

  • Sputnik wird in der halben Welt verimpft, auch in der Ost-EU, aber in der Rest-EU bestehen wir noch auf einen Stempel, hoffentlich hat man den nicht verlegt. Die Zulassung soll ja in Bearbeitung sein, vielleicht auch die lizensierte Produktion?


    Das scheint schon ein deutlicher Schub zu sein. Neben Ungarn hat auch Slovensko bestellt. Wenn die den gleichen Anteil an Impfstoff aus der EU-Bestellung bekommen wie Deutschland, dann hätte Ungarn 1.2 M und Slovensko 600 K Dosen erhalten.


    https://www.euronews.com/2021/…nik-v-coronavirus-vaccine


    Zitat

    A military cargo plane with 200,000 doses of Russia's Sputnik coronavirus vaccine landed in the eastern Slovakian city of Kosice on Monday.


    Das ist ein Plus von 33% für die slowakische Impfkampagne natürlich ordentlich. Ungarn ist schon mehrfach beliefert worden. Ich habe da nicht gleich einen Überblick gefunden, aber ca. 400 K Dosen werden es wohl mindestens sein, was auch wieder 33% sind.


    Nun muss man natürlich sagen, könnte der russische Hersteller Deutschland auch 3.2 M Dosen liefern? Oder der EU 18 M? Auf einzelne kleinere Länder verteilt sind die Zahlen beeindruckender und machen dort auch einen größeren Unterschied. Ist vielleicht auch ein Grund die EU-Zulassung nicht zu durchlaufen. Da würde man vermutlich einen kleinen Beitrag unter vielen leisten. Aber wäre interessant mal alle ausgelieferten Sputnik-V-Dosen zusammengerechnet zu sehen, als Abschätzung für deren Kapazität in der Produktion, die soweit ich weiß geheim ist?


    Orban hat sich übrigens lieber mit dem Impfstoff von Sinopharm impfen lassen, denn:


    Zitat

    Before receiving the vaccine, Orban had said that he would choose to receive the Chinese-made vaccine because he trusted it the most.


    Vielleicht hat er für die Werbeaktion Rabatt bekommen.

  • Aber ehrlich gesagt, wenn du das so siehst, warum dann der Lobo-Artikel? Das wäre genau mein Punkt, welche Erwartung hätte man an eine "umfassende Teststrategie" mutmaßlich von der Bundesregierung oder zumindestens den Ländern kommend, wenn man sich aufregt, dass sie erst im März käme. Dass sie für alle möglichen privaten und öffentlichen Einrichtungen in Deutschland Mustertestkonzepte entwickeln? Die Tests kaufen und dorthin verteilen? Personal zur Testdurchführung schulen und dorthin schicken? Ich kann dich beruhigen diese Arbeit wird sich niemand machen.


    Was du da beanstandest ist doch längst freigegeben. Wenn man ein Hygienekonzept vorzeigen muss, dient das hauptsächlich dazu, dass auch eines entwickelt wird. Ich bezweifle bei der Vielzahl, dass irgendjemand vor hat kleinteilig reinzuregieren.

    Verstehe Deinen Punkt, wie so häufig, nicht. Ich stehe nur am Rand. Ich erwarte von dieser Regierung und demnach auch von "ihrer umfassenden Teststrategie" gar nichts mehr.


    Was ich weiß ist, dass Schnelltests ab diesem Wochenende bei Aldi zu bekommen sind... deutlich später als in anderen Ländern und deutlich später als möglich, weil es wohl keine Zulassungen gab. Meinetwegen soll sich diese Regierung fortan aus der Pandemiebekämpfung einfach raushalten.


    Was war also "längst freigegeben" und für wen? Für mich? Meinst Du Schnelltests in Apotheken? Ja gabs wohl vor 2 Wochen.... Und warum wurde von Seiten Regierung nichts kommuniziert...so nach dem Motto: "Wenn wir uns zu Hause testen, bevor wir irgendwo hingehen, können wir auch mehr aufmachen".... weil zu wenig da war? Die Überprüfbarkeit nicht gegeben war oder warum? Und warum gibt's das erst seit diesem Februar? Du wirst das sicher haarklein analysiert haben und eine super ausdifferenzierte Antwort zu geben können, die auch vom Pressesprecher des Gesundheitsamtes stammen könnte. Da freu ich mich schon drauf.


    Und "reinregieren" tut die Regierung meistens nur mit unterlassenen Zulassungen oder halt Verboten. Schicken werden die Niemanden. Da müsste man sich ja regelrecht "kümmern".

  • Hausärzte sollen Schnelltests durchführen - die halten von der Idee gar nichts


    06.44 Uhr: Zukünftig sollen Hausärzte auch Corona-Schnelltests durchführen. Was zunächst nach einer guten Idee klingt, um Infektionsketten zu durchbrechen, stößt in der Branche auf wenig Gegenliebe. Ulrich Weigeldt, Chef des Deutschen Hausärzteverbandes, kritisiert gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Man kann nicht alle Versäumnisse der Politik auf die Praxen verlagern."


    Mein Gefühl ist auch die Praxen sind schon überlastet, ohne Impfungen und ohne Schnelltests.


    Also bei den Impfungen hieß es immer "die Hausärzte", sprich irgendwelche, verlangen, dass sie auch eingebunden werden.

  • Klingt nach einem gefälligen Geschichtchen. Aber was genau soll "öffentliche Mittel" heißen und gab es wirklich keinen Weg daran vorbei?

    Ja, das wirst Du sicherlich viel besser einschätzen können als dieser Bürgermeister, nicht wahr Schlaubi-Schlumpf? Und außerdem floppte das ja sowieso... also was erzählt dieser Mann....


    Ich kann mir das verordnungstechnisch ganz wunderbar vorstellen, weil Zelte gekauft werden mussten, die es vielleicht noch gar nicht gab und das Budget für eine solche Aktion eben entsprechend hoch war, so dass eine Ausschreibung notwendig wurde. "Öffentliche Mittel" meint Steuergelder.... oder was dachtest Du jetzt?

  • Zu der Frage, ob das mit der Reserve an Dosen, die nicht sofort verimpft werden, gerechtfertigt ist und weil ich gerade einen neuen Lieferplan für Astrazeneca gefunden habe, hier mal die vier neusten in zeitlicher Abfolge zusammengefasst:


    bisher geliefert 18/02 27/02 Vsl. 27/02
    29/02-04/03 08/03-09/03 11/03 11/03-12/03 18/03 KW11 25/03 KW12 01/04 KW13
    2021-02-15 736.800 736.800 1.058.400 657.600
    249.600 556.800 669.600
    948.000
    2021-02-20 736.800 705.600 650.400 1.080.000 249.600 556.800 669.600
    948.000
    2021-02-26 1.452.000 - 650.400 1.080.000 249.600 556.800 669.600
    948.000
    2021-03-04 2.102.400 - - - 960.000 364.800 556.800 669.600
    948.000


    Also ein Beispiel, wenn ein Impfzentrum auf der Basis des Lieferplans vom 15.2. vor zwei Wochen für diese Woche Termine vergeben hätte und mit der 1 M Dosen, die nach dem Plan letzte Woche geliefert werden sollten, geplant hat, dann hätten sie Dienstag 2/3 Drittel davon erhalten.


    Man kann bei Pfizer/Biontech argumentieren. Die liefern mittlerweile so zuverlässig, dass man die Reserve kleiner halten kann. Aber warum soll sich nicht auch da mal eine Lieferung um eine Woche verschieben oder meinethalben halbieren. Und dann kommt der ganze Ablauf ins Straucheln, weil sich hunderttausende Personen neue Termine geben lassen müssen.

  • Übrigens bei den Briten ist das mit Astrazeneca auch nicht so anders, ich nehme an deren Comirnaty kommt ebenfalls halbwegs zuverlässig, also muss der Rückgang bei den Impfungen seit Mitte Februar, der sich auch diese Woche wieder deutlich zeigt, durch Astrazeneca verursacht werden. (Womit ich die Abzweigung aus der EU-Produktion um UK beliefern zu können, weiterhin für möglich halte.)


    Es gib eine entgegenlautende Erklärung, dass man stattdessen Dosen zurück gehalten hat, um vermehrt Zweitimpfungen durchführen zu können. Ich vermute das ist spin. Ohne Zweifel haben sie bei den Zweitimpfungen deutlich mehr gemacht, aber wenn man beides zusammenrechnet, kommt man immer noch auf weniger. Aber mal schauen, ob die angeblich "angesparten" Dosen in der Bilanz in den nächsten Wochen auftauchen.


    In jedem Fall führt die Astrazeneca-Versorgungslage am Ende zu sowas hier:


    https://www.bbc.co.uk/news/world-europe-56279202


  • Wemire


    Ich möchte die ganzen komplexen Abläufe auch nicht koordinieren müssen und mit allen nachgelagerten Stellen absprechen ... aktuell scheint alles mit Logistik am Anschlag zu laufen (auch wenn es gefühlt nicht den Eindruck macht).


    Letztlich ist es alles Geschäft und es geht nur um die Kröten, immer irgendwie, bei allen. Die Tiefkühl-Cargo der Lufthansa ist ein hochprofitables Geschäft, die machen mit Impfstoffen aktuell mehr Geld wie mit wie Ferienfliegern.



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