Interessante Sendungen und Links

  • Denen hat das prima gefallen, damit können sie "arbeiten".

    Das ist ja das Elend am politischen "Journalismus".

    Für Ehrlichkeit, starke Meinungen und Haltung wird man nicht belohnt, man wird angegriffen. Es profitiert der aalglatte Berufspolitiker.

    Richtig. Aber, was bedeutet das für ein Land, wie Deutschland? Weißt Du, was ich seit dieser Pandemie klipp und klar sehe? Ich sehe in unserer Regierung und den meisten Politikern keine Gestalter oder „Macher“, wie es sicherlich sein sollte... Ich sehe in Merkel, Altmaier und Scholz nichts anderes als eine Behörde. Dieses Land wurde verwaltet; schwarze Null, Stabilität, hier und da mal ein Aufreger, aber das war es. Olaf Scholz wäre doch genauso gut ein super Sparkassendirektor. Altmaier könnte ich mir auch super in einer oberen Wasserbehörde vorstellen... Keine dieser Figuren hat doch jemals eine Idee für dieses Land gehabt! Ich habe sogar das Gefühl, dass die darin auch gar nicht ihre Aufgabe sehen. Es geht um „Recht und Gesetz“ wahren und darum Rahmenbedingungen einzuhalten (schwarze Null). Willkommen in der Behörde!!

    Und die Journalisten von BD? Begleiten dieses Spiel seit Jahren derart unkritisch, dass bloß niemand auf die Idee kommt, es gäbe eine andere, gestaltende Politik.

    Habeck steht nicht für „Behörde“. Das gefällt mir... und das ist heutzutage auch schon verdammt viel.

  • jep, "wer visionen hat soll zum arzt gehen" war halt leider immer die devise, wenn man etwas zeitgeschichte gelten lässt machte das nach 2 weltkriegen die europa in schutt und asche gelegt haben auch erstmal ne weile lang sinn vor allem stabilität herzustellen und zu verwalten. aber die zeiten sind halt vorbei, selbst ohne corona und die klimakrise wo man gestalter unbedingt bräuchte hatte das system doch schon lange risse, die afd gibts ja relativ unabhängig von diesen themen, trump auch.


    was mich zb dein @Danton post bezüglich der ddr kürzlich geleehrt hat ist wie selten man eigentlich über die richtig großen linien reflektiert, wie schnell diese dinge in den hintergrund treten und man nur noch im tagesgeschäft gefangen ist. hat hier zb irgendjemand noch ne vorstellung wie sein leben vor dem internet aussah? was das alles für auswirkungen hat? ich meine mit facebook, google und amazon gibts 3 riesenfirmen die in dem bereich groß geworden sind, die gabs grob die hälfte meines lebens gar nicht und die haben eine machtkonzentration, die bedenklich ist. wie oft denkt man da drüber nach?


    also was ich damit vor allem sagen will ist, dass ich genauso wie ich die überwachung im ddr staat als reaktion auf eine traumatische erfahrung für sozialisten im dritten reich eher verstehen kann, kann ich auch verstehen, dass gerade deutsche bundesregierungen nach dem dritten reich lange das rad nicht unbedingt neu erfinden wollten, am ende kommt was doofes dabei raus. und ich mein da gabs trotzdem viel ich sag jetzt einfach mal neoliberalen schweinkram dazu, den man trotzdem nicht machen hätte müssen, aber bis zu nem gewissen punkt kann ichs verstehen. aber über den punkt wo man das noch hätte gelten lassen können, wo man die notwendigkeit für veränderung ignorieren konnte ist schon ne weile vorbei. ich hoffe wir kriegen die kurve, die stümperei der union lässt zumindest ein kleines fenster offen

  • Denen hat das prima gefallen, damit können sie "arbeiten".

    Das ist ja das Elend am politischen "Journalismus".

    Für Ehrlichkeit, starke Meinungen und Haltung wird man nicht belohnt, man wird angegriffen. Es profitiert der aalglatte Berufspolitiker.

    Ganz altes Prinzip. Jeder, der sich mit einer starken Haltung exponiert, weiss, dass er sich damit angreifbar macht, weil der auf Aufmerksamkeit angewiesene Journalismus Konflikte benötigt. Das wiederum macht diesen berechen- und damit instrumentalisierbar, was seitens der Politik gebraucht wird, die ihrerseits damit arbeiten kann.

    Problem ist nicht ein typisch agiernder Journalismus sondern ein atypisch agierender, weil z.B. transatlantisch durchsetzter. Oder überspitzt formuliert, ein Problem ist nicht der kreischende, sondern der schweigende Journalismus.

  • Ich sehe in Merkel, Altmaier und Scholz nichts anderes als eine Behörde. Dieses Land wurde verwaltet; schwarze Null, Stabilität, hier und da mal ein Aufreger, aber das war es. Olaf Scholz wäre doch genauso gut ein super Sparkassendirektor. Altmaier könnte ich mir auch super in einer oberen Wasserbehörde vorstellen... Keine dieser Figuren hat doch jemals eine Idee für dieses Land gehabt! Ich habe sogar das Gefühl, dass die darin auch gar nicht ihre Aufgabe sehen. Es geht um „Recht und Gesetz“ wahren und darum Rahmenbedingungen einzuhalten (schwarze Null). Willkommen in der Behörde!!

    Das ist eine Mustergültige beschreibung von "Postdemokratisch".

  • naja in fast alle Länder Europas sind " Altparteien " verschwunden


    Selbst die ÖVP hat Herrn Kurz unterwerfen müssen um relevant zu bleiben


    In DE kommen auch in immer kürzere Abstände immer neuere Parteien, die irgendwann die Alt-Parteien zumindest das Durchregieren schwer machen

    --

    auf der "linke "Seite:


    Grüne

    WASG/ die Linke

    Piraten ?

    Die PARTEI


    auf der rechte Seite


    AFD

    FW


    weitere werden folgen


    Wer nicht mit der Zeit geht wird mit der Zeit gehen ^^

  • Das ist eine Mustergültige beschreibung von "Postdemokratisch".

    Utan gab mir den Link zum Nachtwächterstaat.

    Geht alles in die gleiche Richtung. Die Quintessenz lautet: wir werden nicht regiert. Die Politik schaut zu und wahrt Eigentumsrechte. Fertig.


    Man braucht sich über Politikverdrossenheit in diesem Land nicht mehr zu wundern. Was ich trotzdem nochmal andiskutieren wollen würde ist folgendes: Wenn unsere Politiker eigentlich schon als Berufspolitiker anfangen und seltenst Bekanntschaften mit Behörden „von Außen“ gemacht haben... wenn diese Politiker also nur noch in einer politischen Blase „eingearbeitet“ werden, die ihre Informationen hauptsächlich aus der Presse oder E-Mail-Kontakt bezieht aber selber ohne eigenständige Biografie im Arbeitsleben auszukommen glaubt, weiß ich z.B. gar nicht woher, wodurch oder wozu ein Gestaltungswille vorhanden sein soll?! Was soll denn Phillip Amthor mit seinen 30Jahren für Veränderungen in diesem Land anstreben? Bessere Schultoiletten? Digitale Hörsäle? Ist doch klar, dass ihm offenbar außer seinem Kontostand wenig interessiert. Und hier liegt vielleicht auch einer der wichtigsten Gründe warum die Linke und die SPD so schwach wirken. Es bräuchte dort tatsächlich so etwas wie einen Arbeiterführer, der sich artikulieren kann und es aus seiner Biografie heraus wirklich ernst meint. Ich nehme Olaf Scholz seine Rolle als SPD-Kanzlerkandidaten eben nicht ab! Der Mann ist Sparkassendirektor und kein Arbeiterführer. Der Mann hat, wenn überhaupt, bürokratische Visionen, aber keine Vision darüber wie Arbeit im 21.Jh. arbeitnehmergerecht gestaltet werden kann, schon allein deshalb weil er die von Ihm zu gestaltende Arbeitswelt allerhöchstens mal für ein paar Monate als Student kennengelernt hat.

    Es braucht eine völlig neue politische Kultur. Die Leute müssen aus der echten Arbeitswelt in die Parlamente, ansonsten bleiben Bundes- und Landtage Behörden, die sich zwar im Verwalten aber nicht mehr im Gestalten verstehen.

    Nachdem mir z.B. eine Behörde bei einem wirklich sauberen und einfachen Klimaschutzprojekt, das sich für alle auch wirtschaftlich gelohnt hätte, Knüppel zwischen die Beine warf, spiele ich wirklich mit dem Gedanken aus reiner Wut in eine Partei einzutreten und so lange politisch zu wirken, bis ich glaube, dass Klimaschutzmaßnahmen in diesem Land den Stellenwert bei allen Behörden haben, den er haben muss um die Energiewende noch gelingen zu lassen.

    Ich möchte wetten, dass allein unsere Behörden im Land mindestens die selbe Baugröße und Leistung an EE-Systemen verhindert haben, als die die heute zum Glück steht. Es mag hier und da auch wirklich gute Gründe gegeben haben. Es könnte aber auch locker die doppelte Menge sein, wenn man nicht jeder Zaunlerche die Priorität hätte zukommen lassen. Zu so einem Thema würde ich gerne politisch aktiv werden oder mal einen Politiker sehen, der sich damit auskennt und sinnvolle Vorschläge macht. Ich kenne wirklich keinen einzigen...weil...woher soll’s auch kommen?!

  • @Danton die Leute sind nicht Politk verdrossen sondern Politikerverdrossen


    nicht umsonst entstehen neue Parteien in DE die rege Zulauf haben.


    Wenn der Staat nicht mal für Scheißhäuser in den Schulen und für den Rechtsstaat z.B. Gerichte, Polizei ( vor Corona) sorgen bzw dass die verdammte November!hilfen nicht auszahlen kann hat der Regierung ihre Daseinberechtigung verloren.


    ich weiß Scheißhäuser bauen ist weniger sexy als Rassimus etc zu diskutieren aber ist blödeweise deie eigentliche Aufgabe der Politker

  • Ja @Danton , verstehe die Stossrichtung aber auch die Linken kommen aus keinem nennenswerten beruflichen Alltag, siehe linkes www... (Wellsow, Wissler, Wagenknecht...)


    Wegen deiner Wut bzgl. des energiepolitischen Dunkel-Lobbyismus - 2 deiner Hauptgegner sind im Zuge der Unionsskandale wegen auffälliger Rechtstreue gerade auffällig geworden und stehen hier:

    Joachim Pfeiffer - zuverlässiges Sinkhole für allen EE-Fortschritt in der Union in seiner Funktion als energiepolitische Sprecher der Unionsfraktion

    Thomas Barreiss - aserbaidschan-affiner Klimawandelmasseur in seiner Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär des BMWi


    :/ Beide haben aber eine reale berufliche Laufbahn hinter sich.

  • :/ Beide haben aber eine reale berufliche Laufbahn hinter sich.

    Ja...beide hielten es bis zu ihrem 30. Lebensjahr aus. Dann ging Barreiss in den Bundestag.


    Pfeiffer LEITETE mit 30 Jahren die Wirtschafts- und Arbeitsförderung Stuttgart. Ich möchte mal behaupten, dass ihm seine Position als Vorsitzender der CDU-Fraktion im Verband Region Stuttgart dabei half auf so einen Posten, der der städtischen Verwaltung angegliedert ist, zu kommen. Wenn ich diese "Arbeit" mal außen vor lasse, reden wir bei beiden von 5 bis 6 Jahren Berufserfahrung. Das ist sicherlich nicht nichts, aber eigentlich waren beide mit 30Jahren schon so weit oben auf der politischen Karriereleiter, dass man sich fragen muss: Wer oder was hat sie dahin gebracht? Haltung? Politische Ideen? Alte Menschen, die ihre politischen Träume auf diese jungen Männer projizierten?

    Ich verstehe ja auch, worauf Du hinauswillst: Vielleicht kann man nur mit wirtschaftlichem Background die entsprechend kriminelle Phantasie dafür entwickeln sich die Taschen vollzumachen.... allerdings würde ich mir mal Menschen Bundestag wünschen, die nicht mit 15 Jahren schon in der jungen Union waren, sondern zur Politik kamen, weil sie sich im normalen Alltag oder der Arbeitswelt an etwas gestoßen haben, dass sie nur noch auf der politischen Ebene glaubten lösen zu können. Für mich sind das beide echte Berufspolitiker.

  • Ich verstehe ja auch, worauf Du hinauswillst: Vielleicht kann man nur mit wirtschaftlichem Background die entsprechend kriminelle Phantasie dafür entwickeln sich die Taschen vollzumachen...

    8) Wollte eigentlich darauf hinaus, dass heutzutage bei der JobGüte auch ne Berufslaufbahn im Ernstfall vor genau gar nichts schützt aber man kann sie auch als Voraussetzung sehen.:thumbup:

  • ich finde es schwierig bei dem thema zu pauschalisieren, die freien wähler sind zb ne partei, die ja schon sehr über dieses "wir haben noch kontakt zur arbeit, zum normalen menschen" kommen. haben die vernünftige visionen? eher nicht.

    Pauschalisieren ist sicher immer schwierig, weil man dann bei jedem Gegenbeispiel ein Stück zurückrudern muss. Ich versuch es mal so: Wir brauchen eine neue politische Kultur!

    Diese Verwaltungshaltung unserer (größtenteils) Berufspolitiker wird unsere Probleme, die wir bereits jetzt schon haben, nicht lösen. Ich habe den politischen Wettbewerb auch mal als Ideenwettbewerb begriffen. Ich glaube sogar, dass politischer Wettbewerb auch mal so geführt wurde. Davon kann ich heute nichts mehr erkennen. Ich kann natürlich auch ganz ergebnisoffen mal die Frage stellen: Woran liegt das?


    Mein 2. Antwortversuch: Vor vielen Jahren schon entwickelte sich in meinem Kopf einmal die These, dass mit permanentem Wirtschaftswachstum und der permanenten Angebotsausweitung für jedes noch so kleine menschliche Bedürfnis jeder Mensch auf allen möglichen Ebenen zu einem Konsumenten verkommt. Verloren geht Phantasie, Gestaltungskraft und sicherlich auch Kreativität. Wenn mir als Kind z.B. langweilig war, ich hatte keinen Nintendo und auch keine Playstation, musste ich mir noch etwas einfallen lassen. Im Großen ist es vielleicht ähnlich. Wenn es für alles "eine Lösung" gibt, die ich einfach kaufen kann, verkümmert mit Sicherheit auch die Phantasie für politische Gestaltungsmöglichkeiten und Lösungen.

    Die Kommunikation, die wir hier z.B. führen, empfinde ich für mich als extrem bereichernd. Wenn ich es mir allerdings mal so recht überlege, müsste ich diese Gespräche aber am besten vor Ort, in einem Gemeindehaus mit echten Mitmenschen in meiner Stadt führen und Schritt für Schritt Pläne entwickeln. So....bleibe ich in diesem Forum ein Konsument, der seine Bedürfnisse zwar befriedigt, aber nicht wirklich aktiv wird. Das ist nur ein ganz kleines, naheliegendes, Beispiel.

  • Ehrenmann Dobrindt solll ja neulich im Tagesspiegel-Interview* davor gewarnt haben, dass man mit allzu brutalstmöglicher Aufklärung die Zusammensetzung des Parlamentes signifikant verändern würde - so nach dem Motto: Wenn unsere Leute mit ihren Mandaten keinen Reibach mehr machen können, dann verliert die Politik ja gänzlich die Bodenhaftung mit der Privatwirtschaft!


    Wie man's macht isses verkehrt.:(


  • Pauschalisieren ist sicher immer schwierig, weil man dann bei jedem Gegenbeispiel ein Stück zurückrudern muss. Ich versuch es mal so: Wir brauchen eine neue politische Kultur!

    Diese Verwaltungshaltung unserer (größtenteils) Berufspolitiker wird unsere Probleme, die wir bereits jetzt schon haben, nicht lösen. Ich habe den politischen Wettbewerb auch mal als Ideenwettbewerb begriffen. Ich glaube sogar, dass politischer Wettbewerb auch mal so geführt wurde. Davon kann ich heute nichts mehr erkennen. Ich kann natürlich auch ganz ergebnisoffen mal die Frage stellen: Woran liegt das?


    Mein 2. Antwortversuch: Vor vielen Jahren schon entwickelte sich in meinem Kopf einmal die These, dass mit permanentem Wirtschaftswachstum und der permanenten Angebotsausweitung für jedes noch so kleine menschliche Bedürfnis jeder Mensch auf allen möglichen Ebenen zu einem Konsumenten verkommt. Verloren geht Phantasie, Gestaltungskraft und sicherlich auch Kreativität. Wenn mir als Kind z.B. langweilig war, ich hatte keinen Nintendo und auch keine Playstation, musste ich mir noch etwas einfallen lassen. Im Großen ist es vielleicht ähnlich. Wenn es für alles "eine Lösung" gibt, die ich einfach kaufen kann, verkümmert mit Sicherheit auch die Phantasie für politische Gestaltungsmöglichkeiten und Lösungen.

    Die Kommunikation, die wir hier z.B. führen, empfinde ich für mich als extrem bereichernd. Wenn ich es mir allerdings mal so recht überlege, müsste ich diese Gespräche aber am besten vor Ort, in einem Gemeindehaus mit echten Mitmenschen in meiner Stadt führen und Schritt für Schritt Pläne entwickeln. So....bleibe ich in diesem Forum ein Konsument, der seine Bedürfnisse zwar befriedigt, aber nicht wirklich aktiv wird. Das ist nur ein ganz kleines, naheliegendes, Beispiel.

    ja, also was das problem betrifft sind wir uns einig. leute die verantortung tragen regieren und gestalten nicht mehr wirklich, sie verwalten nur. wenn der armutsbericht sich zu schlecht liest überlegt man sich nicht, wie man das ändern kann, sondern streicht halt die gröbsten stellen wieder raus oder formuliert sie wenigstens bekömmlicher um. wenn irgendwas gemacht wird, dann meistens weil ne starke lobby das so will, oft auch nur zum vorteil dieser lobby, selbst wenn die allgemeine bevöllkerung davon benachteiligt wird. die entscheidung die impf und maskenproduktion nicht zu verstaatlichen ist da zb eine, die gerade sehr aktuell ist und eigentlich nur für die pharma und textil-lobby gut ist.


    ich bin nur etwas skeptisch im bezug auf deine hoffnung, dass praxisnähere politiker daran allzu viel ändern würden. und zwar zum einen, weil es viele beispiele gibt, die aufzeigen, dass die auf jeden fall auch große stümper sein können und zum anderen, weil ich jetzt auch nicht sehe wieso ne aufgeweckte studentin ohne große praktische berufserfahrung modern und visionär sein kann. ich persönlich hab in grunde auch 0 praktische berufserfahrung, bin aber deutlich fortschrittlicher unterwegs als unsere aktuellen politiker und große teile der medienlandschaft.


    hat maja göpel praxisnahe berufserfahrung? bin mir nicht sicher, aber würde mich wundern wenn die jemals wirklich aus dem sehr theoretischen uni- und forschungsbetrieb raus war. bekomm ich feuchte augen wenn ich ihr zuhöre weil da endlich mal jemand ausspricht was ich die ganze zeit denke und das auch noch viel besser und klarer formuliert? absolut ja!

  • ja, also was das problem betrifft sind wir uns einig. leute die verantortung tragen regieren und gestalten nicht mehr wirklich, sie verwalten nur. wenn der armutsbericht sich zu schlecht liest überlegt man sich nicht, wie man das ändern kann, sondern streicht halt die gröbsten stellen wieder raus oder formuliert sie wenigstens bekömmlicher um. wenn irgendwas gemacht wird, dann meistens weil ne starke lobby das so will, oft auch nur zum vorteil dieser lobby, selbst wenn die allgemeine bevöllkerung davon benachteiligt wird. die entscheidung die impf und maskenproduktion nicht zu verstaatlichen ist da zb eine, die gerade sehr aktuell ist und eigentlich nur für die pharma und textil-lobby gut ist.


    ich bin nur etwas skeptisch im bezug auf deine hoffnung, dass praxisnähere politiker daran allzu viel ändern würden. und zwar zum einen, weil es viele beispiele gibt, die aufzeigen, dass die auf jeden fall auch große stümper sein können und zum anderen, weil ich jetzt auch nicht sehe wieso ne aufgeweckte studentin ohne große praktische berufserfahrung modern und visionär sein kann. ich persönlich hab in grunde auch 0 praktische berufserfahrung, bin aber deutlich fortschrittlicher unterwegs als unsere aktuellen politiker und große teile der medienlandschaft.


    hat maja göpel praxisnahe berufserfahrung? bin mir nicht sicher, aber würde mich wundern wenn die jemals wirklich aus dem sehr theoretischen uni- und forschungsbetrieb raus war. bekomm ich feuchte augen wenn ich ihr zuhöre weil da endlich mal jemand ausspricht was ich die ganze zeit denke und das auch noch viel besser und klarer formuliert? absolut ja!

    Ich habe so meine Probleme mit Maja Göpel. Um genaue Beispiele zu nennen höre ich jetzt nochmal bei Tilo rein... Bis später. Danke für die Diskussion.

  • Utan gab mir den Link zum Nachtwächterstaat.

    Geht alles in die gleiche Richtung. Die Quintessenz lautet: wir werden nicht regiert. Die Politik schaut zu und wahrt Eigentumsrechte. Fertig.


    Man braucht sich über Politikverdrossenheit in diesem Land nicht mehr zu wundern. Was ich trotzdem nochmal andiskutieren wollen würde ist folgendes: Wenn unsere Politiker eigentlich schon als Berufspolitiker anfangen und seltenst Bekanntschaften mit Behörden „von Außen“ gemacht haben... wenn diese Politiker also nur noch in einer politischen Blase „eingearbeitet“ werden, die ihre Informationen hauptsächlich aus der Presse oder E-Mail-Kontakt bezieht aber selber ohne eigenständige Biografie im Arbeitsleben auszukommen glaubt, weiß ich z.B. gar nicht woher, wodurch oder wozu ein Gestaltungswille vorhanden sein soll?! Was soll denn Phillip Amthor mit seinen 30Jahren für Veränderungen in diesem Land anstreben? Bessere Schultoiletten? Digitale Hörsäle? Ist doch klar, dass ihm offenbar außer seinem Kontostand wenig interessiert. Und hier liegt vielleicht auch einer der wichtigsten Gründe warum die Linke und die SPD so schwach wirken. Es bräuchte dort tatsächlich so etwas wie einen Arbeiterführer, der sich artikulieren kann und es aus seiner Biografie heraus wirklich ernst meint. Ich nehme Olaf Scholz seine Rolle als SPD-Kanzlerkandidaten eben nicht ab! Der Mann ist Sparkassendirektor und kein Arbeiterführer.

    Aber die, die keine Berufspolitiker sind, sehen die Politik dann bloß als Nebentätigkeit an. Daraus resultiert das, womit die CDU grad massiv zu kämpfen hat: Dem berechtigten Vorwurf der Korruption.

    Zudem bleiben sie Bundestags Abstimmungen gerne mal fern. Gregor Gysi ist da so ein Negativ Beispiel..

  • ja, also was das problem betrifft sind wir uns einig. leute die verantortung tragen regieren und gestalten nicht mehr wirklich, sie verwalten nur. wenn der armutsbericht sich zu schlecht liest überlegt man sich nicht, wie man das ändern kann, sondern streicht halt die gröbsten stellen wieder raus oder formuliert sie wenigstens bekömmlicher um. wenn irgendwas gemacht wird, dann meistens weil ne starke lobby das so will, oft auch nur zum vorteil dieser lobby, selbst wenn die allgemeine bevöllkerung davon benachteiligt wird. die entscheidung die impf und maskenproduktion nicht zu verstaatlichen ist da zb eine, die gerade sehr aktuell ist und eigentlich nur für die pharma und textil-lobby gut ist.


    ich bin nur etwas skeptisch im bezug auf deine hoffnung, dass praxisnähere politiker daran allzu viel ändern würden. und zwar zum einen, weil es viele beispiele gibt, die aufzeigen, dass die auf jeden fall auch große stümper sein können und zum anderen, weil ich jetzt auch nicht sehe wieso ne aufgeweckte studentin ohne große praktische berufserfahrung modern und visionär sein kann. ich persönlich hab in grunde auch 0 praktische berufserfahrung, bin aber deutlich fortschrittlicher unterwegs als unsere aktuellen politiker und große teile der medienlandschaft.


    hat maja göpel praxisnahe berufserfahrung? bin mir nicht sicher, aber würde mich wundern wenn die jemals wirklich aus dem sehr theoretischen uni- und forschungsbetrieb raus war. bekomm ich feuchte augen wenn ich ihr zuhöre weil da endlich mal jemand ausspricht was ich die ganze zeit denke und das auch noch viel besser und klarer formuliert? absolut ja!

    So...hab mir neben Tilos Interview nebenher auch noch dieses seltsame Interview in Berlin (Talk aus Berlin) angeschaut.

    Ja, sie macht eigentlich einen sehr sympathischen Eindruck. Ich glaube auch, dass sie global betrachtet sehr viel überblickt und auf mich macht sie einen extrem kompetenten Eindruck. Würde ich mir sie anstelle von Merkel als Kanzlerin wünschen? Klar. Würde sie selber diese Verantwortung annehmen? Weiß ich nicht.

    Warum ist so eine Person, die offenbar so viel Kompetenz und so viel Gestaltungswut in sich trägt eigentlich nicht in der Politik? Sie könnte locker für die Grünen, für die Linke sogar für die SPD kandidieren. Macht sie nicht... Schade.

    Im Detail ist es mir dann trotzdem ne Ecke zu theoretisch. Sie tut so als wäre dieser nötige Umgestaltungsprozess reine Willenssache und als gäbe es zu wenig Leute, die Veränderungen wollen und als gäbe es auf der anderen Seite zu viele Leute, die einfach nur zu raffgierig sind und nichts verändern wollen. Das glaube ich nicht mal. Es gibt einfach zu viele, sich widersprechende Gesetze und Verordnungen. Die Prioritätensetzungen passen nicht, aber nicht unbedingt nur aus wirtschaftlichen Beweggründen heraus. Vieles ist einfach "so gewachsen", ursprünglich vielleicht sogar mit guten Absichten, heute stört es aber.

    An manchen stellen nimmt stellt sie die Dinge aber auch sehr einfach dar und übergeht Probleme. Da kommt wirklich die Theoretikerin durch. Wenn sie so sinngemäß behauptet: "Naja, das mit der Energiewende wird sicher für einige sehr teuer und deshalb wird es manch einen Betrieb zwar nicht mehr geben, aber dafür entstehen ja neue"...dann ist das so locker dahingesagt aber locker ist da leider gar nichts. Jede PET-Bude wird es Zukunft mit Kosten zu tun bekommen, die sie an den wirtschaftlichen Rand bringen. Die Automobilindustrie wird 100.000nde Arbeitsplätze verlieren. Theoretisch ist das wahrscheinlich richtig und notwendig, konkret werden diese Probleme aber noch derart viel Gewicht bekommen, dass sie nicht mehr so locker diskutiert werden können.

    Dass sie behauptet die Black-Out-Warnungen kommen aus einer bestimmten Ecke (gemeint ist wahrscheinlich die energieintensive Großindustrie), über die man mal nachdenken sollte ob man nicht auf sie verzichten könnte, finde ich auch grenzwertig locker daher gesagt... Dann macht den Stahl halt wer anders...oder was ist jetzt genau ihr Angebot? Oder wir verzichten ganz auf Stahl? Weiß nicht... Dass allein die chemische Industrie in Deutschland wohl an die 700 TWh Wasserstoff pro Jahr benötigen wird um klimaneutral zu arbeiten war ihr vielleicht noch nicht bekannt, aber weniger Energieverbrauch durch Straßenlampen fallen da wirklich Null Komma Null ins Gewicht. Meine Kritik an Ihr ist ähnlich wie die an Quaschning; Das, was auf uns an Umstellungen und Knappheiten zukommt wird tendenziell maßlos untertrieben und gerne mal an ein paar wenige gesellschaftliche Akteure delegiert (mal sind es die Autobauer, dann die Politik, eher nebulös die Bevölkerung). Klar würde es auch keinem helfen wenn sie wie ich bei Hans damals schwer atmend von großen Herausforderungen spricht, aber so locker flockig, wie sie es rüberbringt fehlt mir schon ein ganzer Schuss Ernst und Dringlichkeit. Vielleicht sieht sie oder weiß sie nicht wie knapp Energie in Zukunft sein wird, wenn sie 100% erneuerbar sein muss. Vielleicht übertreibe ich auch, kann ja sogar sein....aber klar: Für meinen konkreten Bereich ist mir das schon etwas zu theoretisch. Macht nix. Ich würde sie wahrscheinlich trotzdem wählen.

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