Aufmerksamkeit den Kleinparteien!

  • Energiepolitik: Die Förderung regenerativer Energien soll mit Augenmaß geschehen, und zwar ohne Ökosteuer und generell ohne große Einschränkung der Bürger*innen. Großbetriebe sollen sich mehr an den Energiekosten beteiligen müssen, die Kohleenergiebranche soll wegfallen und die deshalb wegfallenden Arbeitsplätze durch neue ersetzt werden, beispielsweise in der Umweltbranche/Landwirtschaftsbranche. EU-Fördergelder sollen genutzt werden, um diese Umstrukturierung in der deutschen Energiepolitik durchzusetzen.

    (Mehr zur Energiepolitik unter https://www.tierschutzallianz.…/Wahlprogramm_LTW2021.pdf von Seite 19-20)


    Landwirtschaftspolitik: Energiegewinnung durch Biomasse soll zurückgehalten werden, schließlich würden wir in einer Welt mit Hunger leben, da wäre es unverantwortlich, Lebensmittel anders einzusetzen. Lebensmittelreste dürfen zwar eingesetzt werden, die Partei möchte aber auf keinen Fall, dass es zu sogenannten riesigen "Maiswüsten" oder Monokulturen kommt. Ökologischer Anbau ohne Gentechnik (denn da ist "Tierallianz" strikt dagegen) soll subventioniert werden, Tierfabriken dagegen nicht. Generell soll regionaler Anbau gefördert werden genauso wie kleine, natürliche Betriebe . Die "Negativliste", die verbotene Inhaltsstoffe in Lebensmitteln aufführt, fällt weg, gehe es nach der Partei, den Ersatz gibt es in Form einer "Positivliste", eine Liste mit erlaubten Inhaltsstoffen. Der Verbraucherschutz soll auch in Bezug auf Lebensmittel die Verbraucher*innen stärker informieren und vor Fallen warnen.

    (Mehr zur Landwirtschaftspolitik unter https://www.tierschutzallianz.…/Wahlprogramm_LTW2021.pdf von Seite 20-21)


    Umweltpolitik: Die Politik soll generell mehr auf Umweltexperten hören, ganz besonders zum Thema Wald: Dieser soll so umstrukturiert werden, dass er dauerhaft widerstandsfähig ist. <<In diesem Bereich ist nicht sonderlich viel aufgeführt, da vieles in anderen Bereichen wie Energie oder Landwirtschaft schon aufgeführt ist und eine Dopplung keinen Sinn machen würde!>>

    (Mehr zur Umweltpolitik unter https://www.tierschutzallianz.…/Wahlprogramm_LTW2021.pdf von Seite 20-21)


    Wirtschaftspolitik: Es soll einen bundesweiten finanziellen Anschub für hilfsbedürftige Regionen geben ,nicht mehr nur eingeteilt in Ost/West. Forschungsinvestitionen im eigenen Land sollen gefördert werden, dies habe besonders Sachsen-Anhalt nötig.



    Arbeitsplätze sollen geschaffen werden, die Beitragslast für kleinere Unternehmen gesenkt und regionale Wirtschaft vereinfacht werden. Die Lust am Unternehmertum (beispielsweise in Start-Ups) soll erweckt und gefördert werden, auch der Tourismus soll Subventionen erhalten.

    (Mehr zur Wirtschaftspolitik unter https://www.tierschutzallianz.…/Wahlprogramm_LTW2021.pdf von Seite 21-23)


    Flüchtlingspolitik: Kriegsflüchtende sollen grundsätzlich aufgenommen werden, aber in einer realistischen Art und Weise und weiterhin mit Kontrollen. Extremisten und Straftäter*innen sollen entlarvt und nicht ins Land gelassen werden, im Land soll die Sicherheit von Minderheiten geschützt werden, es soll leicht zugängliche Beratungsangebote für migrantische Frauen und Mädchen geben.

    (Mehr zur Flüchtlingspolitik unter https://www.tierschutzallianz.…/Wahlprogramm_LTW2021.pdf auf Seite 23


    "Parlamentspolitik": Die 5%-Hürde im Landtag Sachsen-Anhalt soll auf 3% gesenkt werden, ein Ziel, welches auch für den Bundestag gelten dürfte. Volksentscheide sollen vereinfacht werden, das Wahlalter (in Sachsen-Anhalt?) auf 16 Jahre herabgesetzt werden, außerdem soll es ein Lobbyregister geben, die Kompetenz der Menschen vor Ort soll auch mehr einbezogen werden, beispielsweise in Bürger*innenräten (Beispiel von mir!). (Der Landtag in Sachsen-Anhalt soll verkleinert werden, auch ein Thema, was sich auf den Bundestag übertragen ließe.)


    In den bundesweiten Medien kam die Partei noch nicht sonderlich häufig zum Zug. Man merkt, dass sie noch eher regional und landespolitisch ist und noch Einiges an Wachstumspotenzial hat (wir erinnern uns: 5 Landesfraktionen, 120 Mitglieder). Aber ich wollte wie gesagt alle zur Wahl stehenden Parteien hier vorstellen, ich bezweifle aber, dass Wähler*innen abseits von Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und vielleicht noch Rheinland-Pfalz, Berlin und Bayern die Chance haben werden, diese Tierschutzpartei mit einigen anderen zusätzlichen Zielen zu wählen.


    Jetzt seid aber wieder einmal ihr dran: Was haltet ihr von der Partei bzw. ihren Zielen? Durchsetzbar? Zu schwammig? Und sind generell die Themen "Verbot von Tierversuchen" und "Verbot von Massentierhaltung" durchsetzbar? Ich bin gespannt auf eure Argumente , ich verzichte diesmal auf Argumente von mir, da ich zu jeder Partei am Schluss noch ein Fazit schreiben werde :-)

  • Was soll man dazu schon sagen. Tierwohl ist wichtig aber es geht bei den meisten Arten heute ums Überleben. Eine Artenschutz Partei wäre eventuell gesellschaftlich relevant. Eine Tierschutzpartei ist es nicht. Ich frage mich wie die Tierschutzpartei zu einem Verbot oder massivem Abschuß von Hauskatzen steht um den Singvogelbestand zu erhalten? Oder zu der Tatsache dass 15% der in den Fleischfabriken produzierten Waren Tierfutter sind?


    Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer aber Schoßhündchen in Not werden bei uns gerettet.

    Eine Diskussion um eine nachhaltige und Tier-gerechte Landwirtschaft wäre wichtig ist aber mit dem neoliberalen Wirtschaftsgeschwurbel dieser idiotischen Kleinpartei nicht glaubwürdig. Wer Deregulierung der Wirtschaft aber Verbot von Massentierhaltung fordert hat offensichtlich keinen Plan.

  • Ich frage mich ob wie die Tierschutzpartei zu einem Verbot oder massivem Abschuß von Hauskatzen steht um den Singvogelbestand zu erhalten?


    Tierschutzpolitik:

    [...]

    Jagen auf Haustiere soll auch verboten werden, auch Fallen dürfen Jäger nicht mehr aufstellen, fordert die Partei.


    Bei so einer Spartenpartei schau ich mal nur in den Tierschutzbereich und sauer stößt mir vor allem auf was da nicht steht.

    Haltungsverbote fehlen mir, das können die Hauskatzen sein, die in völlig irrer Zahl in den Städten rumstromern, oder die, gerade zur Lockdownzeit massenhaft angeschafften Hunde. Der Windhund lebt nicht gut und gern im Einzimmerappartement in der Innenstadt wenn Halterlyxens wieder ins Büro muss.

  • Haltungsverbote fehlen mir, das können die Hauskatzen sein, die in völlig irrer Zahl in den Städten rumstromern, oder die, gerade zur Lockdownzeit massenhaft angeschafften Hunde. Der Windhund lebt nicht gut und gern im Einzimmerappartement in der Innenstadt wenn Halterlyxens wieder ins Büro muss.



    Was soll man dazu schon sagen. Tierwohl ist wichtig aber es geht bei den meisten Arten heute ums Überleben. Eine Artenschutz Partei wäre eventuell gesellschaftlich relevant. Eine Tierschutzpartei ist es nicht. Ich frage mich wie die Tierschutzpartei zu einem Verbot oder massivem Abschuß von Hauskatzen steht um den Singvogelbestand zu erhalten? Oder zu der Tatsache dass 15% der in den Fleischfabriken produzierten Waren Tierfutter sind?


    Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer aber Schoßhündchen in Not werden bei uns gerettet.

    Eine Diskussion um eine nachhaltige und Tier-gerechte Landwirtschaft wäre wichtig ist aber mit dem neoliberalen Wirtschaftsgeschwurbel dieser idiotischen Kleinpartei nicht glaubwürdig. Wer Deregulierung der Wirtschaft aber Verbot von Massentierhaltung fordert hat offensichtlich keinen Plan.


    Moment: Deshalb soll es ja einen "Test" geben, um festzustellen, ob der/die Bürger*in fähig ist, um ein Haustier zu halten. Zu sehen hier:

    Tierschutzpolitik: (...)



    Haustierbesitzer sollen einer verpflichtenden Überprüfung unterzogen werden, ob sie geeignet sind, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Wer ein Haustier hat und zeitweilig in Armut gerät, soll zusätzliche Unterstützung erhalten, um das Tier weiterhin versorgen zu können.

    Richtig umgesetzt könnte das zukünftigen Haustieren schon helfen (allerdings fehlt mir da Konkretes: Wie genau soll dieser Test sein, was beinhaltet er, in welcher Regelmäßigkeit, von wem wird der durchgeführt?).


    Tierschutzpolitik: (...)



    Tierheime sollen durch die Kommunen finanziell mehr unterstützt werden, (das Land Sachsen-Anhalt soll mit einem Sonderfonds ebenfalls unterstützen)

    Und auch diese Forderung halte ich für sinnvoll, damit es Haustieren besser geht.


    Tierwohl ist wichtig aber es geht bei den meisten Arten heute ums Überleben. Eine Artenschutz Partei wäre eventuell gesellschaftlich relevant. Eine Tierschutzpartei ist es nicht.

    Natürlich, sich auf einige Hautierarten zu stürzen und diesen um jeden Preis ein angenehmes Leben ohne Qual zu ermöglichen (was unnatürlich ist, in der Natur herrscht die Regel: "Fressen und gefressen werden") sollte nicht das einzige Ziel einer Tierschutzpartei sein. Aber das ist es ja nicht:

    Tierschutzpolitik: Grundsätzlich möchte die "Tierschutzallianz" mehr Rechte und ein besseres Leben für Tiere schaffen. Um das durchzusetzen, möchte sie ein Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen , (einen Tierschutzartikel in der Landesverfassung Sachsen-Anhalt), die vollständige Abschaffung der Massentierhaltungsanlagen "ohne Wenn und Aber" und die Unterstützung kleiner und mittelständlicher Landwirtschaftsbetriebe, die ihren Tieren ein gutes Leben ermöglichen mit Subventionen. Für Haustiere möchte die Partei auch einiges umsetzen:

    Tierheime sollen durch die Kommunen finanziell mehr unterstützt werden, (das Land Sachsen-Anhalt soll mit einem Sonderfonds ebenfalls unterstützen), Haustierbesitzer sollen einer verpflichtenden Überprüfung unterzogen werden, ob sie geeignet sind, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Wer ein Haustier hat und zeitweilig in Armut gerät, soll zusätzliche Unterstützung erhalten, um das Tier weiterhin versorgen zu können. (Es soll keine Kampfhundelisten in Sachsen-Anhalt mehr geben). Zudem soll eine Kastrationspflicht für Katzen eingeführt werden. Jagen auf Haustiere soll auch verboten werden, auch Fallen dürfen Jäger nicht mehr aufstellen, fordert die Partei. Außerdem möchte die Tierschutzallianz mehr Naturschutzgebiete ohne Jagd und der Jagd ihren guten Ruf und ihre Legitimität in der Bevölkerung absprechen. Der Handel mit Wildtieren wie z. B. Schlangen oder anderen exotischen und importierten Tieren soll grundsätzlich verboten werden, und das mithilfe eines neuen "Haus- und Heimtierschutzgesetz". Die Partei ist strickt gegen Tierversuche, diese sollen erst aufgedeckt und der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, dann sollen Tierversuche zumindest im Studium verboten werden, mir entschließt sich dabei allerdings nicht, ob mit "keine Tierversuche im Studium" ein generelles Tierversuchsverbot geeint ist. Jedenfalls sollen Organisation wie die "Ärzte ohne Tierversuche" subventioniert werden.

    In Zoos sollen keine Tiere wegen Populationsmanagement getötet werden, geht es nach der Partei, sollen Tiershows generell verboten werden, beispielsweise der Zirkus soll demnächst vollständig ohne Tiere auskommen.

    Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen, Tiershowverbot in Zirkussen, der Stopp von Tierversuchen, mehr Naturschutzgebiete: Das alles sind doch schöne (und in meinen Augen wichtige) Ziele, die ja Artenschutz sind. Ob das für eine Tierschutzpartei reicht, das muss dann jede/r selbst beurteilen.

    Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer aber Schoßhündchen in Not werden bei uns gerettet.

    Eine Diskussion um eine nachhaltige und Tier-gerechte Landwirtschaft wäre wichtig ist aber mit dem neoliberalen Wirtschaftsgeschwurbel dieser idiotischen Kleinpartei nicht glaubwürdig. Wer Deregulierung der Wirtschaft aber Verbot von Massentierhaltung fordert hat offensichtlich keinen Plan.

    Moment: Auch für Flüchtlinge will sich die Partei einsetzen, siehe hier:

    Flüchtlingspolitik: Kriegsflüchtende sollen grundsätzlich aufgenommen werden, aber in einer realistischen Art und Weise und weiterhin mit Kontrollen. Extremisten und Straftäter*innen sollen entlarvt und nicht ins Land gelassen werden, im Land soll die Sicherheit von Minderheiten geschützt werden, es soll leicht zugängliche Beratungsangebote für migrantische Frauen und Mädchen geben.

    (Mehr zur Flüchtlingspolitik unter https://www.tierschutzallianz.…/Wahlprogramm_LTW2021.pdf auf Seite 23

    Zwar finde ich diese Forderungen auch etwas schwammig und nicht sehr konkret, aber hey, Flüchtlingspolitik würde ich erstmal von einer Tierschutzpartei nicht erwarten!



    Und unsere Wirtschaft und unsere Arbeitsplätze, das ist beides nicht von Massentierhaltung abhängig, das wäre ja schlimm! Die Landwirtschaft an sich stellte 2016 nur 1,5 Prozent der Arbeitsplätze und war unter 1 Prozent an der deutschen Wirtschaft beteiligt (Quelle: http://www.tagesspiegel.de 06.06.2016 "Welche Folgen hat die Massentierhaltung" ) . Ich nehme an, dies hat sich in den letzten 5 Jahren nicht rapide geändert und somit hat Deregulierung der Wirtschaft und Beendigung der Massentierhaltung erstmal wenig miteinander zu tun...

  • somit hat Deregulierung der Wirtschaft und Beendigung der Massentierhaltung erstmal wenig miteinander zu tun

    Mein Standpunkt ist, dass die Massentierhaltung die Folge des neoliberalen Wirtschaftssystems und der Deregulierung ist. Neoliberale Wirtschaftswissenschaftler argumentieren so: Wenn wir die Massentierhaltung abschaffen ist das ein Eingriff in den Markt und ein massiver Standortnachteil Deutschlands. Unternehmen wandern ins Ausland ab und wir haben ganz viele Arbeitslose.


    Nicht offen kommuniziert aber sehr wohl bedacht ist, dass die Vorraussetzung für die Lohndumpingpolitik der letzten 30 Jahre die Bereitstellung billiger Schnitzel ist. Wenn der Deutsche Normallohnempfänger sich nicht mehr jeden Tag ein Schnitzel leisten kann gibts Rabatz. Das wissen die Parteien der "Mitte" sehr gut.


    Stichwort "Man kann ja nicht alle aufnehmen"

    Die Flüchtlingspolitik der Tierschutzpartei hört sich exakt so an wie die der CSU. Sie ist im Kern Menschenverachtend denn sie ignoriert völlig jeden Zusammenhang mit imperialer Lebensweise und Ausbeutung des globalen Südens.

  • Wie versprochen hier das erste Fazit, nachdem keine Meinungsäußerungen mehr zur "Menschlichen Welt" kamen:


    Fazit Partei "Menschliche Welt für das Wohl und Glücklichsein aller


    Die Partei "Menschliche Welt" ist eine spirituelle Partei. Dies ist erstmal nicht verwerflich, verboten oder sonstig schlecht, es repräsentiert aber nicht Deutschland, da die meisten Deutschen wenig Bezug zu Spiritualität haben und ihr Leben nicht danach ausgerichtet ist. Möchte die Partei ihren Glauben aber in Deutschland gegen den Willen der Bevölkerung verankern, beispielsweise im öffentlich-rechtlichen Wesen, und Religion maßgeblich in ihre Politik einfließen lassen, so ist das gefährlich. Manch einer im Forum findet: "Spiritualität hat in der Politik nichts verloren."


    Ein weiteres großes Steckenpferd der Partei ist die Friedenspolitik. Diese hält in meinen Augen wichtige Ziele bereit, etwa der Stopp von Waffenexport, eine Regulierung der Auslandseinsätze und Kooperation als Friedensweg anstatt Kampf und Militäreinsätze. Die Partei möchte erreichen, dass alle Länder selbstständig handeln können, aber Zusammenarbeit der Länder soll trotzdem wichtig bleiben.


    Auch Umwelt ist der Partei, wie vielen anderen, wichtig. und auch da stellt sie Forderungen, die vielen Menschen in unserem Land nicht sehr gefallen dürften: Die Stärkung der veganen und vegetarischen Esskultur. Wenn die Partei die Menschen zu vegetarischem Essen bewegen möchte ist das in Ordnung, aber den Leuten vorzuschreiben, was sie essen sollen, ginge gegen unser Demokratieverständnis.


    Was ist jetzt also Tatsache? Braucht man die Partei im Bundestag oder bringt sie uns nur Probleme? Ich denke, wichtige Ziele der Partei könnten die deutsche Politik verbessern und ein neues Verständnis von Verteidigungs- und Friedenspolitik schaffen. Aber bei jeder anderen im Bundestag vertretenen Partei wird sie in Bezug auf Spiritualität radikal ausgebremst werden, das ist klar. Zudem könnte sein, dass sich die Partei ähnlich wie die AfD irgendwann nach rechts abwendet und den Leuten ihre PROUT-Lehre aufzwingen will. Spätestens dann wird es gefährlich, aber davon ist im Wahlprogramm noch nichts zu erkennen, sondern vielmehr von Freiheit für alle. Ich sage: Sie können die Partei bedenkenlos wählen, aber bitte nicht, weil sie wollen, dass Okkultismus das neue Christentum in Deutschland wählt, sondern weil sie ein friedliebender Mensch sind und auch fernab vom Glauben der Partei ihre Ziele und Forderungen unterstützen. Und immer dran denken: Keine Stimme ist verloren, jede Partei hat einmal klein angefangen!


    Natürlich dürft ihr weiter über die Partei diskutieren, schreibt aber bitte vor eurem Post @MenschlicheWelt, damit wir wissen, von welcher Partei ihr redet. Ich persönlich werde zwar auf die Posts zur Partei antworten, aber mir dem Fazit ist das Thema von meiner Seite aus erstmal beendet, wir wollen ja schließlich noch Zeit für die anderen 42 Parteien haben ;-)

  • Mein Standpunkt ist, dass die Massentierhaltung die Folge des neoliberalen Wirtschaftssystems und der Deregulierung ist. Neoliberale Wirtschaftswissenschaftler argumentieren so: Wenn wir die Massentierhaltung abschaffen ist das ein Eingriff in den Markt und ein massiver Standordnachteil Deutschlands. Unternehmen wandern ins Ausland ab und wir haben ganz viele Arbeitslose.

    Arbeitslose, die wir mit neuen Arbeitsplätzen beschäftigen können, exakt. Woher diese kommen sollen? Ähm, ich glaube, an einer Stelle im Wahlprogramm heißt es: "Arbeitsplätze durch Förderung der Wirtschaft", auf der nächsten Seite "Mittelständliche und kleine Unternehmen nicht so viel Bürokratie aufzwingen". Und natürlich die erneuerbaren Energien, diese sollen auch Arbeitsplätze bringen. Und wenn Fleisch überall in Deutschland regional produziert wird, und zwar in "natürlichen" Bauernhöfen, sodass die umliegenden Dörfer und Städte versorgt werden können, braucht man kein Fleisch mehr aus anderen Ländern. Aber das gilt natürlich nur für Leute, die sich Bauernhofpreise leisten können, ärmere Leute bleiben dann etwas auf der Strecke, da stimme ich dir zu...Stichwort "Man kann ja nicht alle aufnehmen"

    Stichwort "Man kann ja nicht alle aufnehmen"

    Die Flüchtlingspolitik der Tierschutzpartei hört sich exakt so an wie die der CSU. Sie ist im Kern Menschenverachtend denn sie ignoriert völlig jeden Zusammenhang mit imperialer Lebensweise und Ausbeutung des globalen Südens.

    Ganz ehrlich: Kann man auch nicht. Deutschland hat nur eine bestimmte Anzahl von Arbeitsplätzen und Wohnungen zur Verfügung, generell nur eine bestimmte Kapazität, und unabhängig von den "vielen Straftaten der bösen, bösen Ausländer die uns unser Land verschandeln wollen" (was völliger rassistischer Quatsch ist!) muss man das eben einsehen.

    Und nochmal: Ich erwarte jetzt keine ultimative gerechte Lösung des Flüchtlingproblems von einer (eher regionalen) Tierschutzpartei.


    Und was meint du mit "Zusammenhang mit imperialer Lebensweise und Ausbeutung des globalen Südens" ? Ich meine, Flüchtlingspolitik hat ja im Grunde nicht viel damit zu tun, dass z. B. Kakaoplantagenernter von den Big Playern der Schoki-Industrie ausgebeutet werden . (Wie genau die das machen erklärt dieses Video:

    )

  • Schonmal mit Flüchtlingen geredet? Ich schon, ziemlich viel sogar.

    10% der Menschheit verbrauchen 80% der Ressourcen. Rat mal wo diese 10% wohnen und wo nicht. Die Flüchtlinge wissen das ganz gut. Arbeit von Kindersklaven ist Exakt wovon ich da rede, denn unser billiger Kakao ist davon abhängig.


    Die Versprechungen einer "Angleichung der Lebensumstände" sind nicht erfüllbar. Wenn alle Leben wollten wie die Schweizer bräuchten wir 4 Erden. Das sollte inzwischen bekannt sein. Diese ungleichheit der Lebensweise ist nur möglich in dem man anderen Menschen im Süden etwas wegnimmt, man nennt das auch Imperialismus. Wenn man also das Gefühl hat, dass alle Menschen die Chance auf den Wohlstand der Deutschen oder der Schweizer haben sollten, dann wird man sich dorthin auf den Weg machen müssen.


    Prof. Ulrich Brand (Uni Wien) zur imperialen Lebensweise:

  • Das klingt plausibel, auch wenn ich mir jetzt nicht dein (bestimmt interessantes) Video anschaue :-)


    Aber dann kann die Lösung ja nicht sein, dass alle zu uns kommen, sondern, dass wir 1. die Kriege dieser Welt friedlich beenden , 2, den nicht-demokratischen Staaten unser Demokratieverständnis nahebringen und so der dort lebenden Bevölkerung ein gerechtes Leben zu ermöglichen und 3. den ärmeren Staaten etwas von unserem Wohlstand abgeben, d.h. Arbeiter*innen, Geld, Medizin, Bildung usw.


    Und bis z. B. der Syrienkrieg beendet ist, müssen die Flüchtenden zu uns kommen (und zwar gerecht verteilt auf alle wohlhabenden Staaten) und da kurzzeitig unterkommen (kurzzeitig bedeutet halt die Länge des Krieges). Wer nach dem Krieg hier bleiben möchte, stellt einen Antrag, unter allen Antragsstellenden wird dann gelost, da wir wahrscheinlich auf Dauer nicht genug Kapazitäten für alle haben werden, und der Rest geht wieder zurück in sein Land. Alles korrekt soweit? Und natürlich kann Deutschland nicht alle aufnahmen, sondern es wird wie gesagt gerecht von der UN verteilt, und das immer, wenn ein Krieg ausbricht und man in diesem Gebiet nicht mehr geschützt leben kann.

  • Das Resultat meiner Überlegungen ist, dass eben die "Angleichung der Lebensumstände" bei uns beginnen muss. Das ist im Moment keine Mehrheitsfähige Position. Angesichts der Alternativen ist es aber auf Dauer nicht zu verhinden.


    Aber diese Diskussion führen wir nicht zum ersten mal. Tatsächlich gab es eine ähnlich Diskussion in GB zur zeit der Dekolonialisierung.

    Position A "Wir sichern unseren Wohlstand auf Kosten der Kolonien und setzen diesen Anspruch mit Waffengewalt durch, opfern aber dabei alle humanistischen und freiheitlich, demokratischen Werte unserer Republik"

    Poition B "Wir stehen zu den Werten unserer "Verfassung" (*) aber opfern dafür die Einkünfte aus den Kolonien und ziehen uns von dort zurück".


    Die Briten entschieden sich für option B, warum können wir das nicht?


    (*) GB hat natürlich keine Verfassung ...

  • Hier ein Paar Fakten zu dem unsinnigen "Wir können doch nicht alle Aufnehmen" Argument:


    »Wir können doch nicht die ganze Welt aufnehmen!« Wo es um Flucht und Asyl geht, fallen schnell solche Sätze – Sätze, die nicht selten auf Unwissen und oft auf rassistischen Vorurteilen gründen. Aber was entgegnen, wenn der Nachbar oder die Kollegin so daherredet?


    Die dritte, überarbeitete Auflage der Broschüre „Pro Menschenrechte – Contra Vorurteile“ von PRO ASYL, Amadeu Antonio Stiftung, IG Metall, ver.di und der Respekt!-Initiative der IG Metall liefert wichtige Fakten und Argumente zur Debatte über Flüchtlinge und Asylsuchende in Deutschland und Europa. (Stand: Mai 2017)


    Eine Übersicht über 14 gängige Vorurteile – und Vorschläge für eine angemessene Entgegnung:

  • Kleines Update:


    -Leider haben noch viele Kleinstparteien kein Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2021 veröffentlich. Um die aktuellsten Themen der Partei aufführen zu können, habe ich mich deshalb entschlossen, das "Bundestagsliste runterarbeiten" abzubrechen und stattdessen die Parteien mit aktuell keinem Wahlprogramm zur Btw 21 (die auch groß genug sind, um eines noch zu erstellen) zu überspringen und mit den Parteien mit Wahlprogramm weiterzumachen.


    -Demnächst beginnen meine Sommerferien. Realistischerweise muss ich daher sagen, dass ich es zukünftig nicht schaffen werde, täglich eine Partei zu analysieren. Von bis Sonntag den 25.7. bin ich erstmal im Urlaub. Daher werden unregelmäßiger Analysen kommen, Auch morgen und übermorgen sieht es schwierig aus, ich bin aber fest entschlossen, alle Parteien zu schaffen, und wir haben ja noch über 2 Monate, also macht euch keine Sorgen :-)


  • Na ja, Kolonien haben wir wirklich nicht, aber ich habe mir jetzt mal das 5-minütige Video angeschaut und weiß, was du und Hagen Rether meint.

    Damit es da wirklich keine Missverständnisse gibt:


    Ich meine es gibt einen Konflikt zwischen dem (z.B. von der CDU) so viel beschworenem "Wertefundament" und toten Flüchtlingskindern an europäischen Mittelmeerstränden.

    Was nicht funktionieren wird ist, dass wir unsere Werte bewahren aber gleichzeitig unseren Wohlstand auf Kosten verbrannter Näherinnen in Bangladesh sichern können.


    Wer angeblich "Fluchtursachen" bekämpfen will aber gegen ein wirksames Lieferkettengesetz ist (Peter Altmeier) ist ein verlogenes, heuchlerischen Arschloch dem verbrannte Näherinnen in Bangladesh am fetten Arsch vorbei gehen.


    So wie zur Zeit der Dekolonialisieren müssten wir etwas von unserem Wohlstand opfern wenn wir die Verfassung (Deutsch oder Europäische) wirklich ernst nehmen.


    Wir können aber auch einfach auf die Verfassung pfeiffen, eine Mauer Bauen und alle erschiessen die zu uns wollen. Diese Wahl haben wir.

  • Oh, gut, dass der Thread nochmal gepusht wurde.


    Das gibt mir direkt Gelegenheit, mich bei den 12% "Sonstigen" - von denen es völlig erwartungsgemäß keine einzige über die 5%-Hürde zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin geschafft hat - dafür zu bedanken, dass ich jetzt die nächsten fünf Jahre lang das biedere Kartoffelgesicht von Franzi Giffey als neue Landesmutter ertragen muss.


    (außer PARTEI-WählerInnen. Die haben wenigstens Humor)

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