Beiträge von AlienObserver

    Hier ein weiterer Artikel aus Spanien, erschienen im GEEDS Blog:


    Während man in Deutschland in totaler Realitätsverweigerung verharrt, findet in Spanien wenigstens der Anfang einer Diskussion um das Ende des Kapitalismus statt. Ausschlaggebend ist hier wieder Antonio Turiel, der 30 Wissenschaftler für eine Vortragsreihe organisiert hat um die Öffentlichkeit zu informieren:


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    Die größten Kritiker der Elche, waren früher selber welche (und sind oft in der Diaspora).


    Ole hat sich die Iran-Anstalt angeguckt und festgestellt die Diaspora ist besonders nervig - eben eine Iranerin gesehen die sich zurecht aufregte weil die Diaspora mehr Bomben auf sie schmeißen möchte. Es gibt nicht nur entweder/oder, meist gibt es mehr Varianten wie nur extrem dafür oder extrem dagegen (wenn beide Fälle ganz übel für Menschen sind, dann sind sie eben beide nichts).

    Zum Glück hab ich weder die Anstalt noch Oles Reaktion angeschaut. Ich halte solche Sachen inzwischen nur noch schlecht aus.

    Ja, moralische Kategorien sind eben schwierig. Wenn man sich als Beispielsweise als (linker) Vegetarier sich über moralische Kategorien von Fleisch Essern sozial abgrenzt und diese als inherent böse Tiermörder betrachtet, gerät man eben in das gefährliches Fahrwasser der Gut-Böse Erzählungen.


    Solche moralischen Kategorien hatten eben für eine weile in der Linken Konjunktur. Ich nehme aber wahr, dass es da in der Linken einen Lernprozess gegeben hat, zumindest in dem Umfeld das ich sehe.

    Hier für alle die vielleicht eine Auffrischung benötigen:


    Rechts offen bedeutet, dass die Kritik anschlussfähig an die Verschwörungserzählungen oder das othering der Rechten ist.


    Jeder kennt das aus seinem Umfeld. Die nette Tante die man eigentlich sehr mag schimpft über "die da oben", Sie sieht die Schuld an den Misständen in den Machenschaften einer finsteren Kabale die im Hintergrund die Fäden zieht.


    Eurozentristische Prägung, und das "wir sind die Guten" narrativ, äussert sich in einer unterschiedlichen Wahrnehmung des Leides der "anderen". Das Leid der Ukrainer geht wesentlich näher als das der Palästinenser oder der Sudanen, denn die Ukrainer sehen aus wie wir.


    Die fehlende Abgrenzung zu Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit öffnet dann den Boden für rechte Demagogen anhänger zu gewinnen.


    Eines der besten Beispiele für das was ich meine ist Prof. Rainer Mausfeld. Der ist wahrscheinlich ein echt netter Kerl, aber seine Erzählungen sind rechts offen wie ein Scheunentor.


    Ja, wer erinnert sich nicht an die russische Revolution, als man explizit nicht gegen die Autokratie, Bourgeoisie und ihre Vertreter agitierte. :sleeping:

    Seit dem hat man ja dazu gelernt.


    Erst die Aufarbeitung des Nationalsozialismus, insbesondere die Nürnberger Prozesse, etablierten die Sicht, dass die Verantwortung für Verbrechen des Faschismus nicht allein bei der Regierung liegt, sondern diese ihre Legitimation aus der Bevölkerung erhält. Nicht eine Gruppe von bösen Nazis waren "Schuld" am Holocaust, alle Deutschen trugen Verantwortung für diese Verbrechen.


    Die Verschwörungserzählungen der Rechten sind gerade deshalb so attraktiv, weil sie ihre Träger moralisch entlasten. Wenn eine finstere Kabale (einer Jüdischen Weltverschwörung z.B.) verantwortlich ist, dann bin ich Opfer, nicht Täter. Weil wir "die Guten" sind, können wir eben nicht Täter sein, sondern müssen Opfer sein.


    Diese Erzählung ist der Kern Faschistischer Ideologie. Wir (das Volk) sind Opfer von bösen Kräften (Linke, Schwarze, Migranten etc.) die die Nation als innerer Feind angreifen. also ist jede Form von Gewalt gegen diese Gruppen gerechtfertigt.

    Es ist leider ein generelles Phänomen, dass unabhängige Blogger und Podcaster, die in solchen Angelegenheiten wie der militärischen Spezialoperation dem brutalen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen DieUkraine™, der ethnischen Säuberung Palästinas legitimen Selbstverteidigung Israels in Gaza (und mittlerweile auch im Westjordanland, Syrien und Libanon), oder dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der militärischen Spezialvorwärtsverteidigungsoperation der USA und Israel gegen Iran vom westlichen politischen, publizistischen oder politikwissenschaftlichen Mainstream radikal abweichen, fast schon automatisch mit durchgeknallten Konspiratisten, Rechtsradikalen und dubiosen Leuten mit Geheimdienstverbindungen in einem Sack landen.


    Es traut sich ja mit sehr wenigen Ausnahmen kein/e westliche/r QualitätspolitikerIn, -journalistIn, oder XY-ExpertIn, die noch glaubt, einen guten Ruf verlieren zu können, mit Leuten zu reden, die Meinungen außerhalb dessen vertreten, was noch salonfähiges Produkt der Konsensmanufaktur ist, weil sie befürchten müssen, dass man sie dann umgehend als Putinknechte, Antisemiten oder Mullah-Versteher brandmarkt, beruflich ruiniert und aus der bürgerlichen Mitte exkommuniziert.


    Aber natürlich darf hier jeder sagen was er meint. Wir sind ja nicht in Russland.


    Ich halte das übrigens für einen der wichtigsten Gründe für Trumps Erfolg. Wenn linke Kritik marginalisiert oder aus dem öffentlichen Diskurs (der angeblichen Mitte) ausgeschlossen wird, dann greifen eben die Faschisten antikapitalistische Kritik auf und nutzen diese dafür über Verschwörungstheorien Sündenböcke zu konstruieren, auf die sich die Wut über den Kapitalismus entladen kann.


    Wenn der Kapitalismus im Endstadium die materielle Sicherheit der Menschen bedroht und ihre wut wächst, aber antikapitlistische Kritik nur von Rechts erfolgt, dann wird eben rechts gewählt.

    Das ist auch der Grund warum YouTube Faschisten sich gerne linker Kritiker bedienen.

    Leider sind so viele, die ich eigentlich für unsere Sache als "net benefit" gesehen habe, (auch) durch die Kontaktverbote in unserem linken Umfeld in die Konspirative rechte Ecke quasi abgeschoben worden. Der erwähnte Ken Jebsen, Jimmy Dore oder Russel Brand.


    Ich finde man sollte eben offen, aber mit vorsicht diese Leute akzeptieren und sie manchmal höflich auf die "rechts offen" problematik hinweisen. Das wurde bei Ken Jebsen sogar versucht. Mit Corona sind die Jungs aber alle völlig verschwurbelt. Ich finds krass tragisch.

    Diesen hat auch Yanis Varoufakis und Richard Wolff zu Gast. Ich finde er ist ein bisschen wie der frühe Ken Jebsen, der Links wie rechsts Gäste hat und durchaus interessante Gespräche anbietet.


    Als ich aber das hier mal gesehen hab, fühlte ich mich wie bei Kubriks "Dr. Seltsam". Douglas McGregor ist ein völlig durchgeknallter Verschwörungstheoretiker, aber das Gespräch war trotzdem unterhaltsam. Man sollte halt in der Lage sein zu erkennen was daran problematisch ist:


    absolut, wollte nur allgemein warnen, dass Diesen wohl ein rechts offener YouTuber ist. Als vorwarnung. Ich würde aber nie sagen, dass man deshalb sowas nicht gucken soll oder er in allem unrecht hat.

    Man sollte bei Glenn Diesen allerdings vorsichtig sein. Er ist kein vertrauenswürdiger Akteur.


    Diesen ist in der eigenen wissenschaftlichen Community isoliert, gilt als verbreiter von Verschwörungstheorien und ziemlich verdächtig Putin-freundlicher Sichtweisen.

    Zur "ehrenrettung" der deutschen Forschung sollte ich vielleicht erwähnen, dass Prof. Rainer Kümmel der Begründer der "Thermoökonomik" ist und eigentlich klar nachgewiesen hat, dass der entscheidende Faktor für Produktion Energie ist, und nicht etwa Kapital und Arbeit. Was selbstverständlich von neoliberalen Ökonomen weiterhin vollkommen ignoriert wird. Kümmel ist aber Baujahr 1933.


    Kümmel hat mit Niko Paech zusammengearbeitet, Niko Paech hätte also zu dem Themenkomplex sicher ebenfalls was zu sagen. Niko Paech war ja auch schon da..


    Ein "Nachfolger" von Kümmel wäre Prof. Gregor Semieniuk, der exakt zu dem Themenfeld Thermoökonomik und EROI arbeitet, bezeichnender weise aber in den USA (Univ. Massachusetts Amherst) nicht in Deutschland.

    Vielleicht kann man die Isabella fragen, was sie zu den Prognosen der Kollegen bei der OECD sagt?


    Also zu: Alvaro Pereira (chefökonom der OECD), Mathias Cormann (Direktor der OECD)


    Nochmal zur Aussage der OECD vom 26.3. (!) zum Einfluss des Iran Kriegs auf das Wachstum:

    Der Iran Krieg führt 2026 Weltweit zu keinem Einbruch im Wachstum, nur z.B. in Europa zu einem Rückgang von 3,3% auf 2,9% Wachstum, was aber durch das enorme Wachstum des Tech-Sektors in den USA ausgeglichen wird. (OECD Economic Outlook, Interim Report March 2026)

    Leider ist da wenig in Deutschland geforscht worden. Institute und Wissenschaftler die Systemkritik als zentralen Forschungsschwerpunkt haben und Forschung wie Donella Meadows oder Joseph Tainter zum Kollaps des kapitalistischen Systems betreiben (oder Systemen allgemein) gibt es soweit mir bekannt ist in Deutschland quasi nicht. (lass mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen)


    Möglicherweise ist die einzige Wissenschaftlerin mit "Wirkung" die in diesem Sinne forscht die Maja Göpel, die ja auch schon öfter da war.


    Systemkritik findet vor allem Soziologisch statt (Stefan Lessenich, Ulrich Brand etc.).


    Thermodynamische Bedingungen und Systemkollaps (wenn es den Kapitalismus betrifft) ist eben anscheinend kein Thema für das bei uns Mittel vergeben werden, vor allem auch nicht in MINT fächern.


    Das Team von Jung und Naiv hatte also schon da, was in Deutschland verfügbar ist und sogar viele Systemktiker aus anderen Ländern. (Vielen Dank übrigens dafür)!


    Möglicherweise kann man aber Antonio Turiel mal fragen ob er für ein Interview zeit hat?

    Möglicherweise bilde ich mir das nur ein, aber die jüngsten Äusserungen von von der Leyen oder Pistorius klingen nach Panik. ( Pistorius warnt vor einer „weltwirtschaftlichen Katastrophe“, die Uschi spricht von der "kritischen Energieversorgung", etc. Vielleicht beginnen da und dort Groschen zu fallen? Glaubt man etwa den Volkswirtschaftlern nicht mehr die "einen leichten Rückgang" des Wachstums erwarten?


    Die OECD hat ihre Wirtschaftsprognosen für dieses Jahr gegenüber den im Dezember abgegebenen Vorhersagen nach unten korrigiert, vor allem für Europa und einige asiatische Länder, während sie diese für die Vereinigten Staaten nach oben korrigiert hat, da die Dynamik der Technologie- und Energiebranche die Auswirkungen des Krieges ausgleichen wird.


    In ihrem am Donnerstag (26.03.2026) veröffentlichten Zwischenbericht hält die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) an ihrer Schätzung fest, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 2,9 % wachsen wird, und ändert ihre Prognose für 2027 nur geringfügig auf 3 % (ein Zehntel weniger), trotz des Konflikts im Nahen Osten.

    Ich hoffe wirklich, dass man diese Idioten demnächst endlich aussortiert.

    Erstaunlicherweise hat Al Jazeera einen Artikel zur Situation der Gastarbeiter am Golf:


    Wenn das jetzt tatsächlich und letztendlich so einfach war, frage ich mich natürlich, warum die stolzen Iraner diesem gottlosen treiben nicht schon viel früher ein Ende gesetzt haben.

    Weil das nur als Verteidigung eine Option war. Es ist ein unterschied ob man die Atombombe als Erstschlagwaffe benutzt oder auf sein "Recht auf Verteidigung" verweisen kann, vor allem auch weil China da ein wörtchen mitzureden hatte.