Beiträge von AlienObserver

    Der Nationalkonvent hat ganz konkrete Überlegungen dazu angestellt, wie man die Werte der französischen Aufklärung umsetzen kann

    Ja, lass uns eine Bürgerdelegation versammeln, bei der Demokratisch Vorschläge für ein Verändertes System entstehen. Das Schlagwort für so etwas ist Legitimation. Niemand hat das Recht anderen eine neue Gesellschaftsordnung vor die Nase zu setzen. Alternativen zum bestehenden System müssen demokratisch legitimiert sein, sonst führt das in eine weitere Spaltung der Gesellschaft.


    Nur wenn alle mitreden dürfen und miteinander diskutieren, hat ein Vorschlag überhaupt eine Chance von der Bevölkerung anerkannt zu werden. Das ist eigentlich ein alter Hut Jonny. Forderungen ja, aber nach z.B. einer solchen Bürgerversammlung, nicht nach einem fertigen System. Soweit ich das weiss tun FFF genau das.

    Es gibt einige Sportarten (wie Fahrradfahren) die eben prädestiniert sind für Doping, dass ja immer eine körperliche Eigenschaft auf Kosten anderer fördert (z.B. Kraft auf Kosten der Ausdauer, oder umgekehrt). Da gehört Volleyball nicht dazu. Ausdauer und Kraft machen ab einem bestimmten Niveau nicht mehr so viel aus. Da reicht es gut trainiert zu sein um ein Spiel durchzustehen, über den Sieg entscheidet dann Können und Psyche.


    Ausserdem muss man den Nutzen zum Aufwand des "nicht erwischt werdens" sehen.


    Alles in allem ist es nicht unglaubwürdig, dass im Volleyball Doping einfach zu wenig Vorteile im Verhältnis zum Aufwand verspricht.

    Zitat von Ingo Schulze (Schluss)

    Wir sind der Souverän, im Märchen also der Kaiser, der so naiv, leichtgläubig und eitel war, dass er Geld und Gold und Seide den Betrügern schenkte und einen Orden dazu, der aber in seinen neuen Kleidern nicht glücklich werden kann.

    Der Schock der Selbsterkenntnis könnte dazu führen, dass der Souverän zukünftig bei der Wahl seiner Garderobe kritischer wird, dass er darauf achtet, was ihn wirklich kleidet. Und vielleicht sitzt der Schreck so tief, dass er sich fortan auch um seine Soldaten und das Theater kümmert und in den Rat geht. Viel liegt ihm daran, zum Patenonkel des kleinen Kindes zu werden und dessen Vater beruft er zu seinem Berater. Die beiden Betrüger werden gefangengenommen und in die Stadt zurückgebracht, wo ihnen ein triumphaler Empfang zu Teil wird. Der Kaiser, der sich ein letztes Mal in Unterwäsche zeigt, und die Kammerherren, die sich ein letztes Mal nach der nicht vorhandenen Schleppe bücken, beglückwünschen die Betrüger zu ihrem Bubenstück.

    Als Lohn wird ihnen die Intendanz des Theaters angetragen – doch für diese Entscheidung

    erbitten sie sich Bedenkzeit.

    Es ist nunmal keine Option eine fertige Lösung vorzulegen. Das würde die Bewegung schwächen.


    Das einzige was man machen kann und was Klimaaktivisten tun ist das Thema in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Dazu gehören auch die bitteren Wahrheiten, wie z.B. dass das Mass der Verschwendung in unserer Gesellschaft sicher nicht aufrechtzuerhalten ist. Weiter so wie bisher ist eben keine Option. Das wird irgendwann allen klar werden, die Frage ist nur wann.


    Der Kaiser ist Nackt!


    Aber wer das sagt ist natürlich "Dumm". Das ist die Strategie der "listigen Schneider" ("Ökonomen") . Jeder der meint der Kaiser ist Nackt ist eben zu dumm die Kleider zu sehen. (Siehe Ralf Fücks "Flat Earther" Vorwurf, und ja der regt mich immernoch so richtig auf).


    Das ändert nichts daran dass der Kaiser Nackt ist und dass es gut ist das immer wieder mit allen Mitteln allen aufzuzeigen.


    Übrigens: Als das Kind ruft, der "Kaiser ist Nackt", fangen Kaiser und Hofstaat im Märchen ja nicht hektisch an Kleider zu organisieren, sondern tun so als wäre nichts passiert.


    In dieser Phase sind wir jetzt. Das Kind hat laut gerufen "Der Kaiser ist Nackt" aber der "Hofstaat" tut so als wäre nichts geschehen und macht weiter wie bisher.


    Wahrscheinlich muss der Hofstaat weg damit sich was ändert?

    Möglicherweise aber sollte man damit anfangen die listigen Schneider vom Hof zu jagen. Zeit wärs.


    Zitat


    "Aber er hat ja gar nichts an!" rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: ,Nun muß ich aushalten.' Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.

    Übrigens, diese Entwicklung passierte in weiten Teilen am Souverän, dem Gesezgeber/Parlamenten, vorbei und blieb auch meist in der Öffentlichkeit unbemerkt. Viele Gesetzte die für Unternehmen gelten geben sie sich selbst, oder werden an den Orten an denen sie ihren Hauptsitz haben (Delaware, Cayman Inseln etc.) beschlossen.


    Vieles basiert auf informellen Praktiken, wie Schiedsverfahren durch von den Unternehmen gewählten Unterhändlern und Gerichtsbarkeiten.

    Damit da auch ein Beispiel dazu existiert und die news dass sich tatsächlich ein bisschen was bewegt, der ECT Vertrag wird gekündigt, welcher die Grundlage der Entschädigungszahlungen an Vattenfall war, und eben eine solche Schiedsgerichtsbarkeit ausserhalb parlamentarischer und demokratischer Kontrolle ist:


    Gäbe es eine unabhängige Justiz, wären wahrscheinlich eine ganze Menge der GOP Abgeordneten inzwischen im Knast. Leider kontrollieren die aber die Richter und Staatsanwälte.


    (Warum denke ich das? Weil das bei diesen Leuten immer so ist. Siehe Lega Nord, FPÖ, AFD, etc.)

    Wobei ich Entschädigung für Enteignung nicht als Sachzwang bezeichnen würde. Wenn ein Unternehmen entschädigungslos enteignet wird, dann ist das kein systemimmanentes Problem. Ob das durchsetzbar ist, hängt immer von der Frage der Legitimation ab. Wenn man es hinbekommt eine gesellschaftliche Atmosphäre zu schaffen, bei der die Unternehmen in die Defensive gezwungen werden, weil z. B. wir als Gesellschaft verstanden haben, dass eine solche entschädigungslose Enteignung im Sinne des Gemeinwohls ist (zb Angesichts größerer Probleme, die damit zusammenhängen), dann kann man das auch durchsetzen. In der Geschichte gab es, meines Wissens nach mindestens seit der späten Neuzeit so gut wie nie eine entschädigungslose Enteignung (ausser bei gewaltätigen Revolutionen wie bei der Kulturrevolution), aber wieso sollte man das nicht demokratisch entscheiden können. Und entschädigungslos muss ja nicht den totalen Ruin des Unternehmens bedeuten. Es bedeutet nur, private Macht über die Todesmaschine des Kapitalismus zu entmachten. Und letztendlich enteignet man die Enteigner ;)

    (Wir zahlen übrigens noch Kirchensteuer, weil das die Entschädigung für die von Napoleon enteigneten Gebiete der Kirche ist. Reichsdeputationshauptschluß 1803)

    Nicht aufgepasst? Weil die Vorraussetzung für den Kapitalismus das Eigentumsrecht im Sinne der Kapitalisten ist, ist das sehr wohl im Kapitalismus zwingend. Erst in dem Kapitalisten die Gesetze für Eigentum und Enteignung, z.B. der Enclosure der Commons, kontrollierten, konnte der Kapitalismus entstehen.

    Übrigens, diese Entwicklung passierte in weiten Teilen am Souverän, dem Gesezgeber/Parlamenten, vorbei und blieb auch meist in der Öffentlichkeit unbemerkt. Viele Gesetzte die für Unternehmen gelten geben sie sich selbst, oder werden an den Orten an denen sie ihren Hauptsitz haben (Delaware, Cayman Inseln etc.) beschlossen.


    Vieles basiert auf informellen Praktiken, wie Schiedsverfahren durch von den Unternehmen gewählten Unterhändlern und Gerichtsbarkeiten.

    Das ist auch so, wenn zum Beispiel eine demokratische Mehrheit beschliesst die Wohnngsbestände großer Konzerne zu enteignen. Der Staat muss dann per Gestz die EigentümerInnen entschädigen und kann sich damit raus reden, dass dieser "Sachzwang" leider die Demokratie verhindert.

    Ja, dieses Beispiel kommt natürlich sofort in den Sinn, wenn man sich den Vortrag anhört.

    Wir haben ein Stadium des Kapitalismus erreicht in dem die Gesetzgebung ultrakapitalistische und libertäre Ideen als die Regeln unserer Gesellscaft festschreibt. Das Anrecht auf zukünfige Gewinne wird in unserer Gesetzgebung zumindest ebenso hoch eingeschätzt wie das öffentliche Interesse.


    Making Money with Money ist das zentrale Element unseres Wirtschaftssystems, und das drückt sich auch in unseren Gesetzen aus. Vermögenseinkommen sind das juristisch am stärksten geschützte Gut, weit über Sozialbezügen, Löhnen, Renten usw. Der Staat war während der Krise 2008 bereit alles dafür zu tun Kapitaleinkünfte auf Kosten der Allgemeinheit weiter zu gewährleisten und die Entwicklung der Gesetzgebung, die einen stetigen Abbau von Sozialleistungen, Löhnen und Renten zu Gunsten der Kapitaleinkünfte durchsetzte (z.B. Hartz4), macht das deutlich.


    Vor allem wenn es um die "Commons", wie unsere Umwelt geht, sind die Gesetze eindeutig auf Seiten der Kapitalisten. Wenn Beispielsweise die Gesellschaft beschliesst dass das Risiko des Betriebs von Atomkraftwerken zu groß ist, das ja die Betreiber in Gänze der Allgemeinheit aufbürden und für das sie keine Haftung übernehmen, dann kann z.B. Vattenfall einen Anspruch auf die entgangenen zukünftigen Gewinne geltend machen. Die Allgemeinheit kann aber umgekehrt bei den Betreibern von AKWs keinerlei Haftung für Schaden an den Commons, also z.B. Umweltschäden geltend machen.


    Der Kapitalismus heute ist in gänze auf diese Art geregelt. Wenn wir kollektiv beschliessen würden, dass die Erhaltung der Atmosphäre oder der Artenvielfalt uns wichtiger sind als die zukünftigen Profite von Unternehmen, dann haben im Moment die Unternehmen das Recht auf ihrer Seite.


    Zu den Kosten einer Transformation würden also immer die Entschädigungen an die Kapitalisten kommen die uns diese Scheiße eingebrockt haben, aber keinerlei Verantwortung dafür übernehmen.