Beiträge von Artikel1

    Als Bürger geht man ja davon aus, dass sich die Verwaltung für die Belange der Bürger einsetzt.

    Vermutlich sind es zu viele Belange ...


    Auf die Frage unserer Bürgerinitiative, wie uns das Landratsamt bei der komplizierten Beantragung von Fördergeldern zu einem speziellen Programm helfen könne, bekamen wir den Tipp, es besser selber zu machen ...


    Eine Bürgermeisterin aus der von uns vorgeschlagenen Rad-Region im ländlichen Raum hatte uns darum gebeten, dass wir uns bewerben. Sie will damit das Projekt unterstützen, hinter dem auch alle anderen beteiligten Bürgermeister stehen ...


    Das ist ziemlich erschreckend: wenn sich keine Bürgerinitiative um die Antragsstellung kümmert, dann kann aufgrund mangelnder Kapazitäten bei den eigentlich zuständigen Stellen keine Verbesserung der Daseinsvorsorge - über die sooooo viel Redezeit verbraucht wird - entwickeln. Die Amtsträger werden zwar vermutlich die Unterlagen unterschreiben und in soweit auch Verantwortung übernehmen.

    Aber die Arbeit können Sie bzw. ihre Mitarbeiter nicht leisten ...


    .. und das macht schon sehr viel Arbeit, insbesondere, wenn man so etwas als Laie erstmalig in Angriff nimmt ...


    Mich würde sehr interessieren, in welchen Landkreisen dies auch so ist.

    Für mich ist es immer schwierig, wenn wir feststellen, dass wir ja in Wohlstand leben. Das ist dann immer gleichbedeutend mit "uns geht es gut".


    Dieser Einschätzung liegen Werte zu Grunde, die noch lange nicht bedeuten, dass wir ein gutes Leben haben.


    Ein gutes Leben sollte doch der Maßstab sein und nicht wie viel wir haben.

    Der Bürgermeister von Augustusburg hat den Vorschlag gemacht, den Kommunen Finanzmittel ohne Förderprogramme zur Verfügung zu stellen, damit man einfach mal was vor Ort bewegen kann.

    Je länger ich mich mit Förderprogrammen beschäftige, um so mehr frage ich mich, warum man immer diesen komplizierten Weg gehen muss. Meines Erachtens freuen sich diejenigen, die "Politik gestalten", wenn sie die Förderprogramme konstruieren bzw. auflegen. Dann üben sie ihre Macht aus.

    Wenn man Gelder beantragt, z.B. als Kommune, dann weiss man nicht sicher, ob man Geld bekommt und sein Projekt auch umsetzen kann.

    ... und für das Finden von Förderprogrammen, verstehen und beantragen (einschließlich Anpassung des Projektes an die Förderbedingungen) braucht man so viel Zeit und Kapazitäten!


    Ich habe da echt ziemlich viel Zweifel, ob das der richtige Weg ist.

    Gestalten muss doch auch direkter gehen ....

    Oder hat jemand eine gute Begründung, dass alles über Förderprogramme laufen muss ...

    Für mich ist die Auswahl der jeweiligen Projekte auch ziemlich intransparent.

    Mich würde mal interessieren, ob ein Journalist o.ä. mal ausgerechnet hat, was es uns als Gesellschaft gekostet hätte, wenn das Gesundheitswesen mit viel mehr Reserven ausgestattet gewesen wäre. ... und dies seit einigen Jahren ( wie lang ist Ebola her?) Ärzte und Pfleger hätten keine Überstunden gemacht und im Zuge der Krise wäre man also in einen Zustand höherer Belastung gewechselt.


    Vorausgesetzt der Staat hätte genügend Masken eingelagert gehabt, dann hätten wir uns das Runterfahren vielleicht weitgehend sparen können.


    Wichtig ist dies nicht im Rückblick sondern eher für die Zukunft ...


    Und ich verstehe nicht, warum wir die mangelnde Vorsorge so klaglos hinnehmen ... und die jahrelang regierende CDU so schadlos davon kommt ...

    Es gab doch Warnungen!

    ... also meinen Brief an den Landes- Minister für Infrastruktur mit zwei richtig konkreten Vorschlägen hat dieser beantwortet - aber leider nicht so klar und zustimmend, wie erhofft ...


    Aber ich denke (und hoffe) die Ideen sind angekommen ....

    Nicht nur Analena:

    ... und wenn man anderen mit einem Lächeln begegnet, dann macht man den Tag schon ein klein wenig besser ...


    Ich glaube es ist sehr wertvoll, wenn man sich als Teil eines grossen Ganzen verstehen kann und bei seinen Handlungen dies auf dem Schirm hat ...

    Weiss jemand, wie sich die Finanzierung einer Stadt von einem Landkreis unterscheidet?

    Der Landkreis lebt m. E. nur von der Kreisumlage, die ihm die Gemeinden zahlen.

    Ist das bei Dörfern auch so, die in eine Stadt eingemeindet sind? Zahlen die eine "Stadtumlage" o.ä.?


    (Ich versuche gerade Argumente zu bündeln, warum es auf dem Land mit dem Radverkehr nur dort voran geht, wo die Kommunen Geld haben. Die finanzschwachen Kommunen können sich oft nicht mal auf Förderprogramme bewerben, weil sie die Eigenanteile nicht aufbringen können.)

    Unter "Was tun (?)!" findest Du schon einige Beispiele, was man auch ausserhalb von Parteien machen kann.


    (Zugegeben bin ich aber etwas enttäuscht, dass dort bisher noch nicht mehr Ideen zusammen gekommen sind.)


    Und unter "Kommunalpolitik" ist so ein wenig beschrieben, wie wir als Bürgerinitiative die Kommunalpolitik erleben.

    ... Wir hatten die Verantwortlichen Bürgermeister unserer Region eingeladen und dazu noch andere Vertreter vom Landkreis, Tourismusverband etc.


    Vielleicht habt ihr die Daumen gedrückt. DANKE!

    Alle sind gekommen!


    Insgesamt waren wir 14 Leute und alle haben sich unserem Vorschlag angeschlossen.😀

    Jetzt hoffen wir auf ein spezielles Förderprogramm vom Bund, für welches erst noch Verwaltungsvereinbarungen mit den Ländern geschlossen werden sollen.

    Bekommen wir dann diese Gelder vom Bund und unterstützt uns auch noch das Land, denn Eigenanteile könnte keine der Gemeinden zahlen, dann würde der Weg frei für eine "Fahrradstadt" auf dem Land - durch Vernetzung von 6 Dörfern durch Infrastruktur für aktive Mobilität

    Als Bürgerinitiative in der Kommunalpolitik braucht man einen langen Atem. Das war uns vor zwei Jahren schon klar, als alles begann.

    Meine Motivation kommt daher, dass ich in einer Gegend mit ziemlich dunklen Wahlergebnissen zeigen will, dass man als Bürger was bewegen kann.


    Kann man bei dieser inneren Zielstellung überhaupt jemals solch eine Initiative ohne Ergebnisse wieder beenden?


    (Unsere Bürgerinitiative hat heute endlich eine Antwort aus dem Landesministerium auf unseren Vorschlag bekommen, eine Modellregion zur Verbesserung der Daseinsvorsorge durch Rad- und Fussverkehr im ländlichen Raum zu werden.

    Ich will meinen Eindruck aus dem Brief mal so zusammenfassen: tatkräftige Unterstützung hätte ich mir anders vorgestellt!


    Der Status einer Modellregion sollte helfen, den fehlenden finanziellen Handlungsspielraum der Orte (z.B. für die Eigenanteile bei Förderprogrammen) in unserer Region auszugleichen. Mit einem solchen Modell hätte man zeigen können, wie sich 6 Dörfer durch geballte vernetzende Investitionen entwickeln. (Im Vergleich zu Einzelinvestitionen - z.B Aufwand/Nutzen, Mobilisierungswirkung etc.)

    Ich habe viel gesucht und dazu noch keine Forschung gefunden. Oder kennt jemand etwas in der Art?


    Bisher gibt es umfassendere Radverkehrs-Entwicklungsprojekte immer in Städten "Fahrradstadt xy".


    Angelehnt an die Aktion "Stadtradeln" vom ADFC: Wie wär's mal mit einer Aktion "Dörferradeln" - möglichst hier bei uns, wo es für den Alltagsradverkehr bisher kaum Möglichkeiten gibt? ... und natürlich nach dem Bau von Radwegen 😉)


    So war zumindest die Hoffnung!

    Was stirbt zuerst: der Atem oder die Hoffnung? ... und wann und in welchem Umfang werden die regierenden Landtagsfraktionen helfen, die wir auch angeschrieben hatten?)

    .... Vermutlich waren wir naiv:

    wir hatten also einen Vorschlag (in unserem Fall eine Radverkehrskonzeption für eine kleine Region aus 6 Dörfern aus einem Landkreis) vorgelegt und allen Kreistagsfraktionen geschickt.

    Gedacht hatten wir, dass sich dann die Fraktionen der Sache annehmen und sie angesichts der von Herrn Scheuer angekündigten Fördermittel schnell voran bringen würden.

    Zu 3 Parteien sind wir eingeladen worden und dort auf Zustimmung gestoßen.

    Aber da der Landkreis nicht zuständig ist, war dies der falsche Ansatz.

    In die Hand nehmen können solche Projekte nur die Gemeinden selbst.


    In einem Gespräch mit einem hochrangigen Beamten im Verkehrsministerium des Landes bekamen wir den Hinweis, dass sich zunächst die betroffenen Gemeinden zusammenschliessen müssen und dann könnte man das Projekt voranbringen.


    Zu diesem Zusammenschluss haben wir jetzt als Bürgerinitiative die Verantwortlichen eingeladen... und alle wollen persönlich kommen oder lassen sich vertreten.

    Drückt bitte die Daumen, dass wir alle Kräfte bündeln können und zielgerichtet vorankommen.

    Leider erst heute habe ich mir das letzte Gespräch mit Gerd Scobel angehört. Da kommt ihr auf das menschliche Ziel: Glück.

    Mir gefällt der Begriff "gelungenes Leben" besser.


    Und dazu macht sich Hartmut Rosa (Soziologe Uni Jena - stammt aus dem Schwarzwald) ziemlich gute Gedanken.

    Zunächst hat er sich viel mit dem Thema "Beschleunigung" beschäftigt. Er zeigt u.a., dass wir nicht individuell an unserem Hamsterrad Schuld sind, sondern dass dies mit der Steigerungslogik der Gesellschaft verbunden ist.

    Später beschäftigt er sich mit dem Thema "Resonanz" und damit auch wieder mit dem "gelungenen Leben".


    Hier nur so viel als Kurzerklärung, was für mich davon wichtig ist: unter Resonanz versteht er Momente aus denen man verändert wieder raus kommt. Das können Musikstücke, Gespräche, Erlebnisse etc. sein, die was mit dir machen, die wirklich zu dir vordringen, wofür du in diesem Moment auch offen sein musst, was also im Stress nicht gut klappt ... Resonanz ist nicht planbar oder man kann es nicht buchen.

    Die Erlebnisse müssen auch nicht immer gute Erlebnisse sein. Ein gutes Leben ist für ihn ein reiches Leben an Resonanzerfahrungen und die entziehen sich der Logik unserer Wohlstands und Eventkultur ...


    Er spricht ziemlich schnell aber er kann auch mal über sich selber lachen. Ich bin dankbar, dass ich durch seine Vorträge und seine Bücher einen anderen Blick auf die Welt habe = ein Resonanzerfahrung machen konnte.

    Gut, wenn keiner berichten will, dann erzähle ich eben von einer guten Freundin, die regelmässige Treffen in ihrer Kommune organisiert.

    Da treffen sich Menschen, um sich über ein Thema zu unterhalten und Meinungen auszutauschen. Vielleicht ist das ein Ersatz für Stammtischgespräche oder weil die Familien kleiner geworden sind.

    Jedenfalls berichtet sie mir, dass es dafür grosses Interesse (Bedarf) gibt.

    Anregend ist es allemal.

    Quasi ein analoges "Forum".

    ... Frustriert haben wir dann im Internet recherchiert und tatsächlich ein Förderprogramm gefunden, welches sogar eine bis zu 100% ige Förderung des Bundes für innovative Projekte im Radverkehr versprach.

    Radverkehr ist ja hier nur ein Beispiel für viele weitere Themen: damit Kommunen solche Förderaufrufe nutzen können, müssten sie diese erst einmal suchen, was personell in einer kleinen Gemeinde gar nicht machbar ist.

    Eine weitere Schwierigkeit: die Antragsfrist war sehr knapp. Wenn eine Gemeinde da nicht schon ein passendes Projekt vorbereitet in der Schublade hat, dann schafft man dies gar nicht.

    Wenn die Gemeinde aber finanziell mit dem Rücken zur Wand steht, dann kann sie schwerlich einen Projektentwurf erstellen lassen, dessen Chancen auf Umsetzung extrem ungewiss sind ...


    Wir haben als Bürgerinitiative eine "Bewerbung" für das Förderprogramm unter Hochdruck ausgearbeitet, die Kosten geschätzt und begründet, warum die Verbindung von benachbarten Dörfern (teilweise aktuell nur durch Strassenumwege über die nächste grössere Stadt verbunden) durch Rad- und Fuss -Wege innovativ ist, um gleichwertigere Lebensverhältnisse zu erreichen. Die Entwicklung einer ländlichen Gegend zu einer Rad-Region wurde nach unseren Recherchen bisher noch nicht wissenschaftlich begleitet. Die Bürgermeisterin der wichtigsten an unserem interkommunalen Projekt beteiligten Gemeinde hat diese Bewerbung dann unterschrieben und wir haben sie fristgerecht einreichen können.


    Leider haben wir keinen Zuschlag bekommen.

    Die Auswahl von Bewerbungen ist ein sehr intransparenter Vorgang. Wir haben versucht rauszubekommen, woran es gelegen hat: Unprofessionalität, was wir befürchtet hatten, war es nicht. Man begründete die Ablehnung eher damit, dass dies zur Daseinsvorsorge zählt.


    Anmerkung:

    Was wird dann mit dem DASEIN, wenn für dessen VORSORGE das Geld fehlt?

    Meine Frage an dich Artikel1 wäre also, wie verortest du dich politisch und warum? Siehst du dich gefangen in Strukturen oder meinst du, alle seien frei genug, um sich auch individuell zu arrangieren? Wie interpretierst du die Welt? Oder sind das für dich eher Schwätzchen über den Gartenzaun?

    Die Fragen sind noch offen: Verorten will ich mich gar nicht. Ich lerne immer dazu und meine Interpretationen entwickeln sich weiter ...

    In unserem Handeln (oder auch nicht handeln) sind wir m.E. dann sehr frei, wenn die existenziellen Fragen des individuellen Lebens gesichert sind. Zudem hilft es, wenn man immer mal wieder bedenkt, wer uns wie zu welchem Verhalten beeinflussen will.

    Es gibt m.E. so viele schlaue Denker, Wissenschaftler etc. Wie viele von deren Erkenntnissen kommen eigentlich dort an, wo sie gebraucht werden? Wie stark kann ein Wissenschaftler über den eigenen Tellerrand hinaus schauen und sein Wissen mit anderen vernetzen?


    Deshalb würde ich eine neue "Frage an alle" vorschlagen: Wie* informierst Du Dich zu Themen, die nicht zu Deinem Fachgebiet gehören und wie viel Prozent Deiner Wochenarbeitszeit kannst Du dafür etwa aufwenden?

    * Welche Quellen, wessen Auswahl, welche Themen, welche Zuarbeit bekommt xy?


    ... ich fürchte wir Jung&Naiv Nutzer werden ziemlich desillusioniert sein ...

    Man kann den Punkt machen, dass das konkrete Handeln gerade ein unpolitischer Akt ist, da er all das um einen herum (die systemischen, strukturellen Bedingtheiten von Handlungen) akzeptiert.

    Zunächst heute nur dazu: ich hätte vielleicht schreiben sollen ... dass z.B. die Trainer weniger Zeit haben, sich theoretisch mit politischen Dingen zu befassen.

    Eigentlich ist jedes Handeln auch politisch und nichts tun und z.B. nur zu meckern, oder sich z.B. nur als Konsument wahrzunehmen, ist es auch.

    Beispiel: ... Kinder, die sich in ihrem Körper (durch das Training von Ehrenamtliche) wohl fühlen, sind eher in der Lage, was Gutes in ihrem Leben zu tun ...


    Grundsätzlich wollte ich mit dem Thema einfach den Blick auf diejenigen richten, die nicht nur eine gute Meinung vertreten, sondern auch etwas bewegen - sonst bekommt das Forum für mich so einen ausschließlichen Charakter eines Debattierclubs.

    ... vielleicht sind sie hier im Forum und zu bescheiden oder sie haben zu wenig Zeit sich mit politischen Dingen zu befassen: deshalb möchte ich mal die vielen vielen ehrenamtlichen Trainer und Betreuer im Kinder- und Jugendsport erwähnen. Die machen was echt Sinnvolles. Das sind Leistungsträger der Gesellschaft und der beste Beweis, dass Menschen nicht immer einen finanziellen Anreiz brauchen, um sogar am Wochenende früh aus den Federn zu kommen ...

    (bitte für die Diskussion um ein Grundeinkommen im Hinterkopf behalten)

    Wie Kommunalpolitik funktioniert? Gemeinden haben Pflichtaufgaben und wenn das Geld knapp ist, dann müssen erst mal alle Mittel zur Bewältigung dieser Anforderungen aufgewendet werden. Radverkehr zählt nicht zu den Pflichtaufgaben.

    Deshalb musste uns die Bürgermeisterin, die für 4 der 6 Dörfer in unserem Radverkehrs-Verbund-Projekt-Vorschlag verantwortlich ist im Sommer 2019 auch mitteilen, dass 120 000 Euro für einen ersten ganz kleinen Abschnitt aus unserer Idee nicht vor 2022 bzw. 2023 als notwendiger Eigenanteil für die Beantragung von Eigenmitteln zur Verfügung stehen wird. " Wenn überhaupt!". Und dies, obwohl Sie unser Projekt gerne umsetzen würde.


    FAZIT:

    Kommunalpolitik lebt davon, Dinge anzustossen und voran zu bringen. Wenn dafür keine Kapazitäten vorhanden sind, dann bleibt nicht viel Kommunalpolitik übrig.

    ... insbesondere dann, wenn Gemeinden wenig Einnahmen aus der Gewerbesteuer haben und die wenigen vorhandenen Mittel u.a. durch Gesetzgebungen des Bundes von höhere Ausgaben bei den Pflichtaufgaben aufgefressen werden.