Beiträge von Wemire

    So jetzt ist das Transkript da, aber die Übersetzer sind noch nicht soweit:


    http://kremlin.ru/events/president/transcripts/66975


    Also wieder DeepL, Putin wird gefragt:



    Klingt für mich nicht nach einer platzierten Frage (bei Putin natürlich immer denkbar).


    Die Antwort:



    Klingt eindeutig, aber ausgelassen "[...]" habe ich eine halbe Vorlesung über die Weltwirtschaft und den Gasmarkt, nimmt man die hinzu, ist die Aussage meines Erachtens anders zu verstehen. Kann man dann im übersetzten Transkript lesen.


    Einschub: Zunächst wollte ich nochmal prüfen, ob Nord Stream gerade wirklich voll ausgelastet ist. Die reale Transportkapazität finde ich mit ca. 60 Mrd m³ Gas pro Jahr (nominell 55 Mrd m³), auf 365 Tage runtergerechnet etwa 165 M m³ am Tag. Das ist etwa die Größenordnung des Lieferrückgangs als sie im Juli die Wartung hatten. Scheint hinzukommen.


    Also die Russen stehen auf dem Standpunkt, es gibt im EU-Gasmarkt nicht unbedingt ein Deckungsdefizit an physischem Gas, sondern ein Marktdefizit also zu wenig Angebot. Die Reform des Energiemarktes hat natürlich darauf gesetzt, dass in so einem Fall ein Hersteller wie Gazprom von den Preisen angezogen einspringt, aber da machen die Russen nicht mit. - Wobei immer vergessen wird, dass die LNG-Anbieter ebenfalls no-show sind. - Ich denke aus zwei Gründen, zum einen glaube ich weiterhin, soviel Gas haben sie gar nicht zur freien Verfügung. Zum anderen sehen sie das, wie schonmal gesagt, als ein Entgegenkommen ohne Gegenleistung an. Schließlich mussten sie ihre Produktion, da wegen dem Spotmarkt langfristige Verträge reduziert wurden, 2020 in Inversion dieser Situation massiv drosseln. Ist denke ich auch ein bisschen Vergeltung.


    Wenn Putin sagt, dass sie bei Eröffnung von Nord Stream 2 mehr liefern können, dann würde ich darin kein Versprechen sehen, dass sie zusätzliches Gas auf den Spotmarkt bringen, sondern dass die vorgesehene Menge an Gas (mit dem entsprechendem Preis) auf diesem im Moment voll ausgelasteten Transitweg schneller transportiert wird. (Oder anders gesagt sie haben Gas zwischengespeichert, um es über die Route zu liefern. Es fließt eben nicht von Jamal einmal durch.) Was den Effekt hat, dass mehr Gas in den Markt kommt.


    Ich weiß übrigens nicht, wo er die 17.5 Mrd m³ hernimmt, also nicht das Gas, die Zahl. Das ist ca. ein π-tel der nominellen Kapazität von Nord Stream 2, so ne Art Illuminati-Zeichen?

    Sehe ich das richtig, die Demokraten haben wohl die Senatorenämter in Georgia gewonnen? (Ergebnisanpassungen nach der Wahl mal außen vor.) Nicht optimal für den Niedergang, aber vermutlich besser für die Bevölkerung. Wird wie gesagt auch mit so einem Erfolg schwierig genug, viel Spaß damit auf Joe Manchin angewiesen zu sein.


    Fehleinschätzung meinerseits, denn zumindestens viel furchterregender ist auf Kyrsten Sinema angewiesen zu sein.


    Und Manchin ist natürlich auch nur ein handyman für Typen wie den hier: https://www.cnbc.com/2021/10/2…e-manchin-every-week.html

    MW

    Anteil

    Kranken-

    hauseinw.

    Anteil

    Intensiv-

    station

    Anteil

    Tote

    Anteil vollständige Impfung

    plus mindestens 2 Wochen

    Bericht
    29-32 14.8% 9.3% 15.4% 79.6% 2021-08-19
    30-33 17.7% 14.1% 22.5% 81% 2021-08-26
    31-34 18.8% 15.9% 26.0% 81% 2021-09-02
    32-35 19.8% 19.0% 27.2% 82.0% 2021-09-09
    33-36 19.4% 16.9% 26.0% 82.6% 2021-09-16
    34-37 19.9% 17.0% 25.7% 83.1% 2021-09-23
    35-38* 34.3%* 23.3%* 37.4%* 83.4%* 2021-09-30*
    36-39 36.8% 24.1% 33.0% 83.8% 2021-10-07
    37-40 39.6% 28.8% 34.7% 84.1% 2021-10-14
    38-41 42.1% 29.9% 41.4% 84.4% 2021-10-21


    Und hier zeigt sich ein eher stabiles Bild vor und nach dem Berechnungswechsel (also vorher tendenzielle Unterschätzung, jetzt tendenzielle Überschätzung, so wie ich das verstanden habe). Die leichte Tendenz nach oben zuletzt bei Krankenhauseinweisungen und Intensivbehandlungen deutet aber an, warum die Auffrischimpfungen eine gute Idee sind.

    Ah, jetzt verstehe ich erstmal. Ihr seid flatterig wegen der Berichterstattung über Impfdurchbrüche.


    Okay, die Werte für die Gruppe ab 60 Jahre aus den RKI-Wochenberichten:


    https://www.rki.de/DE/Content/…t/Wochenberichte_Tab.html


    MW

    Anteil

    Impfdurchbrüche

    Anteil vollständige Impfung

    plus mindestens 2 Wochen

    Bericht
    25-28 16.9% 65.8% 2021-07-22
    26-29 21.4% 70.3% 2021-07-29
    27-30 27.5% 75.0% 2021-08-05
    28-31 31.6% 77.5% 2021-08-12
    29-32 35.7% 79.6% 2021-08-19
    30-33 38.5% 81% 2021-08-26
    31-34 40.2% 81% 2021-09-02
    32-35 41.8% 82.0% 2021-09-09
    33-36 42.8% 82.6% 2021-09-16
    34-37 44.6% 83.1% 2021-09-23
    35-38* 49.0%* 83.4%* 2021-09-30*
    36-39 52.6% 83.8% 2021-10-07
    37-40 55.4% 84.1% 2021-10-14
    38-41 57.0% 84.4% 2021-10-21


    * Hier wurde die Berechnung geändert.


    Also zunächst mal die Berichte beginnen in dieser Gruppe mit einem Delta-Anteil von 83%, dann 90%, dann 94%. Ich würde sagen, das macht klar, dass es nicht um ein Phänomen von Variante Delta geht.


    Ist verständlich, dass die Medien das nicht besonders gut einordnen können. Die Interpretation dieser Daten ist überaus komplex. Wenn es über eine Bevölkerung hinweg deutliche Unterschiede im Immunstatus gibt, aber ohne sterilisierende Immunität, dann muss man anfangen das Netzwerk dahinter in Betracht zu ziehen. Heißt unter anderem, man muss auf die Impfquote der anderen beiden Gruppen schauen, im Detail veilleicht auch auf Teilimpfquoten. Man muss sich überlegen, wer eigentlich die Geimpften und Ungeimpften sind. Ein Grund ab 60 Jahre nicht geimpft im Sinne dieser Auswertung zu sein, wäre zum Beispiel vor dem Erreichen des entsprechenden Status zu versterben. Während die allermeisten Personen der Gruppe ab 60 Jahre in Betreuungseinrichtungen und Krankenhäusern, die allermeisten Immungeschwächten, wo man sich auch nur die Möglichkeit einer Wirkung ausgemalt hat, kurz gesagt die anfälligsten Individuen, in der Gruppe der Geimpften sind. Wann genau die Impfung stattgefunden hat, spielt eine Rolle, jetzt kommt die Wirkung von Saisonalität hinzu.


    Ein Beispiel, warum das auch nicht unbedingt ein Phänomen der Altersgruppe ist, der Vergleich mit der Gruppe 18-59 Jahre:


    60+ 25-28 16.9% 65.8% 2021-07-22
    18-59 34-37
    21.3% 66.2% 2021-09-23


    Wie auch immer für die Endemizität ist eher die Krankheitsschwere entscheidend.

    Ich sehe hier eine Putin-verspricht-mehr-Gas-gegen-Öffnung-von-Nord-Stream-2-Schlagzeile, aber ich warte noch auf die Vollständigung des Transkripts vom Kreml. Die machen wohl erst morgen weiter.

    Also wenn du sagen wolltest, der Umstand, dass wir jetzt noch durchseuchen müssen, weil sich nicht alle impfen lassen, bedeutet, dass "uns die Impfung gar nicht aus der Pandemie holen kann und dazu nie in der Lage war", würde ich immer noch nicht zustimmen. Man kann das für gesetzt halten, allein wegen der Kinder - wobei das wohl auch keine Hürde bleiben wird - dennoch ist die Impfung eine überwältigende Abkürzung gegenüber dem eher unrealistischen Weg einer stark gebremsten Durchseuchung und eine genauso überwältigende Entlastung gegenüber dem Hinnehmen von Krankheitslast und Toten bei geringem Gegensteuern. Sie hat also einen enormen Anteil an der Überwindung der Epidemie, der mir bei der Formulierung so ein bisschen abgeht.


    Zudem "nie in der Lage war" macht den hypothetischen Fall auf. In den Ländern mit breitem Zugriff auf die Impfung gibt es ein großes Spektrum an Impfquoten. Ist ja nicht so, dass der Impfstoff mit einer bestimmten Bereitschaft der Bevölkerung sich impfen zu lassen daher kommt. Man sieht wie erst der Zusammenhang Neuinfektionen und Tote und dann Neuinfektionen und Intensivbehandlung divergiert hat. Mit noch höherer Impfquote wäre das noch mehr der Fall.


    Auf die Weltbevölkerung und die Pandemie bezogen, mag man das am Ende nicht ganz so einschätzen, aber bisher die Hälfte / ein Drittel ist ja nun auch nicht gerade ein unbedeutender Beitrag, selbst wenn man eine gewisse Überschneidung mit Infektionen annimmt.


    Ansonsten, vielleicht liegt es ja daran: So wie ich das sehe, büßt die Impfung im bisher beobachteten Zeitlauf, wenn überhaupt nur wenig von ihrer Schutzwirkung gegen schwere Krankheitsverläufe ein und darauf beruht letztlich die künstliche Endemizität. Die Auffrischimpfung bei Älteren ist eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme, aber dass sie außer bei Immunkompromittierten oder besonders kranken Personen auf jeden Fall notwendig ist, würde ich noch nicht mal bejahen.

    Übrigens wenn man die Unterscheidung machen will, kann man sich natürlich an den Ungeimpften gestaffelt nach Alter exponentiell zunehmend abarbeiten. Das obere Ende der Altersspanne ist sicherlich mehr ein Problem als das untere.

    ja, aber ich sehe weiterhin nich wo jetzt das Prob dabei sein soll?


    Wenn wir eine stark sterilisierende Maßnahme hätten, welche auf den Großteil der im Land Anwesenden und Einreisenden anwendbar wäre, dann könnte man damit ja eben doch genau das erreichen. Die verwendete Maßnahme kann das aber nicht leisten, also passt doch die ganze Aussage?


    Ich kann nicht folgen, welche verwendete Maßnahme?

    Das doch irgendwie der Punkt?


    "Inzwischen ist auch längst klar, dass uns [Deutschland] die Impfung gar nicht aus der Pandemie holen kann und dazu nie in der Lage war. Nicht zu vergessen, dass der größte Teil der Weltbevölkerung weiterhin ungeimpft bleiben wird. Wir müssen schließlich erstmal unsere Kleinkinder impfen."


    "Inzwischen ist auch längst klar, dass uns [Menschheit] die Impfung gar nicht aus der Pandemie holen kann und dazu nie in der Lage war. Nicht zu vergessen, dass der größte Teil der Weltbevölkerung weiterhin ungeimpft bleiben wird. Wir müssen schließlich erstmal unsere Kleinkinder impfen."


    Mit dem Verweis auf die Weltbevölkerung im Anschluss, finde ich die erste Deutung tatsächlich sogar naheliegender.

    Schau mal. Die im Frühjahr Geimpften bekommen jetzt ihre Infektionen meist mit kaum oder ohne Antikörper durch die Impfung und sind damit weniger geschützt, als während der vergangenen Monate. Wie du sagst, war das erwartet worden und wurde auch schon bestätigt. Was wir also erreicht haben ist die Verzögerung der Durchseuchung auf den Winter.


    Nun es gibt unterschiedliche Qualitäten von Epidemie. Ohne die hohe Krankheitslast bei einem signifikanten Teil der Bevölkerung, würde sich das Vorgehen gegen die CoViD-19-Pandemie nicht rechtfertigen. Diese Krankheitslast ergibt sich zu irgendeinem Grad, potentiell fast vollkommen, aus der immunologischen Naivität gegenüber SARS-CoV-2. Die vollständige Impfung der Bevölkerung selbst nur eines Landes würde CoViD-19 mindestens in eine endemische Erkrankung mit einer Saisonalitätsschwere wie der endemischen Influenza überführen und ich denke die Chance besteht, dass es noch viel milder ausfallen kann. Möglicherweise aber erst nach einer mehrjährigen Nachdurchseuchung, die die Immunität noch breiter und anders lokalisiert aufstellt. Eine Eintragung von außen könnte das endemische Gleichgewicht noch stören, eine deutliche Beeinträchtigung würde ich tatsächlich nicht erwarten .


    Was die Verzögerung ihrer naiven Durchseuchung angeht, das suchen sich die meisten Leute selbst aus, manche werden durch ihre Lebensumstände dazu gezwungen. Die Verschiebung einer Durchseuchung von durch Impfung (ggf. plus Krankheit) erstimmunisierten Personen ist dagegen die Auswirkung dieser Wahl. Aber diese Nachdurchseuchung hat eben auch eine andere Qualität und natürlich ist auch das Krankheitsaufkommen unter Vorimmunisierten höher, wenn es eine größere Gruppe Nichtimmunisierte gibt. Eltern von Kleinkindern stecken sich auch häufiger mit Infektionskrankheiten an, als gleichaltrige Kinderlose oder Eltern älterer Kinder.


    Vom Boostern hör ich derzeit weniger, als von Impfgegnern. Der Trump Mode ist weiterhin aktiv.


    Verstehe nicht, was du sagen willst.


    Dass Delta keine nennenswerte Reduktion der Wirksamkeit zeigt, halte ich nebenbei bemerkt für nicht zutreffend. Ich meine im verlinkten RND-Artikel gab es dazu konkrete Zahlen.


    Sowas meinst du?


    Zitat

    Biontech/Pfizer gaben vor Kurzem an, dass der Schutz vor Infektionen mit der Delta-Variante (symptomatisch oder asymptomatisch) vier Monate nach der Impfung bei etwa 53 Prozent liege.


    Ist denn der Schutz gegen Infektion nach vier Monaten gegen die Variante gegen die der Impfstoff entwickelt wurde deutlich höher?

    Okay, du dachtest mit "uns" an die Weltbevölkerung nicht Deutschland.


    Die tatsächliche Dauer der Schutzwirkung der Impfstoffe gegen CoViD-19 als schwere Krankheit kennen wir noch gar nicht. Diese sechs Monate beziehen sich eigentlich nur auf Messungen des Antikörpertiters, wobei diese Abnahme auch normal ist. Andere Parameter des Immunsystems, die in der Diskussion immer zu wenig Beachtung finden, weil sie aufwendiger zu messen sind, zeigen eigentlich keinen solchen Rückgang.


    Eine Anpassung des Impfstoffs auf Varianten gibt es nicht, weil der Schutz gegen die (im Westen) dominierenden Varianten bisher keine bedeutsame Reduktion zeigt.


    Und die ungeimpfte Bevölkerung in allen Teilen der Welt harrt ja nicht aus, da läuft wie auch hier bei uns die Durchseuchung. Also letztlich ist nur die Frage, welcher Anteil der Bevölkerung durch die Impfung zu einer initialen Immunisierung kommt und welcher durch Krankheit. Die Impfung hat die Epidemie aber hier und in vergleichbaren Ländern wesentlich leichter zu kontrollieren gemacht. Und ohne Ungeimpfte wäre sie auch vorbei. Ohne erwachsene Ungeimpfte vielleicht auch.

    Ach, SARS-CoV-2 kann sich schon noch zu den anderen menschlichen Coronaviren gesellen, was die Krankheitslast angeht. Müssen halt erstmal ein paar Durchseuchungsrunden durchlaufen.


    Inzwischen ist auch längst klar, dass uns die Impfung gar nicht aus der Pandemie holen kann und dazu nie in der Lage war.


    Wie kommst du darauf?

    So gesehen, vielleicht verstärkt es auch die Wirkung durch Eigenbluttherapie. :/


    Das ist es ja, es gibt bislang nur eine Hypothese, die dann durch Leo Nicolai von der LMU als plausibloe bezeichnet wurde. Dieser hat in seiner Forschungsgruppe dieses Paper veröffentlicht.


    https://www.biorxiv.org/conten…1.06.29.450356v1.abstract


    Okay. Würde ich nicht damit rechnen, dass sich das schnell in geänderte Richtlinien umsetzen wird.


    Die Überlegung, dass eine Injektion in den Muskel das Risiko gering macht, gilt ja weiter.

    Ja genau darum geht es.

    Muss ich den Link vom RKI noch vorlesen? Die wollen die Schmerzen reduzieren.


    Ich war vom "und" statt "aber" irritiert.


    RKI oder das Bundesgesundheitsministerium, ob man gemessen an dem, was man jetzt glaubt zu wissen,


    Wohl eher die Ständige Impfkommission.


    Nebenbei man muss dann aber schon im Zweifel die Impfdosis wegwerfen, oder?