Beiträge von Krkgrd

    Dennoch macht seine moralische bzw. prinzipielle Entscheidung die Realität nicht besser, dass Nord Steam 2 nicht gut für den Klimaschutz sind, der eigentlich Priorität haben sollte.

    Das verstehe ich nicht so ganz. Ebenfalls Tilos Punkt, dass NS2 klimaschädigend und sinnlos sei, weil wir ohnehin den Bedarf an Gas bereits decken würden.


    Wenn das der Fall ist, fangen wir doch nicht einfach an wegen NS2 mehr Gas als notwendig zu importieren? Warum wird davon ausgegangen, dass NS2 eine zusätzliche Klimabelastung ist?


    Habe keine Aktien in NS2 oder der Gas-Technologie an sich - kann meinetwegen gerne früher als spät verschwinden, aber Tilos Nachbohren entlang dieser Argumente warf bei mir doch ein paar Fragen auf :?:

    Warum haben viele asiatische Länder so viel besser auf die Pandemie reagiert? Klar, haben sie dort zum Teil mehr Erfahrung mit Epidemien, aber das schließt für "den Westen" ja nicht aus, ebenfalls aus den dortigen vergangenen Geschehnissen zu lernen. Blickt man nicht vernünftig in Richtung anderer Staaten?

    Danke dass ihr meine Frage gestern aufgerufen habt. Sie hat sich allerdings weniger an die großartige Frau Buyx gerichtet als an euch bzw. den Schwarm. Wie schafft man den Einstieg in die Philosophie? Mir fehlt die Struktur. Ich lese Philomag, höre mir Seminarmitschnitte, Vorträge und Interviews mit Philosophen auf youtube, nehme viel mit, aber das Puzzle fügt sich nicht zusammen. Ich glaube, ich brauche ein System.


    LG Nico

    Kannst du das noch ein wenig konkretisieren? Inwiefern fehlt dir Struktur, was fügt sich nicht zusammen? Kann noch nicht ganz herauslesen, was dir jetzt fehlt - klingt jetzt nicht direkt danach, dass du einen Kanon der philosophischen Literatur beackern möchtest, oder etwa doch?


    Gibt's bestimmte Felder der Philosophie, die dich besonders interessieren? Oder soll's in die Breite gehen?

    Constanze hat eure Drohnendiskussion sehr schön zusammengefasst:

    Leider alle Drohnen in einen Topf, sei es nach Größe, Steuerung vs Autonom oder Auftrag (Erkundung/ Aufklärung/ Kampf).


    Meine Ansicht tendiert zu Albrecht, wir haben ein neues Waffensystem das (noch) nix wirklich neues kann. Sobald die Maschinen sich allerdings selbst die Feuerfreigabe erteilen kommen wir in einen Bereich den ich verwerflich finde, letztendlich handelt es sich dann ja um eine bewegliche Mine.

    Erschließt sich mir nicht.

    Albrechts Argument "pro" bewaffnete Drohne fußte m.E. auf zwei Annahmen:

    1. Deutsche Soldaten könnten sie zum Schutz benötigen.


    Fallbeispiele fehlen mir hier, kann man aber auch schlecht erwarten. Es wirft aber die Frage auf, ob es dafür denn unbedingt bewaffnete Drohnen benötigt. Bin kein General, würde es aber erstmal für eine steile These halten, dass sowohl Häufigkeit als auch solch konkrete Situationen eintreten, dass es keinen Weg um diese Waffentechnologie gibt.


    2. Dat sind doch super präzise Tötungsmaschinen und mindern den Kollateralschaden.


    Ich dachte ich sitz im falschen Film. Tötungen Unbeteiligter sind doch einer der am häufigsten angebrachten Kritikpunkte am Einsatz bewaffneter Drohnen. Und dann noch dieser Gedankengang, dass man ja ansonsten eine Rakete oder ähnliches benutzt hätte und noch viel mehr Menschen gestorben wären. Jaaaa Albrecht, genau man. Es ist gerade die Drohnentechnologie, die "taktisches" Ausschalten einzelner Terrorverdächtiger derart möglich gemacht hat. Man hat denen vorher idR. nicht einfach 'ne Bombe aus ner B52 auf den Kopf geyeetet.



    Das Bureau of Investigative Journalism zählte seit 2004 (Stand März 2013) 3105 Tote, dabei seien nur 47 Tote „high profile targets“ (gesuchte Terroristen). Unter den 3105 Toten waren 535 unbeteiligten Zivilisten, 2348 „andere Getötete“ und 175 Kinder. Unter dem Begriff „andere Getötete“ werden die Opfer zusammengefasst, die getötet wurden, ohne jegliche Anhörung oder Möglichkeit, sich durch eine Aussage zu verteidigen.[

    Weltklasse. Dafür dass wir ein paar eigene Soldaten einer Eliteeinheit da nicht zum reinyoloen reinschicken, müssen halt Unschuldige dran glauben.



    e; Ganz zu schweigen von der bei Waffentechnologie tatsächlich realen "slippery slope", die im vom Dennis Scheck verschmähtem QualityLand 2.0 recht witzig auf den Punkt gebracht wurde.

    Wenn es um Waffentechnologie geht, habe ich doch lieber einmal zu häufig geächtet.

    Für die Menschen im Gesundheitswesen kann man sich nur wünschen, dass irgendwann mal ein Grad der Solidarität erreicht wird, dass andere systemrelevante Berufe, deren Streik nicht direkt Menschenleben auf dem Gewissen hätte, in den Streik treten. Nicht für sich, sondern eben für die Menschen im Gesundheitswesen.


    Es trägt schon eine traurige Ironie in sich, wenn die Berufsgruppe, die vermutlich den größten gesellschaftlichen Rückhalt im Falle eines Streikes genießen würde, aufgrund der Natur des Berufs, nicht wirklich die Arbeit niederlegen kann.

    Das Format von jung & naiv ist dafür ausgelegt, in ruhiger Art einen Menschen und seine politischen Ansichten kennenzulernen. Doch das Gespräch mit Jens Spahn bist Du, Tilo, sehr gereizt angegangen. Du fällst Jens häufig ins Wort, der dies in großer Ruhe ausgehalten hat. Andere Leute wären da schon genervt aus sich herausgegangen. War das Aggressive bei Dir gespielt, um Deinen Gesprächspartner zu provozieren, damit er aus der Rolle fällt?

    Habe grundsätzlich nichts gegen etwas Bissigkeit, die vor allem bei der Thematisierung von Profit und Privatisierung im Gesundheitswesen offenkundig war.

    Das Problem war mMn., dass dabei die Fragen etwas an Tiefe eingebüßt haben - im Grunde repetitive und (sorry) oberflächliche Nachfragen zu Profit und Privatisierung, die der Jens immer sehr souverän mit seinem (vermutlich vorgefertigtem) Politikersprech abwehrt.


    Mehr Details, die z.B. j0h4nn32 hier anspricht, hätten den Nachfragen zu diesen Themen gut getan. Dass er diese von sich aus nicht selbst anspricht, sollte ja klar sein. Da muss man ihn schon auf den Topf setzen und ihm nicht nur vorwurfsvoll Buzzwords vorsetzen.


    Das Iview war nun aber auch verhältnismäßig kurz und ich weiß nicht, wie viel Zeit der gute Tilo hatte, um sich auf sowas vorzubereiten. Insgesamt gefiel es mir dann doch :thumbup:

    Ich bezog dein "das" auf die vorausgehenden beiden Absätze. Wenn ich ich dich richtig verstehe, dann siehst du einen "lauter werdenden Teil der Bevölkerung", der sich unter anderen in der "Querdenker"-Bewegung organisiert, als ein Problem an

    Soweit OK.



    das man mit "Bildung eindämmen" könne.

    Wenn es darum geht, dass Menschen bestimmte Sachlagen nicht oder nur schwer nachvollziehen können, fällt das nun mal meist in den Aufgabenbereich der Bildung. In welcher Form auch immer. Tatsächlich sollte meine Frage in diesem Fall einen gewissen Zweifel daran andeuten, dass Bildung dazu in der Lage sein könnte. Wohl eher schlecht ausgedrückt.


    Dann halte ich dem entgegen, dass Bildung, sofern sie diesen Namen verdient, mehr Quer- und Andersdenker produziert und nicht weniger. Das alternative Konzept, welches Konformität befördert, wäre die Dressur.

    Klingt erstmal nach etwas, mit dem ich mich anfreunden kann. Aber da stellt sich mir zwangsläufig die Frage, was einen "Andersdenkenden" denn jetzt genau ausmacht. Bin ich ein "Andersdenkender" und ein gewolltes Produkt des guten Bildungssystems, wenn ich mich in Verschwörungstheorien und Desinformationen zurückziehe?

    Das simple Reiterieren von nachweislich falschen Aussagen, möchte ich bitte nicht mit der Tätigkeit des "Denkens" in Verbindung gebracht sehen. In diesem Kontext ist "Querdenker" oder "Andersdenkender" einfach nur ein Euphemismus und keine treffende Bezeichnung.


    Anders als du sehe ich den Widerstand, der sich u.a. in der Querdenker-Bewegung manifestiert, nicht per se als Problem an, auch nicht als das Resultat eines kognitiven oder bildungspolitischen Defizits, sondern als Teil einer möglichen Lösung. Eine demokratische Gesellschaft braucht "Abweichler". Sie lebt vom Diskurs unter Einbeziehung auch scheinbar unbequemer Meinungen.


    Möchte an dieser Stelle zum Ausdruck bringen, dass ich mich eigentlich nicht an der jetzigen Querdenker-Bewegung aufhängen möchte. Auch sollten meine Fragen tatsächlich eher neugieriger Natur sein und nicht irgendwie großartig mit Meinung aufgeladen. Bin durch das Interview auf 'nen Gedankengang gestoßen, der mir einfach recht viele Fragen aufgeworfen hat.


    Die Annahmen sind:

    1) Eine geteilte Realität (zumindest zum Teil) ist essentiell für eine Gesellschaft und für das Funktionieren einer Demokratie.

    2) Die Schnittmengen der Realitäten schrumpfen durch eine steigende Komplexität der Verhältnisse.


    1. halte ich erstmal für relativ unkontrovers (?)

    2. kann man sicher drüber streiten, aber das ist doch im Grunde eine häufig zitierte Erklärung für z.B. Verschwörungstheoretiker. Wurde im Interview ja auch aufgegriffen.


    Stimmen beide Annahmen, folgt daraus für mich, dass wir die Grenzen dessen, was wir durch demokratischen Diskurs bewältigen können, irgendwann erreichen _könnten_. Wie gesagt, unterliegt die Schlussfolgerung möglicherweise einem dicken Fehler, aber selbst dann, ist es ja keine zu absurde Zukunftsvision, die man nicht mal als Gedankenspiel in Betracht ziehen dürfte.


    Und wenn ich mich an dieses Gedankenspiel wage, drängt sich die Frage auf:

    Wie verhindern wir, dass es dazu kommt. Wird der Mensch und seine Kognition dabei im Mittelpunkt stehen oder entscheidet sich alles daran, wie tief wir z.B. durch den Klimawandel in die Scheiße geritten werden? Oder wird unsere Adaptionsfähigkeit doch schnell genug für potenziell immer häufiger auftretende Disruptionen sein? Und so on und so on...

    Nun ist die Fragestunde leider schon rum - mich hätte noch brennend interessiert, ob der Gast eine Vorstellung davon hätte, wie man beschriebenes Problem angehen könnte.

    Damit meine ich nicht, wie ich der breiten Bevölkerung explizit Exponentialfunktionen verständlich mache. Exponentielles Wachstum ist ja nur ein Teil der Komplexität, die augenscheinlich einem wachsendem oder lauter werdenden Teil der Bevölkerung über den Kopf wächst.


    Es fällt oft leicht dem Querdenker oder dem Verschworungstheoretiker Dummheit oder sogar Boswilligkeit vorzuwerfen und sich wie ein Katastrophentourist angeekelt aber entertained über sie auszulassen. Aber eigentlich muss man doch einsehen, dass unser Wissen und unsere Attitüden, die uns Verständnis und oder die "Kraft" geben mit dieser Komplexität umzugehen, nicht unbedingt selbstverständlich sind.


    Ist Bildung der einzige Weg, um das einzudämmen? Müssen wir uns als Gesellschaft Gedanken um den Grad der Komplexität machen und versuchen, ihn aktiv zu beeinflussen?

    Mit wissenschaftlichen Erkenntnisgewinne und Fortschritt, enger getakteten Umbrüchen wie z.B. In der Arbeitswelt und zukünftig ebenfalls enger getakteten Disruptionen durch Klimaschäden, wird die Komplexität doch realistisch betrachtet stark zunehmen, oder nicht?


    Steigt die Komplexität eventuell sogar exponentiell oder wird sie es irgendwann? Wie können wir dann noch davon ausgehen, dass die menschliche Psyche mithalten kann? Oder unterliegt der Gedanke, dass wir uns irgendwann in unserer eigenen Welt verlieren könnten , einem fundamentalen Fehler meinerseits?