Beiträge von franklee

    Nur mal als Sidenote: Im Aufwachen-Forum in dem mich Stefan aus persönlichen Gründen gesperrt hat, wurde ich mit einer anderen Person verwechselt, die ich definitiv nicht war. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, ob man Sperrungen nicht bezogen auf Accounts jeweils neu rechtfertigen sollte.

    Warum führt eigentlich ausgerechnet das Binnenland Thüringen, das keine einzige Grenze zum Ausland hat, seit Wochen die Corona-Tabellen an? Diese Frage muss sich Ramelow auch langsam mal gefallen lassen. Dann aber Modellversuche in Weimar machen.

    Ich hab ihn bei Clubhouse gefragt, wie er sich abspricht mit Kretschmer und Söder. Nur Rumgeeiere als Antwort, was mir gezeigt hat, dass die Ministerpräsidenten bei jeder Möglichkeit ihr Einflussgebiet allein bestimmen. Die lassen sich mehr oder weniger in Ruhe. Und dazu kommt in Thüringen eben die Geschichte dieser konkreten Minderheitsregierungsbildung mit Duldung und dem Wahlergebnis von 2019 mit den Schlümpfen auf Horserace Platz 2.

    Ich bezweifel die These des "Naturgesetzes" für die zurückgelegten Wegstrecken. Der Zusammenhang von hohem Vermögen und CO2-Ausstoß ist ein Beleg dafür, dass wer viel hat auch viel reist. Da der ebenfalls auf der Makroebene umgesetzt ist, kann man den ins Verhältnis zu den Bewegungsdaten setzen und mich würde es wundern, wenn die Verteilung von Vermögen, die bei der Verteilung der CO2 Emission abgebildet ist nicht auch die Verteilung der Bewegungsdaten bestimmen würde. Damit ist es nicht einfach ein Naturgesetz, sondern eine Folge sozialer Mechanismen.


    Eine andere mögliche Korrelation wäre im Verhältnis zu Gesundheits (und Alters-)daten, denn man muss für eine Reise nicht nur den nötigen Proviant aufbringen, sondern auch die Gesundheit dafür haben. Ist die Altersstruktur von Gesellschaften zu bestimmten Zeitpunkten ein Naturgesetz? Ich denke nicht, da der Mensch sich ja genau darüber kollektiv hinwegsetzt.. und anderem mit Hilfe von wissenschaftlichen Erkenntnissen.


    Spannend finde ich die Wellenmetapher zur Pest, die jetzt in der Coronapandemie durch den modernen Verkehr in eine Metapher von "Funkenflug" verändert wird.

    Nachdem sich schon im Clubhouse Talk von Tilo und Louisa und Robert gezeigt hat, dass Bodo hilflos in der Corona-Situation dasteht, wird das Problem nach der letzten Ministerpräsidenten-Konferenz noch offensichtlicher:


    https://www.n-tv.de/politik/Ra…hres-article22447253.html



    Kann Ramelow überhaupt in seiner Minderheitsregierung vernünftig durch die Pandemie navigieren? Worauf reagiert er und seine Partei? Warum sind die Infektionszahlen seit Monaten die höchsten Deutschlands? Was bedeutet das für die verschobene Wahl in Thüringen?


    Zusammen mit dem Interview von Henning-Wellsow zeichnet sich doch ab, dass die Pandemie dem Notansatz der Minderheits-Regierung in Thüringen einen Strich durch die Rechnung macht?

    Noch viel schwächer ist ihre folgende Antwort:



    Sie möchte also zB den KFOR Einsatz im Kosovo beenden:

    https://www.bundeswehr.de/de/e…/die-bundeswehr-im-kosovo


    Oder diese Militärbeobachtung in der Westsahara:


    https://www.bundeswehr.de/de/e…die-bundeswehr-in-marokko

    https://en.wikipedia.org/wiki/…erendum_in_Western_Sahara

    Westsahara, vor 3 Tagen:

    https://www.tagesschau.de/ausl…otschaft-abbruch-101.html

    https://www.derstandard.de/sto…im-streit-mit-deutschland

    Dass sich Bodo Ramelow jetzt für diese Aussage vor Henning-Wellsow wirft, zeigt das ganze Spektrum der Schwäche bei Die Linke. Statt Candy Crush zu spielen, hätte er lieber Covid-19 Studien lesen sollen. Ausserdem kann auch er den Begriff Unrechtsstaat nicht aussprechen (J&N #252 oder #440), was ich als besonders makaber bei jemanden empfinde, der nicht in die Wahrnehmungsverzerrung der DDR Medien involviert war. Dazu sollte man wissen, dass ausgerechnet Gregor Gysi als letzter SED Vorsitzender 1989 auf dem Alexanderplatz selbst pro Rechtsstaat DDR gesprochen hat und sich die Forderung "Wir sind das Volk" für eben diesen Punkt in Richtung Demokratie kanalisiert hat. Wer die massenhafte willkürliche "Rechtssprechung" und die Festsetzung und die Folter von DDR Bürgern nicht anerkennen kann, der kann dann folgerichtig auch schwer über Uyguren, Tibeter, Kurden und Afghanen sprechen.

    Zitat

    " (...)

    Ein Nutzer zeigte sich erstaunt, "dass sich Hennig-Wellsow so schnell so deutlich bloßstellt". Andere verteidigten die Parteichefin. Als Politiker*in müsse man nicht alles wissen, argumentierte ein Nutzer. "Finde es gut, dass sie direkt sagt: Nein, keine Ahnung. Fair." Gemeinsam mit Janine Wissler war Hennig-Wellsow beim Parteitag der Linken vor knapp einer Woche zur Parteivorsitzenden gewählt worden. Zuvor hatte sie seit 2013 den Landesverband in Thüringen geführt, seit 2014 war sie zudem Fraktionsvorsitzende der Linken im Erfurter Landtag.

    Auch Habeck machte keine gute Figur

    Es ist nicht das erste Mal, dass ein Parteichef im Interview mit Jung ins Schwimmen kommt. Ähnliches passierte auch Grünen-Co-Chef Robert Habeck vor einigen Wochen, als er zum Fall Julian Assange befragt wurde. Erst nach mehrmaligen Nachfragen erklärte Habeck, dass er ein faires Verfahren und die Freilassung des Whistleblowers aus einem Gefängnis in Großbritannien fordert. Offiziell ist das schon länger die Linie seiner Partei. Kritiker warfen ihm vor, bei dem Thema zumindest unsouverän gewirkt zu haben. Zuvor hatte der Grünen-Politiker bereits Wissenslücken bei der Pendlerpauschale offenbart.


    https://www.n-tv.de/politik/Ne…sich-article22404370.html

    Nichts läge mir ferner.


    Ich schätze da eher meine eigene Widerstandsfähigkeit gegenüber der Versuchung gering, aus jeder politischen Frage eine Grundsatzdiskussion zu machen. :S

    Hans hat wunderbar gezeigt, dass er die Argumentation der Hörer:innen so herausarbeiten kann, dass die Kernargumentation relativ knapp ausfällt. Also im Dialog beim Wesentlichen am Ball zu bleiben, aber dem Unwesentlichen nicht allzuviel Raum zu lassen und dann auch das Gespräch ohne für viele scheinbar nötige "Einigung" zu beenden. Es geht um die Perspektive der Hörerinnen und die hat er ganz wunderbar sicht- und nachvollziehbar gemacht.


    Was anderes:


    Meine große Vorlage für das Format ist übrigens der Sprechfunk bei Radio Fritz von Ostberliner Jürgen Kuttner (bei vielen hauptsächlich bekannt für seine Tochter Sarah Kuttner).


    Originalaufnahmen hat er nach einer Radiolegenden-Sendung bei Radio Eins (die sich vermutlich als Verlängerung des 90er Jahre Fritz-Publikums verstehen, während Fritz selber sich immer wieder an die Jugend rückbindet) selber bei mixcloud hochgeladen: https://www.mixcloud.com/discover/sprechfunk/


    Kuttner hat auch ein anderes Gesprächsformat vorgelegt, das an Jung & Naiv erinnerte: Das Expertengespräch. Seine legendären Videoschnipselabende erinnern andere Parallelen beim CCC Kongress. Die Videoschnipsel gibt es inzwischen wieder und offensichtlich ist der Sprechfunk auch bei Radio 1 zurück. Interessanterweise als Online-Stream und dann Podcast - ohne gleichzeitige Sendung im offiziellen Programm.


    Man merkt... während ich das so schreibe... wünsche ich mir ein Interview mit diesem sehr intelligenten Mann.

    Warum sind Organisationen wie Extinction Rebellion auf globaler Ebene westlich geprägt ?

    Warum gibt es keine "rein" europäischen Bewegungen ?

    Hat Extinction Rebellion etwas von anderen Bewegungen gelernt (bzw. wie lernt man überhaupt das Verhalten in Bewegungen - gibt es immer eigene Regeln) ?

    Mir persönlich, fehlt Lebendigkeit im Raum. Platziert doch ein paar Grünpflanzen im Hintergrund oder stellt ein Aquarium auf. Sowas in der Richtung. Das würde mir persönlich besser gefallen und das zuschauen angenehmer machen. Ich würde mich freuen wenn ihr meine Kritik aufgreifen würdet

    Ich bezweifel, dass Siegfried Kracauer als promovierter Architekt (Thema der Diss: Entwicklung der Schmiedekunst in Preußen) ein Tonstudio im Zoo für irgendjemanden befürwortet hätte. Ein Aquarium findet man wegen des Wassers und der Geräusche der Pumpen auch eher selten in einem Studio. Vielleicht ist das hier ja auch inhaltlich was für dich ?

    Das Verständnisproblem entsteht [...] dann, wenn man versucht, Marx' Kritik als rein moralische Position zu interpretieren. Tatsächlich haben er und F. Engels das mit dem historischen Materialismus aber sehr ernst genommen und immer wieder andere Autoren scharf angegriffen und übelst gegen sie polemisiert, wenn sie moralisch-ethische Konzepte, wie etwa die heutige Idee einer universalen, allgemeinen Menschenwürde, nur als ideelle, bzw. (aus Marx' Sicht) ideologische Vorstellungen formulierten, ohne dabei zu berücksichtigen, in welchem historischen Kontext sie entstanden und ob, bzw. wie sie sich innerhalb der gegebenen realen, also der materiellen Verhältnisse überhaupt praktisch realisieren ließen.


    [...]


    So etwas wie eine Menschenwürde - bzw. deren Nicht-Vorhandensein - kann sich nach Marx' Lesart (nicht nur) im Kapitalismus eigentlich nur aus den materiellen Verhältnissen zwischen Eigentümern und Nicht-Eigentümern an den Produktionsmitteln ergeben.

    Das trifft meiner Meinung nach auch exakt auf Karl Heinzen zu, gegen den der Text von Marx den ich eingebracht habe gerichtet war.


    Der folgende Text von 1994 argumentiert auch in die gleiche Richtung, dass Marx auf "moralische Ziele" in der Konsequenz zielt, also nicht schon auf "moralische" Mittel und damit wohl vor allem nicht sprachlicher Äußerungen (die ja wie bei ihm selbst Träger auf die Zukunft gerichteter (moralischer) Ziele sind). Karl Heinzen (als Adressat oben) wird in dem Text als sozialistischer Kantianer berücksichtigt. Mein Eindruck von Marx Ausführung war, das die Polemik über Bande auf Immanuel Kants Konstruktion selbst zielte. Damit hat er über seine Kritik allerdings selbst das Mittel der Moral verwendet, um auf etwas noch nicht umgesetztes moralisch zu zielen. Und wie soll Moral überhaupt anders verwendet werden und kann es amoralische Mittel oder Ziele überhaupt in deliberativen Argumentationen an die Öffentlichkeit geben?



    Jeffrey S. Vogel: Is Marx a Moral Consequentialist? Canadian Journal of Philosophy, Vol. 24, No. 4 (Dec., 1994), pp. 541-563, https://www.jstor.org/stable/40231885


    (Ist Marx ergo nicht Utilitarist?)

    2.11 Keine Verschwörungstheorien ist grenzwertig, da wir ja gern darüber lachen

    Das lässt sich durch einen eigenen Verschwörungsmythen oder sonstigen Restkategorie-Thread umgehen. Auf den könnte man wiederum in aller Kürze von anderswo verweisen.

    Im Corona Bezug fehlen weiterhin Perspektiven. Im Bereich Gesundheit existieren in der Öffentlichkeit Debatten um die Ökonomie und die Epidemiologie, sowie die mikrobiologischen Virologie. Bei Jung & Naiv sind da Brinkmann, Lauterbach und Streeck zu nennen. Ein Mediziner fehlt auf jeden Fall, insbesondere der Bereich der Immunologie und der Infektiologie, also der Körperabwehrkräfte und der Erkrankung (und nicht nur der Ansteckung und Ausbreitung) fehlt aus meiner Sicht noch.


    Prof. Dr. Emil Reisinger ist ein österreichischer Infektiologe an der Uni Rostock, der zumindestens mehrfach im Nordkurier interviewed wurde. Er ist Internist, Infektiologe, Virologe und Tropenmediziner und hat neben Coronawissen auch Wissen zu tropischen Krankheiten parat, die sich nach wissenschaftlichem Stand zunehmend nach Europa und auch Deutschland ausbreiten. Zu diesen Krankheiten existieren Behandlungsmethoden und Pharmaprodukte, die in Deutschland wie oft auch die Krankheiten selbst unbekannt sind, wie zB Vergleiche zwischen Corona und Malaria immer wieder offenbaren.


    Eine Schnittstelle mit anderen Themen ist ganz offensichtlich der Klimawandel... und soweit ich weiß gibt es zwar Health4Future Gruppierungen (zB in Hamburg und München), aber die Mediziner fehlen noch (immerhin gibt es schon "Kritische Mediziner*innen" zB in Freiburg). Das liegt vielleicht auch daran, dass beim ohnehin sehr komplexen Thema Medizin der Aspekt der Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit noch (öffentlich?) unterbeleuchtet ist, und das obwohl allein im Bereich Grippe jedes Jahr neue Pharmaprodukte entwickelt werden müssen, weil sich die Viren eben fortlaufend verändern.


    Mit Alexander Kekulé gibts zwar einen Mediziner im öffentlichen Raum, der hat aber einen allgemeinmedizinischen Standpunkt der vor allem auch über Politikberatung von Regierungen und Internationalen Organisationen informiert ist und weniger internistisch, pharmazeutisch oder auch veterinär. Was auch fehlt ist ein öffentliches Verständnis, dass Viren keineswegs nur in Verbindung mit Humanmedizin stehen, sondern dass Veterinäre, also Tierärzte das gleiche Wissen wie ein Allgemeinmediziner haben müssen und die Tierarztspezifikation erst danach spezialisieren können. Da gabs auch Missverständnisse als die Leopoldina ihre Corona Statements veröffentlicht hat.


    Das wäre dann auch mein nächster Vorschlag: Prof. Dr. Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns aus Amberg in Bayern an der Uni Leipzig und Mitglied an der Leopoldina seit 2011. (Leider ist es so gut wie unmöglich Wissenschaftler*innen im Osten zu finden, die auch von da kommen. Wenn es welche gibt, würde ich die automatisch auch vorschlagen) https://www.leopoldina.org/fil…nns_Maria-Elisabeth_D.pdf