Du fragst mich in meiner Eigenschaft als "Möchtegern-Agitator" - lieb von dir.
Ich fände folgende Punkte als Ausgangsbasis wichtig:
*Skrupellosigkeit.
Es geht um Macht und um nichts Anderes. Die kommt nicht zu dir, die musst du dir nehmen und festhalten. Wissen wir alle. Infolgedessen muss man sich darauf einlassen wollen, sämtlich gesellschaftlichen Trends & Diskussionen auch mal unter rein instrumentellen Gesichtspunkten zu betrachten. Beispielsweise ist heissgeliebhasste ID-Politik perse nichts Schlechtes, es ist halt nur bedauerlich, wenn sie ausschliesslich der Spaltung der eigenen Schlagkraft dient. Aber solange man es instrumentell gegen andere verwenden kann, ist ID-Politik Mittel zum Zweck.
*Kompromissfähigkeit
Zuviel Fundamentalismus ist Mist. Schneeflocken und Heilsvertreter reiner Lehren sind realpolitisch kontraproduktiv und gehören vor allem in die Beautyabteilung. Wenn man sie da nicht hinbekommt, isoliert man sie von der Realpolitischen (Fundi & Realos). Ansonsten ist die ganze Partei eine einzige Beautyabteilung und ich meine, genau das ist derzeit das Problem der Linken. Und ein immenser Vorteil für rechts.
*Partner.
Fähigkeiten, die man selbst nicht hat, haben Andere. Medien und mediale Schlagkraft, die man selbst nicht hat, haben Andere (sogar Mazedonier, wer sich erinnert...). Gelder die man selbst nicht hat, haben Andere. Interessen, die man selbst nicht hat, haben leider auch die Anderen. Auch dafür bietet sich Punkt 2.) Kompromissfähigkeit an.
However, es gilt sich grundsätzlich darüber klar zu werden, ob man die selbstverständlich schmutzigen Mittel der anderen Teilnehmer adaptiert oder ob man etwas Besseres kann oder kennt. Und wann die realpolitische Schmerzgrenze erreicht ist, um zu diesen Mitteln zu greifen.