Beiträge von Deprisoph

    Ein*e, in meinen Augen, mächtige*r Staatsmann/Frau würde es gar nicht soweit kommen lassen, dass sich innerhalb von wenigen Wochen Energiepreise vervielfachen. Ich sehe darin wirklich ein Scheitern und vor allem Machtlosigkeit.

    Auf die Idee, dass die Macht genauso genutzt wird, dass es zum jetzigen Problem kommt, weil die ihre Macht falsch einsetzen... kommst Du nicht?

    Oder anders formuliert: Die absurde Idee der relativ freien Märkte auch im Energiesektor steckt halt in den Köppen der Politiker und vieler Ökonomen tief drin. Angesichts der Tatsache, das Energieerzeugung oft von Staatskonzernen erbracht wird (Russland, Saudi-Arabien) und es eben eine der wichtigsten Grundressourcen ist, halte ich diese Denke ja auch für fatal und schlicht unfassbar bescheuert.


    Aber Du stellst die Behauptung auf, die Politiker wüssten eigentlich, wie es "richtig" geht, hätten nur keine Macht, sich durchzusetzen. Ich glaube dagegen... sie wissen gar nicht, oder noch besser - sie WOLLEN teilweise gar nicht wissen, was für ein Quatsch ihnen ihre Suffleusen in die Köpfe setzen.


    Und es gibt ja auch noch eine andere Variante, um Ausgleich zu schaffen: Subventionen.


    Genau das wird jetzt auch schon als Forderung erhoben:

    https://www.spiegel.de/wirtsch…93-4af2-874a-a1a8b084f736


    Wenn der Staat für die teuren Energiekosten aufkommt... ist doch alles gut, oder? Wirtschaft gerettet.


    Ich verstehe Deine Kritik und teile sie zu einem erheblichen Teil. Umgekehrt sind viele Deiner Punkte etwas, was vor 10/15 Jahren hätte intensiviert, statt verringert werden müssen. Und DAS ist ein Beleg, der eher nach meiner Theorie wirkt. Wir waren ja schon auf dem Weg, die erneuerbaren viel intensiver zu betreiben. Und das wurde kurz nach der sogenannten Finanzkrise 2008/2009 dann nach und nach zurückgefahren und die Investitionen in eine veränderte Infrastruktur, die mit vielen, kleinen dezentralen Energieressourcen gut klar kommt, ebenfalls liegen gelassen.

    Aus meiner Sicht ist das ein Indiz, dass nicht einfach nur "Macht" fehlte - sie wollten nicht. Vermutlich weil sie dachten oder hofften, dass das alles schon nicht so schlimm wird und diese "Klima-Warner" vielleicht ja doch völlig übertreiben. Und dass gegen die neue Pipeline lobbyiert wird ist ja auch erst seit wenigen Jahren so.


    In einem simplen Satz: Macht und Mut sind irrelevant, wenn Politiker völlig andere Einstellungen zur Realität haben, als Du und ich.

    Ja klar - Schneeballsystem ist schon eine sehr passende Beschreibung.


    Das absurde an den "Schulden" ist ja, dass eine erhebliche Menge wiederum ne simple Buchsumme auf Konten von Nationalbanken oder anderen staatlichen Konten ist. Dat ist ne Zahl die irgendwo steht, und einfach dazu da ist, Leute anzutreiben.


    Ich weiss dass viele Kapitalisten denken, man müsste die faulen Malocher oder Bürodronen alle mit der Peitsche dazu prügeln, zu "arbeiten". Dabei weiss moderne Arbeitspsychologie dass selbst in sehr anstrengenden oder unangenehmen Berufen (Altenpflege?) positive Motivation viel besser funktioniert. Also über Sinnhaftigkeit und eine positive Atmosphäre auf der Arbeit.


    Gerade die Sinnhaftigkeit ist natürlich bei vielen Bullshit-Jobs schwierig. Und ne Menge Bullshit-Jobs haben damit zu tun, diese Zahlen zu hegen zu und zu pflegen... statt Menschen zu hegen und zu pflegen.

    Man hat Ziele im Leben, man möchte reich, berühmt, angesehen etc. werden

    Und weiter geht das absurde Märchen welches einige gierige Typen seit Jahrzehnten der breiten Masse einreden wollen und inzwischen so tief drin stecken, dass sie selber ihr Märchen längst glauben.


    Für die meisten Menschen sehen die Ziele eher so aus, einen Job zu finden, den man nicht völlig Scheisse findet, einen Partner zu finden, mit dem man gut und gerne länger zusammenbleiben möchte, weil man sich tatsächlich sehr mag, Kinder zu bekommen und zu netten Menschen zu erziehen, Freunde zu finden und zu behalten, das eine oder andere Hobby ausleben, ab und zu Mal nett verreisen, auch Mal ausgehen und das Leben zum Teil auch genießen können.


    "Reich, berühmt, etc" ist für sicher nicht wenige maximal ein TRAUM, von dem sie wissen, dass er als Ziel kein Sinn macht, weil von den 80 Mio Deutschen nunmal nur ein paar Tausend berühmt und vielleicht ein paar hundert Tausend reich sein können.


    Dieses "Ziel" ist die Folklore die als amerikanischer Traum seit Jahrzehnten durch unsere Gesellschaft gedrückt wird... und ausser ein paar durchgeknallten "Influencern" (oder wie ich sie nenne: Werbehuren) schaffen das eben nur wenige glückliche Unternehmer, Unterhaltungskünstler und noch ein paar Ärzte und Politiker.


    Den anderen Kram lass ich einfach stehen, der ebenfalls teilweise nur unsinnige oder schöngefärbte PR ist.


    Zitat von Utan

    Kapitalismus ist Schuldenwirtschaft. Nahezu der gesamte Kapitalstock der kapitalistischen Welt ist auf pump finanziert. Die Schulden der gesamten Welt übersteigen das Weltbruttoinlandpsodukt um ein Vielfaches

    Stimmt, aber "Schulden" in Form von Kredit finde ich gar nicht schlimm. Damit eine Person ein Haus bauen kann, ist entweder die eine Person 10 Jahre beschäftigt oder 20 Leute sind ein halbes Jahr beschäftigt.


    Komplexe Erzeugnisse lassen sich nur in Gemeinschaft bewerkstelligen. Wie man das dann aber gesellschaftlich vereinbart ist natürlich eine Frage, die ganz sicher nicht nur per "Geld" beantwortet werden kann.

    In einer nicht mehr ausschließlich kapitalistischen Welt könnten Konten auch andere Guthaben beinhalten als "Geld", was in einer digitalen Welt auch problemlos umsetzbar wäre. Dass die Ökonomen vor 200 Jahren nur Geld sinnvoll hielten, kann ich mirr aus praktischen Gründen sogar zurechtmalen. Mal sehen wann unsere schlauen Ökonomen kapieren dass Geld einfach nur eine Zahl ist - deren rein virtuellen Wert nichts besonderes ist und nur durch ein Währungszeichen überhaupt Wert erhält.


    Aktuell bei den digitalen Zockereien namens Bitcoin und Co müsste endlich mal den Ökonomen aufgehen, dass Wirtschaftssysteme seit jeher eine erhebliche, virtuelle Komponente beinhalten.


    Wert ist etwas, was nur in Köpfen von Menschen existiert - und Zahlen ebenso. Wie auch Grenzen, Ranglisten und vieles mehr. Dass virtuelle Dinge ganz doll sein können, erlebe ich an Tönen, die unsere Hirne als Musik interpretieren oder an Computerspielen, wo eine irrwitzige Menge an kurzen Stromstössen zu Nullen und Einsen interpretiert werden, um dann am Ende geile Grafiken auf einen Monitor zu werfen.


    Das richtig geile an virtuellen Elementen: Wir können diese extrem vielseitig gestalten.


    Aber was wir für eine vielschichtige Wirtschaft mit einigen eher kapitalistisch arbeitenden Wachstumsbranchen und vielen eher gemeinwirtschaftlichen arbeitenden lebenserhaltenden Branchen und noch viele Zwischenformen mit Berücksichtigung von "Werten" wie Gesundheit (sowohl von Kunden als auch Mitarbeitern in der gesamten Wertschöpfungskette), Umweltverträglichkeit, Langlebigkeit, etc etc umsetzen könnten.


    Gerade durch die Digitalisierung wäre eigentlich viel möglich wenn wir endlich Mal darüber reden würden.


    Aber ne - wichtig ist ja Kohle zu machen. Also wird das 30 Jahre alte Email-System nicht reformiert und stattdessen wird durch ein paar Glücksfälle Facebook zu einem Konzernmonster wo sich Menschen von wahnhaften Aggro-Algorithmen in ständige Hass-Gefuhle manupulieren lassen (gut gelernt von Bild, FoxNews und Co).


    Manchmal glaube ich auch, dass erst eine echte KI kommen muss um uns zu zeigen, wie bescheuert wir als globale Gesellschaft sind, wenn auch einzelne Personen durchaus intelligent sein können.

    iPhone 13 pro lässt nichtmal das Display-Kabel eines baugleichen Gerätes zu - sobald Teile ausgetauscht werden, funktioniert die Software teilweise nicht. Das verhalten gab es schon bei vorherigen iPhone-Versionen... wird aber von Version zu Version krasser.


    Apple verhindert dadurch, dass Dritt-Reperatur-Shops vernünftig arbeiten können und Apple absurd überhöhte Reperatur-Preise fordern kann. Oder... dass Kunden einfach gar nicht reparieren lassen, sondern wegschmeissen und dafür neu kaufen.


    Well done.


    Naja - Fragen 1 und 3 könnten auch bedeuten, dass einigeLeute meinen, dass diese "Minderleister" viel zu viel kriegen oder dass die nötigen Änderungen in diesem Land Richtung Grenzen zu und Ausländer raus stattfinden müssten.


    Da ist deutlich zu unpräzise gefragt worden und wenn meine Annahme zutrifft wären dann sogar AfD und FDP deutlich unterrepräsentiert in den beiden anderen Fragen.


    Ausserdem ist die Frage wie schnell man Änderungen wünscht. Kann ja sein dass viele eine möglichst sachte Anpassung wünschen - da wären dann SPD und CDU als Anhänger des politischen Globuli-Ansatzes ideal.

    Tja - den Einfluss der menschlichen Gesellschaft/Wirtschaft auf den Klimawandel in den Griff zu kriegen, ist leider doch keine leichte Kiste.


    Unfassbar übrigens, aber das Video ist vom GatesBlog (ja - der Gates) gesponsert. Inhaltlich trotzdem nicht nur falsch ;) - und sehr hübsch animiert.


    Na da müsst ihr aber auch dazu sagen cui bono?


    Was hat der Staat von privater Überwachung? Wer etabliert das? Was ist der Plan?

    Meine Theorie: Der Staat will einfach nur die Pandemie eindämmen und nach aussen irgendwas tun können. Da gibt es sonst keinen Plan dahinter - man denkt mit der Erhöhung des Impfdruck was wichtiges gegen die Pandemie tun zu können.


    Die Wirtschaft ist damit (im Großen und Ganzen) einverstanden, weil es einerseits einen Dammbruch für weitere Möglichkeiten bedeuten könnte, Gesundheitsinfos über Mitarbeiter zu bekommen. Andererseits sind Firmen aber auch ganz hohl daran interessiert die Krankheitssymptome und somit Ausfallzeiten zu verringern - und das kann man durch Impfung ja tatsächlich erreichen.


    Für einen Arbeitgeber kann es schon ein Problem sein, wenn plötzlich ne Menge Leute krank ausfallen. Das ist aus meiner Sicht auch nachvollziehbar. Und per se wollen Arbeitgeber eh immer Krankenzeiten verringern. Bei uns in der Firma gab es sogar mal stärkere Maßnahmen als in einer Abteilung statistisch nach oben enorme Abweichungen auftraten - am Ende war es ne Kombination von vielen Zufällen. Aber die Firma hat da tatsächlich sehr genau hingeschaut wieso in einer Abteilung soviel mehr Krankheitstage stattfanden als woanders. Die Maßnahmen bestanden dann darin, mit allen Mitarbeitern individuelle Gespräche zu führen, was "die Firma tun kann" um die Gesundheit zu erhöhen. Natürlich wurde niemand "gezwungen" hier mitzuwirken aber eine Personalabteilung kann schon krassen Druck ausüben, vor allem wenn's keinen Betriebsrat gibt.

    Gerade weil ich in den letzten Wochen öfters den Ansatz von Louis Rossmann verfolge, der in den USA sich politisch für "right to repair" engagiert, würde ich mir wünschen, dass dies allen Politikern, aber natürlich insb. den Wirtschaftsliberalen als Fragenkomplex gestellt wird, so nach dem Motto:


    1. Kennen Sie den Begriff der geplanten Obsoleszenz?

    2, Glauben Sie, dass heutige Smartphones so schlecht sind, dass sie im Schnitt nach 2 Jahren weggeworfen und ersetzt werden sollten?

    3. Haben Sie schonmal darüber nachgedacht, ob eine Wirtschaft menschlicher und besser wäre, wo nicht die Produktion von neuen Gütern, sondern die Reparatur von bestehenden Gütern im Mittelpunkt steht?

    4. Es geht nicht darum, Neuproduktion zu beenden, sondern sich zu fragen, ob es gut wäre, diese zu reduzieren - glauben Sie, dass die Intensität unseres Konsums eine wesentliche Ursache für viele Probleme ist oder glauben Sie, dass die Intensität unseres Konsum so bestehen bleiben sollte oder gar noch weiter ausgebaut werden sollte?

    5. Wie können wir Hersteller/Konzerne dazu kriegen, sich mehr für Wirtschaftsprozesse rund um Reparaturen einzusetzen bzw. im Lebensmittelbereich sich für Wirtschaftsprozesse rund um das Auffüllen, statt dem Verkaufen von verpackten Produkten zu engagieren?


    Ich denke, hier gäbe es noch viele Fragen, die man rund um dieses Thema stellen kann.


    Auch Fragen bzgl. Fleischproduktion wären interessant.


    - Wie finden Sie es, dass Deutschland als Hochtechnologie- und Maschinenbau-Standort in den letzten 10 Jahren zu einem der grössten Fleischexporteure geworden ist und wir eine riesige Billigfleisch-Industrie federführend betreiben?

    - Finden Sie, dass Sie als Politiker hier Weichenstellungen schaffen sollten, die das ändern?

    - Ist die enorme Landwirtschafts/Lebensmittel-Überproduktion in Europa überhaupt eine gute Sache?


    Und natürlich wären Fragen zur Ressourcenbeschaffung interessant. Durch Auslagerung in Sub-Sub-Unternehmen im internationalen Ressourcenhandel ist es völlig normal, dass in weniger stabilen Staaten Menschen krass ausgebeutet werden - wovon wir aber stark profitieren. Was kann unsere Politik hier überhaupt tun? Ist man gewillt etwas zu tun?


    Das kann man mit Fragen garnieren, ob der Interview-Partner die aktuelle Art, wie wir global, aber auch in Deutschland Wirtschaft betreiben gut findet, oder eher nicht. Also auch, ob derjenige denkt, dass der enorme Rendite-Zwang in Konzernen nicht automatisch dazu führen muss, dass wir uns in einer Wegwerfgesellschaft mit extrem hohen Ressourcen- und Energieverbrauch befinden MÜSSEN.


    Und am Ende dieses Komplexes könnte man fragen, ob der Interviewpartner schonmal darüber nachgedacht hat, was die Menschen in 200 oder gar 500 Jahren wohl zu unserem Ressourcenverbrauch in unserer globalen Wirtschaft denken/sagen würden.

    Zum einen haben wir es hier ja leider auch mit ideologie zu tun. Der Wertewesten bewertet sich selbst und den Rest der Welt mit seinen eigenen Maßstäben

    Tut er nichtmal. Die Islamisten in Afghanistan waren nun Jahrzehnte das absolut böse, die Islamisten im Iran sind meistens auch das Böse und die Islamisten in Saudi Arabien sind unsere guten Partner... je nach Laune der amerikanischen Cowboys, die ihre "Werte" nach rein persönlicher Gefühlslage konstruieren ob ein Regime ihnen Vasallenschaft zusichert oder nicht.


    Das hier hat nix mit Werten zu tun. Die von den Amis selber erschaffenen Terroristen um Bin Laden hatten es sich in Afghanistan bequem gemacht und nach 9/11 wollte unser Cowboy vor allem Rache und alle waren zu feige (und sind es noch) dies klar zu benennen. Mit der Rache hat man natürlich geschaut welche finanziellen Vorteile man evtl mit umsetzen kann - aber ich glaube selbst Öl und Co waren doch zweitrangig. Amis wollten Rache bzw. die Falken waren scharf den Rachewunsch zu nutzen um wieder Krieg zu spielen (hatte 10 Jahre zuvor ja im Irak ganz gut geklappt).


    Die Taliban sind ganz sicher keine Demokraten - so wie aber eben viele in der Welt. Dass die Kollaborateure des Westens in Afghanistan wiederum Angst vor Rache haben, ist verständlich. Sie sollten ja 20 Jahre "unserer Freiheit" am Hindukush verteidigen - in Wirklichkeit das nach/mit der Rache ausgegebene Bullshit-Ziel einer Demokratisierung umsetzen.


    Ein solches Vorhaben hätte 1848 auch in Deutschland scheitern müssen. In Afghanistan ist nach über 4 Jahrzehnten Krieg einfach keine demokratische Struktur möglich. Das hätte man vor 15 Jahren schon akzeptieren können und den Taliban bei einer geordneten Rückkehr helfen können.


    Dass man mit denen nie ernsthaft zusammengearbeitet hat, ist absurd. Das ist die eigentliche Frage - wieso nicht. Wieso haben wir 20 Jahre lang diese offenbar in Bezug auf Machtwille stärkste Kraft versucht zu bekämpfen ohne irgendwann einzusehen, dass deren Macht nicht schwindet und man mit denen nunmal verhandeln und sie gewähren lassen muss, aber dann wenigstens einen geordneten Übergang schaffen kann?


    Und wo wird diese Frage nicht gestellt? In den westlichen Medien. Weil ja der Popanz des bösen Taliban dann nicht mehr funktioniert und die ursprünglich vor allem an Rache ausgerichtete Kurzschluss-Aktion der Amis zugegeben werden müsste.

    Jeder, der bspw. eine Plastiktüte in Verkehr bringt muss denjenigen bezahlen, der am anderen Ende Welt wieder Plastik aus dem Meer fischt. (mal so als plattestes Beispiel)

    Der aktuelle Stand ist, dass wir ja für die Entsorgung ja tatsächlich "bezahlen" und auch für die Ressourcen-Beschaffung bezahlen.


    Das ist nur per Sub-Sub-Sub-Sub-Unternehmen outgesourced. Apple, Samsung und Siemens sind weder Ressourcen-Abbau-Unternehmen noch Müll-Entsorgungsunternehmen. Und teilweise auch gar keine Fertigungsunternehmen mehr. Wenn Du Steuern auf bestimmte Ressourcen erhebst, wird dies dazu führen, dass die Produkte teurer werden (im Sinne des Umweltschutzes eher gut) aber auch dass der Druck auf diese Sub-Unternehmen wächst.


    Das Outsourcing hat halt entsprechende Folgen. Insbesondere wird halt dahin outgesourced, wo Gesetze dann leichter umgangen werden können. Und die "großen" Auftraggeber lügen sich dann raus mit Vertragsteilen und sagen ständig "haben wir gar nicht gewusst - können doch nix dafür, wenn unsere Sub-Unternehmer so böse sind". Die Plastiktüten landen ja nicht durch Zufall dort, sondern es gibt haufenweise Müllentsorger, die ihren Müll im Meer verklappen, weil das zwar verboten, aber billiger ist.


    Gerade die Gewinnung von Ressourcen als auch die Müllentsorgung ist aktuell eine absolute Katastrophe. Allerschlimmste Ausbeutung und Raubbau auf allen Ebenen.

    Wie willste hier durch eine Preisanhebung dafür sorgen, dass die Leute, die heute bereits Gesetze brechen, diese dann nicht mehr brechen, und sich in Zukunft diese Kohle noch zusätzlich in die Tasche stecken?

    Armut, Depression und Raubbau sind auch für mich keine Gesellschaftsvision! Genauso wenig wie (hedonistischer) Exzess.

    Nichtsdestotrotz offenbar ziemlich normal in unserem Wirtschaftssystem. Ob es hier einen Zusammenhang gibt? ;)


    Ich glaube, dass das mit Umwelt- und Klimapreisen ginge.

    Tja - der Traum, der Preis allein reguliert alles. Ich finde es überraschend, dass gerade in der Ökonomie-Lehre, wo immer komplexere Zusammenhänge und Mathematik-Modelle und irgendwann sogar eine richtig abgedrehte Ökonometrie entwickelt wurden... man bei der Idee bleibt, am Ende gibt es EINE EINZIGE Zahl, die an Produkten klebt, die ALLE Konsequenzen und Folgen und Rahmenbedingungen abbilden soll - den Preis.


    Erinnerung:

    In den 70er Jahren gab es einen sogenannten Ölpreisschock. Genauer gesagt 1973 der erste. Interessanterweise GENAU DANN als der "Club of Rome" sein Thesenpapier von dem Ende des ewigen Wachstums rausbrachte. Wie sehr haben beide Einflüsse damals wohl dafür gesorgt, dass in der Industrie ein Wandel eingesetzt hat?

    Sagen wir mal so - es gibt Erfahrungen, die uns empirisch zeigen, dass verkrustete Entwicklungen in der Industrie nur durch massive Gesetze aufgebrochen werden können... nur um dann in andere verkrustete Entwicklungen zu führen. Die GRUNDLAGEN des Handelns der Industrien (Wachstum durch Ausbeutung) waren aber immer gleich.


    Das ist der Punkt auf den Utan halt ständig hinweist: Die Hoffnung oder der Glaube, dass der auf VWL-Basis bestehende ZWANG zu quantitativem Wachstum dazu führt, dass der bisher IMMER benötigte Raubbau bzw. die exzessive Ausbeutung an Mensch und Natur trotz des Wachstums-Zwangs aufhören kann... ist schwer nachzuvollziehen.


    Welche Konzepte gibt es denn dafür außer "Preise rauf"? Weil... mit Verlaub... aber "Preise rauf" ist ja noch kreativloser, als die allgemeine Idee von Genossenschaftskonzernen.


    Wie wär es denn immerhin mit einer grundsätzlichen Anpassung des Bruttosozialprodukts und der intensiveren Versteuerung von Konzern-Gewinnen sowie FInanztransaktionen zum Zwecke der Finanzzockerei? Wie wärs mit mehr Regeln und mehr Kontrollen?


    Kleine Analogie: Ob im Fussball weniger gefoult würde, wenn die Tore vergrössert würden, damit mehr Tore passieren, aber es keine klaren Foulregeln und Schiedsrichter gäbe? ;)

    Ich glaube die Mehrheit weiß schon, dass es ihr noch viel schlechter gehen könnte und dass man durchaus ein glückliches Leben führen kann.

    Ich denke das ist ein Kern an Auffassung auf den man vieles runterbrechen kann. Es wird nicht gefragt ob es (für insbesondere ANDERE, denen es insbesondere schlechter geht) besser gehen kann, sondern man denkt "der Mehrheit" geht es schon gut genug oder die "KANN" gar "glücklich" sein.


    Dahinter steht der Gedanke, dass unser aktuelles Gesellschaftssystem eben doch ziemlich gut sein muss.


    Dass es 20/30 Prozent ziemlich Arme selbst bei uns gibt (die teilweise hart schuften und trotzdem von Gehalt zu Gehalt sich über Wasser halten), dass es selbst unter den Wohlhabenden viele mit Depressionen, Suchtproblemen und anderen Schwierigkeiten gibt, die nicht selten mit dem Job zusammenhängen ... das zählt dann eben zum individuellen Pech oder Unvermögen.


    Dass wir als wirtschaftliche Macht auf abstrakter Ebene andere Regionen prozentual in größerer Armut "zwingen" (in Wirklichkeit bestechen wir die dortige Oberschicht), wird sogar als Entwicklungshilfe verstanden - und China schaffts ja auch.


    Dass wir letztlich einen absurd intensiven Raubbau betreiben und bei jetziger Fertigungs- und Wegwerf-Menge quasi alle Ressourcen, wie Sand, Phosphor, etc etc in einigen Jahrzehnten verbraucht sind... wird möglichst gar nicht kommuniziert oder wie "Peek-Oil" einfach verdrängt. Vom Klimawandel nimmt man einfach an, dass wir den schon stemmen werden.


    Aber letztlich ... sind wir doch nur 80 Mio also gerade Mal ein Prozent der Bevölkerung in der Welt. Kann man halt nix machen. Und letztlich ... hey... hier "kann" doch jeder der "Mehrheit" glücklich werden.


    Really?


    Ich bezweifel das ernsthaft.


    An einen linken Populismus glaube ich aber nur in grober Hinsicht. Quasi um erste Änderungen durchzuführen. Für mich beschreibt ein Wort sehr viele Verhaltensweisen, die in unserer Gesellschaft alt bis jung betrifft: Exzess. Der ist halt längst die Normalität. Entsprungen aus dem Wunsch der Bürgerlichen am Ende des Feudalismus deren Exzesse in etwas anderer Form zu übernehmen. Und dann am besten auf erhebliche Teile der Bevölkerung auszuweiten.


    Für mich ist das eine der Grundfragen, die dann auch das Wirtschaftssystem betrifft. Wollen wir exponentielles Wachstum, also Exzess. Oder wollen wir Balance und Ausgleich, das dann eben auch im Privatleben.


    Und hier.... bin ich mir tatsächlich nicht sicher, wie eine Mehrheit sich äussern würde - und zwar weltweit, aber auch hier.

    Ein neues System muss all die Prozesse und Arbeitsschritte möglichst passgenau und ressourcenschonend organisieren. ist diese Ausgangsbeschreibung korrekt oder schon Ideologieverseucht?

    Weder noch. Stichwort "Bullshit-Jobs" aber auch z.B. Stichwort Werbeindustrie oder Finanzindustrie.


    Es gibt NE MENGE "Prozesse und Arbeitsschritte" die existieren, aber nur im Sinne dieses Wirtschaftssystems eine Rolle spielen, aber teilweise absurd gut bezahlt werden (im Vergleich zu wirklich wichtigen Jobs wie z.B. Pflegern oder Kindergärtnern).


    Quasi die Galeeren-Trommler des Kapitalismus.


    Überraschend finde ich, das dies hier nach einer solchen Aussage gar nicht erwähnt wird. Naja... wir stecken halt alle tief drin.

    Die hedgefonds haben den Handel doch nicht eingestellt, das waren die Broker!

    Tjaaaa... und da kommen wir eben zu der Frage: Was passiert wenn nicht nur Aktien ein Business sind sondern auch das Handeln von Aktien. Und haben wirklich alle Broker den Kauf der Aktien für Kleinanleger eingestellt oder nur (Anti-)RobinHood? Ist das durch bei RobinHood durch die Terms&Conditions abgedeckt? Ich vermute ja. Und wäre dann nicht die richtige Aussage: Hey... so ist der "free Market" eben. Ein einzelner Händler darf ja wohl selber entscheiden was er wie handelt, solang er nicht gegen Gesetze verstößt.


    Ist also das Unterbinden des Kaufs bestimmter Aktien für einen einzelnen Online-Broker erlaubt? Ich schätze ja.


    Und da kommen wir dann natürlich allmählich zur eigentlichen Frage: Zeigt sich hier endlich mal wieder dass es im Kapitalismus nicht um Fairness sondern um "smartes" Ausnutzen aller Möglichkeiten geht? Und haben die Hedgefonds am Ende dann eben doch einfach mehr Möglichkeiten, also Macht und nutzen diese eben innerhalb des Systems gnadenlos aus, so wie es gedacht war und ist?


    Funktioniert das System hier also insgesamt eigentlich ganz genauso wie es soll?

    Noch keiner was von dem Gamestop-Hegdefonds-Vorfall mitbekommen?


    Ein Hedgefonds hat in sehr extremer Weise gegen die in der Tat nicht ganz solide da stehende Gaming-Verkaufs-Firma "Gamestop" gewettet - ganz legal an Aktienmärkten.


    Anschließend haben auf Reddit einige Personen, die Gamestop nicht untergehen lassen wollten, dazu aufgerufen, dass Privatleute Gamestop-Aktien kaufen... und die Aktie ist wie irre in die Höhe geschossen, wodurch der Hedgefonds in extreme Probleme bis hin zur möglichen Insolvenz kommt.


    In Deutschland wird dies teilweise recht neutral dargestellt:

    https://www.faz.net/aktuell/fi…ht-moeglich-17170187.html


    Finde ich gut.


    Wobei es hier auch typische Simmen des Finanzmarktes gibt, wonach natürlich die "professionellen" Anleger im Prinzip im Sinne "des Marktes" handeln und vor allem "die anderen" dann für Katastrophen sorgen:

    https://www.handelsblatt.com/m…nparty-sein/26856860.html


    In den USA wird gerade in vielen Mainstream-Medien sogar so getan, als stünden da schlimme Kräfte dahinter - einige Medien versuchen diesen Vorgang sogar in die Richtung von Alt-Right oder was auch immer zu rücken. Schon krass.


    Hier ein Beispiel bzw. die kritische Auseinandersetzung damit:



    Das könnte ein durchaus nicht unwichtiger Vorgang sein. Oder... wie so oft... nur ein Einzelfall, der nahezu keine politische Auswirkung hat. Mal schauen.

    Jede Investition ist immer eine Wette auf die Zukunft. [...]

    Der einzige wirkliche Unterschied ist, dass im Kapitalismus derjenige, der die Wette eingeht, am Ende auch den Verlust oder Gewinn trägt, während zum Beispiel im Sozialismus jemand eine Wette eingeht und andere den Gewinn oder Verlust tragen.

    Beides ist so absurd falsch.


    Der Bau eines Hauses, einer Strasse oder eines Krankenhauses ist keine "Wette". Bullshit! Man kann einige "Investitionen" in völlig neue Ideen und neue "Produkte" als Wette sehen... oder eben als FUCKING INVESTITION. Worin "investieren" Menschen nämlich? In das was ihnen etwas bedeutet.


    Jemand der Millionen rumliegen hat und sie irgendjemanden gibt, der daraus mehr machen soll, der investiert eben NICHT. Der wettet tatsächlich - oder noch realistischer - er lässt seinen Reichtum von anderen verwalten. Was meines Erachtens eine klassisch perverse Idee des Feudalismus ist, die ohne irgendwie größere hinterfragt zu werden in das Bürgertum rübergewandert ist.


    Wie schon von Utan angedeutet wird bei einem Unternehmen sehr oft nicht nur das eingesetzt was der Unternehmer investiert sondern es gibt haufenweise externe Effekte die den Unternehmer gar nicht betreffen. Zudem wird durch die Idee der Aktienunternehmen ja die Unternehmer-Verantwortung extrem beseitigt. Wenn ein Konzern pleite geht sinken zwar die Aktienwerte auf Null, aber das ist NICHT das, was an gesamten Verlusten im Unternehmen entstanden ist. Die werden tatsächlich sozialisiert. Das ist einer der Gründe wieso junge, hippe Gründe ne AG haben wollen. Sobald sie Akien verscherbeln sind sie raus aus dem Dilemma. Sie bleiben reich - egal was danach mit dem Laden passiert, den die Eigentümer nur mit Hilfe von vielen ausgebeuteten Angestellten aufbauen konnten.


    Diese ganzen Platitüden des Bots die nur dazu beitragen sollen, Leser dümmer zu machen, sind echt nicht zu ertragen.

    @Danton


    Du bist mir etwas zu CO2-fokussiert. Den CO2-Ausstoss möglichst rasch auf eine Menge zu reduzieren, die keine Erhöhung der Wertes in der Atmosphäre bedeutet ist zwar aktuell eine der bedeutendsten Umwelt-Themen durch massiven Ressourcen-Verbrauch, aber bei weitem nicht das einzige.


    Kapitalismus beutet Umwelt und Menschen aus. Das ist das Grundprinzip unsere expansiven Art zu wirtschaften. Wenn Du beides nicht mehr ausbeuten willst... was dann?


    Du willst den Kapitalismus ohne sogenannte "externe" Effekte. Den gibt's aber nicht. Klar gibt's Leute, die davon schwadronieren, dass es "doch sein könnte", sowas zu erreichen. Ich weiss nur nicht was daran erstrebenswertes oder leichter sein soll, als eine Gesellschaft in der es keinen konstruierten, gesellschaftsweiten Wirtschafts- bzw eher Kapital-Wachstumszwang gibt.


    Gerade durch die moderne IT könnte man Ressourcen viel geschickter verteilen. Das Interesse daran besteht nur nicht. Du glaubst tatsächlich die Verteilung und Verwendung von Ressourcen über den Preis allein kontrollieren zu können. Das funktioniert nur nicht.


    Aktuell besteht eine indirekte Kontrolle durch die Kapitalhaber, weil diese dafür sorgen, Ressourcen zu verballern, um diese in umgewandelter Form uns Konsumenten regelrecht in den Rachen zu stopfen. Und viele von uns stecken da so tief drin, dass Sie schon soviel stopfen dass Sie eigentlich nur noch kotzen können, aber gleichzeitig "mehr, mehr, mehr" denken.


    Wie Du das System eher mit weiteren Wachstumszwang ohne Raubbau an Natur und Mensch statt mit einem veränderten System ohne Wachstumszwang und ohne Zentrierung des Kapital/Produktions-Eigentums hinbekommen möchtest ist mir ein Rätsel.