Beiträge von invisisisi

    Im Interview mit Habeck vom 26.01.2021 "entlockt" Tilo Habeck die Aussage, dass er die "Freilassung von Julian Assange fordert" (

    ).

    Meine persönliche Reaktion auf diese Passage mit Habeck war sehr positiv gegenüber Habeck . Ich fand es sehr erfrischend, einen Politiker dabei zu beobachten, wie er auf die erneute Nachfrage Tilos sehr nachdenklich reagiert, sich die Zeit nimmt, seine Antwort zu überdenken und dann ein klares Statement fällt. Unter anderem dieser Moment hat bei mir dafür gesorgt, dass Habeck in meinem Ansehen stark gestiegen ist, weil er sich eben einmal nicht weg duckt, sondern Haltung zeigt.

    Bei verschiedenen Interviews mit Albrecht von Lucke wird von ihm hervorgehoben, dass Habeck an dieser Interviewstelle einen großen Fehler macht und dass Tilo ihn geradezu vorgeführt hat. Ich würde gerne nachvollziehen, wie er zu dieser Einschätzung kommt.
    Was ist die Argumentation dahinter, dass dies von einem erfahrenen Journalisten als ein schwacher Moment Habecks wahrgenommen wird?


    Generell denke ich, dass ein:e Politiker:in mit klarer Haltung und Fehlereingeständnissen wesentlich mehr Rückhalt (und natürlich Gegner) erhalten würde und das Vertrauen in die Politik verbessern würde.
    Diese Art von Personen vermisse ich jedoch in jeder Partei. Ist es tatsächlich statistisch so klar, dass ein weg ducken und "rumschwafeln" so viel mehr Wähler bringt? Falls dies so ist, könnte ich die Art und Weise der politischen Kommunikation zumindest nachvollziehen, wenn auch missachtend. Oder gibt es andere Gründe, warum dies so breit angewandt wird?