Beiträge von Sheldor

    Marina Weisband über Bildungspolitik. Ich finde dass bei euch der Sektor Bildungspolitik zu kurz kommt.


    Carmen losmann über den Film Oeconomia weil dieser Film einfach super ist.

    Man muss irgendwo auch sagen, dass das Schulsystem der Prügelknabe des Systems und unserer Gesellschaft ist. Alles, was bei uns oder einen selbst nicht richtig funktioniert, spiegelt sich natürlich in der Erziehung und Bildung wieder. Es ist einfach, eine große Transformation des Schulsystems zu fordern, was aber wirklich dabei herauskommt, entscheiden dann die jeweiligen Subjekte selbst. Das Schul-, Erziehungs-, und Bildungssystem in der DDR hatte den sozialistischen Menschen und Arbeiter, der sich für Marxismus und seine Klasse aufopfert, als Ideal. Herausgekommen ist eher ein zynischer Mensch und Eigenbrötler, die lieber denunzieren und sehr gut jammern können.


    "Einfache Mathematik" und "Grundkenntnisse Sprache" sind eben auch solche Allgemeinpunkte, wo keiner 'Nein' sagen wird. Es hört sich aber zu sehr so an, als sei da eine homogene Bevölkerungsmasse, die einen bestimmten Standard entsprechen soll - am besten sollen alle Facharbeiter werden.

    Was man eher in Schulen macht, ist mit dem zu arbeiten, was in die Schulen hereinkommt: schülerzentrierter agieren usw. Der Ansatz zielt darauf ab, dass der Schüler:in selbst ein Weg im Leben findet. Wir brauchen nicht mehr halbgare Facharbeiter, sondern Leute, die Dinge zu ende bringen und mögen, was sie machen. Disziplin, Sprachen, Mathematik, 'Lernen lernen' sind alles nur Werkzeuge und Wege dahin, aber nicht das Ziel selbst.

    Dagegen habe ich glaub ich nicht argumentiert. Aber du sagst, dass es einfach sei eine Transformation zu fordern, aber das was du unten sagst, schülerzentrierter, fordert eigentlich genau das, denn das ist nicht die Realität. Individuelle Interessen auszubilden, wird in dem System nicht genug gefördert.

    2) Auswilderung der Schüler nicht absolvierten Mindestschuljahren sondern nach Mindestbildungsstandards. Viele Azubis die ich hatte fehlen Grundkenntnisse Sprache / einfache Mathematik

    Das ist ein sehr guter Punkt. In den Curricula werden Regelstandards gesetzt und keine Mindeststandards, das heisst dass der Durchschnitt betrachtet wird. Meiner Meinung nach nimmt man so in Kauf, dass Jugendliche abgehängt werden.


    Ein weiterer Punkt ist, warum muss man in der Oberstufe Fächer machen, die man garnicht mag. Der eine hasst Mathe, der andere würde nur Mathe machen. Es gibt zwar technische Gymnasien, aber warum wird die Wahlmöglichkeit, die es zum Teil ansatzweise gibt, nicht ausgebaut?

    Ok. In die Richtung Verschwörungstheorien wollte ich jetzt nicht so sehr. Dein letzter Punkt mit der Elitenschmiede ist vielleicht gut. Da sieht man, dass das System früher genau darauf ausgelegt war (Kaiserzeit), im Gymnasium die Eliten auszubilden, aber es ist nicht mehr zeitgemäß. Allein die Dreigliedrigkeit erzeugt eine gewisse Zementierung der Klassengesellschaft.

    Das deutsche Bildungssystem wird häufig bemängelt, deshalb interessiert mich 1. eure Meinung zum Bildungssystem und 2. frage ich mich wie man ein solch strukturkonservatives und sehr schwergängiges System transformieren kann.

    Grafik_Kolumne_MFratzscher.png


    https://www.diw.de/de/diw_01.c…t_die_mehrwertsteuer.html


    Diese Grafik hat Cansel Kiziltepe (SPD, MdB) auch in einem Vortrag an der Uni Hamburg vorgestellt (

    ),

    weshalb sie ein toller Gast für Tilo wäre.


    Also ich denke, dass das Steuersystem gar nicht so progressiv ist, wenn man die Sozialbeiträge wegdenkt. Interessanterweise ist es bei den unteren 0-5% Einkommen regressiv und im „Mittelstandsbereich“ ziemlich gleichverteilt. Ich denke, dass der Staat diese Kurve mit anderen Einstellungen am Steuerpolitikregelkasten anders modellieren kann. Steuergerechtigkeit erachte ich nämlich als äußerst wichtig.


    Ich habe aber noch eine Frage: wer regelt eigentlich international das Geld. Geld ist ja ein künstliches Konstrukt, also warum nicht unendlich viel Schulden machen, (naiv gesagt) ist doch egal, oder nicht?

    Wenn ich an das, was Marco Bülow gesagt hat, denke, dann frage ich mich, ob die Legislative von der 4. und 5. Gewalt unterwandert wurde. Medien können Politiker fertigmachen, wenn sie wollen und Lobbyisten und Initiativen wie INSM haben eine immense Macht. Daher frage ich mich, wie soll man das ändern? Demo?

    Cansel Kiziltepe(SPD): Sie kennt sich mit dem deutschen Steuersystem aus und weiß um die „Lügen“ bzw. Falschinformationskampagnen von Organisationen wie INSM. Meine Frage wäre, was man gegen die Macht solch mächtiger Lobbyvereine tun kann? Konterorganisationen?


    Helmut Hochschild: Bekannt geworden als Rötli-Rocker. Im Podcast „Schule kann mehr“ analysiert er mit Leon Stebe die Probleme des Schulsystems und weiß um progressive Art zu denken.


    Jan Böhmermann: Als Satiriker, der sich für die ganz großen Aktionen nicht zu fein ist, fände ich seine Sichtweise auf die Dinge höchst interessant. Und was er zur SPD sagt ;)


    Mojib Latif: Forscher, der um den Handlungsdruck bezüglich Klimawandel weiß.