Beiträge von JonnyBadFox

    Gefährliches Halbwissen in vollendeter Form.

    Seit dieser persönliche Safespace-Podcast geschaffen wurde, verspüre ich immer öfter das Bedürfnis, das konzentriert aufzuarbeiten. So eine Art Best-off. Kritik vor Ort ist meist ergebnislos. Anderswo ist es aber fehl am Platze. So muss man es bei gelegentlichen Seitenhieben belassen. Falls noch jemand hört, kommt Jenny nochmal zurück?

    Dass Rush Limbaugh so erfolgreich war, hat IMO damit zu tun, dass die linken hier totalversager sind. Die Menschen brauchen halt Antworten, von den linken kommen keine, dann gehen sie halt zum Talkradio und kriegen dort Gehirnwäsche. Aber stimmt, das müsste man alles mal aufarbeiten. Ich hätte da auch Bock drauf, leider keine Zeit 🤔

    Ich hänge da eher an der Theorie, dass im angelsächsischen Kulturraum teuere Studiengänge mit Depperten Inhalten gut angenommen werden und deren Absolventen dann mit viel Motivation und Fanatismus (und Schulden) glaube die Gesellschaft schulde ihnen was. Leider haben die dann eine Lautstärke, dass eine Kaskade dummer Anreizsysteme durchläuft.

    Ob die gut angenommen werden, weiß ich nicht. Aber die meisten Studenten haben keine Ahnung, dass es in den Wissenschaften dieses Schisma gibt und das darüber auch heftig diskutiert wird von Befürwortern und Kritikern (Sozialkonstruktivistisch vs. Klassisch/Positivistisch). Zur Wissenschaftstheorie gibt es zwar immer wieder Seminare, aber wenige zu dem Thema selbst.

    Ich mach meinen Master in Wirtschafts- und Sozialgeschichte und bei einigen Seminaren wurde in der ersten Sitzung ein Aufsatz rumgeschickt, bei dem ein Wissenschaftler für sozialkonstruktivistische Theorien wirbt (neben anderen Sachen wie weniger Elitengeschichte, was ich gut finde). Jeder musste dann zu diesem Artikel eine Stellungnahme schreiben, die dann in der nächsten Sitzung besprochen wurde. Dass sich sozialkonstruktivistische Theorien immer mehr in den betroffenen Fächern verbreiten (besonders Soziologie, aber auch Geschichte, Anthropologie, Archäologie usw.), ist also real.

    Das bedeutet ja alles nicht, dass man jeden Quatsch, den sich irgendwelche Genderwissenschaftler in ihrem gläsernen Elfenbeinturm ausdenken, tolerieren oder gut finden muss. Dass das von den Unternehmen missbraucht wird, um "corporate social responsibility" vorzutäuschen, dass erkennt man ja schnell. Genauso wird es von Politikern missbraucht, die sich eigentlich neoliberaler pro Unternehmens und pro Reichepolitik verschrieben haben, um am linken Rand (merke: nicht bei den Arbeitern) zu fischen.


    Schaut man sich mal die Geschichte der PR-Industrie an, beginnend mit Edward Bernays, dann sieht man, dass die Methoden, die er sich für die Darstellung von Werbung ausgedacht hat und die dann sehr erfolgreich waren, auch von den Politikern für ihre Kampagnen aufgenommen wurden (es gibt also einen Austausch zwischen Unternehmen und Politikern, deswegen findet sich die Befürwortung für Gendersprache bei beiden Gruppen, Unternehmen und Politikern. Gleiche Idee: Klassenthemen vermeiden aber wenigstens noch bissl soziale Themen).


    Das Gegendere ist ideal für parlamenatarische linke, die sich nicht mit Klassenfragen ausseinander setzen wollen, aus Angst keinen Zugang zu politischer Entscheidungsfindung zu bekommen oder aus Angst davon ausgeschlossen zu werden. Gegen die Wirtschaftslobby kommt man in den neoliberal durchseuchten Politikerkreisen mit Klassenrhetorik nicht an.


    Warum gibts es überhaupt diese Genderwissenschaftler oder Culturalstudies an den Unis? IMO kommen die daher, weil man bei der Kürzungspolitik die Gelder für die Human und Gesellschaftswissenschaften radikale gekürzt hat und nur noch Geld in die Naturwissenschaften und IT-Forschung (KI, Biotechnologie usw., Patentrelevante Fächer) pumpt. Aus dem Grund mussten die Human und Gesellschaftswissenschaften sich neu legitimieren und sich neu erfinden. Z. B. die Forschung zur Antike hat in dieser auf Innovation getrimmten Finanzierung sehr große Schwierigkeit, plausibel zu machen, warum sie überhaupt existiert. Deswegen hat man dann halt wieder Theorien von Foucault, Derrida usw. rausgeholt und eben das Genderzeugs.

    https://twitter.com/rob_heinze/status/1362724486315986951


    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mythos_der_Maschine

    Ich würde diese Bilder gerne sehen. Skandal, dass die nicht in die neueren Ausgaben gekommen sind.🤔

    https://www.welt.de/vermischte…war-auch-eine-Flucht.html

    "

    Der Grund: „Das Sprach- und dadurch das Lernniveau waren so brachial gering, dass die Lehrerin es schwer hatte, da überhaupt Unterricht zu machen. Es gab nur vier oder fünf andere Kinder ohne Migrationshintergrund in der Klasse“, erzählt Möller. Viele Mitschüler hätten ein sehr verknapptes Deutsch gesprochen. „Klara wusste teilweise gar nicht, wovon da geredet wird.“

    Er selbst weiß aus seiner zweijährigen Arbeit als Vertretungslehrer, wie es ist es, wenn Schüler und Lehrer nicht dieselbe Sprache sprechen, und hat seine Erfahrungen in dem Buch „Isch geh Schulhof“ (2012) veröffentlicht "

    Ist das ein grundlegendes Problem des Spracherwerbs in der Schule oder von Sprache selbst? Nö. Das ist ein Problem, das mit der Organisation von Sprachunterricht zu tun hat.

    Und wie kommst du dazu mir meine Meinung verbieten zu wollen? Ich bin ja nicht blöd, nur weil mir Fremdsprachen lernen schwer fällt. Oder gönnst du es mir nicht, mich mit anderen Menschen auszutauschen, nur weil du wahrscheinlich in der privilegierteren Position bist eine Sprache einfacher zu erlernen?

    Ich bin leider so überfrachtet mit Unischeiß, dass ich keine außführlichen Antworten schreiben kann, aber deine Meinung kommt offensichtlich von deinen schlechten Erfahrungen, die du mit dem Erlernen von Sprachen gemacht hast. Das wundert mich auch nicht. Auch wenn du englisch in Eigenregie gelernt hast, hast du wahrscheinlich die üblichen Lehrbücher, die auch in der Schule benutzt werden, benutzt. Aber so wie in der Schule Sprache gelernt bzw. gelehrt wird, lernt man nicht eine neue Sprache. Das System in der Schule geht davon aus, dass du eine Auswendiglernmaschine bist, die Grammatik wie ein abstraktes System lernen muss (dessen Epitop ist die Methode wie Latein an Schule und Uni gelehrt wird). In den Sprachwissenschaften weiß man schon lange, dass man so keine Sprache lernt, es wird aber ignoriert. Geb mal bei Google "english by the nature method pdf" ein. Direkt beim zweiten Link kannst du das Buch kostenlos runterladen (ist schon etwas älter). Preface usw. kannst du skippen. Fang einfach beim ersten Kapitel (S. 9 im Buch) an zu lesen und denke über das Gelesene nach, das wars (so ein buch gibts auch für französisch und latein). Jeden Tag bissl, audio hilft auch noch sehr (dazu gibts auf youtube genug). Sprachen lernt man über immersion.

    Zu dem Rest: Sprache ist nicht nur Träger von Kultur, Sprache spiegelt auch die Strukturen des Denkens wieder und sie liefert einen Einblick in die menschliche Kognition. Andere Sprachen mit anderen Kulturen zeigen auch andere Denkmuster und zeigen auch, zu was der Mensch kognitiv in der Lage ist (oder auch nicht). Ein interessantes Beispiel ist Piraha Sprache. Die kleine Gruppe von Menschen, die diese Sprache noch sprechen, haben kein Konzept von Zeit, Zahlwörter beschränken sich auf drei (eins, zwei, viele) und andere Besonderheiten. Die Frage ist, ob diese Bevölkerung überhaupt sowas wie Mathematik lernen kann (bei normaler Intelligenz). Die Frage ist auch, wie weit Sprache das Bewusstsein form, die Sapir-Whorf Hypothese. Wenn jeder nur noch eine Sprache lernt, dann würden wir alles das verlieren und die Erkenntnisse, die davon gewonnen werden können, abgesehen davon, dass die Durchsetzung eines solchen Systems wahrscheinlich ein totalitäres System nicht erreichten Ausmaßes benötigen würde. Versuche Sprache zu unterdrücken finden am meisten in solchen Diktaturen statt.