Beiträge von JonnyBadFox

    Kultur, Wissenschaft etc. kann heute in den entwickelten Ländern jeder. Die meisten gucken aber lieber Netflix.

    Als Beruf könnte es theoretisch jeder. Aber wieso? Na weil es eine Schicht von Lohnarbeitern gibt, die die materielle Grundlage der Gesellschaft produziert. Anders wären nicht-produktive Berufe gar nicht möglich. Wer baut zb die Gebäude, die Energieversorgung, die sanitären Anlagen, Straßen, Mobilität, Lebensmittel usw. durch die z. B. akademische Berufe oder der Staat erst möglich wird? Das sind vor allem Handwerker und von denen wird der Mehrwert durch die anderen Schichten verteilt.

    Was auch interessant ist an der Tatsache, dass Menschen eine sehr hohe Ausdauer haben, ist, dass Menschen dadurch in der Lage sind, sehr lange arbeiten zu können. Sogar so lange, dass die Produktion von Gütern weit über das notwendige Subsistenzniveau hinausgeht. Und das legt die Grundlage für die Extraktion von Überschussproduktion oder auch Mehrwert genannt. Dadurch ist die Bildung von Klassen wie Adel, Klerus, oder Kapitalisten möglich, die nicht direkt von ihrer eigenen Arbeit leben müssen, sondern von der Arbeit anderer leben können. Diese Klassen können sich anderen Tätigkeiten wie Krieg, Kultur, Wissenschaft oder Staatsorganisation widmen. Deswegen ist die große Frage, die sich die Menschheit stellen muss: Wie wird in einer post-neolithischen Gesellschaft Mehrwert verteilt? Und diese Frage verfolgt uns bis heute.

    Vor allem aber scheint es mit fast unmöglich mit irgendjemand darüber zu diskutieren wie der Weg in die Transformation aussieht.

    Das stimmt allerdings. Liegt aber auch daran, dass viele keine Vorstellungen von Alternativen haben, bzw. ihnen gar kein Angebot gemacht wird, das sich außerhalb bürgerlicher Lebensformen befinden. (mit bürgerlich meine ich einfach nur den geltenden status quo, der ja aus der bürgerlichen revolution hervorgangen ist im 19. jahrhundert bis jetzt)

    Ich denke lieber Johnny, du machst es dir der Komplexität der Transformation unangemessen einfach.


    Ausserdem finde ich, dass dieses Thema einen eigenen Thread verdient.

    Kann sein. Aber mit der Aussage, dass das Problem komplex ist, ist das Problem noch nicht gelöst, sondern es ist eher eine Rechtfertigung des status quo.

    Sicher nicht. Reichsbürger wollen zurück zum Feudal-System und haben mit Gemeinwohl nicht zu tun.

    Punkt B, weil sie Geld haben.

    Nicht unbedingt. Wenn diese Reichsfaschisten es schaffen, eine Balance zwischen zentraler und dezentraler Bewegungsanbindung mit einer einigermaßen kohärenten Programmlinie zu organisieren, dann kann dabei schon etwas ernsthaftes herauskommen. Und das fehlt halt linken Bewegungen.

    Das größte Problem, das wir doch haben, ist dass alle unsere politischen Institutionen voll bis oben hin sind mit Leuten, die die Überzeugung haben, dass jedes Problem der Menschheit gelöst werden kann, in dem man nur besonders schlaue Märkte drum her spinnt. Was Hayek und Co. erreichen wollten, haben sie auch erreicht. Nämlich die wirtschaftsliberale Form vom Gang durch die Institutionen. Wir sollten uns eingestehen, dass wir endlich diese Leute loswerden müssen.


    Was die Bevölkerung angeht, zeigen doch genug Umfragen und Studien, dass die Menschen bereit sind große Veränderungen in Kauf zu nehmen.

    Es ist halt niemand da, der machbare Alternativen vorschlägt. Aber die Diskussion haben wir schon ewig durchgekaut. Und Alternativen zum Kapitalismus gibt es genug. Vielleicht sollten wir erstmal anfangen auf Kostpreis zu produzieren. D. h. reiner Kostenersatz, ohne Profit. Eine andere Idee wäre auch die Verstaatlichung von Konzernen wie Amazon und Google. Über Jahrzehnte haben die eine globale Planwirtschaft aufgebaut. Eigentlich bräuchte man sie nur noch auf Bedarf auszurichten und zu demokratisieren. why not? Es gibt viele Idee, und eine zentrale Idee ist, dass wir unsere Institutionen demokratisieren müssen. Ansonsten erleben wir in kurzer Zeit wieder genau das gleich wie jetzt.

    Kann es sein, dass du langsam durchdrehst? Habeck ist also Faschist im Sinne Mussolinis vermischt mit der Philosophie des Marxismus-Leninismus mit der er einen "Neuen Menschen" schaffen will?

    https://www.nomos-elibrary.de/…ang-49-2021-heft-1?page=1


    Kritik an Andreas Reckwitz und der Ideologie der Neuen Mittelklasse bzw. überhaupt der Mittelschicht. Von den Soziologen Nils Kumkar und Uwe Schimank.

    Das Jacobin-Magazin (deutsche Ausgabe) hat dem auch einen Podcast mit Nils gewidmet. Grundaussage ist, dass es wenig empirische Beweise für die Existenz einer Neuen Mittelklasse gibt. Ausser vielleicht dass diese urbanen bürgerlichen, wobei ich das bürgerlich hier überhaupt in Frage stelle würde, Hipster von so manchen als kulturelles Leitbild empfunden werden, an dem man sich dann wieder abarbeiten kann und natürlich, dass der Klassenbegriff von Reckwitz keinen Sinn macht. Wo genau liegen die entgegengesetzen Interessen der Neuen und alten oder präkeren Schicht? Und das aller lächerlichste ist, dass Reckwitz es zu langweilig findet, sich die soziale Struktur der oberen 1% anzuschauen, obwohl eigentlich gerade diese Klasse enorme wirtschaftliche und soziale Ressourcen hat, um Einfluss auf die Politik und Medien auszuüben und der gesamte Rest, wie auch immer man die Gruppen definiert, immernoch zur Lohnarbeiterklasse gehört.

    Staatliche Rationierung wäre das beste, das passieren könnte. Aber die Neoliberalen sind sich wohl einig, dass sowas nicht geschehen darf, weil sollte die Rationierung erfolgreich sein, würde der Staat einen guten Schub an Legitimität bekommen und der Markt noch mehr diskreditiert werden. Rationierung wird so oder so kommen, sobald es zu extremen Dürren und Unwettern kommt, die für Wasser und Lebensmittelknappheit sorgen werden.

    Lumpenpazifismus!!! Es ist viel einfacher nichts zu tun oder Frieden zu fordern, als nichts zu tun aber Waffen zu fordern.

    Das hat nix damit zu tun, dass es der leichte Weg ist. Wenn man Partei für eine Seite ergreift, kommt man nicht mehr aus Widersprüchen raus. Von daher lieber abwarten, wie es sich weiter entwickelt. IMO ist dieser Konflikt ein einziger Schwanzvergleich der beteiligten Staaten und ich sehe nicht ein, wieso man sich unter diesen Umständen in Anbetracht der Fakten eine Meinung bilden soll. Für viele ist es doch nur wieder die Gelegenheit sich als angeblich sozial Verantwortlich darzustellen, obwohl einem solche Probleme in Wirklichkeit am Arsch vorbei gehen.

    Der einzige rationale Standpunkt bei diesem Konflikt, ist der der Neutralität, anstatt sich jetzt als leidenschaftlicher Verteidiger einer Seite selbst zu beweihräuchern und seinen Standpunkt als einzig gültigen zu proklamieren oder zu glauben, man habe die unumstößliche Wahrheit für sich gepachtet. Ende Over.

    Gibt es eine offensichtliche Antwort oder fragst du dich wirklich?

    Das ist keine rhetorische Frage, sondern ne ernsthafte. Hab auch schon überlegt, ob es vielleicht an der Hitze liegt und mehr Leute Kreislaufprobleme haben. Letztens ist nachts auch die Alarmanlage vom Aldi hier wegen Hitze angegangen, wurde jedenfalls im lokalen Wochenblatt gesagt. Ich werd mal selbst bei den Cops nachfragen. Kann auch sein, dass es eine selbsterfüllende Prophezeiungen ist. Ich achte mehr auf Polizei und Krankenwagen und deswegen kommt es mir so vor als ob mehr unterwegs sind. ka