Beiträge von JonnyBadFox

    Passend dazu auch Gehorsam macht frei von Johann Chapoutot.


    https://books.google.de/books/…k_description&redir_esc=y


    Inhaltsangabe:


    Über 600 000 Führungskader – von BMW über Aldi bis Thyssen-Krupp – durchliefen die Akademie für Führungskräfte, die der fanatische NS-Jurist Reinhard Höhn 1956 in Bad Harzburg begründete und über Jahrzehnte hinweg leitete. Höhns beispielhafter Aufstieg zum Marketing-Guru wirft die beunruhigende Frage auf: Wie stark ist unsere Arbeitswelt noch heute vom Geist der NS-Zeit geprägt?

    Die NS-Kriegswirtschaft zielte konsequent auf Leistungsfähigkeit: Der Mensch wurde zum Produktionsfaktor, die "Volksgemeinschaft" gehorchte dem "Führer". Dieses Menschenbild setzte sich in der Bundesrepublik fort: Aus "Menschenführung" wurde "Management", auf die NS-Kriegsmaschinerie folgte die Massenproduktion der Konsumgesellschaft. Am Beispiel des Unternehmensberaters Reinhard Höhn legt Johann Chapoutot eine erschreckende Kontinuität im ökonomischen Denken vor und nach 1945 offen: Das Ziel unbedingter Leistungsbereitschaft zieht sich von den Vordenkern der NS-Kriegswirtschaft bis in die Handbücher der Unternehmensführung von heute.





    Habs noch nicht angeschaut, aber es geht darum, dass es eben Kontinuitäten gibt von den Herrschaftstechniken der Nazis zu modernen Managementtechniken.



    Passt alles ganz gut zusammen. Herrschaft über Menschen hat eben immer gewisse Ähnlichkeiten.

    https://onlinelibrary.wiley.co…/j.1467-6486.2003.00405.x


    PDF im Anhang.


    Es gibt in der wissenschaftlichen Literatur der Managementstudies eine Art Leugnung, dass es Kontinuitäten (in Hinsicht der Umgangs mit Widerstand und Disziplinierung) gibt von den Techniken der Sklavenhaltung in den USA zu modernen Techniken des Managements in Unternehmen. Auch einer der bedeutendsten Wissenschaftler, der eines der maßgeblichen Bücher zu der Geschichte des Managements geschrieben hat, Adam Chandler und sein The Visible Hand, beschäftigt sich nicht mit dem Thema. Für ihn beginnt der Kapitalismus in den USA erst in der Zeit nach der Abschaffung der Sklaverei.



    Abstract:


    abstract American slavery has been wrongfully excluded from histories of management. By 1860, when the historical orthodoxy has modern management emerging on the railroads, 38,000 managers were managing the 4 million slaves working in the US economy. Given slaves’ worth, slaveholders could literally claim ‘our people are our greatest asset.’ Yet a review of histories of management shows ante-bellum slavery excluded from managerial modernity as pre-capitalist, unsophisticated in practice, and without non-owner managers identified as such. These grounds for exclusion are challenged. First, it is shown slavery is included within capitalism by many historians, who also see plantations as a site of the emergence of industrial discipline. Second, ante-bellum slavery is demonstrated to have been managed according to classical management and Taylorian principles. Third, those doing the managing are shown to have been employed at the time as ‘managers’. In the idea of the manager, and of scientific and classical management slavery has therefore left an ongoing imprint in management practice and thought. A strong argument is made for not just for postcolonialist accounts of management, but for management histories in which anti-African-American racism is a continuing strand. The fundamental significance of the article however is its identification of slavery as of intrinsic, but hitherto denied, relevance to management studies.


    Sehr guter Vortrag.

    Besonders interessant:

    Es gibt so gut wie kein Gesamtwerk zur Geschichte der Lohnarbeit. Ausseinandersetzungen mit dem Thema findet meist untergeordnet in Literatur zu Sklaverei statt.

    Antike Lohnarbeitsverträge wurden mit ehemaligen Sklaven vereinbart bzw. Lohnarbeit ist aus Sklaverei entstanden.

    Äh, der Webstuhl ist geblieben:


    Meyers_b16_s0446b.jpg


    Ersetzt wurde die menschliche Arbeitskraft durch eine Dampfmaschine. Natürlich ist die menschliche Arbeitskraft als solche nie wirklich ersetzt worden, tatsächlich gegeben die Bevölkerungszunahme wird es heute mehr davon geben als damals. Ist vielleicht doch eine deutlich schlechtere Analogie als sie denkt.

    Frei nach Malthus in der ersten (ungekürzten Version) seiner Principle of Population:


    Ein Mensch, der in eine bereits in Besitz genommene Welt geboren wird, hat, falls er keinen Unterhalt von seinen Eltern bekommt, an die er berechtigte Ansprüche stellen kann, und falls die Gesellschaft seine Arbeit nicht will, kein Recht, die geringste Menge an Nahrung zu beanspruchen, und eigentlich keinerlei Recht dort zu sein, wo er ist. An der gewaltigen Festtafel der Natur ist für ihn nicht gedeckt.


    Oder auch:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Industrielle_Reservearmee

    Versuchst Du Dich hier gerade an einer Täter/Opfer-Umkehr, oder plädierst Du im Namen der FREIHEIT™ dafür, dass Beleidigungen, Verleumdungen und Drohungen Meinungen nun einmal von öffentlichen Personen zu ertragen sind, selbst wenn diese weit über's Ziel hinausschießen?

    Weder noch. Fand nur die Strafe von ca. 1500€ interessant und dass man so viel Zeit damit verbringen kann, jede einzelne E-Mail und Tweets nach Beleidigungen zu durchsuchen. Neues Geschäftsmodell, Hatespeech™ Was die Neubauer denkt ist mir so ziemlich egal. Ich will auch nicht meinen Vater verteidigen. Obwohl meine Meinung ist, dass auch Beleidigungen zur Meinungsfreiheit zählen (wie es auch in den USA der Fall ist).

    LOL mein Vater gehört zur AFD/Querdenkerfraktion und hat Luisa Neubauer eine nicht ganz nette E-Mail geschrieben und wurde von ihr verklagt. Betrag irgendwas mit 1.500€ Holy Cow. Anscheind kann man damit gut Geschäfte machen. Das hat mich direkt an dieses Interview erinnert, wo sie sagt, dass sie mit einer Kanzlei zusammenarbeitet, die sich um hatespeech kümmert.


    Die Anklage wurde aber wieder fallengelassen, aus bestimmten Gründen, die ich hier nicht erklären will.

    Bei dem Coronavirus wird es wohl werden wie mit dem Grippevirus, gegen den man sich auch jedes Jahr aufgrund seiner Mutationen impfen lassen muss. Daher wird es auch eine 4, 5, 6, 7 usw. Impfung geben. Das Coronavirus ist zwar gefährlicher als das Grippevirus, aber ich denke, es hat uns noch relativ milde getroffen. Man stelle sich mal vor, es wäre ein wirklich tödliches Virus. Dann wären wir sowas von am Arsch.

    Positive alternatives can emerge even in the face of extreme upheaval and conflict. Alternative ways of living can develop when the forces that would typically undermine them are otherwise engaged.

    Das bestätigt auch die historische Entwicklung. Nach dem Zusammenbruch der zentralen Regierungsmacht haben Menschen immer mit alternativen Gesellschaftsformen experimentiert. In Russland und Deutschland waren es Räten, die von den Menschen spontan selbst organisiert wurden. In Spanien hat man große Teil der Betriebe kollektiviert. Das Wirtschaftswachstum war teilweise sogar größer als vor dem Bürgerkrieg. Wie das heute aussehen würde? Keine Ahnung, allerdings glaube ich, dass es sehr leicht wäre heute sowas zu organisieren, wenn der Staatsapparat zusammenbrechen würde. Die Gesellschaft hat sich seit den Revolutionen sehr stark zivilisiert im Vergleich zu damals. Das Problem ist, es fehlen die Alternativen und ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür. Dinge wie Arbeitermitbestimmung sind halt nur in den Gewerkschaften manchmal Thema. Man bräuchte halt eine Bewegung, die diese Ideen verbreitet. Hab auch schon oft darüber nachgedacht, so eine Bewegung aufzuziehen. Vielleicht mache ich es irgendwann und dann mal hoffen, dass es Potential hat sich zu verbreiten.


    Eine andere Idee, zu der es auch eine Bewegung gibt, die damit vielleicht anfangen will, ist der politische Streik. Laut EU-Gesetzgebung sind politische Streiks erlaubt, aber halt nicht in der deutschen Gesetzgebung. Da könnte man auch mal mehr machen. Man bräuchte eine größere Gewerkschaft, die bereit für einen politischen Streik ist und ihn durchführt und dann müsste man die Gerichte eins nach dem anderen durchgehen, was leider sehr langwierig ist und wofür man viel Geld braucht

    Wenn die Ausgaben von jemandem die Einnahmen eines anderen sind.

    Wie kann dann die Wirtschaft Global gesehen wachsen?

    Unter Strich kann es doch dann kein Wachstum geben.


    Lg

    Deine Beobachtung ist korrekt. Die bürgerliche Ökonomie, wozu auch die MMT gehört, behauptet, dass es in unserer Wirtschaftsordnung, dem Kapitalismus, einen Äquivalententausch bei wirtschaftlichen Transaktionen gibt. Das heißt, der Arbeiter verdient genau den Lohn, den er Wert ist, Waren kosten genau das, was sie Wert sind, usw. Wenn das so wäre wie behauptet, wieso existiert dann eigentlich so eine massive Vermögens- und Einkommensungleichheit? Wieso gibt es in einer Klasse Wachstum und in einer anderen Klasse Stagnation oder Niedergang? Die Lösung ist, dass es sich bei den Transaktionen eben nicht um einen Äquivalententausch handelt. Der Arbeiter verdient zwar einen Lohn, aber dieser Lohn liegt immer unter dem eigentlichen Wert, den der Arbeiter durch seine Arbeit geschaffen hat. Die Differenz zwischen dem vom Arbeiter geschaffenen Wert und seinem Lohn, ist der Mehrwert und der wird am Markt veräußert in Warenform und fließt in das Eigentum des Arbeitgebers. Der Arbeitgeber hat mehrere Möglichkeiten den Mehrwert weiter zu investieren. Entweder er behält einen Teil für sich oder er investiert ihn in z. B. technologische Innovation oder aber auch in Immobilien, Aktien usw. An diesem System ändert auch nichts was Marx "tricks of circulation" genannt hat, d. h. im Kontext der MMT das Drucken von Geld. Es ändert nichts an den sozialen Verhältnisse in der Produktion. Vielleicht wird die MMT irgendwann mal kurz vor dem Faschismus eingeführt, bevor das System zusammenbricht. Aber angesichts der geforderten Jobgarantie nur mit größtem Widerstand des Kapitals und ihrer Ideologen. Also die Situation muss dann schon sehr schlimm sein. Weil eine Jobgarantie die Verhandlungsmacht der Arbeiter erhöht. (keine angst mehr vor jobverlust)

    Selbst wenn wir es schaffen, die CO2 Produktion runter auf Null zu kriegen. Wird das trotzdem die meisten Probleme nicht lösen. Die Frage nach Macht muss gestellt werden und was für uns ein gutes Leben bedeutet und wir das gemeinsam organisieren können.

    Der Energiediskussionsthread ist wo anders. Bitte kein Offtopic hier. Hier gehts um die großen Fragen. Nicht darum, wie ich Energiemärkte organisiere, damit das gewünschte Ergebnis entsteht. Marktwirtschaft (+staat) hatten wir schon seit zweihundert Jahren. Der Versuch ist gescheitert.

    Ich seh keine anderen Möglichkeit eines anderen Wirtschaftssystems als eine Demokratisierung der Wirtschaft oder was man auch Wirtschaftsdemokratie nennt. Wie will man sonst die Ansammlung von Macht verhindern, ausser durch dezentrale demokratische Prozesse? In politischer Hinsicht haben wir die parlamentarisch-repräsentative Demokratie, aber in wirtschaftlicher Hinsicht leben wir praktisch in einem autoritären System. Wie Heinrich Böll es schon gesagt hat, politische Demokratie ist immer unvollständig ohne wirtschaftliche Demokratie. Und die wirtschaftliche Demokratie muss am Arbeitsplatz beginnen.

    Business as usual. Der "Diener des Volkes" hat anscheinend keine Skrupel davor, unter dem Vorwand des Kriegs, Arbeitnehmerrechte massiv einzuschränken:


    https://www.labournet.de/inter…t-arbeitnehmerrechte-ein/


    Ukrainische Regierung baut während des Krieges Arbeitsrechte ab

    Ein Gesetz, das die Arbeitnehmerrechte radikal einschränkt, ist angesichts der russischen Invasion von entscheidender Bedeutung, sagen ukrainische Politiker. Gewerkschaften halten es für einen Vorwand zur Deregulierung

    Das von der ukrainischen Regierung vorgeschlagene neue Gesetz externer Link pdf.gif zur Deregulierung der Arbeitsrechte, das von der Regierung als Teil der gemeinsamen Bemühungen zur Verhinderung der russischen Invasion betrachtet wird, hat die Regierung in Konflikt mit den Gewerkschaften des Landes gebracht. Es besteht die Befürchtung, dass das neue Gesetz, das bereits vom Parlament gebilligt wurde, aber noch von Präsident Wolodymyr Zelenskij unterzeichnet werden muss, auch nach Beendigung des Krieges fortbestehen und zu weiteren ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der Ukraine führen könnte.

    Das neue Gesetz beschneidet die Rechte der Arbeitnehmer (in Bezug auf Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen, Entlassung und Entschädigung nach einer Entlassung) erheblich und stärkt den Einfluss der Arbeitgeber auf ihre Beschäftigten.

    George Sandul, Anwalt bei der ukrainischen Nichtregierungsorganisation Labor Initiatives, erklärte gegenüber openDemocracy, dass die Änderungen „die Gewerkschaften und Experten auf diesem Gebiet schockiert“ hätten. (…) Sandul befürchtet auch, dass das neue Gesetz – das von Halyna Tretiakova, Mitglied der Partei „Diener des Volkes“ von Präsident Zelenskyi und Leiterin des Parlamentsausschusses für Sozialpolitik und den Schutz der Rechte von Veteranen, verfasst wurde – über die Dauer des Krieges hinaus verlängert wird. „Es besteht die große Gefahr, dass diese Bestimmungen nach dem Ende des Krieges in Gesetzesinitiativen für Friedenszeiten übergehen – wie wir wiederholt verzweifelte Versuche von Tretjakowa und anderen Lobbyisten beobachtet haben, die Arbeitsrechte in der Ukraine ernsthaft abzubauen“, sagte er.



    Davor hat man sich aber noch Ratschläge von Leuten mit Erfahrung eingeholt:


    https://www.opendemocracy.net/…labour-rights-in-ukraine/

    UK sponsors deregulation of labour rights in Ukraine

    Experts warn the proposed labour reforms, which the British Foreign Office has consulted on, could reduce Ukrainians’ rights at work.




    ....

    Under draft laws 5371 and 5388, employment relations will be increasingly determined by individual contracts, with employers and employees negotiating over pay and conditions as equal sides.

    The role of trade unions in regulating relations between management and workers will effectively be reduced, including the removal of a provision that management needs approval from trade unions to fire an employee.

    The draft law also introduces provisions that appear close to ‘zero-hour’ contracts, i.e. shifting from set monthly wages for set hours to payment for work on demand.

    A joint European Union-International Labor Organization project on “safe, healthy and declared work” in Ukraine responded with criticism and recommendations to these draft laws, and Ukraine’s labour liberalisation trend in general.

    For example, on draft law 5371, the EU-ILO project argued that its provisions for a “parallel and less protective regime” for workers at small and medium enterprises “appears to exclude a significant share of the Ukrainian workforce” from the general Labour Code.

    With introduction of “at will employment” and the possibility for employers to make unilateral changes to the “essential terms and conditions” of individual employment contracts, the project noted, 5371 could also “infringe international labour standards” and contradict “the general principles of European law and practice”.

    The EU-ILO project also criticised Ukraine’s labour liberalisation trend for being “based on wrong and biased assumptions”, including the idea that “employers and workers have the same bargaining power”, and therefore there is “no need for social dialogue, collective bargaining and consultation of employers’ or workers’ representatives” in the reformed workplace.

    This, the project believes, contravenes EU Directives on workplace law, labour protection provisions in Ukraine’s Association Agreement with the EU as well as ILO conventions, including its fundamental convention on the right to organise.

    ...


    Vor der europäischen Marktliberalisierung muss halt zuerst die Arbeiterbewegung domestiziert werden.

    Maurice erklärt die Sachverhalte ja auch leicht verständlich. Allerdings kann die Auffassung entstehen, alles in der VWL würde sich um Schulden, Zinsen, Arbeitsmarkt usw. drehen. Die VWL ist eine extrem interessante und vielseitige Wissenschaft, wenn man über die Orthodoxie hinaus liest. Und ja die VWL ist eine Wissenschaft. Wie Geschichte, Soziologie, Politik usw. auch. Nur halt eine Sozialwissenschaft und keine Naturwissenschaft. Höfgen erwähnt auch manchmal den Begriff Marktdesign. Das ist eine neuere Entwicklung in der VWL, dass man Märkte nicht mehr ansieht als etwas natürlich entstehendes, sondern als etwas, das man "designen" muss, designer ist dann natürlich der Staat und als Modelle benutzt man verschiedene Formen von Auktionen.


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Marktdesign


    (nicht dass ich ein verteidiger der marktwirtschaft wäre, aber trotzdem ist es interessant)

    Bettina Langfeldt, Subjektorientierung in der Arbeits- und Industriesoziologie. Theorien, Methoden und Instrumente zur Erfassung von Arbeit und Subjektivität. S. 79



    Andererseits habe ich nicht die geringste Lust, zu den Opfern des Systemcrashs zu gehören.

    Du?

    Solange nicht zu 100% klar ist, was passieren wird, bin ich Agnostiker und formuliere nur sehr vorsichtig Theorien zu Vorhersagen. Wenn es irgendeinen "Systemcrash" geben wird, was ich nicht glaube, dann ist es halt so, bin da schon ein Fatalist. Ich würde aber nie das System verteidigen, nur weil ich zu den Verlierern gehören würde, wenn es zusammenbricht, aber gleichzeitig die Möglichkeiten einer besseren Welt entstehen.

    Das ist doch kompletter Bullshit. Du schreibst Habek einen viel zu großen politischen Spielraum zu in einer von der uringelben Ferengipartei getriebenen Koalition.


    Habek hat also vor, die Bevölkerung umzuerziehen, wie im Faschismus? Abgesehen davon, dass du alle möglichen Begriffe so zusammenwürfelst, dass sie keinen Sinn ergeben, ist die Idee der Konsumentensouveränität nicht erst mit dem Faschismus entstanden. In wie fern ist das, was Habek von der Bevölkerung verlangt, anders als das, was wir sonst ständig von den bürgerlichen Politikern und Medien eingetrichtert bekommen? Sei es Klimawandel, Autos, Ernährung usw. eine Millionen Beispiele. "Einfach den Konsum ändern, schon sind alle Probleme gelöst." Seit hundert Jahren wird die Bevölkerung damit zugetexted. Das ist nichts neues. Das mit Faschismus und Habek zu assoziieren hört man eher aus dubiosen Telegramkanälen der Querschläger.

    Die Grünen müssen sich jetzt hart geben. Ganz einfach deswegen, weil der Ideologieflügel des Kapitals nicht will, dass der Staat zugunsten von sozialem Ausgleich interventiert. Weil befürchtet wird, dass sowas dann zum Regelfall wird (Theorie des absoluten Staates von Hayek). Und Habek scheut sich davor der FDP als Koalitionspartner ans Bein zu pinkeln, weil die FDP droht, die Koalition platzen zu lassen. Alles keine mysteriösen Geheimnisse, sondern normale Sachzwänge der Politik und Wirtschaft.


    Letztenendes leben wir halt nicht im Faschismus. Auch die Koalition wird nicht darum herum kommen, die Wirtschaft vor einem Kollaps zu retten. Von daher wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Rationierung oder sonstigen Eingriffen kommen. Aber in deinen Vorstellungen wird die ganze Welt von den Neoliberalen regiert. So einfach ist es halt nicht. Es gibt permanent Ausseinandersetzungen zwischen verschiedenen Klassen im Staat, und je nach Machtverhältnis und Legitimation kann sich der Wille einer Klasse über den einer anderen durchsetzen, selbst wenn die Machtverhältnisse schon zu einer Seite gekippt sind (in dem Fall FDP und der kulturellen Hegemonie der Fixierung auf marktwirtschaftliche Lösungen, wovon die FDP zehren kann, aber das kann sie nicht unbegrenzt).

    https://amp2.handelsblatt.com/…6-millionen/28468650.html


    Laut neoliberaler Wirtschaftstheologie braucht es Arbeitslosigkeit, um die Inflation gering zu halten. Aber gut, wie soll man das schon der Bevölkerung beibringen, dass jetzt Arbeitslosigkeit notwendig ist, weil irgendeine Hokus Pokus Theorie das verlangt. Abgesehen davon, befinden wir uns nichtmal in einer Inflation, die aus Lohn-Preisspirale besteht. Die Preisanstiegen gehen zur Hälfte auf bloße Profitmaximierung der Unternehmen zurück.