Beiträge von JonnyBadFox

    elduderino83 Der Staat ist absolut notwendig, um den Kapitalismus als System zu reproduzieren und um seine regelmäßigen Krisen abzumildern. Aktivitäten vom Staat bedeutet in keinster Weise schon Sozialismus. Im Neoliberalismus ist ein starker Staat eine Grundbedingung für das Funktionieren von Märkten, was die Neoliberalen schon sehr früh erkannt haben. Und nicht umsonst wird das System unterm Faschismus als Staatskapitalismus bezeichnet.

    elduderino83 Nur weil sich jemand Sozialist nennt, bedeutet das nicht, dass die Person oder Partei sozialistisch ist. Wenn man deine Logik anwendet, dann ist Nord Korea eine Demokratie, weil die Regierung das behauptet.


    Zur Zeit Hitlers war Sozialismus sehr beliebt bei Teilen der Arbeiterklasse. Was Hitler gemacht hat, und auch Lenin (Aprilthesen) und Stalin, DDR usw., war, einfach diese Beliebtheit des Sozialismus für seinen Populismus auszunutzen, um die Arbeiter für sich zu gewinnen. Bakunin hat das schon dreisig Jahre vorher in seinem Streit mit Marx vorhergesagt.


    Die Arbeitsfront war eine integrative Institution, in der Arbeiter und Chefs zusammen organisiert waren, wodurch der Klassenantagonismus dieser zwei Klassen, unter der Ideologie des Volkes, aufgehoben werden sollte, was natürlich nicht möglich war unter dem immernoch unverändert existierenden Lohnsystem. Wie man es sich denken konnte, haben die Arbeiter immer den Kürzeren gezogen, auch nicht gerade sozialistisch.


    https://www.youtube.com/watch?v=YcgtMeZag7w


    Ich finde, es wurde ein paar Gedanken aus dem Text durchaus liegen lassen und man sollte "Das Recht auf Faulheit" eben nicht (nur) als marxistische Analyse lesen, sondern eher als (durchaus moralisch aufgeladenes) Pamphlet und wirklich von jemanden sehr trotzigen und mit sehr übertriebenen Standpunkt.

    https://www.goodreads.com/book…4-laziness-does-not-exist


    Passend dazu Devon Price, Laziness does not exist:


    From social psychologist Dr. Devon Price, a conversational, stirring call to “a better, more human way to live” (Cal Newport, New York Times bestselling author) that examines the “laziness lie”—which falsely tells us we are not working or learning hard enough.



    Extra-curricular activities. Honors classes. 60-hour work weeks. Side hustles.



    Like many Americans, Dr. Devon Price believed that productivity was the best way to measure self-worth. Price was an overachiever from the start, graduating from both college and graduate school early, but that success came at a cost. After Price was diagnosed with a severe case of anemia and heart complications from overexertion, they were forced to examine the darker side of all this productivity.



    Laziness Does Not Exist explores the psychological underpinnings of the “laziness lie,” including its origins from the Puritans and how it has continued to proliferate as digital work tools have blurred the boundaries between work and life. Using in-depth research, Price explains that people today do far more work than nearly any other humans in history yet most of us often still feel we are not doing enough.



    Filled with practical and accessible advice for overcoming society’s pressure to do more, and featuring interviews with researchers, consultants, and experiences from real people drowning in too much work, Laziness Does Not Exist “is the book we all need right now” (Caroline Dooner, author of The F*ck It Diet


    https://twitter.com/Natascha_S…tatus/1446943682649853954

    Haha sehr gut 👍

    Im Anhang Althusser - Über die Reproduktion, Kapitel 2:

    Inhaltsverzeichnis:



    Das Kapitel ist wie eine gute und sehr verständlich geschriebene Einführung zur Produktionsweise des Kapitalismus auf soziologischer Ebene (Kapitalist, Arbeiter, Lohn usw.) auf nur 24 Seiten. Althusser schreibt allgemein sehr verständlich. Jedem kann ich auch das ganze Buch als Einführung zu den grundlegenden Ideen von Marx empfehlen. (neben zb Gerald Cohens Marx's Theory of History, analytischer Marxismus)


    Leider musste ich das PDF zweimal komprimieren, da man hier nur 1 MB große Dateien hochladen kann, aber ist trotzdem gut lesbar IMO.

    Hegel. A Reinterpretation, Wolfgang Kaufmann:

    Zitat:


    "The point of the Logic is not to flout the law of contradiction, to confound common sense, and to climb, by means of some Indian rope trick, over theses, antitheses, and syntheses, out of sight, to the absolute. What Hegel offers is a critique of our categories, an attempt to show how one-sided and abstract they are, and a work that should destroy uncritical reliance on unexamined concepts and dogmatic insistence on propositions that invite contradiction. Far from taking a delight in contradictions and paradoxes, Hegel tries to show how these are inevitable unless we carefully analyze our terms and recognize what a proposition can and cannot do."


    Finde ich ganz interessant, dass Hegel in der Enzyklopädie der Wissenschaften versucht darzustellen, wie einseitig unsere Kategorien sind und dass man sie erst genau untersuchen sollte darauf, was sie überhaupt darstellen und was nicht. Das erinnert mich besonders an die Verhältnisse heutzutage, wo man sich meistens, vor allem in der Öffentlichkeit (besonders in den Medien), gar nicht wirklich um die tieferen Hintergründe von Sachverhalten kümmert, sondern einfach nur bestimmte Schlagworte unreflektiert übernimmt und sich dann darüber die Köpfe einschlägt.


    Also sowas wie:


    Alle AfD Wähler sind Nazis.

    Jeder Coronaskeptiker glaubt wilde Verschwörungstheorien.

    Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft sind immer schlecht.

    Parlamentarisch-repräsentative Demokratie ist die einzige Form von Demokratie.


    usw.


    (gibt natürlich auch Gegenbeispiele, wo das nicht so funktioniert).


    Ich kann es nicht beweisen, aber ich vermute, dass diese Einseitigkeit von Diskussionen ein Merkmal der bürgerlichen Gesellschaft und erst im Laufe des 20 Jahrhunderts entstanden ist. Für diese These müsste man sich aber mal das Mittelalter und Antike in dieser Hinsicht anschauen. Man bräuchte vielleicht auch ein Konzept von Öffentlichkeit in diesen Zeiten.

    Hab Stefans Podcast ab und zu noch gehört beim Zug fahren oder so. Hat sich gut geeignet um sich gedankenlos berieseln zu lassen über Stunden. Argumentativ kann man Stefan eh nicht folgen, mir ist es jedenfalls nie gelungen einen roten Faden zu erkennen.

    Meine Vermutung: Er hat zu viel von seinen soziologischen Theorien im Kopf, die kein einheitliches politisches Prinzip erkennen lassen mit dem man ihn einordnen könnte. Bei Tilo z. B. ist das anders, bei ihm ist es klar, dass er oft oder immer auf der Seite der "Schwächeren" ist und ihm Gerechtigkeit und sowas (kritisch gegenüber der Regierung und Parteien) wichtig ist, wie mir halt auch.

    Gerade über Vivantes hatte es in der Vergangenheit immer wieder Berichte über die katastrophale Situation gegeben. Telepolis hatte zum Beispiel im August darüber berichtet. Kürzlich erst hatte die Berliner Zeitung einen "Hilferuf" von der Geburtsstation des Vivantes-Klinikums Neukölln veröffentlicht. Diese arbeite inzwischen nur noch eingeschränkt, weil es nicht genügend Personal gebe. So kümmere sich eine Hebamme während einer normalen Schicht im Schnitt um drei Frauen gleichzeitig. An Tagen mit ungewöhnlich vielen Geburten versorgen demnach 85 Prozent der Hebammen mehr als drei Frauen parallel im Kreißsaal.

    Wo das am Ende hinführe, zeigt eine Umfrage des IGES-Instituts: Immer mehr Kinder werden auf künstlichem Wege auf die Welt geholt, um Zeit zu sparen. 40 Prozent der Hebammen kritisiertem demnach, dass zu schnell in den natürlichen Geburtsverlauf medizinisch eingegriffen wird. Inzwischen komme es bei jeder siebenten Geburt (15 Prozent) zu einem Kaiserschnitt. Dabei wünscht sich eine Mehrheit der Befragten, dass weniger in die Geburt eingegriffen wird.


    https://www.heise.de/tp/featur…-der-Charite-6213325.html

    https://twitter.com/rad0rno/status/1446518522356584448

    Dein Account?

    JckProtoRogge1.1  Utan Ich hab das Video jetzt immernoch nicht gesehen und bin auch zu faul gerade. Was ich aber zum Thema "Faulheit" sagen würde:

    Vielleicht sollte man mal stark hinterfragen, ob das Konzept Faulheit auch tatsächlich ein Form von menschlichem Verhalten ist, oder ob es nicht nur eine Konstruktion ist, mit der eine bestimmte Form von Widerstand gegen eine spezifische Form von entfremdeter Arbeit, bei der die intrinsische Motivation als bestimmendes Merkmal von Arbeit unter den Tisch fällt, diskreditiert werden soll und wie es auch seit Jahrhunderten gemacht wurde, um Menschen aus den Unterschichten zu beschreiben. Sind heutige Jäger und Sammler faul die, nachdem sie genug Essen und Wasser gefunden haben (nach drei stunden), halt einfach mit der weiteren Suche danach aufhören und ihren Tag mit Kultur und Pflege von sozialen Beziehungen verbringen?

    Was das Buch angeht, das Wolfgang und Ole kritisieren: Ich glaube, dass der Autor das Wort "Faulheit" eher als Kontrast zur heutigen negativen Auffassung benutzt und um dieses Wort mit einigen positiven Inhalten zu besetzen.


    Bissl Ideen pushen😅naja