Beiträge von Otzenfritz

    Ergebnisse der Sondierungsgespräche. Sieht nicht aus, als ob zukünftig eine guteBezahlung geplant ist.

    Wir wollen eine Offensive für mehr Pflegepersonal. Hochwertige Pflege gibt es nur mit gut ausgebildeten Pflegekräften, guten Arbeitsbedingungen und angemessenen Löhnen in der Pflege. Wir wollen mehr qualifizierte ausländische Pflegekräfte gewinnen und die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen.


    Pflegerinnen und Pfleger sollen mehr Zeit für ihre eigentliche Tätigkeit mit den Patientinnen und Patienten haben. Das wollen wir durch Entbürokratisierung, die Nutzung digitaler Potentiale und klare bundeseinheitliche Vorgaben bei der Personalbemessung gewährleisten.


    Der zweite Satz ist nicht mal ein vorgegenes Ziel, sondern nur eine Feststellung. Und "Entbürokratisierung" in Verbindung mit "Nutzung digitaler Potentiale" klingt für mich auch nach Abbau von Datenschutz.


    Ein guter Punkt. Laut Umfragen, war die Bevölkerung bei der Agenda 2010, aber doch sehr gespalten. Auch wenn der Stern damals anderes behauptet, ohne auf eine Quelle zu verweisen.

    50 Prozent der Deutschen haben nach der Forsa-Umfrage Verständnis für den Widerstand der Gewerkschaften gegen die Reformpläne des Kanzlers. 39 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten dafür kein Verständnis, elf Prozent äußerten sich unentschieden. Verständnis bedeutet jedoch nicht automatisch Unterstützung: Eine klare Mehrheit der Bundesbürger ist nach anderen Untersuchungen für eine Durchsetzung der "Agenda 2010"-Ziele.


    Sehr Off-Topic aber dennoch interessant.

    Ein Jahr nach der Regierungserklärung ist es Kanzler Schröder und seinen Öffentlichkeitsarbeitern nicht gelungen, den Begriff "Agenda 2010" allen Deutschen bekannt zu machen. Nur 58 Prozent der Bundesbürger verbinden damit inhaltlich richtige Vorstellungen, 42 Prozent wissen nicht, was damit gemeint ist. Unter Arbeitern und Hauptschulabgängern ist mehr als der Hälfte die Agenda 2010 unbekannt.

    Um den Bogen zurück zu Corona zu machen: Bei den Corona-Protesten scheint es, zwischen Teilnehmern und deren Kritikern, auch unterschiedliche Vorstellungen und Wahrnehmungen der Regierungspolitik zu geben.

    Ich sehe bei EuroMOMO für Schweden in keinem der vorhandenen Vorjahre eine Übersterblichkeit, die auch nur in der Nähe des ersten Frühjahrsausbruch von CoViD-19 in Schweden kommt. Bei uns war die 2018er Grippewelle zumindestens von der Höhe der Übersterblichkeit her, wenn auch nicht der zeitlichen Ausdehnung der Erhöhung, ähnlich intensiv wie unser CoViD-19-Herbst-/Winterausbruch. In Schweden sieht man 2018 zwar auch eine gewisse Erhöhung aber gerade so an der Grenze eines "substantial increase". Auf intensive Grippenwellen im Vergleich zu anderen Staaten in den letzten Jahren lassen diese Daten jedenfalls nicht schließen.

    Ich glaube, wir reden aneinander vorbei.

    Ja, es gab in den vorigen Jahren KEINE Übersterblichkeit in Schweden und Tegnell meint, weil es in Schweden die vorigen Jahre KEINE Übersterblichkeit durch die Grippe gab, kam sie jetzt mit Corona. Vereinfacht gesagt: (Alte) Menschen, die durch die Grippe wie bspw. 2017/18 in Deutschland starben, hat es in Schweden erst 2020 mit Covid erwischt.

    Aha, nun an diese Notwendigkeit glaube ich nicht, außer vielleicht für ältere Menschen. Aber Antikörperbestimmungen scheinen auch keine Auskunft über den Schutz vor schwerer Erkrankung zu geben. Ob man noch Interesse an einem Übertragungsschutz hat, hängt doch sehr vom Spektrum der Krankenheitsverläufe ab, die endemisches CoViD-19 zeigen wird. Das ist also noch offen.

    Das sollte keine Glaubensfrage sein. Wenn es mehr Antikörpertests gäbe, könnte man diesen Dinge auch besser erforschen. Und wie zuvor geschrieben, auch bei einer Impfung bestehen solche Unsicherheiten, was offenbar kein Problem für einen Covid-Pass darstellt.


    Wenn du von geringer Repression spricht, schließt du den gesellschaftlichen Ausschluss der zur Zeit ungeimpften Menschen mit ein?


    Erwerb von Grundimmunität (hat man bei der Grippe schon, wenn man sich diese Frage stellen kann) oder Schutz von anderen (gilt bei bestimmten Berufsgruppen auch bei der Grippe-Impfung, in der allgemeinen Bevölkerung bisher nicht).

    Symptomlose oder leiche Fälle von Covid zeugen doch auch von einer Grundimmunität in Teilen der Bevölkerung und den Schutz von anderen, hat man auch bei einer Grippeimpfung. Worauf ich hinaus möchte ist, dass die gesundheitliche (Risiko-)Abwägung einer Impfung zwischen Covid und Grippe identisch ist. Die anderen Unterschiede werden politisch erzeugt. Bei der Grippeimpfung werden weder ungeimpfte Nicht-Riskogruppen, noch die zwei Drittel ungeimpfte Risikogruppe für ihre Entscheidung sanktioniert.

    Kurze Zwischenfrage: Hat die jeweilige Regierung die Gesellschaft gefragt ob ihr das recht ist, als sie z.B. damals Hartz IV, oder dann später einen viel zu niedrigen Mindestlohn eingeführt hat, oder als sie beschloss lieber Politik für das Autokartell und die Kohleindustrie zu machen, als für den Klimaschutz?


    Wer jetzt erst feststellt, dass eine parlamentarische Demokratie keine direkte Demokratie ist, und dass in ihr schon immer das Profitinteresse des Kapitals und der Machterhalt der politischen Klasse wichtiger waren, als die angebliche entscheidungs-"Freiheit", die den BürgerInnen darin zu teil wird, der sollte mal in sich gehen und sich fragen, warum ihn das alles bisher auch noch nie stark genug gestört hat, um dagegen aufzubegehren.


    Versteh mich nicht falsch, daran brauchst du mich nicht zu erinnern. Armut und hohe Ungleichheit sind mir in der Gesellschaft auch zu sehr normalisiert. (Bei den Themen Autokartell, Kohleindustrie und Klimaschutz war die gesellschaftliche Spaltung nicht ansatzweise so stark. Subjektiver Eindruck.)

    Die gesellschaftliche Ausgrenzung, die Menschen in Armut erleben, können Menschen ohne Covid-Impfung jetzt auch ohne Armut erfahren. Den einen fehlt das Geld, den anderen der Covid-Pass, vielen wahrscheinlich beides.

    Ich würde mir eine stärkere Solidarisierung wünschen, zwischen Menschen die sich für und gegen eine Covid-Impfung entschieden haben. Aber es wird schwer sein, solange es eine (politische und mediale) Meinungshoheit gibt, die Menschen, welche sich kritisch zur Corona-Politik äußern, als verwirrt darstellt.


    Gerhard Schröder fand die Agenda 2010 habe zu einem "Mentalitätswechsel" geführt. Es würde nun nicht mehr automatisch nach dem Sozialstaat gerufen.Es war ein Mentalitätswechsel in Richtung Angst vor sozialem Abstieg, gesellschaftlichem Stigma und Ausgrenzung. Einen weiteren Ausbau der Abstiegs- und Ausgrenzungsgesellschaft sollten wir uns sparen.


    Ein Anfang wäre es die Begriffe Impfgegner/-verweigerer, Corona-Leugner oder Querdenker nicht für alle Menschen zu nutzen, die sich gegen eine Covid-Impfung entschieden haben oder die Corona-Politik kritisch sehen. Es hilft auch nicht, Menschen in die rechte oder verschwörungstheoretische Ecke zu stellen. (Ich hatte die Studie der Uni Basel bereits gepostet, in der deutlich wurde, dass die Querdenken-Proteste eher linkslibertär sind und auch die Einstellung zu "Verschwörungstheorien" kaum vom Rest der Bevölkerung abweicht.) Umgekehrt sollten herablassende Begriffe für Covid-Geimpfte gemieden werden, da fallen mir allerdings weniger ein. Sheeple?

    Wenn ich mir zum Beispiel die Übersterblichkeitsdaten von EuroMOMO ansehe, frage ich mich allerdings, was er da als starke Grippewelle ansieht, die "normalerweise" im großen Umfang die Alten abgeräumt hätte. Wie gesagt, für mich deutet das auf die Beschaffenheit des Übertragungsnetzwerks in Schweden hin.

    Versteh ich nicht. Tegnell meinte ja, dass es in Schweden die Vorjahre keine starke Grippewelle gab und Covid das sozusagen nachgeholt hat. 2017/18 gab es bspw. in Deutschland stärkere Grippewellen, die "im großen Umfang die Alten abgeräumt" hat.


    Ah, vor der Impfung. Also das ist doch eigentlich nur relevant für Leute, die die Impfung unbedingt vermeiden wollen. Dann muss man sich halt regelmäßig testen und dann sofort einen PCR-Test machen lassen, dann hat man seine Befreiung zumindestens für ein paar Monate. Aber warum soll man Zeit und Geld aufwenden, das Verfahren verkomplizieren, um jeden vor der Impfung testen zu lassen?

    Der Vorteil von Antikörpertests wäre auch, dass man sich vielleicht mehrere Booster-Impfungen sparen kann. Könnte auch günstiger sein, wenn halbjährlich Booster vorgesehen sind und Pfizer weiterhin seine Preise anhebt.


    Letztes Jahr im Frühjahr oder im Herbst?

    Da Werte für 2021 nicht angegeben sind, nehme ich an, dass die Werte am Ende des Jahres erhoben oder berechnet wurden.


    Wir können den Fokus auch erweitern und uns nicht nur die an Covid erkrankten Menschen anschauen. Vielleicht sogar mit einem utilitaristischen Ansatz?


    Aber wie gesagt, geht es mir gar nicht so sehr um epidemologischen oder medizinischen Details. Es werden hoffentlich nur wenige Leute der Meinung sein, dass die politischen Entscheidungen alternativlos sind oder dass in Deutschland die weltweit beste Corona-Politik gemacht wird. Natürlich lässt es sich in so einer Lage kaum vermeiden, Gruppen zu benachteiligen und ihnen auch mal auf die Füße zu treten, aber hier werden Gruppen niedergestampft.

    Mein Problem ist: Was gesellschaftlich akzeptabel ist und was nicht, wird gerade von der Regierung bestimmt, statt von der Gesellschaft und ich befürchte, dass sich diese Änderungen der Normen verfestigt und sich die Gesellschaft an die neue Autorität der Regierung gewöhnt.

    Bonusfrage: Kann mir jemand sagen, welche Gründe für eine Covid-Impfung (für Nicht-Risikogruppen) sprechen, die nicht auch für eine Grippe-Impfung gelten?

    Ergänzung zu Schweden: Meines Erachtens hat im Diskurs dem Verweis auf Schweden eigentlich immer die Affirmierung schwedischer Maßnahmen gefehlt. Die allermeisten, die diesen Verweis bringen wollen im Wesentlichen sagen, es geht auch ohne. Folgerichtig ist aber eigentlich nur zu sagen, anstatt dass ich aus einem gewissen Zwang Maßnahmen befolge (insbesondere bei dem schwächeren Regime in Deutschland war Umgehung dennoch an vielen Stellen möglich), würde ich lieber die selben Maßnahmen freiwillig umsetzen bzw. - jenseits der persönlichen Präferenz - könnte man behaupten, dass es dann besser funktionieren würde oder zumindestens ähnlich gut aber mit besserer Wirkung auf die Stimmung in der Bevölkerung. Kann man diskutieren, wobei wie gesagt selbst die fast überall im Vergleich zu Schweden größere Zwangsausübung immer noch auf die Umsetzung der Maßnahmen durch die Bevölkerung aus Einsicht in die Notwendigkeit setzt, selbst in China.


    Habe ich aber in der Form fast nie diskutiert gesehen.

    Bis 2019 war das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Regierung in Schweden geringer als in Deutschland. Erst letztes Jahr hat Schweden Deutschland überholt. Ein Indikator, dass freiwillige Maßnahmen vielleicht genauso gut gewirkt hätten wie in Schweden.

    Ich glaube Lockdown und Shutdown wird häufig synonym verwendet (ich hab das jedenfalls auch gemacht).

    Im Artikel heißt es im nächsten Abschnitt, nach dem Tegnell-Zitat, das du aufgegriffen hast, dass die Sache mit der höheren Übersterblichkeit in Schweden, nur etwas mit der Anfangszeit zu tun hat.

    Und außerdem, betont Tegnell, „hatten einige europäische Länder relativ zur Gesamtbevölkerung höhere Todesraten als wir – trotz harten Lockdowns“.
    Eine Studie der Universität Stockholm zur Übersterblichkeit in Europa für 2020 gibt ihm eher recht. Demnach hatten zwei Drittel aller europäischen Länder bedeutend höhere Übersterblichkeitsraten zu verzeichnen als Schweden. „Es zirkuliert ein Mythos, dass Schweden besonders hart getroffen wurde. Das stimmte für den Mai 2020. Aber jetzt nicht mehr“, sagt Studienleiter Fredrik Ljungqvist. Andere Länder, auch Deutschland, hätten leider stark bei Todeszahlen aufgeholt. [...]
    Auch im Pandemieverlauf sind die Unterschiede zum Lockdown­europa überraschend gering. Im letzten Sommer sanken die relativen Covid-Werte für Tote und Intensivpatienten auch in Schweden deutlich ab. Genauso wie in Lockdownländern. Wie im Rest Europas stiegen sie dann zur zweiten Welle vor Weihnachten an. Wie überall gehen sie jetzt wieder zurück.
    Doch bereits seit Mitte August 2020 liegt Schwedens wöchentlich hinzukommende Totenzahl laut „Our World in Data“ zumeist gleichauf mit der deutschen Rate. Seit Anfang Februar sterben in Schweden pro Woche sogar weniger Menschen (aktuell 1,2 je einer Million Einwohner) als in Deutschland (1,9).


    Auch wenn in diesen Absätzen nur über Lockdowns geschrieben wird, sollten wir daran denken, dass alle Maßnahmen in Schweden lockerer (und oft freiwillig) waren.

    Tegnell hatte damals als einen Grund der vielen älteren Covid-Toten, das Ausbleiben einer starken Grippewelle in den Vorjahren gesehen. Die meisten der gestorbenen Menschen waren bereits über der (schwedischen) Lebenserwartung, soweit ich mich erinnere. Ein weiterer Grund für die vielen älteren Toten in Schweden, waren wohl auch die vergleichsweise hohe Anzahl an mobilen Pflegern, die verschiedene Patienten besuchten (und Vorsichtsmaßnahmen nicht eingehalten haben).

    Der Hinweis, dass sich Schweden von Deutschland unterscheidet, u.a. eine andere Bevölkerungsdichte hat, kann man machen. Allerdings sollten solche Unterschiede dann bei allen anderen Ländern ebenfalls betont werden. Stattdessen liest, sieht und hört man meist, wie toll Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern da steht und wenn es in einem anderen Land irgendwie doch besser läuft, kann/darf man das nicht vergleichen.

    Antikörpertests habe ich erwähnt, weil es ein weiteres Beispiel von Politik und nicht Wissenschaft ist. Wer (eine hohe Anzahl) Antikörper hat, könnte sich die Impfung ja sparen. Auch wenn dies natürlich, im Falle einer Covid-Infektion, keine Garantie für einen symptomfreien oder leichten Krankheitsverlauf ist. Allerdings ist das bei einer Impfung ja auch nicht der Fall.

    In diesem Artikel wird noch mal deutlich, dass es keine wissenschaftlich basierte Entscheidung ist.


    Der Grund, warum ein Antikörpertest nicht als Nachweis durchgeht: seine Aussagekraft ist begrenzt. «Es gibt Menschen, die haben nach wenigen Wochen kaum Antikörper, andere haben nach 300 Tagen noch viele - das ist für die Handhabung der Öffnungen zu kompliziert», sagt [Professor] Watzl [, Leiter des Forschungsbereichs Immunologie an der TU Dortmund].

    Alles im allem sehe ich es so, dass das "Versprechen" nach der Aufhebung der Maßnahmen eingehalten hätte werden sollen, um die (betroffenen Teile der) Gesellschaft von (dem unnötigen Teil) ihrer Angst zu befreien. Falls die Regierung unbeabsichtigt in die Vergabe immer strikteren Maßnahmen reinschlitterte, wäre das die Chance gewesen da rauszukommen, ohne das Gesicht zu verlieren. Es scheint aber nicht unbeabsichtigt gewesen zu sein. Die Regierung setzt weiterhin auf Angst vor einem unsichtbaren Feind, der nur durch (von ihnen legitimierten) Experten beurteilt werden kann, während die Schuldigen dieser Maßnahmen/Lage in der Bevölkerung ausgemacht und untereinander aufgehetzt werden.

    Mir kommt es so vor, als ob einige denken, dass die Maßnahmen oder deren Aufhebung eine rein wissenschaftliche Sache wären und keine politische, wenn sie das Mantra wiederholen, dass "genügend" Menschen sich impfen lassen müssen, damit "wir" wieder "zurück zur Normalität" können.

    Kanzleramtschef Helge Braun sagte im März, wenn allen ein Impfangebot gemacht wurde, gäbe es keinen Grund mehr für einschränkende Maßnahmen. Mittlerweile redet er sich damit raus, es gäbe ja unter 18-Jährige (und jetzt unter 12-Jährige), die sich nicht impfen lassen können und zudem müssen die Virus-Varianten beobachten werden. Das sind Dinge, die auch im März bekannt waren. Das könnte man schwurbeln nennen.

    Dänemark und Schweden haben die Aufhebung der Maßnahmen ebenfalls davon abhängig gemacht, ob der Bevölkerung Impfangebote gemacht wurden.

    Wobei in Dänemark der Druck der Opposition geholfen hat, das Versprechen einzulösen.
    The government was coming under increasing pressure from both the right-wing opposition in Denmark and also several of its support parties on the left to end the classification of Covid-10 as a samfundskritisk sygdom.

    Die Impfquote in Schweden ist niedriger als die in Deutschland und trotzdem haben sie ihr Wort gehalten und die Maßnahmen aufgehoben. In einigen Medienberichten verbiegen sich die Autoren dann, um das mit der unterschiedlichen Zahl von Erst- und Zweitimpfungen und Altergruppen zu erklären. Auch das könnte man schwurbeln nennen.

    Ein erstaunlich neutraler Artikel über Schwedens Weg von Juni. Mir fällt es schwer zu verstehen, wieso Menschen von Autoritäten gesagt bekommen wollen, wie sie sich zu verhalten haben oder was sie tun dürfen und andere überzeugen wollen, das auch zu tun.

    Weitere politische Entscheidungen:

    Im Juli 2021 wurde versucht Antikörpertests als Nachweis einer für Immunität zu erlauben.
    „Das Europäische Parlament hat sich für den Einbezug der Antikörperdiagnostik eingesetzt, dies ist aber unter anderem am Wider­stand der EU-Kommission und der deutschen Regierung gescheitert“, sagte [der gesundheitspolitischer Sprecher der EVP im Europäischen Par­la­ment] Liese.

    Ein Reisebericht aus Polen ebenfalls vom Juli 2021. Offiziell gibt es Restriktionen, aber praktisch werden sie weder eingehalten noch kontrolliert. Polen hat pro Einwohner mehr Covid-Fälle als Deutschland, aber offenbar können sie damit leben.



    Die Zahl der Intensivbetten scheint kontinuierlich weiter zu sinken.


    Am 01.01.21 wurde der Pflegeschlüssel geändert, so dass Pfleger nur noch weniger Intensivbetten betreuen dürfen. Das erklärt aber nicht den Wegfall von über 7000 Betten. Es liegt auch daran, dass die Pfleger einfach nicht mehr können. (Artikel vom April)

    [...] Prof. Felix Walcher, designierter Präsident der DIVI und Direktor der Klinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg: "Wenn wir jetzt nichts tun und die Pflegekräfte gehen, dann bekommen wir ein existenzielles Problem in der Intensivmedizin."


    Was hat die Regierung zwischenzeitlich getan, um die Situation für die Pfleger zu verbessern? Die Löhne an die Inflation angepasst, einen kleinen Corona-Bonus gezahlt und geklatscht. Toll.

    Yeah. Agenda 2030, wir kommen.


    Agenda 2030 ist jetzt wohl als Thema gesetzt. Aus dem Interview mit dem R+V-Chef Rollinger.

    [...] Die Agenda 2010 hat für sprudelnde Steuereinnahmen gesorgt, die Staatverschuldung konnten wir runterfahren. Leider sind diese Ideen heute verfemt. Dabei sind jetzt umfassende Reformen nötig, auch um im Wettbewerb mit anderen Wirtschaftsblöcken, allen voran China, durchzuhalten.

    Es braucht also nochmals eine Agenda?

    Ja. Deutschland braucht eine Agenda 2030 – egal welche Partei oder Koalition das umsetzt. [...]


    Im Corona-Thread hab ich etwas mehr dazu geschrieben.

    Das hier wäre mir heute auch fast entgangen. Kommt der Corona-Aufschlag für Ungeimpfte? Da steht es schon wieder auf der Abschussliste, das Solidaritätsprinzip. Bei den Privatversicherern geht sowas. Man sollte sich klarmachen, wessen Interessen man unterstützt, wenn man solche Forderungen befürwortet.


    Die Frage nach der Ungleichbehandlung hat übrigens t-online ins Spiel gebracht.

    t-online: Bislang hat es aber nicht gereicht, an die Solidarität zu appellieren. Sollten also jetzt Krankenkassen Leistungen für Ungeimpfte kürzen?


    Im Interview sollen anscheinend ein paar Themen gesetzt werden. Der R+V-Chef Rollinger fand die Agenda 2010 gut und meint, es sollte eine neue geben. Der Staat soll die Riesterrente wieder attraktiver machen (bspw. Beitragsgarantien senken), statt die gesetzliche Rente zu stärken. Zudem soll so schnell wie möglich zur Schwarzen Null zurückgekehrt werden.

    Rollinger: Wir sehen bereits, dass die Erwartungshaltung der Bevölkerung immer größer wird, dass immer mehr Leistungen vom Staat folgen, statt dazu zu ermutigen, durch Eigeninitiative das Steuervolumen zu vergrößern. Damit meine ich keine Erhöhung der Steuersätze, sondern schlicht erfolgreiches Unternehmertum. Doch die aktuelle Diskussion ist verengt auf Steuererhöhungen für Leistungsträger der Gesellschaft.

    [...]

    Die Agenda 2010 hat für sprudelnde Steuereinnahmen gesorgt, die Staatverschuldung konnten wir runterfahren. Leider sind diese Ideen heute verfemt. Dabei sind jetzt umfassende Reformen nötig, auch um im Wettbewerb mit anderen Wirtschaftsblöcken, allen voran China, durchzuhalten.

    Nenbenbei wirbt er auch noch für Lebensversicherungen und erklärt die Vorteile gegenüber ETFs.


    Er jammert auch: "Die große Koalition hat nur Geschenke verteilt – und Geld für die Bewältigung von Krisen ausgegeben". Bspw. die Krise am Finanzsektor, um diesen zu retten und in den die Beiträge der privaten Krankenversicherten fließen?

    Kopfschuss nach Masken-Hinweis


    "Er wollte ein Zeichen gegen die Maskenpflicht setzen." - okay, ich will nicht zu pädagogisch klingen, aber ein bisschen kontraproduktiv ist das schon.


    Wissen der Verfassungsschutz und Annalena Baerbock schon mehr über den Täter als im Artikel steht?


    Stephan Kramer, Präsident des thüringischen Landesamtes für Verfassungsschutz: "Die Eskalation der rechten Verschwörungsfantasien von aggressiven und gewaltbereiten Bürgerinnen und Bürgern ist seit Monaten zu beobachten. Bisher als nicht gewaltgeneigte Bürger rasten immer öfter aus, pöbeln und randalieren."


    Annalena Baerbock: "Die Radikalisierung des Querdenkermilieus bereitet mir große Sorgen"


    Im Artikel steht zuvor, dass die "sichergestellten elektronischen Geräte" noch nicht ausgewertet wurden und dass der Mann der Polizei nicht aufgefallen sei, "auch nicht als Teilnehmer einer Demonstration".


    Sollte nicht besser über die Politik gesprochen werden, die offenbar Auslöser so einer Tat ist?

    In Victoria, Australien haben Bauarbeiter ihre (Zigaretten)pause auf die Straße verlegt, da ihnen die Regierung verboten hat, weiterhin in "tea rooms" (Cafés) zu gehen. Der Grund für den Bann sind Infektionsraten und die Nichteinhaltung der Corona-Regeln. Zudem wurde eine "no jab no job"-Regel festgelegt.


    Daraufhin kam es auch zu Protesten der Bauarbeitergewerkschaft (Construction, Forestry, Mining and Energy Union; CFMEU) gegen die Gewerkschaftsführung, von der sie sich nicht ausreichend vertreten fühlt. Die Ausschreitungen die es bei diesem Protest gab, nahm die Regierung Victorias als Anlass, einen zweiwöchigen Baustopp in der Umgebung zu verhängen. Die Zeit sollen die Bauarbeiter nutzen, um sich impfen zu lassen, wenn sie in zwei Wochen weiter arbeiten möchten.


    Die Regierung hatte aber noch härtere Regeln vorgesehen, die die Gewerkschaftsführung verhindern konnte: Trinkwasser an den Baustellen verbieten.


    Some of the more onerous rules the government initially imposed, including a ban on drinking water on site, were overturned in consultation with the sector over the weekend.


    Ein Video des Protests.

    Hab das in einem anderen Thread gepostet, aber passt hier auch.

    Sonneborn bekam eine Minute um die State-of-the-Union-Ansprache von Ursula von der Leyen zu kommentieren. Da die Zeit natürlich nicht ausreichte, um auf den ganzen Bullshit einzugehen der dort geschwafelt wurde -- Themen waren Pandemie, Wirtschaftsaufschwung, Migration, Rechtstaatlichkeit und Afghanistan --, hat Sonneborn ein halbstündiges Video dazu gedreht.


    Sonneborn erzählt was zur Impstoffpolitik aus "europäischer und kapitalismuskritischer Sicht". Ab Minute 15:53 geht es los und unter anderem um die Verträge, Korruption und (Quasi-)Monopole.

    Professor Dame Sarah Gilbert, "Designerin" des Oxford-AstraZeneca-Impfstoffs, über Booster-, Jugend- und Kinderimpfungen.


    “It’s very complex,” says Dame Sarah, who does not seem to see a point in the universal vaccination of healthy children. She has a better idea: “We need to get vaccines to countries where few of the population have been vaccinated so far. We have to do better in this regard. The first dose has the most impact.

    “As the virus spreads between people, it mutates and adapts and evolves, like the delta variant. With these outbreaks, we want to stop that as quickly as possible. We will look at each situation; the immuno-compromised and elderly will receive boosters. But I don’t think we need to boost everybody. Immunity is lasting well in the majority of people.”

    Dame Sarah is already on the record as not being a fan of jabbing children for the sake of it. She has pointed out that countries should consider vaccinating the “small number” most at risk, but otherwise is not convinced of the benefits.

    “If you can’t prevent transmission by vaccination and the children are not at risk of severe disease and hospitalisation and death, which the vast majority of children are not, you have to ask yourself: ‘What would be the benefits of vaccinating children?’”, she told Italian newspaper La Repubblica in July.

    “We are not going to eradicate Sars-Cov-2. It’s going to continue to circulate. And at some point, schools will remain open when there are infected children because, ultimately, we have to move to the point where we are living with the virus.”

    Minnesotas Department of Public Safety gibt einen Tipp, wie man die Chance senkt, bei einer Verkehrskontrolle versehentlich erschossen zu werden.


    “License and registration, please." It's what we expect to hear when law enforcement stops us for a moving violation.

    But today, many motorists ask themselves when the appropriate time is to reach into their glove box, purse or back pocket for the information.

    The Minnesota State Patrol, along with several law enforcement agencies across the state, want to make it easier for drivers to store the information and for law enforcement to see when motorists are reaching for documents.

    It's called a “Not-Reaching Pouch." Its intent is to store a person's driver's license, and insurance card in a pouch that's kept in plain sight in the vehicle on an air vent or other visible location.

    The Department of Public Safety (DPS) recently purchased some Not-Reaching Pouches, which were created by Valerie Castile in partnership with Jacquelyn Carter, to help reduce deadly force encounters between law enforcement and citizens during traffic stops.

    Kapitalismus sucht sich seine (oppositionellen) Aktivisten aus. Astroturfing der nächsten Generation.

    The Activist is a competition series that features six inspiring activists teamed with three high-profile public figures working together to bring meaningful change to one of three vitally important world causes: health, education, and environment.


    Activists go head-to-head in challenges to promote their causes, with their success measured via online engagement, social metrics, and hosts’ input. The three teams have one ultimate goal: to create impactful movements that amplify their message, drive action, and advance them to the G20 Summit in Rome, Italy. There, they will meet with world leaders in the hope of securing funding and awareness for their causes. The team that receives the largest commitment is celebrated as the overall winner at the finale, which will also feature musical performances by some of the world’s most passionate artists.



    Moderiert wird die Serie von Usher, Priyanka Chopra Jonas und Julianne Hough.


    Priyanka Chopra Jonas ist Botschafterin der NGO Global Citizen und ist offenbar Advokat für Philantrokapitalismus.


    Die Partner von Global Citizen sind unter anderem Accenture, Cisco, Verizon, Google und Salesforce.


    Am Ende entstehen wahrscheinlich Private-Public-Partnerships für irgendwelche digitale Lösungen und irgendwas mit Internet.


    Meine Tipps für die Projekte der "Gewinner":


    Environment: Lieferketten mit Blockchain überwachen, CO2-Budgets berechnen und CO2 aus der Luft filtern (mit Artificial Intelligence, Machine Learning und Blockchain)


    Health: Digitale Arztbesuche oder Impfungen (digital verwaltet) für arme Menschen in Afrika oder so.


    Education: Irgendwas mit E-Learning (ebenfalls für die ganz armen Menschen).


    Juliane Hough war letztes Jahr übrigens auch beim WEF in Davos, bei einer Demonstration von "somatic energy healing".


    Artikel ist von 2018.