Das war ja kein Lärm, sondern hauptsächlich die Verteidigung der Zollpolitik. Und die ging in ganz unterschiedliche Richtungen. Also insbesondere, wenn die Zölle nur Mittel zum Zweck wären, kann man beim Vorhandensein einer taktischen Planung für die Umsetzung der Maßnahme die gleiche Erklärung von alle Eingeweihten erwarten. Was man stattdessen gesehen hat, war meines Erachtens die Interpretation von Trumps Zielen oder die Richtung, die der jeweilige Berater einschlagen wollte.
An dieser Stelle muss man inzwischen wohl unterscheiden zwischen dem was sie sich überlegt haben und wie es Ihnen nun möglicherweise über den Kopf wächst, wo die Fed sie nicht rausboxt, und auf der Gegenseite in China alles unternommen wird.
Mittlerweile sollte klar sein, dass die 90-Tage-Pause nicht Teil eines Plans war, sondern Trumps Rettungsring für die Banken, bevor denen ihre Anleihenzockerei um die Ohren fliegen.
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Nun ich habe Trump ja nun wirklich lange genug erleben dürfen und ich glaube einfach nicht, dass er nur so tut. Die sehr vereinfachten Erklärmodelle mit vielen Fehlvorstellungen wird er nicht vortäuschen.
Ich wüsste auch nicht, dass das infrage steht. Trotzdem wird sein Zirkel aus Oligarchen sich überlegt haben, was und wie sie das anstellen. Das heißt ja noch lange nicht, dasses klug ist oder durchdacht. Warum sollte man ausgerechnet Trump unterstellen, dass er mit offenen Karten spielt.
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Keinesfalls Unternehmer war es nicht, sondern eher das spielt keine große Rolle mehr. Aber mal ab von diesem kompletten Nebenpfad ist das ein gutes Stichwort, denn eigentlich ging es nur darum, ob Trumps unternehmerische Vergangenheit der Grund für das Vorgehen von DOGE ist. Ich denke weiter nein, weil er letztlich Musk sein Projekt hat umsetzen lassen. Bei den Zöllen ist es aber genau umgekehrt. Es ist ziemlich klar, dass Trump schon lange seinen eigenen Ideen zur Zoll- und auch Währungspolitik anhängt. In seiner ersten Amtszeit sind ihm wohl einfach nur mehr von den Establishment-Typen reingegrätscht.
Vielleicht haben ihn ja seine Milliardärsfreunde von dieser Nummer genauso überzeugt, wie man es der Öffentlichkeit schmackhaft machen wollte, mit dem Unterschied, dass für die Allgemeinheit anfangs noch unklar war, ob sie wirklich nur eine Art Audit machen oder eben, wie mittlerweile unzweifelhaft deutlich geworden ist, die Kontrolle über staatliche Institutionen erlangen wollen, ganz im Sinne der technokratischen Idee, die bei Musk ja Familientradition hat.
In diesem Sinne bieten die Reform- und Digitalisierugsankündigungen im Koalitionsvertrag nebenbei bemerkt auch viel Potenzial.
Allerdings da ich glaube, dass die Marktreaktion aus seiner Sicht unerwartet schlecht war, delegiert er das Thema vielleicht für erste wieder. Wahrscheinlich stehen dem nur die Chinesen im Weg.
Das wird schon so sein, dass man unterschätzt hat, wie fragil das Finanzmarktkartenhaus ist. Es muss aber Leute geben, die ihm die Situation begreiflich machen können, sonst hätte er nachdem Einbruch beim Anleihen-Derivatehandel nicht so reagiert. Der unübersehbare Insiderhandel spricht dabei natürlich wieder die maximale Unprofessionalität. Jedenfalls hat damit sicher niemand gerechnet. Aber den Subprime-Markt hatten 2008 auch die wenigsten auf dem Schirm.
Vielleicht hat man auch nicht damit gerechnet, dass China dermaßen aktiv eingreift oder ihm die Fed solche Probleme vom Leib hält. Die ersten Banken (J.P.Morgan) haben ja wohl auch schon nach Hilfe gerufen.