Beiträge von RobFord Gesinnungsgenosse

    Ist ja auch immerhin schon fast Mai. Soll nochmal einer sagen, die halten ihre Wahlversprechen nicht.

    Die Russen haben den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Johann Wadephul gepranked, damit sie wissen, worauf sie sich nach der Wahl einstellen müssen. Klingt nach einem Kandidaten für das Verteidigungsministerium.

    Es besteht die Chance, dass nach der vorläufigen Absenkung der Zölle in der letzten Woche einige Buchungen nachgeholt wurden, aber diese Welle wird sich bemerkbar machen.

    Damit war zu rechnen. Das wird verstärkt dadurch, dass man vorher mit Sicherheit alle verfügbaren Lager voll gemacht hat. Also selbst das, was an Nachfrage durch die Zölle nicht verschwindet, wird erstmal daraus bedient und verstärkt die Importflaute.

    Kriegst du e



    Liebe diese Spätkapitalismustherapieanekdoten bei Zeit online. Wer 'nen Burnout in der Excel-Hölle kriegt sucht anschließend die Erlösung durch Handarbeit im Kuhstall. Wie immer ganz weit weg von Systemkritik, sondern stattdessen wird Selbstverwertung romantisiert, indem sie ein bisschen nach Kuhscheiße riecht. *Sniff* Mmmmh, aaaah, Freiheit.

    Das klingt doch nach einer verlockenden Arbeitsmarktperspektive für all jene die nach der Transformation nicht in der Rüstungsindustrie unterkommen (wollen). Ausgezeichnetes Timing für so einen Wohlfühlartikel.

    Aber falls im Rest vom April die Fallzahl den alten Rekord von 764 übersteigt, gibt es sicherlich die Chance, dass dieses Jahr den größten Ausbruch in einem Vierteljahrhundert (seitdem die Zirkulation des Masern-Virus in den USA für beendet erklärt wurde) sehen wird.

    Ich nehme mal an, dass das dein Framing jetzt trockener Zynismus ist.

    Wenn die Coca Cola in Europ abefüllt wird, darf ich sie dann noch trinken? Was mit dem Urdeutschen Produkt Fanta, das zwar aus dem Heimatreich kommt, aber einem US-Konzern gehört?

    Ich habe von Arte gelernt, dass die Fanta, die sie uns heute als solche verkaufen, mit dem Nazi-Original nichts mehr zu tun hat und eigentlich nur ein rebrandetes spanisches (oder so) Gesöff ist. Ich weiß nicht, ob das irgendetwas ändert, aber warum nennen wir sie nicht der Einfachheit halber von jetzt an Faschobrause.

    Das war ja kein Lärm, sondern hauptsächlich die Verteidigung der Zollpolitik. Und die ging in ganz unterschiedliche Richtungen. Also insbesondere, wenn die Zölle nur Mittel zum Zweck wären, kann man beim Vorhandensein einer taktischen Planung für die Umsetzung der Maßnahme die gleiche Erklärung von alle Eingeweihten erwarten. Was man stattdessen gesehen hat, war meines Erachtens die Interpretation von Trumps Zielen oder die Richtung, die der jeweilige Berater einschlagen wollte.

    An dieser Stelle muss man inzwischen wohl unterscheiden zwischen dem was sie sich überlegt haben und wie es Ihnen nun möglicherweise über den Kopf wächst, wo die Fed sie nicht rausboxt, und auf der Gegenseite in China alles unternommen wird.

    Mittlerweile sollte klar sein, dass die 90-Tage-Pause nicht Teil eines Plans war, sondern Trumps Rettungsring für die Banken, bevor denen ihre Anleihenzockerei um die Ohren fliegen.


    Zitat

    Nun ich habe Trump ja nun wirklich lange genug erleben dürfen und ich glaube einfach nicht, dass er nur so tut. Die sehr vereinfachten Erklärmodelle mit vielen Fehlvorstellungen wird er nicht vortäuschen.

    Ich wüsste auch nicht, dass das infrage steht. Trotzdem wird sein Zirkel aus Oligarchen sich überlegt haben, was und wie sie das anstellen. Das heißt ja noch lange nicht, dasses klug ist oder durchdacht. Warum sollte man ausgerechnet Trump unterstellen, dass er mit offenen Karten spielt.

    Zitat

    Keinesfalls Unternehmer war es nicht, sondern eher das spielt keine große Rolle mehr. Aber mal ab von diesem kompletten Nebenpfad ist das ein gutes Stichwort, denn eigentlich ging es nur darum, ob Trumps unternehmerische Vergangenheit der Grund für das Vorgehen von DOGE ist. Ich denke weiter nein, weil er letztlich Musk sein Projekt hat umsetzen lassen. Bei den Zöllen ist es aber genau umgekehrt. Es ist ziemlich klar, dass Trump schon lange seinen eigenen Ideen zur Zoll- und auch Währungspolitik anhängt. In seiner ersten Amtszeit sind ihm wohl einfach nur mehr von den Establishment-Typen reingegrätscht.

    Vielleicht haben ihn ja seine Milliardärsfreunde von dieser Nummer genauso überzeugt, wie man es der Öffentlichkeit schmackhaft machen wollte, mit dem Unterschied, dass für die Allgemeinheit anfangs noch unklar war, ob sie wirklich nur eine Art Audit machen oder eben, wie mittlerweile unzweifelhaft deutlich geworden ist, die Kontrolle über staatliche Institutionen erlangen wollen, ganz im Sinne der technokratischen Idee, die bei Musk ja Familientradition hat.


    In diesem Sinne bieten die Reform- und Digitalisierugsankündigungen im Koalitionsvertrag nebenbei bemerkt auch viel Potenzial.


    Allerdings da ich glaube, dass die Marktreaktion aus seiner Sicht unerwartet schlecht war, delegiert er das Thema vielleicht für erste wieder. Wahrscheinlich stehen dem nur die Chinesen im Weg.

    Das wird schon so sein, dass man unterschätzt hat, wie fragil das Finanzmarktkartenhaus ist. Es muss aber Leute geben, die ihm die Situation begreiflich machen können, sonst hätte er nachdem Einbruch beim Anleihen-Derivatehandel nicht so reagiert. Der unübersehbare Insiderhandel spricht dabei natürlich wieder die maximale Unprofessionalität. Jedenfalls hat damit sicher niemand gerechnet. Aber den Subprime-Markt hatten 2008 auch die wenigsten auf dem Schirm.


    Vielleicht hat man auch nicht damit gerechnet, dass China dermaßen aktiv eingreift oder ihm die Fed solche Probleme vom Leib hält. Die ersten Banken (J.P.Morgan) haben ja wohl auch schon nach Hilfe gerufen.

    Die Sache ist noch nicht damit durch das die Charts diesmal nicht auf den Boden geknallt sind, da kommen noch mehre Stufen nach unten.

    Eigentlich eine gute Zeit, um eine Karriere als Crash Prophet zu starten. Nach dem was gemunkelt wird, waren wir mal wieder kurz davor. Magst du eine Prognose abgeben, ob wir die dreimonatige Gnadenfrist überleben werden?


    Und welchen Ölpreis kann eigentlich die russische Volkswirtschaft dauerhaft aushalten, fall es weiter auf Talfahrt geht?

    Er sagt auch noch etwas, das ich von verschiedenen Seiten gehört habe, die Japaner nicht Chinesen haben in größerem Ausmaß US-Anleihen verkauft und zum starken Nachlassen der Nachfrage (höheren Renditen) beigetragen. Ich nehme an, die halten nach wie vor am meisten, das wird ein Grund sein. Darüberhinaus habe ich irgendwo die Behauptung gesehen, dass das praktisch eine Notwendigkeit gewesen ist, mit der japanischen Banken den Auswirkungen der Marktreaktion auf die Zölle für sie begegnet sind.

    Ist im Grunde egal, wer die verkauft hat. Die Folgen waren wohl ziemlich fatal für die Zockerindustrie und gelten jetzt nicht ganz unbegründet als möglicherweise eigentlicher Grund für die 90 Tage-Pause, um ein Desaster zu verhindern. Ein altes Problem hatte sich wohl zurrück gemeldet und eskalierte wohl kurz vor der 90-Tage-Akündigung. Deswege hatte die Fed während Corona schon mal still und leise interveniert.

    Du willst sagen diesen groben Verlauf haben sie angekündigt?



    Nun du wirst mich nicht davon überzeugen können, dass Trumps Leute und Verbündete wie Musk (in dem Fall derzeit unklaren Status) so gute und disziplinierte Schauspieler sind, dass sie dieses Bild von Inkohärenz und Konfusion in den letzten Tagen inszenieren können. Also wenn es einen Plan gibt, dann ist der im Kopf von Trump und er teilt ihn denen nicht mit. Man kann Trump sicherlich mal unterschätzen, aber ich gehe davon aus, dass er viele Zusammenhänge wirklich nicht versteht und so sehen dann auch die Entscheidungen aus. Erneut man müsste schon glauben, dass er in seinen Erklärungen und Reaktionen durchgängig vortäuscht Fehlvorstellungen anzuhängen.

    Ich sage dir nur, dass deren aktuelles Handeln zu der beschriebenen Strategie passt. Das verlinkte Paper stammt aus deren Kreis und hatte damals selbst in der deutschen Presse für ein wenig Aufsehen gesorgt, weil irgendwie unvorstellbar. Schon wieder eine Zeitenwende.


    Sie müssen keine guten Schauspieler sein. Sie müssten nur genug Lärm machen und die Welt davon überzeugen, das es ihnen primär um die Zölle geht. Das Entertainer-Gen hilft natürlich.

    Wieder einmal tun wir dann vermutlich letztlich das, was man von uns will, wie bei der Rüstung.


    Ich will dich nicht überzeugen. Ich stelle jedoch fest, dass du in deiner Beurteilung schon ziemlich festgefahren bist. Zuletzt biss sich der Diskurs zwischen uns daran fest, dass man Trump keinesfall Unternehmer nennen könne.


    Ich wollte als Ergänzung zum üblichen Modus, Trump sei verrückt, Einzeltäter und wisse nicht was er tut, einfach nur dieses bekannte Strategiepapier des Trumpzirkels einbringen.


    Die haben ein klares Ziel und einen Fahrplan dorthin. Und man muss kein Spieltheoretiker sein, wie Varoufakis, um zu erkennen, dass man sich auf deren Zollgehabe am besten gar nicht einlassen sollte.


    Aber ach nein, wir steigen natürlich wieder voll drauf ein, drohen mit Gegenzöllen und signalisieren Verhandlungsbereitschaft. Merz schickt zudem gleich mal den nötigen Hebel voraus, Energiepreise.

    Naja, sagen wir mal so, es gibt viele Versuche, Trump zu rationalisieren und bestimmte Pläne in seine Aktionen hineinzudeuten. Aber die Wahrscheinlichkeit ist einfach hoch, dass die Pläne wenn grob sind und auf sehr vielen Fehlvorstellungen über die Zusammenhänge basieren und jederzeit umgeworfen werden können.


    Zum Beispiel untergräbt Trump gerade schon wieder genau diese Botschaft 'This Was His Strategy All Along' von Bessent:


    https://www.newsweek.com/why-t…d-tariffs-90-days-2057640

    Da muss man nichts heinein deuten. Das waren die Pläne, die sie selbst vorausgeschickt haben für das interessierte Publikum und mittlerweile handeln sie offensichtlich penibel danach.

    Die Ratio ist dabei sogar nachvollziehbar und wenn man das Drehbuch bedenkt, spielen plötzlich die Unzulänglichkeiten bei den Details zur Auffführungs des Spektakels auch keine große Rolle, wie beispielsweise die wllkürliche Festlegung der Zölle, weil alles nur Mittel zum Zweck ist. Beim Timing zur Bekanntgabe der Verhandlungsbereitschaft könnte man unsicher geworden sein, wegen der heutzutage extremen Marktbewegungen.


    Im Gegenteil irrationlisiert man Trump und dessen Regierung gerne, weil man das Theater für bare Münze nimmt und diese Leute und ihre Fähigkeiten unterschätzt(en will) aber man selbst nicht bereit ist, sich mit solchen Hintergründen auseinanderzusetzen. Deswegen können die sowas auch öffentlich machen, weil der öffentliche Diskurs davon völlig losgelöst ist.


    Die spielen hier freilich ein extrem riskantes Spiel. Die Frage ist, wie lange die beteiligten jeweils durchhalten können oder überhaupt bereit sind, sich dem zu widersetzen. I look at you, Europe! Wenn keine Seite klein beigibt, droht tatsächlich eine Weltwirtschaftskrise historischen Ausmaßees. Aus unserer Sicht haben wir uns allerdings im Grund schon von anderen Handelspartnern mit stategischer Bedeutung abgewendet, sodass wir gar keine Große Wahl mehr haben.

    Noch ein nachgeschobener Gedanke. Sollten die USA tatsächlich unser Wirtschaftsmodell kapern und den Dollar abwerten wollen, könnte Merzens Versprechen von billigerer Energie ja dann tatsächlich synchronisiert sein und erfolgsversprechend, denn LNG Freedom Gas Exporte etc. kämen dann billiger. Mal abgesehen davon, dass schon die Marktturbulenzen Merz dahingehend in die Karten spielen. Nützt freilich nur bedingt, solange die Produktion nicht schon abgewandert ist.

    https://www.barrons.com/news/u…rategy-all-along-ed7b1512



    Jetzt kann ich nicht mal, "Ja sicher." sagen. ;(

    Gestern gabs wegen dem Gerücht + Dementi eine massive Achterbahnfahrt an den Börsen.


    Verhandelt man jetzt Zollbefreiungen bei Umschuldung/Tausch gegen hundertjährigen Staatsanleihen, um anschließend in Ruhe den Dollar abwerten zu können?


    3) Zölle sind ein Instrument, um Verhandlungsmacht zu erlangen, aber auch, um Einnahmen zu erzielen und Fairness zu gewährleisten. Zölle werden wahrscheinlich jeder Umstellung auf eine Soft-Dollar-Politik vorausgehen, die für die Umsetzung die Zusammenarbeit der Handelspartner erfordert, da die Bedingungen jeder Vereinbarung vorteilhafter sind, wenn die Vereinigten Staaten über mehr Verhandlungsmacht verfügen. Beim letzten Mal führten Zölle zum Phase-1-Abkommen mit China. Beim nächsten Mal werden sie vielleicht zu einem umfassenderen multilateralen Währungsabkommen führen.


    4) Daher erwarte ich, dass die Politik zunächst dollarpositiv und erst dann dollarnegativ sein wird.