Was soll daran "zur 'Korrektur' irgendwo hinzugefügt" sein?
Du hast das Zitat, von dem du behauptest, dass es nicht richtig ist, korrigiert, in dem du den Halbsatz "...,when it opposes fascism" hinzugefügt hast.
Was soll daran "zur 'Korrektur' irgendwo hinzugefügt" sein?
Du hast das Zitat, von dem du behauptest, dass es nicht richtig ist, korrigiert, in dem du den Halbsatz "...,when it opposes fascism" hinzugefügt hast.
Von welchem "zur 'Korektur' irgendwo hinzu gefügte[n] Halbsatz" schreibst Du?
Wenn es auch in faschistischen Systemen KünstlerInnen gab, die sich halbwegs frei entfalten konnten, dann müsste man die Aussage abändern in "Fascism is the enemy of artistic freedom, when it opposes fascism." oder so ähnlich.
Ich stelle nur mal fest, dass ich nicht derjenige bin, der hier die Seriosität seines Diskussionsgegners in Frage stellt, weil er meine Meinung nicht teilt, und meiner Argumentation nicht folgen will.
Nein, du stellst die Seriosität deiner Diskussionpartner nur in Frage, wenn sie Sätze in Blockschrift schreiben.
Die Pauschalität und Undifferenziertheit macht sie in meinen Augen zur falschen Aussage, weil sie ein absolutes Urteil fällt, wo ein solches nicht korrekt anzuwenden ist und wo man eigentlich hätte differenzieren müssen.
Für alle Menschen der letzten 80 Jahre die irgendein Verständnis von Kunst und Freiheit und eine minimale Kenntnis deutscher Geschichte haben ist klar, worauf sich diese Aussage bezieht. Auch für dich. Deswegen ist es einfach nicht korrekt zu behaupten, es hätte differenziert werden müssen, das ist eine von dir absolut willkürlich festgelegte Hürde.
Keiner der diesen Satz gelesen hat hat sich danach gedacht "Oh, das heißt das Leni Riefenstahl auch nicht frei schaffen durfte", der von dir zur "Korrektur" irgendwo hinzugefügte Halbsatz trägt absolut nicht zum weiteren Verständnis bei, weil es niemanden gibt, der es missverstanden hat.
Alles anzeigenWas meinst Du mit dem "zweiten Teil"?
Du hast doch gerade eben geschrieben, dass die Aussage ("fascism is the enemy of artistic freedom"[?])...
...zwar pauschal und undifferenziert, aber nicht falsch sei.
Wozu hast Du mir jetzt zwei Tage lang vorgehalten, ich würde durch meine Kritik an dieser Aussage irgendwie (entweder aus Trotz oder aus Ignoranz) in Frage stellen, dass im Nationalsozialismus Kunstwerke zensiert, und KünstlerInnen unterdrückt, eingesperrt und ermordet wurden?
Wozu führen wir denn diesen Zirkus auf?
Für den Kollegen, der hier meint das von der Seitenlinie mit seinen Projektionen bestrahlen zu müssen?
Also mir macht das schon seit vorgestern eigentlich keinen Spaß mehr.
Du sagst, die Aussage sei nicht richtig. Und in deinem Argument behauptest du, sie sei nicht richtig, weil bestimmte Künstler frei schaffen durften. Deine Argumentation ist nicht richtig und deine Kritik, dass sie Aussage an sich falsch sei, ist nicht richtig. Das habe ich anfangs relativ milde kritisiert. Aber weil du mit dieser Kritik nicht wie ein erwachsener Mensch umgehen kannst und z.B. einfach einräumst "hey hier habe ich mich nicht richtig ausgedrückt, ich meinte lediglich, dass sie undifferenziert ist und mit dem Beispiel wollte ich nur aufzeigen wie.", führst du diese Endlosdiskussion. Die hat teilweise interessante Aspekte, z.B. ob wir behaupten können, etwas sei Kunst, obwohl wir keine Definition von Kunst haben. Was du ja auch irgendwie in Frage gestellt hast, aber dann nicht weiter darauf eingangen bist.
Alles anzeigenWenn eine Aussage pauschal und undifferenziert ist, ist sie also nicht falsch.
In welchem Kontext sie getroffen wird, und warum sie pauschal und undifferenziert ist, muss man dann auch nicht weiter bestimmen, denn man hat ja bereits festgestellt, dass sie nicht falsch ist.
Aber das ist kein tautologischer Fehlschluss.
Na dann.
Den zweiten Teil hab ich nicht behauptet, ich habe tatsächlich das exakte Gegenteil dazu geschrieben.
Das widerlegt dieser Fakt überhaupt nicht. Du behauptest einfach seit zwei Tagen, ich würde damit - entweder absichtlich, um zu verschleiern, dass ich ein schlechtes Argument gemacht hätte, oder aus logischer unfähigkeit per "tautologischem Fehlschluss" - behauptet haben, dass im Nationalsozialismus keine Künstler aus ideologischen Gründen an der Ausübung ihrer künstlerischen Tätigkeit gehindert, oder gar deswegen ermordet worden seien.
Das ist aber einfach nicht das was ich behauptet, oder versucht habe, am Beispiel Leni Riefenstahls nachzuweisen.
Du Aussage stimmt aber. Sie ist korrekt. Sie ist pauschal und undifferenziert, aber sie ist nicht falsch.
Ich habe aber nicht behauptet, dass die Kunst frei sei, weil alle Künstler die nicht frei schaffen dürfen keine Künstler sind. Das ist ein tautologischer Fehlschluss, den Du Dir ausgedacht hast, um ihn mir in die Schuhe zu schieben.
Was ich gesagt habe ist, dass die Aussage "Fascism is the enemy of artistic freedom" so nicht stimme. Und das kannst Du nicht dadurch wiederlegen, dass Du mir eine dem zugrunde liegende Annahme unterstellst, die ich dem gar nicht zugrunde gelegt habe.
DEINE BEGRÜNDUNG WAR DAS DAS SO IST, WEIL RIEFENSTHAL FREI SCHAFFEN DURFTE!!!!!
Wie wiederlegt dieser Fakt, die Aussage, wenn es hunderte Künstler gab, die NICHT FREI SCHAFFEN DRUFTEN. Nur dann, WENN SIE KEINE KÜNSTLER SIND. Alle Kunst die nicht von den Nazis bekämpft wurde, wurde nicht von den Nazis bekämpft. Deswegen haben die Nazis die Kunstfreiheit nicht bekämpft. Das ist die einzige sinnhafte leseweise deines Arguments.
Ein tautologischer Fehlschluss läge hingegen zum Beispiel dann vor, wenn man zuerst konstatierte, dass es "verdammt schwer, vielleicht sogar unmöglich" sei, zu definieren was Kunst ist, aber dann aus dem Umstand, dass ein Artefakt von einer faschistischen Herrschaft als "entartete Kunst" bezeichnet wird, den Schluss zöge, dass es sich dabei wohl um ein Kunstwerk handeln, und dass dessen Erschaffer somit ein Künstler sein müsse, dessen Freiheit (die ansonsten ja auch verdammt schwer, vielleicht sogar unmöglich" zu definieren ist) durch das Verbot "entarteter Kunst" eingeschränkt werde. Aber das will hier sicher auch niemand gesagt haben, den wir wollen die Definition von "Kunst" doch wohl nicht "den Faschisten" überlassen.
Das ist falsch. Nur weil es unmöglich ist eine allumfassende Definition von Kunst zu finden, ist es häufig einfach bestimmte Artefakte als Kunst zu identifizieren. Die Künstler die die Nazis verboten haben, waren von ihren Zeitgenossen und den folgenden Generationen auch, als Künstler bezeichnet worden, also sind es Künstler. Worte haben eine Bedeutung, und wenn 99.99% der Menschen etwas so verstehen, dann ist das ein absolut valider Gebrauch des Wortes, weil wir Worte benutzen um miteinander zu kommunizieren und man sie deshalb so verwendet, wie sie allgemein verstanden werden.
Das große Problem an einer Definition von Kunst ist doch, und das weißt du vermutlich weil du dir ja ach so viele Gedanken darüber machst, dass es schwierig ist, überhaupt Kriterien zu finden die ein Kunstwerk als solches deklarieren, ohne dass es andere Kunstwerke ausschließt. Ah, ein Gemälde, Bilder sind für uns häufig Kunst. Aber es gibt auch Kunst die nicht Bildend ist. Es ist innovativ, aber es gibt auch Kunst die nicht innovativ ist. Es ist ästhetisch ansprechend, auch das ist kein gutes Kriterium, weil es Kunstwerke gibt die absichtlich nicht ästhetisch ansprechend sind. Und so weiter und so fort. In keinem der Fälle ist es schwierig das Artefakt vor einem als das was wir im allgemeinen Sprachgebrauch als Kunst bezeichnen zu erkennen und wenn man mit anderen Menschen darüber redet, dann verstehen sie das auch problemlos.
Ich überlasse die Definition davon was Kunst ist auch nicht den Nazis, denn, und da scheinen wir uns ja einig, es gibt keine Definition von Kunst also kann ich sie auch niemandem überlassen. Wenn es keine Definition von Kunst gibt (und geben kann), aber es trotzdem ein Begriff ist, der etwas beschreibt was wir allgemeinhin verstehen und der weite Verwendung findet, dann ist es absurd sich darüber aufzuregen, dass jemand das Wort Kunst "falsch" verwendet um sich auf eine historische Epoche zu beziehen, in der das was man damals und heute als Kunst erkennt und bezeichnet zusammen mit ihren Künstler zerstört und vernichtet wurde. Es gibt keine Definition von Kunst aber es gibt Kunst.
"Alle Künstler die frei Schaffen dürfen (Riefenstahl, Speer et. al), sind frei. Alle Künstler die nicht frei schaffen dürfen sind keine Künstler. Demnach ist die Kunst frei". Das ist der Fehlschluss der deinem Argument zugrunde liegt, er exkludiert alle Elemente aus der Menge die die Aussage wiederlegen per Definition. Das ist ein tautologischer Fehlschluss, denn es ist immer wahr.
Wenn man sagt "Ah, aber ich habe gar nicht gesagt, dass alle Künstler die nicht schaffen dürfen keine Künstler sind", und das nicht in deinem Argument impliziert war, dann ist die Aussage "Die Kunst ist frei" falsch und damit deine initale Behauptung.
Der ist schon lange tot. Seine Mumie sitzt am Kopf des Konferenztisches der CSU Parteizentrale neben den unsterblichen Überresten von FJ Strauss.
Alles anzeigenAm morgigen Donnerstag (19. Februar), ab 12 Uhr LIVE
Zu Gast im Studio: Tom Høyem, dänisch-deutscher Politiker. Er war dänischer Grönlandminister (1982-1987) und Direktor mehrerer Europäischer Schulen..
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Cool, ich wusste nicht, dass Terry Pratchett ein Pseudonym und er mal Grönland-Minster war.
"Frei von xy" ist nicht hinreichend zur Begriffsbestimmung von 'Kunst' – aber der Frage "frei für yz?" stellt sich jedes Schaffen notwendig.
"Für" und "von" können, aber müssen sich nicht widersprechen.
Vielen Dank für diesen Einschub Gottfried Wilhelm Leibniz.
Es war im Nationalsozialismus aber nicht so, dass "nur Johnny" das Schaffen von Kunst erlaubt war, sondern die Nazis waren - wie ich auch schon schrieb - Feinde der Kunstfreiheit, wenn es sich um Kunstwerke und KünstlerInnen handelte, die sie als Feinde des deutschen Volkes betrachteten, weil sie z.B. Juden oder Kommunisten waren, oder weil sie gegen die ästhetischen Vorgaben der faschistischen Ideologie verstießen.
KünstlerInnen, die mit ihrer Ideologie und deren rassistischen Menschenbild konform gingen, hatten durchaus Möglichkeiten zur "freien" Entfaltung ihres künstlerischen Schaffens.
Ich weiß nicht, warum Du das für eine so furchtbar exotische Sichtweise hältst.
Es ist einfach nur die Betrachtung der Randbedingung deines Arguments. Es unterscheidet sich inhaltlich nicht von deiner Argumentation, denn wie du selbst geschrieben hast, sind die Kriterien nach denen eine Ideologie auswählt, was akzeptabel ist, und was nicht reine Willkür.
Ich halte des nicht für eine exotische Sichtweise, sondern für einen tautologischer Fehlschluss: "Alle Menschen die wir nicht einsperren sind frei. Eingesperrte Menschen gehören nicht zur Gesellschaft. Also ist die Gesellschaft frei". Nur um das zu illustrieren.
Es ist auch kein Argument, welches die Faschisten gemacht haben. Die haben sich die Vernichtung "Entarteter Kunst" stolz auf die Fahnen geschrieben. Was sie zu selbst erklärten Feinden der freien Ausübung künstlerischer Tätigkeit macht.
Um es nochmal zu reiterieren: Es ist verdammt schwer, vielleicht sogar unmöglich, zu definieren, was Kunst oder Freiheit sind. Es ist aber häufg gar nicht schwierig festzustellen, was eine Einschränkung von Kunst oder Freiheit bedeutet. Wir können heute Höhlenmalereien angucken und wir erkennen sie als Kunst an. Ein Mensch in der Bronzezeit würde es als Einschränkung seiner Freiheit verstehen, wenn man ihm mit Verbannung droht, wenn er weiterhin lustige Bilder malt.
Ich habe die sehr wohl schon beantwortet, bevor Du sie überhaupt meintest stellen zu müssen, indem ich das Beispiel Leni Riefenstahl gebracht habe, die im Faschismus und in dessen Diensten bedeutende Werke der Filmkunst geschaffen hat.
Also ist deiner Definition nach eine Ideologie, die allen Menschen außer Johnny das Schaffen von Kunst verbietet kein Feind der Kunstfreiheit, weil Johnny ja frei schaffen darf. Wenn Johanna mit Kohle an die Wand malt, müssen wir ihr die Hände abhacken, denn Kunst ist einzig und allein was Johnny macht. Du bist die einzige Person in der Geschichte der Menschheit, der diese Definition teilt.
Du hast hier irgendwo vor kurzem geschrieben, das die Bedeutung von Begriffen ganz besonders wichtig sei, damit man nicht Fehlschlüsse über das was zu tun sei unterliegt. Der Faschismus ist nicht laut der Interpretation unser modernen, liberalen Gesellschaft ein Feind der Kunstfreiheit, sondern laut den Faschisten selbst. Und wie ich weiter oben angeführt habe, auch in einem absolut naiven, zeitlosen Verständnis der Begriffe Kunst und Freiheit, die in ihrer glorreichen Abstraktheit bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurückreichen.
Alles anzeigenEs ist die Inhaltliche Aussage. Ich habe Leni Riefenstahl nicht umsonst als Beispiel gewählt - auch wenn ich das jetzt bereue, weil wir deshalb nun diese unangenehme Debatte führen.
Mir geht es ganz konkret um den Begriff "Kunst", weil ich absolut überzeugt davon bin, dass man den nicht einfach pauschal definieren kann. Das selbe gilt für den Begriff "Freiheit", und zwar aus meiner Sicht noch viel mehr, weil der wirklich essenziell für das Selbstverständnis der bürgerlichen Gesellschaft und der gegenwärtigen Vorstellung von einer "freiheitlich" demokratischen Grundordnung ist.
"Die Kunst" (was an sich schon eine Verallgemeinerung ist, die der Vielfalt künstlerischer Ausdrucksweisen überhaupt nicht gerecht werden kann) wird dabei - aus meiner Sicht - gleichermaßen ideologisch vereinnahmt, indem man sie zu einem Ausdruck eben jener bürgerlichen "Freiheit" umdeutet, die man - aus meiner Sicht zu unrecht - ganz besonders im bürgerlichen Verständnis vergangenheitsbewältigter deutscher BildungsbürgerInnen als Gegenentwurf zur totalitären Herrschaft des Hitlerfaschismus behandelt, der natürlich eine Menge große KünstlerInnen ins "innere" oder äußere Exil getrieben, oder gleich ermordet hat, die dann ebenfalls posthum zu Symbolen des antifaschistischen Widerstands (v)erklärt wurden.
Und aus diesen - ideologisch vereinahmten und falschen - Begriffen von "Freiheit" und von "Kunst" resultiert dann auch ein falscher und völlig vom individuellen Charakter des künstlerischen Schaffens losgelöster Begriff von der "Kunstfreiheit", der im hier zitierten Beispiel dann auch ebenso falsch gegen "den Faschismus" in Stellung gebracht wird.
Es gibt Kunst. Wir haben keine gute, allgemeingültige Definition der Kunst. Ich kenne niemanden, der wiedersprechen würde, dass Picasso ein Künstler war, der Kunstwerke geschaffen hat. Dementsprechend ist Picasso in unserem allgemeinen, täglichen Verständnis ein Künstler.
Wir haben ein Verständnis davon, was Freiheit bedeutet. Wir keine eindeutige, allgemeingültige Definition von Freiheit. Wenn ich jemanden gegen seinen Willen in einen Keller sperre, dann beraube ich ich ihn seiner Freiheit. Ich kennen niemanden, der dagegen Argumentieren würde.
Wenn ich Picasso und alle anderen Kubisten in einen Keller sperre, weil ich nicht will das sie kubistische Gemälde malen, dann beraube ich sie ihrer Freiheit sich in ihrer Kunst auszudrücken. Ich beraube sie ihrer künstlerischen Freiheit.
Wir haben immer noch keine allgemeine Definition von "Kunst" oder "Freiheit", aber trotzdem verstehen wir das irgendwie, oder?
Das man zuerst eine Definition von "Kunst" und "Freiheit" finden muss ist also eine von dir absolut willkürlich gestellte Anforderung. Deswegen hast du auch immer noch nicht meine sehr ernst gemeinte Frage beantwortet "[...] warum das bekämpfen bestimmter Stilrichtungen und Themen in der Kunst eine Ideologie nicht als "Feind der Kunstfreiheit" brandmarkt".
Dafür müsstest du zuerst eine Definition von Kunst oder Freiheit finden, laut derer diese Aussage falsch wäre.
Die von dir geäußerte Kritik am Kunst- und Freiheitsverständnis der liberalen Gesellschaft ist zutreffend und steht in keinem Widerspruch zu der Aussage "Der Faschismus ist der Feind der Kunstfreiheit". Deine Kritik bezieht sich weiterhin auf den Kontext und nicht auf den Inhalt, denn für deine Kritik ist relevant wer gesprochen hat und deren Verständnis von Kunst und Freiheit.
Das ändert aber überhaupt nichts daran, dass es auch in einem solchen totalitären faschistischen Führerstaat KünstlerInnen geben kann, die sich nicht in ihrer Kunstfreiheit eingeschränkt fühlen.
Dieses Argument ist für den Wahrheitsgehalt der Aussage komplett irrelevant, weil niemand behauptet hat, dess im dritten Reich alle Kunst bekämpft wurde. Das habe ich dir auch bereits argumentativ dargelegt.
In jedem Fall ist aber die Beurteilung dessen was als "Kunst" - egal ob als "entartete" oder von der Staatsmacht für gutartig befundene - zu gelten hat, kein wissenschaftlicher Vorgang, sondern ein entweder nach ideologischen, oder nach rein subjektiven Kriterien erfolgter Auswahlprozess.
Wer welche Kriterien anwendet um zu bestimmen, was Kunst ist, ist auch vollkommen irrelevant für die Frage, ob die Nationalsozialisten Feinde der Kunstfreiheit gewesen sind oder nicht. Das wäre nur dann relevant, wenn du, oder irgendwer den du zitierst, behaupten würde dass es bei den ausgewählten Künstlern und Kunstwerken überhaupt nicht um Kunst gehandelt hätte. Dann wäre diese logischerweise auch nicht bekämpft worden. Allerdings wäre dieses Verständnis von Kunst ein Anderes als das der Nationalsozialisten, unserer heutigen Gesellschaft und vermutlich so ziemlich allen anderen Menschen auf diesem Planeten.
Wenn ich aber heute die ebenso zeitlose wie pauschale Aussage "Faschismus ist der Feind der Kunstfreiheit" mache, dann muss ich auch definieren können, was heute in der aktuell stattfindenden Realität als "Kunst" gilt, was unter "Freiheit" genau zu verstehen ist, wie diese beiden Begriffe zusammen gehören, und worin sich die Feindschaft des "Faschismus" dem gegenüber eigentlich gerade ausdrückt, wenn ich mir nicht vorwerfen lassen will, dass ich mit diesem flotten Spruch einfach nur meinen eigenen tugendhaften "Antifaschismus" zur Schau stellen will, indem ich irgendwelchen Künstlern auf einem internationalen Filmfest vorwerfe, dass sie nicht genauso klar Haltung™ gegen "den Faschismus" zeigen, wie ich.
Wie ich bereits dargelegt habe, muss man das nicht. Schon gar nicht in einem kurzen Gespräch aus dem ein einzelner Satz zitiert wird.
Wenn du die Aussage als "der einzige Feind" liest, dann ist sie im Übrigen nicht korrekt. Das habe ich auch bereits geschrieben. Ist aber auch nicht Bestandteil deines von mir kritisierten Arguments gewesen.
Ich stelle überhaupt nicht in Frage, dass die Nationalsozialistische Herrschaft diese Auswahl nach ihren strikten ideologischen Vorgaben getroffen hat und dass man das hier im freien Westen aus heutiger Sicht - also gemäß der ideologischen Vorgaben einer von ihren VerteidigerInnen als freiheitlich und demokratisch gelesenen bürgerlichen Gesellschaft - historisch so einordnet, dass es unter dem Regime der Nazis keine Kunstfreiheit gab.
Soso "heute im freien Westen". Wer sieht das denn anders? Was wäre denn irgendein Argument dagegen? Die Nationalsozialisten haben nicht argumentiert, dass es sich dabei nicht um Bekämpfung der Kunstfreiheit handelt, die waren stolz darauf, vür Vührer, Volk vnd Vaterland
Dich hat einfach die falsche Dichotomie zwischen Faschismus und Kunstfreiheit so sehr getriggert, dass du dich argumentativ verrannt hast. Und weil du dir nicht eingestehen kannst mal aus Unüberlegtheit ein schlechtes Argument vorgebracht zu haben musst du jetzt eine Endlosdiskussion vom Zaun brechen. Ich verstehe auch, warum dich der Satz triggert, aber es ist nicht die inhaltliche Aussage, sondern der Kontext. Deswegen schrieb ich bereits, dass eine Kritik der Aussage an sich überhaupt nicht notwendig wäre, aber selbst das kannst du aus Rechthaberei nicht sein lassen. Deswegen nur munter weiter, bis wir hier im Forum endlich eine klare, objektive Definition davon haben was "Kunst" und "Freiheit" eigentlich bedeuten, um dann daran beurteilen zu können ob unser Hausherr mit seiner Aussage, das die Nazis Feinde der Kunstfreiheit waren, recht gehabt hat oder nicht.
Ich würde vorschlagen, dass wir danach versuchen die einheitliche Feldtheorie zu finden, damit wir beantworten können, ob das Kleid blau oder weiß ist.
Die Frage war durchaus ernst gemeint.
Wenn Ihr Euch so sicher seid, dass "Der Faschismus" der Feind der Kunstfreiheit ist, dann müsst ihr Euch ja auch sicher darüber sein was "Kunst" und was "Freiheit" ist.
Es gibt keine allgemeingültige Definition von Kunst. Und über den Begriff "Freiheit" gibt es sicher mehrere Millionen Seiten philosophischer Abhandlungen, also kann ich dir hier auch keine "allgemeingültige Definition" liefern, brauche auch nicht.
Ich muss nur darlegen, was die Nationalsozialisten als Kunst betrachtet haben und ob sie diese bekämpft, also die Freiheit der Künstler diese Kunst zu schaffen und zu präsentieren aggressiv eingeschränkt haben.
Das ist zum Glück sehr einfach, weil der von den Nazis gewählte Begriff für moderne Kunst ,"Entartete Kunst", bereits beinhaltet, dass es sich bei den Werken, die sie in einer gleichnamigen Ausstellung, diffamierend zur Schau gestellt haben, in ihrem Verständnis um Kunst handelt.
Moderne Stilrichtungen wie Surrealismus oder Kubismus in den Bildenden Künsten, Dadaismus in der Literatur oder Jazz in der Musik oder generell Werke jüdischer Künstler wurden verboten , die Kunstwerke konfiziert, zerstört und ins Ausland verkauft. Die Künstler erhielten Ausstellungs- und Berufsverbote, mussten fliehen oder wurden verhaftet und ermordet.
"Entartete Kunst" war fester Bestandteil der nationalsozialistischen, rassentheoretischen Ideologie im Kontrast zur "deutschen Kunst" die dem ästhetischen Ideal der Nationalsozialsten enstprach.
Erklär mir mal was "Freiheit" ist, und was "Kunst" - also was diese beiden Begriffe tatsächlich in der realen Welt ganz konkret bedeuten, bzw. benennen, und nicht was im Grundgesetz oder in irgendeiner politikwissenschaftlichen Abhandlung dazu steht.
Und wenn wir das dann zweifelsfrei definiert haben, dann können wir vielleicht darüber diskutieren, ob es überhaupt so etwas wie eine objektiv festzustellende "Kunstfreiheit" gibt, oder ob das nicht eher eine Frage der individuellen Erfahrung von KünstlerInnen und ihrer eigenen ideologischen Präferenz ist.
Nein.
Ich verstehe schon was Du damit aussagen willst, aber ich wüsste wirklich gerne was "Freiheit" in Sachen Kunst eigentlich bedeutet und wer das definiert.
Das kann ich dir gerne beantworten, wenn du mir zuerst erklärst, warum das bekämpfen bestimmter Stilrichtungen und Themen in der Kunst eine Ideologie nicht als "Feind der Kunstfreiheit" brandmarkt.
Warum ist das Deiner Ansicht nach "absurd" wenn Du selbst zugibst, dass es auch im Nationalsozialismus KünstlerInnen gab, die sich darin frei fühlten? Woran machst Du denn das Urteil fest, ob sich ein Künstler oder eine Künstlerin frei fühlt oder nicht? Am deutschen Grundgesetz?
Meine Kritik bezogt sich zudem ziemlich explizt auf die pauschale Behauptung unseres Hausherrn, Faschismus sei der Feind der künstlerischen Freiheit im Zusammenhang mit seinem haltungsjournalistischen Auftritt auf einer Pressekonferenz der Berlinale, und mit der anschliessenden Erwähnung seiner diesbezüglichen Aussage im zitierten Variety-Artikel.
Da wüsste ich zum einen gerne wo "der Faschismus" in diesem konkreten Fall denn eigentlich welche künstlerische Freiheit einschränkt, und zum anderen, woran man festgestellt haben will, ob gerade wieder Faschismus ist und ob der die Kunstfreiheit angreift.
Absurd ist, zu behaupten die Aussage "der Faschismus ist ein Feind der Kunstfreiheit" sei falsch, weil es Künstler gab die frei schaffen durften. Das wäre wie zu behaupten, dass die Aussage die DDR hätte die freie Meinungsäußerung eingeschränkt" falsch wäre, weil es Autoren gab die publizieren durften.
Du bist ein ziemlich intelligenter Typ, also wenn du meine Argumente immer noch nicht verstehst, dann willst du sie einfach nicht verstehen. Ich kann mich noch 15 mal wiederholen, aber es wird nichts helfen, also vielen Dank für eine weitere Unsinnsdebatte.
Wobei Utan ja auch gesagt hat, dass das explizit für diese beiden galt, weil sie der ideologischen Rahmung der Nazis entsprachen. Jeder weiß, dass nur weil das Regime Lieblingskünstler hatte, Kunst nicht allgemein frei war. Wenn Kunst nur frei ist, wenn sie den richtigen Leuten gefällt, dann ist's eben nicht frei, ist logisch. Ist wiederum die Frage gerechtfertigt, in welcher gesellschaftlichen Rahmung wir uns heute bewegen und wo hier Kunstfreiheit herrscht, oder eben nicht. Da hat man in den letzten 20 Jahren sehr viel Drive erlebt, mein Gott, alleine Jan Böhmermann hat da gefühlt einen U-Turn hingelegt, oder glaubt ihr, so ein Erdogangedicht würde er nochmal abliefern? Last time I checked war es nicht der Faschismus, der hier die Regeln setzt, und ich will hier bewusst jetzt nicht sagen "Cancel Culture" oder so ein Kladderadatsch. Es nervt halt wirklich, wie sehr „Faschismus“ heute so großzügig überall gedropt wird, weil er dann keine Analyse mehr zulässt, sondern nur noch als rein symbolisches Distinktionsmittel und Buzzword funktioniert.
Das galt nicht nur für die beiden, es gab jede Menge Künstler die aktiv von den Nazis unterstützt wurden. Wenn man sie fragen würde, würden sich die Nazis sicherlich als große Freunde und Förderer der Künste bezeichnen (frag mal Julian Nida-Rümelins Opa). Es gab Listen an "gottbegnadeten Künstlern" die als wichtig für das ideologische Projekt gesehen wurden und die den besonderen Schutz des Regimes genossen.
Gerade weil die arische Kunst und Kultur ein zentrales Element nationalsozialistischer Ideologie war, wurde künstlerische Freiheit erheblich eingeschränkt. Und da besteht auch ein Unterschied zu den von Prof. Bienlein zitierten Angriffen auf künstlerische Freiheit seitens unserer hyperliberalen, superfreien Ultrademokratie, die Beste die es je gab. Dort wird Kunst aufgrund des damit verknüpften politischen Aktivismus angegriffen, nicht weil Konformismus einer Ästhetik Teil des ideologischen Projekts ist.