Beiträge von Roy

    Wegen Ukraine: Campino zweifelt an Wehrdienstverweigerung

    Also Ich fühle ja mit Herrn Frege und seinem schmerzenden eruopäischen Wertegemeinschaftsbewusstsein, aber wer mit 59 noch auf der Bühne stehen und gefällig-seichten Punk-Pop ins Mikro gröhlen kann, der wird doch wohl auch eine Kalaschinkow halten, und seinem schlechten Gewissen mit einer Reise an die Front im Donbass Abhilfe schaffen können, anstatt der dpa als selbsterklärter "Linker" so einen bürgerlichen Scheiß zu diktieren. Die brauchen da jeden Helden den sie kriegen können - ob mit oder ohne tote Hose.

    Campino war noch nie ein Punk. Der war schon immer ein Schlagersänger, der den Alkohol nicht verträgt.

    Is natürlich immer Geschmacksache aber ich habe diesen Wettbewerb nie als einen wahr genommen, bei dem es um musikalische Qualität geht. … könnte natürlich auch daran liegen, dass es davon nie viel gibt.

    Russland wurde von der European Broadcasting Union von der Teilnahme ausgeschlossen. (Weißrussland darf schon seit letztem Jahr nicht mitmachen.)

    Ah, sorry, hätte ich natürlich auch selber drauf kommen können. Danke.


    Übrigens hatten die Sieger diese Botschaft: "Please, help Ukraine, Mariupol, help Azovstal right now!"


    Dass eine Gruppierung von Neonazis zu den Verteidigern europäischer Werte gemacht wurde, ist eine absolute Farce. Oder vielleicht ist es auch konsequent...

    Mit welcher Fahne wurde denn performt? Rot/schwarz?

    Die „guten Barbaren“.

    Auch wenn sich diese Riege von Russlandbezwingern einredet, dass für Werte zu leiden eine gewinnende Botschaft in der Bevölkerung ist, ist die Erwartung und das Versprechen genau umgekehrt, unsere überlegenen Werte sollten uns davor schützen leiden zu müssen, weil wir das bessere System haben.

    Hat uns vor einigen Wochen nicht jemand bei Lanz erklärt, das der asiatische Russe nicht nur anders aussieht, sondern auch viel leidensfähiger ist, als wir? Es sind schon verrückte Zeiten...

    NS2 - the comeback?

    Nee, ich glaube auch nicht, dass das ein konkreter Plan war, der so minutiös umgesetzt wurde. Ich denke eher, es war eine mögliche Entwicklung, auf die man vorbereitet ist/war und die man seit längerem provoziert und in Kauf genommen hat.


    Es gibt ein strategisches Ziel (die Schwächung Russlands) und verschiedene Szenarien, die einander nicht ausschliessen, dieses Ziel zu erreichen.


    Danke, das Du mir die Gelegenheit gibst, das eindeutiger zu formulieren.

    Allerdings kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass Xi Jinping und sein Politbüro der alten roten Männer wirklich so blöd wie Putin und seine Silowiki-Mafia sind, und sich zur Invasion von Taiwan provozieren lassen, ohne das vorher mal genau durchgeplant zu haben. Wenn die dem Westen und seiner profitgetriebenen Quartalszeitrechnung eines voraus haben, dann ist es das Denken in langen Zeiträumen.

    Da würde ich ehrlich gesagt unsere Möglichkeiten nicht unterschätzen wollen. Wenn man dem russischen Narrativ aus Spaß mal kurz Aufmerksamkeit schenken möchte, liegt derem aktuellen handeln auch ein Denken in längeren Zeiträumen zu Grunde.


    Das geht zur Zeit zwar wieder etwas - durchaus gewollt - unter, aber die Russen sehen "unser" Treiben der letzten Jahrzehnte und die zukünftigen Perspektiven als Existenzbedrohend. Da ist der allgemeine russophobe Trend in Politik und Medien (RuSsIaGaTe), die mittelbaren geopolitischen Differenzen (Syrien), die unkalkulierbare Vertrags(un)treue der westlichen Partner ((Atom)Waffenverträge, Iran, NS2), die westliche Einmischung in innenpolitische Angelegenheiten (Nawalny), die Ohnmacht der Gesellschaften sich gegen ihre Regierungen zu wehren (Assange, Snowden) und natürlich die unmittelbare Bedrohung durch die Ukraine als NATO Auflaufgebiet.


    Wenn der militärische Konflikt unausweichlich scheint, ist es nur noch eine Frage des Timings.


    Vergessen wir auch nicht, dass sich "unsere" geheimdienstlichen Vorhersagen (Tag X der russischen Invasion) im Vorfeld des Konfliktes weniger auf Insiderinfos beriefen, sondern eher die kalkulierte Reaktionen der Russen auf den Aufmarsch der ukrainischen Streitkräfte im Osten des Landes und Selenskyis Aussagen bei der Münchner Sicherheitskonferenz waren.


    Es ist nicht schwer solche Bedrohungsszenarien auch gegen China aufzubauen. Die wirtschaftlichen Hebel helfen da - ähnlich wie die der Russen - dann auch nicht weiter, wenn wir "das Gute" auf unserer Seite haben.

    Ja, das war nicht als Rechtfertigung oder Abwiegen gemeint. Gerade Japan hat da eine (auch schon weit vor dem 2. WK) ganz eigene wenig rühmliche Bilanz. Aber diese Ressentiments existieren da in fast allen Nachbarländern, wie es Deine koreanische Bekannte ja zu bestätigen scheint.


    Die Geschichte da geht halt auch viel weiter zurück, als unser westlich-europäischer Horizont. Und China war eigentlich immer ein Faktor, der auf die eine oder andere Art auf die anderen Länder wirkte. Das können wir uns - glaube ich - gar nicht richtig vorstellen.


    Wie auch immer, eigentlich ging es mir dabei ja hierum:

    Da gibt es schon Parallelen zum aktuellen Konflikt, wenn uns erzählt wird, dass die Balten, Polen etc schon immer recht hatten, wenn sie vor Russland warnten.


    Insofern sehe ich diesen Konflikt auch gar nicht so als mögliche Blaupause für China (Stichwort: Taiwan) sondern eher als Blaupause für unsere Wertehorde und wie sich geostrategische Konkurrenten bestmöglich provozieren und Konflikte dann propagandistisch maximal verfremden lassen.

    Seit die Zeit nach der Zeitenwende rückwärts läuft gilt natürlich auch in Brüssel, dass russischer und chinesischer Imperialismsus nur durch mehr europäischen Imperialismus eingedämmt werden kann. Selbstverständlich nur in enger Abstimmung mit unseren Indo-Pazifischen Partnern in Japan, denen völkerrechtswidrige Angriffskriege auf ihre Nachbarländer genauso fremd sind, wie der zivilisierten europäischen Welt.

    Mein sehr guter japanischer Freund hat mir schon oft erklärt, dass alle Länder um das große China eigentlich während ihrer gesamten Geschichte immer damit beschäftigt waren, den großen Drachen bei Laune zu halten, um nicht verschluckt zu werden.


    Da gibt es schon Parallelen zum aktuellen Konflikt, wenn uns erzählt wird, dass die Balten, Polen etc schon immer recht hatten, wenn sie vor Russland warnten.


    Insofern sehe ich diesen Konflikt auch gar nicht so als mögliche Blaupause für China (Stichwort: Taiwan) sondern eher als Blaupause für unsere Wertehorde und wie sich geostrategische Konkurrenten bestmöglich provozieren und Konflikte dann propagandistisch maximal verfremden lassen.

    Das ist der blanke Wahnsinn.



    Lanz' Lieblingsthema ist ja bekanntlich seit Wochen, dass die Angst vor Krieg und der nuklearen Vernichtung ein lästiger Propagandaerfolg vom Putler ist.


    Jetzt hat er jemanden gefunden, der sich nicht zu schade ist, eine ganze Gesellschaft als Depressive und den Kanzler als deren Psychologen darzustellen, der jetzt - um Gottes Willen - nicht auch noch depressiv in seiner Kommunikation sein darf und stattdessen Stärke (= bedingungslosen Kriegswillen) zeigen muss, damit wir nicht kollektiv aus dem Fenster springen.


    Ich habe immer mehr den Eindruck, dass unsere Propagandastars hier die Gesellschaft ordentlich in Kriegslaune bringen möchten. Das zieht sich eigentlich durch den kompletten Medienapparat. Dazu werden Krieg und Vernichtung rhetorisch gamifiziert und hollywoodisiert. Wenn die Angst vor der Bombe erstmal negiert wurde, kommt im nächsten Schritt wohl das generelle Verhältnis vom deutschen zum mordenden Geschäft dran. Ab dann gehts richtig ab.

    Die liberale twitteria meint jedenfalls nahezu einhellig, dass der alte weiße Mann, der tatsächlich noch als Soldat einen Krieg erlebt hat (der war bestimmt heimlich Nazi), doch bitte mal ganz still sein soll, wenn es um den Krieg in der Ukraine geht. Der schwurbelt rum und will der geostrategischen Schachfigur der souveränen Ukraine ihr Recht auf Verteidigung unserer Werte absprechen. Typisch SPD-Wagenknecht-Afd-Querfront.

    Ja, natürlich sagen sie das. Jegliche Realität, die dem "Captain Freedom" Drehbuch den Fun nimmt, kann aus ihrer Perspektive nur böse sein. Die Hollywoodisierung ist in den Köpfen weitestgehend abgeschlossen. Eine Identifikation mit der Realität kann nicht mehr stattfinden. Das Skript sieht das nicht vor.

    Es ist schon herzzerreißend, tragisch-komisch, wie wir uns für jedermann sichtlich ausspielen lassen. Und wieder von den rechten. … das wird ein Kater, den die Bundesrepublik noch nicht erlebt hat.

    Worin liegt eigentlich der Sinn eine solche Petition zu unterschreiben? Es juckt doch wirklich niemanden, wieviele dort unterschreiben.


    PS: Es gibt etwas methodisch haltbare Umfragen in der deutschen Bevölkerung zu "schweren" Waffenlieferungen.

    Keine Ahnung. Aber es hat anscheinend unseren medialen Meinungsapparat über eine Woche schwer beschäftigt und die Springer Front zu einer Konterpetition getriggert. Hat wohl ziemlich viele gejuckt …


    wäre das Verhältnis anders herum, würden wir sehr wahrscheinlich auch mehr darauf hingewiesen werden. 😅