Beiträge von Skidrow

    Also Kommune aufmachen und aussteigen.

    Was hat das denn mit aussteigen zu tun? Ich empfinde mein Leben überhaupt nicht als Ausstieg. Eher im Gegenteil.

    Selbst solche sehr konsequenten Formen wie das Wohnprojekt Kalkbreite in Zürich würde ich nicht als Ausstieg bezeichnen.

    und wer kann es den Menschen dort verübeln jetzt auch mehr konsumieren zu wollen bzw mal im eigenen Wagen zur Verwandtschaft zu fahren.

    Es geht nicht ums Verübeln. Klar kann man das verstehen. und bis zu einem gewissen Grad ist das ja auch möglich. Selbst Paech spricht nicht von Abschaffung des Pkw. Aber das Konzept, das jeder Mensch auf dieser Welt ein eigenes Auto besitzt, geht nicht auf! Dafür muss man nicht mal Umweltschützer sein, da reichen die Grundlagen an Mathematik.

    (Kolonien)

    Erbschuld

    Darauf beziehe ich mich gar nicht. Selbst wenn es den Kolonialismus nicht gegeben hätte, stünden wir heute trotzdem vor dem Problem, dass wir in Deutschland brutalst über unsere Verhältnisse leben, was die Ressourcen- und Energieverbräuche angeht. Und wir fröhnen einem Lebensstil, der nur für einen kleinen Teil der Weltbevölkerung möglich ist.

    Na dass Du ein Dilemma beschrieben hast, ist Dir doch aber klar?

    Ich meinte damit, dass es vor allem nicht darum geht, etwas tun zu müssen, sondern es geht darum, etwas zu unterlassen. Das Buchen einer Flugreise zu unterlassen, daraufhin weniger Geld zu benötigen und daraufhin die Arbeitszeit zu reduzieren, setzt mehr die Bereitschaft des Unterlassens voraus als eine Bereitschaft des Handels.

    Sie schafft für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung den politisch-gesellschaftlichen Rahmen deren Leben.

    Aber es gibt oder gab doch keinen gesellschaftlichen Wandel in einer parlamentarischen Demokratie, der sich nicht zurückverfolgen lässt zu den avangardistischen Zirkeln, Netzwerken, Reallaboren oder sozialen Experimenten.


    Egal ob das Social Media ist, oder Smartphones, Frauenrechte, ökologische Ernährung (z.B. SOLAWI) oder eine bestimmte Popmusik: alles fängt immer an in einem Reallabor, wird erprobt, tritt in Erscheinung, wird imitiert über eine sogenannte soziale Diffusion oder Interaktion verbreitet und kann dann aufgegriffen werden von der Politik, den Medien.


    Natürlich ist es wichtig, dass die Politik Entwicklungen in Nischen spürt und diese aufgreift. Nur so sind in der Geschichte soziale Prozesse angestoßen worden. Aber die Änderung kam immer von unten.

    Was mich an Paechs Artikel einigermaßen schockiert hat war hauptsächlich der Punkt der unter "zurück zu den Stammesstrukturen" schon angesprochen wurde.

    Kannst du bitte mal ganz konkret beschreiben, was du damit meinst? Welchen Satz meinst du in Paechs Artikel?

    Da drängt sich auch schnell die unangenehme Frage auf wie unter diesen Gesichtpunkten mit dem Bevölkerungswachstum umgegangen werden soll.

    Ich empfinde es als zynisch, wenn wir Deutschen auf das Bevölkerungswachstum verweisen, während wir durchschnittlich ~20 mal so viel Umweltschäden verursachen, wie es eigentlich unter dem Gesichtspunkt globaler Gerechtigkeit vertretbar wäre.

    Da fehlt nicht mehr viel zu sagen: Die Afrikaner sollen endlich weniger Kinder bekommen, damit ich weiter fliegen und SUV fahren kann!

    (Ich will dir diesen Zynismus nicht unterstellen, möchte nur darauf aufmerksam machen, welche Richtung das nehmen kann.)

    stellt sich halt nur die Frage was macht der Rest der in der Großstadt in ner kleinen Wohnung lebt

    Das kommt halt auf die Lebensweise an. Die Hamburger HafenCity Universität hat 2016 ausgerechnet, ob und wie es möglich ist, auf regionale Ernährung - hier im Falle von Hamburg - umzustellen. Das Ergebnis zeigt, dass Hamburg im Umkreis von 100 km dazu in der Lage wäre, sich selbst zu versorgen, und zwar Bio, wenn man die Ernährung, durchschnittlich, an die Ernährungsempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ausrichtet. Es müssten, statistisch, noch nicht mal alle Veganer werden, aber natürlich muss der Fleischverzehr deutlich reduziert werden (um rund ein Drittel). Paech hat in seinen Vorträgen oftmals eine Seite mit den Ergebnissen dieser Studie dabei.


    Und: Um sein Gemüse und sein Obst von einer SOLAWI beziehen zu können, muss man nicht zwingend selbst anbauen und man muss auch nicht zwingend auf dem Land leben. Zu meinem SOLAWI Beispiel von oben: Es gibt mehrere Abholstellen, wo wir unseren Gemüse- und Obstanteil abholen können. Und die sind bei uns durchaus in der Stadt zu finden, sogar sehr zentral.

    Ich würde sogar sagen, dass nicht mal der Großteil der Bevölkerung ihren Lebensstil ändern müssten, sondern nur die oberen 10%

    Das würde schon mal was bringen.

    Das materiell wohlhabendste 10 % der deutschen Bevölkerung setzt sechs Mal so viel Treibhausgase frei, wie die gesamte ärmere Hälfte der bundesdeutschen Bevölkerung zusammen (lt. World Inequality Report).

    Ich sagte ja schon mehrfach den entscheidenden Satz: Die Umweltschäden, die ein einzelner verursacht und zu verantworten hat sind proportional zur ihm zur Verfügung stehenden Kaufkraft. Oder siehe das Zitat von Paech in Punkt 4 in meiner Signatur.

    Dass zum Teil auch falsche Richtungen eingeschlagen werden, wie z. B. sich mit einem vermeintlich grünen Wachstum aus der Problematik "herauszuwachsen", geschenkt.

    Aber das ist doch eben entscheidend. Aus Sicht der Politik und auch der meisten Medien sind das keine falschen Richtungen. Es passiert aus deren Sicht nur zu langsam! Und das ist falsch! Siehe mein Beispiel mit dem Drogenabhängigen.

    Merkel wurde seit 2006 weltweit als „Klimakanzlerin“ bezeichnet. Absurder geht es nicht. Alleine die CO2 Emissionen sind jedes Jahr gestiegen, ebenso die Flächenversiegelung. "Technophiler Enthusiasmus", ein Begriff von J. R. R. Tolkien.

    Da würde ich ja auch allem zustimmen, aber was genau fangen wir mit dieser Erkenntnis jetzt an?

    Wieso müssen wir jetzt damit etwas anfangen? Da fängt das Problem doch schon an, wir sind so sehr an einen Tun-Modus gewöhnt, dass es uns gar nicht mehr auffällt.


    Aber ich kann dir sagen, was ich tue: Ich habe gerade vor einigen Tagen meine Arbeitszeit dauerhaft deutlich reduziert. Für mich war das nicht so schwer, weil ich nie viel Geld brauchte. (Obgleich es ein mulmiges Gefühl hervorbrachte, deswegen fand ich den Satz von septembersonne weiter oben so passend).

    Aber ich bin ohnehin erst einmal in meinem Leben geflogen, Urlaub machen wir in den Alpen und fahren meistens mit der Bahn. ein dickes Auto brauche ich auch nicht, mein Smartphone ist 6 Jahre alt (läuft mit einer Custom Rom und hat Android 12), mein Laptop ist 12 Jahre alt (aktuelles Linux).

    Läuft halt alles noch.

    Ich und meine Familie sind seit drei Jahren an einer Obst- und einer Gemüse-SOLAWI angeschlossen (Tschüss sog. Marktwirtschaft!). Die Felder und Wiesen liegen alle in einem Umkreis von 8 km. Manchmal nehmen wir an Aktionen teil, wo wir beim Ernten helfen. Die Kinder lieben das. Fleisch gibt's da nicht, vermissen wir aber auch nicht.

    Demnächst nehme ich an einer (kostenfreien) Fortbildung zum Insektenbeauftragten des BUND teil.

    Das ist ein kurzer Umriss dessen, was ich mit der Erkenntnis anfange.

    Die Krisen sind aber trotzdem bereits da, wir ignorieren das nur auf Kosten der ärmeren Länder.

    Und genau an der Stelle kommt dann eben meine Frage ins Spiel, wer genau entscheiden soll, was "gut" für die Gesellschaft sei, wenn wir es mit einer globalen Biosphäre, aber eben mit nationalen (oder anderweitig lokal organisierten) Gesellschaften zu tun haben.

    Wir ignorieren es ja nicht. Im Gegenteil, die Medien sind voll damit. Die Politik auch.

    Nur leider führen alle Maßnahmen nicht nur nicht zur Reduzierung von Umweltschäden sondern sie erhöhen sie. Alleine der Satz "Wir tun zu wenig", den man überall hört, ist schon falsch, Das ist vergleichbar mit einem Drogenabhängigen, der eigentlich clean werden will, aber jede Woche seine Heroindosis ein bisschen erhöht und der Arzt daraufhin sagt: "Sie tun zu wenig".


    Und warum ist das so? Weil uns von allen Seiten vom Mythos des Grünen Wachstums erzählt wird; Wir brauchen unseren Lebensstil nicht zu ändern, die Technik wird's richten! Um diesen Glaubenssatz zu verbreiten wird gelogen, verdreht, verschwiegen (schönes Beispiel, wo alles dabei ist: Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der Wohlstand für alle Folge).

    Ich sehe allerdings auch nicht, dass sich da das Bewusstsein oder die Politik in nächster Zeit ändern würde.

    Das Bewusstsein in der Politik kann sich nicht ändern, zumindest dann nicht, wenn sich nicht zuvor in der Bevölkerung postwachstumstaugliche Lebensstile etabliert haben (wie immer die auch aussehen).

    Würde die Politik ab morgen Umweltschäden (CO2 Emissionen, Flächenversiegelung usw.) tatsächlich reduzieren wollen, wäre die Ansage: Autobahnen zurückbauen, Flughäfen schließen (nebenbei: dann hätte man auch mehr Fläche für Windräder), Kreuzfahrten verbieten, tierische Produkte deutlich reduzieren, Digitalisierung zurückfahren, quantitativ weniger Konsumieren.


    ich brauche nicht erwähnen, was hier los wäre, wenn ein Politiker dies fordern würde. Das wäre (mind. politischer) Selbstmord. Und deswegen ist die Politik völlig machtlos!


    Wir leben in einer Periode, wo typisch kindliche Verhaltensmuster - Selbstüberschätzung, Grenzenlosigkeit, (man denke an ungezügelten Konsum und ungebremste Produktion), fehlende Selbstkritik sowie mangelnde Um- und Voraussicht - geradezu eine Leitbildfunktion für die ganze Gesellschaft bekommen haben. Und das zeigt sich daran, dass "Erwachsene" sich für die drängenden Probleme nicht zuständig fühlen. Und das entspricht dann auch der kindlichen Haltung, der zufolge (natürlich) die Erwachsenen (die da oben, Politik etc.) die wichtigen Dinge zu regeln hätten. Nach dem Motto: Ich bin mit Geld verdienen und Konsumieren beschäftigt, die wichtigen Dinge regeln Mami und Papi!

    Das hilft bei der Problemanalyse, ist aber kein Werkzeug zur Gestaltung.

    Gebe ich dir recht. Hab ich aber auch nicht behauptet.

    Die Rohstoff- und Umweltkrisen sind da. Siehst Du in der Bevölkerung den Willen zur völligen Abkehr von z. B. fossilen?

    Sind sie das? Die Supermärkte sind voll, Amazon liefert. Verglichen mit dem, was auf uns zu kommt, leben wir nach wie vor in dekadentem Luxus (ja ich weiß, nicht alle).

    Offensichtlich sind die Wertekategorien derart verschoben, dass die Frage, was der Gesellschaft einen Mehrwert bietet, ziemlich eindeutig ausfällt: pro Unternehmensberater von PWC...

    Noch.

    Das hängt aber auch damit zusammen, dass wir einen Scheinklimaschutz betreiben, der ziemlich gewissensberuhigend wirkt. Und zum Scheinklimaschutz gehören so ziemlich alle Maßnahmen, die zurzeit von der Ampel geplant werden.

    Ich stellte bei ihm immer wieder eine ideelle Rückkehr zu quasimittelalterlicher Subsistenzwirtschaft fest. Da haben dann alle ihr kleines Gärtlein, in dem sie ihr Gemüse anbauen, gehen ins Bett, wenn die Sonne untergeht und geben sich ansonsten mit mehr sozialem Miteinander zufrieden.

    Ich denke, so richtig beschäftigt hast du dich mit ihm noch nicht. Hör dir doch mal den Podcast im ORF an, den ich neulich verlinkt habe.

    Aber wer entscheidet, was für "die Gesellschaft" wertvoll ist?

    Die Gesellschaft selbst. Wer auch sonst? Im Buch Bullshit Jobs von David Graeber finden sich erste Anhaltspunkte. Wenn Rohstoff- und Umweltkrisen zunehmen, wird sich zeigen, was der Gesellschaft einen Mehrwert bietet und was nicht. Meine Vermutung: Jemand, der auf einem kargen Boden Obst und Gemüse anbauen kann ist dann wertvoller für die Gesellschaft als ein Unternehmesberater von PricewaterhouseCoopers...

    Ich habe bei Paech immer einen verklärten Wunsch nach der Rückkehr in Stammesstrukturen wahrgenommen

    Kannst du das begründen? Ich habe schon den einen oder anderen Vortrag von ihm gesehen, kann das aber nicht nachvollziehen.

    Man könnte die Arbeiten von Technologie erledigen lassen.

    Das ist ja gerade das Problem, siehe meine fünf Thesen im Eingangspost. Aber bis zu einem gewissen Grad hast du sicher Recht, Der Einsatz von Technologie ist sinnvoll und wichtig, aber nur mit sehr viel Maß. Die Dosis macht das Gift.

    Paechs Vorstellung davon, was ein erfülltes Leben sei, deckt sich schlicht und ergreifend null mit der meinigen.

    Ich habe null Bock, selbst Kartoffeln zu stecken, Socken zu stopfen und wasweißich.

    Kann ich nachvollziehen (auch wenn mir persönlich diese Dinge mehr Spaß machen als im Büro zu sitzen und Bullshit-Tätigkeiten auszuführen.).

    Allerdings sagt er ja selbst, dass nicht jeder alles können muss.

    Vielleicht kannst du ja andere Dinge, die einen Wert für die Gesellschaft haben.

    An einer Stelle sagt Welzer, dass nicht nur eine Einigkeit innerhalb der EU und es Westens entstanden ist, sondern auch eine Einigkeit, bestehend aus China und Russland. (so ungefähr)


    Kann mir jemand die Stelle zeigen? Finde sie nicht wieder...

    Aufstiegsperspektive und Wohlstand sind jetzt für jedermann Illusionen von denen man realistischerweise abstand nehmen sollte?

    Wie definierst du Aufstiegsperspektive und wie definierst du Wohlstand? Ich weiß nicht, ob du meinen Eingangspost gelesen hast und ob dir bewusst ist, dass die Umweltschäden, die ein jeder verursacht, gekoppelt sind an die ihm zur Verfügung stehenden Kaufkraft. Mehr Kaufkraft bedeutet also höhere Umweltschäden.

    Wenn du also Aufstieg und Wohlstand so definierst, wie sie typischerweise in den letzten Jahrzehnten in der Bundesrepublik (und logischerweise nicht nur hier) definiert wurde, dann laut die Antwort ganz klar: Ja, davon sollte man Abstand nehmen.

    Ja dann machen wir am besten Planwirtschaft für alle Betriebe

    Wo taucht in Paechs Konzept Planwirtschaft auf? Die Produktion von Gütern ist nicht auf die Verkürzung der Nutzungslaufzeit dieser Güter ausgerichtet (wie bisher), sondern auf deutliche Verlängerung der Nutzungslaufzeit.

    Und statt Neuproduktion steht die Instandhaltung (Reparatur) im Vordergrund.


    Was hat das mit Planwirtschaft zu tun, wo das gesamte wirtschaftliche Geschehen von einer zentralen Stelle aus verwaltet wird?

    Aber in der Zukunft, die Paech so idealisiert lobpreist, möchte ich nicht tot überm Zaun hängen.

    Was konkret missfällt dir daran?

    Technologien, die zu einem großen Teil in staatlichen Forschungseinrichtungen entwickelt wird, nicht nur den gewinnorientierten Start-Ups überlassen.

    Klingt zunächst nicht verkehrt. Nur, wie willst du Pivatunternehmer daran hindern, diese Technologie (odere eigene) gewinnbringend einzusetzen, wenn seitens der Konsumenten der Bedarf besteht für neue Konsumgüter?

    In der Märzausgabe der taz FUTURZWEI erschien ein Artikel von Niko Paech, indem er sehr klug die aktuelle Situation rund ums Thema Klimawandel unter die Lupe nimmt. Er bezieht sich dabei auf einen Artikel des Politologen Martin Unfried aus der vorherigen Ausgabe. Ich habe den Artikel unten angefügt (die Textmarkierungen stammen von mir).



    Im ORF Radio lief im März im Rahmen eines Podcasts ein Vortrag von Paech.

    https://sound.orf.at/podcast/v…n-ein-entruempeltes-leben

    Kommt halt drauf an, was man unter Bildung versteht. Zurzeit gehts in der Schule ja nicht darum, sich vielfältige Fähigkeiten anzueignen und Angebote zu machen zur eigenständigen Aneignung (was eigentlich die Aufgabe von Schule sein müsste), sondern es geht darum, Stoff abzuarbeiten und Zertifikate (in Form von Zeugnissen) zu erlangen, um später viel Status und Geld zu bekommen.

    Das Fächerkorsett ist auch völlig veraltet, genauso das Belohnungs/Betrafungssystem (Benotung).


    Bei McDDonalds stelle ich mir eher die Frage, warum es derart würdelosen Jobs überhaupt noch gibt.

    Studien belegen garnichts, sondern zeigen immer nur ein gewünschtes Ergebnis unter Annahmen die so in der Realtität garnicht stimmen müssen, es gibt halt Leute oder Organisationen welche diese Studien unter der Vorgabe einer bestimmten Intention finanzieren, darüber muss man sich einfach mal klar sein.

    Eine Skepsis gegen jede Art von Studien ist sicher gesund, bringt uns aber auch nicht weiter.

    Im Übrigen lehrt uns die Empirie, dass die Entkopplung in der Vergangenheit noch nie funktioniert hat. Bislang hat jede technische Entwicklung die absoluten Verbräuche erhöht. Es gibt nicht ein einziges Gegenbeispiel.

    Rebound Effekte kann man durchaus verhindern oder stark minimieren, sowas ist nicht unmöglich, man muss es nur wollen.

    Wie? Ich hab dich schon mal gefragt, wie genau du das anstellen willst.

    Technologische Entwicklung -> Technologische Beschleunigung -> Ökonomische Beschleunigung (Steigerung des BIP) -> Soziale Beschleunigung (Löhne steigen, Kaufkraft steigt) -> Steigerung der Energie- und Ressourcennachfrage.

    Wie willst du (in einer Demokratie!) verhindern, dass eine technologische Entwicklung am Ende nicht die Nachfrage steigen lässt?

    aber ich verstehe halt auch das wir eine gewisse Zeit lang in einigen Bereichen wie zB Wachstum bei den EE und einigen weiteren Technologien benötigen werden, es ist einfach notwendig um diese Zivilisation zu erhalten

    Das stimmt ja auch. Aber in dem Zusammenhang muss immer gleichzeitig darauf hingewiesen werden, dass wir die Verbräuche (den Konsum) drastisch reduzieren müssen. Das ist der einzige Weg, die Rebound-Effekte zu verhindern. Und wie schon hundert mal gesagt: Tun wir das nicht, führen die EE zu massivem Wachstum und damit zu massiven Rebound-Effekten und damit zu massivem Anstieg der Umweltprobleme.

    Und wieder lässt du sämtliche Rebound_Effekte unter den Tisch fallen. Es gibt Studien, die klar belegen, dass die absolute und globale Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltschäden nicht möglich ist Punkt.

    Und der Ausbau der EE führt zu Wirtschaftswachstum, wie jede technische Entwicklung.

    Was du betreibst, und ich glaube, ich wiederhole mich, ist lupenreiner Solutionismus bzw. Szientismus.

    Ist leider nicht heilbar. Davon bin ich mittlerweile überzeugt.


    LDR

    Noch eine Ergänzung: Je effizienter deine Wärmepumpen sein werden, desto höher werden die Umweltschäden steigen!

    Je effizienter deine E-Autos sein werden, desto höher werden die Umweltschäden steigen!

    (Das ist kein Argument gegen solarthermisch oder PV unterstützte Wärmepumpen und kein Argument gegen E-Autos.)


    Aber meine Erwartung, dass du das verstehst, ist wirklich bei Null.