Beiträge von Wemire


    (Rot - Alter 12-17, Grün - Alter 18-59, Blau - Alter ≥ 60. Die dunklere Farbe ist jeweils die selbe Gruppe nach Änderung der Berechnung.)


    Vielleicht erklärt das ja die Zunahme von Impfdurchbrüchen bei nur gering ansteigender Impfquote in der Gruppe 18-59 Jahre zuletzt. Denke mal der meiste Impfstoff von Janssen ist dahin gegangen und 3 M verimpfte Dosen wird sich überwiegend in 3 M Geimpfte umsetzen. Für diese Gruppe können das 9% der Geimpften ausmachen.

    Eine Sache, die mir noch im letzten RKI-Wochenbericht aufgefallen ist, S.21-22:


    https://www.rki.de/DE/Content/…df?__blob=publicationFile


    Zitat

    Insgesamt 95.487 wahrscheinliche Impfdurchbrüche wurden mit Meldedatum seit der 5. KW identifiziert, davon 63.236 nach einer abgeschlossenen Impfserie mit Comirnaty (BioNTech/Pfizer), 13.272 mit Janssen (Johnson & Johnson), 7.320 mit Vaxzevria (AstraZeneca), 4.520 mit Spikevax (Moderna), 4.439 mit einer Kombination Vaxzevria/Comirnaty und 767 mit einer Kombination Vaxzevria/Spikevax. Die beiden letztgenannten Kombinationen werden umgangssprachlich auch als "Kreuzimpfungen" bezeichnet. Bei weiteren 1.933 Impfdurchbrüchen erfolgte anhand der vorliegenden Angaben keine Zuordnung zu den o. g. Impfstoffen.


    Comirnaty Vaxzevria Spikevax "Janssen"
    Verimpfte Dosen
    85096281 12700945 9756528 3286423
    Anteil
    0.77 0.11 0.09 0.03
    Impfdurchbrüche 63236
    7320 4520 13272
    Anteil 0.72 0.08 0.05 0.15


    Die Impfstoffe sind auch unterschiedlich auf die Bevölkerung verteilt. Die meisten älteren und kranken Menschen haben zum Beispiel Comirnaty bekommen, weshalb ich anhand der Daten nicht unbedingt denken würde, Vaxzevria und Spikevax haben besseren Schutz. Aber der Janssen-Impfstoff ist ja später dazugekommen und müsste also auch eher an die jüngeren Gruppen gegangen sein.


    Naja, Spahn ist ja nicht wirklich für die Beendung der bestehenden Maßnahmen. Er will, dass eine gesetzliche Reglung geschaffen wird, die den Ländern ermöglicht, Maßnahmen im eigenen Ermessen weiter anzuwenden.


    Ansonsten Restdurchseuchung heißt halt Last auf die Krankenversorgung. Ich glaube aber nicht, dass wir diesmal große Schwierigkeiten haben werden, die Epidemie zu bremsen (außer bei den Kindern).

    https://twitter.com/HenryJFoy/status/1452367229069271047



    Mann, die Polen braucht vielleicht wirklich mal eine Auszeit.

    Übrigens wenn wir tatsächlich kaum noch immunnaive Personen in Deutschland übrig hätten, würde ich einen entspannten Winter erwarten.


    Die Entwicklung in Großbritannien oder spezifischer wieder in England, wo der Trend bei den Krankenhauseinweisungen mal wieder gedreht hat, lässt mich eher daran zweifeln, ob deren Behauptung einer sehr hohen oder sogar fast vollständigen Seroprävalenz abgesichert ist.

    Ich habe mich nochmal an der Grafik versucht.



    Die unterste Reihe bei der Altersgruppe ab 60 Jahre (blau), sind die ursprünglichen Daten. Die Reihe darüber ist die Impfquote umgerechnet um einen Anteil von erwarteten 850000 Toten in der Gruppe, der sich aus den bisher vergangenen Monaten ergibt. Also zum Beispiel im Juli wird die Impfquote auf 24 M minus 6/12 * 850000 umgerechnet. Schließlich die dritte Reihe ist nochmal ein pauschaler Wert von 3% für eine mögliche Unterschätzung der Erfassung aufgeschlagen. Wenn man jetzt noch eine Überschätzung des Anteils der Impfdurchbrüche durch die neue Berechnung annimmt, sowie den oben beschriebenen Effekt der Verschiebung der Verfügbarkeit Geimpfter gegenüber Ungeimpfter, und die letzten Datenpunkte damit wieder etwas mehr zusammenrücken, wenn also wirklich alle diese Effekte in eine Richtung gehen, dann ist die Abnahme des Infektionsschutzes nicht unbedingt gegeben. (*)


    Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Schutz durch die Impfung bei den Minderjährigen (rot) nochmal qualitativ höher ist als für die älteren. Insofern wäre es wirklich interessant zu sehen, wie das weitergeht. Schon um meine Neugier zu befriedigen, sollte eine möglichst hohe Impfquote in dieser Gruppe erzielt werden.


    (*) Ergänzung: Tun sie allerdings nicht. Ich habe mal den Effekt der hinzukommenden 59-Jährigen sowohl als Erhöhung der Impfquote als auch Erhöhung der Gruppengröße hinzugenommen und das kompensiert die Auswirkung der Versterbenden nach unten.

    Es gibt also zwei Effekte unbekannter Größe. [...] Der andere sorgt dafür, dass es zu einer Impfquote unterschiedliche Anteile an Impfdurchbrüchen geben kann, anhängig von der Infektionstätigkeit im Hintergrund.


    Um sich auch hier einer Abschätzung zu nähern, verwende ich die Ergebnisse dieses paper:


    https://www.thelancet.com/jour…-6736(21)00575-4/fulltext


    Laut Tabelle 2 kommen sie im Zeitraum von 3-6 Monaten nach der Infektion eines Ungeimpften auf 79.3% Schutz vor erneuter Infektion, fällt auch unmittelbar danach nicht sofort ab. Allerdings für die Altersgruppe ab 65 Jahre finden sie nur einen Schutz von 47.1%. Kann man mal beides ausprobieren.


    Ich gehe vom 1. November und, wieder nur für die Gruppe ab 60 Jahre, von einer Impfquote von 0.85 aus, um es etwas zu vereinfachen. Nehmen wir erstmal nur Infizierte der sechs Monate vorher. Das ist der Zeitraum Mai bis Oktober 2021. Um den Oktober vollzumachen, nehme ich noch 90000 Infektionen für nächste Woche dazu, dann sind es:


    4466157 + 90000 - 3400532 = 1155625


    Man müsste jetzt die Inzidenz der Gruppe ab 60 Jahre heraussuchen, aber das spare ich mir. Ich rechne über die Bevölkerungsgröße von 24 M. Das führt vermutlich zu einer Überschätzung, denn die Inzidenz für die Gruppe war in der Zeit meist niedriger als im Rest der Bevölkerung:


    1155625 * 24/83 = 334157


    Letztlich geht es darum, wie die Impfquote von der wirklichen Verfügbarkeit von Geimpften für Impfdurchbrüche in der Gesamtpopulation der momentan Infizierbaren abweicht.


    g / (g + u)


    Diese Infizierten (zeitnah erkrankte) e kann man auf die Gruppe der Geimpften und Ungeimpften nach einem Schlüssel p_g, p_u aufteilen, indem man sie vom Impfquotenanteil p der Bevölkerungsgröße abzieht


    (p*G - p_g*e)/((p*G - p_g*e) + ((1-p)G - p_u*e)

    (p*G - p_g*e)/((p*G - p_g*e) + ((1-p)G - (1 - p_g)*e)


    Wenn man das 50/50 aufteilt - so war der Anteil Impfdurchbrüche in den letzten Monaten - und rechnet, kommt man allerdings auf kleine Verschiebungen im Bereich von unter 1%. Das Einfügen von 79% und 47% Schutz der Immunisierung durch Infektion, wenn man für die Impfstoffe stattdessen von 100% Schutz ausgeht, was durch die Kombination von beidem durchaus gegeben sein, führt noch zu einer Abschwächung des Effekts, mehr beim geringerem Schutz natürlich. Man kann natürlich noch mehr Infizierte weiter zurück, ggf. mit noch mehr reduziertem Schutz hinzunehmen, aber allzu groß werden die Verschiebungen nicht werden. Man kann natürlich auch Überlegungen zu Unterschätzung der Infektionszahlen vornehmen.


    Also insgesamt macht das vielleicht eher bei der Gruppe 18-59 Jahre einen Unterschied, die per se einen höheren Anteil an den Infektionen hat. Und deren letzte Beobachtungsdaten sind eigentlich auch noch erklärungsbedürftiger.


    Mir ist dann noch aufgefallen, dass man die Verstorbenen in der Gruppe eigentlich genauso verrechnen kann. Wenn man dafür die ansteigenden Impfquote hinzunimmt, kommt man immerhin auf eine Verschiebung um ein Prozent.