Beiträge von Sebl


    Korruption, Machtmissbrauch und Überheblichkeit gab es schon, als die Demokratie erfunden wurde. Doch die alten Griechen hatten eine kostengünstige Technik parat, die all das verhinderte und politische Gleichheit (unter Männern mit Bürgerrechten) herstellte: das Losen. Doch als die Idee von der „Macht des Volkes“ Ende des 19. Jh. wieder rausgekramt wurde, entschieden sich die Herren nicht mehr für das Losen, sondern meinten, dass es für alle besser sei, wenn wir unsere Volksvertreter wählten. Studien beweisen allerdings, dass das nirgendwo stimmt. Hubertus Buchstein von der Uni Greifswald schlägt seit Jahren vor, unsere gewählten Parlamente durch geloste „Normalbürger“ zu ergänzen. Aber kann so eine geloste Truppe wirklich kompetenter entscheiden als die gewählten Politikschaffenden? Seit Anfang der 1970er Jahre wird das wissenschaftlich untersucht. Einige der Professorenschaft kamen mehr oder weniger unabhängig voneinander auf die gleiche Methode: Geloste Bürger werden informiert, diskutieren miteinander und entscheiden dann. Planungszellen, Citizen Juries, Deliberative Polls - wie auch immer man es nennt, die Methode funktioniert in Wuppertal genauso gut wie in Japan, Russland und der Subsahara. Viele der Gelosten können oft sogar besser entscheiden als die Gewählten. Doch während sich diese Erkenntnis auf der Welt breit macht, wird die Demokratie von neuen Technik-Tools bedroht. Political Data Science Prof. Hegelich warnt: „Die Zeiten von freien, geheimen und gleichen Wahlen sind schon lange vorbei“.

    Deswegen sollte man sich ja global bemühen...

    Trotzdem sehe ich auch national bzw. auf EU-Ebene nicht zu unterschätzende Möglichkeiten. Wo die Hardware steht ist auch zweitranging - hauptsache Bitcoin-Geschäfte werden unattraktiv, z.B. durch eine ordentliche Besteuerung.


    Rot/Grün hat sich ja auch die Bekämpfung von Geldwäsche auf die Fahnen geschrieben und bei Geldwäsche sind die Krypto-Dinger nicht unwesentlich beteiligt.

    Wieso sollten Kryptogeschäfte unattraktiv gemacht werden? Was sind die Argumente?

    Ich glaube, dass man eines Tages vielleicht doch mal dahin kommt der entgegengesetzten Meinung, zu Gunsten eines aufgeschriebenen Diskurses, grundsätzlich einen Wert beizumessen. Es ist nicht langweilig das hier zu verfolgen, allerdings verstehe ich nicht, warum man sich nicht grundsätzlich etwas respektvoller begegnen kann. Hier ist soviel Intelligenz und Potenzial. Ich hätte sogar richtig Lust Euch mal in einer echten Kneipe zu treffen…

    Also: Das hier ist das intelligenteste Forum, das ich kenne. Verliert bitte nicht den Respekt voreinander.

    Danke! Kann ich so nur bestätigen.

    Verantwortlich würde ich dafür den „hippen Instagram-Wahlkampf“ machen plus andere Mittelchen wie z.B. Micro-targeting.

    Angesprochen im neuesten Video vom Böhmermann


    Die passende Website dazu: https://targetleaks.de/index

    „Die FDP schaltete Facebook-Werbungen, die sich inhaltlich widersprechen. Menschen mit “grünen” Interessen zeigte die FDP eine Werbung, wonach sich die Partei für “mehr Klimaschutz” mithilfe eines staatlichen CO2-Limits einsetze. Gleichzeitig schaltete die FDP eine Facebook-Werbung an die Zielgruppe “Vielreisende” mit einer anderen Botschaft: Keine “staatlichen Maßnahmen, Freiheitseinschränkungen oder Verbote” wenn es um “große Herausforderungen wie den Klimawandel” geht.“


    Trifft sicher nicht nur auf Facebook zu …

    Zero-covid scheitert ja nun sogar bei den Inselstaaten.

    Welche Inseln meinst du denn?

    Über NZ und AUS wird bei Springer seit Tagen falsch berichtet:


    https://uebermedien.de/63348/d…ds-anti-corona-strategie/


    Der im Herbst vergangenen Jahres nach Neuseeland ausgewanderte André Klengel schrieb der „Welt“ in einem Leserbrief:

    „Dass die Null-Covid Strategie nicht ewig durchzuführen ist, ist auch hier jedem bewusst und wird spätestens mit der kompletten Durchimpfung der Bevölkerung ein Ende finden. Deswegen vom ‚wahren Gesicht der Null Covid Strategie‘ zu sprechen und die Tatsachen außer Acht lassen, halte ich für völlig falsch, genau wie 95% der neuseeländischen Bevölkerung.“

    Die Zahl der positiven Covid-Fälle in Neuseeland sind nach drei Wochen bereits stark rückläufig. Die schlimmste Gefahr scheint gebannt. Seit Mittwoch dieser Woche ist der Lockdown im gesamten Land bis auf Auckland weitgehend aufgehoben, es gibt nur noch wenige Auflagen. Der jüngste Anti-Lockdown-Protest bestand aus einer einzigen Person.“

    Ab 2:22:22:

    Zitat

    "Es geht darum, dass die Bevölkerung die Mächtigen überwachen kann. Nicht die Mächtigen die Bevölkerung. [...] Für politische Entscheidungen, sagen wir Drohnentötungen, Einmarschieren in andere Länder, Gewaltanwendung und so Sachen, da braucht es doch keine Geheimhaltung, das ist gefährlich.

    Vertraulichkeit ja. Vertraulichkeit heißt, dass etwas abgeschirmt ist von der Öffentlichkeit, aber trotzdem noch unabhängig überwacht werden kann. Aber wenn Machtausübung nicht mehr unabhängig überwacht werden kann oder wenn die Überwachungsinstanzen nicht mehr unabhängig sind oder nicht mehr willens sind, einander zu überwachen, sondern kollidieren, im Hintergrund, dann ist der Rechtsstaat ausgehebelt. Und das ist genau das, was passiert ist im Fall Assange"


    Nicht nur im Fall Assange passiert auch in unserem deutschen Rechtsstaat täglich, wir haben uns einfach schon damit abgefunden:


    AlienObserver:
    Herzlichen Dank für die warmen Worte.

    Vorab zur Schweiz: hätte mich gewundert, wenn es so wäre, wie du behauptest. Denn auch dort wird nicht "alles" umverteilt. Ähnlich dem deutschen Modell, besteht auch das Schweizer aus drei Säulen. Lediglich die erste Säule wird über ein Umlageverfahren finanziert. Diese deckt aber im Gegensatz zu Deutschland ("Sicherung eines angemessenen Lebensstandards") in der Schweiz nur das "Existenzminimum" ab. (https://www.bundestag.de/resou…/WD-6-008-08-pdf-data.pdf Seite 9)
    Die zweite Säule ("berufliche Vorsorge") wird von Pensionskassen, Versicherungen, etc. angeboten. Und diese sammeln auf Sparkonten und legen dann natürlich am Kapitalmarkt an (https://www.handelszeitung.ch/…/kapitaldeckungsverfahren oder auch die Seite des Schweizer Bundes https://www.bsv.admin.ch/bsv/d…taldeckungsverfahren.html).

    Ich hätte meine (Lern-)Frage vielleicht auch anders stellen können/sollen: Welche Lösung haben linke/progressive Parteien bzw. schlagen diese für das Problem unseres Deutschen Rentensystems (Umlagesystems) vor?


    Fakt ist doch erst einmal, dass das deutsche Umlagensystem nicht funktioniert. Es wird jetzt jährlich schon mit mehreren Milliarden subventioniert. Wenn dann die Babyboomer jetzt zunehmend in Rente gehen, ist das auch einfache Grundschulmathematik: weniger Einzahlende sollen mehr und auch länger lebende Rentner finanzieren, was wie gesagt jetzt schon nicht, wie vom Erfinder erdacht, funktioniert.


    Das das natürlich über eine stärkere Beteiligung der "Superreichen", wie du sie nennst, passieren KANN, ist eine Lösung. Eine ähnliche Lösung wäre die von Precht vorgeschlagene Finanztransaktionssteuer von 0,XX% auf alle Finanztransaktionen (nicht zu verwechseln mit der Scholz'schen "Finanztransaktionssteuer").


    Meine Meinung: die Linken (nicht nur die Partei) haben ein vielleicht ein Kommunikationsproblem. Alles sofort auf das "System" und "Neoliberale" zu schieben, kann man machen, wird halt nur nie mehrheitsfähig und hat manchmal auch ein bisschen das "Gschmäckle" von Verschwörungstheorie. Versteh(t) mich nicht falsch, ich identifizier mich mit keiner der genannten oder ähnlichen Gruppen.
    Ich bin halt nur an einer Lösung interessiert. Und eine sinnvolle Lösung der meisten Probleme, die der Kapitalismus produziert, müssen halt in einer Demokratie mehrheitsfähig sein.

    Rentenvorbild Schweden?- "Alle bekommen eine Art Grundrente"

    Mit der bevorstehenden Pensionierung der "Babyboomer" in den kommenden Jahren gerät das Rentensystem in Deutschland ins Wanken. Das müsste aber nicht sein, wie Schweden zeigt.


    „Wie in Deutschland setzt sich das Rentensystem in Schweden aus drei Säulen zusammen. Die staatliche Rente als Umlageverfahren, Betriebsrenten und die private Vorsorge. Mit der staatlichen Rente finanziert Schweden eine Volksgrundrente, die für alle Bürger*innen etwa gleich hoch ist. Der entscheidende Unterschied zu Deutschland ist die sogenannte Prämienrente. Für die Prämienrente zieht der Staat 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens automatisch ein. Das Geld wird an Kapitalmärkten angelegt. Jeder Beitragszahler kann die Anlage aus einem Portfolio selbst aussuchen. Etwa den staatlich verwalteten AP7-Fonds, den Sjunde Allmänna Pensionfonds oder privatwirtschaftliche Fonds. Die meisten Schweden entscheiden sich für die staatliche Fondslösung. So baut der schwedische Staat Vermögen auf, welches dem Arbeitnehmer zum Eintritt in die Rente zur Verfügung steht. Der Vorteil: Das investierte Geld wächst, im Idealfall durch die Entwicklung der Kurse, an. […] Nicht allen Rentner*innen in Schweden geht es blendend, bei Frauen und Migranten will das Land nachsteuern, weil ihre Renten auch in Schweden meist sehr klein ausfallen. Aber das schwedische Rentensystem muss nicht mit Steuergeldern gestützt werden, wie letztes Jahr in Deutschland mit 106 Milliarden Euro. Altersarmut gibt es kaum. Der demografische Wandel wurde aufgefangen, die junge Generation entlastet. Reformen und Einschnitte, die Deutschland noch vor sich hat - wenn der Staat auch in Zukunft sein Versorgungsversprechen einhalten will.“ https://www.zdf.de/nachrichten…bild-altersarmut-100.html

    Ich weiß dieser Artikel enthält viele potenzielle Reizworte … deshalb mal, wie Tilo es nennen würde, eine Lernfrage:


    Gibt es denn eine linke oder gar antikapitalistische Lösung unseres demographischen Rentenproblems?

    Rentenvorbild Schweden?- "Alle bekommen eine Art Grundrente"

    Mit der bevorstehenden Pensionierung der "Babyboomer" in den kommenden Jahren gerät das Rentensystem in Deutschland ins Wanken. Das müsste aber nicht sein, wie Schweden zeigt.


    „Wie in Deutschland setzt sich das Rentensystem in Schweden aus drei Säulen zusammen. Die staatliche Rente als Umlageverfahren, Betriebsrenten und die private Vorsorge. Mit der staatlichen Rente finanziert Schweden eine Volksgrundrente, die für alle Bürger*innen etwa gleich hoch ist. Der entscheidende Unterschied zu Deutschland ist die sogenannte Prämienrente. Für die Prämienrente zieht der Staat 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens automatisch ein. Das Geld wird an Kapitalmärkten angelegt. Jeder Beitragszahler kann die Anlage aus einem Portfolio selbst aussuchen. Etwa den staatlich verwalteten AP7-Fonds, den Sjunde Allmänna Pensionfonds oder privatwirtschaftliche Fonds. Die meisten Schweden entscheiden sich für die staatliche Fondslösung. So baut der schwedische Staat Vermögen auf, welches dem Arbeitnehmer zum Eintritt in die Rente zur Verfügung steht. Der Vorteil: Das investierte Geld wächst, im Idealfall durch die Entwicklung der Kurse, an. […] Nicht allen Rentner*innen in Schweden geht es blendend, bei Frauen und Migranten will das Land nachsteuern, weil ihre Renten auch in Schweden meist sehr klein ausfallen. Aber das schwedische Rentensystem muss nicht mit Steuergeldern gestützt werden, wie letztes Jahr in Deutschland mit 106 Milliarden Euro. Altersarmut gibt es kaum. Der demografische Wandel wurde aufgefangen, die junge Generation entlastet. Reformen und Einschnitte, die Deutschland noch vor sich hat - wenn der Staat auch in Zukunft sein Versorgungsversprechen einhalten will.“ https://www.zdf.de/nachrichten…bild-altersarmut-100.html