Beiträge von AlienObserver

    Es zeigt sich (um den Thread aufzugreifen) dass die SPD kein bisschen ne Vorstellung hat wie ernst die Lage ist. Sie haben tatsächlich nix kapiert.


    In meiner Fantasie hört sich das so an:

    "Wir, die SPD, haben mit dem Klimakompromiss das beste rausgeholt was möglich war! Wir können total Stolz auf die SPD sein, weil wir haben ja richtig was gegen den Klimawandel getan. Dass was die Fridays for Future fordern, (Oder die Scientists for Future, oder der Club of Rome, oder das IPCC) ist eh total unrealistisch und im Moment politisch nicht machbar, aber da ist halt nur die Union dran schuld. Die SPD ist nämlich die geilste aller Klimaretterparteien! Und das tollste ist, unsere Freunde in der Industrie sind auch voll zufrieden. Das Klima muss jetzt der Industrie auch ein bisschen entgegenkommen.

    Das gleiche gilt für die Flüchtlinge. Wir können ja auch nicht JEDEN rein lassen oder? Wir haben lauter Rentner die uns wählen, die haben Angst vor Fremden, die muss man auch ernst nehmen.

    Und Vermögenssteuer, das kündigen wir jetzt vielleicht im Wahlkampf an, aber das merkt gar niemand wenn die wieder nicht kommt und das mit dem hartz4, da hat zwar das Verfassungsgericht gesagt, dass das nicht ok war, aber wenn wir jetzt das wieder Rückgängig machen, dann wollen die Leute ja vielleicht alle mehr Geld verdienen? Was wird dann aus der Schwarzen Null und der Exportweltmeisterschaft .... usw."


    Sorry für die Unterbrechung. Wir waren hier stehengeblieben: Bei der Feststellung, dass die Wissenschaft nicht wirklich frei ist, mit der Ergänzung von mir, dass das mehr oder weniger für alle Fakultäten gilt. Was man in diesem Kontext noch erwähnen sollte ist die Abhängigkeit von Geldern aus der Industrie.

    Dass die Politikwissenschaft Gelder aus der Industrie kriegt bezweifle ich mal schwer.

    Ich vermute eher die Angst durch zu harsche Kritik und politische Positionierung als "unwissenschaftlich" weil "nicht neutral" zu gelten.

    Ich hab das alles im Konjunktiv geschrieben weil ich mir da auch nicht ganz sicher bin ob es einen Ausleseprozess in deutschen Unis gibt. Ich wünsche mir eben nur etwas handfestere Kritik wenn man schon in einer solchen Position ist.


    Es gibt wahnsinnig viele Wissenschaftler in aller Welt die richtig losledern über den Kapitalismus und da keine Hand vor den Mund nehmen. Wenn nicht im akademischen Umfeld wo dann? Wo soll den diese weichgespülte Kritik hinführen?


    Der Wolfgang Streeck hatte wohl übrigens schon vorher nen Freibrief, weil er mit verschiedenen SPD Regierungen ziemlich dicke war. Mir persönlich ist der Streeck auch noch etwas zu "mild".


    In der Soziologie find ich dass eher Urgesteine wie Klaus Dörre oder Stefan Lessenich die richtigen Worte finden. Politikwissenschaftler kenn ich kaum, hatte aber schon immer das Gefühl dass diese Disziplin eher "Staatstragend" ist.

    @JonnyMadFox Sorry, ich entschuldige mich. Ich hab das wirklich nicht ernst gemeint. Aber deine Art ist evtl. nicht immer so liebenswert wie du vielleicht denkst?

    Ich bin bin sicher ebenfalls nicht immer so nett wie ich denke.

    Weil Grenzen des Wachstums ein viel zu schmalspuriger Kritikpunk ist. Kapitalismus soll abgeschaft werden, weil er systematisch Mensch und Natur zerstört. Das Wachstum offensichtlich Grenzen hat, ist nur ein Problem des Kapitalismus von vielen seinen Problemen. Man muss schon viel früher ansetzen.

    Ausser dass du Bock auf streit hast und mich evtl. nicht magst, was ist dein Punkt?


    Wenn ich in der Wüste grade verdurste dann kann ich mich auch darüber beschweren, dass diese Wüste extrem unangenehme Sandflöhe hervorbringt.


    Ja ich halte den Kapitalismus insgesamt für ein unsäglich dummes Wirtschaftssystem. Es geht aber grade darum ob zukünftige Generationen eine bewohnbare Erde vorfinden. Wo würdest du jetzt statt dessen die Prioritäten setzen?

    Ist das denn so schwer? Warum man das gerade in diesem Forum erklären muss, dass der vom Kapitalismus verursachte Klimawandel diesen in eine Krise führt aus dem er nicht herauskommt ist mir schleierhaft. Wie viele Gäste gab es bei Tilo die dazu forschen und schreiben?


    Was an der Kapitalismuskrise ist noch Rätselhaft? Die Forschung zu den Grenzen des Wachstums existiert seit 50 Jahren und kommt doch für einige anscheinend als Überraschung?

    Surprise! Die Erde ist endlich groß!

    Naja. Dann könnten wir uns aber auch über Britney Spears und ihre Karriere unterhalten.

    Wenn du damit Einverstanden bist, dass das geschieht, im Grunde ja. Wie der Kollaps alllerdings von statten geht kann erhebliche Auswirkungen auf unser Leben haben.


    Am besten wäre natürlich, dass statt einem Kollaps ein geordneter und geplanter Übergang geschieht.

    Ist ja alles richtig, Jonny.


    Aber wie kommen wir da hin?


    Wie transformiert sich ein kapitalistischer Staat in eine demokratischere Wirtschafts- und Gesellschaftsform?

    Gemeinsam und einen Schritt nach dem anderen :)

    Mich machte das Interview traurig. Wir haben grade eine offensichtliche Demokratiekrise in der parlamentarischen Demokratie. Warum ist dann parlamentarische Demokratie so toll?

    Wir haben grade eine offensichtliche Kapitalismuskrise. Kann man da garnix machen?


    Die Lena Partzsch ist wieder mal sehr zurückhaltend in ihrer Kritik.

    Man erlebt das in deutschen Unis allüberalll. Wer sich zu "radikal" antikapitalistisch zeigt hat möglicherweise in dem prekären Umfeld nur wenig Chancen auf eine Berufung. Erst emeritierte Professoren können anscheinend offen über die Kapitalismus- und Demokratiekrise sprechen, wie z.B. Wolfgang Streeck (ehem Direktor d. Max Planck instituts für Menschenwissenschaften).

    Nein, Ich hab aber bei anderen Dingen eine Schwarz Weiss Einteilung, wenn Fremdenfeindlichkeit oder irgendeine andere gruppenbezogene Meschenfeindlichkeit in einer Bewegung zu finden ist dann kann man sich damit nicht gemein machen.


    Leider ist Fremdenfeindlichkeit durchaus bei den Corona Demos zu finden.


    Für mich ist ausserdem Wissenschaftsfeindlichkeit massiv rechts offen und direkt Demokratiefeindlich. Impfgegner sind der Kern der Corona Demos.

    Outing: Ich bin SW-Entwickler. Ich halte die Corona app für einen Durchbruch im Kampf gegen den Überwachungskapitalismus. Dass Apple und Google ihre Betriebssystem anpassen mussten um Datenschutz zu garantieren ist ein enormer Erfolg. Was du da schreibst hat mit der Realität nix zu tun.

    @FL ich hab mir die Protestierenden angeschaut. Da standen Nazis neben Aluhüten. Was das mit Shoshana Zuboff zu tun frage ich mich schon. Wenn du dich da wohl fühlst geh da hin aber deine Ansichten hab ich da nicht gesehen.