Beiträge von AlienObserver

    Wir hatten im thread zum Ulrike Herrmann Interview eine Diskussion über den das Wesen des Kapitalismus.


    In dieser Serie von New Economic Thinking geht es darum wie die gesetzlichen Normen geändert werden mussten um den Kapitalismus zu ermöglichen. In der ersten Folge wird ausgebreitet wie "Eigentum" von Kapitalisten in ihrem Sinn umdefiniert wurde um "Commoners" (also Menschen die Commons bewirtschaften) zu enteignen.


    Am Anfang des Kapitalismus steht die Enteignung der Commoners durch die Kapitalisten die die Macht des Staates kooptiert hatten um ihre Profitinteressen durchzusetzen:



    PS Katharina Pistor wurde ja schonmal von Utan verlinkt (hier), in dieser Serie erklärt sie ausführlich welche mechanismen der Aneignung durch die Gesetzgebung existieren.


    Das alles ist auch spannend wenn man es den Argumenten der Libertären entgegensetzt, die viele dieser Gesetze geschaffen haben, aber ja den "starken Staat" ablehnen.


    Der starke Staat ist offensichtlich dann akzeptabel wenn Eigentumsrechte auf die der Gesellschaft schädlichste Weise von ihm durchgesetzt werden und auf Kosten der Allgemeinheit (der Commons) möglichst viel Profit gemacht werden kann, aber gleichzeitig diese Allgemeinheit alle Risiken trägt und das Gesetz den Kapitalisten vor den Interessen der Allgemeinheit schützt.

    Ich bin letztens über diesen Kanal einer Amerikanischen Auswanderin hier in München gestolpert, die hier über ihre Erlebnisse bei einem Besuch in den USA schildert. Das hört sich alles ganz schön übel an. Es ist zumindest ein kalter Bürgerkrieg den die eine Hälfte der Bevölkerung der anderen erklärt hat. Wie kommt man da wieder raus?


    Ja die Aktienrente ist der größte Wahnsinn den man sich ausdenken kann. Offensichtlich geht es darum die Spekulationsblase mit Steuergeldern nochmal aufzublasen damit man sie dann mit fetten Gewinnen platzen lassen kann. Alle wissen dass der Zug auf den Abgrund zurauscht, wer als letzter Aussteigt verliert. Warum nicht dafür sorgen, dass es arme Rentnerinnen sind die ohnehin am Existenzminimum knapsen? Das ist doch ne tolle Idee.

    Ich denke wie Krass verloren unsere Politiker angesichts der Krisen der Zukunft sind drückt sich in fast nichts besser aus als in dieses Statement der CSU Fraktion im Bayerischen Landtag zur Startbahn Süd am Münchner Flughafen (vom Januar 2022!):


    "Der bestehende Verkehrsflughafen München ist mit seiner Kapazität nicht in der Lage, die zukünftige Luftverkehrsnachfrage zu bewältigen. Um das zu erwartende Verkehrsaufkommen auch künftig abwickeln zu können, ist eine Erweiterung der Bahnkapazität um eine dritte Start- und Landebahn mit den entsprechenden Funktionsflächen erforderlich."

    Flugzeuge die jetzt produziert werden, haben eine erwartete Betriebsdauer von 25 und mehr jahren. Schon jetzt werden Flugzeuge fürs Museum produziert weil noch innerhalb dieser Lebensdauer Flugbenzin nicht mehr ausreichend verfügbar sein wird.


    Offensichtlich sollte Airbus also jetzt sofort die Produktion von Flugzeugen einstellen. Wird über sowas geredet? Nein. Stattdessen werden Milliarden in die Rettung der Luftfahrtindustrie gepumpt.

    Ich hab das irgendwann mal durchgerechnet (als grobe Abschätzung). Die gesamte Menge des momentan hergestellten Stroms würde gerade ausreichen um das E-Kerosin für den aktuellen deutschen Bedarf herzustellen.


    Nochmal zum mitrechenen


    wir brauchen in DE ~ 12.000.000.000 Liter Kerosin (link)

    ein Liter Kerosin hat einen Energiegehalt von ~ 10 kWh

    Das macht 120 Mrd kWh pro Jahr

    in DE erzeugen wir 600 Mrd kWh E-Energie


    Wie der Wirkungsgrad bei E-Kerosinerzeugung ist weiss ich nicht, aber 20% wäre wahrscheinlich ziemlich gut. -> der gesamte Strom müsste in die E-Kerosinerzeugung fliessen.


    (Ähnlich mit Avionik Biofuel, etwa z.B. die gesamte Weizenernte von ca 45 Mio Tonnen könnte für den heutigen Flugbetrieb in Avionik Biofuel Umgewandelt werden und würde nicht ganz ausreichen)

    Nur wenn die Kritik der Querdenker nicht plausibel ist kann man sie als irgendwie rücksichtslos einordnen.

    Hmm, ist das denn irgendwie plausibel, dass Drosten Teil einer Verschwörung ist mit der Bill Gates allen Deutschen irgendwelche ID Chips implantieren will oder dass er ein bezahlter Scherge der Pharmaindustrie ist die es darauf abgesehen hat Impfstoffe zu verabreichen die gefährlicher als Corona selbst sind? Dass es eigentlich keine Corona Kranken in den Krankenhäusern gibt und die Zahlen eine pure Erfindung der staatlichen Organe? Dass Corona eigentlich total ungefährlich ist und eine Erfindung derer "Da Oben" um uns alle zu unterjochen? (Und das sind die harmlosen Mythen, von auf dem Pergamon Altar von Merkel geopferten Kindern haben wir noch gar nicht gesprochen)


    Will sagen, man kann da schon zwischen plausibel oder nicht unterscheiden.

    Bei Oliver ist die Grundannahme zu seiner Theorie dass die Pandemiemassnahmen allesamt grösstenteils sinnvoll waren, weil das Virus super-gefährlich ist, und deswegen sind Leute die sich dagegen aussprechen OFFENSICHTLICH egoistisch und rücksichtslos.

    Ich sehe deinen Punkt. aber das hier ist nicht die Annahme der Studie. So wie ich das verstehe ist der empirische Befund (nicht die Annahme) durch die Befragung ein massives Misstrauen gegenüber Staatlichem Handeln und die Vermutung der Querdenker dass es eine geheime Agenda / Verschwörung hinter den Corona Maßnahmen gibt für die sie keinerlei Beweise haben. (Big Pharma, Bill Gates etc.)


    Die Corona Maßnahmen sind in den Augen der Befragten nicht deshalb zu verurteilen weil sie sachlich falsch sind, sondern weil sie einem vermuteten geheimen Plan dienen die "Freiheit" der Individuen zu rauben.


    So wie ich Oliver Verstehe hat er kein Problem mit der Kritik an den Maßnahmen oder der Aufarbeitung von deren Richtigkeit. Es geht um die möglichst sachliche Untersuchung des Misstrauens von Querdenkern gegenüber kollektiven Staatlichem Handeln und der irrationalen Mythenerzählungen in denen sich dieses Ausdrückt.

    Übrigens kann man gerne das Interview mit Timothee Parrique, dem Autor der Studie "Decoupling Debunked", mit dem Auftritt von Ralf Fücks hier vergleichen und sich fragen:


    Wer neigt dazu in geschlossenen Welbildern zu denken?

    Wer zeigt eine wissenschaftliche Denkweise?

    Wer folgte schon radikalen Verschwörungstheorien?

    Wer redet öfter und mit mehr Leidenschaft über Demokratie?

    Wer hat eine realistische Vorstellung über die Zukunft?

    Wer setzt sich eher für die Umwelt ein?

    Wer ist denn glaubwürdiger?

    Vielleicht ist einigen nicht klar wie Krass antidemokratisch gerade die "Libertären" in den USA agieren bzw ihre Ideologie ist. Die Historikerin Nancy Mc Lean hat dazu geforscht welche Agenda vor allem die Koch Brüder in den USA unter dem Namen "Libertarian Movement" verstehen. (Buch "Democracy in Chains")


    Hier im Interview mit mit der ehem. Präsidenschaftskandidatin Marianne Williamson und unbedingt empfehlenswert.


    Das Effizienzgewinne oft durch Mehrnutzen zunichtegemacht werden ist klar, das ist ja Kern des Kapitalismus. Produktivitätserhöhungen haben nicht (nur) dazu geführt, das wir weniger arbeiten, sondern gleichzeitig mehr konsumieren

    Und was ist dann die Schlussfolgerung daraus, vor allem weil uns durch Klimawandel und Ressourcenmangel ohnehin die Produktion kollabieren wird?


    Die einzige realistische Perspektive ist die organisierte und sozialverträgliche Reduktion der Produktion auf ein Nachhaltiges Niveau, also "Degrowth" und damit das Ende des Kapitalismus. Das ist der Grund warum leute wie Ralf Fücks so ein rotes Tuch für mich sind. Boomer die es um ihrer eigenen arroganten selbstüberschätzung willen nicht wahrhaben wollen dass sie Scheisse gebaut haben und ihre Ideologie der Grund ist warum der Planet den Bach runtergeht.