Beiträge von AlienObserver

    Ich geb hier mal exemplarisch ne Antwort, die ich von nem sehr guten Kumpel bekommen hab, als ich mal wieder auf laufende, systemische Probleme hingewiesen habe. Meist passiert das im Zusammenhang von aktuellen Ereignissen und entsprechenden Berichten.

    Und das trifft es nun mal exakt.


    Ja, es gibt Machttechniken die dafür sorgen, dass Menschen sich gar nicht mit dem Problem auseinandersetzen. Bei uns geschieht das z.B. durch die Prekarisierung der arbeitenden Bevölkerung (durch z.B: Harz 4). Es scheitert dann wenn die Bevölkerung nicht mehr prekär ist sondern über die Kante fällt und nichts mehr zu verlieren hat. Sobald das passiert findet das statt was wir in der BLM bewegung erleben oder jetzt in Südafrika sehen oder in Indien, wo sich 250 Millionen Arbeiter an einem Generalstreik im Dezember letzten Jahres beteiligt haben, was hier kaum berichtet wurde. Ein Grund warum der Kapitalismus scheitern muss ist, dass er unweigerlich auf diesen Zustand zusteuert.


    Arbeitslose und Arbeitnehmer, die sich in einer prekären Lage befinden, lassen sich kaum mobilisieren, da sie die Fähigkeit, Zukunftsprojekte zu entwerfen, beeinträchtigt sind. Das ist jedoch die Voraussetzung für jegliches sogenanntes rationales Verhalten, angefangen beim ökonomischen Kalkül oder, in einem völlig anderen Bereich, der politischen Organisation.


    Paradoxerweise muß man wenigstens ein Minimum an Gestaltungsmacht über die Gegenwart haben, um ein revolutionäres Projekt entwerfen zu können, denn letzteres ist immer ein durchdachtes Bestreben, die Gegenwart unter Bezugnahme auf ein Zukunftsprojekt zu verändern. Im Unterschied zum Subproletariat verfügt der Proletarier über dieses Minimum an Gewißheit und Sicherheit, das die Grundvoraussetzung dafür ist, überhaupt die Idee in Betracht zu ziehen, die Gegenwart unter Bezug auf eine erhoffte Zukunft umzugestalten.

    Das allgemeine Unwissen über Grundsätzliche Funktionsweisen unseres Wirtschaftssystems oder unserer Gesellschaft ist ziemlich erschütternd. Das Wissen über politische Ökonomie hat allgemein leider vielfach das Niveau von Grundschülern nie überschritten. Kapitalismuskritik scheint davon ungefähr so weit entfernt wie das Lösen von Differentialgleichungen vom 1x1.


    Dabei war Kapitalismuskritik noch vor wenigen Generationen so selbstverständlich wie Fahrradfahren. Anscheinend haben 70 Jahre konsequente Propaganda Früchte getragen.


    Die Reproduktion eines totalen System wie dem Kapitalismus beginnt im Kindergarten. Ohne jemals mit Systemkritik in Verbindung zu kommen wird man durch möglichst "effiziente" und normierte Lehranstalten gejagt. Darin wird gelehrt wie man sich selbst optimiert um dem zukünftigen Arbeitgeber am meisten Profit zu verschaffen. Angekommen im ersehnten Beschäftigungsverhältnis mit Firmenwagen beginnt langsam die Erkenntnis, dass zu einem glücklichen Leben vielleicht doch noch mehr notwendig ist. Depression, Angststörungen, Panikattacken, Sucht, Alkoholismus sind seit dem unsere Volkskrankheiten, woher kommt das wohl.


    Die vermeidung von Kapitalismuskritik ist Teil eines gesellschaftlichen Dogmas geworden. Ein System wird getragen von dem was wir glauben zu wissen, den selbstverständlichen Epistemen die nicht mehr hinterfragt werden. Wer es doch tut muss sich ausführlich erklären und befindet sich in der Defensive. Man könnte jetzt Literatur von Pierre Bourdieux, Noam Chomsky, Michel Foucault, ... dazu empfehlen, spar ich mir aber.


    Zur Überwindung eines System wie dem Kapitalismus ist es notwendig sich selbst von dieser gesellschaftlichen Prägung zu befreien. Wir können den Klimawandel nicht verstehen wenn wir nur über das Wetter reden. Bemerkungen wie "Gestern war es aber sehr kalt" über den Klimawandel sind ebenso irrelevant wie "Es geht "uns" doch gut" zum Kapitalismus. Das Klima befindet sich auf einem Katastrophalen Weg, aber trotzdem kann es schönes Wetter geben.


    Eine politische Diskussion in der nicht im Kern eine Kritik am Kapitalismus steckt ist bedeutungslos. Weil das diejenigen Wissen die von diesem System profitieren, wurden Diskussionen über Kapitalismus gesellschaftlich Tabuisiert. Eine Diskussion um den Kapitalismus muss mit sozialem Kapital bezahlt werden. Politiker, Wissenschaftler und andere Personen in öffentlichen Positionen hüten sich davor überhaupt das Wort Kapitalismus in den Mund zu nehmen. Wer es dennoch tut muss befürchten seine Stellung zu verlieren oder neudeutsch "Gecancelt" zu werden.


    Wenn ich hier Kapitalismuskritik betreibe dann weil jede andere Diskussion erst dadurch Bedeutung hat weil sie sich darauf bezieht. Es ist Ideologie NICHT über Kapitalismus zu sprechen. Es ist Reaktionär NICHT über Kapitalismus zu sprechen und wer nicht über Kapitalismus spricht weiss offenbar nicht über was er spricht wenn er sich Links nennt. .


    Man schaue sich nur an wie die Transformations-Ökonomin Milena Buchs auf diese einfache Frage zum Kapitalismus reagiert:


    Vor etwas mehr als 70 Jahren gab es in Deutschland einen Generalstreik.

    Ziele Waren:

    Keine Marktpreise für Mieten sondern staatliche Regelung

    kein Arbeitsmarkt sondern Lohnpolitik des staates.

    Vergesellschaftung wichtiger Unternehmen


    Kapitalismuskritik hat diesen Streik getragen.



    Zitat

    Ludwig Erhard und seine wenigen Mitstreiter wollten, dass jede Art der Preisbildung durch Wettbewerb und Markt zustande kommt und nicht durch staatliches Diktat. Das galt auch für die Lohnhöhe, denn Löhne sind Preise, Preise für Arbeit. Staatlich verordnete Mindest- oder Maximallöhne lehnte Erhard deshalb ab. Denn der Staat, so seine klare Überzeugung, erwirtschafte selber nichts und dürfe daher die Freiheit derjenigen, die etwas erwirtschaften, an diesem Punkt nicht einschränken. Ludwig Erhard hob die Bewirtschaftung auf, gestützt auf das sogenannte „Leitsätzegesetz“, das heute gänzlich unbekannte Grundgesetz der Sozialen Marktwirtschat

    Genau das scheint mir hier das eigentliche Problem, das ist nämlich überhaupt nicht die entscheidende Frage. Zumindest für eine offensichtlich überwältigende Zahl der Menschen. Für die stellt sich diese Frage überhaupt nicht und das ist unser, wenn ich uns hier als linke Bubble mal frecherweise so subsumieren darf, Problem. Dafür müssen wir eine Lösung finden. Du magst da Bock drauf haben, Dich mit solchen Fragen zu beschäftigen, in der Lebensrealität des 08/15 Bandarbeiters bei BMW oder der 08/15 Sekretärin bei Mittelstandsunternehmen xyz, die mit ihrem Einkommen das Reihenhäuschen in irgendeinem Provinznest abzahlen, findet diese Frage schlicht nicht statt. Warum auch? Läuft doch.

    (Deshalb interessiert die auch der Klimawandel nicht, und die Identitätspolitik, und...)

    Du denkst die Leute kapieren das nicht? Aber ich bin Arrogant?

    Und du glaubst wirklich, warum keiner mit dir diskutieren mag hat mit deinen Inhalten zu tun?

    Ja. Aber so lange Marner glaubt persönliche Angriffe gegen mich fahren zu müssen werde ich das auch weiter zum Ausdruck bringen. Marner hat auf jeden Fall klar gemacht dass er nicht diskutieren sondern nur provozieren will.


    Versteh ich nicht. Gerade damit rennt man hier im Forum doch offene Türen ein.

    Schrittweise Transformation ist die gemeinsame Klammer in der sich von Marner bis Johnny alle wiederfinden können.

    Nicht meine Erfahrung.

    PS: Eigentlich kann ich auch bei Marner ausser grüneitrigem Geifer keine eigen Meinug entdecken die er nicht von fefe abschreibt. Was mir ehrlich gesagt zum Hals raushängt.

    Was wir sehen ist, dass die durch den Kapitalismus direkt oder indirekt ausgelöste Krisen (indirekt z.B. durch den Klimawandel) in immer höherer Frequenz auftreten, ohne, dass es aus dem Kapitalismus heraus Lösungen gibt die zukünftige Krisen verhindern.


    Um eine bessere Antwort auf diese Krisen zu haben müsste man langfristig, solidarisch und in einem gesunden Verhältnis zur uns Umgebenen Natur agieren. All das ist dem Kapitalismus völlig entgegengesetzt.


    Um so massiver die Krisen werden und um so kürzer der zeitliche Abstand wird, um so mehr wird sich eine Wagenburg Mentalität der verbliebenen reichen Industriestaaten verstärken. Die Bastionen des Kapitalismus werden die Ränder opfern um ihr eigenes Überleben zu sichern. Staaten die in diesem Vorgang zusammenbrechen müssen neue Organisationsformen finden.


    Auch dafür wie diese neuen Organisationsformen aussehen gibt es keine eindeutige Antwort. In Syrien ist der Vorgang teilweise abgeschlossen. Ein solidarisch - sozialistischer Anarchismus der Kurden steht da totalitärem Faschismus unter Assad oder mörderischer Theokratie unter dem IS gegenüber.


    Sicherlich wird ein Wirtschaftssystem, dass dem Kapitalismus sehr ähnlich ist, in Mitteleuropa oder den USA am längsten überleben wenn es nicht von Oben, also durch demokratische Wirkmechanismen Transformiert wird.


    Mir wäre eine Transformation am liebsten. Eine schrittweises überführen in ein nachhaltiges und gerechtes, postkapitalistisches Wirtschaftssystem. Meine Hoffnung dafür schwindet weil ich selbst in einem linken Forum wie diesem dafür wenig bereitschaft sehe.


    Edit: Was sich in den Wagenburgen der westlichen Industriestaaten entwickelt könnte auch ein Postkapitalismus sein, aber eben noch zerstörerischer, autoritärer und ungleicher als der Kapitalismus. Ob Demokratie dabei eine Rolle spielt oder die Kapitalisten lieber offen den Faschismus annehmen ist im Moment auf der Kippe.

    Zitat

    Das tun hier doch alle. Wir legen unsere Hoffnung aber nicht in die immer wieder vorhergesagte und nie eingetretene letzte Krise des Kapitalismus.


    Ein bisschen Plündern hier und da bringt den nicht zum Fall.


    Naja, du schliesst hier von dir auf andere. Es gibt da einige die halten alleine die Vorstellung eines anderen Wirtschaftsystems für Anstössig und können sich einen Nicht-Kapitalismus nicht vorstellen.


    Ausserdem ist es lustig dass du mir irrglauben vorwirfst, weil ich sage dass der Kapitalismus in sich zusammenbricht da er an seinen widersprüchen scheitert, während mir von anderen immer wieder vorgehalten wird ich würde hier einem antikapitalistischen Umsturz durch bolschewiken anhängen.


    Wachstum in den Schwellenländern ist (vielleicht) prinzipiell möglich, aber hat nach allen Studien die es dazu gibt eine totale Klimakatstrophe zur Folge die diesen Planeten ziemlich unbewohnbar machen würde.


    Also, nochmal, wenn wir in Zukunft eine Erde wollen auf der es halbwegs gerecht zugeht und die für unsere Nachkommen bewohnbar ist müssen wir uns dem Problem stellen, dass Kapitalismus als Wirtschaftsystem ausgedient hat. Wir brauchen daher eine Diskussion darüber wie es weitergeht. Mehr will ich gar nicht. Wenn du sagst, dass das hier stattfindet, erzähl das Danton, Marner usw.


    Ich kann das nicht erkennen. Statt dessen wird darüber geschrieben ob Ich oder Utan den richtigen Ton treffen oder arrogant, oder oberlehrerhaft rüberkommen wenn wir auf die langfristige Notwendigkeit eines Systemwechsels bestehen.

    Genau das ist Kapitalismus!

    Genau da liegt der Denkfehler vor dem ich Angst habe.


    Natürlich ist das nicht Kapitalismus. Es ist das Ziel des Kapitalismus, dass Reiche reicher werden, das ist richtig. Kapitalismus aber ist ein Wirtschaftssystem das auf die Investitition des Kapitalis, vornehmlich in Produktionsmittel, beruht und den Mehrwert aus der Ausbeutung von Arbeit und Externalisierung erwirtschaftet. Dazu nochmal Streeck:


    Zitat

    Um also entscheiden zu können, ob der Kapitalismus lebt, stirbt oder tot ist, schlage ich vor, ihn als eine moderne Gesellschaft18 zu definieren, die ihre kollektive Reproduktion als unbeabsichtigte Nebenwirkung individuell rationaler, kompetitiver Profitmaximierung zum Zweck privater Kapitalakkumulation sicherstellt – vermittels eines „Arbeitsprozesses“, der privates Kapital mit kommodifizierter Arbeitskraft kombiniert, um so die Mandevillesche Verheißung der Verwandlung privater Laster in öffentliche Güter wahr werden zu lassen.

    Ebendiese Verheißung, behaupte ich, kann der gegenwärtige Kapitalismus nicht mehr einlösen – womit er am Ende seiner historischen Existenz als aus eigener Kraft reproduktionsfähige, nachhaltige, vorhersagbare und legitime Gesellschaftsordnung angekommen ist.


    Das entscheidende ist, dass Kapitalimus eine Legitimation hat (hatte?) die er aus der herrschenden Ideologie (im Sinne Gramscis) erfährt.

    (Kurz : "Wer arm ist ist selber schuld, wer reich ist hat es sich verdient")


    Die Vermehrung von fiktiven Vermögen durch Pyramidenspiele die, wenn sie dann zusammenbrechen, von den Steuerzahlern "gerettet" werden, ist schon kein Kapitalismus mehr. Dieser Form der Vermehrung der Vermögen hat keine Legitimation in einer Ideologie. Weil den herrschenden Eliten eine Legitimation der Herrschaft fehlt, müssen sie mit anderen Mitteln ihren Herrschaftsanspruch durchsetzen. Dazu braucht man also z.B: ein neues bayerisches Polizeiaufgabengesetz, Überwachung, Entdemokratisierung, immer mehr autoritäre Strukturen, nicht legitmierte Funktionäre ala Mario Draghi als Staatschefs, usw ...


    Ein postkapitalistisches System kann durchaus eines sein, das autoritärer, ungerechter und zerstörerischer ist und dazu dient die Gewinner des Kapitalismus mit allen Mitteln an der Macht zu halten.


    Das ist ja genau der Grund warum ich der Meinung bin, dass man über das Ende des Kapitalismus sprechen soll. Die andere Seite hat sich schon entschieden wie das neue Modell aussehen soll. Es heist "Trumpismus".

    Nur wenn man grundsätzliche wirtschaftliche Zusammenhänge ignorieren will.


    Das alles sind Pyramidenspiele. Kapitalismus, also Investition von Kapital in Erwartung von Renditen (also Wachstum) findet so gut nicht mehr statt. Statt dessen wird mit dem billigem Geld gezockt. Reiche werden dadurch durchaus reicher, aber das ist nicht Kapitalismus, das ist die umgekehrte Reise nach Jerusalem. Wer als letzter aussteigt verliert.


    Frage: Ist das eine vernünftige Basis eines Wirtschaftssystems?

    Warum ist es denn so schwierig über ein neues Wirtschaftssystem nachzudenken?


    Ernsthaft. Ist es weil wir nichts anderes kennen? Weil es Angst macht über ein neues Wirtschaftssystem nachzudenken? Was ist das Problem?

    Falls es noch nicht aufgefallen ist, in den Medien wird dann und NUR dann von einer Krise gesprochen wenn Kapitalisten davon betroffen sind.


    2008 War eine Krise weil Kaptialisten davon betroffen waren. Diese Krise ist nicht überwunden. Seit dem ist unser Finanzsystem ein Zombie der durch Quantitative easing am laufen gehalten wurde. aber niemand sieht einen Ausweg.


    Häuserpreise, Goldpreise, Aktienblasen, Bitcoin-Blase. All das ist Ausdruck der Krise der Kapitalisten. Die Kapitalisten wissen das.


    Ich meinte ganz allgemein solche Aussagen der Wissenschaft:


    Zitat

    "Das Hochwassermanagement muss sich an diese neuen Realitäten anpassen, sonst werden die jährlichen Hochwasserschäden noch schneller steigen als bisher" Günter Blöschl von der Technischen Universität Wien.


    Die Studie dazu ist in der "Nature" erschienen. Link


    Zitat

    „Aus unseren bisherigen Forschungen wussten wir bereits, wie der Klimawandel die Hochwässer Europas in den letzten 50 Jahren beeinflusst hat“, sagt Alberto Viglione, vom Politecnico di Torino, einer der Hauptautoren der Publikation. „Für Zukunftsprognosen ist es aber auch wichtig zu verstehen, ob es sich um eine völlig neue Situation handelt oder ob es bloß eine Wiederholung etwas bereits Dagewesenen ist. Um das zu beurteilen, reichte die Datenlage bisher nicht aus. Wir haben das ausführlich untersucht und können nun klar sagen: Ja, die Hochwässer unterscheiden sich derzeit markant von denen der letzten Jahrhunderte.“


    Das ist argumentativ doch sehr dünn. Du siehst keine Krise des Kapitalismus?

    vielleicht weil du keine Näherin in Bangla Desh bist? Oder nicht in Südafrka, Mali oder irgendeinem anderen Staat befindest der sich gerade unter den Segnungen der Globalisierung auflöst.


    Mein Standpunkt war immer, dass der Klimawandel ein Versagen des Kapitalismus ist und im Kapitalismus die Ziele des Pariser Abkommens nicht erreicht werden können. Ich habe dazu brandneue Studien genannt die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Warum haben die Unrecht? Die sehen eine Krise. Beispiel hier die Studie des MPIfG. Warum werden solche Studien hier immer wieder einfach völlig unkommentiert ignoriert?


    how plausible it is that our complex contemporary society – spanning the globe, under conditions of extreme inequality, and firmly embedded in capitalist modes of production and consumption – will actually enter the path towards achieving the Paris goal by 2050. We ended up with a rather bleak assessment: given our current understanding of enabling and constraining conditions for social drivers that might bring about this great transformation, and given the empirical evidence that we can weigh against this conceptual model of change, we conclude that achieving the Paris goal by 2050 is currently not plausible, however possible it might still be (Stammer et al. 2021).


    Ich bin auch der Meinung, und auch dazu hab ich Studien genannt, dass ein Ende des Wachstums ein Ende des Kapitalismus bedeutet. Was davon, ausser Anekdoten und deiner Beobachtungen, lässt dich Glauben, dass dem nicht so ist?


    Zitat von Wolfgang Streeck: Wie wird der Kapitalismus enden

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    Das Bild, das ich mir vom Ende des Kapitalismus mache – einem Ende, dem wir uns meiner Auffassung nach gegenwärtig nähern – ist das eines aus sich heraus, und ohne dass es einer funktionsfähigen Alternative bedürfte, chronisch funktionsgestörten Gesellschaftssystems. Zwar können wir nicht wissen, wann und wie genau der Kapitalismus verschwinden wird und was nach ihm kommt. Entscheidend ist aber, dass nirgendwo eine Kraft zu sehen ist, von der eine Umkehr der drei Abwärtstrends – beim Wirtschaftswachstum, der sozialen Gleichheit und der finanziellen Stabilität – und die Beendigung ihrer wechselseitigen Verstärkung zu erwarten wäre.

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