Beiträge von AlienObserver

    Was mich wirklich fertig macht an den Aussagen von unserer politischen Elite, und Katja ist nur ein Beispiel für die Mehrheit derjenigen die in unserem politischen System an die Macht gespült werden, ist die kognitive Dissonanz die da zu tage tritt. Unsere Realität und die "Ideen" der politischen Akteure haben nichts mehr miteinander zu tun.


    Es gibt eben jenseits von politischen Aushandlungsprozessen eine empirisch messbare Realität der physikalischen Grenzen unseres Planeten. Man kann über diese empirische Realität genausowenig diskutieren wie über die Schwerkraft. Ein zielgerichteter demokratischer Diskurs kann eigentlich nur gelingen wenn alle Diskursteilnehmer diese Realität anerkennen. Katja und Co. haben sich aber davon verabschiedet. Obwohl die empirischen Fakten über die Grenzen unseres Planeten bekannt sind, sind sie nicht das Fundament auf dem der politische Aushandlungsprozess stattfindet.


    Für Katja ist das Beharren auf der empirischen Realität "das Ideologische Mantra der Erneuerbaren energien". Die Realität ist für sie dagegen das "politisch machbare" in den engen Grenzen der Abhängigkeiten des Machtgeflechts und der Wirtschaftsinteressen in denen sie sich befindet, nicht die emprisch messbare Realität. Jeder der auf der messbaren Realität der planetaren Grenzen als Wahrheit beharrt ist für sie deshalb "Ideologisch", weil er ihrer Vorstellung der politischen Realität widerspricht.


    Die Politik hat sich also von der Realität abgewendet und akzeptiert nur noch die Fiktion des parlamentarischen Systems und der scheinbaren Logik der Mehrheitsfindung. Alles was innerhalb dieser politischen Prozesse nicht vorstellbar ist, ist "unrealistisch" oder "Ideologisch".


    Wenn also nach ihrer Definition das Festhalten an Ideen um jeden Preis , auch wenn diese Ideen der beobachtbaren Wirklichkeit Widersprechen, Ideologie ist, dann ist Klar wer hier tatsächlich der Ideologie nach ihrer Definition schuldig ist. Wissenschaftlich ist natürlich der Ideologiebegriff hier Falsch. Sie verwechselt Ideologie mit Dogma.

    Ehrlich gesagt, sind die Argumente von Katja Adler so absurd, das ich eine Diskussion darüber unerheblich finde. Wenn Katja tatsächlich gegen die einfuhr von LNGs wäre, dann gäbe es zahlreiche Möglichkeiten den Verbrauch fossiler Energieträger massiv einzuschränken, die ihre Partei verhindert.


    Man muss nicht LNGs aus den USA importieren. Wohnraum könnte beschränkt werden. Klare Bestimmungen, dass Vermieter endlich die energetische Sanierung der Mietobjekte betreiben müssen, Einschränkung des Verbrauchs auf unseren Straßen durch eine Verkehrswende, Tempolimit und verschrottung von SUVs, usw. Was sie will ist den Profit durch Förderun von LNGs durch die Freunde ihrer Partei in der In der Ölindustrie hier in DE garantieren.


    Vor allem die Klientel ihrer Partei (Siehe Vortrag von Juliet Schor) ist verantwortlich für einen Großteil des Verbrauchs fosiler Energieträger. Den exzessiven Energieverbrauch durch Schwimmbäder, Privatjets, Motorjachten oder riesige Villen der Überreichen könnte man im Interesse des Gemeinwohls durch Verbote Einschränken. Das zu verhindern ist ihre Agenda.


    Katja Adler ist Verfechterin des Eigentumsfundamentalismus. Die Freiheit der Überreichen ihren Überkonsum zu betreiben steht über allen anderen Interessen des Kollektivs. Der Überreichtum und Überkonsum darf nicht in frage gestellt werden, auch wenn das das überleben aller gefährdet. Das ist was sie vertritt, wenn sie gegen eine "allgemeine Enteignung" spricht. Eigentum und Profit sind zu bewahren, auch auf Kosten zukünftiger Generationen. Es ist der religiöse Kult des Marktes und des Eigentums dem sie angehört.

    Nur damit das klar wird: Auf dem Weg in eine Zukunft in der unsere Gesellschaft irgendwie innerhalb der planetaren Grenzen existiet und wir 100% der Energie aus erneuerbaren gewinnen, wird es zu einer Transformation unseres Wirtschaftssystems kommen. Entweder und wahrscheinlich durch einen Kollaps des Wachstumkapitalismus, weil die verfügbare Energie für die bisherige Produktion nicht mehr ausreicht, oder durch ein (unwahrscheinliches) Degrowth Szenario, dass diese Entwicklung bewusst und sozialverträglich vorweg nimmt.

    ...wurde aber soweit mir bekannt bisher einfach nur darum nicht richtig umgesetzt weil fossile Energie bisher viel zu billig - bzw umgekehrt die Energie aus den EE zu teuer - gewesen ist, es ist daher bisher eher nur ein ökonomisches und kein technisches Problem gewesen.

    Nein, in der Studie wird gezeigt, dass es physikalish unmöglich ist ohne einen Einbruch der verfügbaren Energie den Ausbau der erneuerbaren Energien in den vom IPCC angedachten Entwicklungspfaden durchzuführen. Nicht technisch, politisch oder wirtschaftlich sondern durch knallharte physikalische Grenzen des Machbaren.

    LDR

    In einem systemischen Kontext, vor allem wenn man die Klimaziele, die derzeitigen fossilen Systeme die wir ersetzen müssten und die Geschwindigkeit des möglichen Ausbaus der Erneuerbaren mit Einbezieht, ist die Behauptung dass Erneuerbare beliebig viel Energie Produzieren können ungefähr so sinnvoll, wie zu behaupten, dass im Asteroidengürtel unseres Sonnensystems genügend Ressourcen für unendliches Wachstum zu finden sind.


    Die Realität, und das haben die Studien die ich verlinkt habe durchgerechnet, ist die, dass wir die Klimaziele verfehlen werden und unsere Wirtschaft durch einen Einbruch der verfügbaren energie kollabieren wird, selbst wenn wir die optimistischsten Pfade des Ausbaus der Erneuerbaren zugrundelegen.


    Ob Irgendwann in 100 Jahren Erneuerbare "beliebig viel Energie" Erzeugen könnten ist unerheblich und die Behauptung gefährlich. Sie suggeriert den "Techno-Fix" der uns erlaubt alles weiterzumachen wie bisher, was, wie die Studien Zeigen, nicht möglich ist.


    Die Nature ist nicht im Geschäft unverifizierte Behauptungen zu verbreiten. Wenn jetzt mehrere unabhängige Studien zeigen, dass auch bei Entwicklungspfaden die Erneuerbare priorisieren, wir auf eine massive Energieknappheit zulaufen die unser gesamtes Wirtschaftssystem kollabieren lassen wird, dann frage ich mich warum du an dieser gefährliche Behauptung der unendlichen energieverfügbarkeit durch Erneuerbare weiter festhältst.

    Wie soll man mit so unfassbar unfähigem und ahnungslosen Personal eine Politik gestalten die den Problemen unserer Zeit gerecht wird?


    Mein Fazit: Parteien müssen weg. Es scheint dass sie extrem darin versagen dafür zu sorgen, dass Parlamentarier gewisse Mindestanforderungen des Berufes erfüllen, wie z.B. in der Lage zu sein die eigenen Positionen mit Argumenten zu vertreten.

    Das Schlachtfeld auf dem der Krieg um das Klima statfindet ist die öffentliche Debatte. Wenn Wissing, Söder, Kretschmann, Merz, Lindner und Co. mit ihren Statements heute immer noch nicht auf diesem Schlachtfeld untergehen, dann ist der Krieg wohl als verloren anzusehen.


    Wenn das was Oj in dem Filmausschnitt alles passiert die Auswirkungen des Kimawandels symbolisert, dann denkt im Moment die Mehrheit, dass sie vielleicht die Sahnetorte oder die nasse Farbe erwischt. Dass es der Kugelhagel sein wird, das findet einfach in den Köpfen bisher nicht statt.

    Ich fürchte aber diese Nachricht zeigt auch, dass viele denken, dass die Auswirkungen des Klimawandels irgendiwe nichts schlimmeres als schlechte Alpin-Ski Bedingungen oder Blow Ups auf Autobahnen sind. Manchmal trocknet vielleicht auch der Rhein aus, aber sonst ist der Klimakollaps ja kein Problem das eine gute Klimaanlage oder Schneekanonen nicht lösen können.


    Wenn man sich unsere politische Elite anschaut, dann hab ich nicht das Gefühl, dass Klimawandel in deren Vorstellungen wirklich ein Problem ist. Anders kann ich mir sowas nicht mehr erklären.


    Wissing will Autoverkehr nicht einschränken


    Weniger Autos für mehr Klimaschutz? Verkehrsminister Wissing hält nichts von staatlichen Maßnahmen, um den Verkehr einzuschränken. Er will dagegen mehr E-Autos und CO2-neutrale Kraftstoffe, aber auch Investitionen ins Straßennetz.In der Diskussion um den Klimaschutz lehnt Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) staatliche Maßnahmen ab, die auf eine Reduzierung des Straßenverkehrs abzielen. "Die Lösung kann nicht sein, dass wir den Straßenverkehr in Deutschland einschränken", sagte er der "Bild am Sonntag". "Wir müssen klimaneutralen Verkehr auf der Straße ermöglichen, mit mehr E-Autos und CO2-neutralen Kraftstoffen, auch im Güterverkehr."Denn Wissing betonte den Stellenwert des Autos: "Autofahren bedeutet Freiheit, Flexibilität und Privatsphäre, im ländlichen Raum und im Alter außerdem Teilhabe und Selbstbestimmung", sagte er der Zeitung. "Die Deutschen erwarten deshalb zu Recht, dass unsere Straßen in einem guten Zustand sind." Wissing fügte hinzu: "Auch wenn es nicht allen gefällt: Es wird auf deutschen Straßen mehr Verkehr geben und wir müssen damit umgehen. Sonst steht die Wirtschaft bald still und wir verlieren Arbeitsplätze."

    In der UBahn wurde ich mit dieser News Sensation belästigt:


    Zitat

    Norwegens Biathleten wollen ihren Sport retten – mit Klimaschutz-Projekt

    Norwegens Biathleten drängen auf ein effektiveres Handeln gegen den voranschreitenden Klimawandel, um den Schnee und ihre eigene Sportart zu retten. "Wir Biathleten sind sicherlich Teil des Problems und wollen deshalb mit unserer Stimme das Licht auf das Thema werfen. Ich will versuchen, den Winter zu retten, aber ich bin Biathlet – kein Klimaexperte", sagte der norwegische Biathlet Sturla Holm Laegreid. Seine Teamkollegin Ingrid Landmark Tandrevold ergänzte: "Unsere Botschaft ist schlicht und einfach – sowohl die Behörden als auch die Wirtschaft und wir müssen im Sport mehr tun."


    Wahrscheinlich bin ich irgenwie gestört, aber diese Nachricht treibt mich um. Irgenwas daran stört mich, auch wenn ich es natürlich begrüße dass Biathleten was gegen den Klimawandel tun wollen.


    Trotzdem musste ich an diese Oj Simpson Szene aus der Nakten Kanone denken:


    Ein wichtiger Punkt den die Green growth Verfechter böswillig unterschlagen ist, dass der Löwenanteil der Produktivitätssteigerung durch den Einsatz von Diesel erreicht wurde. Transport, Schwerindustrie, Baugewerbe Bergbau uvm wird mit Diesel betrieben.


    In den letzten 15 Jahren, seit dem rückgang der Rohöl Produktion, sind global die verfügbaren Fossilen Brennstoffe immer leichter geworden. Fracking hat den Rückgang der ölproduktion angeblich ersetzt, aber statt Diesel wird heute vermehrt LNG gefördert. Bisher gibt es keinen nachhaltigen Ersatz für Diesel. Was passiert wenn wir die Diesel Industrie nicht mehr betreiben können wird bis Jetzt nicht beantwortet.


    Wie viele LKWs, Bagger oder Containerschiffe sind bisher elektrisch oder mir e-fuels betrieben?


    Der Anteil an LNGs und anderen minderen Brennstoffen wie Butan oder Propan beträgt inzwischen 40 Prozent der sog. Ölproduktion.


    Die Produktivitätssteigerungen durch den Einsatz von Fossilen Brennstoffen in der Vergangenheit sind nicht einfach so in die Zukunft zu übertragen. Was immer Diesel ersetzen wird,wird diesen massiven Produktivitätsgewinn nicht mehr erreichen.

    das ist das narrativ der Ökonomen, die Realität sieht anders aus. In den letzten Jahrzehnten, (ca seit 90) findet diese Form der Profitgenerierung nur noch marginal statt. Statt dessen wurde der Profit durch Lohndumping geschaffen. Outsourcing in die Länder in denen z.B. autoritäre Regime hungerlöhne durchsetzen können und Arbeiter unterdrückt werden, sorgen für billige Nahrungsmittel, Fernseher oder 2 € T-Shirts im Westen.


    Was wir heute vorfinden ist die Externalisierungsgesellschaft, die Profit auf Kosten der Umwelt, der Menschen in der Zukunft oder in anderen Ländern für die wenigen Überreichen generiert. Die realen Löhne sind selbst in den westlichen Industriegesellschaften gesunken und das angebliche generierte "Wachstum" kam ausschliesslich ganz oben an. Um so fortgeschrittener Industriegesellschaften sind, um so schwieriger wird es Profite durch tatsächliche Prduktivitässteigerung zu erwirtschaften.


    Wenn noch Wachstum stattfindet, dann in neu erschlossenen Märkten wie Mobiltelefone oder Spielekonsolen. Beispiel aus den 90ern: Sony hat zu zeiten der Playstation1 3% seines Umsatzes mit der Konsole generiert, aber 98% des Gewinns. Die Produktion von Fernsehern, Waschmaschinen oder anderen alltäglichen Konsumgütern ist schon lange Ausgereift. Der Spielraum für Produktivitätssteigerungen seit jahrzehnten ausgeschöpft.


    Desweiteren wird heute Profit generiert durch den Finanzkapitalismus und den Überwachungskapitalismus, was beides ebenfalls Teilaspekte der Externalisierngsgesellschaft sind. Im wesentlichen hat der Kapitalismus eigentlich aber schon immer vor allem Allgemeingüter/Commons Verwirtschaftlicht nachdem man die Allgemeinheit (die commoners) enteignet hat um sie dann in Arbeit zu zwingen die sie sonst nicht verrichten würden.


    Die Mähr vom Produktivitätsgewinn ist heute eine Lüge. Siehe dazu z.B.Robert J Gordon:


    growth.jpg


    Ich wil dich nur von der Position wegbringen, dass Erneuerbare in der Lage wären ohne eine sozioökologische Transformation unsere Probleme zu bewältigen.


    Eine technische Lösung, die bei forgesetzten Wachstum die Erreichung der Klimaziele ermöglicht, gibt es nicht. Das hab ich bei dir aber nie so gehört. Auch bin ich nicht gegen den Einsatz von Erneuerbaren Energien oder dagegen die Transformation auch mit Fossiler Energie anzugehen, aber du versprichst die uneingeschränkte Wirtschaftsproduktion, bei gleichzeitigem Umbau auf erneuerbare Energien. Das ist was die Green Growth Enthusiasten ebenfalls versprechen. Dieses Versprechen ist aber nicht einlösbar sondern von Ideologie getrieben die die Grenzen des Machbaren ignoriert.

    Zu dem Artikel. ich habe jetzt aus Zeitmangel nicht den ganzen Artikel gelesen, aber nach 1 Minute hab ich gefühlt wieder 100x EROI gelesen, also kann ich mir schon denken in welche Richtung das wieder geht, darüber haben wir ja schonmal diskutiert, die Zahlen zum Energiebedarf für PV sehen zB grob so aus:

    Übrigens haben im Peer Review Prozess der Nature die Ideologen der Green Growth Ideologie auf den Artikel Eingewirkt und haben Modelle die die pessimistischsten eroi Werte der Erneuerbaren zugrundelegen verhindert. Die Studie ist also sogar biased in richtung optimistischsten eroi der Erneuerbaren. Anscheinend aber gibt es da einige Zahlen an denen du religiös festhältst und dich auch nicht von so kleinigkeiten wie jetzt schon dem zweiten Artikel im renommiertesten Naturwissenschatlichen Magazin abbringen lassen willst.

    Was dieser Artikel zeigt, ist,dass es unumstößliche Daten gibt, die einer Vision der Energiewende ohne Wachstums Einbußen, widersprechen. Auch Wohlmeinende Ingenieure wie LDR sollten diese Fakten realisieren und nicht weiter die Idee eines Techno-Fixes für die Energiewende versprechen. Die messbare Realität ist mit einer technischen Lösung nicht vereinbar. Eine veränderung unseres kollektiven Verhaltens ist unvermeidbar.

    In der Nature am 14 November wurde dieser Artikel veröffentlicht, der die CO2 Emmissonen für eine Decarbonisierung berechnet. Bei welchem CO2 Ausstoß würden wir landen wenn wir das verbliebene Öl zur Umsetzung einer Energiewende nutzen würden.


    Zitat

    Abstract

    Achieving the Paris Agreement will require massive deployment of low-carbon energy. However, constructing, operating, and maintaining a low-carbon energy system will itself require energy, with much of it derived from fossil fuels. This raises the concern that the transition may consume much of the energy available to society, and be a source of considerable emissions. Here we calculate the energy requirements and emissions associated with the global energy system in fourteen mitigation pathways compatible with 1.5 °C of warming. We find that the initial push for a transition is likely to cause a 10–34% decline in net energy available to society. Moreover, we find that the carbon emissions associated with the transition to a low-carbon energy system are substantial, ranging from 70 to 395 GtCO2 (with a cross-scenario average of 195 GtCO2). The share of carbon emissions for the energy system will increase from 10% today to 27% in 2050, and in some cases may take up all remaining emissions available to society under 1.5 °C pathways.


    Es ist in Essenz eine totale Abrechnung mit der Idee des Green Growth.


    Nate Hagens hat einen der Autoren hier im Interview: