Bundestagswahlen 2021

  • Und weil die anscheinend keine Experimente machen hat schon Adenauer damals damit Wahlwerbung gemacht:

    800px-CDU_Wahlkampfplakat_-_kaspl019.JPG

  • Ja, damit sagst du uns hier vermutlich nichts Neues. Geht aber ja um #gefühltesdeutschland

    Ich meinte das mit dem Kontrast eher so vonwegen das man das nach/neben der Umfrage mal hätte erwähnen können, zumindest wenn man eher neutralen Journalismus betreiben will und zur Aufklärung beitragen will, so wirkt das ja eher wie Propaganda auf mich.

  • Beitrag von Otzenfritz ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().

  • Ich habe kein Festnetz zu Hause und stehe auch in keinem Telefonbuch, bin aber trotzdem vor ein paar Monaten mal auf dem Handy für eine Umfrage angerufen worden.


    Normalerweise gehe ich gar nicht ran, wenn ich die Nummer nicht kenne, aber aus irgendeinem Grund habe ich es doch gemacht. Der Typ am anderen Ende tat mir schnell ein bisschen leid, weil ich immer irgendwelche Nachfragen hatte und er nicht wusste, was er darauf antworten soll. Also habe ich da mitgemacht, weil ich dachte, dass der bestimmt totalüberwacht wird und seinen prekären Job verliert, wenn er zu wenig Leute zum mitmachen bringen kann. Außerdem wollte ich mal wissen, wie solche Umfragen eigentlich konkret gemacht werden.


    Stellte sich raus, dass mein Gesprächspartner, bzw. das Callcenter für das er arbeitete, offenbar gleich mehrere Umfragen für unterschiedliche Auftraggeber mit einem Anruf zu erledigen hatte. Da waren dann Fragen zur Pandemie, zur Politik der Bundesregierung, aber auch zum Konsumverhalten inklusive Medienkonsum, und schliesslich zu ganz konkreten Produkten mit dabei. Hat ziemlich lange gedauert und ich habe es ein bisschen bereut, dass ich da mitgemacht habe.


    Aber das interessanteste war natürlich, dass die Fragen zu politischen Themen immer nur auf Antworten abzielten, die eine Einordnung irgendeiner politischen Handlung oder Partei auf einer fünfstufigen Skala zwischen sowas wie: "nein", "eher nein", "weiß nicht", "eher ja", und "ja" verlangten.

    Da ging es mir wie mit dem Wahl-o-mat: Bei vielen politischen Fragen - vor allem wenn es um Themen geht, mit denen man sich nicht ständig beschäftigt - braucht man eigentlich mehr Kontext.

    Und eine Formulieriung wie "Soll der Solidaritätszuschlag für alle abgeschafft werden?" (kam bei mir im Wahl-o-mat) ist z.B. schon fast wieder Propaganda für die Kapitalfraktion, weil sie suggeriert, es müssten noch alle den Soli zahlen, obwohl er seit 2021 nur noch für die oberen Einkommensgruppen ab ca. 6.000,- EUR Monatseinkommen erhoben wird.

    Man würde also als DurschnittsverdienerIn vielleicht mit "Ja" stimmen, weil man den Soli nicht mehr zahlen will, damit aber eigentlich gar nicht sich selbst, sondern nur noch die oberen EinkommensbezieherInnen entlasten.


    So ähnlich waren aber auch viele der Fragen in der Umfrage formuliert. Das mag jetzt ein anekdotischer Einzelfall gewesen sein und nicht die Regel, aber ich wäre da trotzdem vorsichtig bezüglich der Aussagekraft von Erhebungen, wie z.B. der zur "Kompetenz" von Parteien zu komplexen Themen.

  • Sommerpause ist vorbei:


Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!