Kapitalismus


  • am besten ...

    als der moderator sie versucht bloss zustellen und fragt "Sie sind komunistin ...

    antwortet sie " das ist man wenn man in der komunistischen partei ist .. haha super ich liebe sie schon. dabei bin ich nichtmal komunist.. aber vielleicht hat sie ja doch wenn sie es ist :d

    Nachdem was ich gelesen hab, sind die halt sehr bürgernah. Und ich denk mal, dann ist es den Leuten auch egal, ob die sich Kommunisten oder Spacealiens vom Mars nennen. Eigentlich sind die weit entfernt davon irgendwie ne Stalin-Diktatur oder ne klassenlose Gesellschaft, oder wie man Kommunismus sonst noch interpretieren kann, aufzubauen, sondern machen einfach klassische sozialdemokratische Politik, wie es z.B. die SPD machen sollte. Leider gabs halt über die letzten Jahrzehnte, entgegen der Behauptung von "Linksrutsch", einen Rechtsruck in der Politik und schon kleinste soziale Sachen wie verstaatliche Wohnungsgemeinschaften werden für planwirtschaftlichen Diktatur gehalten🤷‍♂️

  • https://www.oxygen.com/true-cr…overty-industrial-complex


    Zitat

    [...]

    Companies known for integral roles in our country’s defense industry — like Lockheed Martin and Northrop Grumman — may also be contracted with the government to provide other services, like child support offices, Medicaid services, health insurance call centers and welfare-to-work programs. States turn to these private consultants and companies to develop strategies that reduce costs and maximize revenue.


    “Northrop Grumman, in addition to building tanks, they are also making billions in contracts for state governments that are supposed to serve the poor, but their focus isn’t about what’s best for the poor, their focus is about the bottom line of their company,” Hatcher said in the series.

    [...]

    https://www.imdb.com/title/tt11822998

  • Kann man sogar verstehen, ohne ein einziges Wort von Marx gelesen zu haben:



  • Bissl Ideen pushen😅naja

  • Kann man sogar verstehen, ohne ein einziges Wort von Marx gelesen zu haben:


    ES TUT SO WEEEEEEEEEEEEEEEEEEH!!! 😡😡😡😡👿👿

  • Ich möchte gerne eine These aufstellen, die liebend gerne diskutiert oder auch entkräftet werden darf (was höchstwahrscheinlich auch geschehen wird): "Das momentane Wirtschaftssystem Deutschlands hat dem Land gutgetan- Jetzt ist es allerdings Zeit für andere Themen, Umwelt zum Beispiel!"


    Ja, Kapitalismus ist nicht immer gut, doch Kapitalismus bringt durchaus Vorteile mit sich: Man hat Ziele im Leben, man möchte reich, berühmt, angesehen etc. werden und arbeitet so mit einer zugegeben nicht sehr schönen Motivation, trotzdem tut diese dadurch erbrachte Leistung dem Land und den Menschen im Land gut. Wobei Aufstreben und Ziele ja grundsätzlich natürlichen Ursprungs sind, und - solange es niemandem schadet- durchaus im Ordnung sind.


    Kapitalismus darf jedoch nicht radikal durchgeführt werden, ebensowenig wie andere Wirtschaftsformen. Eine gute Mischung muss dahingehend angewandt werden, und ich denke, im Grunde werde ich im Namen vieler sprechen, wenn ich sage, Deutschland hat in der Vergangenheit diese Mischung recht gut gefunden und sich so nach (zum Glück!!!!!) zwei verlorenen Weltkriegen wieder hochgekämpft, sodass wir sagen können: Uns geht es verdammt gut!


    Ein weiterer Vorteil des Kapitalismus ist die Freiheit, und auch wenn das sehr nach FDP klingt, ist Marktfreiheit ein wichtiges und auch demokratisches Gut. Zu viele Verbote können der Wirtschaft, dem Aufstreben und der Motivation, also auch Geldfluss und Lebensqualität der Gesellschaft schaden. Wer frei in seinem Handeln ist, ist frei in seiner Kreativität, das kann eine Gesellschaft weiterbringen.


    Kreativität, Marktfreiheit, richtig eingesetzter Kapitalismus, all das kann also gut sein für die Gesellschaft, und das war in der Vergangenheit durchaus manchmal so. Doch jetzt, gegenwärtig, vor unseren Augen, erleben wir einen Umbruch, Klimawandel, der Veränderung erfordert, ebenfalls jetzt, gegenwärtig und deshalb leider auch (z.B. an der Tankstelle) sichtbar vor unseren Augen. Diese Vorgänge müssen gerecht zugehen, es reicht nicht, wenn nur ein Teil der Menschheit dies mitmacht und der Rest zuguckt, wir müssen alle mitnehmen, und deswegen ist soziales Denken wichtiger und richtiger, auch wirtschaftlich, als Freiheit und Kapitalismus, Geldvermehrung ohne Ende und Ungerechtigkeit.

    Jede Person muss dafür vielleicht auf ein paar Dinge verzichten, aber wenn wir das nicht tun, wird jede Person auf viel mehr Dinge verzichten müssen, deswegen ist das ganze so wichtig, und deswegen verstehe ich den Herrn Lindner in seinem schicken Polohemd nicht.


    Ja, wir haben Schulden, und ja, wir müssen sehen, dass wir nach Corona den ganzen (Wirtschafts-)Laden wieder zum Laufen kriegen, aber hey, wir sind Deutschland, wir haben schon so vieles geschafft, warum sollen wir das nicht schaffen? Umweltschutz und Nachhaltigkeit wird Arbeitsplätze schaffen, natürlich werden ein paar wegfallen, aber alles in Allem werden trotzdem viel mehr dazukommen! Wir brauchen eine gewisse Kontrolle, denn natürlich sind andere Bereiche wie Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung auch wichtig und voller Förderungsbedarf (auch deswegen darf es so etwas wie BER oder Gorch Fock nie, ich betone: NIE wieder geben! ) aber zentral im Vordergrund muss das eine Thema stehen, und diese Meinung ist nicht aus irgendwelchen Ideologien geboren sondern wissenschaftlich bewiesen.



    Wirtschaft ist ein spannendes Thema, ein wichtiges Thema, ein heiß diskutiertes Thema. Aber Wirtschaft ist letztendlich dazu da, dass es der Menschheit gut geht. Ohne die gescheiten Lebensbedingungen kann das aber nicht geschehen, weswegen man Thesen wie "Wirtschaft vor Klimaschutz" (frei zitiert von Friedrich Merz) nochmal überdenken sollte, und weswegen ich sehr toll finde, dass jetzt ein paar schöne Plätze in der Opposition für die CDU frei werden, wenn sich die Ampel anstrengt! (Ja, die FDP-Kröte muss man da halt schlucken...)

  • Kreativität, Marktfreiheit, richtig eingesetzter Kapitalismus, all das kann also gut sein für die Gesellschaft, und das war in der Vergangenheit durchaus manchmal so. Doch jetzt, gegenwärtig, vor unseren Augen, erleben wir einen Umbruch, Klimawandel, der Veränderung erfordert, ebenfalls jetzt, gegenwärtig und deshalb leider auch (z.B. an der Tankstelle) sichtbar vor unseren Augen. Diese Vorgänge müssen gerecht zugehen, es reicht nicht, wenn nur ein Teil der Menschheit dies mitmacht und der Rest zuguckt, wir müssen alle mitnehmen, und deswegen ist soziales Denken wichtiger und richtiger, auch wirtschaftlich, als Freiheit und Kapitalismus, Geldvermehrung ohne Ende und Ungerechtigkeit.

    Jede Person muss dafür vielleicht auf ein paar Dinge verzichten, aber wenn wir das nicht tun, wird jede Person auf viel mehr Dinge verzichten müssen, deswegen ist das ganze so wichtig, und deswegen verstehe ich den Herrn Lindner in seinem schicken Polohemd nicht.

    Wie stellst du dir das vor?

    China steigt aktuell nicht aus der Kohle aus, die steigen erst in die Kohle ein. In China, wo hunderte neue Kohlekraftwerke gebaut werden (die dann natürlich auch Jahrzehnte betrieben) und auch außerhalb von China, wo die Chinesen anderen Nationen Kohlekraftwerke bauen.

    Die Amerikaner interessieren sich ziemlich wenig für Klimaschutz und auch in Europa sehen wir bis jetzt viele Lippenbekenntnisse, aber wir werden ja sehen, was dann tatsächlich dabei rum kommt.

    Ganz zu schweigen von dritte Welt Ländern, denkst du wirklich, die werden einfach so darauf verzichten, durch fossile Brennstoffe ihren Lebensstandard zu erhöhen?

    Auch die Scheichs in Saudi-Arabien und Diktatoren in Venezuela werden sicher nicht zurückstecken, nur weil DU das gerechter findest.


    Herr Lindner im schicken Polohemd will sich auf diese Staaten konzentrieren, wo man wirklich einen Unterschied machen kann. Das ist nicht einfach, aber trotzdem bringt es mehr.


    Ironischerweise kann Deutschland im Ausland nur einen Einfluss ausüben, wenn wir weiter durch unsere Exporte eine wichtige wirtschaftliche Rolle für andere Staaten spielen.


    Das beste, was man in Deutschland gegen den Klimawandel tun kann, ist mehr Kapitalismus zu wagen. Davon haben wir nämlich viel zu wenig.

  • In China, wo hunderte neue Kohlekraftwerke gebaut werden (die dann natürlich auch Jahrzehnte betrieben) und auch außerhalb von China, wo die Chinesen anderen Nationen Kohlekraftwerke bauen.

    Na, na, na, @Indi!


    Jetzt aber vor lauter Freudentaumel, Koks und Schampus über die fdP-Regierungsbeteiligung nicht schlampig werden bei der Fake-News Verbreitung, liebe Propagandabot-Admins von der Initiative.


    Das ist einfach zu leicht als aus dem Ar$€# gezogener Nonsens zu ergoogeln:

    Chinas Staatschef Xi: Aus für Kohlekraftwerkbau im Ausland

    Umweltschützer sprechen von einem wichtigen Signal: Chinas Staatschef Xi hat in der UN-Generaldebatte angekündigt, dass man keine Kohlekraftwerke im Ausland mehr bauen werde. Doch es bleiben Fragen.


    Xi betonte in seiner Rede, dass die Volksrepublik bis 2060 ein klimaneutrales Land sein werde. China werde sich außerdem bemühen, ab spätestens 2030 den Ausstoß von CO2 erstmals zu reduzieren.[...]

    Die Volksrepublik China ist der mit Abstand größte Emittent klimaschädlicher Gase. Beim CO2-Ausstoß pro Kopf hat das Land inzwischen die EU überholt, Tendenz steigend. Gleichzeitig investiert Chinas Staatsführung massiv in den Ausbau der erneuerbaren Energien und in die CO2-freie Atomkraft.

    Vielleicht mal in den Uran-Rohstoffhandel einsteigen? No risk, no fun!

  • Check your facts, China baut erstmal weiter neue Kohlekraftwerke im In- und Ausland.

    Lediglich etwas weniger neue im Ausland und irgendwann gar keine mehr.


    Wollte man den Klimawandel aber bekämpfen, müsste man Kohlekraftwerke stilllegen, nicht neue bauen.


    Aber da sind Linke nicht intelligent genug, das zu verstehen.

  • In dieses Faktenproblem (keine Ahnung, wer von euch beiden recht hat) mische ich mich mal nicht ein, trotzdem steht für mich fest: Deutschland kann in der Welt eine Vorbildrolle einnehmen, irgendwer muss ja mal anfangen. Wie schon gesagt, das alles darf nicht über alle Maßen auf Kosten anderer wichtiger Sachen gehen, aber allein durch Diplomatie bekommen wir das Problem auch nicht gelöst, da müssen erstmal Taten folgen xD.


    Die These mit den Kohlekraftwerken unterstütze ich, die von Industrieller zuletzt genannte These nicht, ist halt a bissl verallgemeinernd und aggressiv, ne?

  • In dieses Faktenproblem (keine Ahnung, wer von euch beiden recht hat) mische ich mich mal nicht ein, trotzdem steht für mich fest: Deutschland kann in der Welt eine Vorbildrolle einnehmen, irgendwer muss ja mal anfangen. Wie schon gesagt, das alles darf nicht über alle Maßen auf Kosten anderer wichtiger Sachen gehen, aber allein durch Diplomatie bekommen wir das Problem auch nicht gelöst, da müssen erstmal Taten folgen xD.


    Die These mit den Kohlekraftwerken unterstütze ich, die von Industrieller zuletzt genannte These nicht, ist halt a bissl verallgemeinernd und aggressiv, ne?

    Was genau findest du denn aggressiv an meiner These?

    Der Kapitalismus hat überall auf der Welt Wohlstand für die breiten Massen geschaffen. In Landern, in denen er stärker ausgeprägt war (Singapur, Hong Kong, Schweiz, Chile, Südkorea, Westdeutschland) deutlich mehr als in vergleichbaren Nachbarländern, in denen er schwächer ausgeprägt war.


    Und besonders wichtig, der Kapitalismus hatte immer weniger CO2-Emissionen als nicht kapitalistische System.

    Nur wer einen Anreiz hat, Profit zu machen, wird so sparsam wie möglich mit den Ressourcen umgehen. Wer keinen Profitanreiz hat, wird verschwenderisch mit den Ressourcen umgehen, weil es das Leben einfacher macht und er ja dann eh nicht den Verlust tragen muss.

  • Ich möchte gerne eine These aufstellen, die liebend gerne diskutiert oder auch entkräftet werden darf (was höchstwahrscheinlich auch geschehen wird): "Das momentane Wirtschaftssystem Deutschlands hat dem Land gutgetan- Jetzt ist es allerdings Zeit für andere Themen, Umwelt zum Beispiel!"


    Kapitalismus darf jedoch nicht radikal durchgeführt werden, ebensowenig wie andere Wirtschaftsformen.


    (Trigger-Warning! - Es folgt eine stark verkürzte Kapitalismuskritik)


    Die These, der Kapitalismus habe "dem Land" gut getan und die Forderung, Kaptalismus dürfe nicht "radikal" durchgeführt werden, widersprechen sich.


    Der Fehler ist dabei vor allem in der falschen Annahme begründet, es handele sich beim Kapitalismus lediglich um eine "Wirtschaftsform".


    Tatsächlich ist der Kapitalismus ein sozioökonomisches System, welches die gesamte Gesellschaft seinen systemischen Zwängen unterwirft. Und das tut es aus folgenden Gründen:


    1. Ware gegen Geld


    In der kapitalistischen Marktwirtschaft wird alles was die Gesellschaft zum Überleben braucht dem Zwang untergeordnet, Waren gegen Geld einzutauschen. Alles was die Menschen in dieser Gesellschaft tun, hat - sofern es nicht rein privat im engsten Freundes- und Familienkreis getan wird - den erfolgreichen Verkauf von Gütern und Dienstleistungen in Form handelbarer Waren zur Bedingung. Selbst das "Privatleben" und die "Freizeit" der Menschen sind in dieser Gesellschaft kaum ohne den Austausch von Geld gegen Waren zu bewerkstelligen. Auch private Schenkungen sind - sofern sie nicht selbt aus in der Natur frei verfügbaren Ressourcen hergestellt wurden - auf den käuflichen Erwerb von Waren angewiesen die dann verschenkt werden können.


    Es spielt keine Rolle, ob ich Unternehmer bin, dem eine Fabrik gehört, die Steuerungselektrońik für Lenkwaffensysteme an einen Waffenkonzern verkauft, ob ich ein kleines Ladengeschäft betreibe, in welchem ich selbst geschneiderte Kleidung anbiete, oder ob ich abhängig angestellt bin und bei meinem Arbeitgeber meine Arbeitskraft pro Zeit gegen Geld eintausche, um mir damit dann Waren zu kaufen, die ich für meinen Lebensunterhalt benötige.


    In jedem Fall ist das Ziel der Tausch einer Ware gegen Geld. Dabei erfolgt dieser Tausch auf einem Markt, auf dem alle VerkäuferInnen gegeneinander um die Gunst der KäuferInnen konkurrieren.


    Auch die individuelle Arbeitskraft wird im Kapitalismus zu einer Ware. Kann sie nicht erfolgreich und in ausreichender Menge gegen Geld eingetauscht werden, dann fehlen dem arbeitenden Individuum die Mittel zum Tausch gegen Essen, Kleidung, Energie, oder ein sicheres Zuhause - also für die DInge die es braucht, um zu überleben.


    Es spielt dabei ebenfalls keine Roille, ob mir meine Lohnarbeit Spaß macht, weil ich zum Beispiel ein Kunsthandwerk ausübe und mein "Hobby "zum "Beruf" gemacht habe, weil ich Buchhalter bin und Freude an Tabellenkakulationen finde, oder ob es mich mit Befriedigung erfüllt, anderen Menschen die Haare zu schneiden.

    Wenn ich für meine Tätigkeit kein Geld bekomme, dann ist sie in dieser kapitalistischen Markt- und Warengesellschaft nichts "wert". Wenn ich spannende Romane schreibe, herzzerreissende Symphonien komponiere, oder wunderschöne Blumen züchte, diese Produkte meiner Arbeit aber nicht gegen Geld eintauschen kann, dann muss ich entweder hungern und frieren, oder mir eine Lohnarbeit suchen, die mir das nötige Tauschmittel zum Überleben einbringt - ganz egal ob sie mir Spaß macht, oder nicht.


    Der gesellschaftliche (nicht private, persönliche, individuelle!) Wert einer Ware, also einer Dienstleistung oder eines physischen Gutes, wird in dieser Gesellschaftsform nicht dadurch bestimmt, wie nützlich sie ist, sondern dadurch, wie viel Geldwert sich mit ihrem Verkauf auf dem Markt verdienen lässt.


    Alle Faktoren der gesellschaftlichen Wertschöpfung sind im Kapitalismus davon abhängig, dass dieses Marktprinzip funktioniert, und dass die in dieser Gesellschaft organisierten Individuen erfolgreich Handel mit Waren treiben.


    2. Privates Eigentum an den Produktionsmitteln


    Eine zwingende Voraussetzung zum Verkauf von Gütern und Dienstleistungen (-> Waren) ist das private Eigentum an denselben. Ich kann nur Dinge verkaufen oder vermieten, die mir gehören. Die Lenkwaffensteuerungselektronik, die ich als Unternehmer an andere Unternehmerinnen verkaufe, gehört mir, weil mir die Fabrik gehört, in welcher sie hergestellt wird und weil ich zuvor die Rohstoffe, die Vorprodukte und die menschliche Arbeitskraft, die ich für ihre Produktion benötige am Markt gegen Geld eingetauscht und somit zu meinem Eigentum gemacht habe.


    Das unterscheidet mich als Unternehmer und Arbeit-"geber" ganz grundsätzlich von Arbeit-"nehmerInnen", obwohl wir letztendlich alle - UnternehmerInnen wie abhängig Beschäftigte - vom erfolgreichen Tausch von Waren gegen Geld abhängig sind.


    Im Gegensatz zu meinen abhängig beschäftigten Angestellten gehören mir die physischen Mittel zur arbeitsteiligen Produktion von Waren. Um ihre Arbeitskraft erfolgreich gegen Geld eintauschen zu können, benötigen meine Arbeitskräfte diese Produktionsmittel. Sie können nicht auf eigene Faust im Hobbykeller die Steuerungelektronik für Lenkwaffensysteme zusammen löten. Sie müssen sich daher bei mir um einen Arbeitsplatz bewerben und dabei gegen andere AnbieterInnen von Arbeitskraft konkurrieren. Ich kaufe ihre Arbeitskraft am Arbeitsmarkt ein.


    Der Preis den ich für die Ware Arbeitskraft zu bezahlen bereit bin, ist einerseits abhängig davon, wie erfolgreich ich meine Waren verkaufen kann, und andererseits davon, wieviel vom Verkaufserlös ich mit meinen ArbeiterInnen teilen möchte, wieviel davon ich in neue Produktionsmittel investiere, und wieviel ich für mich selbst als "Unternehmerlohn" einbehalte.


    Die Entscheidung über diese Verteilung obliegt alleine mir als Eigentümer der Produktionsmittel. Sie sind mein privates Kapital.

    Wenn ich einen Teil der Erträge meines Unternehmens in die Anschaffung neuer Produktionsmittel investiere, dann vergößere ich meinen Kapitalstock. Ich habe dann mehr geldwertes Eigentum als zuvor. Ich akkumuliere Kapital in meinen privaten Händen.


    Die Menschen, die in meiner Firma arbeiten haben dabei kein gleichwertiges Mitspracherecht, obwohl sie viel mehr Leute sind als ich, weil ihnen die Firma nicht gehört. Sie sind daher abhängig - von mir und meinen Entscheidungen - beschäftigt.


    3. Das Kapital als Ware


    In aller Regel gehört mir als Unternehmer die Firma eigentlich gar nicht alleine. Meine Investitionen kann ich nicht aus den laufenden Erträgen finanzieren, aus denen ich ja schon meine laufenden Unterhaltskosten, Rohstoffe, Vorprodukte, sowie die Löhne meiner Angestellten und meinen eigenen "Unternehmerlohn" bezahlen muss.


    Ich muss dafür also entweder einen Kredit bei einer Bank - sprich: bei einem anderen privaten unternehmen - aufnehmen, oder mir andere GeldgeberInnen suchen, die bereit dazu sind, gegen das Versprechen auf Kapitalrendite in mein unternehmerisches Kapital zu investieren.

    Ich muss also letztendlich nicht nur als Anbieter von Waren auf dem Warenmarkt, sondern auch als Nachfrager von Investitionskapital auf dem Kapitalmarkt mit anderen UnternehmerInnen konkurrieren.


    Die Entscheidung darüber, welche Investition sinnvoll ist und welche nicht, wird auf den Finanzmärkten weitgehend losgelöst von der Frage gefällt, ob das investierte Kapital zur Produktion nützlicher Waren eingesetzt, oder ob damit nutzloser Plunder hergestellt wird.

    Entscheidend ist für die KapitalanlegerInnen nur die Höhe der zu erwartenden Rendite auf das eingesetzte Geldvermögen.


    Der "Preis" den ich als Unternehmer am Kapitalmarkt für Fremdkapital bezahlen muss, richtet sich also nicht primär danach, ob meine Lenkwaffensteuerungselektronik besonders innovativ, effizient, nachhaltig, etc. ist, oder danach, wie effektiv die mit ihr ausgestatteten Lenkwaffen Hochzeitsgesellschaften in Afghanistan in die Luft sprengen können, sondern in erster Linie danach, für wie wahrscheinlich es meine KapitalgeberInnen halten, dass ich mit ihrem Geld meinen Umsatz, ausreichend steigern kann, um ihnen die erwarteten Kreditzinsen, Aktiendividenden, Gewinnbeteiligungen etc. auszahlen zu können.


    Wenn mein Unternehmen eine Aktiengesellschaft ist, dann zählt zwar auch der langfristige Wertzuwachs der sich mit einem steigenden Aktienkurs erzielen lässt, aber auch hierbei ist nicht die Nützlichkeit der Produkte die der Konzern verkauft maßgebend für die Nachfrage nach dieser Form der Kapitalanlage an der Börse, sondern der geldwerte Umsatz, den es mit ihrem Verkauf erzielt und hoffentlich auch in Zukunft erzielen wird, damit der Kurs der Aktie nicht sinkt.


    Das Kapital und schliesslich das Geld selbst (in Form von Währungsspekulation, Bitcoin, u.ä.) werden im Kapitalismus zur Ware und diese wird unter Konkurrenzbedingungen auf dem globalisierten Kapitalmarkt verkauft.


    1/2

  • 2/2


    Der Grund für all das ist nicht primär die Gier der KapitalistInnen oder die Unfähigkeit der PolitikerInnen dieses Marktgeschehen endlich mal "richtig" und "vernünftig" zu regulieren, sondern er liegt in der widersprüchlichen "Natur" des Kapitals als Ausdruck der gesellschaftlichen Verhältnisse zwischen seinen EigentümerInnen und seinen Nicht-EigentümerInnen und als Produkt eines sich selbst verstärkenden Akkumulationsprozesses, der seit der Industrialisierung im 18.Jahrhundert nur noch ein einziges Ziel hat: permanentes Wachstum.


    4. Wachstum als Primat der Politik


    Der Kapitalismus ist im Grunde ein Schneeballsystem, bei dem heute Geld auf zukünftige Erträge verwettet wird. Die Gewinne aus diesem heutigen Geschäft müssen in der Zukunft erwirtschaftet werden.

    Es muss sich also immer jemand finden, der heute dazu bereit ist, mit seinen heutigen Investitionen die Investitionen früherer InvestorInnen zuzüglich eines angemessenen Return on Investment zu refinanzieren.


    Dabei muss die gesamte Wirtschaft permanent wachsen, damit auch künftig das aus dem bisherigen Wachstum generierte Geld in weiteres Wachstum investiert werden kann.


    Kapitalismus ist Schuldenwirtschaft. Nahezu der gesamte Kapitalstock der kapitalistischen Welt ist auf pump finanziert. Die Schulden der gesamten Welt übersteigen das Weltbruttoinlandpsodukt um ein Vielfaches. Damit Kredite plus Zinsen abbezahlt, Dividenden ausgeschüttet und Kursgewinne am Aktienmarkt realisiert werden können, müssen Schulden zurückgezahlt werden.

    Das kann auf diesem Weg nur geschehen, indem alte Kredite durch neu aufgenommene Kredite abbezahlt werden. Würde niemand mehr neue Kredite aufnehmen, dann entstünde kein neues Geld, welches in zukünftige Erträge investiert werden könnte, sämtliche Banken, Kapitalmarktfonds und Versicherungen würden Pleite gehen, und die Globalisierte Wirtschaft würde katastrophal zusammenbrechen.


    Daher muss jede Regierung eines kapitalistischen Staates oder eines kapitalistischen Staatenbündnisses - wie z.B. der EU - die Beförderung von quantitativem - also Geld-wertem - Wachstum zur obersten Maxime ihrer politischen Handelns machen.

    Egal ob das Wachstum grün, blau oder schwarz ist - ohne quantitatives Wachstum nimmt der Staat keine Steuern ein und kann auch kein Sozialsystem finanzieren, dass die durch fehlendes Wachstum arbeitslos gewordenen Massen vor der Verelendung, und das ganze System vor einem gewaltsamen Zusammenbruch bewahrt.

    Daher muss die Regierung des kapitalistischen Staates - ganz gleich welche Parteien sie bilden - alles dafür tun, damit die Investition der privaten Erträge in neues Wachstum auch weiterhin erfolgt.


    Auch die Europäische Zentralbank - die formal unabhängig von politischer Kontrolle agiert - muss dafür sorgen, dass sich private Investitionen rentieren und das eingesetzte Geldkapital sich stetig vermehrt, denn schon beim kleinsten Anzeichen einer Wachstumsschwäche droht das private Geldkapital damit, sich aus der produktiven und wachsenden Wirtschaft zurück zu ziehen und sich statt dessen in langfristige scheinbar sichere Anlagen, wie etwa Kunstgegenstände, Ackerböden, oder in Immobilien zu investieren, wo es hofft, die Wirtschaftskrise ohne massiven Wertverlust zu überdauern, und damit das Wachstum noch weiter reduzieren.


    Die Politische Klasse des kapitalistischen Staates macht sich damit unweigerlich zur Erfüllungsgehilfin des privaten Kapitals und seines systemisch bedingten Zwanges zur fortgesetzten Akkumulation. Und das ist auch keine neue Entwicklung, die erst nach der Zeit des "Wirtschaftswunders" mit der allgemeinen Neo-Liberalisierung der Märkte eingesetzt hätte, sondern diese Schulterschluss des Staates mit dem Kapital war von Anfang an zwingend nötig, um überhaupt ein rechtlich geregeltes Marktgeschehen und ein einklagbares, notfalls auch mit staatlicher Gewalt durchgesetztes Recht auf privates Eigentum an den Produktionsmitteln zu gewährleisten.


    5. Der "freie" Wettbewerb


    Der Widerspruch zwischen der Behauptung einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, in welcher die Masse der abhängig Beschäftigten in demokratischer Abstimmung eine politische Vertretung wählt, die ihre Interessen mittels eines demokratischen Rechtstaates und einer wehrhaften Demokratie vertritt, und dem Umstand, dass jene Regierung davon abhängig ist, zuallererst den Bedürfnissen eines absolut undemokratischen privaten Investitionsmonopols gerecht zu werden und nicht nur ihr exekutuves Handeln daran auszurichten, sondern auch die parlamentarische Gesetzgebung, ist eigentlich auch von kapitalistischen ÖkonomInnen kaum zu entkräften.


    Der eigentliche Trick aller pro-kapitalistischen ideologieproduktion zur Rechtfertigung dieser vollkommen antidemokratischen Verhältnisse ist es allerdings, das wirtschaftliche Geschehen zum Ergebnis eines wertneutralen und quasi vollkommen unpolitischen Wettbewerbs zu erklären.


    Der marktiwirtschaftliche Wettbewerb, so sind sich alle nicht explizit antikapitalistischen politischen ÖkonomInnen, von den deutschen Ordoliberalen, über die angelsächsischen neoliberalen bis hin zu den eher international aufgestellten KeynesianerInnen, PostkeynesianerInnen, etc. pp, weitgehend einig, tendiert - je nach Denkschule - entweder an sich schon zum Gleichgewicht zwischen Kosten/Nutzen und zwischen Angebot und Nachfrage, und muss daher nur möglichst frei von politischen Einflüssen bleiben, um für jede Ware einen Preis zu finden, der ihre tatsächliche Nützlichkeit abbildet -

    Oder er ist das Mittel der Wahl für die Politik, um mit kluger Steuerung durch gezielte Marktanreize neue Wettbewerbsfelder zu eröffnen, oder die Unternehmen mit gezielter Regulierung dazu anzuregen, sich neue innovative und nützliche Produkte und Technologien auszudenken, die ihnen Wettbewerbsvorteile vor Konkurrenten verschaffen, die sich diesem Fortschritt verweigern.


    Würde tatsächlich ein echter und fairer Wettbewerb zwischen allen MarktteilnhemerInnen - also nicht nur zwischen Anbietern, sondern auch zwischen Nachfragern - herrschen, und die Preise am Markt somit als Ergebnis eines permanent angestrebten Ausgleiches zwischen Angebot und Nachfrage gebildet, bei dem alle Marktakteure über die gleichen Informationen verfügten und ihre Handelstätigkeiten daran ausrichteten, dann würde allerdings das Wachstum ebenfalls ein Ende haben, weil dann nur noch Dinge produziert und auf dem Markt angeboten würden, die auch tatsächlich gebraucht und nur zu Preisen verkauft werden könnten, die ihren Gebrauchswert im allgemeinen gesellschaftlichen Durchschnitt repräsentieren.


    Diese Vorstellung ist leider ein völliges Hirngespinst der theoretischen Ökonomik.


    Tatsächlich bewegt die moderne Konsumgesellschaft täglich Millionen Bruttoregistertonnen an Produkten um den ganzen Erdball, die eigentlich niemand wirklich braucht, und die nur gekauft werden, weil selbst aus der Anwerbung von NachfragerInnen für das herrschende Angebot längst eine Milliarden schwere Industrie entstanden ist, deren einzige Aufgabe darin besteht, den Menschen Bedürfnisse einzureden, die sie gar nicht hätten, wenn es jenes Angebot gar nicht gäbe.

    Gleichzeitig werden permanent Unmengen von Produkten auf den Müll geworfen, die vielleicht noch durchaus von vielen Menschen gebraucht, aber mangels Kaufkraft nicht bezahlt werden können.

    Wer das täglich in rauhen Mengen weggeworfene Gemüse aus der Mülltonne hinterm Supermarkt entnimmt, macht sich in den allermeisten kapitalistischen Ländern des Diebstahls schuldig und strafbar. Selbst der Müll ist noch das Eigentum der Handelskette und darf per Gesetz ohne Zustimmung (und geldwerte Gegenleistung) nicht von anderen angeeignet werden.


    Der Wettbewerb um die Märkte für diese Produkte ist und war noch nie Frei, innovativ und fortschrittlich. Alles was er an absolut gewaltigem technischen Fortschritt seit dem Beginn der Industrialisierung erzeugt hat, diente nie dem Zweck, den KäuferInnen der Produkte das leben zu erleichtern, sondern nur dazu, neue Marktsegmente zu erschliessen, auf denen sich neue Erträge erzielen liessen um die Kosten für Investitionen und den Return on Investment zu refinanzieren.


    Und weil die Gewinner dieses "Wettbewerbs" dabei am aller schnellsten ihre Kapitalstöcke und damit ihre Produktpaletten, ihre Marketing- und Werbebudgets erweitern können, verdrängen sie all jene Wettbewerber, die nicht so viel investieren können, kaufen sie auf, oder degradieren sie zu Zulieferern ihrer eigenen privaten Handelsplattformen, denen sie dann die Lieferbedingungen und Preise ganz ohne jeden Wettbewerb diktieren können.


    TL/DR: Es gibt keinen "nicht radikalen" Kapitalismus. Der Kapitalismus ist die Herrschaft des Kapitals über die Gesellschaft. Und so lange er als alternativlos akzeptiert bleibt, ist diese Herrschaft totalitär.

  • Was genau findest du denn aggressiv an meiner These?

    Der Kapitalismus hat überall auf der Welt Wohlstand für die breiten Massen geschaffen. In Landern, in denen er stärker ausgeprägt war (Singapur, Hong Kong, Schweiz, Chile, Südkorea, Westdeutschland) deutlich mehr als in vergleichbaren Nachbarländern, in denen er schwächer ausgeprägt war.


    Und besonders wichtig, der Kapitalismus hatte immer weniger CO2-Emissionen als nicht kapitalistische System.

    Nur wer einen Anreiz hat, Profit zu machen, wird so sparsam wie möglich mit den Ressourcen umgehen. Wer keinen Profitanreiz hat, wird verschwenderisch mit den Ressourcen umgehen, weil es das Leben einfacher macht und er ja dann eh nicht den Verlust tragen muss.

    lol

  • lol

    Danke für die Statistik, die ja genau mein Argument beweist.

    Auf den ersten drei Plätzen stehen drei antikapitalistische Länder in denen sogar Zinsen (das wichtigste Element des Kapitalismus) verboten sind und Länder wie USA, Südkorea, Niederlande, Japan, Deutschland, Finnland und Österreich haben einen vielfachen Lebensstandard vom sozialistischen Russland, ohne einen vielfachen CO2-Ausstoß zu haben.

  • TL/DR: Es gibt keinen "nicht radikalen" Kapitalismus. Der Kapitalismus ist die Herrschaft des Kapitals über die Gesellschaft. Und so lange er als alternativlos akzeptiert bleibt, ist diese Herrschaft totalitär.

    Falsch.

    Im Kapitalismus gelten die individuellen Menschenrechte und das Kapital kann nur freiwillige Verträge mit den Menschen eingehen.

    So viel geschrieben, nur um so so falsch zu liegen, echt traurig.

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