Kapitalismus

  • Ich habe gestern Fußball geschaut. Dazwischen lief irgendwie heute und hat mich getrollt mit diesem Milliardärsrennen um Weltraumtorismus für den Geldadel. Ich meine wenn sie es da nicht hinbekommen, mal deutliche Kritik zu formulieren, sind wir echt am Arsch.

    Ich hab exakt das gleiche in ZDF Heute gedacht (die Beiträge sind ja häufig nahezu identisch). Unmittelbar danach war von den Waldbränden in Kalifornien die Rede. Beide Beiträge wurden einfach null kritisch begleitet. Ich möchte aber nochmal hervorgehoben wissen, dass ich die Kritik hauptsächlich an Elon Musk richte, weil ich ja weiß, dass er hier mitliest.

  • Ok dann diskutieren wir am besten hier weiter:


    Frage an Danton 1.1  RobFord Redux  fruchtoase und was weiß ich, wer da noch dabei war:



    1. Wie kann man ein System dauerhaft stabilisieren, das politisch, wirtschaftlich und sozial den Sachzwängen der Profitmaximierungslogik ausgesetzt ist?


    2. Welche Beweise müsste man euch zeigen, damit ihr überzeugt wärt, dass der Kapitalismus nicht reformierbar ist und ersetzt werden muss durch ein anderes Wirtschaftssystem?

  • Ich weiß nicht, wie du darauf kommst du müsstest mich davon noch überzeugen oder das ich der Meinung wäre, man könne das System dahingehend stabilisieren. Ich war nur der Meinung, man muss jetzt auch niemanden anpflaumen, der sich zumindest bemüht etwas zu verändern. Ich kann natürlich darauf pochen, dass die optimale Vision umgesetzt werden muss, bevor ich mich irgendwie engagiere, wobei ja nicht mal über deren Gestalt Einigkeit bestehen dürfte. Dann muss ich aber auch realistische Szenarien aufzeigen, wie wir da hinkommen. Also so Sachen wie Gewerkschaften und Kooperativen sind sicher eine tolle Sache. Aber wenn man sich z.B. den Anteil der Werktätigen mit Gewerkschaftsmitgliedschaft anschaut, müsste man erstmal sagen, wie man die Menschen überzeugen möchte, aus ihrem Trott herauszubekommen.

    Dein Ufologen-Freund, der am schnellsten mit dem Verteilen von Totschlägern ist, sprach neulich von Generalstreik. Die Forderung unterschreibt dir hier wohl nahezu jeder im Forum, wenn es darum geht etwas zu erreichen, aber der letzte auf deutschem Boden fand noch in den Wirren der Nachkriegszeit statt. Ich sehe den nicht, auch nicht bei FFF.

    Auch dürfte wenig Einigkeit darüber herrschen, wofür man einen solchen abhalten soll.


    Ich will nicht dauernd über den Kapitalismus diskutieren und mir unterstellen lassen müssen ich wäre dessen Verfechter. Der Ufologe hat dazu neulich selbst eine demoskopische Beweisführung erbracht. Die Leute wissen Bescheid. Kapitalismus tötet. Was sie offenbar nicht wissen ist, wie sie dessen Machtstrukturen aufbrechen können. Die Grünen zu wählen wird auch nicht die Lösung dazu sein. Und die Antworten aus dem letzten Jahrhundert erscheinen mir da irgendwie auch nicht so der Weisheit letzter Schluss, wenn man bedenkt, dass die EU lieber mit den Milliardären diplomatische Beziehungen pflegen möchte, aber die Interessen ihrer steuerzahlenden Arbeiterschaft weiterhin ignoriert und dass gleichzeitig die besitzende Klasse allerhand Workaounds entwickelt hat, damit der Pöbel mit den ihm zu Verfügung stehenden Mitteln gar nicht erst irgendwas gegen seine akkumulierte Macht ausrichten kann.

    Wie jetzt, das liegt am Kapitalismus? No shit, Sherlock.

  • Wer pflaumt wen an?

  • 1. Dauerhaft ist gar nichts. Ich kann mir dauerhaft stabile Systeme überhaupt nicht vorstellen, zumal stabile Systeme auch irgendwo immer dumme Systeme sind.


    2. ... dieses "andere" Wirtschaftssystem wird es wahrscheinlich ähnlich schwer haben.


    Jeder Monopoly-Abend geht mal vorbei. Ich hab auch das Buch "Schulden" von Gräber wenigstens mal zur Hälfte gelesen. Interessant fand ich den Ansatz, dass ein kompletter Schuldenerlass damals völlig üblich war und sich wirtschaftlich meist positiv auswirkte. Das wäre für mich so ein Ansatz das jetzige System zu reformieren; wir starten halt wieder bei Null, nur eben mit sozial-ökologisch korrekt abgebildeten Kosten und demnach neuen Aufgaben, die sich mit Dingen auseinandersetzen wie: "Wie kriege ich die Meere wieder sauber?", "wie kompensiere ich die aus der Produktion entstandenen Umweltbelastungen?", "wie sorge ich dafür, dass soziale Mindeststandards eingehalten werden?" Darf es bei der Schaffung dieser Werte weiterhin Wettbewerb geben? Ich denke schon. Er wird uns evtl. sogar helfen.

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