Kapitalismus

  • man könnte auch langsam mal verstanden haben, dass es ohne die industrielle revolution...no comment

    Nur fürs Verständnis. War die nun womöglich von Kapitalinteressen getrieben oder von was anderem? Von der Liebe zur Technik?


    Den meisten Europäern war bewusst, dass das russische Reich reich an Land, natürlichen Ressourcen und wirtschaftlichen Möglichkeiten ist. In den frühen 1800 entwickelten die russischen Staats- und Regierungschefs Handelsbeziehungen zu anderen europäischen Nationen und exportierten große Mengen Getreide und Holz. Der größte Teil der Einnahmen, die in das Land flossen, war für Aristokraten und Landbesitzer bestimmt und wurde nicht in die Industrialisierung investiert.


    Industrieprojekte und Anreize wurden in Russland oft vorgeschlagen - aber sie wurden selten angenommen, oft weil sie die finanziellen Interessen konservativer Landbesitzer bedrohten. Russland hatte zwar einige Schwerindustrien - Bergbau, Stahlproduktion und Ölbohrungen -, aber sein Industriesektor war im Vergleich zu seinen Konkurrenten Großbritannien, Frankreich und Deutschland klein.


    Die Niederlage Russlands im Krimkrieg (1853-56) machte die Unterentwicklung des Reiches und die dringende Notwendigkeit einer Industrialisierung deutlich. Russische Fabriken konnten keine Waffen, Munition oder Maschinen herstellen, die ihren Feinden entsprachen. In Russland gab es nur sehr wenige technische Innovationen: Die meisten Industrietechnologien wurden aus dem Westen importiert. Der Krieg entlarvte das Eisenbahnsystem des Imperiums als absolut unzureichend, mit unzureichenden Strecken und Fahrzeugen, um Männer oder Ausrüstung in großen Mengen zu bewegen.

    Hat sich hier die (Liebe zur) Technik durchgesetzt oder wurden eigene Kapitalinteressen vor den von außen einfallenden Kapitalinteressen versucht mittels Einsatz neuer Technik zu verteidigen? Ist das ein Henne - Ei Problem?

    Ist am Ende die Erkenntnis, dass Kapitalismus nur als Technik verstanden werden soll?

    Verstehe weiterhin nicht worauf du hinaus willst. Aber wann auch immer ich da dann bissl draufschau komm ich irgendwie dahin, dass Kapitalinteressen der hauptursächliche Treiber der Dinge sind. Kann mich aber natürlich auch täuschen, betrachte das zugegeben dann gefühlt auch eher noch oberflächlich. Hab aber dann andererseits auch das Gefühl, dass deine Aussagen das ganz oft eher unterkomplex beleuchten oder zumindest beschreiben.


    Selbe Überlegung kann man dann für die Atomenergie anstellen. Die kam auch nicht in die UDSSR, weil die so technikverliebt waren.

  • Ist schon nen einfach super System zur fairen und effizienten Verteilung. Von so ziemlich allem...


    Danke. Noch nie diesen Blickwinkel mit den Domains gesehen. Das kann man auch leicht verallgemeinern, alle Strukturen, die dem kapitalistischen Markt unterworfen werden, führen zu einer Klassenstruktur und zur massiver Ungleichheit, was sich dann auch in politischer Machtasymmetrie niederschlägt und ähnliches.

  • @Technaeis Technik

    Funfact: man weiß ganz gut, wofür der Blinddarm gut ist.

    Er ist quasi die ArcheNiah, wenn im Darm Sinnflut ist.

    Darein ziehen sich die guten Darmbakterien zurück, wenn der Mensch mal Durchfall hat.


    Außerdem passt er mit einer Klappe auf, dass Nahrung vom Dünn-in den Dickdarm kommt- aber nix in die andere Richtung usw


    -wollt ich nur gesagt haben.

  • „Ohne Recht gibt es kein Eigentum“

    Interview: Katharina Pistor weiß, wie Anwälte die Reichen reicher machen. Sie unterrichtet Jura-Studierende



  • https://www.welt.de/wirtschaft…an-Olaf-Scholz-Seite.html


    „Zusammen können wir eine globale Mindeststeuer nutzen, um sicherzustellen, dass die Weltwirtschaft basierend auf gleichen Wettbewerbsbedingungen für internationale Unternehmen floriert und Innovation, Wachstum und Wohlstand ankurbelt“, sagte Yellen im Vorfeld des Finanzministertreffens und nannte sogar eine Zahl: 21 Prozent. Diesen Satz soll jedes Unternehmen in jedem Land der Welt mindestens auf seinen Gewinn in Zukunft zahlen müssen.

  • Aus der Reihe Sein und Bewusstsein:


    Amazon warehouse workers vote not to unionize in Bessemer, Alabama

    Nearly 1,800 employees said no to forming the company's first union. Less than half that number said yes.


    Under Capitalism, the Deck Is Always Stacked Against Unionizing at Companies Like Amazon

    The failed Amazon union drive in Alabama is a stark reminder of a basic fact of life under capitalism: it’s always easier for bosses to destroy a fledgling unionization effort than it is for workers to get together and fight for their own interests.


  • Und was soll damit jetzt ausgesagt werden?

    Die Widersprüche des Kapitalismus, z. B. diejenigen der materiellen Produktion bei der Lohnarbeit wie Arbeitgeber will niedrigen Lohn, Arbeitnehmer will hohen Lohn, schlagen sich im Bewusstsein der Arbeiter nieder. Eine Mitigation dieses Widerspruchs ist Gewerkschaftsbildung. Aber da es ja immernoch Lohnarbeit und Kapitalismus und deren Form der materiellen Produktion ist, geht das Bewusstsein der Arbeiter nicht über Gewerkschaftsbildung hinaus. Es wurde also schon von vorneherein eine reaktionäre Form des Widerstands geplant, keine revolutionäre, weil eben halt immernoch Kapitalismus, im besseren Fall eben mit Gewerkschaft. Der Autor des Jacobin Artikels hat schon eine gute marxistische Interpretation der Gründe, warum die Gewerkschaftsbildung gescheitert ist, geschrieben.


    Z. B.:


    ....

    Fourth, the transformation of workers’ interests in such a way that they feel significant solidarity with each other and antagonism to their employer depends on the creation of a mutual, collective identity. This is difficult, since workers are organized by the firm as separate units of labor. And Amazon’s workplace design in particular, is constantly working to undermine this by reducing worker interaction and keeping worker’s atomized and highly focused on their tasks.[...] usw. usw. (weiter oben auch usw.)

    ....

    In einem co-op wär das sicherlich nicht passiert, aber dann wärs ja auch gar nicht notwendig.


  • Mehr gramscian Analyse mit common sense und wie in Europa subordinierte Gruppe wie Gewerkschaften Teil der dominierenden Gruppen, wie die Parteien, sind zum Zweck der Hegemonie.

    Vermute ich, vielleicht hat er es auch einfach nur so ohne indirekten Bezug zu Gramsci gesagt.


    Da sieht man auch Unterschied Gramsci/Marx (Jacobin Artikel): Marx: Schwerpunkt ökonomische Struktur, Gramsci: Schwerpunkt Superstruktur (interagiert mit ökon. Struktur).

  • Warum nicht auch ein deutsches Preston-Model?

    (auch kritik darf natürlich nicht fehlen)


    https://www.theguardian.com/bo…w9ClJULtBFcaLxWmSx3tISe00


    Paint Your Town Red by Matthew Brown and Rhian E Jones review – how Preston took back control

    This account of the ‘Preston model’, the Lancashire city’s bold wealth-building scheme whose champions include Labour’s John McDonnell, fails to address to what degree it works.


    We all like to believe in Preston. The Labour-led Lancashire city has, over the last decade, been pioneering its own version of community wealth-building, a concept described as both “guerrilla localism” and “extreme common sense”. What it means, at its simplest, is that money spent in a city by “anchor institutions” – hospitals, universities, housing associations, the council – as much as possible stays in the city. Contracts for catering or construction, rather than going to faceless London-based or international corporations, go to local businesses.


    Rather than go to remote shareholders, cashflow and profits stay in the immediate area, not only giving economic benefits to citizens, but also involvement in and ownership of local decision-making. Residents can “take back control” – not in the ersatz sense offered by Brexit slogans, but in concrete and practical ways. In what might have been a classic “red wall” area – an old industrial town where voters feel let down by successive governments – the Labour vote has held up, including in the recent local elections.


    The “Preston model”, as it is called, could, if applied all over the country, be revolutionary, which is why the former shadow chancellor John McDonnell is one of its fans. So Paint Your Town Red: How Preston Took Back Control and Your Town Can Too, an account of the story so far and a handbook for realising it elsewhere, is potentially an important work. It is co-authored by Matthew Brown, the leader of Preston city council and chief architect of the Preston model, and Rhian E Jones, a writer on history, politics and popular culture.


    The book describes Preston’s inspirations – the Basque town of Mondragon, for example, where a set of participatory co-operatives, set up in the 1950s, grew into what is now the seventh largest company in Spain. Also, the Evergreen Cooperatives, in the rust belt city of Cleveland, Ohio, which “created 5,000 jobs from Cleveland’s hospital network alone”. Paint Your Town Red points out the similarities between these schemes and the mutual aid societies that contributed to the growth of the Labour movement in Britain.


    It sets out the main instruments of the Preston model. There is “progressive procurement”, which means the directing of contracts from “anchor institutions” to local businesses, and the establishment of workers’ co-operatives, especially where there are gaps in the existing local market of suppliers of particular services. There is “financial support for the community”, which means such measures as paying a living wage and employment practices that “prioritise the welfare” of workers. A “regional community bank”, which, among other things, would have a physical presence on the high street, is hoped for in the future.


    The book describes other applications of Prestonian principles, by the Welsh assembly, in North Ayrshire, Birmingham and North of Tyne. It sketches ways in which you, the reader, might get involved in creating community and co-operative initiatives and in pushing your local council to support them.

    In all of which the fundamental question is, does it work? Does the patent good sense of the idea get befouled by unintended consequences and unexpected pitfalls? If the Cleveland and Mondragon experiments are so great, why are they not more widely applied? Because of the hostility of financial elites or for more basic reasons?

    Here, Paint Your Town Red could do more. It tells us that “in the past five years, Preston council and its partners have almost tripled their spending in the local economy, from £38m to £111m”. Good, but there’s limited detail as to how it has played out across the city. There’s a shortage of voices from satisfied citizens, as opposed to the officials and businesses most likely to approve of the model. Criticisms – that it could lead to a sort of local protectionism, for example – are rather vaguely addressed, and the source of these critiques not identified by name.


    Too often, there is a tone of wishful thinking and special pleading, of talking up initiatives that in some cases seem tentative and insubstantial. This is evident when the authors refer to “the fact that the [Bernie] Sanders and Corbyn moments did not result in conclusive electoral success”, which is something of an understatement, given Labour’s worst defeat since the 1930s.



    Ok der Artikel setzt sich eher kritisch mit dem Projekt ausseinander, trotzdem sind das genau die richtigen Ansätze, die wir heutzutage brauchen. Vielleicht gibts auch sowas schon in De oder so, in Deutschland gibts ja auch schon immer solche Projekte, die mehr auf Genossenschaftsstrukturen und ähnliches setzen, aber sie sind halt noch unterrepräsentiert. Die ganze sozialstaatlichen Institutionen in Deutschland stammen übrigens fast alle von damaligen Arbeiterorganisationen (Konsumgenossenschaften, Altenversorgung, Krankenunterstützung, Arbeitervereine usw.) ab, die die Leute aus eigener Initiative selbst aufgebaut haben. Nur wurden sie mit der Zeit der Massengesellschaft in den Staat integriert (David Graeber meinte, dass das unter der Androhung ihrer Zerstörung passiert wäre, aber dazu recherchiere ich lieber die Originalquellen mal selbst, die Aussage ist mir so zu allgemein).

  • https://www.golem.de/news/vers…-gefilmt-2106-157508.html


    Zitat

    Der ehemalige Amazon-Mitarbeiter gibt an, es sei Ziel gewesen, wöchentlich 130.000 Produkte zu vernichten, davon sei etwa die Hälfte originalverpackt gewesen. Bei der anderen Hälfte habe es sich um Rücksendungen gehandelt

    Quelle von golem, bei welcher man auch Teile von den Aufnahmen sehen kann:

    https://www.itv.com/news/2021-…-news-investigation-finds

  • Well.... wenn Du Dich nicht ständig derart über mich (und andere) oberlehrerhaft überhöhen würdest, wäre es wirklich einfacher hier sachlich zu diskutieren.

    Ich weiß nicht ob dieser Text nun eine Polemik oder ein "sachliches" Diskussionsangebot sein soll.

    Falls Du glaubst, dass ich grundsätzlich mit Kapitalismuskritik ein Problem hätte, möchte ich Dir versichern, dass das nicht der Fall ist. Das Buch "Die Schock-Strategie" von Naomi Klein gilt bei mir noch immer als bester Beitrag zum weiten Themenkomplex Politik/Gesellschaft/Wirtschaft/Geschichte. In meinem Erststudium konnte ich mich jahrelang mit der Klassenkampftheorie, Karl Marx und am Ende eben B. Brecht beschäftigen. Da ich zudem in den neuen Bundesländern aufwuchs und miterleben musste wie eine Großstadt deindustrialisiert wurde und 25% der dort lebenden Menschen über mehr als eine Dekade keinen Job hatten, fragte ich mich und andere natürlich auch ob es nicht bessere Alternativen als dieses Wirtschaftssystem geben könnte. Mehr als skandalös fand ich auch den Umgang mit Griechenland in der Eurokrise. Mein Verhältnis zur EU ist auch aus diesen Gründen eher kritisch und verschiedene Gesetzesvorlagen und Bestimmungen, die auch auf EU-Ebene beschlossen wurden und auch meinen Arbeitsbereich berühren, betrachte ich als arg neoliberal und nicht besonders hilfreich. Da kann man vieles durchaus scharf kritisieren.

    Aber wenn ich im Laufe der Dabatte zur Klimakrise den Eindruck bekomme, dass technische aber auch aktuell steuerpolitische Maßnahmen (CO2-Abgabe) so gut wie keine Rolle spielen, während man sich lang und breit darüber auslässt, dass die Klimakrise ja eigentlich "nur" eine Kapitalismuskrise wäre, dann hat die Diskussion in meinen Augen eine gewisse Schlagseite, die ich wiederum kritisch kommentieren möchte. Der Befund Klimakrise=Kapitalismuskrise greift in meinen Augen noch viel zu kurz, wenn man es denn auf die höchstmögliche Ebene, fern ab jeder technischen Gegebenheit und aktuell politischen Diskussion ziehen möchte; Mit der Klimakrise gerät die gesamte Spezies Mensch in eine Krise.

    Die Erschließung fossiler Energiequellen im großen Stil fällt sicherlich mit der Industrialisierung zusammen. Gleichzeitig erschlossen wir uns als Spezies aber auch Vorteile, die über den Zweck der unbegrenzten Kapitalvermehrung für den einzelnen Kapitalisten weit, sehr weit hinausgingen. Die Möglichkeiten, die wir heute haben (Reisen, Mobilität, Nahrungsmittel im Überfluss, Kommunikation, med. Versorgung, Hygiene...) sind doch Dinge, die wir allesamt schätzen, Emissionen kosten und uns aber nicht von Kapitalvermehrern als eingeredet erscheinen, sondern in großen Teilen als Notwendigkeit, Selbstverständlichkeit und auch schlicht als lebenserhaltend. Mir ist es dabei völlig egal ob all die technischen (und zugleich sozialen) Errungenschaften in einem sozialistischen, kommunistischen oder kapitalistischen System hervorgebracht wurden sind. Fakt ist: Sie stehen mir zur Verfügung. Und auch als der schärfste Kapitalismuskritiker muss man sich die Frage stellen: "Wieso können in kapitalistischen Systemen diese Zuwächse an Lebensstandard wahrscheinlich eher erreicht werden als in, sagen wir, real existierenden sozialistischen Systemen?" Für mich ist der Kapitalismus nicht mehr als eine Organisationsstrategie wirtschaftlicher Prozesse. Man kann darüber hinaus alle möglichen Verordnungen Regeln und Steuern beschließen. (Zumindest in der Theorie). Es wäre auch falsch anzunehmen, dass diese Organisationsstrategie allumfänglich auf allen Ebenen funktioniert. Man muss an vielen Stellen nachsteuern um "das Steuer in der Hand zu behalten". Man könnte auch meinen, dass unser Finanzmarkt besser reguliert werden sollte, einfach weil hier die gewählte Organisationsstrategie komplett ins Leere greift und keinen Mehrwert mehr für die Gesellschaft generiert. Mir leuchtet nicht ein, warum es keine Finanztransaktionssteuer in Höhe der Mehrwertsteuer geben sollte. Oder eine Erwerbssteuer auf Gewinne aus dem Handel mit Wertpapieren.

    Auf der anderen Seite sehe ich allerdings auch Vorteile, die diese Organisationsstrategie mit sich bringt; durch den dezentralen Charakter dieser Organisationsstrategie, die in ihren Grundzügen als liberal beschrieben werden kann, wurden und werden uns allen Möglichkeiten gegeben uns zu entfalten und die in unseren Augen beste Lösung für bestehende Probleme zu kaufen oder anzubieten. Ich weiß schon, dass der beschränkte Zugang zu Produktionsmitteln hierbei ein großer Kritikpunkt sein mag. Auf der anderen Seite verlangt das Prinzip der Arbeitsteilung eine Bündelung an Produktionsmitteln, die wiederum auf veränderte Rahmenbedingungen und Bedürfnisse hin ständig modifiziert werden müssen. Und an der Stelle haben sich nun einmal dezentral organisierte Produktionsmittel (d.h. in Privateigentum) gegenüber vergesellschafteten Produktionsmitteln (zentral organisiert) durchgesetzt. Und genauso werden sich auch dezentral organisierte Klimaschutzmaßnahmen gegenüber vergesellschafteten Klimaschutzmaßnahmen durchsetzen, weil sie genauso modifiziert und passgenau auf die jeweilige Situation angepasst werden müssen. Die beste vergesellschafte Klimaschutzmaßnahme, die ich mir vorstellen kann, ist demnach sehr groß und zentral innerhalb eines Energiesystems angeordnet und demnach so etwas wie ein Atom- oder Fusionskraftwerk...riesige PV- und Windparks mit angeschlossener Speichertechnologie gehören aber selbstverständlich auch dazu. Das macht Sinn; Forschungsgelder, Investitionen usw.. Aber all die anderen, unzähligen Maßnahmen, können eigentlich nur privat organisiert werden. Daher war ja meine Forderung: Befähigt die Menschen selbst zu Klimaschützern zu werden. Lasst uns den Wehrdienst als "Klimadienst" einführen. Jeder muss eine PV-Anlage auf sein Dach nageln können, jeder muss den Wetterbericht mit Blick auf das Energiesystem interpretieren können. Jeder von uns muss zu einem Klimaschützer werden und die Möglichkeiten, die man selber hat, auch wahrnehmen. Man kann diese Krise nicht einfach an ein neues unbekanntes Wirtschaftssystem delegieren und glauben, damit sei automatisch irgendwem geholfen.

  • Zitat

    Well.... wenn Du Dich nicht ständig derart über mich (und andere) oberlehrerhaft überhöhen würdest, wäre es wirklich einfacher hier sachlich zu diskutieren.


    Ja, die Unterstellung kam diesmal von mir, und ja, mit Absicht und in der Hoffnung dich aus der Reserve zu locken endlich mal deine Sichtweise zu argumentieren.


    Ich denke nicht, dass das was du als Kapitalismus beschreibst das ist, was ich (oder Utan) unter Kapitalismus verstehen. Kapitalismus ist meiner Meinung nach das System, dass der grenzenlosen und grösstmöglichen Akkumulation von Kapital in den Händen einer kleinen Gruppe von Kapitalisten dient.


    Anpassungen dieses Wirtschaftssytems wurden manchmal erfolgreich vorgenommen aber immer wieder werden diese Errungenschaften dem Profit dieser Kapitalisten geopfert. Es scheint ein Konsens in der Akademischen Welt zu sein, dass ohne Anpassungen des Wirtschaftssystems es uns nicht gelingen wird unsere Klimaziele einzuhalten.


    Niemand hat behauptet, dass zentralstaatliche Lösungen eine gute Idee sind noch sind sie wesentlich für die Überwindung des Kapitalismus. Der Kapitalismus dagegen hat schon immer dazu geführt das immer größere und immer zentralere Strukturen von Oligopolen und Monopolen entstanden sind. Hinderniss bei der Dezentralisierung der Stromversorgung waren die großen Privatunternehmen und deren Atomreaktoren und Kohlekraftwerke.


    Der Kapitalismus hat ausserdem übernationale Strukturen geschaffen und der demokratischen oder dezentralen Steuerung entzogen um jegliche Änderung am System zu unterbinden , wie z.B. die EZB oder die US-FED.


    Die alternativen Modelle die genannt wurden, wie zum Beispiel der european new deal von Varoufakis DIEM 25, sehen keine zentrale Verstaatlichung, sondern im Kern eine radikale demokratisierung vor. Nicht zentrale Strukturen sondern dezentrale kommunalisierung und demokratierung wird heute von linken Organisationen wie Diem 25 favorisiert. Auch Linke können aus Fehlern lernen.


    Ich halte die Behauptung, dass nur Kapitalismus für Wohlstand sorgen kann für extrem Fantasielos und völlig unbewiesen. Dass Kapitalismus heute noch für mehr Wohlstand bei der Mehrheit der Menschen sorgt halte ich für eine nicht haltbare Position angesischts von 30 Jahren Lohnrückgang und Abbau von Sozialsystemen zu Gunsten der Kapitalivermehrung weniger.


    Ceterum Censeo niemand hat jemals her behauptet ein Sytemwechselö sei Vorraussetzung für irgendeinen Klimaschutz. Belegt mit Quellen wurde dagegen, dass die Maßnahmen wie die CO2 Bepreisung alleine nicht ausreichen werden.


    PS: So lange ständig an mich gerichtete kindische Beleidigungen von dir oder Marner kommen sehe ich keinen Grund euch wirklich ernst zu nehmen.

  • PS: So lange ständig an mich gerichtete kindische Beleidigungen von dir oder Marner kommen sehe ich keinen Grund euch wirklich ernst zu nehmen.

    Wo hast Du die jetzt gesehen? Ich hab relativ ausführlich meine Position klar gemacht und denke auch, dass wir anders auf den "Kapitalismus" schauen. Die megagroßen Energiekonzerne werden, wenn die weiterhin auf Kohle setzen, marktbedingt ihre Probleme bekommen und nicht mehr überlebensfähig sein. Man kann sich ja mal den Geschäftsbericht der LEAG angucken. Das wird 2020 ein absolutes Fiasko.


    https://www.rbb24.de/studiocot…-leag-revier-konzept.html

    https://www.bundesanzeiger.de/pub/de/suchergebnis?17


    Also...ich für meinen Teil warte hier noch auf einen sachlichen Beitrag von Dir... Und ja: Kapitalismus bedeutet: "Privateigentum an Produktionsmitteln" das Gegenteil bedeutet "vergesellschaftete Produktionsmittel" über deren Verwendung im "demokratischen Sozialismus" bspw. auch demokratisch verfügt werden muss. Heißt für mich: Unternehmen die so ähnlich organisiert sind wie eine Behörde... Kann man machen, aber warum uns das bei der Lösung der Klimakrise weiterhelfen soll, verstehe ich seit Wochen nicht.

    Als ob in diesen meinetwegen dezentral organisierten Behörden nicht auch jeder versuchen würde "mit dem Arsch an die Wand zu kommen" um seinen Job, Pfründe oder Position zu sichern. Klimaziele hin oder her.

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