Kapitalismus

  • Grundsätzlich hast du recht. Sehr gut. Trotzdem ist der Preismechanismus ja so, dass ab einem bestimmten Preis, 90% aus dem Markt rausfliegen und nicht mehr teilnehmen können.

    Und Umweltpolitik auf dieser Grundlage zu etablieren, ist asozial und feudalistisch. Die Errungenschaft der individuellen Mobilität zurückzuführen auf die 50er Jahre, damit die Klimaziele erreicht werden können ist mit mir nicht möglich. Da radikalisiere ich mich.

    Dann wird diese Dienstleistung eben ein Luxusartikel. Für einen nachhaltigen Wandel müsste man nach dieser Logik so viele Preise so extrem erhöhen, dann kann man auch gleich verbieten. Aber das macht ja dann der böse Staat ;)

  • Der Kapitalismus "zensiert" jetzt auch den Aktienhandel.

    Link

  • Leider kann ich nicht nachvollziehen was falsch sein soll.

    Hedgefond müssen zumindest teilweise aktien veröffentlichen die Sie shorten.

    Ich hab das als den Kern der Aufregung verstanden. Der Angriff der Many auf die Few wäre wiederholbar, weil die Informationen zu den Leerverkäufen teilweise öffentlich einsehbar sind.


    Es müssen nur zwei Dinge zusammen kommen. Jemand identifiziert die Blutsauger und der Schwarm geht daraufhin zum Angriff über. Hat ein bisschen was vom revolutionären Moment. Die Frage ist, schafft der Geldadel es, die Meute von weiteren koordinierten Angriffen abzuhalten, also Bewusstsein und Gemeinschaft zu unterdrücken.


    Die Konsensmanufaktur hat vorgelegt. Mit dem Aussetzen des Handels hat sich die Aristokratie Zeit verschafft. Das wurde genutzt. Wenn nun der Zugang für den Pöbel auf die entsprechenden Wertpapiere temporär beschränkt ist, ergeben sich daraus zwei Dinge.
    1. Die Leerverkäufer werden bevorzugt bedient

    2. Wichtiger. Der psychologische Effekt auf die Angreifer, dass man die Macht eben doch nicht brechen kann. Dadurch werden manche einknicken und Gewinne mitnehmen wollen und der Teufelskreis beginnt.

  • Die Konsensmanufaktur hat vorgelegt. Mit dem Aussetzen des Handels hat sich die Aristokratie Zeit verschafft. Das wurde genutzt. Wenn nun der Zugang für den Pöbel auf die entsprechenden Wertpapiere temporär beschränkt ist, ergeben sich daraus zwei Dinge.
    1. Die Leerverkäufer werden bevorzugt bedient

    2. Wichtiger. Der psychologische Effekt auf die Angreifer, dass man die Macht eben doch nicht brechen kann. Dadurch werden manche einknicken und Gewinne mitnehmen wollen und der Teufelskreis beginnt.

    3. Das Märchen von der individuellen Privaten Altersvorsorge am "freien Markt" an der Börse verpufft dahin, wo es hingehört.

  • Ich hab keinen in meinem Freundeskreis, mit dem ich mich über sowas halbwegs ernsthaft unterhalten könnte. Aber hier, das schoss mir durch den Kopf als ich heute das hier schaute Die düstere Zukunft der Menschheit –Graeme Maxton im Gespräch | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur


    Und ja, ich möchte gern ausradiert werden.


    Eines der schlimmsten Dinge, die man im Post-Faschistischen Deutschland sagen kann, ist, dass Demokratie nicht das Maß aller Dinge ist. Mir persönlich ist egal wer regiert, so lange das getan wird was notwendig ist. Ich für meinen Teil brauche keine Vielzahl an Positionen, bei denen ich mich für entweder das eine oder das andere entscheiden darf, je nachdem was der Markt gerade zu bieten hat und wo mich die Schnittmengen in entweder das eine oder das andere Lager treiben. Aber der Zustand, in dem wie in einer Aktiengesellschaft, einfach nur eine absolute Mehrheit von über 50% der Stimmen alles Handeln bestimmen darf, und der meist in seine Etiketten zersplitterte Rest zwar Bedenken äußern darf, aber eigentlich nur zur Kontrolle dient um mehr oder weniger ein zweites 1933 zu verhindern, ist alles andere als die große Freiheit. Sobald die Mehrheit sich (meist für den mainstream, also die Mitte) entschieden hat, haben alle anderen Strömungen, die ja auch einen Teil der Bevölkerung repräsentieren, wenig, bis gar kein Gewicht mehr. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass man ein Leben lang für eine vernünftige Postion kämpfen kann, und trotzdem maximal seiner Kritik am bestehenden System Ausdruck verleihen darf. Durch die Schreckgespenster die heute immernoch aufkommen, in Form des real existierenden Sozialismus nach sowjetischem Vorbild oder anderer autoritär geführter Systeme, haben diese bereits überwundenen Zustände immernoch riesige Macht über die Gegenwart. Ich würde mir gewissermaßen einen Bundestag wünschen, ohne Fraktionszwang und ohne Klientelpolitik. Mit nur einem verpflichtendem Parteibuch, oder halt mit gar keinem, und somit auch ohne Zersplitterung in das Klein-Klein der verschiedenen Positionen, die letztendlich nur da sind, um die eine oder andere Nische zu füllen.


    Im heutigen Klimakontext könnte man schon mal über Freiheiten nachdenken. Womit habe ich eigentlich das Recht auf gewisse Freiheiten verdient, bzw. wer hat das Recht mir diese bedingungslos zu garantieren? Für diesen kurzen Augenblick der Menschheitsgeschichte, in dem wir die freiesten Individuen seit Anbeginn der Zeit sind, drehen wir die Rohstoffe dieses Planeten durch den Wolf, nur um flüchtige Bedürfnisse zu erfüllen, die, sobald sie erfüllt sind, durch das nächste Bedürfnis ersetzt werden. Jeder scheint zu wissen, dass Planwirtschaft nicht

    in dem Maße effizient ist, wie der MArkt. Aber dieses Gleichnis ist nur zutreffend in einem Konkurrenzkampf zweier Systeme. Es erscheint mir vollkommen logisch, dass man in einem abgeschotteten Bereich der Welt, der nunmal nur über Gewisse Ressourcen und Bedingungen verfügt, irgendwann nicht mehr mithalten kann, mit einem ideologischen Gegener der einen Wirtschaftskrieg führt um des Wettkampfes Willen. Der Wettkampf zieht sich durch alle Bereiche der kapitalistischen Gesellschaft. Es fängt an in den Schulen, überträgt sich in die Arbeitswelt und das Gesamte Wirtschaftssystem und selbst Entertainment besteht in großen Teilen ausschließlich daraus, das irgendjemand beweisen kann, dass er besser ist als der andere. Es kann sein dass ohne diese Wettkampfmentalität eine gehörige Portion Drive aus allem Fortschritt genommen wird, aber vielleicht ist das ja so vorgesehen, ein evolutionäres Prinzip, dass schon seit jeher alles Leben auf diesem Planeten bestimmt. Ist Freiheit gleichzusetzen mit der Freiheit alles gegen in Geld umgewandelte Arbeitskraft kaufen zu können? Und wenn meine Arbeitskraft weniger wert ist, als die von dem, der sich im Wettkampf mehr angestrengt hat, und sich gegenüber mir druchsetzen konnte, sei es auch nur, weil er bessere Startbedingungen hatte, dann habe ich diese große Freiheit, mit Geld alles kaufen zu können was ich will - und damit ist alles gemeint was man sich vorstellen kann, auch nur in der Theorie. Man ist nicht gut genug gewesen im Wettkampf, hat den Job nicht bekommen, oder hat anderweitig nicht hart genug gekämpft, um die Freiheiten die der Markt einem einräumt genießen zu können. Diese Art von Freiheit, ist die einzige, die der Kapitalismus dem Sozialismus vorraus hat. Wer sagt dass man von der Rechtslage her und abgesehen von der Freiheit der Befriedigung sämtlicher Bedürfnisse für die besten unter uns, nicht auch im Sozialismus mit dem Grundgesetz der BRD als Basis, (die Systemklauseln von Eigentum & Co. müsste man nichtmal umschreiben) ein verhältnismäßig freier Mensch sein kann? Ein sozialistischer Staat mit Meinungsfreiheit und somit auch freier Presse, mit allgemeingültigen Grundrechten, mit Verfassungsgericht und direkt gewählten Funktionären ist nur im Negationsprinzip des Wettkampfes der Systeme undenkbar. Aber das ist halt die Natur des Wettkampfes, es gibt Gewinner und Verlierer, und der Verlierer hat es in der Regel schlechter gemacht als der Gewinner. Was auch immer wieder betont werden muss. Ich hab nie viele Bücher gelesen, aber das Prinzip von der Hegelschen Synthesis ist mir ansatzweise ein Begriff.

  • Danke für den Link mit dem Zaunspfahl, werde versuchen mich demnächst evtl. auf den content zu konzentrieren, für den das Forum hier gedacht ist, anstatt Sachen vom SRF zu verlinken. Aber hab jetzt zumindest auch mal ein paar Seiten hier rumgeblättert um zu wissen dass ich nicht vollends an der falschen Adresse bin. Und Tilo hatte das Thema Ökodiktatur ja auch schon paar mal zum Thema gemacht.

  • The Response to the GameStop Fiasco Shows It’s Still Wall Street’s Economy

    Now that hedge funds are losing billions to Redditors buying stocks like GameStop, Wall Street wants heavy-handed intervention into the market, and brokerages have clamped down on the upstarts. It’s a reminder that there’s no such thing as “people’s capitalism” or “shareholder democracy” — the capitalist economy is structured to do what’s best for the business elite.

  • 3. Das Märchen von der individuellen Privaten Altersvorsorge am "freien Markt" an der Börse verpufft dahin, wo es hingehört.

    Jaha, ich weiß, ich bemühe viel zu oft South Park.... aber:

    Aus der Serie



    Fortsetzung aus dem Spiel:




    Bei Zeit-Online wird mir immer noch erklärt, dass wir Deutschen viel zu Aktienmüde sind.

  • Telekom war eigentlich ein GameStop rückwärts, oder? Medial das Volk zum investieren anfixen und am Ende macht jemand gewaltig Reibach am Kurssturz.


    Jedenfalls haben sich die Börsianer davor und danach immer nur gegenseitig beklaut, eine Situation wo derartig "Drittmittel" eingeworben wurden fällt mir sonst gerade nicht ein...

  • Telekom war eigentlich ein GameStop rückwärts, oder? Medial das Volk zum investieren anfixen und am Ende macht jemand gewaltig Reibach am Kurssturz.


    Jedenfalls haben sich die Börsianer davor und danach immer nur gegenseitig beklaut, eine Situation wo derartig "Drittmittel" eingeworben wurden fällt mir sonst gerade nicht ein...

    Kommt wieder, die Bahn und Autobahnen werden gerade noch aufgehübscht...

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!