Trump II [Sammelthread]

  • Zitat
    Trump: Elon has done a fantastic job. I don’t care. I don’t need Elon for anything other than the fact that I happen to like him. I don’t need his car. I actually bought one. He makes a great car


    Positiv - Negativ - Positiv


    Kennste nicht?

  • China Caps Tariffs on US at 125%, Calls Trump Levies a ‘Joke’

    China retaliated against Donald Trump’s latest tariffs by hiking duties on all US goods, while calling the administration’s actions a “joke” and saying it no longer considers them worth matching.


    8)

  • https://edition.cnn.com/2025/0…-china-tariffs/index.html


    Zitat

    Trump is waiting for Xi to call. The Chinese see it differently

    Zitat

    In private discussions hours before China announced new retaliatory tariffs, the Trump administration warned Chinese officials against such a move, according to a source familiar with the discussions.


    The Chinese were also told – once again – that Chinese President Xi Jinping should request a call with US President Donald Trump.


    Instead, US officials woke up to news of increased Chinese tariffs and no request for a leader level call. Xi also made comments that only dug him in further.


    Wird noch besser:


    Zitat

    Two senior White House officials tell CNN that the US will not reach out to China first. Trump has told his team that China must be the first to make the move, as the White House believes it is Beijing that has chosen to retaliate and further escalate the trade war.


    That stance has been conveyed to Beijing for roughly two months, with Trump’s team clearly telling Chinese officials that Xi should request a call with Trump. But Beijing has repeatedly refused to arrange a leader-level phone call, according to three sources familiar with the official communications.


    Hörensagen natürlich, aber würde dazu passen, dass Trump ständig darüber spricht, dass die Chinesen sicherlich bald verhandeln wollen und sich melden werden.


    Das Problem ist, die US-Zölle schaden meines Erachtens den US-Amerikanern viel mehr als den Chinesen. Nun da sie hocheskaliert wurden und wenn es darüberhinaus wirklich so eine selbstaufgestellte Hürde gibt, die eine Lösung verhindert, scheinen sie in der Falle zu sitzen.

  • Ich sage dir nur, dass deren aktuelles Handeln zu der beschriebenen Strategie passt. Das verlinkte Paper stammt aus deren Kreis und hatte damals selbst in der deutschen Presse für ein wenig Aufsehen gesorgt, weil irgendwie unvorstellbar. Schon wieder eine Zeitenwende.


    Achso, das kommt aus dem Umfeld von Trump. Hm, wurde von dem Typen geschrieben, der die fünf Wünsche an uns "Sünder" mitgeteilt hat:


    Zitat

    WH aide Stephen Miran outlines 5 potential responses foreign nations can undertake in response to problems he says are caused by US dollar dominance:


    Dann ist es natürlich Teil der Ideenwelt. Tatsächlich höre ich jetzt auch nicht zum ersten Mal, dass Trump sowas wie ein neues Plaza-Abkommen anstrebt. Aber das spricht für mich noch nicht für einen wirklichen Plan. Das Dokument selbst ist als Leitfaden geschrieben. Das heißt, es enthält Vorschläge und Erklärungen zu Maßnahmen, die man anwenden könnte.


    Insofern ist auch in der zitierten Passage die Mehrdeutigkeit drin, die wir in den letzten Tagen präsentiert bekommen haben:


    Zitat

    3) Tariffs are a tool for negotiating leverage as much as for revenue and fairness. [...]


    Wenn die Zölle ein Druckmittel für Verhandlungen sind, muss man bereit sein sie aufzugeben. Sollen sie vorallem Einnahmen erzeugen, muss man sie aufrechterhalten. Und das mit Fairness zu paaren, leuchtet auch nicht sofort ein, da sich die Frage stellt, müssten sie dann nicht wegfallen, wenn das als unfair gesehene Verhalten der Gegenseite sich ändert.


    Klar, man kann sich Mischformen davon vorstellen, aber die Implementierung ist nicht vorgegeben.


    Was den schwachen US-Dollar angeht, ich denke die Idee ist, dass es wie beim Plaza-Abkommen eine Aufwertung anderer Währungen gegenüber dem US-Dollar geben soll. Dafür braucht es Kooperation. Sprich darüber müsste man verhandeln. Dass Zölle als ein sich anbietendes Druckmittel genannt werden, zeigt nochmal den Empfehlungscharakter.


    Zitat

    [...] Tariffs will likely precede any shift to soft dollar policy that requires cooperation from trade partners for implementation, since the terms of any agreement will be more beneficial if the United States has more negotiating leverage. Last time, tariffs led to the Phase 1 agreement with China. Next time, maybe they will lead to a broader multilateral currency accord.


    Eine Rede von Miran vom Montag, aus der wohl auch die fünf Punkte stammen:


    https://www.whitehouse.gov/bri…-institute-event-remarks/


    Zitat

    CEA Chairman Steve Miran Hudson Institute Event Remarks


    The White House | April 7, 2025


    Hier erklärt er, welche Probleme die USA mit der Stärke des US-Dollar haben und verbindet das mit einem tatsächlich sehr Trumpschen Opfernarrativ, wo er die Dominanz der eigenen Währung als große Bürde und Dienst an der Welt darstellt, für den es keine Gegenleistung der anderen Länder gib. Auf einer konzeptuellen Ebene passt es sicherlich mit rein, läuft nämlich genauso auf ein Wunschkonzert hinaus: Die Dominanz des US-Dollar soll erhalten bleiben, aber die Nachteile für die USA sollen von den anderen Ländern ausgeglichen werden.


    Zitat

    In my view, to continue providing these twin global public goods, there needs to be improved burden-sharing at the global level. If other nations want to benefit from the U.S. geopolitical and financial umbrella, then they need to pull their weight, and pay their fair share. The costs cannot be solely borne by everyday Americans who have already given so much.


    The best outcome is one in which America continues to create global peace and prosperity and remain the reserve provider, and other countries not only participate in reaping the benefits, but they also participate in bearing the costs. By improving burden sharing, we can enhance resilience, and preserve the global security and trading systems for many decades into the future.


    Das führt dann auf die fünf Wege, wie man den USA helfen soll.


    Nun mag das die Vision sein, aber zu drohen und Forderungen zum einseitigen Vorteil zu stellen, ist als "Plan" kaum der Rede wert. Und Miran ist halt auch nicht der einzige, der versucht hat zu erklären, was mit den Zöllen bewirkt werden soll.


    Nebenbemerkung: Den USA könnte natürlich die große Bürde, die wichtigste Weltreservewährung zu stellen, abgenommen werden, aber bei so einem Vorschlag kommt schnell der Privilegcharakter zum Vorschein. Wenn Trump etwa die BRICS-Länder bedroht hat, keinesfalls eine eigene Reservewährung zu schaffen. Oder Miran den großen Nutzen des US-Dollar für die Welt beispielhaft anhand der Unmöglichkeit für Brasilien und China mit ihren eigenen Währungen zu handeln erklärt:


    Zitat

    [...] To see how it works, imagine two foreign nations, say China and Brazil, trading with each other. Neither country has a currency that is trusted, liquid, and convertible, which makes trading with each other challenging. However, because they can transact in U.S. dollars backed by U.S. Treasuries, they are able to trade freely with each other and prosper. [...]


    Obwohl sie das schon tun und der Plan bei ihnen wie einer Reihe anderer BRICS-Länder ist, den Handel mit eigenen Währungen weiterzuentwickeln:


    https://english.news.cn/202310…98b705058274ca82a8/c.html


    Zitat

    [2023-10-05 12:22:30 ]


    China, Brazil trade in local currencies for first time


    Auf den Euro könnte man im Zweifel sicherlich auch zurückgreifen.

  • Sie müssen keine guten Schauspieler sein. Sie müssten nur genug Lärm machen und die Welt davon überzeugen, das es ihnen primär um die Zölle geht. Das Entertainer-Gen hilft natürlich.


    Das war ja kein Lärm, sondern hauptsächlich die Verteidigung der Zollpolitik. Und die ging in ganz unterschiedliche Richtungen. Also insbesondere, wenn die Zölle nur Mittel zum Zweck wären, kann man beim Vorhandensein einer taktischen Planung für die Umsetzung der Maßnahme die gleiche Erklärung von alle Eingeweihten erwarten. Was man stattdessen gesehen hat, war meines Erachtens die Interpretation von Trumps Zielen oder die Richtung, die der jeweilige Berater einschlagen wollte.


    Ich will dich nicht überzeugen. Ich stelle jedoch fest, dass du in deiner Beurteilung schon ziemlich festgefahren bist. Zuletzt biss sich der Diskurs zwischen uns daran fest, dass man Trump keinesfall Unternehmer nennen könne.


    Nun ich habe Trump ja nun wirklich lange genug erleben dürfen und ich glaube einfach nicht, dass er nur so tut. Die sehr vereinfachten Erklärmodelle mit vielen Fehlvorstellungen wird er nicht vortäuschen.


    Keinesfalls Unternehmer war es nicht, sondern eher das spielt keine große Rolle mehr. Aber mal ab von diesem kompletten Nebenpfad ist das ein gutes Stichwort, denn eigentlich ging es nur darum, ob Trumps unternehmerische Vergangenheit der Grund für das Vorgehen von DOGE ist. Ich denke weiter nein, weil er letztlich Musk sein Projekt hat umsetzen lassen. Bei den Zöllen ist es aber genau umgekehrt. Es ist ziemlich klar, dass Trump schon lange seinen eigenen Ideen zur Zoll- und auch Währungspolitik anhängt. In seiner ersten Amtszeit sind ihm wohl einfach nur mehr von den Establishment-Typen reingegrätscht.


    Während man bei anderen Themen, die ihn nicht besonders interessieren, darauf schauen kann, welche von den Milliardären in seiner Entourage und dem Kreis wichtiger Spender welche Ansichten vertreten, spielen Trumps eigene Vorstellungen in diesem Fall eine gewichtige Rolle. Wenn die Berichterstattung stimmt, dass Trump die Formel für die sogenannten reziproken Zölle unter auch komplexeren Optionen selbst ausgewählt hat, wäre das das beste Beispiel dafür.


    Allerdings da ich glaube, dass die Marktreaktion aus seiner Sicht unerwartet schlecht war, delegiert er das Thema vielleicht für erste wieder. Wahrscheinlich stehen dem nur die Chinesen im Weg.

  • Das war ja kein Lärm, sondern hauptsächlich die Verteidigung der Zollpolitik. Und die ging in ganz unterschiedliche Richtungen. Also insbesondere, wenn die Zölle nur Mittel zum Zweck wären, kann man beim Vorhandensein einer taktischen Planung für die Umsetzung der Maßnahme die gleiche Erklärung von alle Eingeweihten erwarten. Was man stattdessen gesehen hat, war meines Erachtens die Interpretation von Trumps Zielen oder die Richtung, die der jeweilige Berater einschlagen wollte.

    An dieser Stelle muss man inzwischen wohl unterscheiden zwischen dem was sie sich überlegt haben und wie es Ihnen nun möglicherweise über den Kopf wächst, wo die Fed sie nicht rausboxt, und auf der Gegenseite in China alles unternommen wird.

    Mittlerweile sollte klar sein, dass die 90-Tage-Pause nicht Teil eines Plans war, sondern Trumps Rettungsring für die Banken, bevor denen ihre Anleihenzockerei um die Ohren fliegen.


    Zitat

    Nun ich habe Trump ja nun wirklich lange genug erleben dürfen und ich glaube einfach nicht, dass er nur so tut. Die sehr vereinfachten Erklärmodelle mit vielen Fehlvorstellungen wird er nicht vortäuschen.

    Ich wüsste auch nicht, dass das infrage steht. Trotzdem wird sein Zirkel aus Oligarchen sich überlegt haben, was und wie sie das anstellen. Das heißt ja noch lange nicht, dasses klug ist oder durchdacht. Warum sollte man ausgerechnet Trump unterstellen, dass er mit offenen Karten spielt.

    Zitat

    Keinesfalls Unternehmer war es nicht, sondern eher das spielt keine große Rolle mehr. Aber mal ab von diesem kompletten Nebenpfad ist das ein gutes Stichwort, denn eigentlich ging es nur darum, ob Trumps unternehmerische Vergangenheit der Grund für das Vorgehen von DOGE ist. Ich denke weiter nein, weil er letztlich Musk sein Projekt hat umsetzen lassen. Bei den Zöllen ist es aber genau umgekehrt. Es ist ziemlich klar, dass Trump schon lange seinen eigenen Ideen zur Zoll- und auch Währungspolitik anhängt. In seiner ersten Amtszeit sind ihm wohl einfach nur mehr von den Establishment-Typen reingegrätscht.

    Vielleicht haben ihn ja seine Milliardärsfreunde von dieser Nummer genauso überzeugt, wie man es der Öffentlichkeit schmackhaft machen wollte, mit dem Unterschied, dass für die Allgemeinheit anfangs noch unklar war, ob sie wirklich nur eine Art Audit machen oder eben, wie mittlerweile unzweifelhaft deutlich geworden ist, die Kontrolle über staatliche Institutionen erlangen wollen, ganz im Sinne der technokratischen Idee, die bei Musk ja Familientradition hat.


    In diesem Sinne bieten die Reform- und Digitalisierugsankündigungen im Koalitionsvertrag nebenbei bemerkt auch viel Potenzial.


    Allerdings da ich glaube, dass die Marktreaktion aus seiner Sicht unerwartet schlecht war, delegiert er das Thema vielleicht für erste wieder. Wahrscheinlich stehen dem nur die Chinesen im Weg.

    Das wird schon so sein, dass man unterschätzt hat, wie fragil das Finanzmarktkartenhaus ist. Es muss aber Leute geben, die ihm die Situation begreiflich machen können, sonst hätte er nachdem Einbruch beim Anleihen-Derivatehandel nicht so reagiert. Der unübersehbare Insiderhandel spricht dabei natürlich wieder die maximale Unprofessionalität. Jedenfalls hat damit sicher niemand gerechnet. Aber den Subprime-Markt hatten 2008 auch die wenigsten auf dem Schirm.


    Vielleicht hat man auch nicht damit gerechnet, dass China dermaßen aktiv eingreift oder ihm die Fed solche Probleme vom Leib hält. Die ersten Banken (J.P.Morgan) haben ja wohl auch schon nach Hilfe gerufen.

    The surest way to tame a prisoner is to let him believe he's free.

  • Glücklicherweise benötigen die Marktvorhersagen selbst keine Rationalität.

    Wobei die besorgten fund manager mit der Annahme, im Weißen Haus herrsche womöglich nicht einmal mehr die Ideologie, sondern nur noch der reine Wahnsinn, ausnahmsweise mal einer durchaus heißen Sache auf der Spur sind.


    Vielleicht gibt es aber auch einfach noch zu wenige Lehrstühle an den politikwissenschaftlichen Fakultäten für Trump Thought. Auch hierin ist uns der Chinese mal wieder zwei Schritte voraus.

  • Genial, wie meisterhaft uns diese durchtriebenen NWO-Faschisten vorspielen, sie wären lediglich ein Haufen ahnungsloser, überbezahlter IrrenhauskandidatInnen mit zu viel Staatsmacht, die einem wahnsinnigen narzisstischen Gameshowmoderator in den Arsch kriechen...



    Alles Teil des Plans, ihr Schlafschafe!

  • RobFord Gesinnungsgenosse Um das noch hinzuzufügen, dass es Trump nicht um Zölle geht, ist natürlich klar. Die sind ja nach etlichen Handelsabkommen auch gar nicht mehr besonders hoch und eigentlich hat Trump sich wenn über andere Handelsbarrieren beschwert. Imaginierte wie wenn US-amerikanische Fahrzeuge im Ausland nicht besonders ankommen oder echte wenn etwa Qualitätsstandards US-amerikanische Lebensmittel ausschließen und gelegentlich sind die natürlich auch vorgeschobener Protektionismus.


    Meine Vermutung für das eigentliche Ziel von Trump wäre im Prinzip nichts ist vorgeschoben, alles was er sagt, will er auch haben. Also keine Zölle und Handelsbarrieren für US-Güter in anderen Ländern und keine Währungsmanipulation zum Nachteil des US-Dollar, weitgehende Abschaffung der Steuern und Ersetzung durch Zolleinnahmen, Zölle als stets verfügbares Drohmittel gegen andere Länder, wieder mehr Produkte sollen in den USA hergestellt werden und mehr dieser Produkte sollen ins Ausland exportiert werden als umgekehrt importiert, Menschen im Ausland sollen ihr Geld in den USA anlegen, natürlich keine Abstriche bei der Stellung des US-Dollar und bei der militärischen Macht (ausgedrückt im weltweit höchsten Verteidigungshaushalt).


    Und ich denke, er hat für die einzelnen Ziele jeweils Leute, die das ebenfalls wollen und ihn in diese Richtung bestärken, aber niemanden, der auch das alles will bzw. nicht versteht, dass es teilweise im Widerspruch steht.

  • Eijeijei:


    https://twitter.com/BillAckman/status/1910715542593249411



    Abschaffung der Zölle um des lieben Friedens willen - hat man ja bei Merz gesehen - ist das eine. Unseren Markt komplett öffnen und alle Anforderungen an Produkte für die USA abschaffen ist etwas völlig anderes und ich nehme an das gilt genauso für die Japaner.


    Und dann kommt man zu der Phantasie, dass wir uns auch in den Fuß schießen könnten.

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