#725 - Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk
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- Jung & Naiv
- Tilo
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Das ist doch geshopped
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Phönix persönlich, auferstanden aus
RuinenAsche. -
Ach, dass Du den Artikel "nicht gelesen" haben willst, ist schon in Ordnung Ilko-Sascha. Du brauchst uns ja nicht zu verraten, was da in Deiner Lieblingszeitung "Berlinskaja Prawda" schon wieder ableistisches über Dich drin steht (was Du natürlich nur aus Erzählungen anderer Leute weißt, und nicht weil du es selbst gelesen hättest). Es reicht völlig aus, dass Du öffentlich dafür Werbung machst, wie gemein die Putinisten-Kommunisten schon wieder - völlig ohne Grund und aus reiner Gehässigkeit, denn so sind sie nun einmal - zu Dir waren, damit passionierte Freiheitsfeinde und Anti-Kowalzcukisten wie ich den Link anklicken:
1. FC Union Berlin im Visier: Warum Ilko-Sascha Kowalczuk ein Verschwörungstheoretiker ist
Wenn Meinung zur Masche wird: Behzad Karim Khani über Ilko-Sascha Kowalczuk und die Kunst, sich selbst zum Phänomen zu machen. Ein Gastbeitrag des Herausgebers der Weltbühne.
Zu den lästigen Dingen des Herausgeberdaseins gehört wohl, dass man in unregelmäßigen Abständen die Namen von Leuten googeln muss, die ausgeprägte Meinungen zu einem selbst haben und diese mit einer Gewissheit in sozialen Medien und Zeitungen kundtun, als hätten sie sich jahrzehntelang mit nichts anderem beschäftigt. Einer dieser Namen lautet Ilko-Sascha Kowalczuk. Ich höre ihn zum ersten Mal während eines Live-Interviews im Radio. Wir haben gerade der Weltbühne zur Wiedergeburt verholfen, da bezeichnet der Moderator – besagten Kowalczuk zitierend – unsere Autoren unter anderem als Schwurbler. Ein Begriff, den Kowalczuk recht großzügig verteilt. Das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber ich weiß ja auch noch nicht, wer dieser Kowalczuk sein soll.
Ich bin selten um Worte verlegen, aber auch etwas mitgenommen von der tendenziösen Einleitung der Sendung, die mich in die Defensive gebracht hat, bevor ich auch nur ein Wort gesagt habe. Ich frage, wen er denn mit Schwurbler meine. Der Moderator ist auf die einfache Rückfrage nicht vorbereitet, antwortet, dass das ja gar nicht er sagt, sondern Kowalczuk. Ich lasse nicht locker. Schließlich benutzt er da einen recht großen Begriff. Da müsse er doch wenigstens wissen, wen er meint. Weil ihm niemand einfällt, wir aber vorher über Deborah Feldman gesprochen haben, erwidert er fragend: „Deborah Feldman?“ „Deborah Feldman ist eine Schwurblerin?“, frage ich kopfschüttelnd, und er verheddert sich. Er zitiere ja nur, und so weiter. Auch ich bin zu sehr vor den Kopf gestoßen, als dass ich das Gespräch in moderate Bahnen lenken kann [...].
Dieses Interview ist insofern interessant, als es zeigt, wie einfach sich Verleumdungen verfestigen. Der Erste behauptet etwas, der Zweite zitiert die Behauptung ohne jede Verantwortung, aber auf den Effekt schielend. Und schon steht man da, hat die Pistole auf der Brust und sich gefälligst zu erklären. Mit Erkenntnisgewinn hat das Ganze exakt gar nichts zu tun, dafür sehr viel mit Deutungshoheit und entsprechend mit Macht. Hier soll es aber nicht um das Interview gehen, sondern um Kowalczuk, den ich zunächst einmal für Kubitschek halte. Einen Mann, den ich aus ähnlichen Gründen googeln musste. [...]
Und da geht's schon los mit den haltlosen Unterstellungen. Völlig unprovoziert einen ausgewiesenen Freiheitskämpfer und demokratischen Antifaschisten wie I.-S. Kowalzcuk mit dem Chefideologen der neuen Rechten Kubitschek gleichzusetzen ist unerhört! Wie kann so ein dreckiger Ausländer (was ist das denn bitte für ein Name? Womöglich ein judenhassender Islamist-Bolschewist!) hier frei herum laufen und solche Sachen schreiben? Das wird bestimmt nicht besser...
[...] Als mich ein befreundeter Historiker aus Ostdeutschland darauf anspricht, kommt es doch zu einem Gespräch über Kowalczuk. Er tue sich besonders dadurch hervor, erklärt mir mein Freund, dass er den Westdeutschen zuverlässig das Liedchen trällere, das sie über die Ostdeutschen hören wollen. Nämlich das der unzivilisierten, störrischen Hinterwäldler, denen man die Sache mit der Demokratie und der Freiheit noch beizubringen habe.
„So etwas wie der Ahmad Mansour der Ostdeutschen also!“, schlage ich vor. Er lacht. Und tatsächlich haben die beiden einiges gemeinsam. Beide werden munitioniert und herumgereicht bei westdeutschen Entscheidungsträgern. Und verspottet bis gehasst bei denen, über die sie sprechen, beziehungsweise gegen die sie sich aufstellen und -drehen lassen. Im einen Fall Araber und Muslime. Im anderen Ostdeutsche. Und beide Akteure überschlagen sich tonal, werden immer schriller in ihren Aussagen, in der Hoffnung, das Herrchen merke nicht, wie es immer dasselbe Lied ist, das sie singen.
Zu den nicht so lästigen Dingen des Herausgeberdaseins wiederum gehört, dass man inspiriert, lustvoll und neugierig bleiben kann. In anderen Worten: sich nicht in Deutschland aufhalten muss. Und so sitze ich in Florenz in einer Bar, von der ich mir vorstellen kann, dass sie mein Hangout wäre, würde ich hier leben. Genieße meinen Negroni Sbagliato, den Ausblick auf die Piazza, die Gesprächsfetzen an den Nebentischen – als mir Kowalczuk zum dritten Mal vor die Flinte läuft. Dieses Mal hat er einen Artikel in der taz geschrieben, in dem er eine Linie von der Alten Försterei zum Kreml zieht. Es fehlt nur die Behauptung, Putin würde Unions Trainer Baumgart persönlich die Aufstellung durchgeben. [...]
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Ja so sind sie, die "Kommunisten". Da zeigt sich die wahre, hässliche Fratze der Diktatur! Während sie von ihrer verarmten Gefolgschaft aus dem antidemokratischen, putintreuen, intellektuellen Lumpenproletariat gleichmacherischen Verzicht auf Wohlstand und Freiheit verlangen, sitzen sie im arschteuren Florenz, schütten sich
MilchkaffeeCampari Spritz für 19,50€/TasseGlas hinter die Binde und sinnieren in aller Ruhe darüber, wie sich am besten Hass und Hetze über einen der größten deutschen Staatshistoriker der Gegenwart verbreiten lässt![...] Kowalczuk ist genauso unverschämt manipulativ und deutungs- sowie machtgeil, wie er plump und berechenbar ist. Das macht ihn zwar gefährlich, aber auch leicht auf den Rücken zu kriegen. Er ist kein Vollidiot, sagt ein anderer Historikerfreund. Aber auch kein sonderlich kluger Mann, füge ich hinzu. Und dann gibt es auch diese Momente, wo das Lästige und das überhaupt nicht Lästige des Herausgeberdaseins eine Überschneidung versuchen. Und so sitze ich eine halbe Stunde später im Hotel, und während sich meine Freundin in der Galleria degli Uffizi den schönen Dingen zuwendet, ziehe ich mir einen Podcast mit fucking Kowalczuk rein. Das wiederum macht mich dann doch ein bisschen sauer.
Etwa fünfzehn Minuten schaue ich ihn mir an und bin sicher, ihn geröntgt zu haben. Als Erstes fällt auf, wie viel Raum jemand, der sich Wissenschaftler nennt, seinen Glaubenssätzen und seinem Bauchgefühl gönnt. Und wie viel seine Glaubenssätze mit denen von Metzger Müller und Bäckerin Schmitt gemeinsam haben. Gleich sechs seiner stumpfen Lebensphilosophien schmettert er ungefragt in den ersten zehn Minuten raus. Alles in einem dermaßen g-freien Deutsch, dass es gekünstelt wirkt. [...]
Die nächste Absätze sind einfach zu unverschämt, unsachlich, klassistisch und ableistisch
, um sie hier mit gutem Gewissen wiederzugeben. Doch es wird auch in sachlichem Ton nicht besser mit den völlig an den haaren herbei gezogenen Urteilen über einen der bedeutetndsten Walter Ulbricht Biografen und Ostbeauftragten der Grünen Partei, die dieses Land je gesehen hat...[...] Für einen Wissenschaftler und Weltspezialisten arbeitet Kowalczuk dann aber beeindruckend oft mit rustikaler Polemik, Kampfbegriffen, Überspitzungen, Falschinformationen und Verschwörungstheorien. An der Stelle sollte sich die taz, die gerade mal eine Ausgabe brauchte, um uns als Wurstblatt zu bezeichnen, die Frage gefallen lassen, warum sie als Nichtwurstblatt Kowalczuks Artikel nicht faktengecheckt hat. [...]
Ich rufe Christian Arbeit an. Frage ihn, was er eigentlich so auf Social Media macht.
Arbeit erklärt, er habe einen X-Account, eher zum Lesen als zum Mitmachen, einen Instagram-Account, auf dem er Bilder mit immer einem Wort postet („Wien“, „Rückkehr“, „Premiere“ etc.), und einen Facebook-Account, der privat ist und auf dem es im Wesentlichen zwei Rubriken gibt: Konzerte und Bücher. Die kommentiere er dort kurz, diskutiere sie auch, wenn es sich ergibt. Das war’s. Ich prüfe das. Es stimmt. Auch seine Takes zu Corona sind absolut vernünftig und mehrheitstauglich. Und ich wundere mich, dass die taz etwas dermaßen Simples nicht checken kann, bevor sie Kowalczuks Schwachsinn druckt. Mich hat es keine Minute gekostet. [...]
Ja, da denkt irgend so ein dahergelaufener Romanautor doch tatsächlich, er könne die akribische wissenschaftliche Forschungsarbeit eines Historikers vom Großformat eines I.-S- Kowalzcuk mit einer Minute Googeln wiederlegen! Hahaha! So sind sie, diese neuen Putinisten-Kommunisten. Keine Ahnung aber davon ganz viel!
Alles anzeigen[...] Aber kommen wir zu den Verschwörungstheorien, die der kommentarwütige Wissenschaftler so verbreitet. Fragt man ChatGPT nach den Merkmalen einer solchen, erhält man insgesamt fünf zur Antwort.
- Geheime Absprache: Eine Gruppe von Akteuren koordiniert ihr Handeln im Verborgenen.
- Mächtige Täter: Beteiligt sind Eliten, Regierungen, Geheimdienste, Konzerne.
- Böswillige Intention: Ziel ist die Schädigung oder Täuschung der Allgemeinheit.
- Alternative Erklärung: Sie steht im Gegensatz zu offiziellen oder etablierten Deutungen.
Nach diesem Muster strickt sich der, sagen wir, etwas unorthodox agierende Wissenschaftler seinen [Berliner Zeitung-Herausgeber] Holger Friedrich, den er obsessiv und ohne auch nur einen ansatzweise harten Beweis als Putin- und Kremlfreund bezeichnet. Die Berliner Zeitung nennt er mittlerweile offiziell „Berlinskaja Prawda“.
Besonders niederträchtig verhält sich der Verschwörungstheoretiker Kowalczuk aber, wenn er die Dinge, die er maßgeblich selbst in die Welt gesetzt hat, eine Weile, nachdem sie Drive bekommen haben und nicht auf ihn zurückgeführt werden, schlicht voraussetzt. So heißt es in seinem Text dann schamlos „Holger Friedrich, dessen Organe als kremlnah gelten“. Jetzt ist also das, was er ohne jegliche Beweise feder- und tastaturführend in die Welt gesetzt hat, eine allgemein bekannte Grundannahme, die er lediglich weiterverbreitet.
Als fünftes Merkmal einer Verschwörungstheorie nennt ChatGPT die Selbstimmunisierung. Kritik oder Widerlegung wird oft als „Teil der Verschwörung“ interpretiert, heißt es.
Und so wäre dann wohl auch die Reaktion des, wie gesagt, leicht berechenbaren Mannes auf diesen Artikel quasi vorgezeichnet. Den Post über mich darf ich ihm selbst anbieten: „Behzad Karim Khani, Holger Friedrichs nützlicher Idiot und Hofschreiber, macht, was er halt zu machen hat. Irgendwas mit Geld, Ruhm usw.“
Nun, sei’s drum. Vielleicht stimmt das alles ja sogar. Bloß ist immer noch nichts bewiesen, und wenn ich damit leben muss, als nützlicher Idiot bezeichnet zu werden, wird Kowalczuk damit leben müssen, dass ich ihn einen Verschwörungstheoretiker nenne. Der Unterschied ist nur: Im Gegensatz zu dem Wissenschaftler habe ich hier meine Thesen zumindest zu belegen versucht. [...]
Un-fass-bar!

Und un-glaub-lich ableistisch!!!

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Also dafür, dass er das alles eigentlich gar nicht gelesen haben will, ist Herr Dr. Kowalzcuk aber doch recht angefasst von diesen - völlig grundlos und aus reiner Bösartigkeit! - gegen ihn vorgebrachten Kritiken.
"[...] Bewertung
- Der OV „Habicht“ endete mit dem Beschluss, Holger Friedrich zur IM-Tätigkeit zu gewinnen. Diese erfolgte unter dem Druck, ansonsten strafrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werden. Friedrich konnte nicht ahnen, dass das MfS intern zu der Einsicht gekommen war, dass sich der Verdacht nach § 254 StGB nicht bestätigt hatte, weil keine gerichtsnotorischen Beweismittel präsentiert werden konnten.
- Der IM-Vorgang belegt, dass Holger Friedrich insbesondere in der „Kontaktierungsphase“ den Eindruck zu vermitteln bemüht war, den Anforderungen des MfS an eine inoffizielle Zusammenarbeit gerecht zu werden.
- Zu konstatieren ist auch, dass Friedrich als IM überwiegend Offenkundiges berichtete. Es gibt zudem eine Diskrepanz zwischen den Einschätzungen des Führungsoffiziers über die abgegebenen Informationen Friedrichs und den in dem Vorgang dokumentierten Informationen in Form von Berichten (eigenhändig oder Abschriften vom Tonband).
- Die Informationen von Friedrich haben in einem Fall zu einer strafrechtlichen Belehrung eines Anderen geführt. Damit war u.U. ein erhebliches Einschüchterungspotential für den Betroffenen verbunden. Weitere Folgen, die durch Friedrichs Informationen zu konstatieren wären, ließen sich nur mit Akten, die über Dritte eventuell existieren, ersehen. Sehr wahrscheinlich erscheint das nicht.
- Die Informationen von Friedrich trugen keinen „politisch-ideologischen Charakter“. Entsprechende Aussagen zu Lasten Dritter finden sich in den Unterlagen nicht.
- Neben dem Umstand, wie Holger Friedrich zum IM gepresst wurde, ist bei der Beurteilung zu berücksichtigen, dass es nur wenige Treffen als IM gab, dass diese unter der besonderen Situation in einer Armeeeinheit zustande kamen (siehe dazu oben) und dass Holger Friedrich diese Zusammenarbeit, als ein neuer Führungsoffizier für ihn tätig wurde, beendete und dabei sofort betonte, dass er diese nie freiwillig eingegangen wäre. Die Zusammenarbeit als IM dauerte von Juni bis August 1988. Es kam zu vier Treffen, von denen insgesamt sechs Berichte überliefert sind. Zuvor kam es zu sieben Treffen in der „Kontaktierungsphase“ von Dezember 1987 bis Mai 1988.
Empfehlung
Wir empfehlen dem Berliner Verlag und den Redaktionen der „Berliner Zeitung“ und des „Berliner Kuriers“, die MfS-Unterlagen über Holger Friedrich, die beim BStU verwahrt werden, vollständig unter Beachtung des StUG und soweit erforderlich mit Zustimmung von Holger Friedrich in geeigneter Form öffentlich zu machen.
Marianne Birthler
Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk
Berlin, den 10. Dezember 2019"
Ach nee. Da steht ja auch noch der Name von Kowalzcuks damaliger Chefin bei der Stasi-Unterlagenbehörde mit drunter. Derselben hat allerdings bisher noch keiner vorgeworfen, dass sie eine durchgeknallte Verschwörungstheoretikerin sei. Das liegt aber sicher nur daran, dass man über Kowalzcuk eben aus reinem, bösartigen Ableismus
herzieht, und nicht etwa, weil er tatsächlich durchgeknallte Verschwörungstheorien über Kommunisten-Holger und seine "Berlinksaja Prawda" als landesverräterisches Organ der putinistischen Hybrid-Kriegführung verbreiten würde! -
Diesen Ableismus hat man nun versucht zu verschleiern!
Und natürlich der blanke Ukrainehass, der selbstverständilch auch gegen ihn, Ilko-Sascha, gerichtet ist - den Enkel und Namensträger eines westukrainischen
Faschisten und NazikollaborateursFreiheitskämpfers wider den sowjetischen Russenbolschewismus - durch dessen Adern auch ukrainisches Volksblut fließt. -
Hui... Danke Ilko-Sascha!
Ilko-Sascha Kowalczuk: Viel Meinung, aber wenig Substanz
Ilko-Sascha Kowalczuk weiß auszuteilen. Kritik hört er wiederum nicht gerne. Dabei funktioniert nur so ein zivilisierter Diskurs. Ein Gastbeitrag.
Schon wieder ein Text über Ilko-Sascha Kowalczuk, diesmal in der Weltbühne. Und auch schon wieder einer in der „Berlinskaja Prawda“ – so Kowalczuks hetzerischer Kosename für die Berliner Zeitung (Prawda heißt übrigens Wahrheit).
Man muss sich schon wundern und kann sich fragen: Was muss Kowalczuk für ein wichtiger Typ sein, wenn es so viele gibt, die sich mit ihm befassen? Oft auch nicht unbedingt wohlwollend.
Was soll‘s: viel Kritik, viel Ehre, so feiern seine Jünger ihn im Internet, eine Sicht, die Kowalczuk mutmaßlich gerne teilt. Er selbst lässt jedenfalls keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sich selber für sehr wichtig hält. Mindestens. Und dies teilt er seiner Bubble fast täglich mit. Es gibt kaum ein Thema, das er nicht beackert: Er postet und kommentiert querbeet, immer meinungsstark, immer auf der „richtigen“ Seite, immer einer der „Guten“. Gern erklärt er mal eben, was die Ostdeutschen alles falsch machen und empfiehlt sich dadurch erfolgreich als „Osterklärer“ bei den Grünen. Und was die Gründe für die AfD-Erfolge sind, weiß er natürlich auch. Ganz genau sogar. Dicke Bretter, mit denen sich der Historiker ohne Lehrstuhl da beschäftigt und dessen „Analysen“ so wunderbar einfach und stimmig daherkommen.
Kowalczuk möchte gerne „öffentlicher Intellektueller“ sein. Er hat zu vielen aktuellen gesellschaftlichen Debatten eine Haltung und erklärt seinen Followern gern die Welt. Und allen anderen natürlich auch. Dabei lässt er aber offen, wo der Wissenschaftler Kowalczuk endet und wo die Privatperson Kowalczuk anfängt, als die er lediglich seine Ad-hoc-Einschätzung zu allem Möglichen abgibt. Letzteres tut er aber mit einer Vehemenz und im Tonfall der letzten Wahrheit, die dafür sorgt, dass er in Teilen der Öffentlichkeit genau als das wahrgenommen wird, was er so gerne wäre. Und wenn es hilfreich ist, wird auch gern eine Anekdote persönlicher Betroffenheit hinterhergeschoben. Wer mit diesen Voraussetzungen nicht verdient hat, Gehör zu finden, wer denn bitte dann? [...]
An dieser Stelle halte ich es für angebracht, allen die den Herrn Dr. Kowalzcuk nicht - völlig grundlos und aus reiner Böswilligkeit! - h-a-s-s-e-n wärmstens ans Herz zu legen: F***t Euch!!!
Er formuliert im akademischen Gewande des Historikers seine Thesen zu aktuellen gesellschaftlichen Gemengelagen, die sich aber oft als wenig fundiert entpuppen, oft den Stand der Forschung ignorieren und selten empirisch einwandfrei unterlegt werden. Rhetorische Luftbuchungen also, die sich bei näherer und ernsthafter Beschäftigung als ungedeckt erweisen. (Dies ist der Grund, warum Teile des Wissenschaftsbetriebes ihn nicht ganz ernst nehmen – und nicht etwaiger Neid auf seine öffentliche Sichtbarkeit.) Wenn Experten dann einen wissenschaftlichen Diskurs einfordern, ist Ilko-Sascha Kowalczuk schon beim nächsten Thema.
Sein Trick ist also: Er etikettiert seine persönliche Meinung als wissenschaftliche Erkenntnis, meist gewürzt durch eine Prise „Haltung“, stets eine Haltung, von der er annehmen kann, dass sie von breiten Teilen seines Publikums geteilt wird. Welch Mut, nur leider eben von der Sorte, die nichts kostet. Oder einfacher ausgedrückt: Kowalczuk spricht oft lediglich das aus, was eine vermutete Mehrheit immer schon glaubte, gewusst zu haben – und konstruiert daraus eine Art Allgemeingültigkeit seiner Aussagen. Das ist aber keine Wissenschaft, sondern Feuilleton.
So wird es jenen, die etwas genauer, empirischer, wissenschaftlicher und differenzierter hinschauen, fast unmöglich gemacht, mit ihm in einen konstruktiven Dialog zu kommen – denn Phänomene aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, ist bei Ilko-Sascha Kowalczuk nicht vorgesehen. Stattdessen landet man schnell an einem Punkt, an dem er die Debatte (und damit seine Sichtbarkeit) einfach mit provokativen Anfeindungen, moralisierenden Vorwürfen und gerne auch auf der Ebene persönlicher Beschimpfungen am Köcheln halten kann. Ein geniales Geschäftsmodell, welches ihm, der nie im Wissenschaftssystem Fuß fassen konnte, nun ermöglicht, wenigstens als meinungsstarke öffentliche Person wahrgenommen zu werden. [...]
Unglaublich - nichts als nackter, ableistischer Hass, Hass, Hass!!!
[...] Meinungen, die von seinen abweichen, sind ihm offensichtlich ein Graus. Und er schafft das kommunikative Kunststück, sich gleichzeitig als Verfechter der Meinungsfreiheit (Haltung!) zu gerieren, nur um zwei Tweets später mit Verweis auf die Begriffe „Putin“, „Kreml“ oder „Nazi“ differenziertere Auseinandersetzungen mit seinen Äußerungen effektiv zu unterdrücken. Daraus schlägt er sein Kapital: Man redet über ihn, seltener allerdings mit ihm.
Warum nun sucht man immer wieder die Auseinandersetzung mit dem selbsternannten Ost- und Welterklärer? Weil die Vielfalt der Stimmen, Meinungen und Perspektiven wichtig ist! Man sollte nicht zulassen, dass die Deutungshoheit jenen überlassen wird, die am lautesten schreien. Was wir brauchen, ist mehr gesellschaftliche Beteiligung und mehr konstruktiver Diskurs. Dies ist allerdings mühsamer, als einfach durch Benutzung der heute vielerorts beliebten Universalunterstellungen „Moral“ und „Moskau“, ohne echte Argumente bemühen zu müssen, robust alle differierenden Meinungen abzuwerten und dadurch die eigene Sichtweise strahlen zu lassen. Dabei ist ein diskursiver und fundierter Ansatz wichtiger denn je. Leider verschafft ein solcher auch den Schreihälsen zusätzliche Reichweite. Dies muss man aber in Kauf nehmen – denn nur so entlarven sie sich mit ihrem Ausweichen auf substanzlosen Egozentrismus und das ewige Rotieren um ihre eigenen Befindlichkeiten als Selbstdarsteller.
So etwas niederträchtiges kann eigentlich nur ein Nazi-Agent Moskaus mit komplett von blinder Putintreue korrumpiertem moralischem Kompass schreiben.
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So amüsant ich das auch immer finde, tut man ihm nicht einen Gefallen damit, ihn ständig zu thematisieren?
Das wird der (Un-)Wichtigkeit seiner Person doch nicht gerecht.
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Zitat
Warum nun sucht man immer wieder die Auseinandersetzung mit dem selbsternannten Ost- und Welterklärer? Weil die Vielfalt der Stimmen, Meinungen und Perspektiven wichtig ist! Man sollte nicht zulassen, dass die Deutungshoheit jenen überlassen wird, die am lautesten schreien. Was wir brauchen, ist mehr gesellschaftliche Beteiligung und mehr konstruktiver Diskurs. Dies ist allerdings mühsamer, als einfach durch Benutzung der heute vielerorts beliebten Universalunterstellungen „Moral“ und „Moskau“, ohne echte Argumente bemühen zu müssen, robust alle differierenden Meinungen abzuwerten und dadurch die eigene Sichtweise strahlen zu lassen. Dabei ist ein diskursiver und fundierter Ansatz wichtiger denn je. Leider verschafft ein solcher auch den Schreihälsen zusätzliche Reichweite. Dies muss man aber in Kauf nehmen – denn nur so entlarven sie sich mit ihrem Ausweichen auf substanzlosen Egozentrismus und das ewige Rotieren um ihre eigenen Befindlichkeiten als Selbstdarsteller.
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Hmm, aber hat uns der Umgang mit der afd nicht gelehrt, dass "Entlarven" in dieser Gesellschaft genau null funktioniert, weil die Medienwelt und deren Rezeption einfach an Fakten überhaupt nicht interessiert ist?
So ist der ganze Bums letztlich doch nur wieder mehr Aufmerksamkeit für diese(n) Kasper.
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So amüsant ich das auch immer finde, tut man ihm nicht einen Gefallen damit, ihn ständig zu thematisieren?
Das wird der (Un-)Wichtigkeit seiner Person doch nicht gerecht.
Frage mich ja auch, welche Relevanz der Mann denn wirklich hat. Kenne ihn überhaupt nur durch diesen Kanal, aber sein Auftritt hat in der Community offenbar einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
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Hmm, aber hat uns der Umgang mit der afd nicht gelehrt, dass "Entlarven" in dieser Gesellschaft genau null funktioniert, weil die Medienwelt und deren Rezeption einfach an Fakten überhaupt nicht interessiert ist?
Nein. der Umgang mit der AfD hat "uns" gelehrt, dass man die in den Augen ihrer WählerInnen nicht "entlarven" kann, indem man ihnen nachweist, dass sie rechtsradikal und kapitalistisch sind, weil sie von denen genau deshalb gewählt werden.
I.-S. Kowalczuk ist hingegen einfach ein absolutes Musterexemplar dafür, was im deutschen Bildungsbürgertum so komplett falsch läuft, und wie sich darin lauter solche "Experten"-Figuren tummeln, deren größte Expertise in der eigenen Selbstdarstellung besteht. Diesen geistigen Inzest immer wieder offen zu legen und sich nach Kräften darüber lustig zu machen ist - abgesehen von strafbaren Handlungen - doch leider das einzige was man gegen die kollektive Verblödung tun kann.
Abgesehen davon ist ja wie immer niemand dazu gezwungen zu lesen, wie ich hier über diese deutsche Ausnahme-Geistesgröße vom Leder ziehe. Ich verstehe immer nicht, warum man sich darüber beschwert mit Sachen konfrontiert zu werden, die man einfach nur nicht anzuklicken und zu lesen braucht, um von ihnen vollkommen unbehelligt zu bleiben.
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I.-S. Kowalczuk ist hingegen einfach ein absolutes Musterexemplar dafür, was im deutschen Bildungsbürgertum so komplett falsch läuft, und wie sich darin lauter solche "Experten"-Figuren tummeln, deren größte Expertise in der eigenen Selbstdarstellung besteht. Diesen geistigen Inzest immer wieder offen zu legen und sich nach Kräften darüber lustig zu machen ist - abgesehen von strafbaren Handlungen - doch leider das einzige was man gegen die kollektive Verblödung tun kann.
Na das könnte ja vielleicht auch systemische Gründe (also in Bezug auf das Mediensystem bzw. dessen Funktionsmechanismen) haben, an denen man rein gar nichts ändert (eher noch das Gegenteil), wenn man Gestalten wie diesen der eigenen Bubble zur Belustigung vorwirft.
Abgesehen davon ist ja wie immer niemand dazu gezwungen zu lesen, wie ich hier über diese deutsche Ausnahme-Geistesgröße vom Leder ziehe. Ich verstehe immer nicht, warum man sich darüber beschwert mit Sachen konfrontiert zu werden, die man einfach nur nicht anzuklicken und zu lesen braucht, um von ihnen vollkommen unbehelligt zu bleiben.
Du musst auch nicht jedes Mal gleich angefasst reagieren, wenn ich mal etwas hinterfrage...
Da war, auch wenn das in Deiner Wahrnehmung vielleicht anders aussieht, überhaupt keine "Beschwerde" in meinem Beitrag.
Mal davon abgesehen, dass der letzte Teil auch irgendwie ein Zirkelschluss ist? Ich kann ja nicht wissen, was ich vielleicht lieber nicht lesen sollte, um mich nur ja nicht darüber "aufzuregen", solange ich es nicht gelesen habe... In einem öffentlichen Raum funktionieren solche Ratschläge einfach nicht.
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Ich kann ja nicht wissen, was ich vielleicht lieber nicht lesen sollte, um mich nur ja nicht darüber "aufzuregen", solange ich es nicht gelesen habe...
Wenn Du - so wie Du es hier gerade kundgetan hast - der Ansicht bist, man sollte solchen Gestalten wie Kowalzcuk keine Aufmerksamkeit schenken, weil das an "systemischen Gründen [...] gar nichts ändert", warum schenkst Du ihm dann Aufmerksamkeit, indem Du hier in diesem Thread - der doch immerhin recht unmissverständlich "Historiker Ilko-Sascha Kowalzcuk" heißt - meine bösartigen Hassbeiträge über ihn liest und kommentierst?
Das ändert doch überhaupt nichts an den systemischen Gründen und Funktionsmechanismen...
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Alles klar.
Ein paar mal ganz tief durchatmen, vielleicht geht's dann wieder.
Meine Herren...
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Ich stelle doch nur kritische Fragen.
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Ich stelle doch nur kritische Fragen.
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