#701 - Maximilian Krah (AfD)

  • Kann es sein, dass er ziemlich US orientiert ist? Deutschland hat nicht die gleiche Kultur wie die USA. 🤔 Hans hat am Ende noch ziemlich gute Arbeit geleistet 👏und Krahs bullshit (im Grunde Kulturkampf gegen links) was entgegen gehalten.


    Mich hätte noch seine Stellung zu Gewerkschaften interessiert. Aber auf EU-Ebene ist das eh so unterentwickelt.


    Er meinte an einer Stelle, dass er in der AfD als Marxist gilt. In deren Weltbild ist das nicht unabwegig. Ludwig von Mises hat Hayek und Röpke als Sozialisten bezeichnet 😅 Das kommt daher, weil Neoliberalismus nicht das gleiche ist wie laissez-faire Kapitalismus.

  • Runde Sach das Interview. Die Rechtsaussen dieser Klasse sind ziemlich hart zu knacken, der weiß wo er ist und welches Publikum ihn erwartet, Tilo sehr gut gehändelt das Ganze.

    Bei den Volksdeutschen war das einzige Mal, dass Krah wirklich überlegen war, nicht alles was da dazugehört(e) war in den Grenzen des Deutschen Reichs bis '45 zu finden, da gab und gibt es (wobei die Wiedereinbürgerung zu Staatsbürgern mittlerweile schwerer ist) andere die zum Teil Jahrhunderte früher das Deutschland (alter Bedeutung als Sprach- und Kulturregion) verlassen haben, z.B. Siebenbürger Sachse und Donauschwaben. Das ist aber im Laufe der 6 Stunden eine Marginalie.

    Hans zum Ende hin war Gold wert.

    Danke ans J&N-Team für den Mut und die gute Arbeit

  • Entgegen der Ansicht von vielen, bin ich nicht der Meinung, dass man nicht mit AfD Leuten reden darf. Aber ein "AfD These - Ist das so? - Ja!" und dann das so stehen lassen ist nicht optimal. Klar wurde gelegentlich widersprochen, auch vehement, aber durch das rhetorische Geschick von Herrn Krah kommt er leider trotzdem als Gewinner raus und dazu noch als ein Mann mit Grundsätzlich hinnehmbaren Idealen.

  • Zum Beispiel?


    Ich finde da wenig Grundsätzliches hinnehmbar - bestenfalls einiges Oberflächliches.

    Er hat doch ganz nett den Sinn von Volksparteien erklärt, nannte das aber neutralisieren, dass sich so ein Parteidickschiff nicht von einer Strömung zum abdriften bringen lässt.

  • Entgegen der Ansicht von vielen, bin ich nicht der Meinung, dass man nicht mit AfD Leuten reden darf. Aber ein "AfD These - Ist das so? - Ja!" und dann das so stehen lassen ist nicht optimal. Klar wurde gelegentlich widersprochen, auch vehement, aber durch das rhetorische Geschick von Herrn Krah kommt er leider trotzdem als Gewinner raus und dazu noch als ein Mann mit Grundsätzlich hinnehmbaren Idealen.

    eher fragwürdigen Idealen. Wer auch die notwendige Sorgfalt beim Zuhören mitbrachte,

    konnte dies erkennen. Man muss schon eine hohe Affinität für ihn und seine Partei mitbringen,

    um nicht zu erkennen wieviel Kreide er vorab geschluckt hat.

  • Klar wurde gelegentlich widersprochen, auch vehement, aber durch das rhetorische Geschick von Herrn Krah kommt er leider trotzdem als Gewinner raus und dazu noch als ein Mann mit Grundsätzlich hinnehmbaren Idealen.

    Das war doch kein TV-Duell oder Diskussion, sondern ein journalistisches Interview. Wie man überhaupt bei seinen geäußerten Ansichten von einem Gewinner sprechen kann, ist mir schleierhaft.

  • Ich find die AfD immer so peinlich. Der einzige Grund warum die AfD gewählt wird, ist doch weil sie gegen die Altparteien hetzt. Niemand wählt die AfD weil sie besonders sympathische Politiker hat oder weil sie irgendwie ein besonders cleveres politische Vorhaben in einem Bereich haben. Woher wissen die von der AfD eigentlich, dass ihre Wähler dieses religiöse blabla gut finden? Ist das nicht merkwürdig? Eine moderne neofaschistische Partei hätte ich mir ganz anders vorgestellt. Es kommt mir vor als würde versucht wieder das gleiche zu machen wie am Ende der Weimarer-Republik. Man imitiert irgendwie eine sich als religiös darstellende anti-linke Partei, in der Hoffnung, dass diese Partei die wütende Masse abholt und linke Ideen so marginalisiert wie nur möglich sind.

  • Woher wissen die von der AfD eigentlich, dass ihre Wähler dieses religiöse blabla gut finden?

    Die Frage habe ich mir auch schon gestellt - Andererseits kam mir in den Sinn dass sich in vielen Ländern mit solchen Positionen offenbar Wahlen gewinnen lassen. USA, Israel und die Türkei fallen mir da spontan ein.

  • Die aktuellen Geschehnisse (enger Vertrauter von Krah unter Verdacht Spionage für China zu betreiben) lassen seine Aussagen im Interview "Ich lasse mich briefen und delegiere" auch in einem etwas ungünstigeren Licht für ihn erscheinen :D


    https://www.tagesschau.de/inland/spionage-china-afd-100.html


    https://www.youtube.com/live/B…i=zr5JYlQwyBG95cbz&t=5517

    (Timestamp 1:31:55 - 1:35)

  • Thema Verfassungspatriotismus: Krah hat natürlich völlig recht, dass es viele Dinge gibt, die unsere Gesellschaft ausmachen, die nicht in Gesetzen festgelegt werden, aber warum man deshalb nicht "Verfassungspatriot" sein kann, erschließt sich mir nicht. Das ist doch gerade das tolle, dass nicht alles geregelt wird. Das klingt alles so harmlos, was die AfD-Leute verzapfen, aber eigentlich beginnt (für mich) an der Stelle Faschismus, wo versucht wird alles mögliche an Werten zu definieren und regeln, außerhalb von Gesetzbüchern. "Leitkultur" und so Quatsch. Bin mit dem Interview noch nicht fertig, erst mit dem ersten Drittel, aber das wird mir zu wenig herausgearbeitet bislang.

  • Warum eigentlich? Weil er nicht böse genug wirkte? Ich finde die Einstellungen und Aussagen von Krah total spooky. Gibt halt nicht den pause-button, um jetzt im Detail seine Widersprüche aufzudröseln, aber das gibt ein Interview nun mal nur bedingt her. Wird aber bestimmt findige YouTuber geben, die uns Stück für Stück aus dem Interview-Marathon noch das ein oder andere reaction-Epos stricken. Man kriegt jemanden wie Krah nun mal nicht aufs Glatteis geführt, weil er sich ohnehin bereits außerhalb des rechten Milieus rumaalt.


    Aber wie gesagt, warum hätte das Interview anders sein sollen? Ich kann auch Hitlers unkommentierte Version von "Mein Kampf" lesen, ohne dass dieser Herr Adolf H. bei mir auch nur einen Deut besser wegkäme.

  • Wie kommst du auf „außerhalb des rechten Milieus“?

    Missverständnis. Ich meinte, dass er bei Tilo und Hans zu Gast war, die ich jetzt mal als wenig rechts verbuche. Krah wird sich in geschlossenen Gruppen mit seinen rechten Buddies auch anders ausgeben, dessen bin ich mir bewusst. Dabei muss er gar nicht mal Stammtischparolen dreschen, er wird dann einfach noch etwas konkreter und laviert weniger herum.


    Was sind denn die wesentlichen Unterschiede zwischen den Rassismen eines Merz, eines Krahs oder eines Lindners? Oder eines Mansours?


    Ich will die AfD nicht in ihrer Gefährlichkeit marginalisieren, aber wenn man sie dämonisiert, dann ergibt sich nur ein scheinbar großes Delta zum Status-Quo des Establishments. Man will es sich einfach, zu einfach machen....

  • Ihr Rassismus macht diese Leute gefährlich - und er macht sie wenig anschlussfähig, auch bei einem Teil ihrer (potentiellen) Wähler.

    Wie kommst du darauf bzw. welche Wähler:innenschaft hast du konkret im Sinn?


    Ich habe eher den Eindruck, dass einem Großteil der potentiellen Wähler:innen Rassismus erstmal relativ egal ist, so lange sie ihre ureigensten Interessen vertreten sehen (sieht man ja auch ganz gut, was den herrschenden Klassismus betrifft, dieser interessiert im Prinzip absolut niemanden ernsthaft).


    Ich schätze, dass es erst einen Effekt geben wird, falls solche Szenarien, wie das von Erik Arens umrissene, Realität werden und die Leute dann beginnen zu hinterfragen und aufzuwachen.

  • Ihr Rassismus macht diese Leute gefährlich - und er macht sie wenig anschlussfähig, auch bei einem Teil ihrer (potentiellen) Wähler. Da muss man sie packen, das muss man zeigen. Nicht „Klimaleugnung“ oder Gender-Kinkerlitzchen. In diesen Punkten sind sie anschlussfähig bei Konservativen von links bis rechts.

    Dieser Rassismus ist keine Erfindung der AfD oder der Identitären Bewegung. Die kanalisieren den bloß sehr geschickt zu politischem Kapital. Das müssten die ganzen strammen Antifaschist*innen und liberalen Demokrat*innen, die sich jetzt so empört "für die Demokratie" stark machen, halt leider mal verstehen.


    Der ganze Nationalstaat ist inhärent kulturchauvinistisch, rassistisch und ausländerfeindlich - schon alleine dadurch, dass er die völlig willkürliche Setzung seiner geographischen Grenzen zur Basis der Beurteilung macht, wer zu seinem Staatsvolk gehören, und dessen volle staatsbürgerliche Rechte und Privilegien gegenüber Nicht-StaatsbürgerInnen genießen darf, und wer nicht. Das akzeptieren ALLE im Bundestag vertretenen Parteien, die völkischen sind dabei nur dreist genug, es offen auszusprechen und es in ihrem Sinne positiv zu besetzen.


    Ob man bei der Ausgrenzerei der Anderen, bei der Abgrenzung des nationalen "Wir" gegen das ausländische, kulturfremde "Nicht-Wir" jetzt gnädigerweise noch ein paar Ausnahmen für besonders begehrte und qualifizierte Fachkräfte macht, während man den nicht so begehrten Un-Deutschen das Leben hier so unangenehm wie möglich zu machen versucht, indem man sie zu z.B. zu unterbezahlter Zwangsarbeit verpflichtet, oder ihnen mit irgendwelchen Bezahlkarten o.ä. auch noch die "Freiheit" nimmt, in einem Land in dem man ein absolutes Nichts ist, wenn man kein Geld hat, wenigstens über das eigenen kleine bisschen Kaufkraft frei verfügen zu können, so wie es auch PolitikerInnen nahezu aller Couleur aus dem "demokratischen" Spektrum, entweder selbst umsetzen, oder stillschweigend akzeptieren, ist dabei offenbar schon völlig egal.


    Deshalb hilft es auch überhaupt nichts, Leute wie Krah zu fürchterlichen Unmenschen zu erklären, die man am besten komplett aus der nationalen Gemeinschaft ausgrenzen und verbannen sollte, denn der Nationalismus, den diese Leute nun offen an den Tag legen, war schon lange Bestandteil des ganzen deutschen (und anderer Nationen) Staatswesens, bevor die damit politisch so erfolgreich wurden.

  • Ich würde auch hinterfragen ob es überhaupt noch sinnvoll ist in dem Wattebausch Gedanken zu verharren, wir befänden uns noch in einer Zeit, in der es zu klären gilt, ob man Rechten eine Bühne gibt.


    Zum einen wurde ja mehrfach besprochen dass die anderen Parteien selbst ähnliche Positionen vertreten und es wird mit dem Irrglauben erklärt sie täten es um bei der AFD zu fischen.


    Zum anderen ist der Rechtsruck global bereits stark voran geschritten. Der orange Ami, der Kettensäge Argentinier usw


    So zu tun als befänden wir uns noch in einer Phase in der diese Positionen der Extremisten eine marginal Position darstellen die dadurch neutralisiert wird weil man sie aus der Öffentlichkeit verbannt ist bestenfalls Verdrängung.


    Es ist wie bei der Klimakrise. Klar kann man daran glauben dass es noch zu einem rechtzeitigen Einlenken kommt.

    Aber ich denke in beiden Punkten sollte man sich eher darauf vorbereiten was zu tun ist wenn die kipppunkte überschritten sind.

  • Egal was man über Krah denkt, er ist nicht dumm, sondern schlau und ich weiss nun, dass in der Partei nichts aus Zufall oder einfach nur so passiert. In seinem Umfeld soweiso nicht.


    OK, nichts richtig neues, aber mich hat es noch sensibler gemacht über jede Aussage die aus der AfD Ecke kommt.


    Gerade die Nachrichten der vergnagenen Tage überraschen mich nun wirlich überhaupt nicht mehr.


    Ideales Interview um abzuschrecken.

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