Wege aus dem Kapitalismus [nicht antworten!]

  • Hallihallo!


    Wir alle wissen es und auch in den Interviews von Tilo wird es immer wieder erwähnt: Eine Wirtschaftsform, die ausschließlich wachstums- und profitorientiert ist, wird niemals nachhaltig sein. Deswegen scheint mir das dringendste Problem unserer Zeit: schnell aus der Marktwirtschaft auszusteigen. Doch wohin soll die Transformation führen? Und wie sieht die Transformation selbst aus?


    Ich bin weder Akademiker, noch habe ich die Zeit (und wohl auch die Geduld), mich in die verschiedenen Okönomie-Theorien einzulesen. Marx bietet sehr interessante Ansätze zur Analyse der bei uns vorherrschenden Wirtschaftsform, doch "Marx lesen und verstehen" - sorry, das ist nicht mein Metier. Wobei ich die Vermutung habe, dass Marx zur Analyse des Status Quo hervorragend zu sein scheint, zum Aufbau einer neuen Gesellschaft - falls das überhaupt das erstrebenswerte Ziel sein soll - aber nicht viel taugt.


    Nichts desto trotz höre ich mir gerne die "Jung & Naiv"-Interviews an, in denen es um (Post-Wachstums-)Ökonomie geht. Die konkreteste "Umsetzungsphantasie" - wenn ich sie denn mal so nennen darf - lieferte bisher Ulrike Hermann in Ausgabe #451. Auch Christian Felber (#459) hatte konkrete Vorstellungen, wobei mich diese eher abschreckten. Ulrikes Vision schien dagegen gehaltvoller und in der Umsetzbarkeit realistischer, dabei allerdings dann doch nicht detailliert genug… (Vielleicht kommt mehr bei raus, wenn sie sich speziell auf dieses Thema vorbereitet…) Das planwirtschaftliche Denken war für mich zwar nachvollziehbar, fühlte sich auf der anderen Seite aber auch eher wie eine Übergangslösung (zur Überwindung der Klimakrise) an.


    Jedenfalls wollte ich anregen, mehr Interviews in diese Richtung zu machen! Heute gab es in der TAZ ein Portrait über die Gründerin des "Konzeptwerks Neue Ökonomie" Nina Treu. Mich würde sehr interessieren, was sie zu oben genannter Fragestellung zu sagen hat. Das wäre ein konkreter Interview-Vorschlag meinerseits.


    Ein anderer ginge tatsächlich mehr in die radikale Richtung. Und bevor nun einige "Gewalt" wittern: Radikale Politik ist keineswegs zwangsweise gewalttätig. Man könnte es - zumindest, wenn es um Ökonomie geht - auch "konsequente Politik" nennen. Es wäre dann halt ein Gegenentwurf zur Marktradikalität eines Neoliberalismus( - aber stimmt, der ist in seiner Konsequenz auch recht gewalttätig… =O).
    Ich habe kürzlich einen Podcast vom Ökonomen Lothar Galow-Bergemann gehört und fand ihn in seiner Analyse stimmig, sowie in seinen Forderungen nachvollziehbar. Da habe ich mich gefragt: Warum schafft es so jemand nicht über einen gewissen Dunstkreis hinaus - nicht, weil ich meinte, dass das unbedingt der Fall sein müsste, sondern wirklich rein von der Nachvollziehbarkeit her: Bin ich hier auf einen Blender reingefallen? Entpuppt sich seine Vision einer solidarischen Wirtschaft bei einem kritischen Interview eventuell nur als heiße Luft? Jedenfalls fände ich es sehr spannend, auch mal etwas abwegigere ökonomische Vorstellungen unter die Lupe zu nehmen. Deswegen wäre das mein zweiter Interviewvorschlag.


    Liebes Forum: Vielleicht habt ihr eigene Vorschläge für Interviewpartner*innen, die ihr in Sachen Transformation, Post-Ökonomie, Post-Wachstums-Ökonomie inspirierend findet. Oder auch Podcasts von denen? Fände ich sehr interessant!

  • Also, bei einer solch kontroversen These hätte ich mir ein wenig mehr Inhalt gewünscht.

    Aber jetzt seh ich eh, dass der Thread für'n Arsch is: Komisch, habe vorher nach 'nem Thread namens Interview-Vorschläge gesucht und jetzt isser auf einmal aufgeploppt. Da hätte mein Starttext rein sollen…
    Ich kopier' am besten den Anfang in den richtigen Thread rein… Sorry!

  • Mitsch

    Hat den Titel des Themas von „Wege aus dem Kapitalismus“ zu „Wege aus dem Kapitalismus [nicht antworten!]“ geändert.

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