Giftanschlag auf Nawalny

  • Derweil schlachtet das Sturmgeschütz die Palast-Story weite aus. Die "mutmaßliche Propaganda-Seite" ;) muss das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist

    Die können nicht anders. Blome und ach... Und mir tut es eigentlich leid. Ich bin noch mit dem alten "Der Spiegel" aufgewachsen, als er noch unbestritten Leitmedium und jede längere Zugstrecke in den 90gern ohne Ausgabe in der Hand irgendwie unvollständig war. Selbst bei kontroversen Artikeln war dessen Meinung eigentlich immer bedenkenswert, mal von den unseligen Weisswaschversuchen zum Reichstagsbrand abgesehen. Alles lange her...

  • Irgendwer meinte mal, man müsse einfach einen Generator am Grab von Rudolf Augstein anbringen. So oft wie der sich im Grabe umdreht, könnte das alle Energie Probleme lösen. ^^

  • Kai Diekmann hat mal Putin interviewt:



    Diekmann: "Sind sie Freund oder Feind?"


    Putin: "Ich bin nicht ihr Freund, ihre Braut oder ihr Kindermädchen, ich bin der Präsident Russlands und vertrete die Interessen der Russen. Das tue ich mit gegenseitigen Respekt, auf Basis des Internationalen Rechts und in einer nicht-konfrontativen Art".



    8o

  • Heute kommt noch das Nawalny Urteil wegen der Beleidigung eines 94 jährigen Veteranen, das Gericht gab Nawalny die Möglichkeit sich im Vorfeld persönlich zu entschuldigen - dann wäre der Prozess eingestellt - Nawalny lehnte ab, statt dessen zahlen seine Sponsoren lieber 10.000 Euro Strafe.


    Wird in den hiesigen nationalen Nachrichten gerne unter den Tisch fallen gelassen, das er die Möglichkeit zur Entschuldigung/Einstellung hatte ... naja, so genau nehmen wir es nicht und es spielt ja auch nicht die sympathische Karte für Nawalny einen 94 jährigen anzugehen und auf eine Entschuldigung zu verzichten.


    In Russland schmälert diese Info seine Unterstützung weiter...

  • Was man heute so alles als Sanktion bezeichnen kann ohne sich lächerlich zu machen.


    Freu mich schon auf die Sanktionen gegen China, wegen Uighuren oder so. "Lebenslanges Einreiseverbot für Verantwortliche"... die eh nie Pläne oder genug Geld hatten für eine derartige Reise.

  • Ja komisch oder? Dass keine seiner Äußerungen mal zitiert werden, da muss man schon immerzu seine Sprecher bemühen.

  • Ja komisch oder? Dass keine seiner Äußerungen mal zitiert werden, da muss man schon immerzu seine Sprecher bemühen.

    Kann halt keiner russisch, Das muss man vestehen.


    Das ist so wie mit dem nahen Osten. Da versteht man ja auch nix, wenn es einem nicht von nützlichen Idioten der Geheimdienste privaten Faktencheckerbürgerjournalisten wie Herrn Suleiman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, oder Herrn Higgins von Bellingcat in verständlichem Englisch schon mal zitierfähig vorinterpretiert wird.

  • Ich habe schon seit einer Weile das Bedürfnis über den Begriff Bürgerjournalismus reden. Ein Prachtexemplar der psychologischen Beeinflussung.

    Mir gefallen die Assoziationen, die ich mit dem Journalismus vorgestellten Bestimmungswort "Bürger" verbinde. Das verleiht Nähe und Autorität, man denke an das Bürgertelefon, die Bürgerbewegung und den Bürgermeister. Das muss noch guter alter Journalismus sein, wo statt elitärer der Arbeiterklasse fremden Schnösel ehrliche Arbeit von der Straße geleistet wird. Damit wird auch klar, dass der Verzicht auf journalistische Standards u.A. bei der Quellenauswahl ein Feature ist und kein Bug.

    Es handelt sich gleich um zwei positiv besetzte Begriffe in einem Kompositum, wobei das Grundwort alleinstehend in der jüngeren Vergangenheit etwas zu leiden hatte. Dies liegt möglicherweise daran, dass vieles, was als Journalismus daherkommt, sich als Propaganda für bestimmte und nicht dem Konsumenten dienenden Interessen entpuppte. Gut, wenn man nun ein Gütesiegel für besonders wertvollen Inhalt hat.


    Es ist eine echte Kunstform, dieses Euphemismenbildung.

  • Klingt allerdings eher so, als wäre das einen Schritt weiter. Am Tag davor hieß es in einer offiziellen Ansage:


    https://www.amnesty.org/en/lat…y-prisoner-of-conscience/


    Zitat

    Amnesty decided to re-examine the case and conducted a thorough review of the evidence base. After painstaking consideration, we concluded that we had made a mistake in our initial determination. In making that determination, we had focused solely on the circumstances surrounding Navalny’s unjust arrest and detention, and given insufficient weight to some of his previous comments which, as far as Amnesty is aware, have not been publicly renounced. We concluded that some of these reached the threshold of advocacy of hatred, at odds with our definition of a POC, and took an internal decision to refrain from using the term in future.


    Also man hätte nach qualvoller Überlegung eingesehen, dass Nawalny nicht unter die eigenen Definition eines Gesinnungsinhaftierten fällt, jetzt soll auch diese Rücknahme untersucht werden. Aber gut wenn da interne Diskussionen veröffentlicht wurden, bezieht sich das vielleicht darauf.


    Abgesehen davon hat Amnesty International natürlich in vielen Bereichen Kritik an Russland und wird dafür auch gelegentlich von russischen Propagandaorganen angegriffen. Dass die sich abgrenzen, ist eigentlich zu erwarten.

  • keiner hat ai gezwungen, nawalny sehr schnell in eine kategorie zu tun, die schlicht ihre eigenen standards reisst und erst nach dem handeln reflektion einsetzt. dass sie bei der rücknahme dieser kategorie jetzt irgendwelche qualvollen überlegungen anstellen müssen ist einfach dem umstand geschuldet, dass sie ihren eigenen standard ignoriert haben.


    dass das so und in dieser reihenfolge passiert ist, hat nichts mit irgendwelchen russen zu tun sondern ausschliesslich mit ai. dass jede regung in diesem spannungsfeld von massiver propaganda begleitet wird ist auch eine folge davon, dass es mit eigenen standards, wie in diesem beispiel von ai, eben nicht weit her ist, wenn es gegen den richtigen geht.

  • keiner hat ai gezwungen, nawalny sehr schnell in eine kategorie zu tun, die schlicht ihre eigenen standards reisst und erst nach dem handeln reflektion einsetzt.


    Ein Standard, den ich übrigens merkwürdig finde. Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass sie irgendwelche Probleme damit haben Nawalny so zu klassifizieren. Aber wenn das für die Organisation so eine große Sache ist, hätten sie es wohl besser wissen müssen. Davon mal abgesehen steht Amnesty International hier von Anfang an auf der Seite von Nawalny: https://www.amnesty.org/en/lat…o-poison-aleksei-navalny/


    Durch ihren Fehler liefern sie aus ihrer Sicht der russischen Seite einen Propagandaerfolg, der zudem ihre Reputation beschädigen kann. Also man kann das als Muster einer allgemeinen anti-russischen Haltung deuten, aber so eine Menschenrechtsorganisation und Staaten, die gegen ihre Dissidenten vorgehen, sind eben natürlich Feinde.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!