Interessante Sendungen und Links

  • Die Ideologie und ihre Kritik. Ein Problemaufriss mit einigen Leerstellen und vielen Fußnoten


    Der Kapitalismus ist in der Praxis konsequent, weil er muß. Ist er aber konsequent in der Praxis, dann ist er inkonsequent in der Ideologie.

    Bertolt Brecht


    Ideologie [ist] wie Mundgeruch immer das, was die anderen haben.

    Terry Eagleton


    [...] Als dritten Ideologietypus bestimmt Žižek Ideologie in Zeiten der Postmoderne: Ideologie gilt hier nicht mehr als homogener Mechanismus, der die gesellschaftliche Reproduktion im Sinne eines einheitlichen ideologischen Kitts garantiert. Die Existenz einer prädominanten ideologischen Erzählung kann nicht mehr behauptet werden, wenn sich Ideologie selbst in die Diversität gesellschaftlicher Realität aufgelöst hat.[58] Die Handlungen von Menschen lassen sich entsprechend nicht mehr primär mehr[? mit/aus?] ihren ideologischen Überzeugungen und Glaubenssätzen (die sie freilich weiterhin haben) erklären, sondern finden ihren Grund in ökonomischen, rechtlichen, staatlichen etc. Regulationen.[59] Genau dieser scheinbar außerideologische (Re)Produktionsmechanismus der Gesellschaft ist selbst der Ort des Ideologischen – der Glaube an eine außerideologische Realität somit Ideologie par excellence.

    Mit der tendenziellen Ununterscheidbarkeit von Ideologie und Realität, die für Adorno der Ideologiekritik ihren kritischen Stachel zu nehmen drohte, erhält Ideologiekritik erst ihre Dringlichkeit: die externe Realität schlägt um in Ideologie. Genau das ist mit Ideologie „an und für sich“ [Žižek] gemeint: hier handelt es sich um falsches Handeln (Ideologie „für sich“) und falsches Bewusstsein (Ideologie „an sich“). Letzteres ist bei Žižek aber auf eine zweite Ebene verschoben und somit nicht mit einem einfachen ideologischen Nichtwissen traditionsmarxistischer Ideologiekritik zu verwechseln. [...]

    Ideologiekritik liefert nicht Argumente für bloßes Besserwissen oder schlichtes Warten auf bessere Zeiten. Der vermeintlich aufgeklärte Zyniker, der die „ehernen Verhältnisse“ des Kapitalismus als quasi „Gott gegeben“ hingenommen hat, aber dennoch an „Gott“ nicht glauben möchte, um sich dergestalt über die „armen Trottel“ lustig zu machen, die wirklich glauben (an den Geldfetisch, Gott, die Jungfrau Maria …), ist selbst eine Figur aus dem postmodernen Arsenal des Ideologischen. Anstatt sich als zynischer Kritiker, kritischer Zyniker oder kritischer Kritiker außerhalb des Politischen zu imaginieren, muss sich die radikale Linke gerade wegen ihrer Ideologiekritik an anderen Linken innerhalb des gesamtgesellschaftlichen wie innerlinken Politikdiskurses positionieren. Zieht sich radikale Ideologiekritik dagegen auf einen Wahrheitsstandpunkt außerhalb aller sozialen Bewegungen zurück, bleibt vom radikalen Impetus nur noch die leere akademische Geste, das bloße Rechthaben oder der pseudo-aufgeklärte Zynismus übrig.[...]

  • https://www.zeit.de/campus/200…llemsen-mensatalk/seite-3


    Willemsen: Als 1977 die Landshut von Terroristen nach Mogadischu entführt wurde, konnte ich die Reden lesen, die veröffentlicht werden sollten, wenn die Maschine nicht gerettet worden wäre. Das war ein ernüchternder Moment: Da ist eine ausgefeilte Rhetorik, die nur geschrieben wird für den Fall, dass … sie hat alle Empörung, alle Anklage, alles Entsetzen drin. Ohne sie zu empfinden.


    finde das interessant im bezug auf laschets fehltritt.

  • Guter Mann : )



    Willemsen: Ich trug eine haarige Burka. Dazu einen Parka, der in einer hellen Durchfallfarbe gehalten war.


    ZEIT: Und die Mädchen?


    Willemsen: Wegen dieser Voraussetzungen musste ich mein Auge auf die Spezies Frau werfen, die für die libidinös Unerlösten zur Erde gebracht worden ist...



    Witziger sind nur Leute die Coyoten bei sich aufnehmen und sich sich fragen wann der Hund aufhört sein neues Herrchen zu beißen - man will ja nur helfen (sagte der Schimpanse auf dem Ast über dem Fluss zum Fisch, wenn ich Dich nicht raushole ertrinkst Du) : )



  • Man wusste ja 4 Tage vorher das es sehr heftig wird . okay, in einem Dorf in dem seit 100 Jahren nichts passiert ist würde ich deswegen auch nicht präventiv anfangen alles zu sichern. Die Talsperren hätte man vorher schon runterregeln können...

  • Offensichtlich ist die Politik dafür verantwortlich. Es ist ja nicht erst seit letzter Woche bekannt, dass extreme Hochwasser durch den Kimawandel auftreten können. Wissenschaftler warnen seit Jahren, dass bessere Vorbereitung auf den Klimawandel notwendig ist.


    Die Politik hat darauf in keinster Weise reagiert. Hochwasserschutz richtet sich immernoch nicht nach zukünftigen, sondern immer nur nach vergangenen Hochwasser-Höchstständen. Das gleiche gilt für Trockenheit, Schneefall, Hitze usw.


    Die CD/SU und die SPD haben effektiv den Klimawandel geleugnet und zwar für Jahrzehnte und tun es zum Teil immer noch.

  • Wenn man vorher weiß es kommt die Regenmenge eines Monats in 24 Stunden, sogar ziemlich genau die Gegend auf dem Radarbild erkennt - dann nutzt es nichts eine Unwetterwarnung rauszugeben (die von den meisten Bürger NIEMAND mitbekommt). Dann muss man die 36/48 Stunden Vorlauf nutzen und ein ZDF/ARD-Brennpunkt senden und ganz deutlich sagen "es könnte sehr schlimm werden und wir geben folgende Tipps: ..."


    Es ist bitter das so genau vorher zu wissen und die Menschen erst hektisch werden wenn die Katastrophe da steht. So als würde man nicht 3 Tage vorher vor einem US-Tornado warnen und evakuieren, Häuser/Geschäfte sichern, niemand mehr auf die Straße außer Rettungskräfte ... statt dessen nicht warnt und jedem sich selbst überraschen lassen.





  • Das ist das Problem mit der Ungewissheit.

    Wenn dann nämlich mal da wo was unternommen wird doch nix passiert oder das was passiert garnicht als so schlimm/dramatisch erscheint, dann hat der welcher da gravierende Maßnahmen eingeläutet hat mal so richtig nen Problem. Der wird dann von allen Seiten und über Wochen so richtig nieder gemacht, verliert mindestens den Posten und muss zumindest mal noch Schadensersatzforderungen abwehren. Der Gefahr will sich kaum einer ohne entsprechende Gewissheit oder Sicherheit aussetzen. So gesehen also durchaus auch nen systemischer Fehler.

  • Das wäre richtig, wenn wir nicht schon diverse sog. Jahrhundertfluten gehabt hätten.

    Das Alpenhochwasser 2005, das Elbhochwasser 2006, das Oderhochwasser 2010.

    Alles sog. "Jahrhunderthochwasser".


    Aber wahrscheinlich muss wohl jeder Fluss mal überlaufen bevor irgenwas getan wird.

    Absolut. Ich meine da ganz konkret lokale Ungewissheit. Wenn an einem gewissen Ort was noch nicht passiert ist und du ne Maßnahme veranlasst, welche über das bisher geschehene Maximum hinausgeht und nicht von anderer Stelle explizit die hinreichend sichere Gefahr für das Eintreten eines über das bisherige Maximum hinausgehenden Ereignisses geäußert und bestätigt wurde, dann hast du nen riesen Problem, wenn es doch nicht eintritt. Auf der anderen Seite bist du aber relativ (eher fast absolut) save, wenn du das vorgeschriebene Nötigste tust, egal was hinterher passiert. Und genau das der systemische Fehler.

  • Absolut. Ich meine da ganz konkret lokale Ungewissheit. Wenn an einem gewissen Ort was noch nicht passiert ist und du ne Maßnahme veranlasst, welche über das bisher geschehene Maximum hinausgeht und nicht von anderer Stelle explizit die hinreichend sichere Gefahr für das Eintreten eines über das bisherige Maximum hinausgehenden Ereignisses geäußert und bestätigt wurde, dann hast du nen riesen Problem, wenn es doch nicht eintritt. Auf der anderen Seite bist du aber relativ (eher fast absolut) save, wenn du das vorgeschriebene Nötigste tust, egal was hinterher passiert. Und genau das der systemische Fehler.

    Es bleibt politisches Totalversagen.

  • Das wäre richtig, wenn wir nicht schon diverse sog. Jahrhundertfluten gehabt hätten.

    Das Alpenhochwasser 2005, das Elbhochwasser 2006, das Oderhochwasser 2010.

    Alles sog. "Jahrhunderthochwasser".


    Aber wahrscheinlich muss wohl jeder Fluss mal überlaufen bevor irgenwas getan wird.

    Bei "Jahrhunderthochwasser" ist in dem Kontext nicht Hochwasser des Jahrhunderts als absolutes "was schlimmeres kommt nicht mehr" gemeint. Es gibt amtliche Karten in denen HQ100 Gebiete ausgewiesen werden, bedeutet an sich, dass die mit 1% Wahrscheinlichkeit in einem Jahr von Hochwasser erwischt werden. Das wird dann eben in Jahrhunderthochwasser umgerechnet.

    Solche Gebiete sollten generell nicht bebaut werden.

  • Bei "Jahrhunderthochwasser" ist in dem Kontext nicht Hochwasser des Jahrhunderts als absolutes "was schlimmeres kommt nicht mehr" gemeint.

    Sondern? Aber mindestens doch ein Hochwasser, was es vorher so nicht gegeben hat. Zumindest in dem Jahrhundert.

  • Ich weiß nicht in welchen Nachrichten es kam, in Asien hat man nach X von diesen Hochwassern die Erfahrung gemacht bei hoher Wahrscheinlichkeit einer bevorstehenden Katastrophe alle Menschen in der Region per SMS zu warnen, unabhängig von Apps/OS. Hoffen wir mal man wird hinterher schlauer sein....


    Letztlich muss man sagen niemand ist sicher, die niedrig gelegenen Gebiete werden eben gerne Wasser abbekommen und in hochgelegenen Dörfern kann ein Berghang abrutschen.

  • Ich meinte ganz allgemein solche Aussagen der Wissenschaft:


    Zitat

    "Das Hochwassermanagement muss sich an diese neuen Realitäten anpassen, sonst werden die jährlichen Hochwasserschäden noch schneller steigen als bisher" Günter Blöschl von der Technischen Universität Wien.


    Die Studie dazu ist in der "Nature" erschienen. Link


    Zitat

    „Aus unseren bisherigen Forschungen wussten wir bereits, wie der Klimawandel die Hochwässer Europas in den letzten 50 Jahren beeinflusst hat“, sagt Alberto Viglione, vom Politecnico di Torino, einer der Hauptautoren der Publikation. „Für Zukunftsprognosen ist es aber auch wichtig zu verstehen, ob es sich um eine völlig neue Situation handelt oder ob es bloß eine Wiederholung etwas bereits Dagewesenen ist. Um das zu beurteilen, reichte die Datenlage bisher nicht aus. Wir haben das ausführlich untersucht und können nun klar sagen: Ja, die Hochwässer unterscheiden sich derzeit markant von denen der letzten Jahrhunderte.“

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