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  • :thumbup::):thumbup:


    Aber mal im Ernst: Größere Firmen sind schon seit ein paar Jahren im Wandel. Es findet gerade eine CXO-Adel-Rochade von Konzernen statt, so mein Eindruck, und es gibt immer mehr personelle Haircuts, ausgedünnte Budgets für Projekte und Einstampfen von Produktlinien. Können ja mal gucken, wie viel innovativer und kreativer wir dann werden, wenn die Technologiedepartments kleiner werden. In der von ihm songenannten goldenen Piech-Ära hatte man die Früchte der China-Joint-Ventures und Agenda2010 ernten können (die ja stärker als VW die Zulieferer betraf). Aufgeblasen und teils ineffizient sind Konzerne schon immer gewesen.... meh

    Das halte ich für semi-korrekt. Die von dir abschätzig im Stile eines staatstragenden Journalisten als sogenannte betittelte Piech-Ära begann weit vorher und die von dir eingestreuten zur Kritik universell geigneten Aspekte wirkten wohl eher als Katalysator des Erfolges.

    Freilich gingen alle nach China, um abzusahnen, aber die fetten Jahre wurden überhaupt erst möglich, durch den von Piech mit durchaus fragwürdiger Härte erichteten Drang nach Innovation und Weltrang. Dabei darf man schon würdigen, wie dem schon zuvor unter ähnliches Symptomen leidende Konzern mit Fokus auf Ingenieurswesen statt kurzfristiger Rendite zurück auf die Beine geholfen wurde.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass unter einem Piech rechtzeitig ein elektronisches Vorzeigemodell entwickelt worden wäre und heute marktreife statt unausgereifte Elektroautos gebaut würden. Ich meine, der Mann hat u.A. den 3-Liter-Lupo durchgedrückt. Die ganze Branche hat von seinen Maßstäbe-setzenden Projekten profitiert.


    Deine Kritik ist zwar nicht falsch, geht aber mit allgemeingültige Beobachtungen irgendwie an dem vorbei, worüber der Mann in dem Video konkret spricht.


    Wenn es aber schon in diese Richtung gehen soll, sollte man sich mal fragen, was passiert ist, dass man eigentlich im gesamten Westen die Fähigkeit verloren hat langfristig zu planen und außer Quartalsberichten nichts mehr zählt. Das war ja nicht immer so.

    Ich meine zum Beispiel waren 5-Jahrespläne zwar ein ostdeutscher Running Gag, aber eigentlich kein Alleinstellungsmerkmal und langfristige Planung für Unternehmen durchaus sinnvoll.


    Dabei böte die besondere Struktur von Volkswagen eigentlich gerade die Möglichkeit sich dem Trend zu widersetzen, um nicht mit einem deutschen Detroit zu enden. Stattdessen verkauft man die Know-how-Träger und schrumpft den Kopf statt des Bauches. Und wieder kann man dann eigentlich froh sein, wenn nach China und nicht an irgendeinen transatlantischen Hedgefonds verhökert wird. Die wissen wenigsten was damit anzufangen, statt es nur zu zerschlagen und mit perfiden Marketing-Methoden über den Namen die Kundschaft auszupressen.

  • Wenn es aber schon in diese Richtung gehen soll, sollte man sich mal fragen, was passiert ist, dass man eigentlich im gesamten Westen die Fähigkeit verloren hat langfristig zu planen und außer Quartalsberichten nichts mehr zählt. Das war ja nicht immer so.

    Ich meine zum Beispiel waren 5-Jahrespläne zwar ein ostdeutscher Running Gag, aber eigentlich kein Alleinstellungsmerkmal und langfristige Planung für Unternehmen durchaus sinnvoll.

    Wieso kritisiert er dann zu große Technikabteilungen? Damit ist er genau auf der McKinseyanisierungebene, die du hiermit eigentlich kritisierst. Früher hat man tatsächlich mal bei Mehreinnahmen reinvestiert mit klaren Zielen. Heutige Überschüsse freut die Finanzabteilung, weil man damit direkt Abfindungsangebote rausschicken kann.


    Bei Miele galt es bei Waschmaschinen bei Stiftung Warentest bei den Haushaltsgeräten immer auf Platz 1 zu sein. Das war vor 30 Jahren so, in der Tat. Heute wird gesagt, es sei keiner mehr bereit für Waschmaschinen o.Ä. so viel Geld auszugeben und es wird probiert überall einzusparen, Produktionen aus NRW werden verlagert, yada yada.


    Aber ich stimme dir zu, wenn die VW-Werke an BYD verkauft werden würden, dann wäre das ja ganz nett. Daimler und VW haben ja auch die ganzen britischen Marken gekauft, da haben die Briten und wer auch immer auch rumgejammert. In den Diskussionen schwingt halt immer so ein bissi dieser Patriotismus deutscher Wertarbeit mit, und diese Story hängt mir halt zum Hals raus, weil heute alles, was in diese Richtung geht als Overengineering betrachtet wird, egal, wie viele Probleme du mit solchen Ansätzen erschlagen könntest.

  • Auch die teuersten Waschmaschinen haben Verschleißteile ohne die sie nicht laufen, Kohleschleifer z.B. - bei einem Billigasiaten wird man die kaum als Ersatzteil bekommen, bei den deutschen Geräten bekommt man die für ein paar Euro und kann sie auch einfach selbst ersetzen (oder im Zweifel ersetzen lassen).


    Bei Geräten ohne jede Mechanik, nur mit Platinen, Billig-TV, da kann man nichts falsch machen Billiggeräte zu kaufen, da wird eh nix mehr ersetzt oder repariert. Als es früher noch "Fernsehmechaniker" gab, da haben deutsche Firmen noch Schaltpläne beim TV dazu gelegt und so bekam man die meisten auch nochmal zum laufen.


    Ein bischen sinnvoll mit Reparaturen umzugehen wird ja wohl wieder trendy.

  • Auch die teuersten Waschmaschinen haben Verschleißteile ohne die sie nicht laufen, Kohleschleifer z.B. - bei einem Billigasiaten wird man die kaum als Ersatzteil bekommen, bei den deutschen Geräten bekommt man die für ein paar Euro und kann sie auch einfach selbst ersetzen (oder im Zweifel ersetzen lassen).

    Nur dass gerade bei solchen Verschleißteilen in den letzten 30 Jahren gerne gespart wurde, um den Preis pro/sStück um 20 ct runterzuschrauben, was beim Preis des Endgeräts natürlich ein Witz ist.

  • Wieso kritisiert er dann zu große Technikabteilungen? Damit ist er genau auf der McKinseyanisierungebene, die du hiermit eigentlich kritisierst.

    Also das zeigt mir aber, dass du gar nicht so richtig zugehört hast, und dir einfach einen Satz rausgepickt, der ein Vorurteil bestätigt. Ich finde wirklich, dass das am Gesagten vorbei geht.


    Die Kritik geht doch deutlich tiefer und begründet sich z.B. in diesem speziellen Fall schon damit, dass die Entwicklungsabteilungen nicht entwickeln. Und wenn du mir erzählen willst, dass der Wasserkopf von Volkswagen kein Problem darstellt, können wir uns die Zeit auch sparen.


    Es ist schon ein Unterschied, ob ein McKinnes-Consultent willkürlich Stellen streichen will, oder dir jeman genau erklärt, warum die Schließung von bestimmten Werken und das Eindampfen der Produktpalette verdammt schlechte Ideen sind und den Niedergang zementieren werden.


    Aber ich verstehe schon, das man nicht so genau hinhören mag, wenn mit der Forderung nach massiven Stellenstreichungen begonnen wird, besonders hier. Schade eigentlich und im Falle von VW bin ich tatsächlich geneigt zuzustimmen, auch aufgrund eigener Erlebnisse mit diesem Laden.

    The surest way to tame a prisoner is to let him believe he's free.

  • bei den deutschen Geräten bekommt man die für ein paar Euro und kann sie auch einfach selbst ersetzen (oder im Zweifel ersetzen lassen).

    Die Zeiten sind vorbei. Versiegelte Trommeln und andere Späße sorgen auch bei Bosch/Siemens dafür, das Instandsetzung nicht lohnt. Die Koreaner (LG) sollen aber noch taugen.

  • Tja, dann ist mir wohl das Tiefgründige abhanden gekommen, weil ich es nochmal anders sehe. Mich nervt einfach dieses "Vorsprung durch Technik"-Narrativ, das hier für die Piëch-Ära bemüht wird, das gab's, wenn überhaupt, auch in den 2000ern nur in Ansätzen, und selbst da hat es die Preise doch nicht gerechtfertigt (die vei Skoda übrigens zumindest noch voll konkurrenzfähig war). Man hat für den Stern, die vier Ringe oder das VW-Logo aber einfach damals wie heute draufgezahlt, nicht weil drunter technisch so viel mehr steckte als bei der Konkurrenz, sondern weil das Image und die deutsche Industriepolitik die Automobilindustrie ordentlichst gepampert hat. Der 3-Liter-Lupo ist zB so ein nettes Vorzeigeprojekt gewesen, und man hat sich nur Ingenieurstolz voll am Markt vorbei kalkuliert. Und das meinte ich doch eigentlich in der Diskussion, dass es wirklich vollkommen Latte ist, wie sehr die Deutsche Automobilindustrie am Wasserkopf nun eindampft. VW kann intern so viel Tiefgang und Entwicklungskompetenz reaktivieren, wie die wollen, aber das reixht gegen den internationalen Preisdruck, gerade aus China, schlichtweg nicht. Da geht's nicht mehr um "wer baut das bessere Auto", sondern um die hier im Forum mehrfach besprochenen Skaleneffekte der Batteriekosten, Lieferketten und ja, meinetwegen auch Lohnkosten (die sind aberim Gesamtbild NICHT das Problem), wo europäische Konzernstrukturen strukturell im Nachteil sind. Selbst ein reinkarnierter Piech 2.0 mit klarem Fünfjahresplan würde daran nichts Grundsätzliches ändern können. Der gestaltet den von mir vermuteten Niedergang allenfalls kultivierte. BYD, CATL sind uns davongelaufen, ALLE deutschen Hersteller kaufen die Batteriesysteme in China ein. Die Systemintegration machen "wir" bereits sehr gut, abers Batteriechemie, Software-Integration und Fertigungskosten ist over. Und am Video störte mich, dass Führungspersönlichkeit teilweise gegen Strukturproblem ausgespielt wurde, so als hätte ein einzelner Patriarch am Steuer die Antwort auf all die oben genannten Faktoren aus Fernost.

  • ganz klar ein aussage-kräftiges tool um dem gemeinem bürger zu suggerieren "hier werden deine verlange gehört"

    immerhin hat man die wahl zwischen ja/nein/vielleicht unter den,von der bundeszentrale für politische bildung, ausgewählten fragen.^^

    Ja, aber...


    ...er funzt auf jeden Fall zuverlässig, kannst ihn ja mal durchspielen.

    Die Leute sind nur leider idR zu doof, um dann auch die PDL oder noch schlimmeres zu wählen, obwohl der Automat gesagt hat, dass sie das tun müssten. Dabei betonen doch alle Linksliberalen stets und ständig, dass Bildung soooo wichtig sei.


    Die Fragen für SA sind allerdings teils echt... besonders...

  • Bei mir empfiehlt der Wahl-O-Mat für Sachsen-Anhalt, dass ich die Querdenkerpartei "die Basis" (3.letzter Patz) und die AfD (2. Letzter Platz) noch vor der CDU (letzter Platz) wählen sollte. Tatsächlich habe ich bei ungefähr der Hälfte der Fragen überhaupt keine Ahnung was die genannten Themen in diesem Fall für Auswirkungen haben, unter welchen Finanzierungsvorbehalten und/oder Standortsachzwängen die stehen, oder warum es dazu überhaupt eine politische Entscheidung braucht, und der Automat erklärt mir das auch nicht, bevor ich sie beantworten soll.

    Ganz ehrlich: Ich finde diese scheiss Wahl-O-Maten gehören verboten. Wer ohne die nicht weiß was er wählen soll, der sollte vielleicht einfach gar nicht wählen (und wer weiß was die alle im Programm haben erst recht nicht).

  • Bei mir empfiehlt der Wahl-O-Mat für Sachsen Anhalt, dass ich die Querdenkerpartei "die Basis" (3.letzter Patz) und die AfD (2. Letzter Platz) noch vor der CDU (letzter Platz) wählen sollte.

    Ganz ehrlich: Ich finde diese scheiss Wahl-O-Maten gehören verboten. Wer ohne die nicht weiß was er wählen soll, der sollte vielleicht einfach gar nicht wählen (und wer weiß was die alle im Programm haben erst recht nicht).

    Ich finde wir sollten das Wahlsystem komplett durch Wahl-O-Maten ersetzen. Beantworte einfach die Fragen und sag uns was du willst und das System wählt die richtige Partei für dich. Oder wir schaffen Parteien einfach gleich ab, eine Expertenkommission wird die Wahl-O-Mat Ergebnisse umsetzen. Das ideale politische System für alle "ich bin nicht ideologisch, ich will einfach nur eine pragmatische Lösung, gesunden Menschenverstand halt" Kollegen.

    10-- 1-01 10=- 1-00 1--2 10=0 1-2= 1-01 10=0 1-01 1-20 10=1 10=2 10=1 1-10 10=0 10=1 1-00 1-21 1-21 1-02

  • Mein Ergebnis sieht so ähnlich aus wie deins (das mit der Empfehlung verstehe ich allerdings nicht) und natürlich hast du recht mit deinem letzten Satz.

    Ich finds einfach nur geil, wenn die Leute dann noch nichtmal die Partei wählen, die bei ihnen auf Platz 1 landet* (und das bei Grün:innen idR die PDL ist), weil einfach nicht sein kann, was nicht sein darf. Und wo Bildung doch so wichtig ist.


    *Nicht, dass das die Lösung wäre.


    Und der Automat hat mir wirklich zuverlässig noch nie was anderes ausgespuckt, als eine bestimmte Partei (so sie denn vertreten war). Da muss man doch irgendwann mal merken "Huch, ich bin ja links! 😲 Wusste ich gar nicht. Verdammt."

  • das mit der Empfehlung verstehe ich allerdings nicht

    Na das war natürlich nicht so gemeint, dass der Automat mir empfiehlt "Die Basis" zu wählen. Der empfiehlt mir (als hypothetischer Sachsen-Anhaltiner(?)) natürlich Die Linke zu wählen.


    Aber er attestiert mir sozusagen "amtlich" dass ich mit den konspiratistischen und den völkischen mehr gemein hätte, als mit den demokratischen Nationalisten. Und das stimmt eben nur in dem absolut kontextlosen Kontext dieser Umfrage nach Bauchgefühl zu irgendwelchen Themen, zu denen man halt irgendwas meinen kann oder nicht.

    Und die wird mit Gütesiegel der Bundeszentrale für Politische Bildung unter das demokratische Volk gebracht, um die nächste gewählte Herrschaft möglichst breit zu legitimieren.

  • Aber er attestiert mir sozusagen "amtlich" dass ich mit den konspiratistischen und den völkischen mehr gemein hätte, als mit den demokratischen Nationalisten. Und das stimmt eben nur in dem absolut kontextlosen Kontext dieser Umfrage nach Bauchgefühl zu irgendwelchen Themen, zu denen man halt irgendwas meinen kann oder nicht.

    Und die wird mit Gütesiegel der Bundeszentrale für Politische Bildung unter das demokratische Volk gebracht, um die nächste gewählte Herrschaft möglichst breit zu legitimieren.

    Ja, okay: ja! Das Ding ist grundsätzlich Grütze, da sind wir uns wirklich absolut einig.

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