Interessante Sendungen und Links


  • Bei allem gebührenden Respekt für die harte journalistische Arbeit über die proletarische Feierkultur und seinen einsamen Kampf gegen die woken lifestyle-Linken, die ihn nach seinem Abgang als (sehr guter) USA-Korrespondent der ZEIT in der taz aufgenommen hatten, stellt sich dem alten weißen roten Mann in mir aber doch die Frage, ob der Arbeiterklasse wirklich ein Dienst erwiesen ist, wenn man sich dann am Ende für gutes Geld bei Porsche-Ulf und seinem Zentralorgan des bürgerlichen Klassenfeindes andient...


  • Bei allem gebührenden Respekt für die harte journalistische Arbeit über die proletarische Feierkultur und seinen einsamen Kampf gegen die woken lifestyle-Linken, die ihn nach seinem Abgang als (sehr guter) USA-Korrespondent der ZEIT in der taz aufgenommen hatten, stellt sich dem alten weißen roten Mann in mir aber doch die Frage, ob der Arbeiterklasse wirklich ein Dienst erwiesen ist, wenn man sich dann am Ende doch für gutes Geld be Porsche-Ulf und seinem Zentralorgan des bürgerlichen Klassenfeindes andient...

    Ah, der nächste Fleischhauer?

  • Die Spiegel-Affäre feiert dieses Jahr 60sten Geburtstag, da kann man mal in den aktuellen Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr rein schauen.


    Damals sprach man von Bedingt Abwehrbereit und der Schutzheilige der CSU, FJS verlor seinen Ministerposten darüber. Heute geht man bei einer Einsatzbereitschaft von 77 % der Hauptwaffensysteme (letzter Vergleichszeitraum 76 %) von einer Verstetigung der Einsatzbereitschaft aus.


    Fun fact am Rande, bei der deutschen Panzerentwicklung schließt sich der Kreis mit der Auslieferung der neuesten Version des Leopard 2 A7V. Das Gedöns um das neue Main Ground Combat System (S. 111ff) das Deutschland und Frankreich fifty-fifty bauen wollen und bei dem eh nix weitergeht, kann man daher getrost vergessen, es wird vermutlich zu Sankt Nimmerlein (30. Februar 2tba) eingeführt.


    Was meine ich mit full circle? Mit dem Leopard 2 A7V kehrt die deutsche Panzerei zu ihren Wurzeln zurück, dem Sturmpanzerwagen A7V.


    Leopard 2 A7V:

    kampfpanzer-leopard-2-a7v-kaserne-bad-frankenhausen.jpg


    Sturmpanzerwagen A7V:

    1920px-A7V_Wotan2.jpg



    Ganz zufällig dürfte es wohl nicht zu dieser Bezeichnung gekommen sein.

  • Interview mit vier Blackwater-Kriegsverbrechern. Also mit solchen Söldnern die Massaker an Zivilisten verübt haben, oder zumindest mit solchen, die für Kriegsverbrechen verurteilt wurden. Ich poste das Video da ich bisher immer nur Geschichten über Söldner gehört habe, nie Geschichten von Söldnern.



    Wer sagt das Video würde Kriegsverbrechern eine Plattform geben, nun ich halte euch eigentlich für intelligent genug euch zu informieren und selbst eine Meinung zu bilden, also nicht alles einfach so zu glauben was die da erzählen. Bitte deswegen beim Anschauen im Hinterkopf haben, dass alles was sie erzählen Bullshit sein kann, schließlich standen sie vor Gericht und müssen ihre Unschulds-Geschichte aufrechterhalten.


    Was das Video so interessant macht, sind die Gründe warum sie vielleicht doch nicht so schuldig sind und warum sie vielleicht trotz Unschuld verurteilt worden sind. Da ich euch aber nicht mit meiner Meinung zu der Geschichte beeinflussen will, am Ende ein Spoiler dazu.


    Inhalt:

    Zuerst gehts darum wie sie zum Militär und danach zu Blackwater gekommen sind. Dann um den Auswahlprozess, dass Training und wie Ihre Arbeit bei Blackwater ausgesehen hat, welche verschiedenen Aufträge Blackwater von der Regierung bekam, welche Abteilungen es gab, in welcher sie tätig waren. Wie sich die vier getroffen haben, ist die Einleitung zu dem Ereigniss für dass sie später vor Gericht standen.



    Und am besten den Steffan machen :P und auf 1,25 oder 1,5 facher Geschwindigkeit hören. Die Reden nicht sehr schnell und das Video ist sehr lang


  • Porsche-Ulf hat ein Buch geschrieben...

    Mündigkeit ist ein Stahlbad – Ulf Poschardts Streitschrift „mündig“

  • ...meanwhile in der Realität™...

    Die Akkumulation läuft langsamer

    Immer weniger Gewinne werden wieder in die Unternehmen gesteckt

    [...] Zuletzt entsprachen die sogenannten Nettoinvestitionen im Jahr 2020 nur 3,4 Prozent der Gewinne. 1991 waren es noch fast 48,9 Prozent. Selbst im Vorkrisenjahr 2019 lag der Anteil lediglich bei 17 Prozent.

    So stiegen die Unternehmensgewinne nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften seit 1991 bis zum Vorcoronajahr 2019 von 180,9 Milliarden auf 515 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 285 Prozent. Selbst während der Corona-Pandemie betrugen die Unternehmensgewinne 434,1 Milliarden Euro. Die Differenz zwischen den Profiten und den Nettoinvestitionen stieg damit von 92,3 Milliarden auf zuletzt 419 Milliarden Euro.

    Dabei entsprechen die Nettoinvestitionen jenem Betrag, den die Eigentümer*innen tatsächlich neu ins Unternehmen stecken. Denn sie sind die Differenz aus den Bruttoinvestitionen, also allen getätigten Investitionen, und den Abschreibungen, also den natürlichen Wertminderungen des Kapitals in Form etwa von Verschleiß, die ein Unternehmen eh ersetzen muss, will es nicht schrumpfen.[...]

    Denn den Unternehmen sind offenbar die Dividenden ihrer Eigentümer wichtiger als Investitionen in die Zukunft. Dies macht nicht nur die Antwort auf Meisers schriftliche Frage an die Bundesregierung deutlich. Eine vergangenen November erschienene Studie von Oxfam Deutschland und Finanzwende kommt zu demselben Schluss. Demnach stiegen die Gewinne der 30 größten Aktiengesellschaften Deutschlands, der Dax-Unternehmen, zwischen 2009 und 2020 um 48 Prozent. Statt dieses Geld für nötige Investitionen, Rücklagen oder höhere Gehälter zu nutzen, wurde es vornehmlich an die Aktionäre ausgeschüttet. So stiegen die Dividenden im selben Zeitraum um 85 Prozent und damit sogar noch deutlich schneller als die Gewinne. Einzelne Unternehmen zahlten sogar in Verlustjahren Dividenden.

  • Und der Staat subventioniert die Wirtschaft noch massiv mit Steuergelder, von Leuten die zu arm sind um in Aktien zu investieren, die zwangs-finanzieren aber die Gewinne mit.

    Und demnächst finanzieren die Leute auch noch direkt die Spekulationsgewinne der AktieninvestorInnen mit, wenn unsere frisch gewählte Fortschrittskoalition den alten, feuchten fdP-Traum von der kapitalgeckten Rente durch die Hintertür umsetzt und damit gleich noch ein paar Milliärdchen mehr in das Finanzcasino pumpt.


    Das hat auch den ideologischen Vorteil, dass das Wohl der um ihren Wohlstand für Alle™ besorgten BürgerInnen noch abhängiger von einem angenehmen Investitionsklima an der Börse wird, und man systemische Kapitalismuskritik noch besser als direkten Angriff auf die Mittelschicht framen kann. :thumbup:

  • A propos Rentenbeiträge und andere staatliche Finanztöpfe für Finanzmärkte und sonstige "nachhaltige" Investitionsgelegenheiten mobilisieren...:

    Streit um EU-Taxonomie: Europäische Zerreißprobe

    Deutschland lehnt den EU-Vorschlag zur Taxonomie endgültig ab. Es drohen Greenwashing im Finanzsektor – und aussichtsreiche Klagen.


    [...] „Die Taxonomie ist ja freiwillig und wurde erst einmal für eine Nische von vielleicht 10 Prozent der Anlagen entwickelt.“ Umkämpft sei sie jetzt, weil sie immer wichtiger werde: „Die EU könnte zum Beispiel irgendwann festlegen, dass sich die umfangreichen Anlagen zur Altersvorsorge an der Taxonomie ausrichten müssen.“ Dann würde dieser Hebel für die Finanzmärkte wirklich relevant. Tatsächlich war das genau der Plan der Taxonomie-Fans: ein Instrument zu schaffen, das klein anfängt und irgendwann die „Billionen“ tatsächlich umschichtet.

    EU-Länder, in denen die Grünen mit in der Regierung sitzen, haben noch einen ganz anderen Verdacht: Wenn Atom und Gas in der Taxonomie erst einmal als „nachhaltig“ anerkannt sind, könnte das auch auf andere EU-Finanzfragen übergreifen. „Frankreich geht es nicht um die privaten Investitionen, die grün sind“, sagt Claude Turmes, Energieminister von Luxemburg, der taz. „Da geht es darum, dass die EU akzeptiert, dass bei staatlichen Beihilfen auch Atom als CO2-freie Technik gilt, damit Frankreich seinen Atompark weiter mit Steuergeldern finanzieren kann.“

    Auch andere EU-Töpfe liefen Gefahr, als Finanzierungsinstrument für Atom- und Gasprojekte genutzt zu werden: So der 724 Milliarden Euro schwere RRF-Fonds für den Corona-Wiederaufbau oder die Programme der Europäischen Investitionsbank EIB. Bisher verlangt die Taxonomie für das grüne Etikett, dass eine Investition „keinen signifikaten Schaden an der Umwelt anrichtet“. Wenn die Atomkraft davon freigesprochen werde – wie es ein umstrittenes Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes der EU tut –, „dann ist das die goldene Brücke, um auch die Staatshilfen für Atom durch die EU-Länder in Zukunft unter grüne Investments fallen zu lassen“, warnt Claude Turmes.[...]

    immerhin - In Berlin lehnt man das mit dem Atomstrom jetzt offiziell ab. Bringt zwar vermutlich nix, weil das auf EU-Ebene schon abgekartetes Spiel beschlossene Sache ist, aber es sieht so schön grün aus.

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