Warum Grünes Wachstum ein Mythos ist und was daraus folgt

  • Es hat sich immer so schön recht, wenn man's als Generationenfrage interpretiert, gell?

    Es versteht sich immer so schön falsch, wenn man nicht richtig liest was geschrieben wurde.


    Wenn jede Generation von Reformern des Systems immer wieder zu den selben systemtragenden Schlüssen kommt, wie die Generationen vor ihnen, dann liegt der Fehler nicht bei den Generationen, sondern beim System.

  • Das Problem daran ist, dass die alle irgendwann zu den selben Erkenntnissen kommen, wie die vorangegangenen Generationen. Und leider ziehen auch immer wieder den selben absolut rückwärtsgewadten Schluss, dass das dann wohl schon immer so war und auch so bleiben wird, und dass man dann nur noch versuchen kann, es nicht noch schlimmer werden zu lassen.


    Das ist das Gegenteil von "progressiv". Man kann dann nur hoffen, dass die ehemals jungen Progressiven nicht zu alten Reaktionären werden, so wie Generationen von ehemaligen Revoluzzern dann später die größten Verteidiger genau jener herrschenden Verhältnisse wurden, an denen ihre "Revolution" scheiterte.

    Na ich bleibe dabei, dass es trotzdem immer Variationen in den Rahmenbedingungen gibt, auch wenn sie noch so klein sind. Und es kann, muss nicht, passieren dass es irgendwann eine Konstellation erwischt die beim reentry eine positive Synthese ergibt.

    Lotto ist wahrscheinlicher, aber alle die wir hier schreiben haben wir ja schon mindestens einmal im Lotto gewonnen, da wir Zeit Ort technisch in dieser Realitätsschleife ganz gut aufgeploppt sind


    Kann natürlich auch Konstellation kriegsgeile, Nationalisten/ neoliberale faschistische Egomanen bei rauskommen.

    Noch sind die Würfel aber nicht zum Stehen gekommen.

  • Um mal wieder dem Thema dieses Threads zurückzukommen:

    Ich hatte ja weiter oben schon das Buch Energie, Entropie, Kreativität Was das Wirtschaftswachstum treibt und bremst empfohlen. Der Physiker Reiner Kümmel zeigt darin auf, dass die Idee der Entkopplung von Wirtschaftswachstum und planetarischer Zerstörung den Gesetzen der Thermodynamik widerspricht. Kümmel spricht dort vom "Zerberus vorm Schlaraffenland" und schreibt, dass wenn diese Entkopplung möglich wäre, es auch möglich sein müsste, ein Perpetuum mobile 2. Art zu entwickeln (Er nennt dieses Beispiel, um die Absurdität aufzuzeigen.)


    Er schreibt, dass als Konsequenz aus dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik bei jedem Geschehen in unserem Universum Exergie (der nützliche Teil einer Energiemenge) vernichtet und Anergie (der unnütze Teil, also z. B. Emissionen, Abwärme) vermehrt werde. Und über deren Summe sage der Erste Hauptsatz der Thermodynamik, der Satz von der Erhaltung der Energie:

    Energie = Exergie + Anergie = konstant.

    Weiter schreibt er: "Unvermeidlich folgt aus dem Zweiten Hauptsatz, dass mit jeder Nutzung einer Einheit der "natürlichen Ressource" Energie der in ihr enthaltene Exergieanteil verringert wird und schließlich - oft auch schon nach der ersten Nutzung - unwiederbringlich für die Produktion der Wertschöpfung, also des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder Teilen davon, verloren ist."


    Deswegen sei die "ökologische Katastrophe" unausweichlich, wenn wir weiter an Wirtschaftswachstum festhalten.

    "Es gibt keine nachhaltigen Produkte oder Technologien, es gibt nur nachhaltige Lebensstile."

    "Wir müssen die Lüge dekonstruieren, dass es eine technische Lösung für dieses soziale Problem gibt."

    (Niko Paech)

  • Ergänzend zu meinem vorherigen Beitrag:

    im Kapitel 4.2 des oben genannten Buches beschreibt Niko Paech die Konsequenzen aus eben diesen Gesetzen der Thermodynamik und spricht von der Nullsummenlogik der Thermodynamik. Die Überwindung dieser Nullsummenlogik bezeichnet er als "modernen Mythos" und den Grund dafür, dass alle bisherigen Nachhaltigkeitsbemühungen nicht nur gescheitert sind, sondern dass

    Zitat

    (...) sich kein ökologisch relevantes Handlungsfeld finden lässt, in dem die Summe der seit Langem bekannten und neuen Schadensaktivitäten nicht permanent zugenommen hätte.

    Paech beschreibt, dass diese Erkenntnis bereits 1973 durch den Ökonomen Ernst Friedrich Schumacher beschrieben wurde:

    "Es gibt keine nachhaltigen Produkte oder Technologien, es gibt nur nachhaltige Lebensstile."

    "Wir müssen die Lüge dekonstruieren, dass es eine technische Lösung für dieses soziale Problem gibt."

    (Niko Paech)

  • Unbegrenztes Wachstum ist offensichtlich nicht möglich (unendlich!!!). Aber das ist ja auch gar nicht notwendig, damit alle Menschen auf der Erde ein gutes Leben (deutsches Hartz4 Niveau) führen können.


    Die Erde ist kein abgeschlossenes Produktionssystem, da von extern Energie hinzukommt (Sonne).


    Selbstverständlich geht bei der Kernfusion in der Sonne noch nutzbare Energie, erst in Strahlung über, die irgendwann in Wärme, die sich irgendwann nivelliert. Nur passiert dieser Prozess, dieser „Ressourcenverbrauch”, unabhängig davon, ob wir die Strahlung in Elektrizität und dann in Wärme überführen, oder ob die Erde die Strahlung direkt in Wärme überführt.

    Ich mache mir die im Forum zu diesem Thema mehrheitlich geäußerte Meinung nicht zu eigen und wiederspreche ihr hiermit ausdrücklich!

  • Einen wichtigen Satz aus meinem vorherigen Post hebe ich noch mal hervor:


    "Schumacher identifizierte in seinem 1973 erschienenen Klassiker Small is Beautiful [141] als Kardinalfehler zeitgenössischen ökonomischen Denkens – ganz gleich ob neoliberal oder marxistisch –, dass Substanzverzehr mit Überschüssen verwechselt wird. Aber einen mutmaßlichen Überschuss „gerecht“ verteilen zu wollen, der in einer gerechten Welt gar nicht existieren dürfte, weil er auf irreversibler Plünderung beruht und somit zukünftige Lebensperspektiven zerstört, führt sich selbst ad absurdum [142]."


    Im darauffolgenden Kapitel 4.5 Externe Effekte und Effizienz geht es um die verbreitete Vorstellung, man müsse nur die externalisierten ökologischen Folgekosten, durch Anreize, Steuern, oder "den Markt" in die eigene Volkswirtschaft internalisieren:


    "Orthodoxe Ökonomen adressieren zwar durchaus die Frage nach dem „wahren“ Überschuss, bedienen sich dabei jedoch der fragwürdigen Konzeption sog. „externer Effekte“, die unter anderem von Pigou [143] und Kapp [144] etabliert wurde. Demnach werden die durch nicht intendierte Nebenwirkungen verursachten Schäden als eine Form des Marktversagens aufgefasst, weil die beeinträchtigten Umweltgüter keinen Preis aufweisen. Folglich kann der Marktmechanismus nicht dafür sorgen, dass knappe Ressourcen effizient, gegebenenfalls hinreichend sparsam verwendet

    werden: Unternehmen werden nicht mit den vollständigen Kosten ihrer Handlungen konfrontiert, die somit nicht in der betrieblichen Gewinnmaximierung berücksichtigt werden.


    Um diesen Systemfehler zu korrigieren, empfiehlt die Umweltökonomik eine „Internalisierung“ der negativen externen Effekte, indem den Verursachern die tatsächlichen (ökologischen) Kosten ihrer Aktivitäten auferlegt werden, etwa durch Umweltsteuern oder Verschmutzungslizenzen („Cap and Trade“). So werden die Emittenten motiviert, Umweltschäden und Ressourcenverschwendung zu vermeiden, weil andernfalls Kosten zu Buche schlagen, die den Profit mindern. Diese nicht nur logisch erscheinende, sondern auch weithin akzeptierte Vorgehensweise wird dem eigentlichen Problem aus mindestens den folgenden Gründen nicht gerecht.


    1. Der Externalisierungsdiskurs suggeriert, die Umweltschäden des modernen Industriesystems seien prinzipiell vermeidbar, wenn nur „bessere“ Substitute, Technologien, Institutionen und Organisationsstrukturen angewandt würden. Was aber, wenn ausgerechnet für die ökologisch ruinösesten Praktiken (insbesondere Flugreisen) absehbar keine Alternativen existieren, die nachhaltiger sind und zugleich aus Verbrauchersicht als funktional gleichwertig akzeptiert werden? Dann würden nur generelle Verbote oder prohibitiv hohe Preise helfen, die aber verteilungspolitisch als verwerflich, zumindest mit demokratischen Mitteln als nicht durchsetzbar gelten.


    2. Die Theorie externer Effekte impliziert nicht, ökologische Degradationen vollständig zu vermeiden, sondern nur auf ein „optimales“ Schadensniveau zu senken. Da ökologisch schädliche Aktivitäten einen ökonomischen Nutzen erzeugen – andernfalls würden sie nicht stattfinden – und Umweltschutz überdies kostenträchtig ist, resultiert ein Abwägungsproblem. Demnach wäre die Reduktion ökologischer Schäden nur so lange rational, wie die Umweltschutzkosten (inklusive Wohlstandsverluste) geringer sind als der Nutzen des Umweltschutzes. Aber so lässt sich theoretisch-wissenschaftlich rechtfertigen, was die Politik alltäglich praktiziert: Ökologisch noch so desaströse Handlungen werden damit begründet, dass die daraus erwachsenden Vorteile und Chancen eben höher als die Umweltschäden zu bewerten seien. Im Zweifelsfall wird argumentiert, dass die Konkurrenzfähigkeit der Volkswirtschaft auf dem Spiel stünde oder Arbeitslosigkeit drohe. Der ökonomische Nutzen oder die sozialpolitische Notwendigkeit jeglichen Eingriffs in die Natur kann durch pure Spekulation beliebig hoch veranschlagt werden. Folglich existiert keine Grenze für die in Kauf zu nehmende ökologische Zerstörung: Der Zweck heiligt die Mittel.


    3. Das Modell des wachsenden Wohlstandes um negative Externalitäten bereinigen zu wollen, läuft darauf hinaus, lediglich die ökologischen Details eines ansonsten nicht hinterfragten Industriesystems zu optimieren. Unschwer erkennbar wird damit ein Steuerungsoptimismus, der eine schonungslose, jedoch überfällige Reflexion moderner Industrie- und Konsumgesellschaften verhindert: Wie hoch wäre der nach Abzug oder Korrektur aller Umweltschäden verbleibende, also

    plünderungsfreie Überschuss der industriellen Produktionsweise?"

    (Quelle: Kümmel, Lindenberger, Paech (2018) Energie, Entropie, Kreativität - Was das Wirtschaftswachstum treibt und bremst, Springer Spektrum)



    Zusammengefasst: Die Folge der oft geforderten Internalisierung der Umweltkosten würde zwangsläufig in eine Postwachstumsgesellschaft führen. Konsumaktivitäten wie Flugreisen beispielsweise wären nicht einfach nur teurer, sie würden nicht mehr stattfinden können.

    "Es gibt keine nachhaltigen Produkte oder Technologien, es gibt nur nachhaltige Lebensstile."

    "Wir müssen die Lüge dekonstruieren, dass es eine technische Lösung für dieses soziale Problem gibt."

    (Niko Paech)

  • Im darauf folgenden Kapitel 4.6 geht es um die Grenzen von ökonomischer Effizienz:


    "4.6 Ökonomische Effizienz als Irrtum?

    Tatsächlich war ein „reiner“, also plünderungsfreier Effizienzeffekt über lange Menschheitsepochen hinweg prägend, jedoch nicht nach, sondern nur vor Anbruch des Industriezeitalters, also in vormodernen Agrar- und Handwerkerökonomien. Ein Beispiel: Durch den Übergang von der autarken Schuhherstellung durch einzelne Individuen zum spezialisierten Schusterbetrieb konnte innerhalb eines Dorfes die Produktion (nicht nur der Schuhe) signifikant gesteigert werden. Durch Lernprozesse und intraorganisationale Spezialisierung konnte der Verschnitt in der Leder- und Schuhsohlenverarbeitung verringert werden. Die benötigten Werkzeuge oder Maschinen mussten zudem nur einmal angeschafft werden.


    Dies führte zu geringeren Durchschnittskosten, denn vorher brauchte jeder Haushalt für seinen kleinen Schuhbedarf eigenes Schusterwerkzeug. Verbesserte Organisationsstrukturen sowie geschicktere und konzentriertere Verrichtungen konnten die Arbeitsproduktivität steigern. So wurde es möglich, mit einem unveränderten Inputbündel innerhalb eines gegebenen räumlichen Systems ein verglichen mit reiner Selbstversorgung höheres Produktionsergebnis zu erzielen oder für dasselbe Versorgungsniveau weniger knappe Ressourcen zu benötigen; die Einsparungen konnten wiederum für andere Güter verwendet werden. Insgesamt stieg der materielle Wohlstand.


    Aber die Potenziale dieser idealtypischen Effizienzsteigerung erwiesen sich aufgrund ihres präfossilen Charakters als äußerst begrenzt, insbesondere durch

    • die limitierte räumliche Reichweite interorganisationaler Spezialisierung,

    • die schnell erreichte Obergrenze der physischen Arbeitsleistung der Beschäftigten sowie

    • die kaum zu steigernde Geschwindigkeit, mit der Ressourcen und Leistungseinheiten innerhalb des Wertschöpfungsprozesses bewegt werden können.


    Aus dieser dreifachen Beschränkung resultierte eine jahrhundertelang statische Ökonomie mit entsprechend bescheidenem Niveau an Gesamtproduktion, Optionenvielfalt und technischer Entwicklung. Erst die räumliche, physische und zeitliche – also dreifache – Entgrenzung mithilfe von Mechanisierung, Automatisierung, Elektrifizierung und schließlich Digitalisierung, was die vermehrte Verfügbarkeit fossiler Energieträger voraussetzte, verhalf dazu, aus der Begrenzung auszubrechen

    und jene Steigerungsdynamik auszulösen, die mit Effizienz verwechselt wird. Denn die Wirkung des entgrenzenden Verstärkerarsenals beruhte weniger darauf, durch reine Kreativität quasi aus dem stofflichen Nichts heraus die Produktivität der bisher genutzten Ressourcen zu steigern, als vielmehr darauf, den Weg in die effektivere Erschließung und Addition externer Ressourcen zu bahnen. Anstelle einer verbesserten Ziel-Mittel-Relation, wie es der Definition ökonomischer Effizienz entspräche,wurden schlicht zusätzliche oder neue Ressourcen erschlossen.


    Wie kann etwa die immense Zunahme der landwirtschaftlichen Erträge (=Output) pro Hektar (=Input) ernsthaft als Effizienzsteigerung bezeichnet werden, wenn der damit einhergegangene zusätzliche Energie-, Chemie-, Dünger-, Maschinen- und Logistikeinsatz berücksichtigt wird? Überdies sind manche der zusätzlichen Inputs, die den Flächenertrag so prägnant erhöht haben, absurderweise selbst das Resultat anderer Flächeninanspruchnahmen in Asien oder Lateinamerika (beispielsweise Tierfutter auf Basis von Sojaprodukten).


    Angenommen, im obigen Schusterbeispiel wären alle prä-fossilen Spezialisierungspotenziale innerhalb des Dorfes ausgeschöpft. Wie ließen sich dann weitere Wohlstandssteigerungen erzielen? Zunächst könnte der Schuster dazu übergehen, auch eine benachbarte Stadt zu beliefern, um den Absatz derart steigern zu können, dass über Größenvorteile ein noch geringeres Durchschnittskostenniveau erreicht wird. Im Gegenzug könnte in der Nachbarstadt die Brotproduktion ausgedehnt werden, so dass die Brotnachfrage beider Städte von nur einem Produzenten bedient wird, der durch eine entsprechend höhere Ausbringung die Kosten senken kann. So kommt es zwecks Kostensenkung zu einem höheren Spezialisierungsgrad, weil nun

    der Absatz beider Produkte über den bisherigen Aktionsradius hinaus erweitert wird (Downstream-Entgrenzung).

    Eine weitere Kostensenkung könnte erzielt werden, wenn sich der Schuhproduzent weiter spezialisiert, indem er die Schuhsohlen nicht mehr selbst produziert, sondern von einem Betrieb bezieht, der an einem anderen Standort – beispielsweise in China oder Indien – kostengünstiger fertigen kann. Ebenso könnte die Bäckerei kostengünstige „Teiglinge“ aus weiter Ferne importieren (Upstream-Entgrenzung). Dies verbilligt die Schuhe und Brote abermals und erhöht folglich die Kaufkraft.


    Aber welchen physischen Aufwand verlangt diese zunehmende Entgrenzung? Die Bäckerei und die Schusterwerkstatt wachsen auf Fabrikgröße, benötigen neue und größere Produktionsanlagen, Gebäude, Lagereinrichtungen, Transport- sowie Kommunikationssysteme und dehnen den Aktionsradius ihrer Lieferantennetzwerke und Absatzkanäle permanent aus. Die öffentliche Infrastruktur muss an den zusätzlichen Transport-, Logistik- und Flächenbedarf angepasst werden. Zudem sind Energie-, Bildungs- und Informationssysteme entsprechend auszubauen. Hier beginnt die Industrialisierung. Durch sie werden die oben genannten Begrenzungen einer vormals statischen Ökonomie durchbrochen, deren von nun an expansive Entwicklung auf die gesamte Gesellschaft übergreift und sich in stofflicher Okkupation äußert. Das Dilemma besteht darin, dass die Ausschöpfung „reiner“, also prä-fossiler Effizienzpotenziale bis zum Erreichen des „Entgrenzungspunktes“ nur einen bescheidenen und kaum wachsenden Wohlstand erlaubt, der aber als ökologisch nahezu plünderungsfrei gelten könnte. Alle darüber hinaus wachsenden Produktionsniveaus basieren auf einem technisch verstärkten und räumlich entgrenzten Verschleiß

    ökologischer Quellen und Senken.


    Externe Effekte sind also keine Nebenfolge der bemerkenswerten Wohlstandsmehrung seit Beginn der Industrialisierung, sondern deren Voraussetzung. Sie sind ähnlich einem nicht zu substituierenden Produktionsfaktor unabdingbar für das Güterwachstum. Mit anderen Worten: Wenn es nicht mehr möglich wäre, ökologische Schäden zu externalisieren, verlöre das Industriesystem seine Basis. Bei konsequenter Vermeidung externer Effekte verbliebe als ökonomischer Überschuss kaum mehr als das Niveau am oben beschriebenen Entgrenzungspunkt."

    (Quelle: Kümmel, Lindenberger, Paech (2018) Energie, Entropie, Kreativität - Was das Wirtschaftswachstum treibt und bremst, Springer Spektrum)


    Hierdurch wird deutlich: Wir haben es nicht nur mit dem Problem zu tun, dass technische Effizienz überhaupt erst der Treiber von Umweltschäden ist (weil es zu Wirtschaftswachstum und dadurch unweigerlich auch zu Produktions- und Konsumsteigerungen führt). Hinzu kommt, dass häufig von Effizienz gesprochen wird, wo aber per definitionem keine Effizienz vorliegt sondern nur eine Verlagerung und Ausweitung von ökologischen Schäden.

    "Es gibt keine nachhaltigen Produkte oder Technologien, es gibt nur nachhaltige Lebensstile."

    "Wir müssen die Lüge dekonstruieren, dass es eine technische Lösung für dieses soziale Problem gibt."

    (Niko Paech)

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