Ich bin raus!

  • Na, genau das wäre ein postmoderner Gedanke, dass die Wirkung über dem Inhalt steht. Und nein der Inhalt ist, was im Text steht.

    Nein, weil das würde voraussetzen, dass es ein Inhalt des Textes jenseits des Autors und Lesers gibt. Inhalt ist nie nur Inhalt, da es encodiert und decordiert werden muss. Die Trennung ist künstlich und weltfremd.

    Ja und?

    Sollte man nur wissen, dass man hier fast sowas wie "Mein Kampf" liest. Hat auch eine sehr interessante Wirkungsgeschichte bestimmt.

    Äh, das hängt doch sehr von der Disziplin ab.

    Zum Beispiel? Welche Disziplin? Welcher Forschungsansatz? Bitte auch etwas, was nicht allzu sehr elfenbeinturmartig und aktuell interessant ist. Hast du überhaupt was zu sagen oder nur kurze spöttische, nichtssagende Kommentare parat?

    Auch nicht mehr so modern die Methode. Scherz beiseite. Für mich ist Dekonstruktion im Prinzip ein schon historischer Begriff. Da wurde eine weitere Analyseebene erschlossen. Das kann man integrieren und es gibt keine Notwendigkeit, es als separate Methode zu beschreiben.


    Ich sehe auch nicht, warum es dagegen sprechen soll, dass ein Text interessant ist, wenn er dekonstruierbar ist, denn das ist jeder Text.

    1) er ist vlt. keine moderne Methode, weil sie postmodern ist?


    2) "Da wurde eine weitere Analyseebene erschlossen." Welche? oder willst du sagen, dass das Buch eines rechten, konservativen Denkers aktueller und wichtiger ist als das?


    3) Warum soll sie das ein historischer Begriff sein? Die Postmodernen Theoretiker benutzen ihn wie gesagt.


    4) "Ich sehe auch nicht, warum es dagegen sprechen soll, dass ein Text interessant ist, wenn er dekonstruierbar ist, denn das ist jeder Text."

    Das hat niemand behauptet? Ein Text kann belanglos werden, wenn man so den Zauber von ihm nimmt und das ist der "Untergang des Abendlandes" eben. Nicht mehr als ein Jahrmarktstrick. Die Wirkungsgeschichte ist eine Geschichte von Geblendeten.

  • Je mehr ich hier lese, umso eher wünsche ich mir naive Fragen an Gunnar Kaiser, um den mal einzuordnen. Scheint ja zu polarisieren der Typ. Andererseits hat der nicht mal einen eigenen Eintrag bei psiram. Warum die Aufregung?

    Gunnar Kaiser ist ein Libertärer ähnlich wie Charles Krüger.

    Die sind alle Anhänger von den Österreichern/Hayek und berufen sich auf das "Naturrecht".


    Darauf aufgebaut ist deren ganze "Logik". Die leben in Ihrer Blase und haben von der Welt keinen Plan und sind auch außerhalb ihrer Blase relativ Ahnungslos.


    Schau mal hier. Das ist alles was der drauf hat:


    Wenn einer schon damit anfängt das:

    "Die Wissenschaft ausschließen soll, dass....." dann weißte doch bescheid...

  • Also halten wir mal fest, ich habe nie behauptet, dass man sich mit "Der Untergang des Abendlandes" beschäftigen muss oder sollte. Ich habe zuerst sogar nur gesagt, Spengler ist historisch interessant, unter anderem wegen dem Einfluss des Buches.


    Nein, weil das würde voraussetzen, dass es ein Inhalt des Textes jenseits des Autors und Lesers gibt. Inhalt ist nie nur Inhalt, da es encodiert und decordiert werden muss. Die Trennung ist künstlich und weltfremd.


    Also der Text existiert ja. Wenn du Inhalt nicht das nennst, was im Text steht, sondern was jemand da herausliest, dann meinethalben. Ich nenne den Inhalt eben, das, was im Text steht. Man könnte vielleicht sagen, dass Inhalt ein verzichtbarer Begriff ist. Ein Synonym für Text, aber das geht dann genauso in die andere Richtung, dann wäre Inhalt ein Synonym für Rezeption. Es gibt also nur Text und Rezeption. Aber ich sprach ja ursprünglich vom Inhalt des Buches, ich hätte natürlich auch der Text des Buches sagen können.


    Sollte man nur wissen, dass man hier fast sowas wie "Mein Kampf" liest. Hat auch eine sehr interessante Wirkungsgeschichte bestimmt.


    Also ich denke da tut man Spengler dann doch Unrecht. Er ist eben kein Alfred Rosenberg. Aber klar "Mein Kampf" hat auch eine interessante Wirkungsgeschichte. Die wird vorallem jenseits des Offensichtlichen Unerwartetes beinhalten.


    Zum Beispiel? Welche Disziplin? Welcher Forschungsansatz? Bitte auch etwas, was nicht allzu sehr elfenbeinturmartig und aktuell interessant ist.


    Keine Ahnung. Ich habe ja keinen Überblick, wie stark das Feld schon bearbeitet ist. Grundsätzlich historische Forschung, Literaturgeschichte, Philosophie. Vielleicht eine ideengeschichtliche Einordnung zu den Linien konservativen Denkens, Einfluss auf andere Intellektuelle, Antisemitismusforschung. Sowas.


    Hast du überhaupt was zu sagen oder nur kurze spöttische, nichtssagende Kommentare parat?


    Lass mich nochmal schauen:


    Oswald Spengler ist historisch interessant. "Der Untergang des Abendlandes" war ein sehr einflussreiches Buch. Heidegger wurde übrigens von Spengler beeinflusst.

    Das Werk ist wie gesagt historisch interessant. Abgesehen davon, dass viele Intellektuelle sich damit auseinandergesetzt und es als Einfluss benannt haben, hat es einen Teil des Zeitgeistes der Deutschen Republik und darüberhinaus eingefangen. Wobei Spengler durchaus ein komplexerer Denker war, weshalb er vielleicht nicht erfolgreich von den Nationalsozialisten eingespannt werden konnte, aber er hat natürlich eine erste Skizze ihrer politischen Vision mit "Preußentum und Sozialismus" entworfen. Spengler hat konservatives Denken auch außerhalb von Deutschland beeinflusst, zum Beispiel in Italien wurde er wohl intensiv rezipiert.

    Ja, aber zu dem Zeitpunkt war der Bruch schon da. Hitler ist da vielleicht auch nicht ausschlaggebend. Rosenberg war zum Beispiel sehr an Spengler interessiert, hat sich aber auch an ihm abgearbeitet, weil die Rasse, eine Kategorie, die von Spengler abgetan wurde, im Zentrum seines Denkes stand. Umgekehrt wird Spenglers Urteil über den Mythus ja als "Ein Buch, an dem nichts stimmt außer den Seitenzahlen." überliefert.


    Aber wie gesagt Spenglers Idee einer Art Untertanen-Sozialismus kann man durchaus als Vorläufer der NS-Ideologie sehen.


    Hm, ja ist wohl etwas mager.


    1) er ist vlt. keine moderne Methode, weil sie postmodern ist?


    Du hast den Scherz gefunden.


    2) "Da wurde eine weitere Analyseebene erschlossen." Welche? oder willst du sagen, dass das Buch eines rechten, konservativen Denkers aktueller und wichtiger ist als das?


    Häh? Die Dekonstruktion hat eine weitere Analyseebene erschlossen.


    3) Warum soll sie das ein historischer Begriff sein? Die Postmodernen Theoretiker benutzen ihn wie gesagt.


    Gibt es denn noch welche?


    4) "Ich sehe auch nicht, warum es dagegen sprechen soll, dass ein Text interessant ist, wenn er dekonstruierbar ist, denn das ist jeder Text."

    Das hat niemand behauptet?


    Naja, es klang so, als ob erst die "Postmodernen Methoden" ausschlaggebend waren, um dieses Werk zu widerlegen und sozusagen automatisch tun.


    Heutzutage wird das Werk mit Postmodernen Methoden in der Luft zerfetzt.


    Ich glaube die Zeitgenossen von Spengler, zum Beispiel Thomas Mann, fanden das mit ihren da vermutlich noch modernen Methoden nicht allzu schwer.


  • Was willst du mit deiner Aussage jetzt zum Ausdruck bringen?

    Nehmen wir mal an, was du sagst stimmt und Kaiser ist der völlig blinde, in seiner Bubble gefangene Hayekapologet (was er nicht ist, aber lassen wir das). Wieso sollte das ein Grund sein nicht mit Ihm zu reden? Gerade diese Gegensätzlichkeit zu Thilo Jung und seinen Ansichten wäre doch das, was ein Interview erst Interesannt macht.
    Wieso soll ich mir das xte Video von Thilo angucken, in dem er sich seine Ansichten zum Mindestlohn, Postwachstum und Klimawandel von jemanden aus der eigenen Filterblase bestätigen lässt, alle sich gestreichelt und bestätigt fühlen und dann wieder nach Hause gehen. Wenn ich auch mal ein Interview mit jemanden haben könnte der einen wirklichen Antipol darstellt?


    Der Ausgangspunkt der Diskussion war ja eine Liste mit Interviewpartnerwünschen ( die Thilo aus irgendeinem Grund als idiotisch bezeichnet hat, nur er wird wissen warum) und da waren eben hauptsächlich Leute drauf ( unter meinem expliziten Hinweis, das ich die nicht alle persönlich gut finde) die eben sehr unterschiedliche Standpunkte zu dem haben was Thilo und ein großteil seiner Gäste sonst bedienen.

    Das macht doch ein Gespräch erst spannend.

  • Gunnar Kaiser ist ein Libertärer ähnlich wie Charles Krüger.

    Die sind alle Anhänger von den Österreichern/Hayek und berufen sich auf das "Naturrecht".

    Das Gefühl hab ich schon länger, aber den nie verfolgt. Wundert mich, das ausgerechnet der Freund der klaren Worte jemanden so geil findet, der seine Haltung derart verschleiert.


    Trotzdem oder gerade deshalb wären ein paar treffsichere Fragen mal erfrischend. Ich würde ihm bei dem Geieier sonst vermutlich nie länge zuhören.

  • Das Gefühl hab ich schon länger, aber den nie verfolgt. Wundert mich, das ausgerechnet der Freund der klaren Worte jemanden so geil findet, der seine Haltung derart verschleiert.


    Trotzdem oder gerade deshalb wären ein paar treffsichere Fragen mal erfrischend. Ich würde ihm bei dem Geieier sonst vermutlich nie länge zuhören.

    Mit Kaiser habe ich mich nicht genug beschäftigt, um ihn „geil“ zu finden. Da musst du was falsch verstanden haben, Rob.


    Dass er ein Libertärer ist, daraus macht er wohl keinen Hehl; dass ich seine Sicht auf die Corona-Thematik - und nur darauf, denn mehr kenne ich von ihm nicht als ein, zwei Videos zu genau DIESEM Thema, und auch das ist schon wieder etliche Wochen her - als zutreffend empfand, ist ebenfalls richtig.


    Kaiser scheint ja ziemlich zu polarisieren. Wie gesagt, ich kenne ihn nicht gut; aber polarisieren und die Gemüter erhitzen, das schaffen nur Leute, die POSITION beziehen. Das Gegenteil ist jemand, der versucht es allen recht zu machen. Das noch zum Thema „Freund der klaren Worte“, Rob. 8)

  • Kaiser scheint ja ziemlich zu polarisieren. Wie gesagt, ich kenne ihn nicht gut; aber polarisieren und die Gemüter erhitzen, das schaffen nur Leute, die POSITION beziehen. Das Gegenteil ist jemand, der versucht es allen recht zu machen. Das noch zum Thema „Freund der klaren Worte“, Rob. 8)

    Wer wäre so jemand? Ich frag für einen Freund. Wills mir ja nicht mit dir verscherzen.


    Edit. Ich hab das Hans-Jessen-Gedächtnis-Smiley vergessen. ;)

  • Hatte ich eigentlich schon mal darauf hin gewisesen, dass "liberale", marktradikale und rechtslibertäre Ideologen sich ganz bewusst in die Nähe von Corona-"Skeptikern" stellen und dass diese ganze Anti-Aufklärung eigentlich nur denen in die Hände spielt, die schon immer dachten, dass der Markt - der doch jetzt bitte demnächst mal wieder seine alte "Freiheit" zurück bekommen sollte - alles besser regeln könne als der Staat mit seinen marktfeindlichen Maßnahmen, und dass es eben eine nötige natürliche Auslese sei, wenn dabei ein paar Minderleister mit nicht so toller ökonomischer oder biologischer "Grundimmunität" aus der Gesellschaft aussortiert werden?


    (rethorische Frage)

  • Kaiser macht eigentlich immer das gleiche in seinen Videos. Er fängt an mit absurden Annahmen, die man leicht widerlegen kann, und dann baut er ein mehr oder weniger komplexes Gedankengebäude darauf auf, das den Anschein einer intellektuellen Leistung hat. Aber mehr als heiß Luft kommt dabei nicht heraus, vor allem scheitern seine Argumentationen IMO schon an ganz einfachen Tatsachen.

  • Weil das Forum von Rechtsextremen unterwandert ist.

    Hab ich seit ich im Aufwachen Forum begangen habe zu schreiben und zumindest stephan mich persönlich auf einem Mal Phantasialand getroffen hat, gepennt?


    Mich würde mal Interessieren was für posts hier gemeint sind.

    PS: gerade wenn man sachlich über alternative Wirtschaftssysteme redet, gibt es viele Webseiten die bestimmte Wirtschaftspolitiker ins rechtsextreme Licht rücken (vor allem von angeblichen Marxisten) ohne dies überhaupt zu begründen.

    (Ich denke da vor allem an almar altvaters unsachlichen an den Haaren herbeigezogenen Argumentationen zu Silvio Gesell.)

    PS: Ja bin noch immer teilweise gesellianer auch wenn er auf dem Warenauge halbblind war.


    und damit bin zum nächsten mal, eurer geselle Brakteatenzeit. (nennt mich nicht Genosse, XD)

  • Hatte ich eigentlich schon mal darauf hin gewisesen, dass "liberale", marktradikale und rechtslibertäre Ideologen sich ganz bewusst in die Nähe von Corona-"Skeptikern" stellen und dass diese ganze Anti-Aufklärung eigentlich nur denen in die Hände spielt, die schon immer dachten, dass der Markt - der doch jetzt bitte demnächst mal wieder seine alte "Freiheit" zurück bekommen sollte - alles besser regeln könne als der Staat mit seinen marktfeindlichen Maßnahmen, und dass es eben eine nötige natürliche Auslese sei, wenn dabei ein paar Minderleister mit nicht so toller ökonomischer oder biologischer "Grundimmunität" aus der Gesellschaft aussortiert werden?


    (rethorische Frage)

    Ergänzung ich bin lieber liberal als autoritär ist was falsch daran?

    hab gerade nochmal den political compass test gemacht beim letzten Mal, wo ich den gemacht hatte war ich noch was weiter rechts. (aber genauso liberal)
    (Edit: Auch wenn der nicht so viel taugt)
    https://www.politicalcompass.org/analysis2?ec=-5.75&soc=-4.82

  • Ergänzung ich bin lieber liberal als autoritär ist was falsch daran?

    hab gerade nochmal den political compass test gemacht beim letzten Mal, wo ich den gemacht hatte war ich noch was weiter rechts. (aber genauso liberal)
    (Edit: Auch wenn der nicht so viel taugt)
    https://www.politicalcompass.org/analysis2?ec=-5.75&soc=-4.82

    ah, kannte ich noch nicht, hab den Test auch mal gemacht.


    Bin etwas liberaler und deutlich weiter rechts als du:

    https://www.politicalcompass.org/analysis2?ec=4.0&soc=-5.44

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