SPD, du hast nix kapiert!?

  • Wenn sie von ihren Eltern erben. Sonst wohl eher nicht.

    Die meisten von denen werden nämlich wohl in urbanen Zentren leben und die Hälfte ihres Einkommens wird schon für die Miete draufgehen. Wie werden sie da wohl Reichtümer anhäufen?

    Ne, in einer zunehmend digitalisierten Welt werden die schlauen und kreativen immer noch besser verdienen, weil ihre Produktivität durch Netzwerkeffekte noch deutlich größer wird, während es für die blue collar jobs immer schwieriger wird.

    Man kann in die USA schauen, wo es hingeht, Anwälte, Ärzte, Marketer, etc verdienen dort regelmäßig das zwei- bis dreifache von ihren deutschen Kollegen, Industriearbeiter oft weniger.


    Die FFF-Leute sind die geistige und wirtschaftliche Elite von morgen, auch die, die nicht erben.

  • was du aber bei deiner theorie völlig außer acht lässt, ist die tatsache, dass diese generation aber auch immer weniger bock auf karriere hat und so dinge wie persönliche verwirklichung, sinnstiftende, ökologische und gerechte jobs viel wichtiger sind als sie das selbst noch in meiner generation waren.


    und da prallt halt eine gewisse weltanschauung mit diesem kapitalistischem system aufeinander und lässt sich nur schwer vereinbaren. du wirst jetzt vermutlich denken, dass sich das auch gibt sobald die mal geld verdienen etc, ich wäre mir da an deiner stelle nicht so sicher.

  • was du aber bei deiner theorie völlig außer acht lässt, ist die tatsache, dass diese generation aber auch immer weniger bock auf karriere hat und so dinge wie persönliche verwirklichung, sinnstiftende, ökologische und gerechte jobs viel wichtiger sind als sie das selbst noch in meiner generation waren.


    und da prallt halt eine gewisse weltanschauung mit diesem kapitalistischem system aufeinander und lässt sich nur schwer vereinbaren. du wirst jetzt vermutlich denken, dass sich das auch gibt sobald die mal geld verdienen etc, ich wäre mir da an deiner stelle nicht so sicher.

    Schmarrn, das war bei den 68er Hippies genauso.

  • Schmarrn, das war bei den 68er Hippies genauso.

    Die hatten aber auch noch die Chance mit harter Arbeit zu Geld zu kommen. Heute trifft das für einen immer kleineren Teil der Bevölkerung zu. Wie willst Du weiterhin sicherstellen, das die Abgehängten nicht rebellieren? Es sind zwar erst etwa 20% aber das kann sich schnell auf 40-50% erhöhen wenn weiterhin die von Dir favorisierte Politik durchgekloppt wird. Willst Du wirklich amerikanische Verhältnisse, wo sich so ein reicher Schnösel wie Du nur noch mit Bodygards aus seinem Sicherheitsschloss rauswagen kann, bzw. nur in gesicherten Bereichen bewegt?

  • Ne, in einer zunehmend digitalisierten Welt werden die schlauen und kreativen immer noch besser verdienen, weil ihre Produktivität durch Netzwerkeffekte noch deutlich größer wird, während es für die blue collar jobs immer schwieriger wird.

    Man kann in die USA schauen, wo es hingeht, Anwälte, Ärzte, Marketer, etc verdienen dort regelmäßig das zwei- bis dreifache von ihren deutschen Kollegen, Industriearbeiter oft weniger.


    Die FFF-Leute sind die geistige und wirtschaftliche Elite von morgen, auch die, die nicht erben.

    Wie gut, dass das die Immobilienbranche nicht merkt und die Preise entsprechend anpasst. ;)


    Ärzte im KKH sind hierzulande eigentlich auch nicht unbedingt für Millionenverdienste bekannt, vom Chefarzt mal abgesehen. Irgendwann ist der Bedarf an Radiologen, die für's Fotos machen deftig absahnen, auch mal gedeckt.

    Und Gott bewahre uns vor noch mehr Juristen...

    Was die "geistige Elite" angeht, dazu hat Stefan im Podcast wohl oft genug alles gesagt.


    Und wenn ich in die USA schaue, dann sehe ich den Zusammenbruch der Mittelklasse in atemberaubendem Tempo. Klar, Rosinen picken geht natürlich immer.


    Ich mache mal eine andere Prognose: die die heute groß erben, sind die wirtschaftliche Elite von morgen.

  • Das ist das Fundament der kompletten marxistischen Wirtschaftstheorie. Wenn die marxistische Arbeitswerttheorie widerlegt ist, fällt das komplette Theoriegebilde des Marxismus wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

    Jawoll, Indi!


    Wenn die Maschinen die ganze Arbeit machen, sich selbst warten, reparieren, reproduzieren und eigenständig neue, bessere Maschinen konstruieren, dann braucht es nicht mal mehr geistige menschliche Arbeit, um das Eigentum der Maschinenbesitzer zu vermehren.


    Bis dahin werden wir allerdings nicht darum herum kommen, WissenschaftlerInnen, IngenieurInnen, SoftwareentwicklerInnen, TechnikerInnen, ArbeiterInnen in der Rohstoffindustrie und allerlei Logistik- und Dienstleistungspersonal ein paar Krümelchen vom wachsenden Wohlstand der EigentümerInnen und InvestoreInnen in die Maschinenparks, Patente und Lizenzen abzugeben, damit der Kuchen schön weiter wächst und damit Du und Deine Freunde vom INSM-Gesprächskreis sich weiter einreden können, die kapitalistische Wertschöpfungskette habe nichts mit der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft zu tun.


    P.s:...und damit die sPD weiterhin so tun kann, als habe sie nie etwas mit Marx am Hut gehabt.

  • Das ist das Fundament der kompletten marxistischen Wirtschaftstheorie. Wenn die marxistische Arbeitswerttheorie widerlegt ist, fällt das komplette Theoriegebilde des Marxismus wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

    Ja, das wurde aber nirgends widerlegt, oder hast du einen Zweifel daran, das der Wert von einem Gut von der Arbeitskraft abhängig ist?


    Mir ging es nur darum das es eben nicht direkt rein geht und es auch noch andere Größen gibt wie "Nachfrage" die einen zusätzlichen Hebel darstellen.


    Gerade Du solltest ja verstehen wie Kapitalismus funktioniert. Und dann weißt Du auch das er genau daran scheitern MUSS.

  • https://www.tagesschau.de/inla…-neuverschuldung-101.html


    Und weiter gehts mit der Demontage...


    Ich mein:
    Ist ja sogar möglich, dass er dagegen ist, okay.

    Aber wenn der sozialdemokratische Spitzenkandidat wirklich nichts anderes drauf hat, als den Menschen, die sowieso nix haben, zu zeigen, dass das auch so bleiben soll, ist das definitiv der falsche Ansatz.

    Für jemanden von der CDU oder FDP ist das nicht so schwer, da erwartet man das, aber man sucht doch einen Gegenpol, wenn man was von der SPD will, und nicht gleich zu den Linken rüberrutschen will/soll.


    Der kann nix anderes, als die Schwarzen kopieren, um sich dann hinzustellen, und zu behaupten: "Schau ! Ich glänz genauso!"


    Die Frage ist wirklich: Wieso sagst du Idiot sowas, anstatt etwas, was die auch Symphatien einbringen könnte...


    Da war Schulz sogar klüger mit seiner Wortblase von der sozialen Gerechtigkeit.

    Das war wenigstens ein Wort, das man hätte gebrauchen können, wenn es noch mit Inhalten gefüllt worden wäre...

  • Ich finde es traurig, das Scholz nicht ein einziges Mal versucht das sauber vorzurechenen. Wenn Jemand die Zahlen dazu hat, dann der Finanzminister. Einfach immer nur 80 Mio. x 12 Monate x 1.000€ wird doch wirklich langsam lächerlich für Minister, die ein Ministerium zur Unterstützung haben.


    Andererseits. Es gibt genug dumme Wähler, die diese Parolen ("viel zu teuer") immer noch glauben.

    Es gibt halt leider genug Menschen, die nicht in der Lage sind bei einer Investition die zukünftigen Betriebskosten zu berücksichtigen.

  • Das Ding ist halt, dass es so nicht wirklich funktioniert.

    Selbst wenn er dagegen ist, kann er es klüger anstellen, und statt darüber zu sprechen, etwas zu nehmen, was ihm auch Punkte einbrächte - falls es das geben könnte.

    Denn er braucht keine Politik, die sehr weit grün ist, weil dafür gibts schon die Grünen.

    Er braucht keine Politik, die besonders schwarz ist, weil dafür gibts schon die CDU.

    Man ist hier ganz stark an das gebunden, was die Menschen von einem erwarten.

    Von nem AfD-ler erwartest du "Dagegen" zu sein, und "Ausländer raus" haben zu wollen.

    Viel mehr erwartest du von dem nicht.

    Die SPD versucht es seit der Zeit nach Schröder als eierlegende Wollmilchsau, und es gibt keine eierlegenden Wollmilchsauen.


    Du erwartest nicht von deinem Bäcker, dass er jetzt auch noch Luxusuhren anbietet.

    Aber Brötchen sollte er immer haben !


    Wikipedia sagt über die Sozialdemokratie das hier aus:


    Die Sozialdemokratie setzt sich nach ihrem heutigen Selbstverständnis mit demokratischen und sozial- bzw. wohlfahrtsstaatlichen Mitteln für eine sozial gerechte Gesellschaft ein.


    Da ist die Rede von einem Selbstverständnis, von sozial- und wohlfahrtsstaatlichen Mitteln, und noch einer sozial-gerechten Gesellschaft, und das in nur einem einzigen Satz.

  • Bei Twitter rudert er schon zurück, um dann aber doch zu sagen, als allerletzte Option, wenn nichts geht, aus staatspolitischer Verantwortung sozusagen, kann man ne Groko natürlich nicht auschließen. Was für ein Lappen.

    Ehrlich währt am längsten. Sagt man jedenfalls so.


    Die SPD ist im Gegensatz zu den Schwarzen ein Überzeugungstäter, wenn es um den Erhalt der bestehenden politischen Ordnung und ihrer Institutionen geht. Staatstragend eben. Die SPD würde auch eine weitere Halbierung ihrer Wählerschaft hinnehmen, anstatt sich in den Kommentarspalten der FAZ der "Verantwortungslosigkeit" zeihen zu lassen.

  • -wenn man wirklich grün-rot-rot will muss man sowieso irgendwie die union attackieren, dazu müssen zwangsweise entweder die grünen oder die spd die mitte ansprechen, fraglich ob das klappt oder ob nicht viele dann doch lieber den wolfgang statt den olaf schäuble wählen... gegen merz, laschet oder röttgen aber durchaus denkbar, söder hat halt auch das problem, dass er aus bayern kommt und das in vielen bundesländern vielleicht sogar ein paar stimmen kosten könnte.


    also irgendwie hat die spd halt auch kaum alternativen, scholz ist vielleicht aufgrund dessen wofür er steht der richtige mann, obwohl alles wofür er steht eigentlich total ablehnenswert ist und er eben nicht für irgendeinen hoffnungsvollen aufbruch steht, den die spd eigentlich dringend nötig hat. paradoxe situation irgendwie


    also mich würde vor allem mal interessieren, ob jemand mit einer überzeugenden alternative um die ecke kommt, da tu ich mich als scholzkritiker eigentlich am schwersten damit..


    Du sprichst viel Richtiges an, ich sehe das als SPD Mitglied ähnlich. Mit der Personalie war zu rechnen, ich habe dennoch bis zum Ende auf eine Alternative gehofft. Zwei hätte es meiner Meinung nach auch gegeben:


    1. Stephan Weil (Ministerpräsident von Niedersachsen)


    Als Ministerpräsident eines der größten Bundesländer wäre Weil für den Job des Bundeskanzlers sicherlich qualifiziert. Er hat zudem als einziger in den letzten Jahren für die SPD tatsächlich eine Wahl mit echtem Stimmenzuwachs gewonnen. Er hat als SPD-Mann einen klassischen Aufstieg von unten (Stadtkämmerer, Oberbürgermeister, Ministerpräsident) und ist dabei durch volksnähe aufgefallen.


    Er saß soweit ich weiß nie im Bundesvorstand oder Präsidium der SPD und hat die Politik in den Grokos quasi nicht mit zu verantworten (obwohl er auch nie durch Kritik an deren Kurs aufgefallen ist).


    Er hat also ähnlich wie Martin Schulz den Vorteil von außen zu kommen, hätte also vielleicht einen ähnlichen Hype erzeugen können. Mit der richtigen Programmatik, welche die neuen Parteivorsitzenden sicherlich prägen werden, hätte er denke ich bessere Chancen als Olaf Scholz, das bedächtige, vernünftig wirkende hat er nämlich genauso wie Scholz, was wie du richtig sagst gegen Merz z.B. ein Vorteil wäre.


    Zudem wäre er für den linken Parteiflügel sicherlich weniger problematisch als Scholz, da er nicht mit der Agenda 2010 assoziert wird, auch wenn ich ihn tendenziell eher bei den Seeheimern verorten würde


    Problem: Auch Stephan Weil ist nicht gerade ein sprühender Charismatiker. Dass er die Marktplätze gerockt hätte darf man bezweifeln. Außerdem hat er nie in irgendeiner Form die Bereitschaft geäußert Kanzlerkandidat zu werden, er hat sich ja im letzten Jahr auch nicht um den Parteivorsitz beworben.



    2. Rolf Mützenich


    Als Fraktionsvorsitzender schon von vornerein ein logischer Kanzlerkandidat, der glaube ich wie kein anderer von der breiten Masse der Partei unterstützt worden wäre. Parlamentarischer Linker mit dementsprechenden Positionen aber als Teil der „Regierungs-SPD“ arbeitet er gut mit Scholz etc. zusammen.


    Seine außenpolitischen Positionen gelten zwar der Union als extrem und würden dementsprechend thematisiert. Ich bezweifle aber ob ein ehemaliger SPD Wähler, der nun grün oder linke wählt ihm deswegen die Stimme verweigern würde. Ich glaube das friedenspolitische bis pazifistische Positionen kaum wahlentscheidend sind, da Außenpolitik den normalen Bürger wenig interessiert. Zudem wäre die Besetzung ein Wink in Richtung Rot-grün-rot. Für mich wirkt er sehr sympathisch und im Gegensatz zu Scholz nicht ganz so spröde.


    Problem: Hat als Mitglied der SPD-Fraktion den Regierungskurs stets mitgetragen. Verzeichnet geringe Beliebtheitswerte, was allerdings nach meiner Meinung mehr mit seiner Unbekanntheit als mit seinen politischen Positionen zusammenhängt. Bei der Besetzung des Wehrbeauftragten hat er allerdings ziemlich blöd ausgesehen, obwohl der Abgang von Johannes Kahrs im Nachhinein ein Glücksfall ist.



    Insgesamt denke Ich dass die Besetzung sicherlich vom Zeitpunkt klug war, da sie alle anderen unter Zugzwang setzt. Wenn Scholz jetzt nicht zu sehr mit dem Gedanken an eine Ampelkoalition flirtet und vielleicht eine erneute Groko ausschließt, könnte ihn das in die vorteilhafte Lage versetzen, dass jeder der ein progressives Mitte-Links Bündnis möchte, nun Scholz wählen müsste, um eine Quasi-Groko Schwarz-grün zu verhindern.

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